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Full text of "Geschichte der botanik"

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3  2044  106  458  284 


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Kurt  Sprengeis 

« 

Gefchichte 

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1  der 

B     o    t    a    n    i  k. 


E  r  ft  e  r  Band. 

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Kurj  Sprengeis 

G  e  f  c  h  i  c  h  t  e 

der  K 

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B  o  t  a  n  i  k. 


Neu  bearbeitet. 


In     zwey  Theilen 


Erfter  TheiL 
Mit    acht  Kupfern. 


Alt  en  bürg    and  Leipzig: 

F*    A.  Brockhaut. 

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Inhalt. 


%rfiei  Büch.  Entliehen  botanifcber  Kenntniffei  S.  i  —  5* 

Kap.i.  Biblifche  Flor.  6  —  26. 

Kap.  2.  Indifcbe  Sagen  von  Pflanzen,  26  —  *8* 

Kap.  3.  Aegyptifche,  griecbifche  und  römifche  Sagen 
von  Pflanzen,  28  —  33«  , 

Kap.  4.  Horaerjfche  Pflanzen ,  33  —  4°» 

Kap.  5.  Erlte  Grandzuge  der  Natnrlebre  der  Gewäcbfy 
4«  ~48. 

« 

Kap.  6.  Die  Rbizotomen,  48  —  5*. 

Zweyte*  Buch.  Anfang  der  wiffenfchaMchen  Pflanzenkun- 
de, 63—  173. 
Kap.  1.  Theopbraft  von  Ereßu,  53  —  96* 

Kap.  2.  Alesandrinifcbe  Scbnle,  96  —  115.  Knüver* 
204.  105.   Nikander,  105  -  no. 

Kap.  3.  Pflanzenkunde  nnter  der  Römer  Herrfchafy 
115  —  173.  Cato,  116  —  119.  Varro,  119  —  im# 
Diophanei,  121.  Virgil,  121  —  126.  Columella,, 
«»6  —  153.  Juba,  133.  134-  Diofkoridei,  134« 
162.   Pliniui,  162  —  170.    Qalen,  170  —  173? 

Drittel  Buch.  Verfall  der  Pflanzenkunde,  174  —  *48* 

Kap.  1.  Barbarey  unter  Griechen  und  Römern,  174  r- 
194.  Pflanzen  im  Talmud,  175  —  183.  Apolejus, 
184.  Pappos  von  Alexandrien  und  Mofet  von  Cho-i 
reue*  184  —  186.  Marcelloe  vpn  Bordeaux,  i&6m 
Palladius,  186.  187.  Kofmai  Incticopleuftea ,  187  — 
189,    Ifidorus  Hifpalenfii,   189  -  W«  Kalfianua 


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Baflus*  191.  .  Symeon  Seth,  191.    Michael  Glykas, 

193     Nikolaus  iYiyrepfikus,  193.  194. 

fKap.  2.  Karls  des  Grofsen  Capitularia,  184  —  198. 

Kap.  3.  Möncbifche   Bearbeitung  der  Pflanzenkunde, 
198  *-  202. 

Kap.  4.   Pflanzenkunde  der  Araber,  202  —  225.  Ko- 
ptifch-  arabiiciie  und  punifche  Namen  der  Pflanzen, 

22n  —  22£. 

5.  Latipobarbaren ,  228  —  248-  Zwölftes  Jähr- 
enden,, 251.  üreyzthntes,  232  —  256.  Vierzehn- 
tes, *5  6  ~  243.    Fünfzehntes,  243  —  248. 

Viertes  Buch.  Wieder  erweckte  Pflanzenkunde,  249  — 
37«- 

Kap.  \%  Erneuertes  Studium  der  Alten,  249  —  257. 
Hermoleus  Harbarus,  250.  Robert  de  Vaile,  25 1. 
M*rc  Vigilius,  251.  Nie.  Leonicenus,  252.  Pand. 
Collenucci,  253»  Job.  Manardus,  253.  Job.  Ruel- 
lius,  254.  Andr.  Lacuna ,  255.  Lor.  Perez.,  »55. 
ii     I^rm.  Graf  von  Neuenaar,  256.    Eur.  Cordus,  256. 

Kap,  2.  Unterfuchung  vaterländifcher  Pflanzen  ,  457  — 
338.  L  Deutle  he  Vater  der  Pflanzenkunde  25$  ~* 
280*.  Oho  Brunreis,  258  —  262.  Leon.  Fuchs, 
262  Hier.  Tragus,  269  —  272.    Yaler.  Cor- 

dus, 273.  274.  Conr.  G einer,  274  —  281.  Job. 
Taal>  281  —  284«  Ja^  Theodor  Tabernämontanus, 
284  —  2öG.  Joh.  Wigand,  286.  II.  Verdienfte 
dt  i  Italiener,  256  —  3<>f>.  Barth. Urbevetanus  and  Ang. 
\yn\\aA  -ai>6  1  Am.  Mufa  Brafavola,  287.  Luc.  Ghini, 
Ifarib,  Maranta,  288«  L.  Angüillara,  289  —  293. 
P.  A.  Mattibii,  293  ~  299.  Fr.  Calceolari,  299;  Joh. 
Pona,.  300.  Ferr.  Iinperati,  301.  Fab.  Columna, 
502—  '306.  III.  Niederländer,  306—531.'  Hemb. 
Dodoens,  307  —  310.  Matth.  Lobeluis,  310  —  317. 
K  CliTios,  317 33t.  IV.  Franzofen,  332  r-  334. 
Jac.  Dalechamp,  332  —  334.  V.  Batten,  334  — 
Währ.  Turner,  334-  Joh.  Gerard,  335.  336. 
VI.  Spanier  tind  Portugiefen,  336.  337.    Amatus  Lu- 

fitanuv  3ß6.    J,  P.  Jiiieve,  J.  Fragoii  und  B.  Cienfue- 

<  « 

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DiQitizso  by 


gos,  337*  VII.  Polen ,  337.  338.  M.  Urnedowa, 
Andr.  Kobylina,  530. 

Kap.  3.  Botanifche  Galten,  333  —  343,    Joach.  Came- 
rariiu,  341. 

Kap.  4.  Heifen  in  fremde  Länder,  dSo  Pfa 

erweiterten,  343  -  359.  Gare,  ab  Uno,  347.  Ch  ift. 
da  Cofta,  347«  Gönz.  Hern.  Oviedo,  Hj«* 
Benzoni,  35z.  Nie  Monardes ,  5^3.  Pet.'Bl,,n, 
354.  Leoo.  Rauwolf,  355,  Profp.  Alpini,  357.  Üo- 
l>or.  Belli,  359* 

5.  Ertte  Spuren  einer  Anordnnng  der  Pflam*n# 
359  —  37&  Lobeliui,  360.  Andr.  Cefalpini,  36  w 
Ad.  Zaluzanius,  365.  Joh  Baubin,  364  —  5^9.  .Kafp. 
Bauhin ,  369  —  377.  Compilatoren  :  Jüf.  CäC  Sca- 
liger, 377.  Ul.  Aldrovandi,  Theodor  Dotflea,  .Ad* 
Lonicer,   Joh.  CoiUus,  Käß  Durante,  373. 

ymeidhnhafs  der  griechifchen  PrUmen- Kamen,  379 

393. 

Veneichnif*  der  fyftematifcben  Pflanzen  «Namen,  ,394 
421. 

fleg/iter  der  Schriftßeller,  4a*  —  424» 


,r  Erklärung   der  Kupfer. 

Jfo.  i.  ha!».  i&  Scorzonera  tüberofa.  S.  19.  55& 
No.  *.    MmAv  iß  Alliom  nigrom.  S.  37.  63.  i45- 

No.  3.    A#tü'<  Xi|3imo\  ift  Zixyphui  Lotw  W.  S.  36. «4.  "5* 

ia8*  *4o.  216.  290. 
No.  4.    sAof  o3f Aas  iß  Afphodelni  rämoüu.  S.  37-  68-  xo7- 

145.  3*3. 

No.  5;    Taiuvdo«  ift  Gladiolu*  communis.  8.  30.  3»- 
iaa. 

No.  6.   Ko^oa.ra-tAo«  ift  Ophryi  Fetrum  eqoinom  Deafost, 
S.  115. 

No.  7.  Atro<  «fyw'im*  iß  Nymphaca  Loiw.  8.  «7.  76.  »5** 

188.  358* 

No.  8-   kvV^^NelumbiumffadörumW.  8.16.28.7«' 
*5*i  *8&% 


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Gefchichte 


der 


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Erltes  Buch* 

Entftehen   botanifcher  Keontniffe. 


Die  Gefchicbte  des  Entftehen S  und  der  Ausbrei- 

« 

toog  der  hiftorifchen  Pflanzen  -  Renntnifs  hat  fo  grofse 
Schwierigkeiten,  dafs  man  auf  Gewifsheit  faft  Ver- 
riebt leiften  und  (ich  mehrentbeiJs  mit  Vermutbun- 
gen  begnügen  mufs. 

Wir  feböpfen  die  Nachrichten  aber  die  Kennt* 
nüTe  des  früheften  Alterthums  aus  fchriftlichen  Denk- 
mälern und  Denkmälern  der  Kunft.    Die  letztem 
würden  fehr  belehrend  feyn,  wenn  deren  viele  übrig 
waren,  oder  wenn  die  noch  übrigen  mit  folcher  Ge- 
nauigkeit, wie  die  Blumen  und  Pflanzen  auf  dem  ja- 
paoifchen  PoYcel  Jan,  dargeftellt  wären.    Allein,  theils 
bildeten  die  Alten  Gegenftände  der  Natur  nur  feiten 
und  blofs  dann  ab,  wenn  fie  mit  mythifchen  Darftel- 
Jangen  zufammenhingen ;    theils  hatten  fie  keinen 
Sinn  für  andere  Darftellungeo  ,  als  folche,  die  die 
Konft  erforderte.    Daher  die  Acanthus- Windungen 
an  den  Säulen,  die  Lotusblätter,  auf  denen  Harpo- 
krates  fitzt,  die  Mohnköpfe  als  Attribute  des  Jung« 
tags  mit  gefenkter  Fackel  ,  tiie  Myrtenzweige  der 
1  Grazien,  die  Kornähren  der  Ceres,  die  Palmen  der 
Sie&esgöttinn,  blofs  einen  künftlerifchen ,  keinen  wif- 
tofchaftiiehen  Ausdruck  haben. 

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Erftes  Buch. 


Wir  müffen  uns  alfo  an  die  fchriftlichen  Denk- 
mäler halten.  Allein  auch  hier  zeigen  fich  zahllofe 
Schwierigkeiten  ,  welche  zu  der  gröfsten  Vorficht 
und  Behutfamkeit  auffordern.  Eben  weil  die  Alten 
keinen  Sinn  für  wiffenfchaftliche  Befchreibungen  oder 
fyftematifche  Anordnung  hatten  ,  fchildern  fie  von 
den  meiften  Gewächfen  nur  eine  Haupteigenfchaft ,  • 
unbekümmert  darum,  ob  diefe  wesentlich  oder  zu- 
fällig fey.  Auch  wird  diefe  Eigenfchaft  nur  beyläufig 
gefchildert,  indem  vorausgefetzt  wird,  dafs  alle  Le- 
fer  die  PHanze  kennen.  Jahrhunderte  ändern  bey  der- 
felben  Nation  den  Namen  der  Pflanze:  und  wir,  die 
durch  Jahrtaufende  von  jenen  Zeiten  getrennt  find  t 
haben  wenige  Holfsmittel,  um  zu  erratben,  welche 
Pflanze  gemeint  fey. 

Dazu  kommt,  dafs  die  Länder,  worin  die  erften 
Beobachtungen  Ober  Gewäcbfe  gemacht  wurden,  feit 
Jahrhunderten  von  barbarifchen  Nationen  beherrfcht 
werden,  die  das  Auffuchen  folcher  Pflanzen,  welche 
mit  den  Befchreibungen  der  Alten  übereinftimmen , 
gar  fehr  erfchweren.    Rauwolf,  Beion  ,  Profper  AU 
pini ,  Anguillara,  Buxbaum,  Lippi,  Donati,  Tour- 
nefoit,  Haffelquift,  Forskoi,  Billardiere,  Sibthorp 
und  Hawkins  haben  die  Morgenländer  in  botanifcher 
Rackficht  durchreifet.      Wir  verdanken  ihnen  viel 
Aufklärung:    aber  ungemein  viel  bleibt  noch  dem 
künftigen  Reifenden  zu  thun  übrig:  befonders,  wenn 
er,  mit  hinlänglichen  Sprachkenntniffen  ausgerottet, 
die  Nachrichten  der  Alten  an  Ort  und  Steile  verglei- 
chen und  aufklaren  wird.    Doch  mufs  man  bemer- 
ken,  dafs  die  Flor  jener  Gegenden  fich  feit  Jabrtau- 
fenden  geändert  hat.    Jetzt  wachfen  bey  Bethlehem 
Tamarinden,  bey  Joppe  Tulpen  und  KofcheniJIpflan« 
zen,  überall  in  Palästina  Durra  und  Sefam ,  die  die 
Ifraeliten  urfprünglich  nicht  kannten.  CChatPau" 
hriand  itincr.  vol.  2.  p.  122.  170.)    Zuckerrohr  baut« 


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Entfteben  botamfcner  Renntnifle.  5 

man  zu  den  Zeiten  der  Kreuzzöge  in  Paläftina:  daraus, 
imd  weil  das  arabifche  SüJj  mit  H^p  abereinftimmt, 

fchlofs  Faber  febr  unzeitig,  das  letztere  Wort  bedeute 
Zuckerpohr. 

Eine  andere  Anficht  der  Pflanzen- Kenntnifs  ift 

■ 

die  philofophifche:  oder  die  Unterfuchung  der  Gründe 
der  Erfcheinungen  in  der  Pflanzenwelt,  derBeziehun- 
gen  derfeiben  auf  die  grofse  Haushaltung  der  Natur 
und  auf  das  menfchliche  Leben.  Diefe  Anficht  ift 
offenbar  älter,  als  die  hiftorifche,  welche  blofs  die 
Befchreibungen  der  äufsern  Merkmale,  die  Benen* 
nungen  und  Stellung  der  Pflanzen  in  einer  gewiffen 
Ordnung  begreift.  Denn  ehe  man  die  Nothwendig- 
keit  einer  wiffenfchaftlichen  Anordnung  einfah,  mufste 
man  erft  eine  fo  grofse  Anzahl  Gewächfe  kennen, 
dafs  das  Gedächtnifs  fie  nicht  mehr  faffen  konnte: 
ehe  man  fich  einer  wiffenfchaftlichen  Kunftfprache 
beflifs,  mufste  man  auf  andere  Nationen  und  andere 
Zeitalter  Rückficht  nehmen  lernen.  Aber  weder  der 
lfraelit,  noch  der  Grieche  und  Römer  achtete  andere 
Nationen  und  bekümmerte  fich  um  andere  Zeitalter, 
als  in  denen  man  eben  lebte. 

Auch  konnte  es  nicht  anders  feyn ,  als  dafs  der 
jugendliche  Geift  des  Menfchen  -Gefchlechts,  durch 
die  auffallenden  Einrichtungen  der  Pflanzenwelt  ge- 
reizt, vom  natürlichen  Hang  zum  Wunderbaren  ge- 
trieben, diefe  Wunder  mit  ähnlichen  Erfcheinungen  in 
der  übrigen  Natur  verglich  utid  fo  den  Grund  zu  einer 
Naturlehre  der  Pflanzen  legte,welche  ganz  das  Gepräge 
des  jugendlichen  Aufftrebens  einer  ungeregelten  Ein- 
bildungskraftzeigte. Ariftoteles  trefflicher  Ausfpruch 
(metaphyß  i,  2.):  „Vom  Bewundern  fängt  alle  Phi* 
„lofophie  an:  daher  liebten  die  älteften  Weltweifen 
„die  Mythen:  denn  der  Mythos  befteht  aus  Wundern, 
„und  die  UnwifTenheit  mufs  zur  Wiffenfchaft  durch 
„  die  vorrätbige  Kenntnifs  des  Auffallenden  und  Wun- 


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6  Erltes  Buch. 

„  derbaren  in  der  Natur  durchdringen : "  diefer  Aus- 
fpruch  beftätigt  fich  durch  die  genauefte  hiftorifche 
Forfchung. 

Erftes  Kapitel. 

Biblifche  Flor. 

Die  fcbriFtliche'n  Denkmäler  eines  Volks,  wel- 
ches feit  vier  Jahrtaufenden  fich  faft  in  urfprflnglicher 
Befchränktbeit'  erhalten  hat ,  find  gewifs  die  ä  heften 
in  der  Welt.  Nur  die  Liebe  zu  feltfameti  und  auffal- 
lenden  Meinungen  konnte  neuerlich  die  Vermuthung 
begünftigen  ,  dafs  die  heiligen  Bücher  der  Hindu  s 
älter  und  die  Sanfcritfprache  ursprünglicher  fey,  als 
die  ebräifche.  Wer  mit  dem  Geifte  der  letztem  fich 
bekannt  gemacht  und  die  heiligen  Bücher  der  Ebräer 
unbefangen  gelefen  bat,  kann  kaum  daran  zweifeln , 
dafs  die  Mofaifchen  Schriften  wenigftens  älter  find, 
als  alles,  was  andere  Nationen  aufzuweifen  haben. 

In  diefen  Schriften  werden  eine  Menge  Pflanzen 
erwähnt,  die  zu  erklären  um  fo  fchwerer  ift,  je  we- 
niger die  Länder,  welche  jenes  Volk  in  den  älteften 
Zeiten  bewohnte,  durchfocht  worden  find«  Der 
Stammvater  der  Ebräer,  Abraham,  wanderte  mit  fei- 
nem Vater  Tharach  aus  Ur -  Chafchdim ,  dem  nordlU 
chen  Mefoporamien,  nach  Charan  (Carrä,  imfüdöft- 
lichen  Mefopotamien).  Von  hier  zog  Abraham  in 
feinem  fünf  und  fiebzigften  Jahr  nach  Kanaan  (Pala- 
ftina),  und  von  da,  wegen  Theurung,  auf  kurze 
Zeit  nach  Aegypten.  Sein  Enkel  Jakob  wanderte  auf 
zwanzig  Jahre  wieder  aus  nach  Aram-Naharaim  (Me- 
fopotamien), und,  als  er  mit  zwey  Heeren  zurück- 
kehrte, war  fein  Oheim  Ifmael  fchon  der  Stammvater 
eines  Nomaden  •  Gefchlechts  im  öftlichen  Paläftina  ge- 
worden, welches  fich  fpäter  im  füdöftlichen  Arabien 


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Erltes  Buch.    Erltes  Kapitel.         *  7 

unter  dem  Namen  Nabafbäer  ( Saracenen  nannten  fie 
6cb)  ausbreitete.    Sein  Bruder  Efau  oderEdom  haue 
ßcb  mit  den  Seinigen  am  arabifchen  Meerbufen  nieder- 
geiaffen.      Seine  Nachkommen  waren  fchon  eine 
Schifffahrt  und  Handel  treibende  Nation.  Jakob 
felbft  kehrte  (1900  J.  v.  Chr.)  nach  Paläftina  zurück 
und  nahm  das  Erbe  feiner  Väter  in  Belitz.  Durch 
Hungersnoth  getrieben,  wanderte  fein  ganzer  Stamm, 
wie  Ahraham,  nach  Aegypten,  wo  feine  Nachkom- 
men 400  Jahre  lang  in  den  Weideländern  (im  Lande 
Gofen)  lebten,  bis  iie,  gedrückt  von  den  Pharaonen, 
unter  Mofes  (i5oo  J.  v.  Chr.)  durch  das  wüfte  Ara- 
bien wieder  nach  Paläftina  zogen.    Auch  hier  biie- 
ben  ße  von  benachbarten  Völkern  gefchieden ,  ob- 
gleich die  Nähe  von  Tyrus  und  Sidon  und  die  fudöft- 
lieben  Midianiter  fie  mit  den  Erzeugniffen  ferner  KU- 
mate  bekannt  machen  konnten.    Sie  felbft  fingen  erft 
unter  dem  weifen  Salomo  (  io4o  J.  v.  Chr.),  durch 
das  Beyfpiel  der  Phönicier  gereizt,  an,  die  Vortheile 
des  Handels  kennen  zu  lernen.    Zu  Lande  zogen  ße 
über  Tadmor  (Palmyra),  welches  Salomon  erbauen, 
liefs  (2  Chron.  8,  4*)>  an  den  perfifchen  Meerbufen. 
Zur  See   fchifften   fie   vom  Hafen   Ezeon  •  Geber 
(Ofcherme)  am  arabifchen  Meerbüfen  aus  und  befuch» 
ten  Saba  (Hadramaut  im  glücklichen  Arabien),  das 
Goldland  Ophir  ,    (wahrfcheinlioh  die  Küften  Ara- 
biens und  Indiens).    Die  Infein  des  Mittelmeers,  die 
fie  durch  die  Tyrier  kennen  lernten,  nannten  fie 
überhaupt  die  lnfeln  oder  die  Infein  gegen  Weften. 
(Jerem.  25,  22.)    Unter  diefen  wird  das  Land  Eii- 
fchah  (Elia  im  Peloponnes),  Dodaoim  (Dodona?) 
und  Kittim  (Italien,  Sicilien)  genannt.    Java n  hei fst 
gewähnlich  Griechenland:  Lud  Lydien.    Pul  fch eint 
das  nordweftliche  Afrika  zu  feyo.  (Jef.  66,  19,)  Ja 
(ogar  nach  Tarfchifch  (Tarteffus  oder  Sevilla  io  Spa- 
nien) gingen  Salomon e  Schiffe,  obwohl  nicht  von 


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t  Erftes  Hack.  Erltes  Kapitel« 

r 

Ezeon •  Geber  am  arabifchen  Meerbufen  aus,  wie  es 
der  fpätere  Chronikenfchreiber  (2  Chron.  9,  21. 
20  ,  56.)  mifsverfteht.  Das  ferne,  herrliche  Tar- 
fcbifch  gab  allen  Schiffe«,  die  für  diefe  Fahrt  gebaut 
waren  und  gleichwohl  anderswohin  fegelten,  den 
Namen  Tarfcbifch  -  Schiffe.  Mit  diefen  alfo  fuhr  man 
nach  Ophir  und  Saba,  ins  Goldland  und  Affenland.  * . 
SaJomons  Kenntnifs  der  Pflanzen  wird  gerahmt 
(  1  Kön.  4>  33. ). 

Zweyhundert  und  Gebzig  Jahre  beftand  das  unter 
feinen  Nachfolgern  getheilte  Reich  Salomon's  ,  bis 
Salmanaffar  Palästina  eroberte  und  die  zehn  Stämme 
Ifraels  nach  Medien,  in  das  heutige  Khurdiftan, 
Schirwan  und  Aderbidfchan,  abführte.  Hundert  und 
fiebzig  Jahre  fpäter  ward  auch  der  jüdifche  Staat  vom 
babylonifchen  König  Nebukad-  Nezar  zerftört  und  die 
Juden  nach  Babylon  geführt.  Ihre  Gebzigjährige 
Verbannung  an  die  Ufer  des  Euphrat  ,  zum  Theil 
wieder  nach  Gharan ,  wo  ihr  Stammvater  Abraham 
gelebt  hatte,  mufste  fie,  wie  mit  den  Ideen  der  ßa- 
bylonier,  alfo  auch  mit  den  Erzeugniffen  der  Morgen* 
länder1,  bekannter  machen«  Cyrus  endlich  erlaubte 
ihnen  (536  J.  v.  Chr.),  in  ihr  Vaterland  zurückzu- 
kehren. 

Aus  diefer  kurzen  Dar ftel lang  ergiebt  fich  ,  wie 
ausgedehnt  die  Länder  waren,  deren  vegetabilifche 
Erzeugniffe  die  Ebräer  kennen  konnten.  Perfien, 
Mefopotamien,  Medien,  Syrien,  Arabien,  Aegy- 
pten, felbft  Griechenland,  Italien,  Spanien  und  viel- 
leicht die  öftlichen  Küften  von  Afrika  oder  Oftindien 
waren  von  ihnen  befucht  worden.    Wollen  wir  die 

» 

Pflanzen  erklären,  welche  in  jeoen  alten  Büchern  vor* 
kommen,  fo  müffen  wir  die  Länder  unterfcheiden, 
woher  jene  Erzeugniffe  gebracht  wurden.  Da  indefo 
auch  dies  nur  auf  Vermuthungeo  beruht ,  fo  lind  die 
alten  Ueberfetzongen  der  fiebzig  Dolmetfcher ,  die 


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Biblifcbe  Flor.  9 

chaldäifcbe,  fyrifche  und  arabifcbe,  es  find  die  Aus* 
legungen  der  gelehrten  Rabbinen,  Aben  Efra,  David 
Kimchi,  Levi  ben  Gerfon,  Mofes  ben  Maimon,  Salo- 
mon  ben  Jarcbi  u.  f.  f.,  um  Rath  zu  fragen.  Doch 
verfteht  ßch,  dafs  man  ßch  auf  diefe  defto  weniger 
Yerlaflen  kann  ,  in  je  entferntem  Zeiten  und  Län- 
dern fie  lebten.  Ol.  Celfius  hat  C Hierobotanlcon 
Upt  1745.)  diefe  Hülfsmittel  alle  mit  befonderer 
Sorgfalt  und  Sachkenntnifs  benutzt:  doch  ift  eine 
kritifche  Nachlefe  immer  noch  nützlich.  Joh.  Ernft 
Faber  hat  Tie  gehalten ,  und  Hr.  Prof.  Rofenmüller 
in  Leipzig  hat  die  Güte  gehabt,  mir  feinen  handfchriftv 
licben  Nachlafs  zur  Benutzung  mitzutheilen ,  wofür 
ich  ihm  hier  öffentlich  danke.  Ich  geftehe,  Manches 
daraus  gelernt  zu  haben;  aberFaber  hätte  doch  beffer 
gethan ,  wenn  er  nicht  die  Abficht  gehabt,  Celfius 
aberall  zurecht  zu  weifen ,  was  ihm  oft  gar  nicht  ge« 
Jungen.  z.  B.  Hiob  4°>  *6.  fiberfetzt  er  mit 

den  LXX:  ßoCropos  (Rutomusumbellatus).  Dies  wi« 
derlegt  Geh  fogleich  durch  Hiob  8,  11.,  wo  es  heifst : 
„Kann  auch  Papierfchilf  ohne  HS2  (Schlamm) 
„wachfen?" 

Wir  gehn  nach  der  Ordnung  des  Linne'fchen 
Syltems : 

Cufcuma  longa ,  tZ3*D^3  (Hobel.  4,  14.). 

Olea  europaea,  Oelbaum,  HM,  wird  befonders 
im  gelobten  Lande  gepriefen  (5  Mof.  6,  it.).  Auch 
Theophraft  (hiß.  i,  i5.)  rühmt  den  fyrifchen  Oel- 
bauirt  wegen  feiner  Fruchtbarkeit.  Der  wilde  Oel- 
baum ift  JJOsÖ  Jcf.  41  >  l9*>  welches  Luther  Kie- 
fern öberfetzt.  An  einem  andern  Ort  Nebem.  8,  i5. 
giebt  er's  durch  Baifamzweige. 

Valeriana  Jatamanfi Jones fafiat.  refearch.  2,4o5.) 
toll  die  wohlriechende  Wurzel  geben,  welche  das 
TV3  der  Ebräer ,  oder  die  Narden  liefert.  Indeffen 
befchreibeo  Diofkorides  i,  6.  und  Avicenna  (can. 


lö  Erftes  Buch.   Erltes  Kapitel« 


lib.  2.  p.  225*  ed.  arab.)  die  Narden  -  Pflanze  als  ein 
Gras,  welches  Alexanders  Heer  in  unfäglicher  Menge 
in  Gedrofien  (Mekran)  antraf.  fArrian.  expedL  Alex. 
6,  22.)  Es  wäre  alfo  Andropogon  Nardus  L.  Vergl. 
Gare' ab  Orto  in  CJuf.  exot.  201.  Hiane  in.philof. 
transact.  vol.  80.  P.  2.  p.  292. 

Cyperus  Papyrus ,  Papierfchilf  ,  N£ä,  im  NiL 
Bildad  fragt  beym  Hiob  8,  it.:  „Kann  auch  Papier-» 
„fchilf  auf wachfen  ohne  Schlamm?"  Jefajas,  18,2., 
ruft  Wehe  Ober  das  Volk,  welches  in  Fahrzeugen  von 
Papierfchilf  fährt.  Dafs  Kähne  und  Fahrzeuge  aus 
Papierfchilf  gemacht  wurden,  bezeugt  Theophraft 
(hiß.  4,  9.).  Hieher  fcheinen  auch  die  H2H  HYON. 
Schiffe  aus  Papierfchilf  (Hiob  9,  26.)  zu  gehören! 
Luther  überfetzt  fehr  unrichtig:  die  ftarken  Schiffe* 
H3N  ftimmt  mit  dem  arab.  Lrf,  welches  Papierfchilf 
bedeutet. 

Von  Getreide  •  Arten  kannten  die  Ebräer  fol- 
gende: 

Sorghum  faccharatum  oder  vulgare  Will  d.,  (Holcut 
DochnaForsk.  ß.  arab.  p.  i74-)>  Moorhirfe,  int  He* 
fek.  4,  9.  Diefe  lernten  fie  erft  in  der  babylonifchea 
Verbannung,  am  Fluffe  Chabor  ,  Kebär  (Chaboras) 
in  Mefopotamien  kennen.  Vermuthlich  ift  dies  der 
Weizen  ,  deffen  Blätter  Herodot  im  babylonifchen 
Lande  bis  vier  Finger  breit  angiebt.    (i  ,  193.) 

Trieicum  Spelta,  Spelz,  ward  in  Aegy*" 

pten  gebaut.  (2  Mof.  9,  3a.)  Andr.  Michaux  wollte 
diefe  Getreide- Art  in  Hamadan  wild  gefunden  haben. 
(Lamarck  encycL  2,  56o.)  Beym  Hefekiel  bedeutet 
es  etwas  anderes. 

Triiicum  aefiivum  ,  Sommer  -  Weizen  ,  »"^H» 
Es  war  fpätes  Getreide  in  Aegypten  (2  Mof.  9,  32.)t 
alfo  kein  Winter- Weizen  ,  der  fieb  überhaupt  erft  in 
fpätern  Zeiten  aus  dem  Sommer-  Weizen  erzeugt  zu 
haben  fcheint.    Im  gelobten  Lande  wuchs  dies  Ge» 


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Biblifche  Flor#  H 

treide  vorzüglich  (5  Mof.  3,  8.).  Die  Tyrier  zo- 
gen ihren  Weizen  von  Minnith)  im  Gebiete  der  Am« 
moniter.    (Hefek.  27,  17.) 

Hordeum  vulgare   oder  hexafiichon ,  Gerfte, 
msJ?ti7.    Die  Gerfte  hatte  in  Aegypten  fchon  ge- 
fchofst,    ehe  der  Sommer- Weizen  angefetzt  hatte. 
(2  Mof.  9,  3i.).    In  Paläfrtna  afs  man  Kuchen  von 
Gerftenbrot:       |W  DnVb^X  (Rieht.  7,  i3.),  wel- 
ches Luther  geröftet  Gerftenbrot  überfetzt.  Wild 
Toll  die  Gerfte  in  Balafcham,  einer  nordlichen  Land* 
febaft  Indiens,  wachfen.      CMarco  Polo  in  Ramufio 
viaggi,  2.  f.  io.Ä.)     Mofe  von  Chorene  giebt  fie  in 
Pbätacaranien  am  Araxes  (in  Georgien  am  Kur)  wild- 
wach fend  an.  fGeogr.arm.  p.  36o.)    Dies  ift  aber 
wahrfcheinlich  Hordeum  bulbofum  ,  welches  auch  ia 
Taurien  wild  wächft  und  der  gemeinen  Gerfte  gleich 
fiebt.    CMarfch.  Bieberß.ß.  taur.cauc.  i,p. 82.) 

Arundo  Donax  und  PhragmUes  find  das  Schilf, 
welches  unter  den  Namen  Jef.  9,  14.  19,  i5. 

und  TIN  1  Mof.  41  >  2«  Hiob  Ö,  11.  vorkommt. 

F'wus  Carica  ,  Feigenbaum ,  DiNH.  Die  Stamm« 
altern  des  Menfchen  -  Gefchlechts  follen  fich,  da  fie 
aus  dem  Paradiefe  vertrieben  wurden  ,  Schurze  von 
Feigenblättern  gemacht  haben,  (t  Mof.  3,  7.).  Dies 
kann  man,  wegen  des  beftimmten  Ausdrucks,  weder 
für  Pifang«  noch  für  Betel  -Blätter  halten,  welche 
beide  fchwerlich  in  Kafchmire,  wofür  Hartmann  und 
Adelung  das  Paradies  halten,  wild  wachfen. 

Ficus  Sycomorus  ,  ägyptifche  Feige  ,  Dn£p^t 
wächft  in  Aegypten  und  Paläftina  (ehr  häufig:  die 
Früchte  werden  vom  armen  Volke  gegeffen.  (Arnos 
7,  14.)  Das  Holz  wird  als  Schlechtes  Bauholz  dem 
Cedernholz  entgegen  gefetzt.  (Jef.  9,  10.)  Dies 
gefchieht  wohl  der  Gemeinheit  wegen:  denn  an  fich 
ift  das  Holz  voller  Mafern  und  fo  dauerhaft,  dafs  die 
Mumien  feit  Jahrtaufenden  in  Särgen  von  unverwefe» 


11  Erftes  Buch.     Erftäs  Kapitel* 

tem  Holze  des  agyptifchen  Feigenbaums  liegen« 
(Tiaffrlquifes  Reife,  495.)  Derfejbe  fand  die  Früchte 
ungemein  angenehm. 

Solanum  fanntum9  p"jn>  Mich.  7»  4«  Sprüchw. 
i5,  19.  D*ffelbe  hat  fich  im  Arabifchen  erhalten* 
fCelf.  hierob.  2,  41.) 

Zizyphus  vulgaris*  Judendorn,  Y^CEO,  Jef«  55, 
i3. ,  gemein  durch  ganz  Paläftina.  (Belon  lib.  2.  c. 
78.  90.)  Der  ebräifche  Name  hat  fich  noch  im  ara- 
bifchen {jcud  erhalten.    Faber  giebt  dem  ebräifche a 

Wort  eine  allgemeine  Bedeutung. 

Zizyphus  Paliurus  ,  Judendorn  mit  geflügelten 
Frachten,  ^VTt,  im  Morgenlande  undim  füdlicheri 
Europa  gemein.  Er  wird  als  Baum  (Hiob  3o,  7.)  auf 
unfruchtbaren  Äeckern  (Sprüchw.  24>  3i.)  genannt* 
Vergl  Virgil  ed.  5,  38. 

Zizyphus  §pina  Chrifti  ift  HDN  Rieht.  9,  14.  1 5. 
Pf.  58,  10.  Vergl.  Diofcor.  noth.  p.  443.  ,  wo  bey 
{Jiuvo;  fteht^  01  'Aspgoi  \eyou<nv  cürxhv,   Belon  lib.  2. 

C.  Ort.  *  ; 

.... 

Lycium  Raunolßi ,  eine  noch  nicht  näher  be- 
ftimmte  dornige  Art  ift  ySCH  Sprüchw.  20,  17.  Kla- 
ge!. 3,  1 6.,  welches  die  neueften  Lexicographen  durch 
kleine  Steine  überfetzen.     Das  arab.  Uq*oä,  Avic. 

p.  172.,  welches  für  Xüx/cv  genommen  wird,  und 
Rauwolfs  Befcbreibung  unter  jenem  Narnei?  p.  i57» 
n.  28  ).  brtibhten  Faber  auf  die  Vermuthung  ,  dafs 
Älagel.  3,  16.  *3tf  YH^  h*^™  m"rfe  :  Er 

läjsc  meine  Zähne  auf  Domen  beijsen.  Denn  D*)3 
habe  im  Aramäifchen  die  Bedeutung,  mit  Geräufch 
beifsen.  Vergl.  über  die  Pflanze  Breyn.  prod.  2,  p* 
77.    Gronov.  fl.  orient.  n.  60. 

Vitis  vMfera%  der  Weinftock  ,  T?}  >  wächft  in 
Taurien  ,  am  Kaukafus  und  in  Armenien  wild* 
(MarJch.Bieberfi.ß.taur.cauc.  i,  1740  Bekanntlich 
baute  ihn  Noah  in  Armenien  zuerft.  (1  Mof.  9  ,  20.). 


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Biblifche  Flor.  13 

> 

Nerium  Oleander  Ml  nach  Haffelquift  (Beife, 
926.)  der  Baum  an  Waffe  rbächen  feyn,  deffen  Blät- 
ter nicht  verwelken.  (Pf.  1 ,  3.)  Wenigftens  fand  der 
Reifende  diefen  Baum  in  Paläftina  an  Bächen  fehr 
häufig. 

Salfola  Kali  und  Anabaßs  aphylla  geben  das  *V^3f 
das  Kali ,  welches  aus  der  Afche  diefer  Pflanzen  in 
Paläftina  vorzuglich  gewonnen  und  zur  Seife  ge- 
braucht wurde.  Jer.  2,  22.  Malach.  3,  2.  Vergl. 
Plin.  33,  27.  und  Hieronymus  zum  Jerem.  2,  22., 
auch  RauwolFs  Reife,  S. 73. 

Ob  naabfj  (2  Mof.  3o,  34.)  unfer  Galbanum 
i(t ,  wofür  es  alle  Ausleger  halten  ,  iäfst  Geh  noch 
bezweifeln.  Es  wurde  zu  Räuchwerk  empfohlen , 
und  hat  den  Zufatz  D^ÖD  ,  wohlriechend.  Daher  es 
eher  ein  anderes  arabifches  Räuchwerk  ift.  Dia 
Rabbinen  geben  dem  Zufatz  einer  übelriechenden  Sub* 
ftanzzu  den  wohlriechenden  eine  myftifcbe  Bedeutung. 
Vielleicht  war  es  die  indifche  Art  Weihrauch,  da  die 
arabifche  hiefs. 

Cuminum  Cyminum,  morgenländifcher  Kümmel, 
flSID  ,  ward  in  Aegypten  und  Paläftina  gebaut.  (Jef. 

28,  25.) 

Coriandrum  fativum,  Koriander,  "ft  (2  Mof» 
16,  3 1 wird  in  Aegypten  gebaut.  (Torsk. ß.  aegypc. 
p.  LXIV.) 

Tamarix  articulata  Vahl.,  morgenländifche  Ta- 
marifke,  V^N  (1  Mof.  21,  33.  \  Sam.  22,  6.). 
Der  Name  bat  6ch  im  arabifchen  V$f  erhalten.  Für 
diefelbe  Pflanze  halten  Celfius  (hierob.  2,  195.)  und 
Gorter  fliarlem.  verhand.  i5,  126.)  das  ^P"]?  und 
■)?*n^  (Jerem.  17,  6.  48,  6.>.  Allein  Gefenius 
(Hebr.  deutfch.  Handwörterb.  2,  89.5.)  zeigt,  dafs  es 
beffer  mit  Michaelis  Perlhuhn,  oder  der  Verfiojiene* 
von  "HF  PL  mniJ ,  überfetzt  wird. 

Linum  ufuatijjimum ,  der  Flachs,  niJWB  (2M0L 


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14  Crftes  Buch.   Erftes  Kapitel. 

g,3i.J.  Der  Flachs  liatte  Knoten  gewonnen,  oder 
geblabt,  als  die  Oerfte  fchofste,  und  ehe  Spelz  und 
Weizen  anfetzten.  Hier  und  da  fcheint  es  auch  für 
Baumwolle  zu  gelten  :  wenigftens  bedeutet  HfJ^lJSf 
den  baumwollenen  Docht  in  der  Lampe  Jef.  42j 
43,  17. 

Lilium  candidum ,  weifse  Lilie ,  JtthslJ ,  auch 
ny^W,  im  Oriechifchen  trouerov  COiofc.  3,  1  16.),  im 
Arabifcben  (Jom^am  ,  im  Spanifchen  Agu^ena.  Da, 

nach  Plinins  (21,  5.)»  die  weifsen  Lilien  in  Paläftina's 
Thälern  fehr  häufig  find,  fo  ift  wohl  daran  kein  Zwei- 
fel. Als  Zierrath  an  den  Säulen  des  Tempels  kommt 
lilienförmige  Arbeit  vor.  (1  Kön.  7,  19.) 

Narcijfus  orientalis ,  nVsDQ,  (Hohe).  2,  1.  Jef. 
35,  t.),  nach  der  Auslegung  desTargum  und  anderer 
älterer  Ueberfetzer.  In  Saron,  einem  fruchtbaren 
Landftriche  zwifchen  Joppe  und  Cäfarea,  wächft  die 
Pflanze  fehr  häufig.  C Chateaubriand  uiniraire^  vol.  2, 
122.)  lken  (disf.  de  lilio  faronuico.  Brem.  1728. ) 
hält  nbS3H  für  einerley  mit 

Acorus  Calamus  var.  indica,  indifcber  Kalmus, 
SfiDH  D3JD  (Jqrem.  6,  20.).  Er  kam  aus  fernen  Lan- 
den: aus  Guzurate,  nach  Garcia  ab  Orto  (bey  Clufi 
exot.  p.  200.). 

Allium  fatwum9  Knoblauch,  D^JDTOt,  undACepa, 
Zwiebeln ,  n+nn  (4Mof.  u,  12.).  Darnach  ver- 
langen die  Ifraeliten  in  der  Wüfte.  Eben  dafelbft 
kommt  A*  Porrum  oder  Scorodoprafum,  Porre  oder 
Schnittlauch,  TW1,  vor,  welches  anderwärts  (Pt 
io4y  *4«)  blofs  Gras  bedeutet. 

Diospyros  Ebenum  liefert  Ebenholz  ,  welches 
unter  dem  Namen  D'OSTI ,  Hefek.  27,  i5.,  die  Tyrier 
aus  Oftihdien  oder  Arabien  brachten. 

Acer  creticum  könnte  ^HIH  Jef.  41  >  '9«  60 ,  i3. 
feyn.  Wenigftens  aberfetzen  die  ä heften  Ausleger  fo. 
Doch  ift  es  fehr  ungewifs. 


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Eiblifche  Flor. 


Amyris  gileadenfis >  Bai famftr auch ,  foll  nach 
Abu  1  Fadli's  Befchreibung  CCelfi  i ,  33g  )  N33  feyn. 
Ich  zweifle  mit  Faben(2  Sam.  5 ,  23.  24.)  DieRab« 
binen  und  Lutber  äberfeTzen  es  Maulbeerbaum.  Der 
BaJfam  felbft  heifst  Dto3. 

Amyris  Kafal  Forsk.    fcheint  den  arabifchen 
Weihrauch  HÄ^  zu  geben.    Wenigftens  ftimmen  dia 
Zeu^niffe  ForskoPs  (fl,arab.  p.  19.)  und  Lamarck's 
(encycl.  2,  626.)  überein.    Aber  es  gab  einen  indi- 
fchen,  den  Roxburgh  undColebrook  (afiai*  refearch. 
toI.  9.  p.  377.)  als  Boswellia  (errätst  oder  turifera 
beftimmen.     Die  Ifraeliten  zogen  den  ihrigen  aus 
Saba  (Hadramaut  in  Arabien).    Doch  fahrten  ihnen 
wahrfcheinlich  die  Tyrier  auch  den  indifchen  zu9 
der  ebenfalls  auf  der  weftlichen  Küfte  Arabiens  und 
den  IriTeln  des  perfifchen  Meerbufens  wächft  (Pan- 
chaia).    Nach  Hohel.  4>  6.  »4«  follte  man  den  Baum, 
der  TOi^  trägt,  für  einen  in  Paläftina  einheimifcben 
halten.    Allein  dem  Dichter  ift  es  erlaubt,  lieh  nicht 
fo  genau  an  die  Flor  feines  Vaterlandes  zu  halten« 
Empfiehlt  doch  Gratius  Falifcua  fcy/ieg*»f.  v.  i32.) 
dicZweige  des  fabäifchen  Weihrauchftrauchs  zu  Wurf- 
fpiefsen,  und  ColumeiJa  (Üb.  3.  c.  8.)  fagt  fogar,  daCs 
in  römifchen  Gärten  die  turea  planta  wachfe. 

Lairfonia  inermis,  Alhenna  der  Morgenländer, 
^CÜD,  Hohel.  1,  i4->  wo  der  Wohlgeruch  der  Blüthen- 
trauben  gepriefen  wird.    Vergl.  Belon  obf.  2,  74. 

Lau r  11s  Caffia,  Mutterzimmt,  H~p  und  rVtfFSCp, 
2  Mof.  3o,  24.  Pf.  45,  9.  Hefek.  27,  i5.  Er 
kam  über  Javan,  in  Jemen,  aus  Oftindien.  Laurus 
Clnnamomum%  Zimmt,  fltW*,  2  Mof.  3o,  24«  Zu* 
fammengefetzt  wird  es  mit  Balfam,  wegen  des 

Oe!s.  Wahrfcheinljch  brachten  die  Midianiter  und 
Nabathäer  diefes  Gewürz  aus  den  SeeV#fen  Arabiens. 

Styrax  ofßcinale  foll  n^37  1  Mof.  3o,  37.  nach 
den  LXX  und  Clemens  von  Alexandrien  feyn.  Di« 

\ 


Dia 


Erftcs  Buch.    Erftcs  Kapitel« 


auf  Etymologie  achten,  halten  es  für  die  weifse  Pap» 
pel.    Avicenna  fp rieht  vom  fyrifchen  Styrax  p.  198. 

Fagonia  arabica  kann  dei4  TT"!"1!  1  Mof.  3,  18* 
feyn,  womit  Jehovah  den  Acker  des  erften  Menfchen 
verflucht  Denn  jene  Pflanze  trägt  gar  lange  wirbei- 
förmige Dornen. 

Euphorbia  antiquorum  ift  vvahrfch  ein  lieh  *t£"}0 
Jef.  55,  i5.  Die  Araber  nennen  wenigftens  jene 
Pflanze  *^r-£- 

'  Portulaca  oleracea  wäre,  nach  dem  Syrer,  Hlö^n 
Hiob6,  6.,  welches  Luther  mit  den  älteften  Ausle- 
gern durch  Eyweifs*  überfetzt.  Uebereinftimmend  ift 
a  t  \\  ^  LithofpermumanguftifoliumForsk.fl.  aegypt. 

p.,  LXI1. 

Michelia  Tßampaca  foll ,  nach  Adelung ,  der 
Baum  des  Erkenntniffes  l  Mof.  3.  feyn.  Indeffen, 
Her  fchönen  Frucht  wegen  ,  könnte  es  eben  fo  gut 
Eugenia  malaccenfis  feyn :  wenn  man  nur  wüfste,  ob 
beide  in  Kafchmire  wachfen. 

Amygdalus  communis  ,  M^ndelbaum  ,  tp^. 
Dies  Wort  kommt  von  tpttt  munter  feyn,  weil  der 
Mandelbaum  fehr  früh  blüht,  worauf  Jerem.  t,  11. 
eine  Anfpielung  vorkommt.  Auch  1  Mof.  3o,  37. 
foll  der  Mandelbaum  feyn. 

Punica  granatum ,  Granatapfelbaum  ,  flD") . 
Diefer  Name  ift  ins  Arabifche  U^*/\  unc*  ins  P°rtu- 
giefifche  romaa  übergegangen.  Unter  den  edlem 
Früchten  des  gelobten  Landes  (5  Mof.  8,8.)  und 
Aegyptens  (4  Mof.  20,  5.)  wird  er  genannt.  Die 
Reize,  auch  die  geheimften,  der  Geliebten  werden 
mit  diefer  Frucht  verglichen.  (Hohel.  4>  3.  i3.)  Aus 
ihr  ward  ein  weinichtes  Getränk  bereitet.  (Hohel. 

8,  2.) 

Pyrits  Cydonia,  Quitten,  fpKJ  (Hohel.  7,  9  ). 


fcblifche  Flor*  17 

Wegen  des  Wohlgeruchs  werden  die  Früchte  ge- 

p  riefen. 

Mjrtus  communis ,  Myrte  >  DTH  oder  Cin. 
Nehenu  8,  i5.  wird  es  von  H*QJJ  Y?,  dichtbelaubter 
Baum,  unterfchieden.  Damit  ift  DT^JJ,  dicht  ver- 
flochtene Zweige >  verwandt,  welches  Pf.  118,  27. 
von  Onkelos,  dem  Syrer  und  Andern  durch  Myrte, 
von  Luther  durch  Mayen  (Betula  alba)  öberfetzt  wird. 
Hefek.  ig,  1 1 .  wird  daffelbe  Wort  für  das  dichte 
Laub  des  Weinltocks  gebraucht. 

Rubus  fanctus  konnte  der  Dorn ftrauch  PIDO  feyn, 
den  Mofe  am  Horeb  in  Flammen  fah.  (2  Mof.  3,  2.) 

Capparis  fpinofa  ift  H^YCN  Pred.  12,  />.,  wie  es 
die  Alexandriner,  der  Syrer  und  Araber  überfetzen, 
und  wie  fich  dies  Wort  auch  im  Rabbinifchen  erhalten 
bat.  Faber  in  feinem  handfchriftlichen  Nachlafs  lieft 
TOTON  ^SH  ,  und  Öberfetzt  :  ehe  denn  die  Kaper- 
firäucher  fich  vermehren ;  d.  h#  ehe  lieh  Gräber  und 
Trümmer  häufen,  auf  denen  Kapern  wachten.  Vergl. 
Beion  üb.  2.  c.  88.  von  den  Kapern  um  Jerufalem. 

Ciftus  creticus  liefert  freylich  das  Ladanum  der 
Griechen.  Aber  das  arabifche,  deffen  Herodot  3, 
1 12.  a]s  einer  köftlichen  Spezerey  erwähnt,  und  wel- 
ches Sftrabo  (üb.  16.  p.  43?«  ed.  Tzfchucke)  Xa^uvov, 
tivhicrxTov  $vpti*[A*  iv  ZajSai'wv  y$  nennt ,  ift  das  tb , 
welches  die  lfmaeliter  aus  Gilead  (nachmals  Peräa), 
den  öftlichen  Landen  am  Jofdan,  nach  Aegypten 
brachten» 

Nigella  fativa  ift ,  nach  der  Auslegung  der  Rab- 
binen  n^D  Jef.  28,  25.,  eine  Pflanze,  die  noch  in 
Aegypten  gebaut  wird.  Fälfchlich  überfetzt  es  Luther 
Wicken.  Jefajahfagt:  man  drefche  den  nSfJ  nicht, 
fondern  fchlage  ihn  mit  einem  Stabe  aus. 

Flacourtia  fepiaria  Roxb.  foll,  nach  Link's  Ver- 
muthung  C Schräders  neues  Journ*  der  Bot.  4,  i52.), 
der  pJ*  Jef.  44>  l4*  feyn>  weil  ein  verwandtes  arab. 

Geich,  d.  Botanik,  t.  B.  2 


lg  Erltes  Buch.    Elftes  Kapitel. 

Wort  üU  von  Abul  Faclli  beym  Celfius  1 ,  192.  für 
einen  Baum  im  felfigen  Arabien  gebraucht  wird  ,  den 
Link  als  den  von  Roxburgh  befchrjebenen  zu  erken- 
nen glaubt. 

Origanum  creticum  ift  2  Mof.  12,  22.,  der 
als  die  kleinfte  Staude,  die  aus  der  Wand  wächft, 
1  Kon.  4>  33.,  der  Ceder  vom  Libanon  entgegen  ge- 
fetzt wird.  Trefflich  hat  Faber  (Keils  und  Tzfcliir- 
ners  Analekten,  1,  10.)  durch  die  Ausfage  des  Mofe 
ben  Maimon,  ~^TN  fey  j^Ljljo  der 'Araber,  heraus- 
gebracht^ es  fey  der  kretifche  Sater  gemeint.  Die- 
fer  (Origanum  creticum)  ward  von  Rauwolf  häufig 
in  Paläftina  gefunden,  {Reife,  S.  i5t.)  Doch  gicbt 
Belon  (lib.  2.  c.  81.)  auf  den  Bergen  um  Jerufaieru 
einen  wilden  Ifop  an  ,  der  von  dem  unfrigen  unter- 
fchieden  fey  und  nicht  in  Kreta  wachfe. 

Goffypium  lierbaceum,  Baum  wollen ftau de ,  lie- 
ferte 13  unc*  ^S?>  Baumwolle,  Byffus,  welches  fpä- 
ter  (liefek.  27,  16.  1  Chron.  i5,  27.)  genannt 
wird.  Dafs  der  ebräifche  Byffus  gelb  gewefen,  fagt 
zwar  Paufanias  (Üb.  5.  c.  5.)»  Dann  wäre  Goffypium 
religiofum  in  Paläftina  gebaut  worden.  Dies  kann 
zwar  zu  Paufanias  Zeiten  der  Fall  gewefen  feyn,  als 
durch!  ausgebreitetem  Schifffahrt  diefe  indifohe  Art 
nach  Weften  verpflanzt  wurde.  Aber  Vofs  (zu  Vir- 
gils Landb.  2,  120.)  hat  fehr  Unrecht,  wenn  er  meint, 
der  reiche  Mann  in  der  Parabel  habe  fich  in  brand- 
gelber Baumwolle  gebrüftet.  Die  Uebereinftimmung 
von  y©  mit  UoLj  weifs  glänzen,  und  von  mit 

tfjttf,   weifser  Marmor,  auch  ,  ireifse  Lilie , 

fpricht  dagegen.  Dafs  indeffan  die  feine  Leinwand , 
fey  fie  aus  Flachs  oder  aus  Baumwolle  gefponnen,  mit 
den  Namen  yi3  und  belegt  wird,  dafür  fpricht, 
dafs  Hefekiel  44,  18."  da  DTTsTD  fetzt,  wo  die 
Mofaifchen  Schriften  (2  Mof.  39>  27.)  und 

- 

- 


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Biblifche  Flor, 


19 


13  (3  Mof.  iG,  4.)  haben.  Aus  Aram  (Chalcfäa) 
zogen  die  Tyrier  ihre  Baumwolle.  (Hefek.  27,  16.) 
Ob  im  Jofua  2,  6.  unter  yjT^nUJS  (Baumflachs) 
Baumwollen ftauden  zu  verftehn  feyn,  laffe  ich  dahin 
gefteJIt  feyn.  Der  Leibrock,  rOH3  und  rorO,  y/rw, 
hatte  wahrfcheinlich  von  dem  Stoff,  (^jJziJ , '  coeton , 
Kattun ,  den  Namen:  doch  bedeutet  (jUiS»  auch 
Flachs  und  Leinwand.  Efther  1 ,  6.  heifst  die  köft- 
lichfte  Leinwand  0S"O ,  perf.  (jaJ^sd  ,  welches 
aus  der  San fcritfp räche  abftammt.    (dßat.  refearch. 

4>  23l.) 

Pterocarpus  fantaünus,  den  König  auf  den  Ge- 
birgen Oftindiens  entdeckte  ,  liefert  das  wahre  San- 
delholz ,  welches  aJs  D^E.yjN  oder  O^tÄN  1  Kön. 
10,  11.  vorkommt.  Der  fpätereChronikenfchreiber 
(2  Chron.  2,  7.)  verfetzt  es  irrig  auf  den  Libanon. 

Ervum  LenSy  Linfen,  find  unbedenklich  CPlJlP 

1  Mof.  25,  34*    2  Sam.  17,  20.     Noch  jetzt  arab. 

Vicia  Faha  ,    Bohnen  ,    eben  fo  gewifs  V1®* 

2  Sam.  17,28.  Arab. 

Cic*r  arietinum ,  Kichern  ,  fcheint  H£CD  beym 
Hefekiel  4>  9«  zu  feyn,  weil  es  mit  andern  Hölfen- 
fröchten  verbunden  wird  und  der  arabifche  Ueber* 
fetzer  damit  Qbereinftimmt.  Vergl.  Faber  in  Keils 
und  Tzfchirners  Analekten,  1,  19. 

Hedyfarum  Alhagi  wird  unter  dem  Namen  Clöp 
freylich  von  Petachia  {itiner.  p.  191.  192.)  beschrie- 
ben. Hat  fich  die  Bedeutung  des  Worts  nicht  geän- 
dert, fo  mufs  man  Jef.  34»  1 3.  SprOchw.  24,  3i.  und 
Hof.  9,  6.  diefelbe  Pflanze  verftehn.  Sie  wächft 
allerdings  in  Aegypten  und  in  Syrien  um  Aleppo. 
(Rauwolf  Reife,  S.  94.) 

Scorzonera  tuberofa.  Diefe  Pflanze  wächft  bey 
Damafcus.     Aus  der  Wurzelknolle  quillt  ein  Saft 


- 

so  Erltes  Buch,   Elftes  Kapitel.  « 

hervor,  der,  einer  Wallnufs  grofs,  zu  Gummi  ge- 
rinnt ,  und  von  den  Weibern  in  der  ganzen  Land- 
fchaft,  örtlich  vom  Jordan,  beftändig  gekaut  wird. 
Es  wird  als  Spezerey  dem  Maftix  vergezogen,  Höcbft 
wahrfcheinüch  ift  dies  das  D)DZ  (i  Mof,  37,  25. 
43,  1 1.),  welches  die  Ifmaeliter  aus  Gilead  brachten. 
Einige  Ausleger  überfetzen  es  Storax:  die  Araber  ha- 
ben noch  das  Wort  &L£L>  für  Tragacanth.  Vergl. 

Rauwolfs  Reife,  1 17.  und  Belon  Hb.  2.  c.  91. 

Cichorium  Intybus  fcheiut  itFlti  des  Talmud  zu 
feyn,  wovon  D^VTE  2  Mof.  12,8.  die  bittern  Kräu- 
ter ,  die  zum  Ofterlamm  gegeffen  wurden.  LXX 
irutglbeq.        jA  erklärt  Eon  Beitar  (Bochart.  hieroz. 

1 ,  606.)  als  Cichorie. 

Artcmifia  iudaica?  oder  A.  Apfynthium\  Wer- 
muth,  fcheint  rCI^  (5  Mof.  29,  18.  Jerem.  9,  14.) 
zu  feyn. 

Buxus  fempervirens ,  Buxbaum ,  ift  höohft  wahr- 
fcheinüch T^Nv),  welches  die  Tyrier  aus  den  Infela 
Khittim  brachten  (Hefek.  27,  6.)>  wo  man  ftatt 
D^UJN,  D^U.vna  lefen  mufs.  Denn  Elfenbein  warc^ 
auch  nach  Virgil  Aen.  10,  137. ,  in  Buxbaum  einge- 
fafst.  Doch  wird  Jef.  60,  i3.  der  Baum  als  einhei- 
mifch  auf  dem  Libanon  angegeben  ,  wo,  ihn  auch 
neuere  Reifende  gefunden  haben. 

Pinus  Cedrus  ,  Ceder  vom  Libanon  ,  ift  ohne 
Zweifel  T^N,  das  köftüchfte  Bauholz,  welches  man 
vorzugsweise  vom  Libanon  holte.  Sonft  aber  wächft 
der  Baum  auch  auf  dem  Amanus  undTaurus  in  Klein- 
afien.  (Belon  üb.  2.  c,  107. 1 10.)  Der  fpatere  Chro- 
nikenfehreiber  (2  Chron.  2,  18.)  erzählt,  Salomon 
habe  80,000  Menfchen  auf  den  Libanon  gefchickt  > 
um  Gedern  zu  fällen.  Indeffen  weifs  man,  dafs  die 
Zahlen  in  diefen  Büchern  nicht  buchftäblich  zu  neh- 
men find.     Auch  kannte  ilefekiel  die  Natur  des 


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Bibüfche  Flor. 


21 

■ 


Baums  wenig,  wenn  er  glaubte,  dafs  die  Ceder  fich 
durch  Stecklinge  fortpflanze.  (Hefek.  17.)  Jetzt  find 
auf  dem  Libanon  noch  neun  alte  herrliche  Cedern 
übrig,  deren  höchfte  21  Schuh  im  Umfange  hält. 
Sooft  fah  Meier  noch  8  bis  900  kleinere.  fSchickJale 
eines  Schweizers  auf  feiner  Reife  nach  Jerufalem,  B. 
3.  S.76  —  75.) 

Juglans  regia ,  Wallnufsbaum,  ift  T^N  Hobel. 
6,  10.  Belon  fand  ihn  am  Fufs  des  Libanon,  nach 
Baalbek  zu.  (Hb.  2.  c.  g5.) 

Quercus  Ilex>  immergrüne,  füdliche  Eiche,  ift 
nPin  (Jef.  44»  *40>  denn  es  wird  mit  andern  Eichen 
zufammengefetzt;  das  verwandte  1*3  führt  auf  Fettig- 
keit und  Härte,  und  Belon  fand  in  Paläftina  die  im- 
mergrüne Eiche  fehr  häutig.    (Üb.  2.  c.  81.) 

Quercus  Aegilops ,  die  Knopper  -  Eiche ,  fcheint 
meiftentheils  ]v?S  zu  feyn  :  denn  es  werden  vorzüg- 
lich die  Eichen  von  Bafan  (Batanä'a)  als  Schiffbauholz 
gerühmt.  (Jef.  2 ,  i3.  Hefek.  27,  6.)  Belon  fand 
am  See  Tiberias  Eichen  mit  fehr  grofsen  Früchten 
(lib.  2.  r.  90  )  und  Schultz  (Leitungen  des  Höchßen, 
5  t  072.)  auf  den  Bergen  bey  Ptolemafs  dicfelben,  die 
er  defswegen  Eichen  von  Bnfan  nennt. 

Quercus  coeeifera,  die  Kermes -Eiche  ,  wächft 
häufig  bey  Jerufalem.  (Belon  lib.  2.  c.  88.)  Auf  ihr 
niftet  das  Kermes  -  Infekt ,  woraus  man  den  Schar- 
lach ^3ttf  (Jerem.  4>  3o.  1  Mof.  38,  28.)  bereitete. 
Dies  erhellt  am  deutlichften  aus  der  Zufamrnen- 
fetzung  mit  HI^Tin,  der  Wurm.  (2  Mof.  25,  4- 
3  Mof,  i4j  40  Davon  ift  der  Scharlach  aus  der 
Purpurfchnecke  JCipN  (Hefek.  27,  7.)  verfchieclen. 
Auch  eine  dunkelblaue  oder  violette  Farbe  0730  zog 
man  aus  einer  Meerfch  necke,  (üefenius  hebr.  deutfeh. 
Handwönerb.  2  ,  1210) 

Dafs  Cupreffus  fempervirens  die  Cypreffe,  der 

fey,  woraus  Noah  die  Arche  erbaut  hab*,  fucht 


22 


Erftcs  Buch.    Erbes  Kapitel. 


Celfius  (i  ,  333.)  wahrfcheinlich  zu  machen.  Indef- 
feh  hat  Onkelos  dafür  die  Ceder,  die  Alexandriner 
fetzen  i*  £u'Xa>v  t€t^ atyüJvwv ,  der  Araber  Buchsbaum. 
Aber  TÜ'VQ  ift  faft  unbedenklich  die  Cypreffe:  denn 
belferes  Holz  konnte  Salomo  zum  Tempelbau  nicht 
wählen.  Dasbefte  holten  die  Tyrier  vom  Senir  -  Ge- 
birge (Hefek.  27,  5.)>  welches  einerley  mit  dem 
Hermon  oder  Antilibanus  ift.  So  fagt  der  Sirachide 
(24»  17.)  KU7r«^c<rö?  iv  opeetv  'Af^utulv.  Auch  Eupo- 
lemo  beyrn  Eufebius  (praepar.  evang.  263.)  fagt, 
Cypreffenholz  fey  zum  Tempelbau  gebraucht  worden* 
jVTp  Hohel.  1,  7.  ift  wohl  daffelbe  mit  fyrifcher  Aus- 
fprache  ,  und  Faber  im  handfcbrifilichen  Nachlafs 
quält  fich  ohne  Noth  ,  daraus  Sadebaumhoiz  zu 
inachen. 

Platanus  orientalis*  die  morgenländifche  Pla- 
tane ,  fcheint  flöniT  (1  Mof.  3o  ,  37.).  Hefekiel 
3i  ,  8.  rühmt  ihn  wegen  feines  fc honen  Laubes. 

Ricinus  communis,  der  Wunderbaum ,  ift  unbe- 
denklich der  jY^p,  der  den  Propheten  Jonas  be- 
fchattete  ,  und  dann  fchnell  verdorrte.  Der  Talmud 
ielbft  fetzt  dafür  p*p,  welches  mit  dem  xUi  des  Hero- 
dot  (2,  0,4»)  vollkommen  übereinftimmt.  Auch  fa- 
gen  die  älteften  Ausleger  ausdrücklich,  dafs  dies  Ge- 
wächs bey  den  Arabern  gjr^  heifse.    In  warmen 

Sommern  wird  felbft  bey  uns  drefe  Pflanze  oft  zwölf 
bis  fechzehn  Schuh  hoch  ,  und  gicbt  reichlichen 
Schatten.  Diofkorides  (4>  i64.)  vergleicht  ihre 
Höhe  mit  dem  Feigenbaum  ,  Plinius  (i5,  7.)  mit 
dem  Oehlbaum.    Vergl.  J.  Scaljg.  epift.  p.  2H9. 

Cucurbita  C'urullus ,    Walfermelonen ,    und  C. 
Chate,  morgenJändifche  Gurken,  find  DVVv^N  und 
CnNJ27p  ,    wornach  fich  die  Israeliten  in  der  VVüfte 
fehnten.  (\  Mof.  1 1,  5.)    Von  DY!E)2N  hat  fich  noch 
erhalten ,  der  allgemeine  Name  für  Waffer- 


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Biblifchc  Flor.  2» 

melonen.  Vergl.  Haffelquifts  Reffe,  S.528.  La  Ro- 
que  voy.  p.  201. 

Cucumis  Dudaim  ift  D\VTP?  des  Rüben  ( 1  Mof. 
3o ,  i4-)>  deren  Früchte  wegen  ihres  WohJgeruchs 
gepriefen  werden.  (Hohel.  7,  14.)  An  ein  Mittel, 
Liehe  und  Fruchtbarst  zu  erwecken  ,  kann  man 
defswegen  nicht  denken ,  weil  Rabel  fchon  der  Liebe 
ihres  Gatten  gewifs  war.  Die  allgemeine  Meinung» 
es  fey  Atropa  Mandragora  gewefen,  fchreibt  (ich  von 
der  alexandrinifchen  Ueberfetzung  her  ,  die  foJX* 
/x*ytyar>cf'wv  überfetzen.  Von  diefen  Beeren  rühmt 
man  im  Morgenlande  die  fcblafmachende ,  aphrodifi- 
fche  Wirkung.  Diofkorides  (4,  76.)  pfeifet  fogar 
ihren  VVolilgeruch,  welchen  wir  doch  im  AbendJande 
nie  bemerken.  Faber  hat  in  feinem  handfchriftlichen 
Nacblafs  Ober  biblifche  Pflanzen  durch  treffliche  Un* 
terfuchungen  erwiefen,  dafs  auf  Cucumis  Dudaim, 
deffen  Frucht  die  Perfer  &J^*\ju*0   Woldgeruch  in 

der  Hand  ,  nennen  ,  die  Merkmale  der  Dudaim  am 
beften  paffen. 

Momordica  Elaterium  ,  Efelsgurken  ,  find  die 
rPPp)S  der  Propheten -Kinder  (2  Kön.  4>  Sg.).  Die 
Bitterkeit  der  Frucht,  ihre  ftark  abführende  Eigen* 
fchaft,  das  Zeugnifs  der  älteften  Ausleser,  das  Vor- 
kommen der  Pflanze  im  ganzen  Morgenlande,  end- 
lich die  Verwandt  fchaft  mit  £-3L£,  platzen  ,  zeugen 

für  diefe  Angabe.  Die  Frucht  nämlich  platzt  in  der 
Reife  bey  der  geringften  Berührung.  Durch  Zufatz 
von  Mehl  benahm  Elifa  der  Frucht  die  ftark  purgi« 
rende  Eigenfchaft. 

Piftacia  vera>  Piftacien ,  find  0^!Q2,  die  Früchte 
von  Paläftina,  welche  Ifraels  Söhne  mit  [nach  Aegy«, 
pten  nahmen.  (1  Mof.  43,  1 1.)  Wären  dies  vielleicht 
die  Myrobalanen,  welche  Belon  am  Jordan  fand,  aus 
deren  Kernen  dieEinwohnerOehl  bereiteten?  (üb.  2. 
c.  86.) 


■ 


24  Erltes  Buch.   Erltes  Kapitel. 

Pißacia  Terebinchus ,  die  Terebinthe ,  ift  unbe- 
denklich.  TN  und  HvN.  An  einem  Ort  indefs  be- 
zeichnet  das  erfte  Wort  offenbar  die  Ebene  Paran , 
zwifchen  Midian  und  Aegypten  ,  die  Gränze  der  Ho- 
riter.  (i  MoC  i4>  6.)  Luther  überfetzt  es  an  diefer 
Stelle,  wie  Faber,  ganz  richtig  durch  Breite,  Fläche: 
an  einem  andern  Orte  (i  Mof.  35,  40  durch  Eiche, 
und  gleich  darauf  V.  8.  ]V?N  eb*n  fo.  Auch  ?V?N  hat 
diefelbe  Bedeutung:  die  Terebinthe  bey  More  war 
dem  Abraham,  wichtig:  dort  baute  er  einen  Altar. 
.  (i  Mof.  12,  6.)  Unter  einer  Terebinthe  fafs  der 
Engel  des  Herrn ,  der  dem  Gideon  erfchien.  (Rieht, 
6,  ii.)  Saul  lagerte  fich  im  Terebinthenthal  bey 
Socho  gegen  die  FhiJifter.  (i  Sam,  17,  2.)  Abfalon 
blieb  an  einer  Terebinthe  hängen.  (2  Sam.  18,  9.) 
Doch  finde  ich  ,  dafs  Faber  mehr  für  eine  allgemeine 
Bedeutung  eines  Baums  ift. 

Pißacia  Lentifcus  wächft  nach  Belon  mit  der 
Terebinthe  fehr  häufig  in  Paläftina.  (Üb,  2.  c.  81.) 
Vielleicht  ift  der  Maftix,  den  diefer  Baum  liefert, 
das  *n3£, ,  welches  die  lfmaeliter  aus  Gilead  brachten« 
(  1  Mof,  37  ,  25.)  Der  Name  hat  fich  noch  im  ara- 
bifchen  {Jr>o  erhalten.  Man  gebrauchte  "HS  als 
WundmitteJ.  (Jerem,  5i,  8,  46,  u.  8,  22.)  Er 
fcheintj  wie  fich  aus  allen  Stellen  ergiebt,  immer 
felteri  gewefen  zu  feyn.  Jetzt  wird  er  bloff  auf  Chios 
(Scio)  gewonnen.  (Haffe!  quifis  Reife,  S,  22.  iVie- 
buhrs  Befchr.  von  Ar  ab,  14}.)  Faber  hielt  für 
Storax. 

Excoecaria  AgaUocha  liefert  das  Aloäholz,  von> 
befonderm  Wohlgeruch,  welches  die  Araber  aus  Oft« 
indien  holten.  Unter  dem  Namen  nV?nN  führt  das 
Hohelied  4>  l4»  das  Holz  neben  indifcheuSpezereyen 
auf.  In  ßileams  Hede  (4  Mof.  24,  b\)  werden  die 
Bäume  felbft  ,  D^TJ^)  als  von  Jehovah  gepflanzt, 
gep  riefen. 


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Biblifche  Hort  2$ 

.  Salix  babylonica  ift  die  Weide  S^JJ ,  die  am  Waf- 
fer zn  Babel  wuchs,   woran  der  Pfaknift  die  Harfe 
häuglv  (Pf.  i37,  2,)    bnr^a"«J,  Bachweiden,  wer- 
den 3  Mof,  23,  44«  genannt.     Der  Name  K-JrZ  hat 
fich  noch  erhalten.    Eben  fo  wird  HDSB1C  (Hefek. 
17,  5.)   als  Weide  genommen  ,    da  fich  ebenfalls 
UUaJUj,  Saffof»  als  Name  einer  Weide  (S.  fubferraia 
Willd.)  erhalten  hat.    Vergl,  Rauwolfs  Reife,  S.  1 1 1 .  % 
HafTelquifts  Reife,  S,  544- >    Forskol  fl.  aegypt.  p. 
LXXVL,  Faber  in  Keils  und  Tzfchirners  Analekten, 
1 ,  20, 

Boraffus  ßabeWformis  liefert  nach  Herbert  de 
Jager  (bey  Kämpfer  amoen.  exöt.  p.  668.)  das  BdeU 
lium,  rTTt3,  welches  im  Lande  Cbawilah  (im  glück- 
lichen Arabien)  gefunden  wird.  (1  Mof,  2,  x3.) 
Vergl,  Forskol  fl.  arab.  p.  CXXVI.  . 

Janiperus  Oxycedrus  fcheint  ÜTY)  Hiob  3o/4.  zu 
feyn,  deffen  Wurzel  aus  Hunger  gegeflen  wird.  Auch 
D5T>  1  Kön,  19,5.  gehört  hieher,  unter  deffen  Schat- 
ten Elias  fchlief.  Der  Baum  wächft  am  Libanon: 
(Belon,  Üb.  2.  c.  94.)  Die  eine  Art  Spartium  oder* 
Genifta  hieher  ziehn  ,  ftfitzen  fich  auf  den  arabifchen 
Namen         wie  auf  den  fpanifchen  retama.  Linne 

hielt  (ora.  nat,  p.  27.)  garChamaerops  humiiis  dafür» 
Ceratonia  Sillqua  könnte  der  Baum  feyn,  deffen 
Holz  Mofes  in  das  bittere  Waffer  zu  Mara  that,  um 
es  zu  verfüfsen.  (2  Mof.  i5,  25.)  Denn  Avicenna  p. 
2o5.  ed.  arab.  rühmt  die  Eigenfcbaft  der  ^S&S\  ^(jyrw, 

das  falzige  und  bittere  Waffer  zu  verfüfsen. 

Atriplex  Halimus  fcheint  Hiob  So ,  4.  zu 

feyn,  deffen  Blätter  aus  Hunger  gegeffen  werden. 

Acacia  vtra  ift  der  dornige  Baum ,  ni2*w ,  deffea 
Holz  D^DÖ  fo  häufig,  als  das  befte  Zimmerholz  vor- 
kommt, Theophraft  lobt  (Tiift.^j^)  ebenfalls  da« 
Holz  diefes  Baums  zum  Schiffbau. 


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Erltes  Buch.   Erltes  Kapitel* 


Eine  Art  Acacie,  die  noch  nicht  beftimmt  ift, 
liefert  die  Myrrhe,  2  Mof.  3o,  23.  Pf.  45,  9. 
Belon  fah  nicht  weit  von  Rama  eine  Acacie,  die  er 
für  den  Myrrhenbaum  hielt.  (Üb,  2.  c.  80.)  Bruce 
befchrieb  und  bildete  den  Baum  unter  dem  Namen 
Saffa  ab.  ...  . 

Phoenix  daetylifera,  Dattelpalme,  ift .TEQ. 

Verfchiedene  Arten  Fuci  (denticulatus,  articula- 
tus  ,  crifpus  etc.  Forskol  p.  LXXVJII.)  und  Ulva 
oryziformis  deffelben  werden  im  Ebräifchen  FpO  ge- 
nannt :  daher  der  arabifche  Meerbufen  den  Namen 
Pj^D""D^_  hat.  Jonas  2,  6.  heifst  es:  Ppö  (Meertang) 
bedeckte  mein  Haupt. 

♦ 

Zweytes  Kapitel. 

Indifche  Sagen  von  Pflanzen. 

In  den  fehr  alten  Sagen  der  Hindu's  fpielen  die 
Pflanzen  eine  vorzügliche  Rolle,  da  die  von  ihnen 
entlehnten  Bilder  der  Sanftheit  und  Zartheit  der  Ge- 
fühle, die  lieh  in  jenen  Sagen  ausdrücken,  ungemein 
gut  entfprecheq.  Aber  es  ift  äufserft  fchwer ,  die 
Pflanzen  zu  beftimmen  ,  die  dort  erwähnt  werden, 
weil  die  Namen  derfelben  Pflanze  im  Sanfcrit ,  im 
Tamulifchen,  Malabarifchen ,  Cingaleßfchen ,  und 
andern  Dialekten  äufserft  verfchieden  find,  und  weil 
wir  die  Naturgefchichtc  der  Pflanzen  in  fo  entlege- 
nen Ländern  nicht  hinreichend  kennen. 

Faft  am  meiften  wird  Nelumbium  fpecidfum  Willd., 
die  prächtige  Seerofe,  gepriefen.  Sie  kommt  unter 
den  Namen:  Sirifcha,  Tamala*  Knmala,  Kamalatay 
vor:  die  Chinefen  nennen  ße  Ho»fu  in  der  heiligen, 
und  hien  •  hoa  in'  der  gemeinen  Sprache.  (Anquetil  da 
Perron  \mOupnekhat9  i.  p.  4^40  Sie  wird  von  den 
Brahmanen,  Chinefen,  Tibetanern  und  Nepalern  für 


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Erltes  Buch.   Zvreytes  Kapitel.  27 

beilig  gehalten.     Ihr  Schwimmen  auf  dem  Waffer, 
ihr  Sinken  vor  den  brennenden  Sonnenftrahlen ,  die 
kreisrunde  Form  ihrer  grofsen  Blatter  mit  ftachlich- 
ten  Stielen,  die  Gröfse  und  fchöne  Rofenröthe  ihrer 
Blumen,  ihr  angenehmer  Zimmtgeruch  ,  die  Menge 
des   Blüthenftaubs  ,    die    befondere   Bildung  und 
grüne  Farbe  des  Embryons  im  Samen ,  alles  fchien 
den   Brabmanen   geheimnlfs  -  und  bedeutungsvoll. 
fAfiatick  refearch.  1,  261.)    Lakfchmi,  die  Göttinn 
des  Ueberflfffes  ,    die  Tochter  des  Ooeans.  und  der 
Nacht,  fegelt  in  einer  Sirifcha- Blume  auf  dem  Meer. 
Cnew  afiat.  mifcell.  n.  1 .  p.  5.)     Sie  ift  die  Blume  der 
Nacht:  der  Mond  öffnet  ihre  Wohlgerüche.    In  der 
Sakontala  CS.  63.  Ausg.  von  Herder J  werden  die 
Blatter  als   Fächer  gebraucht.    Gerade  fo,  wie  die 
griecbifchen  Aegypter  ihren  Harpokrates,  haben  die 
Tibetaner  eine  kindliche  Gottheit  Pocio,  deren  Thron 
eine  herrliche  Blume  des  Nelumbium  ift.  Brahma 
fchwimmt,  wie  Ofiris,  auf  dem  Blatte  der  Pflanze. 

Auch  die  eigentliche  Lotus -Pflanze,  Nymphaea 
Lotus,  kommt  häufig  in  den  indifchen  Sagen  vor. 
Von  den  Fafern  der  Lotusftengel  macht  Sakontala 
ihre  Armfpangen. 

Der  Nagakefar,  eine  herrliche  Frühlingsblume 
von  trefflichem  Wohlgerucb  ,  fleifsig  von  Bienen  be- 
fucht,  ift  Pandanus  odoratiffimus. 

Die  Madhawi-  Winde ,  mit  rothen  Blumen ,  die 
fich  dem  Amrah-Baum  vermählt,  wird  fogar  in  der 
Sakontala  zu  Lauben  benutzt:  es  ift  Ipomaea  Qua* 
znociit. 

Die  Malati -Blume  (Sakonc.  36.)  ift  Jafminum 
Sambac. 

Die  Kuwalaya- Blume,  die  wie  die  Fingerfpi- 
tzen  der  Königinn  glüht,  ift  Convolvulus  panioulatus. 

Der  Wetas  •  Bauin  ,  im  Waffer  gebogen  ,  ift 
Ficus  indica. 


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Oft.  Erltes  Buch,    Zweytes  Kapitel. 

■ 

Die  Pippala  ift  Piper  longum.  (Fleming  in  aßat* 
refearcfu  1 1 ,  i 74.) 

Das  Kuffa  ,  ein  geheiranifsreicbes  Opfergras , 
deffen  fpitze  Halme  frechen ,  ift  Poa  cynosuroides 
Retz,    (Sakontala>  S,  84.  89.) 

:  > 

Drittes  Kapitel. 

Aegyptifche,  griechifche  und  rümifche 

Sagen  von  Pflanzen. 

■ 

Zahllos  find  die  Sagen  der  alten  Welt  von  Pflan- 
zen ,  mit  dem  Leben  ihrer  Gotter  und  Heroen  ver- 
webt. Ueber zeugt,  dafs  noch  eine  febr  reiche  Nach- 
lese gehalten  werden  kann,  begnüge  ich  mich,  nur 
einige  diefer  Nachrichten  mitzutheilen.  f 

In  den  Sagen  und  Denkmälern  des  alten  Aegy- 
ptens find  faft  nur  fünf  Pflanzen  aufgezeichnet :  der 
Lotus,  das  Papierfcbilf ,  die  Perfäa,  das  Krommyori 
und  der  Sykomorus. 

Lotus  ift  das  Nelumbium  fpeciofum  ,  welches 
den  alten  Aegyptern  eben  fo  heilig  war,  als  den 
Hindu's  und  andern  öftlichen  Völkern.  Oliris 
fchwamm  auf  einem  Lptnsblatt:  Harpokrates  fand 
feine  Wiege  auf  einem  folcben  (Cuper  Harpocr.p.  14.): 
lßs  wurde  mit  Lotusbkittern  gekrönt  abgebildet. 
(Pococke's  Reife,  1.  T.  60.  Gl,)  Die  Früchte  (nuauc? 
a/yü7rrio?)  wurden  gegeffen:  nur  den  Prieftern  waren 
fie  verboten.  (Cic.  de  dmn,  1 ,  3o,  SmitKs  exot,  bot. 
n.  7.  t,  3i ,  32.) 

Das  Papierfchilf  ward  zu  Kränzen  der  Könige 
und  Götter  verwandt.  Ageülaus,  als  er  nach  Aegy- 
pten kam,  freute  (ich  der  Krone  von  Biblus,  die  ihm 
die  Aegypter  verehrten  ,  wegen  ihrer  Leichtigkeit. 
(Theophrafi  bejm  Plutarcii  im  AgeßL  c,  3b.)  Der 


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Erftes  Bach.    Dritt«  Kapitel.  39 

Antiftes  der  Priefter  trug  allein  Schuhe  von  Papier» 
fchilf.  fBöttigers  Ideen  zur  Archäol.  der  Maler,  S.  78.) 

Die  Perfäa  (Cordia  Myxa)  war  mit  den  erfreu 
Ansiedlern  aus  Aethiopien  gekommen.  (Dfodor.  Sie* 
\y  54.)    Daher,  und  wegen  der«  zierlichen  Blät- 
ter,   auch  wegen  des  angenehmen  Gefchmacks  der 
Fracht ,  war  fie  den  Aegyptern  heilig  :    daher  man 
die  Blätter  auf  den  Bildfaulen  der  Ifis  und  auf  den 
Mumien  abgebildet  findet.    (Plutarch.  de  Jf.  et  Ofir. 
p.  378.)    Im  i3ten  Jahrhundert  war  der  Baum  in 
Aegypten  faft  verfchwunden.    (ßyheftre  de  Sacy  zum 
Abdollatif*  p.47.) 

Das  Krommyon,  Meerzwiebel  {Scilla  maritima) 
ward  göttlich  verehrt.  In  Pelufium  ftand  ein  Tem- 
pel {Lucian.  Iupit.  trag.  p.  i52.):  denn  die  Waff er- 
sucht, durch  die  SumpfJuft  (Typhons  Plage)  erregt, 
lernte  man  früh  mit  Meerzwiebeln  behandeln.  Da- 
her in  der  heiligen  Sprache  der  Aegypter  viel  Alle- 
gorieen  vom  Krommyon  vorkamen.  (J  amblich,  myfter. 
Aegypt.  7,  i5o.) 

Der  Sykomorus  gab  faft  un?erftörbares  Holz  zu 
den  Särgen  der  Mumien.  ^Abdollatif  p.  91.  Warne* 
kros  im  Repert.für  morgenl.  Liter.  1 1,  224.  12,  8  t .) 
Norden  fand  ihn  auf  einem  fehr  alten  Kunftwerk  ab- 
gebildet, (yoy.  en  Egypte,  t.t.  58.) 

Die  Griechen  und  Römer  haben  uns  in  ihren 
herrlichen  Kunftwerken  fehr  wenig  Darftellungen 
von  Pflanzen  hinterlaffen  :  defto  häufiger  ericheinen 
fie  in  ihrer  Mythologie. 

Auf  dem  Schilde  des  Achill  (II.  18,  56 1.)  war 
die  Weinlefe  dargeftellt.  Nach  diefem  ift  der  Schild 
des  Herkules  ,  den  Hefiodus  befchrieben  ,  der  be- 
rühmtefte:  auch  diefer  enthielt  die  Darfteilung  einer 
Weinlefe,  wie  Herkules  felbft  mit  Weinlaub  gekränzt, 
öfter  abgebildet  wurde.  Auf  dem  Kaften  des  Kypfe- 
lus,  der  im  Tempel  der  Here  zu  Olympia  aufbewahrt 


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£0  Erltes  Buch,   Drittes  Kapitel. 

wurde,  war  unter  andern  Atlas  abgebildet,  wie  er 
die  Aepfel  der  Hefperiden  trugt,  auch  Bacchus,  in 
einer  Hole  liegend  ,  um  weiche  Apfel- ,  Granatbäume 
und  Weinftöcke  ftanden.  (Paufan*  5,  18.  19.)  Die 
Aepfel  der  Hefperiden  werden  gewöhnlich  für  Citro- 
nen  oder  Pomeranzen  gehalten  ,   weil  Athenäus  fie 
(deipnof.  3,  7.  p.  324«  ed.  Schweigh.)«uocr/x«  und  ußgurcc 
nennt.  Aber  ße  wuchfen  in  Maurita nien  und  am  Fufse 
des  Atlas.    (P/£/i.  19,4»  ^7,  2.  Virgil,  aen.  4,  4^5.) 
Die  Agrumen  aber  kommen  aus  dem  Morgenland :  da- 
her Wallroth  {Gefell,  des  Obfces  der  Alten,  111.  11 2.) 
nicht  mit  Unrecht  vermuthet,  es  feyn  Quitten,  die  der 
Göttinn  der  Liebe  geweiht  waren.  (Antiphil.  in  Brunck 
anal.  iy  171.  Theokru  an  vielen  Stellen.)  WieHerku- 
les  die  von  dem  Drachen  Ladon  bewachten  Aepfel  der 
Hefperiden  und  diele  Jungfrauen  felbft  raubte>  erzählt 
Diodor  von  Sicilien  (4,  27.)  am  weitläafjgften. 

Auf  den  Münzen  der  Cyrener  wird  ein  Zweig 
der  Ferula  tingitana  mit  den  Bildniffender  Beherrfcher 
oder  Vorfteher  des  Staats  dargeftelJt,  weil  der  köft- 
liche  und  für  das  Land  einträgliche  Saft  Silphium  aus 
diefer  Pflanze  gewonnen  ward,  (Schol.  Arifioph.  Plut. 
218.) 

Das  Entftehen  der  Pflanzen  erzählen  die  griechi« 
fchen  und  römifchen  Mythologen  in  Verbindung  ^nit 
ihrer  fabelhaften  Götterlehre. 

Sehr  berühmt  ift  die  Erzählung  von  dem  Tode 
des  Spartaners  Hyacinthus,  für  den  Apoll  in  Liebe 
entbrannt  war.  Er  ward  in  die  Blume  gleiches  Na« 
mens  verwandelt ,  auf  deren  Blättern  die  Klagetöne 
AI  AI,  oder  der  Anfangsbuchftabe  des  Namens , 
wenn  man  jene  umkehrt ,  zu  lefen  Gnd.  Darum  fagt 
Lucia n  (dial.  deor.  14.)  '  die  Blume  fey  fehr  fchön 
und  enthalte  Buchftaben,  die  Klagetöne  um  den  Tod- 
ten  ausdrücken.  (yp«fcju«TÄ  l^cv  iiretiu&vrx  tw  vtxpw.)  . 
Man  vergleiche  auch  Mofchus  Grabfchrift  auf  Bion, 


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Aegyptifche,  griechifche  u.  röm.  Sagen  v.  Pflanzen.  3X 

Apollodor  (lib.  3.  c.  10,  3.)  und  Ovidte  Metamor* 
phofen  1  o,  2 1 2.  f.  Andere,  wie  Nikander  (Athen.  1 5» 
c.  9*p.  492*)  undPaufanias  (üb.  1.  c.  35.),  erzählten, 
der  Telamonier  Ajas  fey  in  die  Blume  Hyacinthus 
verwandelt  worden,  und  die  Anfangsbuchftaben  fei- 
nes Namens  feyn  den  Blättern  jener  Blume  aufgezeich- 
net. Fragt  man  ,  welche  Blume  der  Hyacinthus  der 
Griechen  gewefen,  fo  haben  zwar  mehrere,  auf  der 
reaKrooenblattern  die  Zöge  VV  oder  AA  gezeichnet 
find,  Anfprüche  darauf;  allein  Paufanias  Befchrei- 
bung  einer  Pflanze,  die  bey  Salamis  wachfe,  kann, 
am  beften  auf  Gladiolus  communis  ,  befonders  auf 
die  Abart  triphyllus  Sibthorp.  fl.  graec.  t.  38.,  die  er 
auf  Cypern  fand,  bezogen  werden.  Vergl.auch  Plin. 
21,  11.  f.  38.  und  Vofs  zu  Virgils  Landb.  4,  i$7. 
S.  780.  f. 

Dafs  Narciffus,  für  fich  felbft  in  thörichter  Liebe 

— 

entzündet ,  in  die  gleichnamige  Blume  verwandelt 
wurde,  ift  aus  dem  Paufanias  (9,  3i.)  und  Ovid 
{metarn.  3,  5 10.)  bekannt.  Es  mufs  Narciffus  Ta- 
zetta  gemeint  feyn ,  denn  die  innere  fafrangelbe  Blu- 
menhalle, von  weifslichen  Blättern  umgeben,  wird 
ausdrücklich  bezeichnet. 

Dapbne,  von  Apoll  verfolgt,  'ward  in  einen 
Lorbeerbaum  verwandelt.  (Apollon.  argon.  1,12. 
Eußatlu  ad  II  lad.  1,  14.)  Selbft  auf  Gemmen  wird 
diefe  Verwandlung  dargeftellt.  (Maffei  2,  t.  44«) 

Die  Heliaden,  Töchter  der  Sonne,  wurden  in 
Schwarzpappeln  verwandelt,  welche  Elektrum  (Bern- 
ftein)  ausfchwitzen.  (Diodor.  Sic.  5 ,  23.  Virgil,  aen. 
10,  190.  Ovid.  metam.  2,  34o.)  Dies  erzählt  auch 
Strabo,  mit  dem  Zufatz:  es  fey  am  Eridanus  gefche- 
hen,  welcher  nirgends  gefunden  werde,  obwohl  man 
fage,  da(s  er  ein  Nachbar  des  Padus  fey.  (Üb.  5.  c,  1. 
§.  9.  p.  1 1  o.  ed.  Tzfchucke). 

Der  Mythos  von  den  Hamadryaden ,  oder  Nyra- 


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32  Erltes  Buch.    Drittes  Kapitel. 

i 

phen  der  Bäume,  die  gleich  lange  mit  diefen  lebten  , 
.ward  zuerft  von  Pin  dar  erdacht.  (Schal.  Apollon.  ar- 
gon.  4  >  479»)  Daher  Venrath  diefer  Name  in  d$n  Or- 
phifchen  Hymnen  (i ,         einen  fpätern  Urfprung. 

Den  Namen  Dryaden  und  Epimeliden  legten  die 
Arkadier  zuerft  den  Najaden  bey.  {Paufan.  8  ,  40 

Minthe,  die  Geliebte  des  Hades,  ward  von  Koro 
aus  Eiferfucht  in  die  Garten  -  Münze  verwandelt,  die 
Einige  auch  yjö'jo&pov  nennen.  (Strabo  Üb«  8»  c.  3* 
$•  »4*  P*  7^«  Oppian.  halieut.  3,  386.) 

Der  Mandelbaum  Tollte  aus  den  Zeugungstheilen 
des  Agdiftis  hervorgefprofet  feyn.  (Paufan,  7,  17.)  . 

Cypariffiis,  Apolls  Geliebter,  ward  durch  zu 
tiefe  Trauer  in  eine  Cypreffe  verwandelt»  (OvuL  me~ 
tarn.  10,1  56.) 

Die  Fichte  war  ein  Mädchen,  von  ßoreas  und 
Pan  wetteifernd  geliebt,  von  jenem  getödtet.  {Long, 
paftor*  2.  p.  07.) 

'  Das  erfte  Veilchen  entftand,  als  die  Nymphen 
Ion,  des  XuthusSohn,  kränzen  wollten.  (JSicander 
beytn  Athen,,  lib.  i5.  c.  9.  p.  49<>-) 

Die  Rofe  entftand  aus  dem  Blut  der  verwunde- 
ten Aphrodite»   die  Anemone  aus  ihren  Thräuen, 

(Bion  1  ,  6«'».) 

Das  Adonis-Röslein  aus  dem  Blut  des  Adonis, 
den  Aphrodite  liebte  (Ovid.  metam.  10,  7250-  die 
Myrte  erwuchs  aus  dem  Leichnam  der  Myrfine.  (fieo- 
pon.  11,6.) 

Der  Mvrrhenbaum  war  früher  ein  thörichtes 
Mädchen ,  die  fich  in  ihren  Vater  Kinyras  verliebte. 
{Anton.  Liber.  33.  Ovld.  metam.  10,  490.) 

Die  Nvmphe  Kiytie  wurde  in  eine  Blume  ver- 
wandelt ,  die  man  für  Hefperis  matronalis  halten 
kann»  QDvM.  metam.  4>  267.) 

Leukothoe,  von  Apoll  geliebt,  blühte  als  Weih- 
rauch  bäum  auf.  (Ovid.  metam*  4  >  2  5p.) 


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Aegyptifcbe.,  griechifcbe  u,  röm.  Sagen  r.  Pflanzen.  33 

Durch  dergleichen  Mythen  wurde  Pherenikus 
aus  Heraklea  befonders  berühmt.  Oxylus,  fabelte 
er,  habe  mit  feiner  Schwefter  Hamadryas  den  Feigen- 
baum ,  den  Weinftock,  dieCornelle,  die  Ulme,  die 
Pappel  und  die  Buche  gezeugt:  daher  heifsen  alle 
diefe  Bäume  Hamädryaden :  und  Hipponax  habe  mit 
Recht  den  Feigenbaum  die  Schwefter  des  VVeinftocks  v 
nennen  können  {Athen»  3,  5.  p.  3o7.  Schw.). 

Diefe  Sagen  und  Mythen  beweifen ,  wie  werth 
den  Alten  die  Pflanzenwelt  und  wie  innig  verflochten 
fie  mit  ihrer  Mythologie  war. 

.Viertes  Kapitel. 

Homerifche  Pflanzen. 

■ 

Faft  ein  Jahrtaufend  älter  als  unfere  Zeitrech* 
nung  find  die  herrlichen  Gefänge,  die  man  unter  dem 
Namen  der  Uias  und  Odyffee  kennt.  Es  hatten  fich 
inlonien,  wo  diefe  Gefänge  gedichtet  wurden,  und 
in  Griechenland  zu  jener  Zeit  zwar  fchon  mehrere 
Freyftaaten  gebildet;  aber  die  meiften  Städte  und  Ge- 
biete wurden  von  Königen  beherrfebt.  Die  erften 
Kenntniffe  verbreiteten  die  Phönicier,  welche  unter 
Kadmus  in  Theben  einen  Pflanzftaat  errichteten 
(i5oo  vor  Chr.).  Die  Kenntnifs  der  Erde  erftreckte 
fich  oftwärts  bis  nach  Kolchis ,  wohin  die  Argonau- 
ten ihren  berühmten  Zug  (1270)  angeftellt  hatten; 
weftwärts  bis  an  den  leukadifchen  Felfen  (Gibraltar), 
wo  des  Okeanos  Quellen  angenommen  wurden. 
Aber  von  den  Kuften  Spaniens,  Italiens  und  Galliens 
hatte  man  die  dunkelften  Vorftellungen ,  obwohl 
Evander  fchon  (1260)  die  Arkadier  nach  Latium, 
Aeneas  die  Trojaner  nach  dem  mittlem,  und  Diome- 
des  die  Argiver  nach  Unter  -  Italien  geführt  hatte« 
Trinakria  (Sicilien)  war  etwas  beffer  bekannt.  Von 

Geich,  d.  Boumk.    1.  fi.  3 

■ 

1 

« 

\ 

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34  Erftes  Buch.    Viertes  Kapitel. 

■ 

Afrika,  felbft  von  Aegypten,  kannte  man  kaum  die 
Küften.  Die  Nordländer  Europens  waren  überThra* 
cien  hinaus  ganz  unbekannt. 

„Dort  nun  lag  das  Land  und  Gebiet  der  Kiramerifcbea 

Männer. 

eingehüllt  in  Nebel  und  Finlternila  :    nimmer  auf  jene 
Ichauet  Helios  ber  mit  leuchtenden  Sonnenftrahlen , 
fondern  entletzliche  Nacht  umruht  die  elenden  Menfchen." 

Die  Pflanzenken'ntnifs  der  Griechen  im  Homeri- 
fchen  Zeitalter  befchränkte  lieh  alfo  auf  die  nützlichen 
Gewächfe  Kleinafiens  und  Griechenlands  ,  und  auf 
wenige"  Pflanzen,  die  die  Phönicier  aus  Aegypten, 
Libyen  und  dem  fernen  Spanien  mitgebracht  hatten. 

Unter  jenen  einheimifchen  Gewächfen  war  der 
Oehlbaum  eins  der  wichtigften.  Eine  fpätere  Sage 
wollte,  dafs  ^Herkules,  als  er  den  Prometheus  be- 
freyt,  vom  Kaukafus  den  Oehlbaum  nach  Griechenland 
gebracht  habe  (Schol.  Apollon.  argon.  4>  i5o,6.)#  Es 
werden  zwey  Abarten  des  Oehlbaums  unterfchieden  : 
der  wilde  ($uXAj)  und  der  zahme  (Amt).  In  der 
llias  (17,  55.)  wird  Euphorbus  mit  einem  Oehlbaum 
verglichen,  den  ein  Landmann  an  wafferreichen  Or- 
ten erzogen  un;l  den  nun  fchimmernde  BJüthe  bedeckt. 
Vom  Holz  desOehlbaums  wurden  dieStieleder  Streit- 
äxte gemacht  (11.  10,612.  Od.  5,236.).  Aus  dem 
Stamm  des  weitumfehattenden  Oehlbaums  zimmerte 
fich  Ödyffens  fein  Ehebett  (Od.  23,  190.).  Die 
Keule  des  Kyklopen  war  aus  gleichem  Holz  (Od.  9  , 
52o.).  An  der  forkynifchen  Bucht  in  Itbaka  war  ein 
fchattender  Oehlbaum,  daneben  eine  Grotte,  den  Na- 
jaden  geweiht  (Od.  i3,  102.). 

Die  blühende  Efche  (Fraxinus  Ornus)%  die  noch 
jetzt,  nach  Hawkins,  auf  felfigen  Bergen  durch  ganz 
Griechenland  wächft,  ift  y,s\iat  der  llias.  In  des  Ge- 
birgs  Waldthalen  wachfe  fie  (11.  16,  767.  i5,  178.). 


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Homerifciie  Pflanzen*  ^5 

Die  Speere  ,  Lanzen  und  Wurffpiefse  wurden  aus 
Eichenholz  gemacht  (U.  2,  543.).  Diefeheifsen  daher 
tx  |u«r>jvÄ  odfer  jULsXtxi.  Ja  der  lanzenkundige  König 
Priamus  ift  eüfJiy.e'kioLq  (II.  4,  47»)« 

Crocus  vernus  und  aureus  Smith,  find  die  erften 
Frühlingsblumen  in  Griechenland.  Als  Zeus  Here 
umarmte  ,  da  fprofsten  aus  heiliger  Erde  Lotus  mit 
thauiger  Blum',  und  Krokus,  fammt  Hyacinthus  (II. 
*4>  347.). 

Scirpus  paluftris,  Holofchoenus ,  mucronatus  und 
maruimus  wachfen  häufig  am  Meerftrand  der  griechi- 
fchen  Infein.  Sie  machten  das  Bin  Ten  -  Lager  {axoivoq) 
desOdyffeus,  da  er  an  den  Strand  von  Scheda  ver- 
anlagen ward  (Od.  5,  463.). 

Cyperus  longus ,  der  in  Griechenland  fehr  ge- 
mein, könnte  das  Homerifche  KV7rstQov  feyn  (Od.  4, 
_6o3.),  welches  Vofs  mit  Unrecht  zum  Galgant  macht 
und  ihm  das  Beywort  nährend  giebt,  wovon  Homer 
nichts  fagt. 

Cyperus  Papyrus  war  den  Griechen  durch  die 
Phönicier  bekannt  geworden :  denn  aus  dem  Balte 
des  Byblus  hatte  man  Schifffeile,  womit  auch  die 
Pforten  verfchloffen  wurden  (Od.  21 ,  3o,i»). 

Arundo  Donax  diente  den  Homerifchen  Helden 
zu  Pfeilfchäften.  Ausdrücklich  heifst  es  bey  der  Ver- 
wundung des  Eurypylus:  das  Rohr  brach  ab  («kXäVS-jj 
Ii  tiv*!>  1J.  1 1  >  583.).  Daffelbe,  oder  A.  Phragmiees, 
wurde  als  grauwolliges  Schilf,  aus  fumpiigen  Wiefen 
gefammeJt ,  zum  Decken  der  Zelte  angewandt  (II. 
24,45o.). 

Die  Getreide-  Arten  ,  deren  die  Homerifchen 
Gefance  erwähnen  .  find  nicht  ganz  über  allen  Zwei* 
fei  erhaben.  Sommer- Weizen  ift  wohl  Trvgof,  der 
auch  der  liebliche,  /u$X/>j&u<;,  genannt  wird.  Aber, 
f'aeroftals  Pferdefutter  vorkommt  (II.  8,  188.  10, 
563.),  fo  meint  Galen,  man  könne  eher  r((p^  dafür 

3* 


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Erftes  Buch.    Viertes  Kapitel, 


fetzen,  welche  er  auch  /*mpo;  Trupo?  nennt  (de  faculc. 
ahm.  i,  3i3.).     Dann  wäre  es  Einkorn,  Trieicum 
monococcon.     Allein  gerade*  der  Zufatz  ,  lieblich  , 
pafst  auf  dies  fchlechte  Getreide  nicht, .  und  wir  müf* 
fen  eben  fo  fehr  die  poetifche  Freyheit  hier  in  An- 
fpruch  nehmen,  als  wenn  Hektor  feinen  Roffen  Wein 
zum  Getränk  vorfetzt  (II.  8,  188.).     Gerfce ,  xp*£>j, 
auch  xpf,   wird  die  weifsliche  {Xevttov)  auch  die  ftau» 
dende  oder  fchattende  («Jgu^ug;)  genannt  (Od.  4> 
41.604.). 

Triticum  Spelta  und  Zea  ,  Dinkel  und  Spelz, 
die  neuerlich  wieder  von  Hoft  {gram,  auftr.  3,  t.  29. 
3o.)  unterfchieden  worden,  wandte  man  vorzugsweife 
als  Pferdefutter  an.  Jenes  ift  oXup«  (1).  5,  196.): 
diefes  tfii*  (Od,  4,  4l«  604.)»  Herodot  fagt  von  den 
Aegyptern  (2,  36.):  6e  leben  von  Getreide,  welches 
anderwärts  den  Thieren  vorgeworfen  werde  :  dies 
fey  eXi>£*,  welche  Einige  auch  nennen. 

Ficus  Caricay  der  Feigenbaum  (epjyeo?)  kommt 
fehr  oft  vor.  Lykaon,  Priamus  Sohn,  befchnitt  felbft 
Feigenbäume  in  des  Vaters  Garten. 

Cornus  mascula,  die  CornelJe  (Kp«v*/jj),  heifst 
die  zühumwachfene  (rotvv^Xotos  11.  16,  760.).  Rothe 
Cornellen ,  als  Schweinefutter,  fchüttete  Kirke  den 
Gefährten  des  Odyffeus  vor  (Od.  10,  242.). 

Viola  odorata,  Veilchen,  ift  lov,  welches  mit  Ep- 
pich (Apium  graveolens ,  criXtvov)  die  Wiefen  der 
Kalypfo  verfchönerte  (Od.  5,  72.).  Der  letztere 
heifst  richtig:    der  fumpfentfproffene ,  i\si$(sirrov 

.(11,2,776.).  •  ' 

Tamarix  gallica,  die  Tarn arifke,  ift  /uv^i**},  ein 
Strauch  mit  ruthenartigen  Zweigen,  worin  fich  die 
{  Roffe  des  Adraftus  leicht  verwickeln  und  hinftürzen 
konnten  (II.  6,  59.). 

Zizyphus  Lotus  Willd.  ift  der  bekannte  Lotus  * 
an  den  KüTten  Libyens,  deffen  Frucht  in  der  Odyffee 


* 


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Homerifche  Pflanzen«  37  . 

(9,  83.)  blähende  Speife,  av&vov  genannt  wird. 

Sie  ift  allerdings  lieblich  von  Gefchmack,  aber  diefer 
ward  durch  lange  Entbehrung  der  Seefahrer  noch 
mehr  gewürzt. 

Der  Weinbau  war  zu  Homers  Zeit  fchon  allge- 
mein in  KleinaGen,  Griechenland  und  auf  den  Infein. 
Berühmt  ift  der  Weingarten  desAlkinous  auf  Scheria, 
wo  Trauben  am  Sonnenftrahl  dorrten  (OH.  7,  120.): 
bekannt  auch  des  Laertes  Garten,  worin  fünfzig  Re- 
bengeländer dem  jungen  Odyffeus  verehrt  wurden 
(Od.  24»  342.)»  Der  pramnifche  Wein,  von  Pra- 
mne,  einem  Berge  in  Karien,  fcheint  füfs  gewefen  zu 
fcyn  (MMf.  fchol.  ad  II.  11,  638.). 

Ulmus  camppßrisy  die  gemeine  Rüfter,  ift  «rr«- 
3l€*  (II.  6 ,  4*9-  21,242.). 

Das  pwku9  welches  Hermes  dem  Odyffeus  als 
Gegenmittel  gegen  die  Trunkenheit  empfiehlt,  nennt 
Sibtborp  AlliumDiofcoridis  {Smith fl.graec.  l.p.  222.). 
Aufser  den  weifsen  Blumen  giebt  er  aber  keinen  be- 
fondern  Charakter  an.  Indefs  fragt  fich,  ob  des 
Diofkorides  Moly  auch  das  Homerifche  fey.  Diefes 
fcheint  vielmehr  A.  nigrum  Gouan.  zu  feyn.  Es 
wächft  auf  allen  Infein  des  Mittelmeers. 

Berühmt  ift  die  Afphodelus- Wiefe  an  Okeanos 
Hut  und  am  leukadifchen  Felfen,  im  Lande  derTräu- 
me,  wo  die  Seelen  wohnen,  die  Luftgebilde  der  Tod- 
ten  (Od.  24,  i3.  i4*  11  y  539.).    Dies  ift  Afphodelus 
ramofus*  der  im  füdliohen  Spanien,  wie  auf  den  grie* 
chifcben  Infein  allgemein  ift  (Löfting  fpan.  Länder, 
S.  25.   Smith  fl.  graec.  1 ,  233.).     Heilig  ward  der 
Afphodelus  von  den  alten  Griechen  gehalten,  und  auf 
Gräber  gepflanzt  (Porphyr,  beym  Euftath.  Od.  10, 573.). 
Die  Knollen  waren  in  den  äiteften  Zeiten  von  denPe- 
lasgern  gegeffen  worden  {Heftod,  op.  .  et  dies,  4°«)> 
und  Pythagoras  foll  noch  diefe  Speife  geliebt  haben 
(Porphyr,  vi*.  Pythag.  p<  1  g5.)» 


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38 


Er£tes  Buch/   Viertes  KapiteL! 


Ein  Lotbeer  -Gebüfch  wird  auf  Sicilien  erwähnt 
(Od.  9,  i83.). 

In  vden  Obftgärten  des  Alkinous  und  Laertes 
kommen  Birnen  (oyxvxt)>  Granaten  ($o$*t)  und  Apfel- 
bäume mit  lieblichen  Früchten  IpjXio«  dyXatUizgTrci) 
vor  (Od. 7,  n 5.),  wobey  Plutarohs  Erklärung  diefes 
Bey Worts  (fympof.  5 ,  3.)  nachzufehn  ift. 

MefpÜus  monogyna  Smith.,  der  auf  Zakynthos 
wenigftens  häufig  wächft  (Smith  ß.  graec.  t  ,  342.)^ 
kann  »xsphoh  der  Hagedorn,  feyn,  womit  Eumäus  das 
Schweingehege  umgab  (Od.  i4>  10.).  Er  giebt  fehr 
gute  Hecken.  Pattend  ift  Euftatbius  Ableitung  des 
Worts  von  i%*%Q$<>  weil  folche  Hecken  fich  nicht  gut 
anfaffen  laffen.  Allgemein  find  folche  Dorngefträu- 
che  uiy,ot(Ticti ,  womit  Laertes  und  feine  Knechte  den 
Garten  einhegen  (Od.  24»  224.).  Er  felber  trägt 
Handfchube,  um  der  Brombeeren  (ßxro<;)  willen. 
Rubus  fruticofus  wächft  auf  allen  griechifchen  Infein 
fehr  häufig. 

Papavsr  fomniferum ,  Mohn  (ju»jxwv),  ward  in 
Gärten  gebaut  (11.  8,  006.).  Von  feinem  durch  Re- 
genfchauer  gebeugten  Haupt  wird  ein  fchönes  Bild 
hergenommen.    Theoer.  id.  1  1  ,  5j. 

„Bald  zaublumigen  Mohn  ,    mit    purptKoem   Blatte  tum 

Klatfchcn." 

Das  vjjTTfv^  (Od.  4»  220.),  welches  Helena  in  den 
Wein  mifcht,  ift  Mohnfaft. 

Vitex  Agnus  ift  i  >-uyö<?>  aus  deren  Zweigen  man 
allerley  Fiechtwerk  macht  (Od.  10, 166.).  Ariftarch 
berichtet  bey  Athenäus  (deipnof.  hb.  i5.  c. 5.  p. 446. 
Schweigh.),  dafs  die  Alten  auch  Kränze  daraus  ge- 
macht haben.  Es  heifst  «px*«*  Kxpwv  eriipos  (daf. 
pr  4-5 1 

Cicer  arietinum,  Kichern,  i$ißtv&Qf  (iL  13,589.) 


4 


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Homerifche  Pflanzen.  39 

und  fchwarzgefprenkelte  Bohnen,  Vicia  Faha,  xu«- 
jtttj  tus'kAVQXtQQf$  (II.  a5,  589.)  wurden  auf  Feldern  ge- 
baut.   Jene  heifsen  noch  jetzt  auf  Kandia  geßi&$  (Smith 
fi  graec.  2  ,  75.). 

Lotus  corniculatus  ift  wahrfcheinlich  der  Xwrcf, 
den  die  Pferde  gern  freffen  (IJ.  2,  776.  Od.  12,  2S3.). 

Wahrfcheinlich  ift  -fyüoV,  welches  mit  wiiraifev' 
und  X*>to*  an  Flüffen  wächft,  ein  Carex  oder  luncus 
(U.  2  1  ,  35 1 ,). 

Alnus  oblongata  Willd.,  die  füdliche  Erle,  ift 
die  xXjy>9-pjj  auf  der  Infel  der  Kalypfö  (Od.  5,  64-)» 

Die  Homerifchen  Eichen  können  füglich  auf 
zwey  Arten:  Quercus  //ex,  die  immer&rüne,  füdli- 
che, ^If,  mit  dunklem  Kernholz  (piXavhguoq  Od, 
i4,  und  Qu.  Efculus,  die  efsbare  Eiche  ($tyyo?)> 

zorückgebracht  werden.  Die  Früchte  von  jener 
heifsen  axuX«,  von  di efer  ßikowoi.  Die  letztere  war 
dem  Zeus  heilig  (II.  5,  69s.). 

Platanus  orientalis  kommt  einmahl  als  7rA.«T«y/- 
ovo?  vor  (11.2,  007.).  Die,  wie  Vofs,  Ahorn  verftehn, 
berufen  fich  auf  den  Zufatz  ,  obev  gist  ayWv  ÜIwq  ; 
allein,  dafs  dies  nicht  auf  den  Baum,  fondern  auf 
den  Quell  am  Altar  geht,  lehrt  der  Zufammenhang. 
Es  wäre  auch  fonderbar,  wenn  man  den  rohen  auf- 
zeigenden Saft  des  Ahorns  hier  als  Quelle  klaren 
Walfers  gemeint  hätte.  Ahorn  hiefs  Überall  <T$>tvhaty,vofy 

Pinus  Picea ,  die  VVeifstanne,  ift  atsuioj  (11.  23, 
328.).  P.Abies>  die  Kreuz- oder  Rothtanne,  cXaenj. 
Sie  wächft  auf  dem  Ida  (II.  14,  287.).  Aus  deni 
Holze  wurden  Maften  (Od.  2,424»)>  ^cnö?>  geglät- 
tete Ruder  (II.  7,  5.)  und  Zelte  verfertigt  (II.  24,45o.). 
P.Larix,  die  Lärche,  ift  a7tu$,  die  hoch  und  ftatt* 
lieh  auf  Bergen  wächft  und  gutes  Schiffbauholz  giebt 
(IJ.  i3,  Sgo.  16 ,  483.). 

Thuia  articulata  Vahl.  fcheint  doch  eher  das 
•&<?vauf  der  lnfel  der  Kalypfo  (Od.  5,  60.)  als  Citro- 


40  Erbes  Buch.    Viertes  Kapitel. 

> 

nenholz  zu  feyn ,  wofür  es  die  meiften  Ausleger  neh- 
men. Das  letztere  giebt  verbrannt  keinen  Wohlge- 
ruch, wie  das  erftere:  auch  war  der  Citronenbaum 
den  Griechen  Im  heroifchen  Zeitalter  fchwerlich  be- 
kannt.  Denn  Theophraft  berchreibt  dieCitronen  als 
medifche  Aepfel,  deren  Kerne  man  in  Töpfe  fäete. 
Aber  -9-u'ov  oder  $vtct  des  Theophraft,  nach  der  Aldina 
(hife.  5,5.),  ift  unbezweifelt  Thuia  articulata. 

Cupreffus  fempersrirens ,  die  Cypreffe,  ift  kuw«- 
(Ittos  (Od.  5 ,  64.  » 7  9  34o,). 

Weiden,  iteoj,  heifsen  fruchtabwerfend  («A*<n- 
x«p7rw,  Qd*  10,  5 10.),  welches  Beywort  ganz  mit 
der  Natur  Obereinftimmt.    Vergl.  Theophr.  bift.3,  1. 

Populus  alba,  die  Weifspappel,  foll  nach  dem 
Scholiaften  (W.  i3,  389.    16,  482.)  ^ey°> 

weil  fie  Herkules  aus  dem  Acheron  mit  auf  die  Ober- 
welt gebracht.  P.  graeca  Ait.  ift  müyeipos  ,  die  hoch 
und  luftig  wächft  und  das  Waffer  liebt  (Od.  7,  106. 
17,  208.). 

Buorus  fcmpervirent ,  Buchsbaum  ,  von  deflen 
Holze  das  Joch  der  Mäuler  des  Priamus  gemacht  war 
(11.  24,269.). 

DerPalme  (<pom}>)  wird  nur  einmabl  (Od.  6,  i63.) 
am  Opfcraltar  Apolls  in  Delos  erwähnt. 

Phucagroftis  maior  Caul.  oder  Zofiera  marina 
machen  das  gewöhnliche  Meergras  im  Mittelmeer 
(<pvKoq)  aus  (11.  9  ,  5.).  Der  Strand  heifst  meergraßg 
(L.  23,  6g3.). 


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Fünftes  Kapitel. 

Erfte   Grundzüge    der  Naturlehre 

der  Gewächfe. 

Wir  haben  fchon  oben  bemerkt,  dafs  der  Hang 
zum  Wunderbaren  das  frühefte  Nachdenken  Ober  die 
Entftehung  der  Dinge  leitete,  dafs  alfo  die  älteften 
Phüofophen  ficb  an  die  göttlichen  Sänger  anfchloffen, 
welche  die  Entftehung  der  Welt  als  heilige  Mythen 
vortrugen,  fieym  Nachdenken  aber  die  Natur  der 
Pflanzen  war  es  fehr  begreiflich ,  cfafs  diefe  mit  den 
Tbieren  verglichen  wurden ,  welche  den  Menfchen 
näher  fteben,  und  dafs  dergeftalt  Allego  rieen  gebildet 
wurden,  welche  in  den  meiften  altern  Philofophemen 
vorherrfchen. 

Wenn  Thaies  von  Milet,  der  Ahnherr  aller 
griechifchen  Philofophen,  die  ganze  Natur  für  befeelt 
hielt  und  alles  voller  Götter  glaubte  {drifi.  de  anirru 
I,  2.  5.),  fo  blieb  er  offenbar  bey  dem  alten  Volks* 
glauben,  den  die  Dichter  verfchöoert  hatten.  Wenn 
er  die  Entftehung  aller  Dinge  aus  Waffer  annahm,  fo 
erinnert  dies  offenbar  an  den  alten  Mythus,  dafs 
Okeanus  der  Vater,  und  Tethys  die  Mutter  aller 
Dinge  fey  (11.  l4>2oo.):  und  Ariftoteles  legt  viel- 
leicht  mit  Unrecht  die  Induction  zum  Grunde,  wie 
die  Saamen  der  Pflanzen  und  Thiere  urfprunglich 
Tropfen  FlüfGgkeit  feyn  (metapJu  I ,  3.). 

Orpheus  foll,  nach  Plinius  (25,  2.),  über  die 
Pflanzen  gefchrieben  haben.  Schwerlich  aber  ift 
darunter  der  alte  Hierophant,  des  Oeagrus  Sohn,  zu 
verftehn,  der  zu  Danaus  Zeit  gelebt  haben  foll  (6jn- 
celL  chronogr.  p.  125.).  Unter  feinem  Namen  wur- 
den im  Alterthum  eine  Menge  Schriften  verbreitet, 
deren  Zeitalter  üch  nicht  beftimmen  läfst,  da  wir, 

auker  den  Hymnen,  nichts  mehr  von  ihnen  befitzen. 

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4*  Erbes  Buch.    Fünftes  Kapitel. 

Pythagoras  von  Samos  foll,  nach  eben  des  Pli- 
dius  Zeugnifs  (25,  2.),  ein  Werk  über  die  Kräfte  und 
Wirkungen  der  Pflanzen  gefchrieben,  und  dem  Apoll 
und  Aefkulap  überhaupt  die  "Erfindung  diefer  Kräfte 
zugeeignet  haben.    Er  fei bft  habe  die  Kenntnifs  der 
heilfamen  Gewä'ohfe  von  den  Weifen  Aegyptens  und 
den  Magiern  Perßens  priemt.    Unter  diefen  Pflanzen 
wird  die  Meerzwiebel  befonders  genannt,  die,  wie 
wir  fahen,  die 'Aegypter  göttlich  verehrten.  Pytha- 
goras bediente  fich  des  Meerzwiebel- Effigs  beftändig, 
und  foll  dadurch  fein  Leben  bis  auf  1 17  Jahr  gebracht 
haben  (Tßudo  Galen.deeupor^.^Z.).    Daffelbe  Mit* 
tel  lernte  Epimenides  von  Knoffus ,  ein  Zeitgen ofs 
des  Pythagoras,  wahrfcheinlich  in  Aegypten  kennen, 
und  fie  erhielt  von  ihm  den  Namen  der  Epimenidi- 
fchen  (Thepphr.  hiß. pL  7,  11.),     Auch  den  Kohl 
CBraffica  oferaceqj,  der  auf  Hügeln  am  Strande  Grie- 
chenlands wächft  fS'mith  ß,  graec.  2,  p.  3o.),  pries 
Pythagoras,  wegen  feiner  Heilkräfte  CPlin*  20,  9.). 
Doch  ift  die  Frage,  ob  die  KQxpßrj  des  Pythagoras  nicht 
vielmehr  gi<pxvos  der  Spätem,  oder  Rettich,  gewefen, 
welchen  die  Alten  gegen  den  Raufch  empfahlen  fAehen. 
deipnof.  2,  25.).    Anis,  der  auf  den  Getreide-Aeckern 
in  Griechenland  wild  wächft  (Smith ß.  graec.  1,  204.)» 
ward  von  Pythagoras  befonders  gegen  den  Scorpion- 
bifs,  mit  Wein  getrunken ,  gepriefen  (Win.  20,  17.). 
Den  Senf  rühmte  er ,  wegen  feiner  das  Gehirn  reizen» 
den  Eigenfchaft  (Plin.  20,  22.)  - 

Nach  und  nach  entfernten  fleh  die  Philofophen 
-von  der  gemeinen  Volksmeinung,  da  die  erwachte 
Vernunft  fich  nicht  mit  der  Annahme  der  unmittelba- 
ren Einwirkung  der  Gottheit  begnügen  konnte.  Sie 
liefsen  körperliche  Wirkungen  von  körperlichen  Ur«-^ 
fachen  entftebn,  und  fanden  in  den  Verhälthiffen  an- 
genommener  Urftoffe  der  Dinge  die  Gründe  der  Er- 
fcheinunged  der  Körperwelt.    Wie  ThaJes  das  Waf- 

»  .  ■ 


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Erfte  Grundzuge  der  Naturrlehre  der  Gewächfe.  43 

fer  als  die  erfte  Materie  anfah,  fo  lehrte  Anaximenes, 
dafs  die  Luft,  Pythagoras,  dafs  das  Feuer,  undXeno- 
pbanes  von  Kolophon ,  dafs  die  Erde  als  Grundstoff 
alier  Dinge  betrachtet  werden  muffe.     Der  Gegen« 
(atz  zwifchen  diefen  Urftoffen  brachte  die  Pythagoreer 
fchon  auf  den  Gedanken,  dafs  Gegenfätze  in  der  Na- 
tur (Enantiofen)  nothwendig  bey  der  Entftehung  der 
Dinge  feyn.    Empedokles  nun  von  Akragant,  aus  der 
Pvthagoreifchen  Schule  ausgegangen,  fteJIte  jene  von 
vier  feiner  Vorgänger  angenommenen  Stoffe  oder  Ele-  : 
mente,  Waffer  und  Feuer,  Erde  und  Luft,  in  ihren 
Gegenfätzen,  als  die  Erzeuger  alles  deffen,  was  da 
ift,  auf.     Als  Elemente  find  fie  ewig  und  unveränder- 
lich (Arift.  metaph.  1 ,  3.  phyf.  aufadt.  lib.  8.  p.  5S4. 
ed.  Pac),  und  blofs  durch  wecbfelfeitiges  Anziehn 
und  Abftofsen  derfelben  erklärt  Geh  die  Entftehung 
und  der  Untergang  der  Körper  fGalen.  comm.  in  libr. 
de  nat.  hum.  p.  5.  6.).- 

Da  fölche  materialiftifche  Erklärungen  der 
Volksmeinung  widerfprachen  ,  fo  durften  fie  nicht 
gemein  gemacht,  fondern  fie  mufsten  nur  einer  Aus- 
wahl geprüfter  Zuhörer  vorgetragen  werden.  Die 
letztern  nannte  man  Efoteriker  oder  Mathematiker: 
dagegen  den  Exoterikern  oder  Akufmatikern  Ehrfurcht 
gegen  die  vaterländifchen  Götter  empfohlen  und  die 
Kofmogonie  des  gemeinen  Haufens  bey  ihnen  in  An* 
fehn  erhalten  wurde  CPorphyr.  vit.  Pyehag.  p.  197.). 
Auf  diefe  Art  kann  man  die  Widerfprüche  erklären*, 
die  unter  den  Philofophemen  der  Alten  herrfchen. 

Empedokles  z.B.  lehrte,  dafs  die  Pflanzen,  fo 
gut  wie  die  Thiere,  eine  Seele  hätten,  die  verlange 
und  fich  betrübe,  ja  die  fogar  Verftand  und  Vernunft 
habe  {Sext.  Empir.  adv.  logic.  lib.  8.  c.  286.).  Die 
Richtung  der  Zweige  und  Blätter  gegen  die  Sonne, 
und  die  Wiederherftellung  diefer  Richtung,  wenn  fie 
niedergebeugt  werden,  beftätige  ihre  befeelte  Natur 

* 

■ 


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44  Erltes  Buch«    Fünftes  Kapitel. 

* 

(Plutarch.  phyf.  philo  f.  decr.  5,  26.).  Die  Pflanzen 
feyn  früher  entftanden  als  die  Thiere:  es  fey  keines- 
weges  Einheit  in  ihrem  Organifmus,  fondern  jeder 
Theil  lebe  für  Heb,  da  in  höhern  Thieren  zumahleine 
innige  Verbindung  aller  Theile  vorhanden  fey  (daß 
5,  19.)-  Daher  konnte  er,  als  ächter  Pythagoreer, 
fagen:  er  fey  einft  Strauch,  dann  Fifch  und  endlich 
Vogel  gewefen  (Diogen.  LaVre.  8 ,  77.)»  Daher  führt 
Aelian  einen  Ausfpruch  von  ihm  an,  dafs,  wenn  der 
Menfch  in  ein  Thier  verwandelt  werden  follte,  der 
Uebergang  in  einen  Löwen,  und,  wenn  in  eine 
Pflanze,  die  Verwandlung  in  den  Lorbeerbaum  die 
wünfehenswerthefte  fey  (Aelian,  hifi,  atiim,  12,  7.)* 

Die  Vergleichung  der  Pflanzen  mit  den  Thieren 
brachte  ihn  zu  der  Ueberzeugung,  dafs  beide  Oe- 
fchlechter  in  den  Pflanzen  gemifcht  und  vereinigt 
feyn:  fie  treten  aber  aus  einander,  wenn  Pflanzen  zu 
Thieren  werden  (Arifi.  gener,  an  im.  1  ,  23.  Siur* 
EmpedocL  p.  357.).  Daraus  mufs  man  die  Ausdrücke 
des  Empedokles  ,  vom  Eyergebähren  der  Pflanzen, 
die  Vergleichung  der  Blätter  mit  den  Haaren  der 
Säugethiere  und  den  Schuppen  der  Fifche  erklären 
(Arifi.  K  c).  Die  Wurzel  diene  den  Pflanzen  ftatt  des 
Mundes  und  Kopfes  (Themifi.  ad  Arifi.  de  an  im.  2,  40* 

Faft  auf  ähnliche  Art  philofophirte  Anaxagoras 
von  Klazomene.  Die  Erde  fey  Mutter,  die  Sonne 
Vater  der  Pflanzen.  Diefe  zeigen  ,  wenn  fie  die  Blät- 
ter verlieren  ,  Betröbnifs  an.  Sie  athmen  auch  ein, 
foll  er,  nach  einem  fehr  fpäten  Zeugen,  gefagt  haben 
(Pftud-Ari/h  de  plane.  1,1.  2.). 

Auch  Dcmokritus  von  Abdera  wird  wegen  feiner 
Unterfuchungen  über  die  Natur  der  Pflanzen  gerühmt 
(Plin.  24»  17*)«  In  der  That  mufs  er  eine  Naturlehre 
der  Gewächfe  gefchrieben  haben:  denn  Theophraft, 
zu  deffen  Zeiten  die  Verfälfchungen  der  Werke  der 
Alten  noch  nicht  aufgekommen  waren  ,  führt  aus- 


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Erlte  GrnndzQge  der  Naturlehre  der  Oewäcfafe«  45 

dröcklich  des  Demokritus  Meinung  von  der  Voll- 
kommenheit der  geraden  Triebe  an,  die  daher  auch 
früher  blühn  und  kürzer  leben  {cauff.pl.  2,  16.). 
Diogenes  nennt  ebenfalls  diefe  Schriften  des  Demo* 
kritus  (vit.  phil.  9,  47.).    Dies  find  wahrfcheinlich 
die  Bücher  des  Demokritus,  welche  Varro  gelefen 
hatte  (de  re  ruft.  1,  1.),  und  die  auch  Columella  an- 
führt (11,  3.).    In  den  Geoponicis  haben  wir  noch 
Aussöge  aus  den  vorgeblichen  Schriften  diefer  alten 
Weltweifen,  aber,  da  hier  fchon  Aprikofen  ß^UoMot 
und  der  Terpentbinbaum  rs{>eßiv$Q$  genannt  wird 
(10,7.3.),  fo  find  fie  höchft  wahrfcheinlich  unterge- 
fchohen.    Die  Cpucnc*  hm  /xuot/xä,  welche  unter  fei- 
nem Namen  vorkommen  (ed.  Piziment.  Patav.  i573.8.), 
verrathen  fchon  dadurch  ihr  fehr  fpätes  Zeitalter,  dafs 
Sapor,  König  von  PerGen ,  aus  dem  vierten  Jahrhun- 
dert, darin  angeführt  wird.    Plinius  führt  mehrere 
Stelleo  aus  den  Demokritifchen  Schriften  an,  die  von 
den  Zauberkräften  der  Pflanzen  handeln  (P/i'/i.  25,  2.). 

Einer  der  Schüler  des  Demokritus,  Apollodor9 
foll  eine  reizbare  Pflanze  in  Aegypten  x>der  Arabien 
bemerkt  haben ,  deren  Blätter  zusammenfallen ,  wenn 
man  fie  berührte  (Plin.  2^,  17.),  Das  könnte  Aver- 
rhoaCarambola  oderMimofa  polyacantha  Willd.  feyn, 

Ariftoteles,  der  gröfste  und  geiftreichfte  Natur- 
forfcher  des  Alterthums ,  vernachläffigte  die  Natur- 
lehre der  Pflanzen  fo  wenig,  dafs  er  vielmehr  zwey 
Bücher  darüber  hinterliefs  ,  welche  er  felbft  unter 
dem  Namen  der  Theorie  der  Pflanzen  anführt  (hift. 
anim.  5»  25.)*  Und  an  einem  andern  Orte  (de  brevlt. 
vit.  c.  6.)  verfpricht  er,  das  Gefagte  weitläufiger  in 
feinen  Büchern  von  Pflanzen  erklären  zu  wollen. 
Auch  fahren  diefe  Bücher  Diogenes  (5,  25.),  Athe- 
näus  (  i4i  und  der  Scholiaft  des  Nikander  {the- 
riac.  v.  645.)  an-  Allein  die  Bücher,  welche  wir 
noch  jetzt  unter  dem  Namen  des  Ariftoteles  von 


'  1 

1  • 


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46  Erltes  Buch.    Fünftes  Kapitel. 

Pflanzen  befitzen  ,  können  unmöglich  den  grofsen 
PhiJofophen  zum  Verfaffer  haben ,  da  der  gänzliche 
Mangel  an  Plan  und  Ordnung,  die  ungemein  fchlechte 
Schreibart,  die  Menge  wirklicher  Abgefchmackthei- 
ten  und  Widerfprüche  nur  zu  deutlich  einen  fehrfpä* 
ten  Schriftfteller,  wahrfcheinlich  aus  den  Zeiten  des 
finkenden  morgenländifchen  Kaiferthums ,  verratbeo. 

In  den  ächten  Schriften  des  Stagiriten  wird  man 
genaue  Kenntnifs  der  Pflanzen,  befonders  ihrer  Natur 
und  Verwandt fchaft  mit  den  Tbieren,  nicht  vermiffen. 
Epikur  nannte  den  Ariftoteles  einen  Pharmakopolen , 
und  fchieh  damit  andeuten  zu  wollen,  dafs  er  früher- 
hin  Arzneypflanzen  aufgefucht  und  verkauft  habe 
(Athen.  8,  i3.).     Wenn  diefe  Nachricht  auch  nicht 
gegründet  wäre,  fo  würde  er  doch ,  gleich  aJJen  Phi- 
lofophen  der  Vorzeit,  genöthigt  gewefen  feyn,  fich 
um  die  Natur  des  Pflanzenreichs  zu  bekümmern.  Am 
meiften  zog  ihn  die  grofse  Stufenleiter  der  Naturkör- 
per an,  auf  die  er  an  mehrern  Orten  wieder  zurück« 
kommt.     Unter  den  Thieren,  fagt  er,  gränzen  die 
Seegefchöpfe  zu  nach  ft  an  die  Pflanzen  ,    und  zwar, 
weil  fie  keine  Einheit  des  Organismus  zeigen,  fon- 
dern weil  ihre  getrennte  Gliedmafsen  noch  fortleben, 
fo  wie  Sedum  Anacampferos?  (i7n7TST^ov) ,  an  Nägeln 
aufgehängt,  noch  lange  zu  leben  fortfährt  (Arifi.part* 
anim.  4,  5.).    So  vergleicht  er  an  einem  andern  Ort 
(hiß.  anim.  8,  i.)  die  Schaalenthiere  mit  den  Pflanzen. 
Jene  können,  in  Bezug  auf  die  wandernden  Thiere» 
Pflanzen  genannt  werden.      Denn  auch  das  Gefühl 
komme  manchen  Seethieren  nur  in  geringem  Grade 
zu.    An  einem  dritten  Orte  (gener.  anim.  3,  u.) 
nennt  er  die  Pflanzen  irdifche  Schaalenthiere,  und 
die  Schaalenthiere  Meer  -  Pflanzen.    Je  mehr  das  Waf- 
fer das  Leben  befördere  als  die  Erde,  defto  höher 
ftehe  auch  das  Leben  der  Schaalenthiere  als'  das  der 
Pflanzen.    Auch  den  Infekten  feyn  darin  die  Pflanzen 


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Erlte  Grundzüge  der  Naturlehre  der  Gewächfe.  47 

1 

ähnlicb,  dafs  abgefonderte  Theife  leben  können  >  wie 
dies  bey  der  künftlichen  Vermehrung  der  Gewäcbfa  / 
offenbar  fey.    Diefe  ganze  Theorie  war  indefs  voa 
Empedokles  erborgt. 

Darin  findet  Ariftoteles  einen  bedeutenden  Un- 
terfchied  der  Pflanzen  und  Thiere,  dafs  jene  keine 
Excremeote  von  fich  geben  ,  wenn  man  nicht  den 
Wohlgeruch  der  Blüthen  dahin  rechnen  wolie.  Dia 
trockene  und  warme  Natur  der  Gewäcbfe  mache, 
dafs  die  Wurzel  nur  zubereitete  Stoffe  anziehe:  die 
Erde  und  ihre  Wärme  diene  ihnen  als  Magen  (narr. 
anim.  2 ,  3.).  In  wärmerer  Luft  und  trocknem  Boden 
fey  der  Wohlgeruch  der  Pflanzen  allezeit  ftärker 
[problem.  i3,  4»)« 

Der  Hauptzweck  der  Vegetation  fey  das  Frucht« 
anfetzen  und  die  Fortpflanzung.  Die  unvollkommen  - 
nen  Thiere  feyn  auch  hierin  den  Pflanzen  ähnlich, 
dafs  (ich  bey  ihnen  alles  auf  diefen  Zweck  zurück* 
bringen  laffe  (hife.  anim.  8,  1.  gener  at.  1,8.).  Der 
Saame  erzeuge  fich  bey  den  Pflanzen  nicht  durch  Zu- 
fammen wirken  zweyerGefchlechter:  auch  komme  er 
nicht,  wie  bey  hohem  Thieren,  aus  allen  GJiedma« 
fseo  des  Körpers  (gener.  anim.  1 ,  1 8.).  Die  Gefchlech- 
ter  feyn  bey  den  Pflanzen  gemifcht  (daß  23.):  fie  ha- 
ben,  heifst  es  an  einem  andern  Ort  (daf.  3,  10.),  das 
männliche  und  weibliche  in  fich  (ty^ouert  iv  auVpf;  ra 

Ein  gewiffes  Gefühl  will  Ariftoteles  den  Pflanzen 
nicht  abfprechen,  da  Ge  die  Nahrungsftoffe  auswäh- 
Jen:  alfo,  fchliefster,  leben  fie  auch  (de  anim.  2,  2.)* 
Ueber  die  Farben  der  Pflanzen  kommen  treffliche  Be- 
merkungen in  feinem  Buche  von  den  Farben  (Arift. 
opp.  tom.  2.  p.i  167.  ed.  Pac.)  vor. 

Alte  Saamen ,  bemerkter,  geben  Gemüfe,  die 
leichter  in  den  Stengel  fch'iefsen ,  als  wenn  fie  aus  fri- 
fchen  Saamen  erzogen  worden :  denn  die  letztern  feyn 


Erftes  Buch.    Fünftes  Kapitel. 

fchwächer  ,  und  enthalten  viel  überflarfige  Theile 
(probl.  20,  17.).  D»e  Radieschen  (f*<ParvÄfO  feyn 
defto  fchärfer  von  Gefchmack,  je  dünner  fie  feyn 
(daf.  1 1.).  Einige  fehr  unrichtige  Bemerkungen  kom- 
men auch  vor.  So  fagt  er :  die  Rofen  mit  rauhem  oder 
behaartem  Fruchtknoten  (o>(f>*Xo>  Tp«xi?0  riechen 
lieblicher,  als  die  mit  glattem,  weil  jene  ihrer  Natur 
getreuer  geblieben  find  (probl.  1 2,  8.).  So  will  er  die 
Raute  am  fchönften  gefehn  haben,  wenn  fie  auf  einen 
Feigenbaum  geimpft  worden  {probl.  20,  18.)- 

Noch  bemerke  ich  ,  dafs  bey  ihm  rity  als 
Schweinefutter  vorkommt  (hiß.  anim.  8,  21.);  dafs 
iityavoq  und  h£>*^6jj  für  gleichbedeutend  genommen 
werden  {daf.  5,  19.);  dafs  er  die  Fabel  vom  *r*pB*- 
Xtxyy^eq  (horonicum  PardalianchesJ,  von  deffen  Wurzel 
die  Pardel  fterben  und  den  Koth  desMenfchen  als  Ge- 
gengift auffuchen,  zuerft  vorträgt  (daf.  9,  6.  Schol. 
Nicandr.  alex.  p.  3i.33.  ed.  Schneid.).  Eine  Pflanze, 
tXguo$,  foll  zum  Fifchfang  gebraucht  werden  (hiß. 
anim.  8,  20.).  Diele  Pflanze  nennen  Aelian  (hiß. 
anim.  i,58.)  und  Galen  (fimpl.fac.  8.)  (pko^  (Ver- 
bafcumThapfus?  oder  fmuatum). 

Endlich  erwähnt  Ariftoteles  zuerft,  nach  Schnei- 
ders verbefferter  Lefeart,  des  Weins  aus  Reifs  (Rum), 
den  er  durch  Alexanders  Begleiter  auf  deffen  Zuge 
nach  Indien  kennen  gelernt  haben  mufste  (hiß.  anim. 
8,  25.).  Vergl.  Strabo  üb.  i5.  p.  110.  Tzfchuck. 
Aelian.  hift.  anim.  i3,  8. 

Sechstes  Kapitel. 

1  » 

Die  Rhizotomea. 

m  < 

Man  Geht  in  diefen  Bruchftücken  der  altern 
griechifchen  Philofopheme  das  Beftreben  des  jugend- 
lichen Geiftes,  Gründe  von  den  Erfcheinungen  in  der 


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4  S 

Erltes  Bach.    Sechstes  Kapital,  49 

Natur  anzugeben»  Dafs  dies  Beftreben  nicht  viel 
weiter  fahrte,  als  zu  einigen  glücklichen  Vermuthun-  , 
gen,  ift  dem  kindlichen  Znftand  der  Geiftes-Cultnr 
zutnfehreiben.  Auch  trug  der  meüfchliche  Geift  die 
Feifein  des  Aberglaubens  und  der  Schule  noch  viel 
Zu  geduldig,  um  mit  ganz  freyem  Sinn  die  Natur  zu 
betrachten* 

Indetfen  wurde  die  Pflanzen  -Kenntnifs  in  Grie- 
chenland auf  einem  andern  Wege  befördert,  wo  fie 
aber  freylich  nur  die  eihgefebränkte  Beziehung  auf 
den  Nützen  in  menfchlichen  Kauften  *  vorzüglich  in 
der  ArZneykunde*  behielt*    Arzneipflanzen  wurden 
nämlich  in  Griechenland  von  eigenen  Leuten  ,  die 
UhUöiomen  >  Wurzelgräber*,   hiefsen  )  aufgefucht* 
Ein  grofser  Theil  derfelben  ergab  fich  dem  finfterften 
Aberglauben   und  vorgeblichen  fcaubereyerl.  Sie 
nahmen  die  Richtung  des  Windes  und  die  Stunde  des 
Tages  öder  der  Nacht  beyttt  Wurtelgrtben  wahr. 
Theophraft  fagt'fehr  ausdrucksvoll  (hiß*       g*)»  fie 
bemerkten  Vieles  richtig*  abef  Vieles  übertrieben  fie 
Stich  itiarktfcbreyerifcb  {Iwtrwytämfr    Dafs  man 
Gebete  beym  Wurzelgraben  herfage,  fand  Theophraft 
felbft  nicht  Unfcbicklicb*    Dagegen  hält  er  für  thd- 
rieht,  dafs  man  dreymahl  mit  einem  feharfen  Schwert 
um  die  Wurzel  herfahre,  öder  dafs  man  ttmheftan*** 
oder  öbfcöne  Worte  fage*    Auf  den  Flug  der  Adler: 
oder  auf  die  Richtung  gegen  Sonnen-Aufgang  zu  ach«* 
teo  >  wenn  min  Helieborus  graben  Wölls  t  erfoheittf 
Ihm  ebenfalls  albern* 

Iodefs  erhöben  fich  einige  diefef  Wufzelgrirtiet? 
Uber  daft  Gewöhnliche,  oddf  gebildete  Männer  nah« 
tnetfßch  diefes  Oefchäftts  an,  undüfbtönesfö,  dafs  die 
Pflanzenkunde  dabey  gewann*  &höö*uThedphrafti 
Zeiten  gab  es  mehrere  Schriften  über  tthizotomia,  dl* 
er  anföhft.  Auf  mehrerö  berufen  fich  Athenäus  üöd 
die  Schöliafteil«  J  * 

Ot(ch<  d.  Botanik.  i.Ö*  4 


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Er&eJ'Bucb:  Seckitef  KaptteJ. 

Thfafyos  von.*  Mantinea  wirdrvon  Theophraft» 
als  einer  der  gefebickteften  und  erfahrenen  Rhiao- 
tomeo  genannt  (fti/t,  9,  19.  20.}.  Er  fcheint  fiqh  bj*- 
fonders  mit  Bereitung  der  Gifte  Aus  Mobniaft  und 
jSchirling  belchäfftigt  zu  haben  .faf  9*  18.).  Diefelbo 
Pflanze  äufsere  bisweilen  Arzneykräfte, .  maucamahi 
auch  keine,   nach  der  verfchiedenen  Anlage  de» 

Körpers.  [i  ^  i':'-,f 

^/exi«,  Thrafyas  Scbükr,  wer  in  der  Arzaey- 
fcunde  und  Rhizotomie  gleich  Erfahren  \Theophr~ 

Jäfcpl  9,  19.).  ^  :* 

Eudemus»  der  Pharmakopöle  i  vielleicht  dar 
Rhodier,  des  Ariftoteles  Zuhörer,  der  über  die  Na~ 
turlehre  gefeji riebe n  (Simplic.  in  Arifö.  phyf.  l.f.  21.), 
rverfuchte  an  fieb  feibft  die  Kräfte  der  Arzneyen ,  bet- 
Joiirlers  des  Heilshorn*  [Theophr.  hift.  9,  20.)*  Er 
jutfe*fchied,  in  feiner  Schrift  von  GemDfe- Pflanzen  t, 
,drey  Arten  K^uftt  diefalzige  («Xpup'f),  die  glatt- 
idättrige  und  kraute ,  (**X/voug7ö$,  Sövoycrkobl)  (Aehen* 

<  Ariftophilus  ans  Platäa  wird  ebenfalls  Pharma* 
kopole  genannt,  ^rfchrieb  über  die  Mittel,  die  zun* 
Bey fchlaf  reizen  ( Iheophr.  faß. .  pl  9,21.). 

Hier  kannte  man  die  Pflanzen  aufzählen,  welche 
in  den  Hipprokratifcben  Schriften  vorkommen.  ßa 
indefs  diefe  Schriften  aus  fehr  verfchiedenen  Zeitaltern 
herrühren;  fo  ift  fchicklicher  die  Pflanzen  gehörir 
gen  Orts  bey  den  Theophraftifcbjwi  eiozufohalten» 

So  wie  fleh  nun  einige  diefer  Rbizotomen  -mehr 
mit  der  Anwendung  der  Pflanzen  auf  die  Heilmittel, 
lehre  befchäfftigten  ,  fo  hiefsen  Andere  eigentliche 
Phyfiker,  weil  fie  ganz  beConders  die  Naturlehre  der 
Gewächfe  bearbeiteten.  Diefe Jiefsen  ßch  zuoaTheili 
wie  Satyrus,  von  den  Bergarbeitern  (ipirvirot),  Holz« 
und  Steinhauern,  Pflanzen  fammeln  (Theophr.  AiÄ. 
3,  1 1.,  wobey  Galen«  comm.  in  Hipp,  epid.6«  3.p.4#t, 


.1  i 


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Ferglichen  «erden  mufc);  zum  Th eil  fochten  Ca  Ca 
felbftaaf,  und  ftudirten  ihre  Natur. 

Menefior  war  eio  folcher  Phyuker ,  der  den  auf- 
zeigenden Pflanzenfaft  onoc  nannte  (Theophr.  hifi. 
i,  3.)i  <*er  Bemerkungen  über  die  Vegetation  des 
Maulbeerbaums  machte  (Theophr.  cauff.  1,21.);  die 
Schädlichkeit  des  zu  feiten  Bodens  von  deffen  leich- 
tem Austrocknen  (daf.*y  5.)?  und  das  nicht  Erfrie- 
ren der  Waffe rpflanzen  ypn  ihrer  wärmern  Natur  her- 
leitete iäaß  1  ,  26.). 

Hippon,  ein  Phyfiker,  wird  von  Ariftoteles 
{de  anim.  1 ,  2.)  angeführt.  Er  bemerkte  (ehr  rich- 
tig, dafskein  wefentlicher  Unterfchied  zwifeben  wil- 
den und  zahmen,  veredelten  Fruchtbäumen  fey»  fon- 
dern dafs  jene  in  diefe  übergehn  (Theophr.  hifi.  1,  6.)« 

Diogenes,  entweder  von  Apollonien,  oder  ein 
anderer,  den  Ariftoteles  nennt  (de gener.  et  cor rupt. 
1,  6.),  lehrte,  dafs  aus  faulendem  Waffer  und  Vermi- 
fchung  mit  Erde  fich  alle  Pflanzen  erzeugen  (Theophr. 
hifi.  3,2.) 

Leophanes,  den  auch  Ariftoteles  (gener.  anim. 
4,  1.)  anführt,  gab  zuerft  die  fchwarze  Garten  -  Erde 
oder  den  Humus  als  den  heften  Standort  für  die  Ge- 
wäcbfe  an  (Theophr.  cauff.  2 ,  6.). 

Andere  diefer  Phyuker  wandten  ihre  Lehren 
mehr  auf  Haushaltung  an.  Kleidemus  befcbrieb  die 
Krankheiten  des  Feigenbaums,  des  Weinftocks  und 
Oehlbaums  (Theophr.  cauff  3,  1 2.).  Er  hielt  den  Zeit- 
punkt für  die  Winter-Ausfaat  am  beften,  gleich  nach 
dem  Untergang  der  Pleiaden  (6.  Nov.),  weil  dann 
die  Regenfehauer  des  Herbftes  eintreten  (  Theophr. 
cauff.  3,  28.).  In  den  Pflanzen  fuchte  er  diefelben 
Theile,  wie  in  Thieren  (Theophr.  hifi.  3,  2.). 

Auch  Androtion  war  ein  ökonomifcher  Schrift- 
fteller,  deffen  Werk  vom  Landban  Atbenäus  kannte 
(3,  7.).    Ans  demfelben  führt  Theophraft  feine  Mei- 

4* 


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Erltes  Buch.   5 eebttet  Kapitel. 


»uog  ron  der  Freu  ndfehaft  des  OeMWrunfrs  und  de* 
Myrte  {caujf.f5y  i5.),  und  Athenäns  (3,  3.)  feine 
Eintheilung  der  Arten  des  Feigenbaum*  an. 

Alle  dlefe  Rhizotomen  waren  Itter  als  Theo* 
phraft.  Noch  werden  einige  angefahrt,  deren  Zeit- 
alter unbeftimmt  Jft:  Eumachus  ads  K&ttytä  \Ath#hm 
i5,  8.),  Anakreon  {8chöt.Nicandr.th&r,  V.  590.),  Afe- 
hton  {daf.v.  617.;,  und  Pharnakes  {Wahn,  certrrp. 
media,  fec.  loca,   lib.  8.  p.  087.  ed.  Bafil.  graec). 


1  a 


*-  v 
# 


1* 


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Zweyte«  Buch. 

Anfang  der  w  i  ff  e  n  fc  haftlichen 

Pflanzenkunde. 


Erftes  Kapitel. 

Theophraft   von  Erefus. 

r  » 

i.    Sein'  Leben  und  feine  Schriften. 

Die  dürftigen  Anfänge  der  biftorifchen  Pflanzen- 
kunde worden  vorzüglich  von  den  Nachfolgern  des 
Ariftoteles,  oder  den  Peripatetikern  erweitert,  unter 
denen  Geh  faft  ein  Jeder  durch  Natuvforfchung  aus* 
zeichnete. 

Der  berobmtefte  unter  ihnen  war  zugleich  der 
voo  AriftoteJes  am  meiften  geliebte  feiner  Zuhörer, 
Tyrtamus  aus  Erefus  auf  Lesbos,  den  er,  wegen  def« 
fen  göttlichen  Gabe  der  Rede ,  Theophraft  nannte 
(Strabo  lib*  i3.  c.  a.  p,  ^ii.  Tzfch.  Otogen.  La&rt.  5 , 
3#.  Su  Cic.arat.19.). 

In  denselben  Jahr,  als  Epaminondas  bey  Leuktra 
fiegte  (371  v.  Chr.),  geboren,  wählte  er  zuerft  den 
Leukipp,  dann  Plato  und  endlich  deffen  Nachfolger, 
Ariftotelee,  als  feine  Fohrer  in  der  Pbilofophie.  Als 
Ariftoteles  (3a4  Chr.)  der  Verfolgung  feiner 
Feinde  durch  eine  Flucht  nach  Cfaalkis  entging,  nahm 
nch  Theophraft  der  verlaffeoen  Schule  mit  fo  leb  ein 
Eifer  und  fo  glücklichem  Erfolg  an,  dafs  die  Zahl  CeU 
ner  LchrjOnger  bis  auf  awey  taufend  ftieg.   Er  erwarb 


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54  Zweytes  Buch.    Erftes  Kapitel. 

ßcb  in  Athen  ein  To  grofses  Ariflhn,  dafr,  alsAgno* 
»ides  ihn  des  Mangels  an  Religion  hefchuldigte,  nicht 
viel  fehlte,  dafs  der  Ankläger  nicht  rteifelben  Ver- 
brechens wegen  angeklagt  worden  wära.,  Selbft  ins 
Ausland  verbreitete  fich  fein  Ruf:  clenri  Ptolemäus 
der  Lagide  ladete  ihn  nach  Alexandrien  ein  {ViCgen. 
5 ,  36.  37.).  : 

Endlich  brachte  doch  die  rohe  Volkspartey  ein 
Gefetz  zur  Ausfahrung,  dafs  Niemand  einer  Schule 
vorfteho  dürfe,  wer  nicht  dem  Rath  und  Volk  von 
Athen  gefalle.  Sophokles ,  des  Amphiklides  Sohn, 
wandte  dies  tinfinnige  Gefetz  auf  Theopbraft  und  an- 
dere Philofophen  feiner  Zeit  an  ,  und  fie  mufsten  alle 
die  Verbannung  (ich  gefallen  1  äffen.  Dies  war  3o6  J. 
V.  Chr.  (Athen.  i3,  9,).  Doch,  die  beffere  Partey 
fiegte  noch  einmahl  ,  und  Theophraft  ward  nach  eini- 
gen Jahren  wieder  zurückgerufen  (Diogen.  5 ,  38.). 

Er  erreichte  ein  fehr  hohes  Alter.  Man  fchliefst, 
er  fey  Aber  hundert  Jabr  alt  geworden  ,  atis  der  Vor- 
rede zu  feinen  Charakteren,  wo  er  fagt,  er  fey  ge- 
genwärtig 99  Jahr  alt:  aber  es  ift  fchon  öfter  bemerkt 
worden  ,  dafs  ftatt  deffen  vielmehr  79  zu  lefen  ift. 
Denn  Diogenes  fagt  ausdrücklich :  er  fey  in  feinem 
85ften  Jahr  (286  v.  Chr.)  geftorben.  Bekannt  ift 
feine  Klage  über  die  Kürze  des  mienfchlfchen  Lebens 
(Cic.tu/c.quaeß.'S,  28.  Diogen.  5, 4 1 4).  Er  verordnete 
in  feinern  Teftament,  dafs  die  Bildfäule  feines  gelieb- 
ten Lehrers,  Arlftoteles,  in  einem  Tempel  aufge- 
hellt werden  folle  (da/.  5t.).  Einen  Pflanzen  Gar- 
ten, den  er,  mit  Beyhülfe  desDemofthenes  von  Pha- 
lerus,  unterhielt,  vermachteer,  als Fideicommif*,  fei* 
»er  Schule.  Er  ernannte  Strato,'  Kallifthenes ,  Ne- 
leus,  Htpparchus,  Demaratus,  Melanies,  Demoti- 
mus,  Pankreon,  Nikippus  und  Kallinus < tia* Verwal- 
tern des  Gartens  (Dlogen.  5,  53.). 

Die  grobe  Achtung ,  deren  er  in  Athen  genof- 


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,  TheophVaft  von  Erefua<A    -  $5 

feil  /  bewährte  fich  bey  feinem  Leichen  -  Begängnifs , 
dem  faft  aJle  Einwohner  von  Athen  folgten  (Diogeru 
5  ,  4*.)-    Man  rflhmte  die  Reinheit  und  Sanftheit  fei- 
ner  Sitten ,  feine  Vaterlandsliebe,  die  fich  dadurch 
bewährt  habe ,  dafs  er  fein  Vaterland  zweymahl  von» 
der  Xyranney  befreyte  (Plutarch.  adv.  Colot.  p,  i  1 26»* 
ed.  Xyi.);   man  pries  feine  Wohlthätigkeit,  Men- 
fchenliebe,  vorzüglich  aber  die  Feinheit  feines  Um- 
gangs: denn  die  rauhe  Tugend  aliein  machte,  nach 
feiner  Behauptung,   keinesweges  die  GJückfeligkeit 
aus  (Cic.  acad.  quaeft.  1,  9.).    So  hielt  er  auch  in  Klei- 
dung und  Anftand  fehr  viel  auf  das  Aeufsere:  Geber* 
den  und  Stellung  waren  bey  feinen  Vorträgen  fo  be- 
rechnet,  dafs  man  ihn  in  diefer  Rücklicht  mit  den 
grdfsten  Rednern  der  alten  Zeit  zu  vergleichen  pflegte 
(Athen.  1 ,  1 7.). 

Seine  Schriften  über  aJle  Gegenftände  des  menfch- 
liehen  Wittens  find  fehr  zahlreich.  Diogenes  fahrt 
allein  227  Titel  an.  Allein  das  meifte  ift  verloren 
gegangen.  Das  Schickfal  diefer  Schriften  war  mit 
dem  der  Ariftotelifchen  daffelbe.  Strabo  erzählt  es 
fo  (Mb.  r3.  c.  1.  $.  54-  p-  382.  Tafch.):  Ariftoteles, 
hatte  feine  Böcher-  Sammlung  dem  Theophraft,  und 
diefer  ße  nebft  der  feinigen  fernem  Zuhörer  Neleus* 
des  Korifkus  Sohn,  vermacht.  Diefer  binterliefs  den, 
ganzen  Schatz  feinen  Nachkommen  ,  ungebildeten 
Menfchen ,  die  zu  Skepfis  in  Troas  lebten.  Als  nun 
die  Attalifeben  Könige  zu  Pergamus  eine  grofse  Bi- 
bliothek anlegten,  und  zu  dem  Ende  mit  aufseror* 
dentlichem  Eifer  alle  Werke  berühmter  Männer  auf- 
ziehen liefceo ,  verbargen  die  Erben  des  Neleus  (viel- 
leicht  aus  Furcht,  fie  möchten  ihnen  nicht  bezahlt 
werden)  die  fämmtlichen  Schriften  des  Ariftoteles  und 
Theopbraft  in  eioem  Graben  und  bedeckten  fie  mit 
Erde.  Dort  wurden  fie  zum  Theil  ein  Raub  des  Mo- 
ders und  der  Würmer,  bis  fpäterfain  ApelliKon,  de* 

» 


56  Zweytes  Buch.    Erltes  Kapitel 

Tejer,  fie  für  eine  grofse  Summe  an  fich  kaufte*  Dje« 
fer  war  mehr  Liebhaber  von  Büchern  als  Gelehrter; 
er  ergänzte  daher  die  Verlufte  auf  febr  ungefphickte 
x  Art.  Weil  nun,  fährt  Strabo  fort,  die  Nachfolger 
des  Theophraft  jn  derZwifchenzeit  nur  wenige  Schrif- 
ten des  Ariftotel es,  und  unter  diefen  nur  die  exotc- 
rifchen,  befafsen ,  fo  konnten  fie  nicht  pragmatifch 
philofophiren,  fondern  fie  fachten  nur  die  Grundfätze 
zu  verfchönern  {  ),     Nachdem  aber  Apel- 

likon  die  fo  lange  verborgenen  Schriften  wieder  be* 
kennt  gemacht  und  Sylla  fie  von  ihm,  nach  der  Ein- 
nahme von  Athen ,  an  fich  gebracht  hatte ,  gelang  es 
den  Philofophen  beffer,  in  Ariftoteles  Gcift  zu  pJM- 
lofophiren  ( £qiotote\$iy  ) ,  obgleich  die  von  Apelli- 
kon  fchleobt  ausgefällten  Lacken  zu  allerley  Jrrtbtt- 
mern  Anlafs  gaben  (Vergl.  PlutarcK  Syll.  c.  26,), 

Mit  diefer  Erzählung  ftimmt  nun  Atbenäus  gar 
nicht  Oberein,  der  ausdrücklich  fagt:  Neleus,  der  die 
Ariftotelifcben  Werke  aufhe wahrt,  habe;  fie  fammt- 
lieh  an  Ptoiemäus  Philadelphus  nach  Alexandrien  ver- 
kauft (Üb,  i.  c,  2.).  Hieraus  lifst  fich ,  wie  Schnei* 
der  richtig  bemerkt  (epimetr.  2.  ad  4 riß.  hiß*  anUtu 
p.  LXXIX,) ,  fchliefsen  ,  dafs  Neleus  nur  die  efoteri- 
fchen  Schriften  behalten ,  und  die  exoterifchen ,  wo- 
zu  Ariftoteles  Tbiergefcbichte  und  Theophrafts  Werke 
von  Pflanzen  gehörten ,  an  Ptoiemäus  verkauft  habe, 
Alfo  ift,  was.  Strabo  voq  den  Lücken  erzählt,  die, 
durch  Moder  entstanden  ,  von  Apellikon  ungefebickt 
ergänzt  worden  feyn ,  keinesweges  vqa  Theophrafts 
Pflanzen  -  Gefobichte  zu  verftebn, 

Diefebe  Atzen  wirvennqthlich  poch  in  der  Form* 
worin  fie  nach  Alexandrien  kamt  Sipe  der  bebten 
Jlandfcbriften  ift  die ,  welche  Kardinal  Bt&rion  be- 
forgen  Jiefs,  die,  in  Venedig  aufbewahrt,  in.  der  erften 
Aldi  na  abgedruckt  ift.  Diefe  befitze  ich  felhft,  und 
finde  den  Te»  dft  yiel  richtiger  als  in  der  fpätern, 


■ 

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Theophraft  von  Erelus.  |y- 

I 

die  Heinfius  zu  Leiden  i6i3  herausgab.  Inzwischen 
ward  die  Aldioa  mit  lateinifcher  Ueberfetziing  1 54  * 
zu  Bafel  noch  einmahl  gedruckt.    Die  Üeberfetzung, 
welche  Heinfius  feiner  Ausgabe  beygefügr,  ift  äufserfj 
fehlerhaft.  .  Sie  rührt  von  Theod«  Gaza  her,  der  gar 
keine  Kenntnifs  der  Gegenftände,  die  Theophraft 
behandelte  ,   gehabt  zu  haben  fcheinl.  Dennoch 
wurde  dieselbe  Ueherfetzung  wiederholt  auch  in  der 
Ausgabe  abgedruckt ,  die  Bodäus  von  Stapel  von  der 
Pflanzen  -  Gefchichte  des  Theophraft  1644  herausgab, 
and  mit  fehr  gelehrten  und  nützlichen  Erklärungen 
verfab.     Der  neueften  Ausgabe  von  Stackhoufe  za 
Oxford  181 3  und  1014  fehlt  nicht  allein  eine  lateini- 
fche  Üeberfetzung,  fondern  fie  ift  auch  ohne  fiebere 
Kritik  gearbeitet ,   obwohl  hier  und  da  glückliche 
Vermuthungen  in  den  Text  aufgenommen  find. 

2.   Seine  hiftorifche  Pflan  zen -Ken  n tnifs. 

*  ••  • 

Es  ift  fehr  fchwer,  die  Pflanzen  zu  errat hen, 
welche  Theophraft  nennt,  Befchreibungen  fehlen 
entweder  völlig  ,  oder  fie  find  äufserft  mangelhaft. 
3a,  da  er  nie  gröfsere  Reifen  unternommen  zu  haben 
febeint,  fo  verläfst  er  fieb  auf  die  Ausfagen  der  Land- 
leute. Die  Ausdrücke :  So  Jagt  man :  So  fprechen 
die  Arkadien  So  erzählen  die  Anwohner  des  Olymp  ^ 
kommen  oft  vor.  Ja,  eben  fo  oft  heifst  es:  Das 
mufs  noch  unter  Jucht  werden.  Faft  lächerlich  ift  es, 
wenn  er  fogar  von  den  Linden  fagt  (hijt.  2,  5.):  es 
roatfe  noch  untergeht  werden,  ob  fie  Kätzchen  (**- 
Xp»)  tragen. 

Zu  Theophrafts  Zeiten  war  Indien  ,  Perfien , 
Baktrien,  Aegypten,  Syrien  und  Libyen  fchon  durch 
die  grofsen  und  ewig  denkwürdigen  Feldzüge  Alexan- 
ders den  Griechen  bekannt  geworden.  Allein  fehr 
richtig  fagt  Strabo  (Üb.  i5.  im  Anfang) :  Die  Beglei- 
ter  Alexanders  lernten  nujr  im  Vprüb^gehn  dief^- 


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I 

St  Cweytu  BaoÜ.   Etftar  Kapitel. 

tur •  Gegen ftätide  kennen:  fie'  ^ogen  bey  ihren Erzäh- 
lungen das  Wunderbare  dem  Wahren  vor,  und  ver- 
breiteten eine  Menge  Lügen  :  der  Einer  widerfprach 
oft  dem  Andern.  Wie  anders,  als  daß  Theophraft 
aus  diefen  Berichten  eine  fehr  unvoHftändige  und  oft 
unrichtige  Keantnifs  ausländifcber  Pflanzen  erhalten 
Jmufste? 

Hiezu  kommt,  dafs  er  in  der  Wahl  der  Aus- 
Krücke  fehr  wenig  Sorgfalt  beweifet.  Bpuo?  z,  B., 
7ovXo$  und  *ixfQS  bedeuten  gleichmifsig  das  Kitzchen: 
v<P&*kfuq  und 1  ifa  das  Auge.  Die  verfcbiedenften 
Pflanzen  werden  oft  mit  denfelben  Namen  belegt: 
fo  bedeuten '  av&pa%v>},  Xwtö{,  $i(p*vos9  \tßxvwrts9 
an  verfchiedenen  Orten  ganz  verschiedene  Pflanzen« 
Manche  Pflanzen,  die,  nur  einmahl  erwähnt,  bey  an- 
dern Schriftftellern  nicht  vorkommen,  find  gar  nicht 
Zu  erklären.  Verfuchen  wir  ein  Verzeicbnifs  der 
einigermafsen  ficher  zu  beftimmenden  Pflanzen  des 
Theophraft. 

Alpinia  Cardamomum  (Roxb.aßae.  refiarch.  l  i. 
•p-  355.),  yL<ifi£{jLüii{40v  hift.  9,  7.  Hipp.  morb.  mul. 
1 ,  6o3.  Piper  nigrum  und  long  um  werden  hift.  9,  24« 
als  iriirsft  befchrieben,  wobey  die  Aldina  die  richtige 
Lefeart  hat.  Vergl.  Hipp.  vict.  acut.  40 1.  morb. 
♦3,  494.  Hippuris  vulgaris,  "irvov  hift.  4>  1  »•  >  i«>  or- 
chomenifchen  See. 

Oha  europaea,  fkmU,  und  die  wilde  Abart  kAtsvo^ 
Bift.  1,6.7. 1 1.  Köw«?  Hipp.  morb.  3,  495.  fcheintdie 
Trucht  des  wilden  Oehlbaums  zu  feyn  (Galen  expof. 
voc.  Hipp.  5o6.).  Vergl.  Paufan.  2,  32.  *P«xow?  p*v 
•&5  aaXdSci  T(oi$vtoi  flrSv  o<rov  uKotgirov  fkaims,  xorivov, 
'  tyXtmv.  Phillyrea  anguftifolia,  ityi^  hift.  1 ,  1 5. 3, 6. 
P/j.  latifolia,  X«k*$jj  hift.  3,  4.  6.  Stackhoufe  will 
Prunus  Mahaleb  daraus  machen.  Salvia  cretica  ctyiüoz 
hift.  6, 2.  mit  fchmalern  BJSttern,  und  5.  triloba  AcXj- 
^p«c<j?,  werden  gut  unterfchieden.    Vcrgl.  Sibth.  11, 


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TheopHraft  Tön  'BVefus;'*    >  59 

graec.  t.  15.  Zv|/«xo<  kommt  auch  beym  Ariftophanes 
thiefmophor.  493.  vor,  wo  der  Scholiaft  i\s\t<r(paKoc 
dafür  fetzt*  5  alvia  Hormin  um,  oppyvov  hift.8,  7.,  wurde 
zugleich  mit  Sefa  m  gefäet.  Die  Saamen ,  dem  Küm- 
mel ähnlieh,  werden  von  keinem  Thier  genoffen. 

Fraxinus  Ornus  und  excelfior  find  /uiXi»  und  j&v* 
ftfkiat  hift.  3,  11.  Denn  von  der  letztern  wird  ge- 
tagt, ße  trage  Kätzchen  (ßgvx)  neben  der  Frucht. 

Iris Jlorenrtna,  ijpic  hift.  6,  7.  7,  7.  n.  Hipp, 
morb.  mol.  2,673.  In  Ulyrien  wachfe  die  befte: 
die  Wurzel  werde,  wegen  Wohlgeruchs,  zu  Salben 
gebraucht«  Athenäus  (Üb.  i5.  c.  8.  p.  486,  Schw.) 
mifsverfteht  den  Theophraft,  wenn  er  feine  Worte 
fo  anführt:  /uivjj  r§  räv  £VQU7raut*v  «v^f'wv  svorpot;  farb. 
Pbilinus  fagt  eben  dafelbft,  die  Blumen  werden  Xuxoi 
genannt  ,  weil  ße  den  Wolfslippen  ähnlich  feyn. 
/.  gramine a ,  die  im  Peloponnes  nicht  feiten  ift,  wird 
die  (piXkw  Kakaubtlstrr^to  hift.  7 ,  11.  feyn.  Ob 
$«ry«vov  daf.  Iris  foetidiffima  ift ,  wage  ich  nicht  mit 
Gewifsheit  zu  beftimmen.  Nicand.  bey  Athen.  Üb.  1 5« 
c.  9.  p.  495.  Schweigh. 

Aber  /.  Sifyrinchium  ift  fivvQryxw  hift.  1,16.  7,12., 
deffen  Knollen  genau  befchrieben  werden.  Die  letz- 
tern werden  noch  jetzt  in  Spanien  gegeffen  (Cluf.hif*. 
i,  217.).  Es  könnte  wol  feyn,  dafs  Theophraft 
diefe  Art  mit  der  vorigen  verwechfelt  hätte,  weil  er 
der  efsbaren  Knolle  die  iufsern  Schaalen  abfpricht. 
Qladiolus  communis,  £i(£iöv  hift.  6,7...  Crocus  nudiflo- 
rus Smith.,  xpoxo?  oyi*v£>j$  <r$o5p«,  und  Cr.  fatisruS)  tt^w- 
ixv&ifc  hift.  6,  6.  Von  dem  erften  fagt  Nikander  bey 
Athen,  üb.  i5.  c.  9.  p.  495.  Schweigh.  xpoxo;  §i'*f* 

Cyperus  comofus  Sibtfa.  fl.  graec.  t.  44«  Ift  der 


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*q  tweytes  Book   V*t%#  Kppitel. 

gewöhnliche  #ilx$$Qos  mit  dünner  faferiger  Wurzel, 
und  eiki&en  Blättern  hift.  i ,  7.  9.  i3.  Hipp,  vict. 
acut,  409. . .  Cyperus  rotundus,  K*k*u,oq  9 uwhft  hift.  4>  9* 
fluclr  a^oftoc  «io^o;  Hipp.  morb.  mul.  2.  673,  f  und 
xuVf /pcyix  Kü*X4&«v  Theophr,  de  odor.  p.  446.,  aus  def* , 
fen  Wurzeln  ro  xptff/ua  ip*Tp«tüv  bereitet  wurde.  Auf 
Parus  un  i  Naxus  werden  noch  jetzt  die  Knollen  ,  des 
Wqhlgeruchs  wegen,  anter  die  Kleider  gelegt  (Haxcr- 
#«*>ey  Smith  ß.  graec.  1,  3o.).     Cyperus  faßigiatits, 
c&Qi  hift.  4>  9«    C.  Papyrus ,  nraflrvpo?  hift.  4>  9?  feiir 
gut  befcjirieben.     Auch  Strabo  fagt  (Hb.  17. 
F.  528.Tzfcb  ):  ßtßkot*  *fX*  (ttSfe,  evit^i  feeyr« 
X«tTOv*    C.  efculentusj  Erdmandelq,  ft*«<no*hifK4f  9*i 
3uch  n4«>4y«*^4^J?  daf,  c,  10.    Die fq  wurden  häufig  ge,- 
geffen.     VergJ.  Cluf.  zum  Belon  obf,  üb;  2.  c.  4o. 
Piodor  von  Sicilien"  erwähnt  eines  häXä^o?,  deffen 
früchte  (üb.  2.  c.  57.),  und  an  einer  andern  Stelle 
eines  gleichnamigen  Gewächfes,  deffen  Wurzeln  von 
den  flhizophagen  gegeffen  werden  (Üb.  3,  c.  23.). 
$cho*nust  nigricans,  /uc  X*<yxp«vif  hift.  4»  *  3.    Sch.  mu* 
cronatus*  <r%oTvoq  o%\>$  daf.    Sch.  Marifcus,  c^©tf%wvo? 
daf.    AJle  drey  wachfen  im  Peloponnes  und  auf  den 
griechifchen  Infein.    Scirpus  marUimus9  vxpivQi  hift. 

■  •  ♦ 

9>7- 

PanUum  italicum ,  Hiyxpt  hift.  8,  3.  Hipp, 
morbymul.  1,  619.  P.  miliaceum%  (tdXtvov  daf.  Unter 
den  Getreide- Arten  wird  zuerst  der  Winter-  und 
Sommer «  Weizen ,  *rupoc  fc«i^<r*ropöJ^w?  nad  rgi/^voc 
cauff.  4i  12-  gu*  unterfebieden.  An  einem  andera 
Orte  hift.  8  ,  4*  führt  er  die  Abarten  des  Weizens  auf : 
der  fch werfte ,  vollkörnigfte  war  der  böotifche,  auf 
diefen  folgte  der  ueiütche :  der  leichtefte  war  der  pon- 
tifche.  Der  übyfche  hatte  einen  dflunen der  Ka- 
chrydias  einen  ftarken  Halm.  Diebeiden,  Arten  von 
Spelz,  Triticum  Zea,  und  Tr.  SpeUaf  eXug«  hift. 
*f  4<  9-»  werden  auch  unter  dem  Nam«*  de*  thraci- 


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TbeöfAraft  roh  R-eftis.  ; 

tifteft  vielhtilfigyn  Weizens  befchriebcn.  TrhicttA 
rtionococcon,    Einkorn  oder  Peterskorn,  ift,  nacfi 
meinen  neuern Unterfuchungen,  t/$>j  hift.  8,  1 .  2.4.9) 
Es  komme  in  fchlechtem  Boden  fort,  habe  den  Saa- 
men  in  Halfen  eih  gefehl  offen ,  und  fey  dem  Wei/;eti 
ähnlich.    Diokles  von  Karyftus  gab  den  Werth  der 
tģ*j  viel  geringer  an,  als  des  Weinens.    Aber  Mne- 
fitfceus  vönKyfikns  rerwechfelte  rt'Cpn  mit  £/2  {Gafcn. 
faeüäi.  älim.  1  ^12.).    Galen  fetzt  noch  hinzu :  Die* 
Gdfrade  tverde  in  'thracien  flriter  dem  Namen  ßgt(x 
gebaut.    H&rdpÜm  nudum  ift  wohl  'kft&i,  in  tSv  71^ 
/iw^jwmw  hift;  Ö  ,  4.     Eben  dafeibft  welken  die 
Arten  der  G^rfte  Aach  den  Zeilen  der  Körner  ünter- 
fchieden :  oitrrixos  ift  H.  di[tichum%  ^i&rtxp;  Ä  n>ara- 
fiiehon.    Ueberhaiipt  wird  Wemerkt,  dafs  die  öerfte 
&OU*^i  rfer  Weizen  utmxofrey.  4  Atltm  Ünp' Acrfif. 
lifche  Gerfte  kommt  vor  miffebr  fchweren  Körner^ 
und  einer  Aebre,  die  unmittelbar  auf  den  ötetteYn 
fitze.    Vergl.  Hipp,  de  morb.  3,  496«    EuftafnV  tdt 
U.  2,  p.  25g;  ScTiweighäufer  zum  Athen.  3,°Ba.«p.  3'ia. 
Was  das  für  ein  Getreide  (criroO  ift,  das  rn  ßaktrieii 
Körner  trage,  wie  die  OJivehkerne  grofs  (hife  8/  4$  - 
ift  nicht  ganz  klar.    Es  könnte  eine  Art  Moorhirfe 
(SorghumJ  feyn.    Deutlicher  befchreibt  das  letztere 
Pbiloftratus  (vü.AppHon.  3,5.)- 

Unter  den  übrigen  Grasarten  ift  r\  7a%*i[si4$  in 
Thrahcien  (ktfi.'§\  17  )  wahrfcheinlich  Andropogoh 
lfchaemum.  «Rf/w\  ro  <ßXf«$,  welches  auch  7r\U*- 
f*X  genannt  wird,  deffen  ßlflthenrifpe  als  FlederwifcÄ 
(irpc?  t*<  Kovi«<rc#0  gebraucht  wurde  (hift.  4,  9.  1  t.), 
ift  wahrscheinlich  Arundo  Amjklodffmos  Cyrill.,  wo- 
mit rrian  in  Italien  die  Weinftöeke  anbindest.  / 
foll  nach  dem  Scholiaften  des  Ariftophanes  {ran.  i33i .) 
häufig  in  den  Sümpfen  von  Marathon  wachfen.  Sib- 
thorp  hat  indeis  diefe  Art  nicht  gefunden.  Arundo 
Donax  ift  liv»Z,  auch  x*X«/*<h;  *t»XijT*KC>  und  faylrtf 


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fcweytes  Buch.     Erltes  Kapitel. 


hifr,  ij  j.  4,  ii,  wozu  noch  Hardain  zum  RU- 
nius  ib\  36.  verglichen  werden  mufs.  EJpwT«?  fccv*- 
xosiq,  lovotKorgc<fQg ,  JovaxoxXou? ,  üfyc'f*;  fcovax/  xXctf*? 
Euripid.  Hei.  210.  355.  Iphig.  Aul.  179.  Iphig. 
*faur.  4oo.  i  Arundo  Phragmües  ift  x*fr«KMif  hift.  4, 1 2* 
J.epigcios,  KxksyMs  imystoc  daf.  Stipa  tenaciffima, 
welche  Sibthorp  häufig  auf  den  Hügeln  von  Attika 
fand,  ift  X/vcg-ttj^tcv  bift.  l ,  7. ,  Strabo  erwähnt  einer 
Gegend  Zwilchen  Sagunt  und  Setabis,  wo  j}  <tx?/v0- 
irXoni>uj  örrafTo?  feh,r  ;|iaufig  wacbfe  und  ausgeführt 
werd*  (Üb.  3.c.  4.  p.429.  Tzfch.).  Noch  jetzt  ift  def 
Sparco  in  Spanien  berühmt,  weil  ungemein  vi eJ  Oe- 
rath e  daraus  gemacht  werden  (Dillons  Reife  dur.dfc 
Spaniern,  2,  5qi.)  v.v  Aly(h*4ß ,  ein  arges  Unkraut, 
ift,  befop rfers  weil  es  yielhülßg  genannt  wird  Mß. 
4*:4JS  :4e$tt°Ps  ovaia$   die  auf  den 

griechifchen  Infein  fehr  gemein  ift.  h^ofxo;  hift. 
8 ,  4,  5.  cauff.  4,7.  ift  Avena  fatua.  Alp«  hift.  2,  5. 
4,  17.  Sfy.b.  ift  Lolium  temulenium.  'AXwTr^xoupo* 
hift.  7,  10.  Saccharum  cylindricum,  welches  Sibthorp 
(ß  graec.  t.  53.)  häufig  bey  Athen  fand.  2/r«X«<f  oupo$ 
hift.  7,  10.  ift  Seeale  villofum  ,  welches  auf  dei|  ' 
Aeckern  in  Kandia  und  Zacynthus  häufig  ift.  Tbeo*~  ' 
phraftfagt:  es  fev  dem  Weizen  ähnlich,  nur  behaart 
fey  die  Aehre.  "Ay^crtq  hift.  1,  10.  2,2.  4i  ll» 
ift  TrUicum  repenst  Queckengras.  Es  fey  gemeines 
Unkraut  mit  knotiger  Wurzel  ,  welche  efsbar  fey. 
Diodor  (1,  43.)  verwechfelt  ts  wahrfcheinlich  mit 
Papierfchilf ,  wenn  er  fagt,  dafs  die  alten  Aegypter 
davon  gelebt  haben.  Sehr  fchön  fagt  Theokrit  id. 
l3,  4?t  i/Xrr«yj}?  iy(w<rrt$y  umkriechende  Quecke. 

r  Ficus  Sycomorus  ift  auaifjuvoq  und  m**?  nvtfQtoe 
hift.  4)  2.  Celfus  fagt:  arbor  in  Aegypto  nafeens, 
quam  ibi  piofoirvxov  appellant  (3,  18.).  Ficus  indicay 
cüh?  ivhaj  (hiß.  1,  10.).  Vergl.  Oneficritus  bey 
Strabo  Üb.  i5,  p.  4l»  Tzfch.  c  j  .  . 


0 


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Jtiitia  fo^fc,  *>u^W  hift.  7,  >,  wenig, 
fteas  nach  der  Befchreibung  hift.  g>  1 6.  Doch  kann 
hier  ein  Irrthum  obwalten.  Als  ipj-S-^chuvoq  kommt 
Rubia  tinctorum  Hipp,  v\cU  acut.  4°7-  vor«  Galium 
Aparine  oder  capUlar* ß^tfr  fl.;graec.  i%<,4.  ift  «ttä- 
•0g,  >j  xo#  t«v  luxTimt  rmvj:ix^^  tjjv  rgogtynrraj 
hift.  7,  12.  Cor n us  maseuia,'  aqxvcix  hift.  5,  4*  l2» 
C,fanguinea%  hift.  3,  6.  12.    Hex  Aqui- 

folium,  xjjWrpoy  und  9  *>;X*<rTpe$  hift.  3,  4.  4,  1.  5.  7. 
Blaeagnus  angufiifolius  ihjäasyvos  hift.  4,  1  1 .  P/a/i- 
tago  maior  ,  a^vo>>.(i» er cov  hift.  7  ,  9  10.  PL  Corona- 
pus,  KO^wvoirflüü?  hift.  7,  9.  Tra/7a  natans ,  r^ißekog 
b  top;  f fX«WTwv  7rcTafj.wv  hift.  4,  1  u  Im  nordli* 
eben  Griechenland  häufig. 

He  Hot  r opium  europaeum ,  jjWrpcTnov  hift.  7,8. 
Afprrugo  procumbens ,  <aV*£ni*J  hift.  7>  n.  genau  be*. 
fchrieben...  4«efti£/2f #jffc^ r ^»M.'hiiit.  7 ,  9..'i 
Ori/i*/i*  *//wa  Willd. ,  jcRfjr&oc  hift.  6,  8/  Aber 
hier  lefen  Athen  aus  und  PJnnus  Xeigtov.  Convolvulus 
fepium,  vielleicht  iWiw'wj  hift.  1,21.,  und  «or/wj  cauff. 
2,  25...  Convofoulus  Seammonia,  o-kä/u/kwv/*,  hift, 
9,  1.  10.  24.  Die  Pflanze,  aus  der  das  aleppifche 
Scammonium  bereitet  wird,  wächft  an  Zäunen  auf 
Rh  od  us  häutig.  Hipp.  morb.  mul.  1 ,  597.  Menyan- 
thes  trifoliata,  p^vav^oq,  hift.  4,  M.  Paxamu» 
(g*opon.  2,  4.)  nennt  eine  dreyblättrige  Pflanze, 
welche  die  Sümpfe  anzeige,  .  .  Lycium  barbarum, 
vielleicht  ol<ro;  hift.  5,  17...  Cordia  Myxay  iregvioiß 
hift.  2,  3.  4,  2.  Strabo  fagt  (lib.  16.  c.  4.  $.  14. 
p.  416.  T*fch.):.  der  Baum  wachfe  an  der  öftJichea 
Rufte  von  Afrika,  nicht  weit  vom  Vorgebirge  Dira. .  r 
Cordia  Sebefi+na ,  xo>txup<X&  aiyu7rrt»  hift.  4»  3.  .  • 
Jfrojwi  Mandragora,  po^l^oqaq  hift.  6,2.  9,  10. 
Die  Pflanze  wächft  bey  Athen, .. .  Phyfalis  Jomnifera> 
ri  ctqvxvcv  hift.  7,  8.  12.,  auch  0 o"rgi!%vo$  &**o*pof 
und  wrycäw  hift-  9?  *3.,  deffen  Früchte  efsbar  und 


1 


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tk  Zweites  Bucli.    ferfiis  kapiteL 

rotb  frie  Scharlach  >  defTen  Wurzel  frifch  Mütrotb , 
cetrocknet  weife  attsfieht,  deffen  Blatt  dem  Quitten- 
blatt gleicht.  Die  Pflaaze  fand  Sibthorp  auf  Euböa.  •  * 
Solanum  infanum,  cr^x™*  1**^**)  *v  **l  $puopöV  **- 
Xouti  hift.  9,  10;  . .  Violk  Uorata  >  iW*  ,uA*iv«  hift, 
6  6.  Hipp.  nat.  mtd.  §70.  Xtikohv  *o>A*v.  Nicaad. 
bey  Athen,  üb.  15.  c.  8.^:  495,  Schweigh. 

—  ,'«■>&< 

Cn/cata  europae*.  ^ejSfotrf  Wft-  8'  J* 
Sotion  befchreiben  fie  unttir  dem  Namen  <xnrgo\i*v 
Ceopon.  * ,  4».  43.  .  .    Ctraionia  SUiqua, 
hift.  4,  2.  1,  «5.  18.    Aber-,  obgleich  am  erften  Orte 
richtig  die  Äülfenfrucht  angegeben  wird  ,  fo  wird  an 
der  iweyten  Stelle  doch  die  Frucht  ägyptifche  Feige 
genannt  ,  die  von  Ficus  Sycomorus  kommt*  .  •  Rha- 
mnus  Alaterttus,  <ßiXt5x>rh1ft.  5  >  6.7.,  mit  weifsem  , 
zähem  Holz.  .  .    Rh.  infectorfOS,  f'Ajiw«  Xtux,,  und 
JlÄ.  oleoidest  e*}«vo<  /uIXouv*  hift.  3 ,  16.  .  .  Zizy- 
bhus  Paliurus,    «•«XAufo?   hift.  4»  4-  •  •     2>  LoH**  * 
Xurit  Xi/WY  dar.    Zugleich  aber  wird  Celtis  aufträ- 
te befchrieben ,  wie  AngUillara  (de'femplici,  p,  74-) 
richtig  bemerkt. .  .    Eiotiymus  latifolius,  ro  «ü«w»^ 
hift.  3 ,  » 7.    D}e  Befchreibung  fcheint  durch  eigene 
Bemerkung  entftanden  zu  feyn:  nur  fällt  die  BlQthe 
auf,  die  dem  Xtvxwo*  (Leucoium  Vernum)  ähnlich 
feyn  foll.     Der  Baum  wachte  auf  dem  örtynifchen 
Berge  der  Infel  LesboS.     Sibthorp  fand  ihn  auf 
dem  Athos. .  .      Hedera  He/ix,  xrrrot  hift.  4»  »7' 
Er  fev  den  Bäumen  nachtheilig ,  an  deUen  er  fich 
hinauf  fchlinge.    Das  Cegentheil  fuchte  neuerlich 
Kepton  (Linn,  transact.  vol.  tu)  zu  beweifen.  Die 
verfchiedenen  Spielatten  des  Epheus  wenden  hift, 
3,  17.  angegeben.  . ,    VUU  vinifera,  ifunl**  •  Die 
'-■  Blttthe,  «iw»v*J ,  hift.  6,8.,  welche»  von  der  fplter 


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* 


Theoohraft  von  Erefus.     *  Ae 

aufzufahrenden  Ümbellate  unterfchieden  werden  mufc. 
Theophr.  cauff.  3,  19.  heifstes  vom  Weinftock:  orxv 
he  ßXaarravvi,  irsQieuQ€tv  ra  akXac  irivräy  ttXjJv  cVa  Kxqiriv 
* X**>  reärrw  iiriKvi&v  rxq  Köpy      iv  auT«u>  T*f$  ohd&aq. 
Vergl.  Galen,  compof.  med,  fec.  Joca ,  Üb;,  8.  p.  283. 
Aus  der  Weinblüthe  Und  den  Blättern  machte  man 
mit  Oehl  in  Cyprus  das  oivxv&tvov.  Theophr.  de  odor. 
p.  446.  ed.  Heinf.     Der  an  andern  Bäumen  klet- 
ternde Weinftock  beifst  av«&«vfy«V>  cauffc  Zi  i5.  .  *  ' 
Beta  vulgaris ,  revrXiov,  reZrXoSy  revrXit  hift.  1,  u., 
werde  oft  baumartig,  bift.  7,  n  2.;  treibe  vielSeiten- 
fprofTeOj  hift.  7 j  5.    Die  weifsö  Abart  fey  milder; 
fie  heifse  auch  die  ficilifche  *   hift.  7 ,  8.  > .  UJntus 
campeftris ,    fteht  als  *t*X<ä  und  i^tirrtki*.  Jene 
fol)  ftrauchartig*  diefe  baumartig  feyn.    Die  Frucht 
wird  auch  genannt  >  hift.  3,  i3. .  •  Caloeropis 

procura  Browni  ift  die  Pflanze  in  den  ägyptifchen 
Sümpfen  mit  zweyzeiligen  Blättern,  wovon  die  Aerzte 
ein  Heilmittel  in  weiblichen  Krankheiten  und  bey 
Koocbenbrüchen  entlehnen  >  hift  4>  Vergl.  Al- 
pini äeg.  c.  25.  Beid  el  offar.  Vön  Caloeropis  gigan- 
tea  R.  Brown,  mufs  die  Erzählung  Nearchs  von  einem 
lorbeeräbnlichen  Gewächs  in  Indien  verftanden  wer« 
den,  deffen  Genufs  das  Vjeh  in  tödtliche  Zuckungen 
fcürzt  (Sirabo  lib4  i5.  c.  2.  f,  7.  p.  172.  Tzfch.). 
Eryngiuffk  ntarUirnuni,  tylyytov  hift*  6,  I.  Ich  ver- 
mutbe,  dafs  dies  oder  Eryngiüm  campeftre  aiytirU'1 
hift.  2j  9*  ift*  Denn  der  Scholiaft  des  Thebcr. 
id.  4>  ^5.  nennt  e*  fein  dorniges  Gewächs  Von  blau- 
grüner  Farbe  mit  breitem  Blatt. 

Tordylium  officiriale,  cscrsXi  hift.  § ,  i5.  Hefa- 
c/^nm  Panaces  oder  pyrenaicum  Larti.  ift  Vermutblich 
'HpftXttoV  hift.  9,  1 2.    Die  Befchreibung  und 
einzelne  Zeugniffe  frimmen  uberein :   Sibthorp  fand 
aber  nicht  die  Pflanze.    Peucedanum  qfficinalet  *r*uitt- 
bift.  9*  t3.  i5. 12,  Vergh  Euftath,  in  Ii*  A*63» 

Gtlfch*  d.  fiouöik.  t.  5 


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66  Zweytes  Bucfc    Erftes  Kapitel* 

p.  90/  .  .  Paßinaca  Opopanax ,  9r*v**£?  &f#gwwov 
hift.  9,  12.  Ferula  tingitana  ift  die  PfldnZe,  die  das 
Silphion  von  Kyrene  giebt,  hift.  6,  3.  .  .  Cachrys 
alata  Marien.  Bieb.,  fxotyijha^q  ebendafelbft,  wächftin 
der  Gegend  von  Syrien»  und  foll  auch  auf  demParnafs 
wachfen.  Es  ift  dem  Silphium  ähnlich,  nur  dafs  es  kei- 
nen folchen  Saft  hat.  ManfoIJe,  fagt  Tb.,  überhaupt 
unterfuchen,  ob  die  Pflanze  gar  keinen  Saft  gebe.  Dies 
ift  vielleicht  die  Art  von  Silphium,  die  am  Kaukafus 
das  Vieh  frifst  (Arrian.  exped.  Alex.  3 ,  28.).  Tour- 
nefort  fand  die  Pflanze  bey  Erter  um  (voy.  2.  p.  121.), 
Marfchall  von  Bieberftein  im  öftlichen  Kaukafien.  Erft 
fpäter  ward  das  medifche  Silphium,  Afafötida,  von 
Ferula  perßca  oder  Afa  foeti&d  bekannt  (Strabo  üb.  1  1. 
c.  1  2.  p.  56o.  T^zfch.);  welches  in  Bactrien  den  Spei« 
fen  als  Verdauungsmitte]  zugefetzt  wurde  (daß  Jib.  i/J. 
p.  182.).  Ferula  communis  oder  nodifhra  ift  vap-Shjf 
hifr.  6,  2.  Cachrys  ficula,  iTTiroui^x^^v  hift.  6,  1. 
Hipp.  nat.  mul.  /J72.  Bubon  Galbanwn  L.  foll  die 
geben ,  hift;  9,  7.  Thapfia  foetxday  vielleicht 
VÄp-SvjKW*  daf. .  •  TA.  garganica,  $xfyz  hift.  9,  9.  i  o. 
Run  fragm.  p.  21.  Der  hefte'  wachfe  in  Sicilien  nnct 
Libyen.  Selinum  Oreofelimtm,  c$so(Tb)jvov  hift.  7,  6» 
Doch  führt  Sibthorp  jene  Pflanze  nicht  an.  Selinum 
Anethum (Anethtim  graveolens), *ivrt$ovh\lu  1,  i5. 16.. . 
Coriaftdrum  fativurn^  y.cplxvvov  hift.  7,  4«  . .  Cuminum 
Cyminum,  xu4u/vcv  hift.  7,  4.  .  •  Smyrnium  Olus  atrumy 
i7T7rö(rt!X/vov  hift.  7,  6.  .  .  Conium  maculatum,  kuvsiov 
hift.  9,  17. .  .  Achamanta  panacifolia  Spr.,  Xißavuri^ 
xxQirtuos  hift.  9,  1 3.  Der Saame heifse  xä^du?;  Nikan- 
der  und  Andere  nennen  auch  ähnliche  Pflanzen  fo. 
y/rA.  cretenfiSj  havy.cs  9,  17...  Chaerophyllum  ßati- 
vum,  (M'lvhii;  hift.  7,  9.  Eurip.  Acharn.  act.  2.  fc.  4. 
Myrrhis  odorata,  (Jtvffic  cauff.  6,  i3,  ift  Xa?£*y>?poy 
ti(TTopLov  aoti  €\to(ry.ov.  .  .  Oenarithe  pimpinelloides  % 
o/vaVfy  hift.  6,  6. .  .    Edtinophora  tenuifolia,  xxvxxe? 


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Tiieophraft  von  Erefus/  67 

* 

'AraXiprioV  hift.  9,  12.  ..  Bupleurum  rotundifolium, 
vielleicht  hJwv//,  >jv  xaXoScr/  r*v«;  j8o'jVo>j<mv  hift.  7 ,  «S. . . 
Anthri  fcus  vulgaris  Spr. ,  #o*>to?  daf.  .  •  Caucalis 
grandjßora,  x*uk«X/$  daf.  .  .  Apium  Petrofelinum, 
oä/vov  hift.  7,5,,  rx  triXtvet  eüoofAx Theoer.  id.  3 ,  25: ; 
5rcX*b^U7rTöv  id.  7>  68.  /fy*.  grasreolens,  csXtvov 
fX&tcv  hift.  7,6.  ••  Sefeli  tortuo^um,  vielleicht  //.uo- 
(povov  hift.  6,  i«  2...  Meum  Foeniculum,  /uxpxS-gov 
hift.  1,  i5.  16.  6,  1.  7',  4. 

.R/u/j  Coriaria,  o'oZq  hift.  5,  18.  ViburnumLan* 
tanay  $'Qxijira.\o$  hift.  3,  7.  4>  l-  Drypis  fpinofa, 
fyuirtq  hift.  1 ,  i3.  Sibthorp  fand  fie  auf  dem  Parnafs. 
Sambucus  nigra,  a*r>j  hift.  5,  i3.  Bufus  (fragm. 
p.  21:)  unterfcheidet  die  baumartige  von  der  niedri- 
ge a.     S.  Ebulus  (ähtjj  X*.4**1^**  )• 

Amaryllis  lutea,  ir&o$y  £v&cs  £%wv  w'xpoXfüjtov  hift. 
6,8.  Sie  wächft  in  Attika  wild.  Vergl.  Athen, 
üb.  i5.  c.7.  p.475.  Schw.  Leucoium  aefiivum ,  Xsu- 
xcibv  bift.7,  1  *•  Lilium  Martagon,  ro  (pXoyt/jiov  xxXgv- 
pr/ov  to  iygiov  hift.  6,  8.  Lilium  candidum,  xp/vcv 
hift.  6,6.  Athen.  Üb.  i5.  c.  8.  p.  482.  Schw.  4>/X/- 
vcq  hi,  to  kqIvov  ü<p'  <2»v  jwtv  X«/o/ov,  uCp'  «y  o'  7ov  x*X* 
c.  9.  p.  49  2*  ^"  chalcedonicum ,  ^uspoxficXA.^  hift.  6. 
Aber  die  Wurzel  (oll  holzig  feyn.  Hätte  Theophraft 
eine  andere  Pflanze  darunter  verbanden ,  als  Diofko- 
rides?  Oder  ift  es  ein  Irrthum?  Die  Blume  ver- 
welke des  Nachts  und  fchiiefse  fich  nur  am  Tage  auf, 
Athen,  üb.  i5.  c.  8.  p.  485.  Schweigh.  Sollte  Herne* 
rocallis ßavaitt  Griechenland  wachfen?  Pancrachmi 
maritimum,  ro  xgjvoy  ro  &«av&£c  hift.  1  ,  17.  Narrt) - 
fus  Tazetta  ,  vzqy.i<tiiq$  hift.  6,  8.  Sophocl.  Oedip. 
Colon.  71 3.  0  XÄ>wX</3oTfü?  vxqxhjJos*  Dies  ßeywort 
kann  nur  auf  die  genannte  Art  gehen.  Eumaclius 
von  Korcyra  bezeugt  beym  Athen.  Üb.  i5.  c.8.p.485. 
Schw.,  dafs  die  Pflanze  auch  axaxaXXi?  und  xgoraXc? 
hdfse.    Fritillaria  pvrenaica,  Tri$o$,  äv$o$  *%w  cuotov 

5  • 


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6g  Zweytes  Buch,    Erftef  Kapitel. 

t3  uWv-9-w  hift.  6j  8.  Hyacinthuscomofus,  wahrfcheiii- 
lich  ßokßo»  xw&iov  hift.  6,  8.    Theophr.  cauff.  i  ,  4- 
kommt  ifxiQXHOs  xW0%*  mil  knolliger  Wurzel  oder 
Zwiebel  vor.  Sollte  dies  nicht  diefe  Pflanze  feyn?  .  . 
Crinum  afiaticum  kann  die  indifche  Zwiebel  feyn,  die 
als  haarig  befchrieben  wird hift.  7,  11...  Anthericum 
graecum,  ßokßw  hift,  7,  1 1 .  ...    Scilla  hyacinthoides 
mufs  die  wolletragende  Zwiebel  feyn,  hift.  7,  u,, 
obgleich  Sibthorp  die  Pflanze  nicht  in  Griechenland 
fand.    Scilla  maritima,  <txi\Xä  hift.  7,  11*  Afpho- 
delus  fifeulofiiSj  «v-9-fc'p/xo?  hift.  1,  6.  6,  2*  7*  11. 
a*&ifi%  heifst  beym  Theokrit  id.  1 ,  52.  der  Stengel 
der  Pflanze ,    woraus   man  Grillenfallen  machte. 
Afph.  ramofus ,  a<r$&«Xo?  hift.  7,11...  Afparagus 
aphyllus,  dtririfayos  hift.  l,  16.  6,  i.3.  VergJ.Tour* 
nefort  voy.  1  ,  88.  . .      Allium  Cepa,  xpo/x^uiwv  hift. 
7,  4.     All.fativum,   owpoSov  daf.     Davon  ift  7^- 
•&üov  oder  7>jTfiov  hift.  7,  2.  5.  6.  9.  die  Abart,  wel- 
che Satz-  oder  Steckzwiebeln,  auch  Gällinge  genannt 
werden.    Vergl.  Anftoph.  ran.  634. 

All.  afcalonicum}  <rxop.  aVxaXttV/xov  daf.  All.  Portum, 
nqiGov  hift.  7,  1.  ^//.  Schoenoprafum  ,  ffxcpcSov 
cyjtrrov  hift.  7,  4«  All.  nigrum  oder  Diofcoridis  Sibtb., 
/uwXu  hift«  9,  17.  .  .  Leontice  Leotitopetalum  ift 
vermuthlich  •Stjo-ciov  mit  bitterer  abführender  Wurzel, 
hift.  7,  1 1.  Timachidas  beym  Athen»  lib.  i5.c.g.p.497. 
Schweigh. 

Vergl*  Diofcor.  3,  1 1  o.  .  *  Loranthus  europaeus,  trrtki$ 
cauff.  2,  23.  .  *  Acorus  Calamus*  Kxkapßs  ffuoö-^o;  hift. 
4,  10.  9,  7.  Hotkuftoq  (AVQ*\pi)tG$  HiJ>p.  morb.  muh 
2,  55 1.  Vielleicht  xatro'a  ix  xi/*vwv Strabo  lib.  i  6>  c*  4* 

1 


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Theopbraft  von  Erefus.  69 

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a5.  p.  455.  Tzfcb. .  .  Veratrum  album,  SWißopos  X*u- 
xo?  hift.  9,11-   Die  Pflanze  fey  in  Griechenland  feiten  : 
fie  wachle  am  Oeta  beyPyra,  dann  am  Pontus,  in  EJis 
und  am  malifchen  Meerbufen.  (So  lieft  Hahnemann  /xa- 
^MTrfi  ftatt  (JM<rcoi\tt*Tv}s.)    Der  parnaffifche  und  ätoli- 
fche  bringe  gefährliche  Wirkungen  hervor.    Am  mali- 
fchen Meerbufen,  nicht  weit  vom  Oeta,  lag  Antikyra 
oder  Antikirrha,  berühmt  wegen  des  trefflichen  Hel- 
leborus,  iXXtßofoq  d<rrsto$  Strabo  Üb.  9.  c.  5.  $.  3.  p. 497» 
Tifcb.    Neuerlich  fand  Hawkins  die  Pflanze  auf  dem 
Pindus,  an  der  weftlichen  Gränze  Theffaliens.  .  . 
Mufa  paradlßaca  mufs  der  indifche  Baum  feyn,  def- 
fen  Blätter  zwey  Eilen  lang  und  den  Straufsen-  Fe- 
dern ähnlich  find,  hift,  4  >  5.  ,  •    Oryza  fativa,  opu- 
daf.    Wir  haben  fchon  oben  bemerkt,  dafs  Ari- 
ftoteles  des  Reifs weins  oder  Rums  erwähnt.  Theo- 
phraft  fowohl  als  fein  Lehrer  hatten  aus  den  Berich- 
ten des  Ariftobulus  gefchöpft  (Strabo  üb.  i5.  c.  1. 
$.  53. p.  110.  Tzfch.),    Auch  vom  Bambusrohr,  Bam- 
bufa  arundinacea  ,    hatte  man  zu  Theophrafts  Zeit 
fchon  Kunde,  dieNearchus  mitgebracht  hatte.  (Serabo 
Hb.  i5.  c.  1.  $.20.  p.  4<>*  Efyjjxt  oc  x«#  irtqi  rüv  k«- 
Xa/zuv ,  oti  iroiovrn  {uls>j  ,  [xtXivvwv      0 Jcrwv.)    So  fagt 
auch  Theophraft  (fragm.  p.  475.  ed.  Heinf.),  eine 
Art  Honig  werde  aus  Rohr  gewonnen :  dies  ift  das 
Tebafchir  der  Araber,  welches  an  den  Knoten  des 
Bambusrohrs  ausfchwitzt.  .  •    Rumex  Aceeofa,  Xairot- 
£cv  iyqiov  hift.  7  ,  7.  8.  .  .      R.  Patientia,  XaW$o$ 
hift.  7,5.  1  ,  7.  8.  .  .    Colchicum  autumnale  ift  viel- 
leicht atrirak*};  hift.  i,  10.,  weil  die  Maulwürfe  die 
Zwiebel  aufwühlen.     Es  fcheint  auch  ifyfjteqov  hift. 
9,  18.  zu  feyn,  worüber  Decandolle  und  Eneontre 
gute  Bemerkungen  gemacht  haben  (Recherches  für  la 
botanique  des  ancienS)  p.  i5.). 

Bofoellia  ferraca  Colebrook.  und  Amyris  Kafal 
Forsk*  geben i  jene  den  indifchen,  diefe'den  arabi* 


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70  Ztcreytes  Buch.   Erlte*  Kapitel. 

■ 

fchen  Weihrauch.  Beide  Bäuhje  befchreibt  hiff.  9,  4. 
Der  arabifche  Weihraucbbaum  wachfe  in  Saba  (jetzt 
Merbatb),  Adramytta  (Uadramaut) ,  Katabäna  (Ka- 
taba  in  Tehama).  Der  Baum  habe  Blätter  wie  die 
Mehlbirne  (Pyrus  Ana),  obwohl  viel  kleiner,  und 
grasgrün,  wie  die  Raute.^  Andere  Tagen  :  der  Weih- 
raucbbaum fey  dem  Maftixbaum  gleich  ,  die  Früchte 
den  kleinen  Körbchen  (trxojviVi) ,  das  Blatt  röthlich. 
Das  letztere  iftBofwellia  ferrata,  dieColebrook  (afiat. 
rr/sarch.  9,  377.)  befchrieben.  Theophraft  fpricht 
ausdrücklich  von  den  Infein,  die  die  Inder  beherr- 
feben  (Panchaia,  die  lnfeln  Baharein  im  perfifchen 
Meerbufen),  als  dem  Vaterland  des  Weihrauchs. 
Diefe  nannte  auch  Evemertis  aus  Meffene  (Eujeb. 
praep.  evang.  lib.  2.  p.  Sy.  Diodor.  Sic.  5,  4l«)  als 
Vaterland  des  Weihrauchbaums:  doch  verwechfelte 
er  in  der  Befchreibung  den  Myrrhenbaum  mit  diefem. 
Nearchus  gab  zwar  auch  diefelben  lnfeln  an,  fagte 
aber  nur,  dafs  die  dort  wachfenden  Bäume  einen  Saft 
geben,  der  wie  Weihrauch  rieche  [Strabo  lib.  1  6.  c.  3. 
$.6.  p.  087.).  Den  wahren  (arabifchen)  Weihrauch- 
bauin  fetzt  Strabo  ins  fiuUicbe  Arabien  ,  in  Katabanien 
(lib.  16.  c.  4-  $•  4»  P"  ^93.),  wie  fchon  Herod.ot  (lib.  3. 
c.  107.):  dann  auch  ins  öftliche  Africa,  beym  Vorge- 
birge des  Pytholaus  (lib.  16.  c.  4«  $•  »4«  P*  4*6.  f.\ 
Amyris  gileadenßs  ift  die  Balfamftaude ,  welche  in  den 
fyrifchen  Auen  in  eigenen  Gärten  gezogen  wird  und 
nirgends  wild  wachfen  foll,  h ift.  9,  G.  Das  Gewächs 
wird  mit  dem  Granatbaum  verglichen:  die  Blätter 
fehn  der  Raute  ähnlich,  die  Frucht  der  Terebinthe. 
Faufauias  (y  ,  28.)  vergleicht  diefelbe  Staude  mit  der 
Myrte,  die  Blätter  mit  Majoran  (ci^oxi'X.ov):  Strabo 
behauptet,  die  Staude  habe  Aehnlichkeit  mit  dem 
Cytifus  (Medicago  arborea)  und  der  Terebinthe 
(lib.  16.  c.  '2.  $.  41-  p«  3üS.)  Lawfonia  inermis>  KUTrpo? 
Theophr.  de  odor.  p;  446.     Epilobium  montanum 


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I 


TheophraTt  von  Erefuf*  71 

* 

konnte  oivo&r^xg  hift.  9,  23.  feyn.  Erica  arborea, 
*pem?  hift.  1 ,  1S.  .  .  Daphne  Gnidium,  hvswqos  X*d- 
xss,  iviAtohw  hift.  6,  2.  Vergl.  Run  fragm.  ed.  Matth, 
p-  21.  53.  Daphne  dioica  Gouan.,  xviwpo?  tut\at;  «0- 
<r^U9?  daf;  Sie  wa'chft  auf  den  Bergen  um  Athen,  hat 
ein  Blatt  wie  die  Myrte ,  und  wurzelt  tief.  .  .  Dios» 
pyros  Lotus,  hi^TCuqaq  hift.  3,  i3.  .  .  D.  Ebenafter , 
cßivij  hift.  4>  5.  .  .  ifcer  creticum,  tr(p6vhxfjLvo<;  hift. 
3,  3.  4-  5.  9.  5,  1.  4-  7'  Vergl.  Belon  obf.  1  ,  17. 
A.  obtußfolium  Smith,  fl.  graec  ,  yT&w  hift.  3,  3. 
Tj^v  <r$hhxuvov  iv  um  tu  oqsi  irsCpvMixv  fayt'xv  KxXoZeiVy 
fy  hs  taT  TTthtu  yXtvcvy  dt  V  xvhxtQcvtrh  vloli  irepev  icotov- 
ci'i  tthos  crtysvhxuvov  xxt  £07/01$.  .  •  Polygönum  mari* 
timum  ,  vermuthlich  <Mqbv/.iov  hift.  1,10. 

Butomus  umbettatüs,  ßvvrouos hift.  i,  10.  Theoer. 
id.  i3,  35.  Laurus  Clnnamomum  ( Kiwa^w/wov )  und 
L.  Cajfia  (keurlx)  werden  hift.  9,  5.  nach  den  Ausfa- 
gen  der  Begleiter  Alexanders  gefchildert.  *  .  Caffyta 
filiformis  ift'unftreitig  die  'A»lvrxq  cauff.  2,  23. ,  von " ' 
der,  als  einem  Wunder,  gefprochen  wird.  Porskol 
(Jlor.  arab.ji.  84.)  nennt  fie  Volutella  aphylla. 

Ruta  graveolens,  irrtyxvov  hift.  1  ,  4*  7>  2*  5. 
Cercij  SUiquaßrum  ,  hift  1  ,  i5.  3,  i3.  .  . 

Hyperanthera  Moringa,  ßxkxvos  hift  4>  2.  •  •  Arbu* 
tus  Unedo,  xopzQos  hift.  3,  i5.  5,  g.  Die  Frucht 
heifst  fxttAxtKv\ov.~  .  .  Arb.  Andrarhne  9  «vSp«Xv>3  hifr. 
3,  3:  *i5.  Die  Frucht  foll  eviitxTt Tt<&*$xi ,  welches 
vielleicht  in  den  behaarten  Fruchtftielen ,  wie  bey 
Uhus  Cotfnus  (xoxnuyQt'x  lieft  Stackhoufe  ftatt  xoxxu- 
ftj})Ja)y' feinen  Grund  hat.  Styrax  ofßcinalis ,  gtijqx% 
hrft.  9,7.  Auf  Kreta  wächft  der  Baum.  Piutarcb. 
Lyfaod.  c.  28.  agr^tet  <rrvQ*Keq.  Tribulus  terreftris 
und  Fagonia  cretica  werden  als  zwey  Arten  von  Tpi- 
fio)x;  wohl  unterfchieden,  hift.  6,  5.  Jener  habe 
Blätter  wie  Kichern  ,  diefer  auch  an  den  Blättern 
Dornen.     Saponariu  ofßcinalis ,  <rrgou$/öy»  fo  mufs 


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7*  Zweytes  Buch.     Erltes  Kapitel, 

für  vT(ou&oq  bift,  9,  i4  gelefen  werden.  Etwa«  an- 
ders bedeutet  es  hift,  6,  4.  8.  Vergl.  Athen,  lib,  i5. 
c.  7.  p,  4?5.  Scbweigb.  Sedum  ochroUucum  Smith. , 
iir{7T6TQov  hift.  7,  8.  Dafs  es  £y«v£o{  genannt  wird, 
ift  ein  Irrthum,  .  f  Agroßemma ßos  /ovfc,  «v$ö? 
hift,  6,6,,,  Agr.  cqronariay  <ß^o£  dat  Av^v*?  hift, 
6,  8.  ift,  wenigften«  bey  Spätem»  nichts  anders« 
Vergl,  Athen,  l|b,  *5,  c,  8,  p.  485,  $cbw,  Pftcande? 
daf,  p?493, 

Euphorbia  antiquorum.  wird  bift,  4i  5.  gut  be» 
fph rieben,  Dies  ift  das  Gewächs,  welches  Ariftobu> 
Jus  aus  Indien  beschreibt  {änian^tgeped  Al*&  6,  22.). 
Auch  Strabo  (lib.  i5,  c.  2.  §*  7.  p.  172,}  fpricht  von 
einer  axav-Stt  tpwV  käotpw;  in**  T>fc  yif  iarTQwjib»  r  wel-: 
cbes  diefelbe  Pflanze  ift,  da  ihre  Zweite,  mit  Früch- 
ten beladen,  zur  Erde  niedergebeugt  find,  .  ,  Euph, 
Jpiosy  /<r^«9  Htm  bjft,  9>  \o,  An  de«  Ufern  des 
Mäander  giebt  Strabo.  die  antjoebenifebe  lfchas  an 
(lib.  i3,  c,  4*  $•  l5.  p.  489.^  Galen,  de  eucbym.  et 
cacoch,  p.  354  'V%«f ,  p  VtaXoutn  «tuhwtpv,  ,  ,  Euplu 
fpinnfa ,  to  t/-9tJ/x«XXov  ,  i£  o5  TP  lintou-tyK  hift,  9 ,  1 5, 
Dafs  lirrcotpixis  zu  lefen  ift,  erhellt  aus  hift,  6,  5., 
wo  iViro'(£vPY,und  \Tnro$eu$  fteht,  und  daraus.,  weil 
die  Hippokratifchen  Schriften  (deintern,adfec$.  p.  53g. 
543«  544^  559.  56 \.)  l7riro(p€u$  und  'wjrq<f)ot§q  haben: 
und  Galen  (eppqf,  voc.  Hipp»  p.  486.)  fagti  dafs  es 
auch  kvä<£pv  und  vrvßov  heifse,  Den  Saft  davon  brau« 
chen  die  Hippokratiker  als  AbführungsmitteJ,  Vergl. 
Farkinf,  theatr,  195,  und  Boccon,  muf,  p,  \2,\.  <  • 
Euph.  PfipliSf  6  TiQvfJtet'kkos  irctgikioq,  x.<x,Xcuusyo<;  kpxko? 
bift,  9,  \  5.  T  ,  Euph  nicaeenfiti  9  iffa  wUvptm  ti- 
$J,u*X^of  daf,  .  .  fu/iA,  my  rftnites ,  p  ^upT<TJj;  h^Xpu- 
(*evo$  T&vppk'kcq  XfVKOs  daf,  Theophraft  befchreibt 
<Ue  Art,  wie  die  Rhizotqmen  und  Phw^kopolsoj 


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Tbepphrtft  von  Erefu*  7|- 

Arzney mittel  aus  diefea  verfcbiedenen  Arten  berei- 
ten, nennt  aber  nicht  die  Arzoeymittel  mit  den  Kunft- 
ausdrucken,  Wir  wiffen,  dafs  irtvXiov  (Hipp*  vice» 
acut.  587.)  von  Eupb,  Peplis,  /*jjkü>wöv  (Hipp.  vice, 
acut*  ^.oj.fiftuL  887,)  aus  den  beiden  folgenden  Ar« 
ten  bereitet  wurde.  .  ,  Semperviyum  teuuifoliwn  Sibth. 
ft.  graec,  tt  474  roag  das  **/£o>oy  feyn  ,  welches  auf 
Mauern  un<J Topffcherben  wächft,  hift.  7,  12.  Denn 
jenes  ift  bey  Athen  gemein.  Athen*  üb*  i5.  c.  7* 
p,  4?  3*  Schweigh.   ieiföov  ßorxyjj  ,        $  'Av&j&o'wos 

Cactus  Opuntia,  hift.  i,  10.    lUft  'Oicovrri  (p*<r$ 

tGTcv  jj^J.  Sibthorp  hat  die  Pflanze  nicht  aufgeführt: 
fie  wächft  aber  gewifs  in  Griechenland,  Caraerarius 
glaubte,  dafs  Belons  Anapala  (Hb.  1»  c.  44)  diefes 
Gewächs  bedeute.  .  .  Myrtus  communis,  (xvfötvc; 
hift.  1 ,  4.  1 2,  1.  5,  5. ,  puffiyq  hift,  |  ,  6.  19.  2,  3# 
5,8.,  ^uupTö;  hift,  1,16,  Eine  artige  Sage  vom  Ent- 
ftehn  der  Punkte  in  den  Blättern  erzählt  Paufania« 
2,  5  2,  Phädra,  von  Liebe  gegen  Hippolyt  entzün- 
det,  durchftach  die  BJätter,  .  .  Prunus  domeßicat 
xokxu/asM*  hift.  *4  ^5.  16,  17.  3,  5,  4>3.  Poch 
fcheiot  an  der  letztern  Stelle  eine  Verwechfelung  mit 
CordiavMyxa  Statt  zu  finden ,  weil  von  den  Pflaumen 
um  Thebais  in  Aegypten  die  Rede  ift«  Oder  mufs 
inaq  Theben  für  Thebais  lefen,  dann  wäre  die  Sitte, 
die  Pflaumen  zu  trocknen,  und  Marmelade  Or*X*&s) 
daraus  zu  machen,  fchfln  zu  Tbeophrafts  Zeiten  ge- 
wesen, . ,    Pr.  Qerafus,  tLigeuroc  hift,  3 ,  i2,w<    fr.  wi* 

fiticiQ  ,   <T7ToW?  i  «UT>J  0*  |?(rT/V  ^TTfp  f*W<*  >WK>tt)|UJ)X€Ä 

hift,  3,  5,  .  .  fr.  Pa#«,  jjtt^  hift.  4*  1.  Schnei* 
der  bemerkt  ,  dafs  die  Handfchriften  ipjSp*  haben. 
IL  5,  838.  las  man  fonft  snjfyvöf  «|«v,  wo  jetzt  (pnytvoc 
fteht. . .  Amygdalus  communis ,  a/*u«y$aXj; ,  die  Frucht 
*^ibi)#%  b\iU  \  ,  &       *6,  17,  2,  %.  3.  84  3,  10.  u.  t 


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I 

j$  Zweites  Buch,    Erfies  Kapitel. 

Ueber  die  verfchiedene  Betonung  des  Baums  und 
.der  Frucht  vergl.  Athen,  deipnöf.  2,12..,  Mefpilus 
tanaceiifolia  Smith.,  fjiscmkyj xvSrhtav  hift.  3,  1 1.  Vergl. 
Tournefort  voy.  2.  p.172.  Smith  exot.  bot.  2.  t.  85.  .  . 
MeTp.  /lzarolus,  y.Qxrxiycs  hift.  3,  14.  .  •  Mefp.  Pyra- 
cahtka,  c%vxiixv$x  hift.  3,  3.  4.  4,  4.  6,8.  .  .  Afc/p. 
CotoHtafter,  jUfirTiXjj  <r>jT«vf/o<r  hift.  3,  11.  .  .  Pjrw* 
yfr/Ä,  «j/a  hift.  3,  4*  5V  1.  Pyrus  communis,  Holz-  ' 
birne,  a?/px?,  Gartenbirne,  «ttio?  hift.  4 ,  Vergl. 
Hipp,  da  diaeta,  2,  p.  56o.  Eine  befondere  gute 
Abart  hiefs  diephocifche,  aV/o?  $«x/;  Theopb.  cauff. 
2  ,  2oi Vergl.  Wallroths  Gefch.  des  Obftes  der  Alten, 
&  14.  i5.  .  .  i^rc/i  Malus,  fjtqXex  hift.  4>  1 5.  Von 
denselben  werden  zw'ey  Abarten,  ^iwj,  der  Fröh- 
aptfel,  und  o\|//« ,  der  Spätapfel,  aufgeführt.  Von  der 
erftern  wird  die  föfse  Sorte  als  die  fchwachere  ge- 
nannt, die  dem  Wurmfrafs  am  mejften  ausgefetzt  fey. 
Von-clen  Augen  fagt  er  hift.  i-,  10.:  fiefeyn  denThier- 
fchnauzen  ähnlich;  ein  grofses  ftehe  in  der  Mitte, 
ltnd  kleinere  umher.  In  den  Hippokratifchen Schrif-  , 
tön i(#e  diaeta*  2  ,;  p.  36 o.)  werden  ebenfalls  die  füfserr 
Von  den  faüren  Aepfeln  unterfchieden.  'Optaxkihe? 
pu&iXpxt  Theoer.  uU  5,  g4-  fcheineh  die  Johannis- 
äpfel zu  feyn.  Pyrus  Cydonia.  Von  diefer  kommen- 
2wey  Abarten  vor:  der  Ouittenapfel ,  xuBwv/o?  hifr.* 
se,  3.,  aus  Kydon  in  Kreta  ftammend  (P/i/i.  4>  1  2'.) , 
und  die  füfsere  Birnquitte  crpoü-9-/cv,  wahrfcheinlich 
erft  durch  Gultur  entbanden.  Vergl.  Athen.  3,  2/). .  . 
Pyrus  Amelanchier ,  <tjk>J  i5&/«  hift.  3,  16.  *  .  Pyr, 
erttica,  KoXouTtx  ttsqI  r^vvi5>jv  daf.  Vergl.  P.  Alpin, 
exot.  4»>  vielleicht  auch  fyos  hift.  3,  4-  .  •  Pyr.dome- 
fiica  Smith.  (Sorbus  L.),  ouov  hift.  5,  1  1.  .  .  Spiraea 
falle ifolia y  <n?€t()xlx  hi fr.  1  ,  18.  .  .  Unter  den  Hofen 
werden  die  gefüllten,  Biäv-Sv;  pcSae,  fKÄTövTavfyXtac  ge- 
nannt, hift.  6,  6.,  welche  die  Einwohner  von  Phi* 
lippi  vom  Pangäus  (einem  Gebirge  zwifchen  Philippi 


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Tbeophraft  ron  •  Erefus.  75 

und  Ahdera,  gegen  Thafus  über)  holen  und  in  die 
Gärten  pflanzen.    Auch  Herodot  (S,i38.)  fagt:  In 
den  Gärten  des  Midas  von  Gordium  wachfen  Rofen 
wild  ,  deren  jede  60  Blätter  habe,  und  die  die  andern1  • 
Arten  im  Wohlgemcb  ubertreffen.    Dies  wird  Rofa 
fempervirens  feyn,  welche  Sibthorp  in  Griechenland 
häutig  wild  fand.    Vergl.  Nicand.  bey  Athen,  lib.  10.' 
c.  9.  p.  49 l*  Schw.    Ausdrücklich  wird  eine  Art  hift. 
1,12.  als  <üs!$vXko;  aufgeführt.    Die  mit  rauhem  oder 
ftachlicbtem  Fruchtknoten  werden  hift.  1,17.  wegen 
Wohlgeruchs  vorgezogen.     Dies  pafst  auch  auf  R. 
fempervirens.    Rofa  canina  ift  auviqßotrc^  hift.  9 ,  y. 
Tbeocr.  id.  5 ,  92.  93. 

Rubus  fruticofus,  jSaro?  hift.  1  ,  4*  7-  1  2.  i3.  3,  17. 
4 ,  g.  1 3.  6 ,  1 .  R.  caefius,  ßiroq  iiri  Tqq  yn  hou 
x«t»  vfvroxwf ,  actt  cr*v  vwiirry  rjf  71J ,  fäoilpsvof  vi- 
Juv,  hift.  3,  16.  R*  idaeus,  ßiro$  cf&otyvqs  £työf- 
sXuy>  daf.  •  •  Potentilla  reptans ,  mvrAty&Xw ,  9T*y-» 
T«7r«Xöy  hift.  9 ,  i6.3  KfyipnrirqXov  Nicandr.  ther.  v. 
809.  >  wozu  der  Scholiaft:  ro  Ii  itBVTxitir^Kov  irrt  roxi' 

Papaver  Rhoeas9  pr4nm9  po/*$  xotkovpivyj  hift. 
9,  1 4.  Glaucium  luteum,  pfacw  piXatvot  da  f.  (//.  p/ioe- 
niceum,  p^MV  KSfxrmq  daf.  Theoer.  id.  i3,  4l- 
Hüavföv  %*X/S<!v/dv  gent  wohl  hierauf.  Pancrates  bey 
Athen,  üb,  i5.  c«  6.  p.  4^9«  Schw. 

Chelidonlum  malus*  yjX&wtw  hift.  7,  12.  .  .  Cajfe 
par/j  fpinofa,  KUT7rot^tq  hift.  7,9...  Corchorus  0/*- 
torius,  xcQXopcs  hift.  7,  8.  C(/fttf  vülojus  oder  inca- 
nuf  ift  xhttos  oigfa  hift.  6,  2.  Der  andere,  nicht  nä- 
her befchriebene  wird  C.  monspelienßs  feyn  ,  der 


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7$  Zweyte*  Buch.     Erftes  Kapitel, 

■ 

fehr  häufig  in  Griechenland  ift.  C.  incanus  oder 
aliud  us  ift  ö6hoKtcr<ro$  Tbeocr.  id.  5,  i3i...  Tilia  eu* 
ropaea,  (pthipet  hift.  1,7.  16.  3,4«  9-  Hier  wird 
die  männliche  von  der  weiblichen  Linde  unterfchie- 
den;  jene  habe  ein  härteres,  gelberes,  ftärke'r  rie- 
chendes Holz,  mit  dickerer  Rinde:  die  weibliche  habe 
weifseres,  biegfameres  Holz,  woraus  man  Käftchen, 
mache.  Jene  blühe  nicht  und  trage  keine  Früchte« 
Die  weibliche  habe  am  Blattftiel  eine  kelchartige 
Blume  (die  bractea) :  die  Frucht  fey  rund  und  fünf- 
eckig bey  der  feften  ,  bey  der  nicht  feften 
Art  aber  fpringen  die  Winkel  nicht  hervor  (a&#op#<rro- 
rsqo;).  Hier  ift  offenbar  Tilia  platyphylla  und  micro- 
phyilq  unterfohieden.  An  einem  andern  Orte,  cauff, 
2,26,,  fc hein t  Tilia  alba,  die  in  Kroatien  und  dem 
ganzen  Morgenlande  einheimifch,  ift,  durch  (ßuXXaf 
ixXsuKorepx  angedeutet  zu  feyn.  .  ,  Nymphaea  alba ,  , 
ct/öij  hift.  4»  Sie  wird  im  See  bey  Orchomenus 
(See  Kopais  in  Böotien;  der  Gephiffus  ergiefst  fich 
in  ihn)  angegeben»  In  den  theffalifchen  Seeen  fand 
fie  Sibthorp.  .  •  Nymph.  lutea  Salisb.,  vvfx(pxtx  hift, 
9,  i5.  DJe  Böotier  nennen  fie  piuhtovi'ä  und  effen  die 
Frucht.  Sibthorp  fand  fie  in  den  Seen  Theffaliens. 
Nymphaea  Lotus,  Xorrc;  hift.  4>  lo»  Vergl.  Athen, 
lib,  i5.  e.G.  p.467.  Schweigb.  Nelumbium,  fpeciofum, 
nwtpoq  iv  A/yuWTw  daf.  Vergl.  Herodot,  2,92,  Strabo 
lib,  17.  c.  1.  J,  i5.  p.  528.  Tzfch.  Theophraft  ver- 
ficbert  ,  dafs  die  Pflanze  auch  in  einem  Teich  bey 
Torone  auf  Euböa  gefunden  werde.  .  .  Anemone  co- 
ronaria,  dvsfjktavyj  hift.  7,  S.  9»,  T9  (powixoilv  clv$q$  i^oixrx 
Zopyrus  Oribaf.  p.  349.  ed.  Matth.  Nicand.  bey  Athen, 
lib.  i5,  c.  9.  p.  495' 

Aurott  t'  fj'&MM  ctvfjU»»/<5#<  zcTQsttTTOvaai 

4*  nemorofa ,  iyBpuvn  Uipwm  hift,  6,  8,  ,  ,  Cleva* 

I 


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< 


Theophraft  Ton  Erefaf^    .  '  77 

• 

tis  cirrhofa,  drg»yivyf  hift.  5,  9.    Die  Pflanze  ift  bey, 
Athen  häufig.  Sibth.  fl.  graec.  t.  S17.  .  .  Ranunculus 
Thoray  dxovtrov  hift.  9,  18.  .  .    Ran.  Ficaria,  viel- 
leicht dtyiot  hift.  7,8..  .    Helleborus  orientalis  Lara.  y 
ikTJßogos  (JtiXotq  hift  9,11.  '  Vergl.  Beiern  Üb.  3.  c.  4*« 
Nach  Theophraft  foll  die  P/lanae  überall  wachfen; 
der  befte  aber  komme  vom  Helikon.    Selon  fand  ihn 
auf  dem  Olymp  in  Bithynien ,  wo  Tournefort  nur  die 
Wurzeln  erhalten  konnte  (voy.  2,  1^9.).  Sibthorp 
giebt  ihn  bey  Byzanz  häufig,   dann  auf  dem  Athos, 
bey  Delphi,   auf  den  Bergen  bey  Theffalonich  und 
auf  dem  Olymp  in  Bithynien  an.    Heüeborus  foetidus* 
iXkeßoqot;  (r*i<T*(xosth*x  hift.  9,  16.,  vielleicht  auch  iXk§- 
ßognnj  hift.  9,  11.     Die  Einwohner  des  Delphinats 
gebrauchen  noch  jetzt  die  Pflanze  als  Gegengift  gegen 
Veratrum  album  bey  ihren  Schaafen. 

Teucrium  Pottum,  woXtov  hilf.  1 ,  i3.  2,9.  7,5* 
T.  ChamaedrySy  %aug/8pu?  hift  9,  10.  .  •  Satureia 
Thymbra,  $nipßQot  hift.  1,  16.  6,  1.  2.  7,  1.  Man 
brauchte  die  Pflanze  an  Speifen  :  daher  &vfj^ß^€Tri%£t7rvo^ 
bey  Ariftophan.  nub.  4^o.    Sat.  capitata,  $J4uo$  hift. 
6,  2.    Aber  ein  anderer  $v(jtoq  ift  cier,  welcher  cauü. 
3,  1.  wegen  feiner  Schärfe  angeführt  wird.  Diefer 
wurde  vom  gemeinen  Mann  in  Athen  gegeffen  (Ari- 
ftophan. Plut.  v.  283.),  wo  der  Scholiaft  bemerkt» 
dafs  ßo\ßc$  und  dypioHpoppiiov  gleichbedeutend  feyi 
Ein  alter  Schriftfteller,  den  ßodaus  von  Stapel  zum 
Theophr.  566.  anführt,  halt  gar  «pov  und  hoXohohtU 
für  gleichbedeutend  mit  $u/zo$.    Es  könnte  wirklich 
Arum  maculatum  feyn  ,  deffen  Knollen  ,   wenn  die 
Pflanze  blüht,  gegeffen  werden*  .  ♦    Thymus  Nepeta 
Smitb* ,   in  Griechenland  und  auf  den  Infein  fehr 
häufig,  ift  die  HaXotfAhSf)  cauff.  2,  22*  Tiwincanvi 
Sibth.  ,  ^ttüXXo;  hift.  1 ,  i  2»  6 ,  7.,  K*T*?ro>cvo$  Theoer» 
tpigr.  1.    Nicand.  bey  Athen,  lib»  i5*  c  9.  p»  4g3* 


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\7S  fcweytts  Buch.    Erltes  Kapitel, 

SchoL  Ariftoph.  Pac.  v.  167. 

Die  angegebene  Art  wächft  am  Diffus  und  KephifTus 
'in  Attika,  Th.  Serpyllum  hingegen  und  andere  Artea 
'auf  dem  Hymettus,  auf  Laurium  und  dem  penteli- 
fchen  Gebirge.  Mentha  fyhejeris  ,  mffvpßQtov  hift. 
2,  1.  5.  6,  l.  6.  7.  cauff.  2,  22.  Nicand.  bey  Athen« 
lib.  i5.  c  9.  p«  4[)5«  oVpjpcv  GHrüpßqtov*  Af.  Jativa9 
fAiv&y}9  hift.  2,5.   6,  6.   cauff.  2,  22.  Diefe 

entftehe  durch  Cultur  aus  der  erftern  Art.     AI  Pa/e- 

igium,  7Xifx«iy'hilt.  7  ,  6.  Theocrit.  id.  5,  56.  >X«x«v 
Av&cu<7*.    Marrubium  vulgare ,  *rp.zo7ov,  0  £ %et  irotaheq 

stq  (pvXKov  nett  fLiotXkov  i7nx6%xQxy[i$voY ,  in  ht  riq  $vto- 
ivhtjkovs  etplhQX  kx!  ßxbeixq,  <5  nxi  oi  (px^juxKoirS^ui 
%pwvT*i  irQoqivioij  hift.  6,  2.    Marr.  peregrinum,  ro 

•  «Tfoov  irQcuriQVj  öS  to  (pyXXov  (rrpo77üXoT£^ov  xa/  ,«'J;tfe<?- 

Of?  CT^Gop«,    Ka-TÄTTf^  TO  TOU  €A.fAlO>f<aXOU  XÄl  TJC£  tVTC[JLX$ 

d(Axvf>OTiQ*q  e%ov  >t«i  i7rix*XÄpa'yiu*yov  Sjttov,  daf.  Marr. 
Pfeudo-  Dictamnus >  ypsuüohtKTXfxos  hift  9,  18.  Marr. 
-  acetabidofum,  Utsqov  &ixt«|Uöv ,  (piWov  otuctov  o-zotj/x/Soiw, 
)%iov  vfaou  (Kreta),  daf.  Sibtborp  fand  es  allein 
auf  Kreta.  Smith  fl.  graec.  1,  ^10,  .  .  Origanum 
Maioranoides ,  upxpxiiw  hift.  1,  12.,  0  xfAXQxaoq  hift. 

6,  1.  7.  Ör.  fieracleodcum ,  o'pryavo;  Xsujoj  hift.  6,  .2. 
0r.  creticum,  igi'yxvos  (juXolivx  daf.  0r.  Dictamnus , 
toöYxt«ccov  hift.  9,  18.  .  .  Lavandula  Spica,  ri(pucv 
hift.  7,  11.  Unter  dem  Namen  l'^uov  erklärt  Hefy- 
chius  es  für  Xxßavr^:  't'tpuov  war  aber  ein  Gemüfe, 
welches  fich  nicht  näher  beltimmen  läfst.  .  .  Ocimum 
Raßlicum,  «Jx^uov,  uxuftov  hift.  1  ,  8.  9.  1  3.  6,  1.  2, 

7,  9.  Wegen  der  holzigen  Wurzel,  die  ihm  zuge- 
schrieben wird,  könnte  man  anftehu;   aber  ßelon 


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Tbeophraft  ron  Erefü$#*  ^ 

(ob/.  2,  4o.)  verfichert,  dafs  das  Baßlicum  im  Mor- 
genland dreymahl  höher  als  bey  uns  wachfe  ,  nod  tite 
Gemüfe  gebaut  werde.  .•.  Sejamum  Orientale  +  oypoe- 
^cv  hift.  i,  i5.,  dyyeto<nrcp/x*  8,  l.  3.  5.  MelampyruitB 
arvenfe,  ptXupTr-jQov  und  ptXiuirvQcq  hift.  8 ,  5.  8.  Un- 
ter dem  ficiiifchen  und  pontifcben  Weizen.  .  .  An^ 
tirrhinum  Orontium,  dvrifätvov  hift.  9,  23.  .  .  0*o- 
banche  caryophyllea ,  uifxil^qcv  hift.  8 ,  8.  .  .  Vitex 
Agnus ,  a>o?  hift.  i,  4.  18.  3,  11.  4,  11.  Vergl. 
Schoi.  ad  Nicand.  ther.  V.  71.  -  \  1 

Lepidium  latifolium ,  (ityxvoe  dy^ix,  Sj  ro  piv  $ 
Xö>  *x«  ('«/*.  7>  40»  «ywwoT^ov  (äi/*.  7,  j,\  pu- 
xpev  (xap7rov)  xai  fr^/Cp*^,  flroXvxX«&cs  xäj  flrcXj^uX- 
tri  Sc  xaXcv  e^cuc*  fy,^u\,  xai  (papuaxüäjj.  .  .  Lep. 
fativum,  xJghxpov  hift.  7 ,  1.  5.  S.  £augftiov  ift  nach 
GaJen  (expof.  voc.  Hipp.  p.  556.)  gleichbedeutend. 
Dahin  gehört  Nikanders  trccvpq,  ij  %&oviev  wt<p*Tau  <tt£- 
*Hys<Ftkiyj  (Athen,  üb.  1 5.  c.  9.  p.  49^.).  .  * 
Ahffum  fativum,  i^<rty.ov  hift.  8,  1.3.6.7.  Cheir« 
anthus  Cheiri  ift  das  Xroxcibv  hift.  6,8.  7,9.,  eine 
wohlriechende  Frühlingsblume  ,  mit  Blättern  am 
Stamm  ,  xfie  zu  Kränzen  gebraucht  wurde.  Eine 
andere,  mit  knolliger  Wurzel ,  ift  aus  hift.  7,  u. 
oben  aufgeführt.  Vergl.  Athen,  üb.  i5.  c.  8.  p.  484. 
Schweigb.  Deutlicher  noch  erhellt  diefe  Bedeutung 
aus  der  Stelle  des  Nikander  bey  Athenäus  lib.  i5„ 
c«  9«     490.  Schw. 

rgvtj  ys  ft#v         iiaax  9 

Braffica  Eruca,  §5fauov  hift.  7,  1.  3,  Br.  Napobraj- 
fita,  ycyyvXif  hift.  7  ,  4.  Raphanus  fativus,  qx$kvqs 
hift.  4,  17.  7,4-  Sinapis  nigra,  v«?ru  hift.  7,  1.4. 
tle/'peris  trifcis ,  ivircgk*  >;  wxre?  ^«XXov  >)  xa$' 
ru/py  cauff.  6,  25. 

tortitlaca  oleracea  9    «vSpa^vjj  hift.  7 ,  1 .  .  . 


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gö  Zwtytts  Bach,    fcrftes  Kapitel» 

Goffypium  arboreum  oder  Bombage  goffypittum  find 
t*  ip/o$>op*  BavSp«  in  Indien  *  hift.  4>  9*>  von  denen 
Strabo  lib.  i5.  p.  43.  Tzfch*  erzählt,  dafs,  nachdem 
der  Saame  herausgenommen,  die  Wolle  gekrempelt 
werde.  .  .  Lavattra  atborea,  fmkax*!  hift.  1  ,  4*  1 ». 
yf  9.  4  .     Althaea  officinalis ,  a%9Wa  oder  pakitxji 

S partium  Scorpius,  tKoqmrt  hift.  6,  l.  3.  tyar- 
villofum,  £<rirxk*Q'0S  hift.  7  ,  7.  Plato  de  republ. 
10.  p.  471«  cc^«  Gryn.j  wo  die  Tyrannen  im  Ades  mit 
Afpalathen  gezüchtigt  werden    Theoer.  id.  4»  5j. 

id.  24»  86. 

Önonis  antiquorum,  ivavtq  hift.  6 ,  5.  i  i  Anthyüii 
cretica,  ißivtjy  hevhpov  $at(Jivwhsq  c5$7Tfp  6  hütico?  hift. 
4>  5.  Vergl.  Honon  Bell*  beym  Cluf.  hift*  appi 
p.  3og.  Profp.  Alpin*  exot.  2,  32.  p»  278;  Phafeo- 
Jus  vulgaris ,  &oX/p£o;  hifti  8,  5*  Dafs  damals  fchon  , 
durch  Alexanders  Feldzug  >  die  Sc|iminkböhnen  nach 
Griechenland  gekommen*  bezeugt,  aufser  Theophraft, 
auch  Galen  {J'aculi,  alim*  1,  317.),  der  behauptet, 
dafs  Diokles  von  Karyftus ,  Theophrafts  Zeit  gen  ofs  , 
fie  zuerft  befchrieben*  .  *  Dolichos  Catiang  ift  viel- 
leicht der  0ähoV*  den  Alexanders  Begleiter  in  Indien 
fanden,  und  der  mit  Fönugräk  verglichen  wird*  hift* 
4,  5.  i  .  Lathyrut  fatwuSt  \£$vpo$  hifti  8,3*  L. 
amphicarpot %  apa^/Bvot  hift;  1,  i.  10*  Vicia  Faba9 
kyfltjuo;  hift.  8,  3.  Cicer  arietinum,  Kp«tf  i^ßiouoi  hift. 
8,5.,  auch  tfi'dtt'&o?»  nach  der  Befchreibung  hift. 
8,3.  6,  iOi  caü ff.  3,  27*  4>  9*  ^>  *  4*  Sonft  fcheint 
IpajSfy^w.ein  allgemeiner  Ausdruck  für  Hüifenfrüchte 
2U  feynj  wie  raocrt-pi«,  JtAporite*  Der  Brey  aus  Hill- 
fenfrüchten  hiefs  IrvöC  (Ariftophan*  tan,  5og.  GWett, 


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Theophraft  von  Erefus,  gi 

*  - 

de  euchym.  et  cacocJu  p.  Cicer  Lens,  (pxno<;  hifr. 

8y  i.  5»  5.  6.    Pifum  fativum,  iri<ro$  hift.  8,  3.  Gelbe 
Erbfen  find  Aix/-9w  bey  Ariftoph.  PJut.  427«*  wo  der 
Scboliaft  fagt,  dafs  der  Name  von  der  AehoJicbkeit 
mit  dem  Eydotter  herkomme,  und  irfooq  komme  von 
Pifa  in  Elis.    Pifum  arvenfe  ift  wahrfcheinlich  aß&no?, 
der  unter  den  Linfen  wild  wächft,  hift.  8,8.  Galen 
vergleicht  den  a^ano?  mit  dem  Xä^o?,  unterfcheidet 
aber  noch  den  £q*x°$  davon  ,  worunter  Ervum  tetra* 
fpermum  oder  Vicia  lathyroides  verftanden  wird  (Ga* 
len.  facidt.  aliiru  I,  3i6.).     Pifum  Ochrus  ift  «X£0$ 
hift.  3 ,  3.  cauff.  4)  2.  17.    Veigl.  Galen.  1.  c.  Lu- 
piaus  püofus ,  Ss'p^c;  hift,  8.  5.    Ervum  Ervilia,  0^0- 
ßc<;  daf,    Vergl.  Anbot,  hift.  anim.  3,  21.  Galen, 
facult.  alim.  1,  3 17.  •  •    Trigonella  Foenum  graecumy 
ßcuxxQx;  hift.  8,  8.    Hipp.  morb.  mul.  1 ,  6.17.,  auch 
tiycKtpaq,  wie  ftatt«iyo?it*'p*f  intern,  adf.  549*  Schnei- 
der  lieft.     Vergl.   Galen,  expof.  voc.  Hipp.  4*4« 
Später  hiefs  die  Pflanze  TijXi?.  . .    Biferrula  Pclecinus* 
wcXtttweq  hift.  8,  8.  .  .    Colutea  arborefcens ,  jj  xoXou- 
TMt  «*^c?  Aittuqxv  hift.      1 5.  3,  i3.  16.  .  .  Giycyr- 
rkiza  afper  rima,  >j  «ytaxefa  (3i'<fa  cxu$/x>j  fftp  tjjv  MömJ«- 
tiw  hift.  9,  i5.    Vergl.  Pall.  Reife,  1.  Anh.  n.  121. . . 
Aßragalus  arifiatus  Willd. ,  Tpay«*«^«  iv  'AqkxK* 
hift.  9,  1.  17.    Diefe  Art,  noch  jetzt  mit  dem  Theo* 
phrafttfchen  Namen  bezeichnet,  fand  Sibthorp  häufig 
im  Peloponnes  (ß.graec.  t.735.).  Afir.creticushzm., 
TQxyautxY$x  iv  K^jjtjj  hift.  9,  1.  .  .    Medicago  fativay 
fjujhur,  hift.  8,  7.    Vergl.  Strabo  lib.  11.  c.  12.  $.7. 
p.  56o.  Tzfch.  Ariftot.  hift.  anim.  3,  21.  .  .  Medic. 
arboreay  xür/<ro?  hift.  4 j  *7«  5,4»  Theoer.  id.  10, 3o. 

Theoer.  id.  5,  128.  fteht  es  mit  «5yiXo?  in  Verbindung, 
welches  wahrfcheinlich  Klee  ift.  > 

Citrus  medica  und  Aurantium,  prj[ko*  j^Wv  kosi 
Gefell,  d.  Bouoik.  i.B,  6 


%%  Zweytes  Buch.     Erftcs  KapiteL 


vtftrtaiv  hift.  4>  4-  fcheint  zwar  zwey  Arten  zu 
unterfcbeiden :  »doch  fpricht  er  zugleich  nur  von, 
Einem  Baum.  Man  effe  die  Früchte  nicht,  fondern 
fchätze  fie  nur  wegen  ihres  Wohlgeruchs. 

Lactuca  fatisra,  «fyi&*x/v>j  hift.  7,  4-  5.    So  hiefs 
fie  bey  den  Attikern,  -Jrpßa^ gewöhnlich  {Athen.  2,  28. 
Galen,  comp.  medic.Jec.  loc.  2,  173.  de  euchynu  et  ca- 
coch.  p.  357.  Scko/.  Ntiandr.  ther.  v.  840.).    Es  gab 
mehrere  Abarten,  von  denen  eine  breit  blättrige  fo 
hoch  wuchs,  dafs  fie  als  Thür  zu  den  Gärten  benutzt 
wurde.  .  •    Lactuca  vir ofa,  •S-pjBax/vjj  dypix  hift.  7 ,  7. 
Nach  der  Weizen- A ernte  ziehe  man  einen  Saft  her- 
aus,  womit  man  das  Waffer  in  der  Wafferfucht  ab- 
treibe. .  .    Tragopogon  crocifolius ,  »Jxojuj},  >Jv  rf*yo- 
tttoywvx  xttXouff*  hift.  7,  8.  •  •    Sonchus  maritimus  9 
ecynos  hift.  6,  4*  7 »  9*  •  •    Leontodon  Taraxacum  9 
*(£axjj  hift.  7,8.10.  .  .    Apargia  tuberoja  <  govSpiX^iy 
hift.  7,8.  10.    Häufig  auf  fahdigen  Wiefen  Griechen* 
lands.  Sibthorp  fl.  graec.  t.  797.     Ap.  hifpida,  diretp- 
71«  hift.  7,9.  •  •    Cichorium  Intybus,  x/xvpjev  «ypiov 
hift.  9,  i4*     CicA.  Endivia,  nrxuQiov  hift.  7.9.  .  . 
Picris  hieracioides ,  o-ixpif  Hift.  7,  10.  .  .  Hedypnois 
rhagadioloides ,  uVoxosp/f  hift.  7,  8.  10.  .  .  Cdrtha- 
mus  tinctorius,  xvqxo?  hift.  6,  4«  •  •    Carth.  coeruleus, 
%oXx£J6?  xwjxoc  da  f.  .  .    Carth.  lanatus,  xvqxo?  Saroiat 
daf.  .  .    Carth.  leucocaulos  Smith.,  «rpax'RiXfc  >J  <£ovo$ 
daf.     Giebt  verwundet  blutrothen  Saft.  Sibthorp 
fl.  graec.  t.  842.  .  .    Carth.  corymbofus>  %»fieuXitav 
/jtiXa;  hift.  9,  14.  Anguillara  de9  fempl.  p.  139.  i4o. .  . 
Onopordum  Acanthium ,    £xuvo$  hift.  6,  i.   8,  14* 
Vergh  Honor.  Bellus  bey  Cluf.  hift.  app.  p.  3 10.  .  . 
Carduus  leucographus ,    XtUKoxa»9'«   hift.    6,  4.  .  . 
C/iictt*  rivularis,    q  *kkv&<*  j;  xe*W9-o$  hift.  4>  n. 
Theocr.  id.  6,  i5.  heifst  esr  toq  dir  dniv^uc  tccI  xa7ry- 
pai  ^äitäi,  wobey  der  Scholiaft :   t*c  dirorqq  xtvdp*<;  0$ 
7r«Wo/,  xwrn      01 *r«7r7rof      Itrop«?.  „  .  Scvlymu* 


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I 

/ 

Theophraft  von  Erefut.  83 

Tii/panicus,  vxoXupoqt  c$  xoi  Xtiuoivtcv  hift.  6,  4«  Efs« 
bar  ift  die  Wurzel  und  der  Fruchtboden.    Vergl.  An- 
guillara  de'  femplici,  p.  i35.  Belon  obf.i ,  18.  Die 
Pflanze  heifst  noch  jetzt  <mo\i){aos  9    ckoXv^l/3^o^  und 
ettmoXvfjiß^.    Sibthorp  fl.  graec.  t.  825.  Beckmanns 
Qefch.  der  Erf.  2,  20g.  .  .     Cynara  Cardunculus , 
xoxroc  hift.  6 ,  4*    Die  ßlattftiele  werden  gegeffen.  . . 
Carlina  corymbofa ,   xppaukiuv   X*uko$   hift.  9,  14. 
Wacbft  Oberall  auf  den  griechifchen  In  fein  und  im 
Peloponnes.    Sibth.  fl.  graec.  t.  837.  .  •  Acarna 
gummiferq,  j^ivjj  hift.  6 ,  4.  9,  1.    Vergl.  P.  Alpin« 
exot.  c.  56.  p.  1 24*  1 25.    Sibthorp  fl.  graec.  t.  838. . . 
Acarna  cancellata,  *rrapvi£  hift.  6,  4*   Vergl.  P.  Alpin. 
2,  21.   p.  255.    Anguillara  p.  137.  •  •  Saniolina 
Chamaecypariffus,  ußp otqvov  hift.  6 ,  1.3.7.  .  .  Ar- 
lemifta  Abfinthium  ,   ci^M-iov  hift.  7,9.    9 ,  20.  .  . 
Gnaphalium  Sioechas*  iXesoxfveot  hift.  6,  8.  9,  2  3. 
Theoer.  id.  1 .  v.  2 1  •  22. 

x*f*r*        ilAc7r«i  «YaAAtfuvai  xgoxoivr». 

Auch  der  jugendliche  Bart  eines  Jünglings  wird  da- 
mit verglichen.    Theoer.  id.  2 ,  77.    Vom  iXfavvov 
als  Zierpflanze  Athen.  Üb.  i5.  c.  8.  p.  482. 
Der  Namefoll,  nach  Themiftagoras,  von  der  Nym- 
phe Heiicbryfe  herkommen.  .  .     Erigeron  vifcofur 
und  graveolens  >   xeyu^i?        v  xa/  -&7fXu  hift.  6,2.  f 
Vergl.  SchoJ.  Theocrit.  id.  7,  68«    Hipp.  morb.  mul. 
2,65o.,  wo  oVpj  äJfejcTo;  von  der  Pflanze  angege- 
ben wird.  . .    Senecio  vulgaris,  >jpry«£«v  hift.  7,  8.  9.  . . 
Inula  Helenium,  iXsvsev  hift.  6,  1.  6.  .  .  Doronicum 
Pardalianches,  &rik6(po*cv ,  0/      roopTttov  xatXojc/  hift» 
9,21...    Aiuhemis  Cola,  ahiffima  und  arvenßs,  £v$i- 
pjvbift.  1,  r7.  7,9.  12,  .  .    Centaurea  centauroides 
oder  armoraeifolia  Smith.,  x*vr*ußiov  hift.  i,  16.  3,  3. 
7,  9.  9,  l3.    Cent,  benedicta  $  «xapvfthift.  6,  4«  •  • 

6  * 


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fcweytes  Buch,    Erfte*  Kapitel* 


Echinops  Ritroy  ro  pu'rgof  hift.  6,  4*    Vergl.  Anguil- 

lara,  p.  i4z- 

Orchis?  Morio  ,  cpxi?  hift.  9,  2t.  Im  Hipp, 
intern»  adfect.  p.  549»  mufs  nach  Schneiders  Vermu* 
thung  ftatt  rjhvcxTfJtou  ,  hhvualov  oder  fcidupj?  gele- 
fen  werden :  denn  Galen  fagt  (expof.  voc.  Hipp.  p.  456.) : 
Aioupj  f?Bo;  ßorivtf,  ifn;  xa/  opx'?  ovopa&rat.  .  •  iiri- 
ßolochia  creticaodtr  rotunda,  Äpi<TToXox<«hift.  9, 1 5. 1 7. 
Vergl.  Nicandr.  ther.  v;  5 10.  und  dieSnhol. 

Typha  latifolia ,  tu(J)jj  bift.  1,  7.  11.  4>  **• 
Doch  mufs  man  für  £$uXXo$,  a^uXXavfys  lefen.  Bod. 
Stapel,  ad  Tbeophr.  p.  464.  .  .  Zoßera  marina, 
irqitrov  f7T6T£/ovhift.  4>  7«  •  •  Phucagrofiis  maior  Cauh, 
(puK0V$  *yevo?  t*j  otyouxTTioi  cpotov  hift.  4  >  7*  Vergl. 
Caulini  in  Ufteri 's  Ann.  11,  33.  .  .  Alnus  oblongata 
WilW.,  kX?^*  hift.  1,6.  3,  3.  5.  1 3.  14.  4>  •  • 
Buxus  fempervirens ,  **ü|o$hift.  1,  7.8. 1 1. 12.  3,  3.  5. 
5>  5.  Hyphaene  coriacea  Gärtn.,  to  HOüK/cCpcpov  hift. 
4)  2.  Vergl.  Strabo  Üb.  17.  $.  5i.  p.  6to.  Tzfch. 
Anguillara  de*  fempl.  p. 70.  Pocock Befchr.  des  Mor- 
genl.  i,  4^5.  .  .     Amarantus  Blitumy  ßXirov  hift. 

2,  1.3.  Hipp.  adf.  526.  .  .  Poterium  fpinofum9 
ro  (fXfo)^,  0  Ttvtq  k&Xguov  trroißvy  hift.  6,  1.  5.  •  • 
Thelygonum  Cynocrambe ,  ro  •S^XJ'yovov  hift.  9,  21.  .  . 
ytfram  Colocaßa^  olqov  hift.  7,  11.  Vielleicht  auch 
owyyov  bift.  1 ,  11.  Ar.Dracontium,  tyoutovriov  daf.  .  . 
Corylus  Avellana  und  tuhulofa  Willd.,    K«pu«  'Hg«- 

.  xXcwTm^  werden  hift.  5,  14*  gut  unterfchieden.  Die 
Früchte  find  vielleicht  k*qm  ä-arj*  der  Hippokratiker 
de  morb.  3,  490.  .  .    Carpinus  Betulus?  £yyi*  hift* 

3,  10.  .  .  Quercus  Hex,  *rpfvo?  hift.  3,  i5.  Vergl. 
Hiftorie  von  der  Sufanna  V.  58.  Die  Früchte  heifsen 
«xuX*.  S9I10I.  Theoer.  id.  5,  94*  Das  Holz  giebt 
beym  Brennen  ein  platzendes,  knackendes  Geräufch~ 
Ariftoph.  ran.  884. 

£v      fv$i7f,  «(ttfg  9rp7y»f  fyur^aVif,  /3c*{. 


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Theophrftft  Ton  Erefuj.  $5 

Qu.  coccifera,  g  arpfvo?  <piqu  rov  (pcrjtxoZv  vokkov  hift. 
5,6.  .  .    Qu.  Cerris,  c£Jjj  dyqU  bift.  3,  9.    Auf  dem 
Olymp  in  Bitbynien  ward  fie  van  den  Einwohnern 
fMW*  genannt,   woher  die  Einwohner  den  Namen 
My Ger  bekommen  (Strabo  üb,  12,  c,  7.  p.  2a4*)*  •  • 
Qu.  Suber9  (peXkos  hift.  ,1  ,  7.,  auch  <£«XXofyu?  hift. 
i,  i3,  14.  3,  i5.  t  .    jgw.  irrfectoria  Oliv.,  ^«pif, 
$         x/xiVc,  PCP'W10^      T*  &«pp*T$  hift,  3,7... 
Qu.  PßudQ'Suber  San  f.,  *\i'<p\oto$  hift.  3,  7.  5,  if  .  . 
ßu.  AegÜQps,  a!y/X(ji\(j  hift,  5,  7.  .  ,     Qu.  Efculus, 
(fiftis  hift.  3,  7.    PJutarch  erzählt  in  Coriolans  Leben 
c.  3,  von  einer  Eiche  (fyS?) ,  welche  efsbare  Eicheln 
und  Honigfaft  (^Xitiov)  als  Getränk  liefere.  Vergl, 
Plin.  lib.  16.  f.  5.    Civica  corona  iligna  primo  fuit, 
poftea  magis  placuit  ex  efculo  Iovi  facra\  Derfelbe 
fagt  Jib.  ii.  c.  12.  und  lib.  16.  f.  ii.:    der  Honig- 
thau  fetze  fich  vprzügliph  auf  Eichenlaub,  Qvid, 
metam.  1,112, 

FUvaque  da  Tiridi  ßillabaflt  iljce  mell«*  t 

und  Virgil  ecl.  4,  3o. 

Et  dura«  quefcu«  fudaburit  rofcida  melli. 

Qu.  Tournefortii,  irXorrutpvXkof  daf.  .  •  Qu.  faginea, 
cfAika^  iregi  'Agnoiliotv  hift.  3,  i5.  Wahrfcheinlich,  ift 
dies  die  te*ria&pu;  des  Theokrit  id.  26,  3. 

Eine  andere  kleinere  Eiche  giebt  Strabo  am  Strande , 
innerhalb  der  Raulen  des  Herkules,  an,  deren  Früchte 
die  Tbunfifche  Treffen  (Üb.  3.  c.  2.  p.  388.).  Dies 
ift  wabrfcheinlich  Qu.  luimüis  Lam.  .  .  Betula  alba , 
<n;,uj&*  hift.  3,  i3,  .  .  Juglans  regia,  x*pu?  fffpcrmi}, 
cuj&äcjj  hift,  1 ,  i5.  5  ,  5.  6.  ,  •  Platanus  orientalis, 
xXffr«yo?  hift.  1,12,  i3,  3,  1.  3.  4»  4j  6«  9*  •  • 
Fagux  Caßaneay  Ajo?  j3*X«vos  hift.  1,16.  3,  2. 3. 4*.  9* 


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86  Zweytes  Bach.    Erftes  Kapitel; 

to  tffltouov  not(rrotva\'niv  hift.  4  >*  1  o.  Morus  nigra ,  cu- 
xd/jLivoq  hift.  i  ,  8.  i  2.  i4«  *7*  5 ,  4«  6.  7.  Phanias  von 
Erefus  nannte  die  wilden  Maulbeeren  ptipov  (Athen» 
2,  12.)...  Oftrya  vulgaris^  oVrpuf,  o<ttqvx  hift.  3,  9. .  . 
Pinus  orientalis  oder  Jbies,  Aätjj  hift  l,  7.8. 1  1.  1 2. 1 3. 
5,  1.  2.  Vergl.  Tournef.  voy.  2,  io4-  •  •  P«  Larix, 
virus  hift.  3,  3.  8.  10.  Diefe  fchlage  bisweiten  an 
dem  abgehauenen  Stamm  wieder  aus,  wie  auf  Lesbos 
gefchehen ,  da  der  pyrrhäifche  Berg  in  Brand  gera- 
then.  Es  werden  zwey  Abarten  >  die  männliche  und 
weibliche,  unterfchieden.  Die  männlichen  Blöthen 
hiefsen  (Eußath.  in  II.  2  ,  868.).    Daher  */-  1 

tu?  (p$6iQ07rofos  hift  2,  3.  cauff.  1 ,  9.  .  .  Pinus  pi- 
cea ,  neun*}  hift  1  ,  7.  8.  1 1.  1  2.  2  >  2.  6.  3 ,  2.  3.  4« 
4>  1.  5,2.  6.  9,1.  2.  .  .  P  Cedrus,  Hihpoq  $*u- 
fjta<rrft  iv  2up<o&  hift.  5,8...  P.  pinea,  ttevk*)  x&rvo* 
(pcpo?  hift  2  ,  3.  cauff.  1 ,  23.  Bey  Theokrit  fcheint 
virus  der  Name  der  Pinie  zu  feyn:  befonders  id.  1 ,  1. 
5 ,  49«  Die^Früchte  heifsen  bey  den  Hippokratikern 
XQK*uXoiy  vict  acut.  409.  Vergl.  Athen.  2 ,  16.  Ga- 
len, exp.  voc.  Hipp.  5o4«  •  .  P.  maritima,  neu**}  tt«- 
giktoc  hift  3,8..-  P.  halepenßs,  irsuiV)  'I bcu'x  daf.  .  . 
Ihuia  articulata  Vahl.  ,  $uov,  -9-üi«  hift  5,  5.  .  . 
Cupreffus  femper viren j,  HViriQtrroq  \ii(t.  1,7.  2,  3.  f.  .  . 
Cucumis  fativus ,  xoXoxuVnj,  xoXcxuV&j  hift  1,  i5.  17. 
2,8.  7,  i.3.  Euthydemus  fagt  beym  Athenäus  2,  i8.t 
die  Gurke  werde  auch  vtxux  ivB/xi)  genannt,  weil  die 
Saamen  aus  Indien  gekommen.  Die  Attiker  nannten 
fie  allein  xcXoxuVnj.  .  .  Cuc.  Meto,  e/xüo?  und  wxuc; 
hift.  1,17.  2,8.  7,  1.  3.  4.  6.  9.  Galen  nennt  die 
Waffermelone  ( Cucurbita  Citrullus  J  cikuos  iltihtpoc 
[facfimpl.  8.  p.  108.  fac.  aliment,  2.  p.  32 1.),  die 
Melone  aber  ^XoTeTri^v  (fac.  alim.  2,  p.  320.).  .  • 
Cucurbita  Pepo ,  c/xu'a  hfft  1  ,  i5.  17.  7,  3.  In  den 
Hippokratifchen  Schriften  cUucs  viirm  (de  morb.  * 

4  -  • 

1 


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Theophraft  von  Erefus,  87 

3,  497-  ßfitÄ'890.):  bey  Galen  bJofs  infjrwv  (facule. 
alim.  2.  p.  320.).  Bey  den  Hippokratikern  ift  oykvj? 
auch  Cucumis  Colocynthis  {Hippoer.  mulier.  1,  6o5. 
6a3.  624.).  Ricinus  communis,  xgirm  hift  1,  i3. 
cauff.  2,  22. 

Sa /ix  a/6a,  <Tf«  Xszjxj?  hift  3,  12.    5.  viminalis, 
tri*  fxikowa  daf.     5.  He/ix  ,  daf.  .  .  Fi/cum 

album,  /£<*hift.f3,  6.  i5.  9,  1.  cauff.  2,  23.  •  .  Brouß 
fonetia  papyrifera  ift  der  Baum,  wovon  Kleider  in  In- 
dien  gemacht  werden,  deffen  Blatt  dem  des  Maulbeer- 
baums ,  die  Frucht  den  Rofenäpfeln  gleicht,  hift. 

4,  5.  Vergl.  Kämpfer  amoen.  p.  473.  Poiret  in  En- 
eycl.  5,  5.  .  .  Pißacia  vera  ift  die  Terebinthe  in  Ba- 
ctrien,  der  griechifchen  ähnlich,  nur  die  Früchte  wie 
Mandeln,  hift.  4>  5.  .  •  Piß*  Terebinthus,  t4q(juv$os, 
auch  TeQißivSof,  hift.  1,12.  3,  3.  4-  *4-  4>  16.  5,  4« 
9,  1.2...  P.  LentifcuSy  a%fto$  hift.  9,1...  Ta- 
mus  communis,  ctuKtXo;  fhxix  hift.  3,  16.  Hipp.  fift. 
889.  olfX7rsXo;  xypt'x,  ypiküi$Qiov.  .  .  Smilax  afper a, 
Guikx%  hift.  3,  i5. 17.  Am  letztern  Ort  ift  fo  zu  lefen : 
che  nxu\c$  xnxv^dh^  xxi  biqireg  oq$*k*v$os9  to  le  (puX- 
Xöv  KiTTwhsq,  (juxqgv  xyuvtov  yucl  kxtx  tjjv  /u/ff%ov  Trpöf- 
(piMTN  toTrpcv.  Mlkx$  dv&€stf)o{iO$  Euripid.Bacch.702. . . 
Populus  alba,  Xsuayj  hift.  1,7.  3,  1.  3.  4-  5.  10, 
4,1.9.  -P.  graeca  Ait. ,  cuysiQtc  hift.  3 ,  1.  3. 4. 5. 1  3. 
4,  1.  i4*  5,9.  Populus  balfamifera  fcheint  j?  xtyetgcq 
|y  Kpifnj  zu  feyn,  hift.  2,  3.  Denn  Hipp.  nat.  mul. 
625.  werden  die  hohkoi  xlysiQOU  *mt twqq  in  Wein  gege- 
ben, um  die  Frucht  abzutreiben,  und  bekanntlich  hat 
die  BaJfam-  Pappel  harzige,  nach  Rhabarber  riechende 
Blattanfätze.  Vergl.  Stapel  zum  Theophr.  p.  218. 
Es  ift  nur  noch  nicht  ^ausgemacht,  ob  der  Baum  auf 
Kreta  wachfe.  •  .  Mercurialis  annua,  appsvoyovov  hift. 
9,  21.  .  .  Datifca  cannabina,  KQxrxiywQY  daf.  I  . 
Juniperus  communis,  xqksv&os  hift.  3,  3.  4  5.  11, 
5,7.  .  .    Jun.  phoenicea  Llycia,  hift.  i,  i& 


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88 


Zweytes  Buch.     Erftes  Kapitel. 


3)  ii«  •  .  Jun.  Oxycedrus,  o£u>t£&po?  hift.  3,  n.  •  . 
Jim.  nana ,  aetyiq  hift*  i ,  1 2.  1 3.  .  .  Taxus  baccata, 
ft/Xo?  hift.  3,  3.  4  4»  5,  5.7.  .  .  Myriftica  mo- 
fchata  ift  wahrfcheinlich  ro  KtifMutov  und  vaßHA<p$os 
hift.  9>  7.  .  .  Rufcus  aculeatus,  nsvr^ofJLV^tyij  hift. 
3 ,  1 6.  .  .  R.  Hypophyllum ,  batpvjj  aXc£av$p£/*  hift. 
1 ,  1 3.  3  ,  1 6. 

Atripfrx  Halimus,  iktpo;  hift.  4»  '7*  ^  ^or" 
**n/b,  avfy*$*£<;  hift  7,  4-  •  •  Mimofa  polyacanth* 
Willd.,  to  ilXyy.x  'thicv  rrrepl  Me^u(piv  hift.  4>  3.  Vergl. 
Bruce's  Reifen,  Th.  5,  T.  '7.  .  .  Acacia  arabica 
Willd.,  axavS-o?  ^ueXaiv*  daf.  Herodot  vergleicht  das 
Holz  mit  dem  vom  Lotus  (2,  96.).  .  .  Acacia  Senegal 
Willd.,  ähosv^o?  Xawuj  daf.  Vergl.  Hellanicus  bey 
Athen.  i5.  c.  7.  p.  477«  Schweigh.  'H  oxav-S-o?  alyu- 
ittiqs  Hipp.  morb.  mul.  1 ,  61 4«  ift  Acacia  vera  Willd. 
Mit  den  wohlriechenden  Blüthen  wurde  das  otiyu7rrtQ¥ 
juJpov  bereitet.  Galen,  exp.  voc.  Hipp.  414-  •  •  Aca- 
cia myrrhifera  Stackh.,  «r^uupv«  hift.  9,  4«  Alexanders 
Gefährten  lagerten  Geh  in  Gedrofien  drauf  {Sirabo 
lib.  i5.  c.  2.  $.  3.  p.  i65.  Tzfch.).  Die  Aeolier  nann- 
ten fie  /uil^'a,  Athen,  lib.  i5.  c.  1 1.  p.  5 12.  Bey  die« 
fer  Gelegenheit  erinnere  ich  mich  des  Teovrtnov  bey 
Herodot  (4,  23.).  Es  ift  ein  Raum  bey  den  nordöft- 
lichen  Scythen,  wie  ein  Feigenbaum  grofs,  die  Frucht 
wie  eine  Bohne  geftaltet,  voll  fchwarzen  Safts,  der 
gegeffen  und  mit  Milch  vermifcht  wird.  Diefen  nennt 
man  itr/y.  Diefe  Befchreibung  weifs  ich  nur  auf 
Acacia  Siephaniana  Willd.  zu  deuten,  die  am  kafpi- 
fchen  Meer  wächft,  deren  Frucht,  von  Breyn  (cenc* 
1.  p.  56.)  abgebildet,  ganz  wie  eine  Bohne  auslieht 
und  voll  fchwarzen  füfsen  Safts  ift.  .  .  Phoenix  da- 
ctylifera*  $öfvi£  hift.  1,  7.  12.  i3.  i5.  16.  2,  7.  $ofvj£ 
* ijwbrt;  iv  Exßxt'm  «yjj  (Serabo  lib.  16.  p.  4^5.)  ift  Pan- 
danus  odoratifftmus  im  glücklichen  Arabien.  Kaguw- 
to?  in  Babylonien  (Strato  ]ib.  17.     5 1.  p.  610.)  ift 


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Tbeopbraft  tob  Erefus.  89 

Bor  äff us  ßabelliformis.  .  Cycas  circinalis>  xJx*;  faift« 
2,  7.  .  .  Chamaerops  humilis,  %t*fj.ziQi(p6q  hift.  2,  7.  •  • 
Cocos  nucifera  könnte  wohl  xci£  hift  1  ,  i3.  feyn,  da 
er  mit  (poTn%  zufammen  fteht,  und  da  Hefychius  aus- 
drücklich fagt:  es  fey  eine  Palme  in  Aethiopien ,  die 
zum  FJechtwerk  diene:  aber  dann  gehört  xu<£  hift* 
7,  1 1 .  offenbar  nicht  dazu,  • 

Marfdea  quaärifolia.  Dafürhält  man  die  Upvx 
im  See  Kopais  bey  Orchomenus  (hift.  4>  **•)•  Poly- 
podium  vulgare*  iroXwrohov  hift.  9,  iß,  cauff.  2,  23. 
Athyrium  Fitix  femina%  ^fikuirre^U  hift.  9,  20. . .  Pteris 
cretica,  vregiq  hift.  1 ,  i3.  9,  22.  Bey  den  Dichtern 
auch  jedes  andere  Farrenkraut  Theoer.  id.  3,  14* 
5,  55.  .  •  Pteris  aquUinay  irrsQtq  (jLeyaXq  hift.  9*  16,  •  • 
Scolopendrium  ofßcinarum,  <rxoXo7T€v^iov  hift.  9,  21.  .  • 
Scol.  Hemionitis  Sw.  ,  t>J$  jj/uwvou  to  (fhlXXöv  da  f.  .  . 
Afplenium  Trichomanes  ,  Tptxotu*vis  hift  7,12... 
Adiantum  Capiüus ,  aVannrcv  hift  7,  g.  12.  Hipp, 
diaet  2 ,  36o.  fift  888. 

Fucus  bulbofus,  (funovq  yivos  w\aru(fuXkoy,  nret* 
vo£J&t;  hift.  4>  7*  Scylax  Caryand.  p.  126.  .  .  F.  acu* 
leacus ,  TOTQtxubtSj  ro  fiigat^ov  daL  .  .  *  F  ta- 

marifcifol'uts  Turn.,  (ßv'XXov  jUupmwS&Tfpöv  kau 

^7Ttcv  da  f.  .  .  F.  flliquofus  9  iXjmj,  (puXkov  TTpo^ujj- 
xcVrcpov  daf.  .  .  F.volubilis,  vielleicht  i[A7rs\o$  itovtU 
daf.  .  .  F.  turbinatus  Gmel. ,  <ru*>>  irovrix  «ifuXXcc 
daf.  .  .  F  palmatus  Gmel.,  $ofvi£  ttovti*  daf.  .  . 
F.  membranif olius  Woodv.,  &«$vjj  ttpvti«  daC  .  .  172- 
ra  Laccuca,  äX\o  &s  ßorpvov  daf. 

Ufnea  jlorida,  <r(p&tQtov  ipitShef,  fxot\aacv  iv  Spuin, 
hift  3,  6.  .  .  Purina  pertufa?  srepov  ctpvtQiov  *ju«r%ov 
daf-  .  .      Roccella  tinetoria  Ach.,  hift.  4>  7«  Ey 

Kp^T>J  (plJSTOti  TTpö?  T)J  7>J  fVl  Tfl#V  WT^Jv  TrXffOTOV  HÄI 
XäXX/CTOV,   (5  ßxTCTQUWV  OV  T«$  T*lv/«$,   «XX»  KftJ 

X/cv  jj  xf srof  <f>iif  «f.    Sphaeria  moriformis,  *vk*- 


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4 


90  Zweytes  Buch.     Erftes  Kapitel, 

i 

jxwfihss  rt  t$j  poptyri  iv  tyutrt  hift.  3,6.  .  .  Hyßerium 
quercinum,  «Vepev  ctihoitify  exten  *xw  dflk  •  •  Xyloma 
pezizoides  Schultz. ,  vCfxtpi'ov  Xfu*ov  Itxvyeq  iv  tois 
Xw;  -nfcfyuoVdaf.  Jenes  ift,  wie  Theophraft  richtig 
bemerkt,  ein  thierifchesProduct.  Phacidium  corona- 
tum  Fries  obf.  mycol.  p.  167.  wird  damit  vcrwechfelt. 
Tuber  cibarium>  tlovcv,  Hepxwiov  hift.  1,  9.  Vergl. 
Athen.  2,  21.  .  .  Agaricus  deliciofus  oder  campefiris, 
/uuk>jc  hift.  1,  8.  .  .    Morchella  efculenta,  no£oq,  oder, 

wie  Äthenäus  las,         9  daf. 

.   

Wenn  in  die  fem  Verzeichnifs  Theophraftifcher 
Pflanzen  IrrthQmer  vorkommen,  fo  find  diefe  wohl 
damit  zu  entfchuldigen ,  dafs  die  wenigften  Pflanzen 
deutlich  genug  befchrieben  find.  Es  ift  der  erfte  Ver- 
fuch ,  und 

mit  Verfuch  erreichten  d'f  Danaer  Troja  ! 

3.  Theophrafts  Naturlehre  derGewächfe. 

Nicht  blofs  in  dem  Werk  von  den  Urfachen  der 
Pflanzen  ,  fondern  auch  in  der  Hiftorie  war  es  der 
Hauptzweck  des  Vaters  der  Botanik  ,  die  Naturlehre 
der  Oewächfe  fo  zu  erläutern  ,  dafs  der  Ackerbau 
und  die  Landwirthfchaft  daher  gewönnen.  Auf  diefe 
beziehn  fich  beftändig  feine  Erklärungen.  Daher 
nnterfcheidet  er  die  Zierpflanzen  (crreCpatvdfxctTu ,  erre- 
(potvMfxxTiKot)  von  den  Gemüfen  (Xa^osv«,  X*XÄV)7£*)» 
die  Getreide- Arten  (omjpa,  ctruhnj)  von  den  Hülfen- 
fruchten  (o<nrgixy  x&Q0™)  *  die  Stauden  ((ppvyxvtKx 
cauff.  5,  24.)  von  den  perennirenden  Pflanzen  (aVa- 
rsiinxrjikct) ,  die  Sommer  •  Gewächfe  (eV^re/a)  von  den 
Sträuchern  ((pavyxvx,  -S-u^dhy] ) ,  und  diefe  von  den 
Bäumen  durch  die  Mehrzahl  der  Stämme. 

Den  Bau  der  Pflanzen  giebt  er,  dem  Beyfpiel 
feines  grofsen  Lehrers  gemäfs,  fo  an»  dafs  man  fieht, 
ihn  leitete  die  Vergleichung  mit  dem  thierifchen  Bau. 


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I 


Theophraft  von  Erefus,  c/f 

Aaf  Fafern  und  Adern  (ivst;  x«j  (fikißet;)  fchränkt  fich 
feine  ganze  Anatomie  der  Pflanzen  ein.    Jene  find  die 
Holzfafern,   das  röhrenförmige  Gewebe,  diefe  die 
eigentümlichen  Saftgänge  (hiß»  1  ,  3.).    Die  Fafern 
feyn  untheilbar  und  nicht  zeräftelt:  in  Oräfern  und 
Palmen  liegen  fie  nicht  in  Schichten,  fondern  aberall 
vertheilt  (oi/£.  $ 4*)*    Hieraus  fieht  man,  dafs  er  die 
Bändel  von  Schraubengängen,    mit  blofsen  Augen 
angefehn ,  für  Fafern  genommen.    Zwifohen  Fafern 
und  Adern  fey  Fleifch  (Zellgewebe).    So  beftehen 
die  Blüthen  und  Früchte  aus  Fafern  und  Fleifch,  oder 
ans  Fafern  und  Feuchtigkeit  (hiß.  i  ,  17.).    In  der 
Tanne  feyn  die  eigentümlichen  Saftgänge  und  die 
Fafern  am  ed elften  (a^ei      Aätij  t«;  /uiv  (p£$ßoi$  neu 
riq  7v*$  icivTvv  svysvsffrdra^  hiß.  5 ,  2.). 

Dafs  die  Wurzel  zuerft  aus  dem  keimenden  Saa* 
men  hervorkomme,   bemerkte  er  fehr  richtig:  fie 
wachfe  im  Herbft  und  Winter:  das  Pflänzchen  aber 
(ffkourros)  im  Frühling  und  Sommer  (caufß  1,  i3.). 
Das  Wachsthum  ins  Laub  und  das  Anfetzen  der 
Früchte  ftehe  in  umgekehrtem  Verhältnifs:  je  lebhaf-  ' 
ter  jenes  fey,  defto  mehr  werde  dies  zurückgehalten 
(caufß  2,  14.)*    Dafs  die  Zwiebeln  fich  von  den  Knol- 
len durch  fenkrechtes  Abfteigen  der  Wurzeln  unter- 
fcheiden,  bemerkte  er  (hiß.  1  ,  9.)*    Der  Saft  der 
Wurzeln  fey  fchwerer,  daher  kräftiger  als  der  in  der 
übrigen  Pflanze  (hiß.  t,  10.   9,  2.).     Es  Jcheint 
auch,  dafs  er  von  der  Ausdünnung  der  Pflanzen  durch 
die  Wurzeln  Erfahrungen  gefammelt:    denn  er  fagt, 
ausdrücklich:  eine  Wurzel  fey  Verderben  der  andern, 
durch  Entziehung  der  Nahrung  und  durch  Verhinde- 
rung der  Ernährung  anderer  (hiß.  4  >  1 7.)* 

Eine  fehr  gute  Bemerkung  ift  es,  wenn  er  die 
erften  Blätter  der  aufgehenden  Pflanze  als  runder  an- 
giebt,  und  das  Winklige  und  gleichfam  Gegliederte 
von  den  Fortfehritten   des  Wachsthums  herleitet 


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93.  Zweytes  Buch.    Erltes  Kapitel. 


(/w/r.  i,  i3.  x«#  tlq  roSro  *)  psTwrrtHXK  st*vt^v.  caufß 

Die  Rinde  der  Bäume  theilt  fleh  bey  ihm  in  die 
Oberhaut  und  die  eigentlich  grüne  Rinde  (<fXe/oc 
Kupjo;),  Diefe  fey  den  meiften  Bäumen  zum  Leben  un« 
entbehrlich.  Die  oberflächliche  Rinde  dagen  fchäle 
fich  bey  manchen  Bäumen  ,  wie  bey  der  Andrachne 
und  den  Platanen  (hiß.  4,  16.).  Die  Rinde  löfe  (ich 
leicht  vom  Holze,  wenn  der  Saft  ^uffteige  (W  ro  \nr£v 
hiß  5,  1.).  Dann  fey  die  befte  Zeit  zum  Holzfällen. 
Auch  das  zweymalige  Aufzeigen  des  Safts  bemerkte 
er:  ja,  fogar  von  der  dritten  Periode  des  Auffteigens 
fpricht  er. 

x  Das  Holz  der  Bäume  fey  fefter  und  kernhafter, 
wenn  es  auf  Bergen,  als  wenn  es  in  Niederungen  ge* 
wachfen  fey  (hiß.  1,  11.).  Für  das  befte  Werkholz 
hält  er  das  aus  Macedonien;  das  zweyte  an  Werth  ift 
das  pontifche;  dann  das  vom  Rhyndakus  (ein  Flufs 
in  Myflen,  weftlich  vom  Olymp);  das  fchlechtefte 
fey  das  parnaffifche  und  euböifche  (hiß.  5,  5.),  Das 
dichteffe  Holz  gebe  der  Buchsbaum,  der  Lotus  (Zi- 
zyphus  Lotus),  die  Eiche  und  der  Ebenus  (hiß,  5,  4*)« 
Das  Holz  aus  der  Mitte  des  Stamms,  als  das  feftefte, 
nennt  er  /u>frp*  und  iynaghov  (hiß.  5,  5.  6.) 

Das  Mark  hielt  er,  wegen  feiner  Feuchtigkeit, 
für  den  belebteften  Theil ;  denn  eingepflanzte  Wärme 
und  Grundfeuchtigkeit,  die  Ariftotelifchen  Lebens- 
Principien,  eignete  er  deutlich  genug  den  Pflanzen 
su  (hiß.  1,  5.),  Wenn  das  Mark  ganz  aus  einem 
Stamme  genommen  werde,  fo  müffe  er  umkommen; 
doch  fchade  die  theilweife  Beraubung  des  Marks  auf 
keine  Weife  (caufß  2,  24«  hiß.  4>  16.). 
j  Das  Verhaltnifs  der  beiden  Blattflächen  gegen 
einander  gab  ihm  Anlafs  zu  lehrreichen  Betrachtung 
gen.  Auf  der  untern  Fläche  fp ringen  die  Adern  und 
JS>fero  hervor;  fie  fey  ge>qbliUcb  rauher,  aber  e$ 


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! 


Tbeophraft  von  Erefu*;  9j 

gebe  keine  Poren,  die  durchgeht)  (hiß.  i,  i3.).  Den« 
aoch  dienen  die  Blätter  zur  Ernährung  der  Pflanze , 
welche  auf  beiden  Flächen  [durch  Einfaugung  bewirkt 
werde.  Die  immergrünen  Blätter  feyn  gewöhnlich 
fchmaler,  fettiger  und  wohlriechender.  Das  Abwer- 
fen der  Blätter  erfolge  keines weges  defto  früher,  je 
früher  die  Bäume  ausfchlagen :  die  altern  verlieren 
früher  ihr  Laub  als  die  jüngern  (hiß.  i ,  12.). 

Die  Betrachtung  der  Knofpen  und  Augen  (ofo/, 
isföxkpoi)  ift  denkwürdig:  befonders  die  firfajirung, 
dafs  man  durch  Verwunden  der  Rinde  aus  unfrucht- 
baren Bäumen  fruchtbare  machen 3  alfo  die  Holzau- 
gen in  Fruchtaugen  verwandeln  könne  {hiß,  4i  i6\). 
Von  den  Augen  nennt  er  einige  blind,  andere  frucht- 
bar {hiß.  1  ,  11.).  Trefflich  ift  die  Bemerkung,  dafs 
der  Keim  der  Getreide- Arten  einfach  und  unentwi- 
ckelt fey,  dafs  er  fowohi  Wurzel  als  Stamm  in  fich 
fchliefse  (hife.  8 ,  2.). 

Ueber  die  Befruchtung  kommen  Andeutungen 
vor,  die  als  dunkle  Spuren  einer  beffern  Kenntnifs 
anzufehn  find.     In  den  Blumen  des  Citronenbaums 
fey  ein  Stempel  (Spinnrocken,  >J}.axar>j) ,  der  die 
Fruchtbarkeit  anzeige.     Die  Dattelpalme  fey  zwie- 
fachen Gefchlechts ;  die  männliche  trage  keine  Früchte. 
An  der  Spitze  der  Triebe  der  Melonen  kommen  un- 
fruchtbare (männliche)  Blüthen  vor,  die  abgenom- 
men werden,  weil  fie  der  Vegetation  hinderlich  feyn 
Qiifi.  1  ,  17.).    So  leicht  ihn  diefe  Bemerkung  auf  die 
Allgemeinheit  der  Gefchlechts  -  Verhältniffe  im  Ge- 
wächsreich hätte  führen  können,  fo  wenig  klare  Be- 
griffe wurden  bey  ihm  über  diefen  Gegenftand  ver- 
anlafst.   Denn  die  Kätzchen  der  Hafelftaude  fchieneri 
ihm  ein  unnützer,  faft  fremdartiger  Auswuchs  (hiß» 
0,  6,).    Faft  alle  Bäume  theilte  er  in  männliche  und 
weibliche  ein:  jene  feyn  knotiger,  knofpeureicher 


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J—L. 


94  Zweytes  Euch.   Erltes  Kapitel. 

(cfabdareQ*)  und  härter,  wie  dies  befonders  bey  der 
Cornelle  der  Fall  fey  (hiß.  i ,  n,). 

Ueber  die  Caprilication  der  Feigen  (iftveurfjtoq) 
kommen  intereffante  Bemerkungen  vor.  Sebr  rich- 
tig behauptet  er,  dafs  die  Infekten  nur  das 
Reifen  der  Früchte  befördern ,  und  dafs  weder  in  Ita- 
lien noch  in  Lakonien  die  Caprification  nothwendig 
fey  {hiß.  2,  9.).  In  trocknem  und  magerm  Boden 
fey  diefe  Operation  überhaupt  nicht  erforderlich 
(cauffl  2,  12.  i3.  5,  i.). 

Die  Lebensfähigkeit  der  Saamen  nehme  mit 
dem  Alter  ab:  nach  dem  vierten  Jahre  höre  jene  mei- 
ftens  auf  (hiß.  7,  6.).  Die  Hülfenfrüchte  behalten 
ihre  Keimfähigkeit  länger;  in  Kappadocien  und  Me- 
dien gebe  es  Gew.ächfe ,  deren  Saamen  noch  nach 
vierzig  Jahren  keimen.  •  .  Es  gebe  Pflanzen,  die 
blofs  aus  Saamen,  andere,  die  auch  aus  Knofpen 
und  Zweigen  fich  vermehren:  jene  behalten  nicht  alle 
ihre  Eigenfchaften ,  fondern  verfchlechtern  lieh  oft. 
Die  Dattelpalme ,  die  eigentlich  nur  aus  Saamen  er* 
wachfe,  vermehre  fich  doch  in  Babylon  durch  Ab- 
fchneiden  der  Krone;  welche  Bemerkung  HaffeJquift 
beftatigt.  Gypreffen  und  Lerchenbäume  fcblagen 
fehr  feiten  aus  Stamm  und  Wurzel  wieder  aus.  Doch 
■refchehe  dies  beyTarrha  auf  Kreta  (hiß.  2,  3.  7.).  .  . 
Er  bemerkte  febon,  dafs  fich  bisweilen  an  Orten,  wo 
fie  vorher  nicht  gewefen ,  die  Pflanzen  ausserordent- 
lich vermehren:  dies  leitete  er  von  der  Verbreitung 
der  Saamen  durch  Vögel,  und  von  der  Fruchtbarkeit 
überschwemmender FJfiffe her  (hiß.3y  2.  cauffl 2,  24.)» 

Theophraft  bezog  die  Naturkunde  überall  auf 
menfehliche  Künfte,  auf  Ackerbau  und  Landwirth- 
fchaft.  Daher  fuchte  er  den  Einflufs  des  Bodens, 
der  Jahreszeit  und  Witterung  vorzüglich  darzuthun. 
Um  Elephantine  in  Aegypten  verlieren  weder  der 
Feigenbaum,  noch  der  Weinftock  fein  Laub  (hiß. 


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V 


TheopLraft  von  Erefm.  95 

1 ,  5.).  Bey  Gortyna  in  Kreta  und  auf  Cyprus  feyn 
immergrüne  Platanen  (hiß.  1,  12.).  Dafs  die 
Früchte  abortiren,  fey  auch  Folge  des  Bodens:  wie 
bey  Soli  in  Cilicien  alle  Granatapfel  ohne  Kerne  feyn 
(hiß.  2 ,  3.).  Auf  Melos  (unter  den  Cykladen)  reife 
das  Getreide  in  dreyfsig  oder  vierzig  Tagen  nach  der 
Ausfaat :  daher  pflege  man  zu  fagen :  man  muffe  fo 
lange  fäen,  bis  man  Garben  fehe.  Auf  Chalkia, 
einer  Infel  bey  Rhodus ,  fäe  man  Qerfte  mit  dem  an- 
dern Getreide :  jene  werde  gemäht  und  wieder  gefäet, 
und  reife  mit  dem  Getreide  doch  noch  zugleich.  Auf 
Salamis  reife  das  Getreide  viel  fpäter  als  in  Attika 
(hiß.  8 ,  2.). 

Die  Erde  fey  defto  fruchtbarer,  je  inniger  ihra 
Tb  ei  Je  gemifcht  feyn.  Die  fehr  fette,  befonders  die 
Walkererde  ,  fey  die  unfruchtbare  (cauffi  2 ,  5.). 
Salze  im  Boden  feyn  überhaupt  der  Vegetation  nach* 
theilig:  doch  befördere  man  in  Indien  das  Wachs- 
thum der  Palmen  durch  Salz-  und  Meer  waffer  (cauffl 
2,7.  3,  22.). 

Die  Jahreszeiten  beftimmt  Theophraft  noch  zum 
Theilnach  dem  Aufgang  der  Geftirne.  Der  Frühling 
fängt  mit  dem  akronyktifchen  Aufgang  des  Arktur 
(iroo  'ApxT0up0u),  im  März,  an,  und  endigt  fich  mit  dem 
helifchen  Aufgang  derPleiaden  (im  TiXsixhi),  im  May* 
Der  Sommer  wird  durch  den  helifchen  Aufgang  des 
Huodsfterns  («Vixuv*,  irtqi  xuv»)  und  durch  das  We- 
hen der  Etefien  (m-ql  rwg  'Ernjaxg)  bezeichnet:  er 
dauert  bis  zum  helifchen  Aufgang  des  Arktur  (im 
5A(jxröJfw),  im  September.  Der  Herbft  wird  durch 
den  helifchen  Untergang  der  Pleiaden  (per*  Iwoq 
nX«A&«v),  im  November,  beftimmt. 

Die  nachteiligen  Einflüffe  der  Witterung,  be- 
fonders der  Kälte,  beurtheilt  er  der  Erfahrung  ge- 
mäfc  (cauff  5,  Der  Froft  fey  am  nachtbeilig- 

ften,  wenn  ftehendes  Wafferauf  den  entblöfsten  Wur- 


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96  üweytcs  Buch.    Erftes  Kapitel,- 

zeln  und  Pflanzen  gefriere.  Der' Schnee  fey  den 
Pflanzen  nicht  fchädlich:  defto  mehr  der  Reif.  Ein 
zu  rechter  Zeit  eintretender  Winter  fey  der  Vegeta- 
tion vortheilhaft:  die  Pflanzen  wurzeln  beffer,  und 
fchlagen  früher  aus  (hiß.  4>  *7«)«  Auf  Rechnung  des 
ftrengen  Winters  fchreibt  er  die  Mafer- Kröpfe  im 
Holze  (pvstgou  hiß.  5 ,  3.).  Auch  erzählt  er  wunder- 
bare Gefchichten  von  den  im  Holze  eines  wilden  Oehl« 
baums  zu  Megara  eingefchloffenen  Geräthen  (daf). 

Dj^  Krankheiten  der  Pflanzen  führt  er  forgfäJtig 
auf:  als  den  Wurmftich  (ckwXjjkjjo-k)  ,  den  Sonnen- 
brand (?Xo$),  den  Krebs  (x£«äo$  hifi.  4,  i5.).  Unter 
6pü(r/j3jj  verfteht  er  den  Rpft  im  Getreide ,  aber  auch 
den  Honig  -  oder  Mehlthau:  er  leitet  ihn  von  über- 
flüffiger  Feuchtigkeit  her  (caufß  4,  i5.).  Auch  fcheint 
*<rrQcßQ)j}<r(x  etwas  Aehnliches  zu  feyn  (cuußl  5 ,  u.). 

Zweytes  Kapitel. 

Alexandrinifche  Schule. 

Im  Jahr  532  vor  unferer  Zeitrechnung  ward 
Alexandrien  von  dem  grofsen  Eroberer,  deffen  Namen 
es  trägt,  gegründet.  Glücklicher  konnte  die  Lage 
einer  Stadt  nicht  gewählt  werden,  die,  was  auch  au* 
fserdem  die  AbGchten  ihres  Erbauers  feyn  mochten  t 
den  Welthandel  einft  an  fich  ziehen  foJlte.  Nicht 
blofs  die  Nähe  des  Mittelmeers  und  die  Verbindung 
mit  den  wichtigften  Ländern  der  alten  Welt;  auch 
die  Nachbarfchaft  des  arabifchen  Meerbufens  und  die 
Leichtigkeit,  nach  Indien  Schiffe  auszurüsten,  be- 
fonders  aber  der  grofse  See  Mareotis ,  füdlich  von 
der  Stadt ,  dies  alles  begünftigte  die  Gemeinfchaft 
und  das  Verkehr  mit  den  entfernteren  Ländern. 

Die  Nachfolger  ^VJexanders  in  Aegypten  wähl- 
ten die  neue,  gefunde;  heitere  und  volkreiche  §tadt 


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Zweytes  Buch.    Zweytes  Kapitel  97 

zu  ihrem  Hoflager.    Sie  legten  nicht  allein  dort  die 
gröfste  ßücherfammlung  der  alten  Welt  an ;  fonclern 
fie  liefsen  auch  ails  den  entfernteften  Ländern  feltene 
Thiere  und  andere    Natur  -  Erzeugniffe  aufkaufen 
[Athen.  14,  20.  p.  38o.  Schweigh.).     Ihre  Schiffe 
gingen  öftlich  bis  Taprobane  (Ceylan,  Dionyf.Perieg. 
peripl.  v.  593.),  und  weftlich  bis  Erythia  (Madera) 
und   zu  den  wefrlichen  Aelhiopen  (daf.  v.  558.). 
Nymphodorus  aus  Syrakus  befchrieb  fchon  den  ttsqi'- 
tXcü;  Trfi  'Aa7ft?  {Athen.  7,  20.  p.  181.)  .  .    Dem  Ze- 
pter der  erften  Ptolemäer  gehorchten  Phönicier,  Ara- 
ber, Syrer,  Libyer,  fchivarze  Aethiopen ,  Pamphy- 
lier,   Cilicier,  Lycier,  Karier  und   die  Cykladen 
[Theoer.  id.  17,  86.  f.).     Die  Vereinigung  fo  ver- 
fchiedener  Völker  unter  eine  Herrfchaft  ,  der  blü- 
hende Handel,   die  milde  Regierung,   die  Pracht 
der  Hofhaltung  und  der  Wobifta nd  der  Einwohner 
vermehrten  die  Zahl  derfelben  ausserordentlich.  *) 
Nach  fpätern  Nachrichten,  follen  mehr  als  3oo,ooo 
Menfchen  in  Alexandrien  gelebt  haben  (Jofsph.  de 
bell,  iud,  2  ,  16.). 

Zu  allen  diefen  der  Ausbreitung  und  beffern 
Bearbeitung  der  Naturgefchichte  gttnftigen  Umftu'nden 
kam  noch  die  befondere  Vorliebe  mehrerer  Ptolemäer 
für  die  Wiffenfchaften.  Ptolemäus  PhiJadeJphus  wird 
befonders  als  Beförderer  der  Naturkunde  gerühmt: 
fein  fchwächlicher  Körper  fehlen  beftändige  aufhei- 
ternde Beschäftigung  des  Geiftes  zu  fordern:  daher 
fchickte  er  Leute  an  den  obern  Nil  und  in  das  Zimmt- 

*)  Um  fich  einen  Begriff  von  der  unendlichen  Pracht 
am  Hofe  der  Ptolemäer  2u  machen,  lefe  man  nur 
Kall  ixen  us  des  Rhodiers  Bcfcbreibung  des  Pomps, 
den  Ptolemäus  Philadelphia  veranftaltete ,  und  der 
weit  über  3  Millionen  Bthlr.  koftete.  Eine  Menge 
feltener  Thiere,  unter  andern  auch  eine  Giraffe t 
kamen  dabey  vor.  (AAen.  5,  5  —  8  ) 

Gifch.  d.  Botanik.  1.  B,  7 


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Zweytes  Bach.    Zweytes  Kapitel« 

land  (Sirabo  IIb.  17.  p.'487-  Tzfch.).     Ptolemlus  3 
Evergetes  IL,  oder  Kakergetes ,  ift  felbft  als  Schrift- 
fteller  bekannt.    Er  war  ein  Schaler  des  berühmten  1 
Grammatikers  Ariftarch    (Athen.   2,   28.  p.  274. 
Schw.),   und  (unterliefe  24  Bücher  Commeotarien ,  1 
aus  denen  uns  Athenäus  manche  Bruchftücke  aufbe-  1 
wahrt  hat.    Unter  andern  verbefferte  er  einen  Vers 
Im  Homer  (Od.  5  ,  72.)  fo:  1 

oc/u$*  •*  Xitfimtq  p*\qlxo\  a/ov  ifik  rfA/vov, 

wo  er  <rwu  für  100  fetzte,  weil  Sium  latifolium  oder 
anguftifolium  zwar  mit  Eppich  zufammenwachfe,  aber 
nicht  Veilchen  (Athen.  2,  1 9.  p.  2*55.).  EuftathiuS  bil- 
ligte diefe  Verbefferung.  .  •  Diefer  König  hatte  ia 
der  Hofburg  ein  Gehege  für  fremde  Thiere  angelegt 
(Athen.  i4>  20.  p.  38o.).  .  "  ' 

Seine  Vorfahren  wetteiferten  mit  den  Attali- 
fchen  Königen  in  der  Anlegung  grofser  Bücherfamm- 
jungen  (Galen. comm.  2.  in  Hipp. de nat.hum.-p,  16. 17.)» 
In  Alexandrien  waren  fchon  zu  Philadelphus  Zeit 
zwey  grofse  Bibliotheken,  eine  im  Tempel  des  Se- 
rapis (einer  neuen  Gottheit,  die  der  König  von  Si- 
cope  hier  eingeführt  hatte,  Tacit.  hiß,  4>  '83.  Ma- 
crob.  faturn.  1 ,  7.),  und  die  andere  in  Bruchium  am 
Hafen.  Die  Zahl  der  zufam mengekauften  Bücher- 
rollen  betrug  bald  eine  halbe  Million  (Eufeb.  praep. 
tvang.  8 ,  2.). 

Durch  diefe  Hülfsmittel,  Vortheile  und  Begün- 
ftigungen  angezogen,  kam  eine  unzählbare  Menge 
Gelehrter  ((pikokoyot  avBp**)  nach  Alexandrien,  deren 
Viele  im  Mufeum  ,  einer  grofsen  Lehranftaltv  auf 
öffentliche  Koften  Unterhalten  wurden  und  unter  cjer 
Oberaufficht  eines  Priefters  ftanden  (Strabo  üb.  17. 
p.  5o3.).  Wie  aber  Seneca  (de  tranquill,  anim.  c.  9. 
p.  261.  ed.  Bipont.)  bemerkt,  dafs  die  Bibliotheken 
mehr  zur  Schau  aufgeteilt  waren als  dafc  Ae  die 


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I 


Alexandrinifche  Schule«  99 

1 

Studien  befördert  hätten ;  fo  verßchert  Galen  (comm. 
2.  in  Hipp,  de  nat.  hum.  p.  29.):  die  alexandrinifcben 
Gelehrten  haben  ßch  nur  in  fcholaftifchen  Künften 
gefallen  und  die  Beobachtung  der  Natur  vernachläffigt: 
daher  es  auch  ein  fehr  paffender  Ausdruck  ift ,  wenn 
Strabo  die  im  Mufeum  unterhaltenen  Gelehrten  Phi- 
lologen nennt.    Klearchus  von  Soli  auf  Cyprus ,  ein 
SchfiJer  des  Ariftoteles,  macht  ein  belehrendes  Ge- 
mälde von  der  Art,  wie  dieGelehrfamkeit  in  Alexan- 
drien bearbeitet  wurde  {Athen.  10,  22.  p.  177.  Schw.). 
„Die  Uebung  in  Rathfein  und  Aufgaben  (yffiot)  ift 
„der  Philofophie  nicht  fremd,  und  die  Alten  legten 
„darin  Beweife  ihrer  gelehrten  Bildung  ab.  Denn 
„bey  Trinkgelagen  pflegten  fie  Geh  nicht  folche  Fra- 
gen vorzulegen,   wie  wir  jetzt  thun,  welche  Art, 
„den  Beyfchlaf  zu  feyern,    die  angenehmfte,  oder 
„welcher  Fifch  der  wohlfchmeckendfte  und  in  der 
„gegenwärtigen  Jahrszeit  der  befte  fey,  oder  ob  irgend 
„ein  Fifch  beffer  nach  Aufgang  des  Arktur  und  der 
„Pleiaden,  oder  beym  Aufgang  des  Hundsfterns,  zu 
„effen  fey?    Denen,  die  am  beften  diefe  Fragen  be- 
antworten, beftimmt  man  Küffe,  als  Preife,  die 
„jeder  verwerfen  mufs,  wer  Sinn  für  Freyneit  hat: 
„die  Ueberwundentn  aber  mfiffen  zur  Strafe  fo  viel 
„trinken,  dafs  ihre  Gefundheit  dabey  leidet."  Sol- 
cher Art  waren  die  öffentlichen  gelehrten  Kampffpiele, 
in  welchen  die  Sieger,    gleich  denen  in  Olympia, 
belohnt  wurden  (Pitruv.  de  archit.  lib.  7.  prtfef.). 

Die  übrige  BefchäfPtigung  der  alexandrinifcben 
Gelehrten  beftand  in  der  Auslegung  und  grammati- 
fchen  Erklärung  der  Werke  der  Alten.  Da  fie  aber, 
nach  Strabo  s  Verficherun?  (lib.  i3.  p.386.  Tzfch.), 
nur  die  exoterifchen  Bacher  des  Ariftoteles  uod 
Theophraft  befafsen,  fo  konnten  fte  nicht  pragma- 
tifcb  phiJofophiren,  fondern  fie  fchmaokten  die  Leh- 
ren der  Alten  mit  eigenen  Zufätzen  aus.   Bekannt  ift, 

'  7  * 


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ttoo         Zweytes  Buch.    Zweytes  Kapital. 

weffen  man  in  Rücklicht  der  Hippokratifcheu  Schrif- 
ten den  Mnemon  aus  Pamphylien  befchuldigt  (Galen, 
inmm.'i.inlibr.'b.epid.y.^i \.).  So  gab  es  zu  Athenäus 
Zeit  einen  alexandrinifchen  Ausleger  der  ethifeben 
Schriften  des  Ariftoteles  und»  Theophraft ,  Adraftus 
oder  Andrantus  (Athen,  üb.  i5.  c.  4«  p«  453.  Scbw.). 

Da  zugleich,  wie  Celfus  veruchert,  die  Medicin 
in  der  alexaudrinifohen  Schule  fo  bearbeitet  wurde, 
dafs  man  die  gelehrte  Arzneykunde  von  der  Chirur- 
gie und  von  der  KenutniCs  und  Zubereitung  der  Arz- 
ney mittel  völlig  trennte,  weil  die  gelehrten  Müfsig- 
gänger  zu  hochmüthig  oder  zu  träge  waren,  um  fleh, 
diefen  in  ihren  Augen  niedern  Künften  zu  ergeben; 
fo  wachte  die  alte  Rhizotomie  wieder  auf ,  die,  mit 
der  Pharmakopolie  verbunden ,  von  einzelnen  Män- 
nern bearbeitet  wurde.  Wir  kennen  aus  diefer  Pe- 
riode mehrere  Schriftfteller,  deren  Werke  aber  nur 
in  Bruchftücken  auf  uns  gekommen  find. 

Phanias  oder  Phäaias  von  Erefus,  ein  Lands- 
mann und  Zeitgenofs  des  TheopHraft,  der  mit  ihm 
den  Ariftoteles  noch  gehört  hatte  (Athen.  2,  12, 
p.  1 98.) ,  hinterliefe  ein  Werk  von  Pflanzen  (frap*  <£u- 
T«v  Athen,  i4-  P«  ?°9*)>  woraus  Athenäus,  neben, 
mehrern  unbedeutenden  Stellen ,  jene  wichtige  von 
dem  Mangel  der  Befruchtungstheile  mancher  unvoll- 
kommener Gewächfe  anführt  (Athen*  2,  19.  p,  237.)* 
T*  he  ouhe  (pvu  tiJv  otv$vjv ,  cvU  Tjfe  CTC^fß.»rt^  i'x,vö*  xo~ 
puv>J<r€»?,  ovls  (T7r^«Ta!<rew?'  o?ov /*uj«tf,  u&vov,  fprepic, 
„Einige  Pflanzen  bringen  weder  Blüthe,  noch 
„eine  Spur  des  Saamen- Säulchens,  noch  fonft  Be- 
„fruchtungstheije  hervor,  wie  der  Schwamm,  der 
„Pilz,  das  Farrenkraut ,  der  Epheu."  Des  Saamen- 
Säulchens  (Piftills)  hatte  fchon  Theophraft  beym  Ci^ 
tronenbaum  gedacht  (hiß.  1,  17.)»  Phanias  befchrieb 
den  lycifchen  Wacholder  ( x%os  Athen.  3,  8.  p.  33 1 .) 
und  ward  von  Athenäus  mifeverftanden ,  der  dies  auf 


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.  ■    AfcxandriniXche  ScEiilv  -  ton 

» 

die  Citren e  Jeutete.-    £r  befchriöb  die  Saamen  der 
Dolden  pflanzen  (wst-actUifj  znerft  (Athen,  i)y2.j>.Zjo. 
Zu  diefen  rechnete  er  den  Anis  («wwov),  den  Fenchel 
(^Äpodrev),  diePaftinake  (<nr*(pv\nto£y  Caucahs  platy 
carpos  (xawtaX/V) ,  den  Schirling  den  Ko« 

riander  (xopiov)  und  vielleicht  Sifon  Podagraria  (vhi»u 
evic/  pt^Cplvcv.  Vergl.  Tbeophr.  hift.  6*  2.)».  Ebeii 
dafelbft  wird  aus  derfelben  Sohrift  von  ihm  angefahrt, 
dafe  er  Arum  Dracontium  mit  dem  Namen  «pov,  «pun 
vi*  und  hpxxQVTiov  belegt  -habe.    Die  Früchte  der  Ja*-- 

CMalva  fylvefirisj  fchilderte  er  botaoifch  rieh* 
lig  (Athen.  2,  18.  p.  224»)» 

Diokles  von  Karyftus,  ein  fehr  berühmter  Arzt 
(Plin.  Mb.  26,  2.  Gaten.  disfect.  matr.  p.  21 5.),  der 
wahrfch  ein  lieh  jn  Alexandrien  lebte,  fchrieb  ein 
TCjtcixßv  (Schol.  Nicandr.  ther.  v.  647.)  >  worin  er  die 
Kräfte  und  Wirkungen  der  Arzney  mittel  ganz  allein 
nach  der  Erfahrung  beftimmte  (Galen,  faeuh.  alim* 
1 ,  3o3„).  Er  befchrieb  unter  andern  Campanula 
Erinus  (>j  Sqwos)  ;  die  Pinien  -  Nüffe  nannte  er  irtrv'ivx  * 
xsc^u«  (Athen.  2  ,  16.  p.  219.) ;  die  beften  Gurken  fand 
er  bey  Magneua  (Athen,  2,  18.  p.  224.);  die  Melo- 
nen rieth  er  am  Ende  der  Mahlzeit  zu  effen  (daß  , 
3  ,  2.  p.  291,)-  In  einer  Schrift  über  die  tödtliclien 
Gifte  erwähnte  er  des  Majorans  ( duotgano^  der  auch 
erift-^/ux^  genannt  werde  (Athen.  i5,  -8,  p.  483.). 
Die  Schminkbohnen  kannte  er  fehr  gut  unter  dem 
Kamen  hoXixos  (  G*!en~  facult.  ahm,  1 ,  3 17.).  Sefeli 
caefpitofum  Sibth.  fcheint  fein  imctp&QX&Qov  mit  fehr 
langen  Blättern  und  Korianderfaamen  zu  (eyn  (Plin» 
20,  23,),  Die  fchwarze  Niefewurz  werde  auch  chto- 
fiov  genannt  (Erotian*  expuf.  voc.  Hipp.  166.). 

Diphylus  von  Siphnos,  einer  Cyklacle ,  der,  als 
Arzt,  wohl  von  dem  Komiker  zu  unterfcheiden  ift, 
lebte  unter  Lyfimachus,  der,  nach  Alexanders  Tode, 
in  Thracien  und  Kleinafien  ein  vergängliches  Reick- 


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loa      v    Zweytes  Buch*     Zweytes  KapiteL 

gründete  (Athen.  2,  11.  p.  196.)*  In  feinem  Werke 
über  die  Nahrungsmittel  erwähnte  er  der  Kirfchem 
(x*£äö7*)  ,  unter  denen  er  die  rothen  mileQfchen  (fau- 
ren)  für  befonders  gefund  erkJfirte.  Den  Unter- 
fchied  der  efsbaren  und  giftigen  Schwämme  gab  er  aa 
(Athen*  2,  21.  p.  23q.).  Den  Blumenkohl  nannte  er 
*a-fyxQocyo;  *qiy.ß\fc%  attifch  auch  i'p(u6vo;;  diefen  hielt 
er  für  fehr  gefund  (Athen.  2,  22.  p.  241.)»  Die 
Wallnüffe  (r*  naoua  ßonrikiH»)  hielt  er  für  fchwer  ver- 
daulich, und  behauptete ,  dafs  fie  Kopffchmerzen  er- 
regen (daß  2,  i3.  p.  206.).  Die  Kaftanien  nannte  er 
trxghxviq  ßotkxvovs  (daß  p.  208.).  Kohlrüben  (7077U- 
Xiq)  unterfchied  er  van' den  Kohlrabi  (/3öüv*«?),  wel- 
che letztere  er  für  fehr  gefund  hielt  (Athen.  9,2. 
p.  362.).  Der  wohl fchm ecke ndfte  Kohl  werde  zu 
Kyme  in  Aeolien  gebaut:  in  Alexandrien  fey  er  bit- 
ter: laffe  man  Saamen  aus  Rhodus  kommen,  fo  fey 
er  das  erfte  Jahr  noch  füfs:  dann  aber  arte  er  aus 
(daß  p.  364.)«  Ueber  die  Wirkungen  der  Runkel- 
rüben oder  Beten  (ffsvrXut)  und  der  Paftinäkeo  (trrot* 
(puXtvos  daf.  p.  371.)  kommen  ebenfalls  Zeugniffe  vor. 
Die  Mohrrübe  nannte  er  zuerft  ro  hxqwtcv  (daß). 
Die  Porre  (hs<P»Xutov  und  it^icnv)  zog  er  dem  Schnitt- 
lauch (adorov)  vor  (daß.). 

Aßklepiades  aus  Myrlea  befchrieb  in  einem  un- 
genannten Werke  die  Zwergkirfche,  (Prunus  Chamae* 
ceraßus,  x*/*****?*™*)  in  Bithynien :  welches  Athe- 
näns  auf  den  Erdbeerbaum  ((jufjutUuXet)  beziehn  will 
(Athen.  2,  1 1.  p.  193.). 

Euthydemus  von  Athen  befchrieb  in  feiner  Schrift 
vonOemüfen  die  Gurke  unter  dem  Namen  crnui«  iy&noj: 
denn  der  Saame  komme  aus  Indien  (Athen.  2,  18« 

p.  225.). 

Numenius  aus  Heraklea,  des  Arztes  Dteüches 
Schüler  (Athen,  i,  4.  p.  17.),  fchrieb  ein  Gedicht  über 
die  Gegengifte,  woraus  Nikander  manches  entlehnte 


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drinrfche  Schult.  103 

■ 

(Schol.  Nicandr.  ther.  Er  unterfchied  die  beiden 

Arten  von  i%/fiov  (Echium  creticum  und  diffufum 
Sibth.  Schal.  Nicandr.  ther.  637.).    Er  befchrieb  eine  ' 
bley    oder  kupferfarbene  Blume,  unter  dem  Namen 
%xk*>jc  (Schol.  Nicandr  ther.  z5j).    Sollte  dies  Gera- 
nium  Jufcum  oder  afphodeloides  feyn  ? 

Sohn  aus  Smyrna  hatte  über  die  Kräuterkennt« 
nifs  gefchrieben.  Er  erwähnte  eines  ßov\*ir*$ov  (Ru- 
mex  aquaticust  Plin.  lib.  20.  f.  86.). 

Apollonias  tu*  Memphis,  Strato's  des  Berytiers 
Zögling  {Galen,  diff.  pulf.  4,  p.  5i.),  hatte  ebenfalls 
über  Pflanzen  gefchrieben  (Schol.  Nicandr.  ther.  52. 
55g.).  

»  • 

Die  Rhizotomie  und  empirifche  Kenntnifs  der 
Pflanzen  ward  auf  gewiffe  Weife  auch  durch  den  be- 
fondero  Eifer  befördert,  womit  die  Könige  Aualut 
Philometor  von  Pergamus  und  Affc/rr^afEupator  voll 
Pontus  Pflanzen  anbauten  und  ihre  Wirkungen  er- 
fochten.    Jener  verfuchte  die  Kräfte  giftiger  Ge- 
wächfe  an  Verbrechern   (Galen,  antidot.   1,  423.). 
Er  fäete  und  pflanzte  in  feiner  Burg  Bilfenkraut, 
Niefewurz,  Schilling,  Akonitum  und  Tolläpfel  (So- 
lanum infanum,  loqiww,  Plutarch.  D*metr.  c.  20.). 
Mithradat  zog  eine  Menge  giftiger  Pflanzen  und  deren 
Gegengifte  im  Garten  ,   und  verfuchte  ihre  be™**~ 
feitige  Wirkungen,  wie  man  fagt,  an  Geb  felbft  (Flut. 
25,  2.  Appian.  hell  Miehrid.  p.  248.).    Abcr  er  hatte 
auch  feinen  eigenen  Sohn  Ariarathes  vergiftet.  Pom- 
pejus  brachte  Mithradats  Schriften  (uVöu^t«)  an 
ficb  (Plutarch.  Pompej.  c.  37.).    Ihm  zu  Ehren  nannte 
Kratevas  der  Rhizotom  eine  Pflanze  Mithridatia,  die, 
nach  Plinius  Betreibung  (25 ,  6.),  und  Anguillara  s 
(femplici,  p.  i74  )  und  Cefalpini's  (de  plant,  10, 
Auslegung,  nichts  anders  als  Erythronium Dens  Canis 
ift.   Dafc  auch  unfer  Odermennig  (Agrimoma  Eupa- 


Iö4r  Zweytes  Buch«   Zweytcs  Kapitel* 

ioriaj  nach  diefem  König  genannt  worden ,  bezeugt 
derfeJbe  Plinius. 

An  den  Höfen  diefer  Könige  lebten  entweder 
die  berühmteftcn  rhizotomifchen  Schriftfteller  jener  . 
Zeit,  oder  diefe  bewarben  Geh  um  ihre  Gunft. 

Mit  den  bekannten  Pflanzenforfchern  des  Alter-  . 
thums  wird  gewöhnlich  Kratevas  der  Rhizotom  zu- 
fammen  genannt  (Galen,  expof.  voc.  Hipp.  p.  402. 
Epiphan.  haeref,  i .  p.  3.).  Sein  Werk  (rat  ^orop.oip.evoL)^  v 
wovon  die  Handfchrift  auf  der  Marcus  -  Bibliothek  in 
Venedig,  von  Anguillara  benutzt,  von  Weigel  abge- 
fchrieben  und  mir  gefällig  in  einzelnen  Proben  mit- 
£etheilt  worden,  enthält  blofs  Namen  der  Pflanzen 
und  Angaben  ihres  Nutzens.  Diofkorides  fagt  in 
der  Vorrede:  Kratevas  habe  zwar  genauervon Pflan- 
zen gefchrieben,  als  Andere,  aber  doch  viele  Ge- 
wächfe  nicht  forgfältig  genug  bezeichnet  :  und  an 
einem  andern  Orte  (3,  i4o.):  Kratevas  fcheine  bey 
einer  gewiffen. Pflanze  blofs  dem  Hörenfagen  gefolgt 
zu  feyn.  Plinius  (Üb.  2.5.  f.  4»)  giebt  Nachricht  von 
Zeichnungen,  die  Kratevas  ftatt  der  Betreibungen 
beygefügt  habe.  Aber  natürlich  fey,  dafs  jene  Zeich- 
nungen beym  (Copiren  Geh  nicht  gleich  bleiben:  auch 
ändern  lieb,  fagt  Plinius,  die  Geftalten  der  Pflanzen 
nach  den  Jahrszeiten.  Einiges  mag  aus  den  gedruck- 
ten ßruchftücken  angeführt  werden: 

Tfiapfta  garganica ,  -^ax/zo;,  wachfe  auf  Thapfos, 
einer  der  Sporaden  {Schal.  Nicandr.  ther.  5 29.).  Vom. 
Ku-nero;  gebe  es  drey  Arten  :  die  eine  heifse  auch  xw-. 
ßiov  und  fey  ein  kleiner  Strauch  mit  rothen  Zweigen: 
die  andere  heifse  auch  $vpuLki<;  und  pLu^rir^  CEuphor» 
bia  MyrfinitesJ ,  wachfe  am  Meere,  und  gebe  Milch- 
faft  (Schol.  Nicandr.  ther.  617.).  Man  fleht,  wie  we- 
nig Kratevas  mit  denfelben  Namen  diefelben  Begriffe 
2u  verbinden  gewohnt  war.  Mit  Recht  nannte  er 
den  fchwarzen  xxpLxi'ksos ,  tfetKiKo;,  weil  er  wirklich 


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Alexandrinifche  Schule.  105 

mehr  buot  als  fchwar2  ift  (SchoL  Nicandr.  ther.  656.). 
Wie  er  hingegen  den  Sprachgebrauch  des  Theophraft 
fo  ändern  konnte,  dafs  er  den  (f/.c(u$$  auf  eine  Dol- 
denpflanze bezog,  ift  nicht  gut  zu  erklären  (daf.S5G.). 
Vom  Eifenkraut  (Verbena  fupina,  mptvTtQedvJ  kommt 
bey  ihm  die  erfte  Nachricht  vor  (daf.  S6o.).  Ein 
wev  in  Aegypten  befchrieb  er  fo  (Diofc.  i  ,  28.)  >  dafs 
Anguillara  Teucrium  Marum  dafür  dem  Job.  Bauhin, 
gab  (hiß.  3,  243.).     Sium  nodißorum,  was  durch, 
ganz  Griechenland  fehr  häufig  ift,  befchrieb  er  genau 
(Diofc  2,  1 54.)-    Lunaria  rediviva  führte  er  unter 
dem  Namen -S-Xättt/,  auch  tfs$<Tiv.ov  rri^iri  auf  (Diofc. 
2,  18b.).    Seine  crA^Triq  igxxXeix  fcheint  Daucus  bi- 
color  Sibth.  zu  feyn  (Diofc.  4,  55.).    Sein  utrxQoy  iffc 
Gnaplialium fanguineum  (Anguillara  de  ßmpl.  p.  27.). 
Sein  ^s^Tribtov  auf  Mufcheln  uod  Felfen  am  Mc^er  ift 
entweder  Roccella  tinetoria  Ach.  oder  Fmcus Palme tta 
Gmel.  (Anguillara  p.  1 7 1 ^ 
Ein  Zeitgenofs  des  Krateyas  war  Nikartder  von 
Kolophon,  des  DamnausSohn,  Priefter  des  klarifcheiv 
Apoll,  zu  Antigonus  Gonatas  Zeit;    er  eignete  feine 
Georgika  dem  letzten  Attalus,  Philometor,  zu.  Von 
diefem  Gedicht  fagt  Cicero:  der  Vf.  habe  gar  nichts 
vom  Landbau  verftanden  (de  orat.  1 ,  1 6.).  Wirken« 
nen  es  blofc  aus  Bruchftücken,  die  grofsentheils  Athe- 
näus  aufbewahrt  hat.     Eben  fo  ift  ein  anderes  Ge« 
dicht,   Hyacinth  überfchrieben,  verloren  gegangea 
(Schol.  Nicandr.  ther.  v.  585.).    Was  wir  noch  befitzen> 
find  fchwerfällige   und  zum  Theil  unverftändliche 
Hexameter  über  Gifte  und  Gegengifte,  von  denen 
die  aXfjztCpxQfJLXitx  1792  und  die  •S-jjg/an*  1816  von 
Schneider,  früher  auch  beide  zufammen  von  Bandini 
zu  Florenz  1764  in  Octav  herausgegeben  find.  Ban^ 
dini  hat ,  aufser  einer  lateinifchen  und  italjenifchen 
metrifchen  Ueberfetzung,  auch  eigene  Anmerkungen 
und  des  Euteknius  Metaphrafe  der  Theriaka,  aus  der 


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ioö  fcweytes  Bach.  .  fcweytes  Kapitel. 

« 

Handfchrifr,  beygefügt:  Schneider  aber  die  Scholien, 
eine  epitomifche  Ueberfetzung,  und  vortreffliche  kri- 
tifche  Noten  hinzugethan.  Die  Scholien  find  eine 
fehr  nützliche  Zugabe  ,  wegen  vieler  literarischer 
Nachrichten:  aber  die  Pflanzen  werden  fchlecht  er* 
läutert.  So  heifst  es  (ad  alex,  4<>5.),  das  cfAvgveiw 
(Smyrnium  perfoliatum)  fey  dem  v«p£>j£  (Ferula  com- 
munisj  ähnlich:  der  Saame  fey  der  des  Lauchs,  der 
Geruch  der  der  Myrrhe.  So  werden  (ad  ther.  610.) 
die  Blätter  der  Erike  mit  Epheublättern  verglichen  , 
und  (ad  eher.  676.)  heifst  kqotw  CRiciaus  communisj 
eine  Art  Fichte. 

Die  Pflanzen,  deren  Nikander  gedenkt,  find, 
nach  dem  Linne'fchen  Syftem,  folgende:  '< 

Salvia  qfßcinalis ,  iXeX/cvßaxo?  *k$7j€is  ther.  84- 
5.  Horminumy  opfAtvov  ther.  89  3. 

Gladiolus  communis,  wo\vfyy;voq  v*kw&os  ther-, 
902.  Iris  ßorentina,  fy/f  ther.  607.  und  Athen.  Üb.  1 5. 
p.  4<)3  Valeriana  celtica  oder  tuberofa,  tvav&i*  y*p- 
hov  ot$f  ■S'üXaxof <rca  alex.  4°3.  >  auch  vxfios  ei^TOtyyc 
ther.  6o4«    Avfna ßeriliSy  atyik^yp  ther.  85 7. 

Sanguiforba  qfßcinalis  ,  HoXXußxreta  ther.  589. 
85 1.,  nach  Hefychius.  Parieearia  qfßcinalis ,  kXü- 
ßotrif,  ther.  S07. 

Heliotropium  europaeum ,  rjsXioio  tqottms  i<r<£w[Aov 
i pvo?  ther.  678.  Afperugo  procumbens ,  ivetQiwi  ther. 
85o.  Anchufa  italica,  uyxovv*  $q&xkw  ther.  838. 
Echium  diffufum  Sibth. ,  wqutov  ther.  65.  6*37. 

/?.  creticum^  iyjtiov  llregov  ther.  „  640.  E.  italicum, 
Xux«\^ö?  CQfxevöetq  ther.  840.  Cyclamen  europaeum, 
§u<rrf>*\l>ij$  MxXxfjitvcc  (Athen.  i5,  9.  p.  496.).  Phyfa<* 
Iis  fomnifera,  vtqvxvov  ther.  878.  .  .  Solanum  infa- 
num ,  öopuxwov  alex.  376.  (Wenigftens  nach  dem 
Diofc.  alexiph.  401.  und  Galen  comp.  med*,  fec.  loca» 
lib.  10.  p.  3 11.  erpu^vou,  0/  &opmv/ou  p7£*.)  Cam- 
panula  Erinus,  tftvos  ther.  647*  •  •    Rhamnus  faxa* 


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I 


* 


tilis»  ^«(avo;  •9,*^uw't*$  ther.  883.    Zizyphus  vulgaris , 
Qauvos  ther.  65o.  86 1.    Z.  Paliurus,  7r*kio\>qos  ther. 
869/   Eryngium  campefire,  ^uyyov  ther.  849.  77ui- 
pfia  garganica>  fytvctxh       Si^au  ther.  529.  Peuce- 
danum  officinalc ,  irsvxtbotvov  ßat^uirvouv  ther.  76.  Pa* 
Jiinaca  J'ativa,  crxCpuXivo^  ther.  843*     P»  Opopanax  % 
X*/p«vo?        ther.  5  00.  %ro  /x/v  9r*y«xf/ov  inouvw  da  f. 
509.    TordWiiim  offivinale,  ofistUv  ther.  841./ 
ru/a  tuigitana,  <riX(piov  ther.  85.  Xj/Sukj?  pY#*  ther.  911. 
Caucalis  platycarpos*  xavxaXi$  ther.  843.  Athamanta 
panacifolia,  Xfj3«y«»r/Y  xa^%puc6<r<rÄ  ther.  4<>*  x*yXQUm 
$cqo$  daf.  85o.    Atham.  cretenfts,  Sau**?  ther.  94. 
äjevxftfcy  ther.  858.    Cuminum  Cyminum ,  kv/umov  ther. 
601»     Carum  Carvi*    KVfxtvcv  ay^irs^ov  ther.  7 1  o* 
Oenanthe  pimpinelIifoliay  /3^ua  Xf o>we  ther.  898. 

0e#i.  Phellandrium  ?  <tkvq<*  ix&p*  ther.  j4*  Bupleurum 
'  longifolium  ,  ßoi*\si>Qov  ther.  586.    ^^ti/m  ^raveo- 
faur,  fXAo^ffiTTTöv  o-Aivöv  ther.  597.     <S*^/t  caefpito» 
fum  Sibtb. ,  Imrstov  pxQci&ov  tfoXvotitifa  £<yr  ther.  596* 
Pimpinella  Anifum,  avt/jtrov  ther.  65o.    Smyrnium  per* 
foliatunty  cpipnov  Athen.  9,  2.  p.  370.,  eyiupv«fcv  »ci^ 
jSpf ?  ther.  848.  Sm.Olus  airwn,  ImemlXnw  ther.  599. 
Echinophora  tenuifolia,  nttvax«?  ^Xiy^iov  ther.  685« 
Tamarix  gallica ,  fAvpi'w}  ther.  6 1 2. 
Narciffus  Tazetta, 

«fpff^.  «ir«Aejei,  x{*x*  furo  ^«ma^ilaa*  • 

(Athen.  Üb.  i5.  c.  9.  p.  492.)*  •  •  Ormthogalum  fia« 
chyoides,       emo  opu-ta;  nXurrai  (Athen.  9,  2. 

p.  37a;).  tatiia  maritima,  mit  weifeer  Zwiebel» 
viifcev  <nu'XXM?  xap»;  ther.  88  t.  Afphodelus  ramofus , 
a<n£c&*Xo$  ther.  534*  AUium  Porrum,  irqiaov  ther. 879. 
Rumex  Acetofa,  o^aXiq  ther.  840.  Colchicum  autu- 
mnale ,  iCpipsgw  alex.  849. 

«  , 

V 


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r 

■ 

109  Zweytes  Buch.    Zweytes  Kapitel. 

Erica*  ariorea  ,  Epfiioj'  ifayJ<pi>XXo?  -ther.  ßio. 
Daphne oleaefolia,  xxp&Xair,  cUi&aXr^  a lex.  48.  D.  Cneo* 
rum>  etKvqerts  ther.  52.,  nach  Apollonias  von  Mem- 
phis Auslegung  in  den  Scholien.  Polygonuni  inca* 
«wm,  jrouXuyovov  a lex.  2,64. -ther.  901.  tt'A* 

Anagyris  foetida  ,  ^ifnr^ibsv  dvxyvQoc  ther,  71. 
(Ju7tQim  kommt  in  der  BedeutUDg  fchärf  bey  <ri'vjj7r# 
ajex.  533.  vor.  Die  Früchte  inachen  durch  Schärfe 
Brechen.)  Ruta  graveolens*  $vrq  alex.  008.  irrfli- 
wov  53 1.  Agroftemma  coronaria,  Xu^v/f  ther.  899. 
Cotyledon  Umbilicus ,  kotoXjjBwv  ther.  63 o.  Sedum 
Rhodiola ,  tjjX*(£iov  ther.  873.  / 
.7  Euphaxbia.Ckamaecypari(jfiast  vroiq  witoniurcos  ther. 
910.        Myrfinites,  ti^ü^msXXos  «tfy^T1)*  ther.  617. 

Mefpilus  Pyracantheh .  Äuputav-S-a  th  er:  85  &  Äu- 
iw*  caefiusy  ßarof  ther.  83g.  Potentilla  reptans,  ffcv- 
tä9T6T^Xov  ther^S39.  ^.rikt^ 

Papasrer  Rhoens,  /ujjjcwv^»Xäx#V  ther.  85-u  Glau** 
cium  luteum ,  /u^'xcav  imn^u^.  daf.  .  Chelidonium  muüts, 
%e  Xj&oviov  th  er ."8  5  7.  Carcharus  oluorius,  xookoqos  ther. 
626. 864«-  DeLphbtium  Sfaphis  agria,  <rrx<pi$  jeyQOTdpot 
ther.  943:  Paeonia  officinalis 9  ^Xuxutri&j  ther.r94o. 
Aconitum  Napejlus,  öe>tovnw^iiex.  36.  Aber  die  Scho- 
lien nehmen  auch  .Doronicnm .  Pardalianches  dafür.. 
Vergl.  Athen.  3,  8.  p.  333.  Nymphaea  alba,  trlhyj 
$aifA*$rfc  tfrer.  887.  Nigella  fafiva,  peXiv&w. ther.  43. 

iJiwga  Chamaepitys ,  -  %*uwniTvs  a]ex.--56.  x*- 
^jjXjj  5rtVu$  ther.  84 1 .  Teucrtum  Pottum,  jtoXiöV  #*puo- 
fytov  ther.  64.  Satureia  Tftymbra,  £Jtu£p7'fher.53i. 
628.  Hyffopus  officinalis ,  üV<r«7ro;  ther.  872.  Meh* 
tha  fyfoeftris*  clcufxß^ov  ther;  896.  «M.  cerWaa,  vre- 
Xtmwjjuev  alex.  57-  ther.  55g.  M>  Pule%iumr  •yXfowv 
irokvotv&w  ther.  877.  Lctmmm  album,  Xewif  ther.  849. 
Marrubium  vulgare,  itQxvtcv  ther.  55o.  Origanum 
vulgare,  o\iy»vU<T(ru  %an:>|*hec*.65.  0.  Onites>  ovirsc 
i^k  alex.  56.  ovou  irerolXsiov  i^iyxvov  ther.  628.  O.cre- 


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Alexandrimfcbe  Schule.  109 

ticum,  xovfo.>]  tber.  626.  {).  maioranoides ,  duupocKcs 
ther.  575.  trdijxypovxoq  ther.  617.  Thymus  incanus 
Sibth.  f.  villofus,  sowvXkoc  yo/uMo*  ther.  67.  27i.  2Ty- 
gw,  ep7ryX>.o?  xeps*ib>j;  ther.  909.  77i.  Tragoriganum> 
Tgx'yofiryocvos  a\ex.  3 10.  Meliffa  officinalti,  fAs"kt'(p'jWov, 
peXUrauvot  ther.  554«  psXttriroßoToq  ther.  677.  cvw&jf; 
fzfXiract  Theoer.  id.  4»  25,  id.  5,  i3o.  MW.  ahijfima 
Sibth.,  üfyj}X>j  xa^u/vSe*  tber.  60.  Vtrbentc fupina* 
ir£f>iGTS(iO£i$  ther.  860.  .  .  Vuex  Agnus  >  Xuycs;  7rolu*v- 
ther.  63.  £yvo$  ther.  70.  Acanthus  möllis,  uxxv- 
&oq  «X-StJ«?  ther.  645. 

Lepidium  fathum?  xapfyu/;  alex.  533.  xa^ī3v 
«Vo  Mjj&«v  ther.  876.  Eryfimum  officinale,  s'tQvcipov 
ther.  894»     Sinapis  alba,  <rlvY}irt  alex.  533.  ther.  878. 

Ononis  antlquorum ,  ovuvi;  7roXu*yovvo?  ther.  872. 
Ctc*r  arietinum,  igsßtvd'oq  dy^ore^  ther.  894«  P/b- 
ra/<?a  biiuminofa,  r^(pv).Xov9  tjjv  jjto/  0  fce 

rpi7r*T)jXov  ivt<T7T€t  ther.  52o.  Medicago  arborea,  kvti- 
gc$  tber.  617.    Mtlilötus  cretica,  pLtXiktaTos  ther.  897. 

Carthamus  corymbofus,  x*,««A.«o?  £c<ßöWöfXos  tber. 
656.  Acarna  gummifera ,  %«/u«/a.£0C  fer*  po?  ther.  660. 
Areemifia  Abrotanum,  dß^irovw  ther.  66.  574.  (/fla* 
phalium  Stoechas,  iX/pcpucov  ther.  6z5.  Erigeron  vU 
fcofus,  xovi$7  Xstttc^io?  ther.  875.  /?.  graveolens y 
XPfjtMfyjXos  Hovvfa  ther.  70.  Arnica  fcorpioides ,  <rxöp- 
alex.  i45.  ther.  885.  Pyrethrum  Parthtnium, 
nxpS-hm  ther.  863.  Anihemis  Pyrethrum ,  irvgtris 
ßkm&Qoq  ther.  683.  (  ** 

Ariftolochia  rotunda  und  longa ,  ap/trroXc^a/x 
£i?Xurip)}  x«i  «ge-qy  ther.  5io  —  5i4- 

Urtica  urehs,  xwfc»  ther.  880.  jfmm  Dracon* 
lium,  xauX^iov  OjUoxX^roio  Bp «xovro^  ther.  882.  Ricinus 
communis ,  xoötwv  iXutr^iq  ther.  676.  Bryonia  alba> 
ßpwis  ther.  858.  Momordica  Elaterium,  <rixao$  ofypc- 
rfpos  ther.  867. 

Tamus  communis  %  ^iWfyov  ther.  902.  Junipe* 


I  io  Zweytes  Bach.    Zweytes  Kapitel« 

rus  Sabina,  vielleicht  v>j£#c  ther.  55 1.  Vergl.  Schnei- 
der cur.  poft.  ad  h.  v.  Piftacia  vera,  mcrxM*  ther. 
891.  Vergl.  Niclas  ad  Geopon.  Üb.  10.  c.  12.  p.  664* 
665. 

Soolopendrium  officinaU>  ffKoXoflrevBp/ov  ther.  6  84. 
irsrotXms  864.  Afpiäium  Filix  mas ,  ßXyjrgov  iroXww 
ls$  ther.  39.  Adiantum  Capillus,  dlietvrw  «XP**$  ther. 
846.  Fucus  cartilagineus ,  (pSnos  (jWenrov  *Xos  ther. 
845. 


Zur  alexandrinifchen  Schule  kann  man  noch 
folgende  Schriftfteller  zählen : 

Heraklides  von  Tarent>  ein  Schaler  des  Hero* 
phileers  Mantias,  hinterliefs  ein  Werk  über  dieArz- 
neymittel,  worin  aber,  nach  Diofkorides  VerGcherung, 
die  Pflanzen  fehr  mangelhaft  befcbrieben  waren  füiofc. 
praefj.  Wegen  diätetifcher  Abhandlungen  in  feinem 
GVfjiTrofiov  führt  ihn  Athenäus  (2,  i3.  p.  2o3.  c.  a5. 
p.  265.  üb.  3,  2.  p.  291»)  an,  und  aus  feiner  Anlei- 
tung zum  Ackerbau  und  zur  Landwirthfcbaft  enthal- 
ten die  Geoponica  Auszüge  (lib.  2,  c.  12.  27.  lib.  4 
«.  4.  5.  6.  lib.  7.  c  6.  Üb.  9.  c.  21  — 24.). 

Petronius  wird  als  Schriftfteller  über  die  Kennt- 
nifs  der  Arzneymittel  von  Diofkorides ,  Erotiaa 
(expoßzSo.)  und  Epiphanius  (haeref,  l.p.  3.)  genannt. 

Andreas  der  Arzt  wird  mit  Kratevas  unter  den 
genauem  Schriftftellern  über  Arzneymittelkunde  ge- 
rühmt CDiofc.  praef.J.    Ein  Werk  von  ihm  hiefs  v«p- 

(Schol.  Nicandr.  ther.  684):  «in  anderes  irepi  hx- 
x«twv,  von  giftigen  Thieren  (Athen.  Üb.  7.  c.  18. 
p.  144  Schw.).  Diofkorides  führt  von  ihm  an,  dafs 
er  die  Orchis  Morio  <rs(3oim£$  (3,  i42-)  und  den  Car- 
duus parviflorus  x/pcnov  genannt  habe  (4>  1 19.)- 

lolas  oder  Iolaus  aus  Bitbynien  foll  auch  nur 
mangelhafte  Befchreibungen  von  Pflanzen  gegeben 
haben  (Diofc.  praef.J.    Er  wird  an  mehrern  Orten 


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-  ■ 

- 

AlexandrinLfcht  Schale.  III 

(Schol.  Nicandr.  iher.  683.  Galen,  antidot.  1.  p,  4^4«) 
angeführt.  Das  irrftavov,  die  Raute,  werde  von  den 
Peloponnefiern  puTg  genannt  {Schol.  Nicandr.  eher. 
5a  l.). 

Antonius  der  Rhizotom  wird  von  Galen  {comp, 
med.  fec.  loc.  3,  p.  184«)  genannt.  Es  köpnte  wol 
der  Antonin  von  Kos  feyn,  deffen  aXtwcv  (Marru- 
bium  Alyffum)  Galen  {antidot.  2.  p.  449.)  anführt. 

Afklepiodorus  aus  Alexandrien  fammlete  und 
befchrieb  mit  grofsem  FJeifs  die  gemeinften  wie  die 
feiten ften  Pflanzen  (Said.  voc.  'A «cX>j7rio5«po$) • 

Dalion  heifst  beym  Plinius  (20,  17.)  herbarius. 

Caffius  Dionyfms  von  Utica  fcbrjeb  gt(orofxiK» 
{Schol.  Nicandr.  ther.  5  20.  Stephan*  Byzmnt.  voc.  Itu'xjj.). 
Er  hatte  die  befchriebenen  Pflanzen  gemahlt  {flin.iS* 
C  4«)«  aoeh  Mago's  des  Karthagers  Werk  vom  Land- 
bauaus dem  Punifchen  ins  Griechifche  üb  er  fetzt  {Varro 
de  re  ruft.  1,11.  Cojum.  1,  1.).  Dies  Werk  führt 
Athenäus  unter  dem  Namen  Georgika  an  (üb.  14« 
c.  17.  p.  358.). 

Pamphilus  der  Alexandriner,  Ariftarchs  Schü- 
ler, ein  Grammatiker,  fchrieb  Gloffen  {Athen.  5,  8. 
p.  334.  8,  i5.  p.  327.)*  Er  erklärte  Nikanders 
Ophiaka,  und  gab  Abbildungen  von  Pflanzen  {Suid. 
v.  Tliutytkoq).  Unter  dem  Namen  (JuyuxT07rti'k>i$  führt 
ihn  Galen  (fac.  fimpl.  6.  p.  68.  t  comp,  med  fec.  loc.  7. 
p.  266.)  an.  Er  tadelt  feinen  Aberglauben  und  den 
Mangel  an  eigener  Kenntnifs  der  Pflanzen.  Pamphi- 
lus habe  alte  Weibermarch en  und  ägyptifche  Grillen 
mit  der  Pflanzenkunde  verbunden  ,  und  Amulete  und 
Zaubermittel  empfohlen.  Auch  über  den  Landbau  k 
fchrieb  er  {Suid-  /.  <?.).  Die  Auszüge  in  den  Geopo* 
niris  (2 ,  20.)  beweifen  feinen  Aberglauben :  denn 
er  fieht  auf  die  Zahl  der  Körner  bey  der  Ausfaat  des 
Weizens  und  der  Gerfte.  Er  befch  reibt  überdies  die 
Zucht  der  Pflaumen  (fyu«<rx>jv»}) ,  und  lehrt,  dafs  fie 


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112  2 wey tes  Buch.    Z  wey  tes  Kapitel. 

■ 

auf  Kriechen  •  Pflaumen  (ßQxßiXo;,  Prunus  infiticia) 
gepfropft  werden  (10  ,  09.). 

Tryphon  von  Alexandrien,  als  Grammatiker  von 
Athenäus  oft  angeführt,  hinterliefs  auch  (ptn-/xa,  ein 
Werk  von  Pflanzen  (Athen.  3,  25.  p.  42^-)« 

Mnefuheus  aus  Athen ,  ein  Arzt,  fchrieb  Trspi 
ib£7Twv  (Athen.  2,  i3.  p.  207.  c.  16.  p.  219.).  Ob 
Mnefitheus  aus  Kyzikus,  den  Galen  wegen  feiner 
Verwechfelung  der  nipjj  und  oXupa  tadelt  (fac.  alim. 
l.  p.  012.)  und  den  Oriba6uS  (coli.  Üb.  4.  c.  4.)  an- 
führt, von  diefem  verfchieden  ift,  können  wir  nicht 
entfcheiclen. 

Amerias  aus  Macedonien  hinterliefs  ein  £/$oto- 
pstoy ,  worin  er  die  Mythe  von  der  Entftehung  der 
XüXvKaus  dem  Bade  der  Aphrodite  anführt  (Athen. 
i5,  8.  p.  485.). 

Julius  Baffus,  ausTylos,  wird  von  Diofkorides 
und  Epiphanius  als  botanifcher  Schriftfteller  ange- 
führt.    Weiter  wiffen  wir  nichts  von  ihm. 

GlaukiaSy  der  Empiriker,  fcheint  von  Gemü fen 
gefchrieben  zu  haben  (Athen.  2  ,  c8.  p.  269.).  Viel- 
leicht ift  Glaukides  derfelbe  (daf.3,  6.  p.  5i7.).  Pli- 
nius  (20,  20.)  bezeugt,  dafe  er  die  Difteln  fleifsig  un- 
terfucht  habe. 

Hikeßus,  ein  Anhänger  des  Eraßftratus,  ftiftete, 
währfcheinlich  von  Ptolemäus  Kakergetes  aus  Ale- 
xandrien vertrieben,  eine  Schule  zu  Smyrna  (Strabo 
lib.  12.  c.  7.  §.  20.  p.  245.  Tzfch.).  Er  hinterliefs  ein 
Werk  über  den  Arzneyvorrath  (Athen.  3,  02.  p.  q5b\). 
Hierin  befchrieb  er  unter  andern  das  Xsuxci'ov  (Cheir* 
anthus  incanus  oder  Cheiri,  Athen.  i5,  8.  p.  481.)- 

Menodorus,  der  EraGftrateer,  wird  des  Hike- 
fius  Freund  genannt  (Athen.  2,  18.  p.  229.).  Er 
fcheint,  nach  der  angeführten  Stelle  von  Gurken, 
auch  über  Nahrungsmittel  gefchrieben  zu  haben.  Pli- 
faius  nennt  einen  Metrodorus  (20,  20,),  der  ein  Werk 


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i 

I 

♦ 

Alcxandrinifche  Schale«  1Tj 

fiber  Rliizotoinie  hinterlaffen  ,  and  AbbiJdangen  von 
Pflanzen  gegeben  (26,  2.). 

Sextius  Niger,  den  auch  Epiphanias  als  botani« 
fcfaen  Schriftfteller  aufführt.  Erotian  (expof.  voc. 
Hipp.  p.  244*)  nennt  das  Werk  irspt  ilXtjq^  worin  Je- 
11  er  fage,  der  vm^Kurcos  werde  von  Einigen  Wpwv  ge« 
nannt.  Aus  diefer  Schrift  entlehnte  Diofkurides  Vie- 
les  (Galen,  exp.  voc.  Hipp.  p.  402.).  DiofkoVides 
aber  von  Anazarbus  tadelt  ihn  {praef.  p.  1.  2.),  dafs, 
obgleich  er  für  einen  trefflichen  Schriftfteller  gehe, 
dennoch  viele  Unrichtigkeiten  in  feinem  Werke  vor« 
kommen. 

Noch  werden  Nikeratus  und  Dlodotus  von  Dio- 
{korides,  Plinius  und  Epiphanius  genannt,  und  voa 
dem  erftern  ahnlicher  lrrthümer  befchuldigt. 

Diefer  Mangel  an  eigener  Kenntnifs  der'Ge» 
wächfe  ift  befonders  auch  im  Werke  des  Athenäus 
auffallend.  Indefs  machen  die  Auszüge  und  einzeln» 
Stellen  aus  verloren  gegangenen  Schriften  der  Altea 
fein  Buch  ungemein  brauchbar.  Unter  andern  fam» 
meite  er  über  die  Pflaumen  mancberley  :  fie  werden 
lxfxx<r>upx  genannt,  weil  fie  in  der  Gegend  von  Da« 
mafkus  am  beften  fortkommen:  gewöhnlich  heifsen 
fie  y.oy.HV urjk* :  fie  feyn  in  Kränze  geflochten  worden, 
die  man  xuXforou?  xrr€(pavovs  nannte.  •  Die  Rhodier 
und  Sicilier  geben  ihnen  den  Namen  ßplßvXet:  aber 
eigentlich  fey  diefe  Frucht  kleiner  als  die  gewöhn- 
liche Pflaume  und  ein  wenig  fchärfer,  zufammenzie» 
hender  von  Gefchmack  (die  Kriechen  Pflaume,  Üb,  2. 
c  10.  p.  10*9—  192.).  Hier  und  da  citirt  er  einen 
andern  Thcophraft,  als  den  wir  jetzt  haben.  So 
werden  (lib.  a.  c.  19.  p.  236.)  von  den  Schwämmen 
Stellen  aus  dem  Theophraft  angeführt,  die  wir  jetzt 
vergeblich  fachen.  So  fuhrt  Athenäus  (Üb.  2.  c.  16« 
p.  21b1.)  aus  demfelben  Schriftfteller  die  Arten  von 
Rettig  an  ,  worunter  eine  'A/wam  vorkommt,  die  ia 
G«feh.  d.  Botanik,   t.  B,    ^  8 


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1 14         Zweytes  Bach*     Zvreytes  Kapitel. 

unfcrm  Thcophraft  nicht  fteht.  Vermuthlich  ift  CS 
Jrmoracia,  die  ihren  Namen  von  Armorica,  celtifch. 
Köftenland,  hat  (Adelungs  Mithrid.  2,  44.).  Dann 
wäre  dies  die  ä hefte  Spur  von  Mqcrrettig.  Unter  dem 
Namen  avvig»  fcbeint  Athenäus  die  Arüfchocken  zu 
verftehn  (lib.  2.  c.  28.  p.  270.)  ,  doch  bringt  er, 
fehr  ungefchickt,  den  xvvoqßxTos  des  Theophraft, 
oder  die  Hagebutte,  damit  zufammen.  Einer  Pflanze, 
Ixivoirov?»  erwähnt  er  in  einer  Steile  eines  unbekann- 
ten Dichters  (3,  17.P.379.),  die  man  vollftändig  beym 
Plutarch  (fympoß  4>  «•)  Üeft: 

*Q.q  ccV  j£fvorro$ac  xati  oh«  tqt)xuxv  ovmvtv 

Die  Pflanze  fcheint  S partium  horrtdum  zu  feyn  (EcÄi- 
nopoda  Alpin,  exot.  p.  i40i  f,e  wjrc^  m>t  Ononis  fpi- 
nofa  zufammen  genannt.  Vielleicht  war  das  Xwcp<£>*- 
vov  oder  Xuxcvf ü>vov ,  worauf  die  Jünglinge  in  Lacedä- 
mon  lagen  ,  um  körperliche  Schmerzen  ertragen  zu 
lernen  (Plutarch.  Lycurg  c.  16.)  nichts  anderes.  .  . 
Aus  dem  HeUanikus  führt  er  an  (lib.  1 1 .  c.  2.  p.  1 94-)» 
dafs  die  Nomaden  in  Libyen  ihre  Zelte  aus  «Vintes 
flechten.  Dies  Wort  kommt  im  Kallimachus  (hymn. 
in  Delum,  v.  192.)  vor,  wo  es  offenbar  einen  Scirpus 
oder  Juncus  bedeutet.  Eben  fo  beym  Theophraft 
(hiß.  1,  7.).  Polybius  (  14,  1.)  fagt  ausdrücklich, 
die  Numidier  flechten  ihre  Zelte  aus  Schilf  und  Rohr 
(ix  Hxkifjuav).  ,  .  Aus  dem  Agathokles  von  Kyzikus 
führt  Athenäus  (  i4>  17.  p.  562.)  die  Befchreibung 
des  xowapo;  an,  nach  welcher  Zizyphus  Jujuba  ge* 
meint  ift.  .  .  Aus  dem  alten  Komiker  Kratinus 
entlehnt  er  eine  Stelle,  wo  vom  xovfjuHruvhakoVi  einer 
Zierblume,  die  Rede  ift  Ii 5,  S.  p.  485.).  Klearchus 
habe  getagt,'  feitdem  die  Spartaner  das  xoa-fjuxTotvbocXo* 
zu  Kränzen  angewandt,  feyn  fie  weibifch  geworden« 
Diefe  Blume ,  welche  Conn  Gesner  (epiß.  3.  f.  96.  k) 


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I 

Alexandrinifche  Schuld 

für  Cypripedium  Calceolus  hielt,  glaube  ich  nach  der 
Befcbreibung,  die  Paufanias  (2,55.)  davon  giebt, 
für  Ophrys  Ferrum  equinum  Desfont.  [annal.  du  muß 
vol.  10,  p.  226.  t.  i5.)  halten  zu  können,  Paufanias 
fagt:  die  Pflanze  wachfe  im  Reloponnes:  die  Blume 
fey  an  Gröfse  und  Farbe  dem  Hvacintb  ähnlich,  auch 
habe  Tie  Buchftaben  der  Wehklage  [insen  he  cl  x&i  roi 
km  r&>  ^jjvcj  ypxixp&Tot).  Dies  ift  offenbar  das  u  auf 
dem  Lippchen.  .  .  Endlich  wird  aus  dem  Apollodor 
ein  parthifcher  Strauch,  (ftXahsX(pov ,  befchrieben 
(i5,  8.  p.  488.),  welches  ohne  Zweifel  Unfer  Phila- 
delphus  coronarius  ift. 


rittes  Kapitel. 

Die  Pflaazenkuode   unter    4er  Römer 

Herrfchaftv 

1 

Nachdem  Griechenland  von  Rom  befiegt  war, 
gingen  die  Kenntniffe  der  Ueberwundenen  zum  Theil 
zu  den  Siegern  üben  Befonders  aber  lernten  die 
Römer  von  den  grofsen  Muftern  des  alten  Griechen- 
lands die  Kunft  der  Rede  und  der  Gefchichtfchrei- 
bung  bearbeiten.  Andere  Wiffenfchaften  hingegen 
übernahmen  fie  blofs  von  den  Griechen,  ohne  fie  we- 
der weiter  zu  vervollkommnen,  noch  auf  eigentüm- 
liche An  auszubilden.  Sehr  richtig  ift  Strabo's  ür- 
theil  (lib.3.p.443.Tzfcb.);  „Die  römifchen  Schrift- 
steller ahmen  zwar  den  Griechen,  doch  nicht  über- 
„aiJ,  nach,.  Was  fie  fagen ,  entlehnen  fie  von  diefen, 
„und  bringen  aus  fich  felbft  nicht  viel  Wjffenswürdi- 
nges  vor.  Haben  die  Griechen  Rücken  gelaffen,  fo 
„kann  man  von  andern  Nationen  nicht  die  Ausfüllung 
„derfelben  erwarten.  Sogar  die  bekannten  Kunft* 
»ausdrücke  find  griechifchen  Urfprungs. " 

die  Rpmer  ßeredfamkeit  und  C*fchi  ht* 


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(I0  fcweytes  Buch«    Drittes  Kapitel« 

des  Vaterlandes  als  nothwendig  in  den  Gefchäfftea 
des  bürgerlichen  Lebens  anfahn,  fo  bearbeiteten  fie 
die  Naturgefcbichte  nur,  in  fo  fern  ße  Bezug  auf  die 
Knnfte  des  Ackerbaus,  der  Landwirthfchaft  und  des 
Gartenbaus  hatte.  Sie  überfetzten  und  fammelten 
griechifche  Schriften ,  ohne  felbft  etwas  Eigentüm- 
liches hinzuzufügen.  Ja,  was  Dionys  von  Halikar- 
nafs  (2,  91.)  von  der  Mythologie  fagt,  dafs  die  Rö- 
mer noch  weit  abergläubiger  feyn  ,  als  die  Griechen, 
das  gilt  auch  von  der  Naturgefcbichte. 

Den  Gartenbau  liebten  die  Römer,  aber  zu  grö« 
fserer  Vollkommenheit  ward  er  durch  diekorycifchen 
Seeräuber  aas  Cilicien  gebracht ,  die  Pompejus  be- 
fiegt  und  ihnen  Pflanzorte  in  Kalabrien  angewiefen 
hatte  {Jfofs  zu  Virgils  Landb.  4,  S.  773.  f.).  Eine  Er- 
findung diefer  Cilicier  war  es,  durch  Fenfter  von 
Frauenglas  (fpecularia)  die  Kälte  von  den  Miftbeeten 
abzuhalten  und  die  Sonnenftrahlen  durchzulaffen 
(NhiniaL  lib.  8 ,  ep.  1 40  • 

Pallida  ne  Cilicum  timeant  pomari/i  brumam,  .  * 
htbernU  obiecta  ootia  fpecularia  pur  01 
adraittunt  folet. 

Columella  (lib.  11.  c.  3.  52.)  giebt  fchon  den  Rath, 
Gurken  und  Melonen  dergeftalt  an  kalten  Tagen  zu 
bedecken,  und  fagt,  wie  Plinius  (lib.  19.  f.  23.),  dafs 
tylr  den  Tiberius  auf  diefe  Art  das  ganze  Jahr  hin- 
durch Gurken  gezogen  worden.  Seneca  führt  unter 
den  neuern  Erfindungen  auch  diefe Miftbeetfenft er  an. 
(ep,  90.  p.  366.  ed.  bipont.). 

An  der  Spitze  der  älteften  römifchen  Schriftftel- 
ler  Über  den  Ackerbau  fteht  der  Cenfor  M.  Porcius 
Cato,  dem  nicht  Triumphe,  nicht  die  hohe  obrig- 
keitliche Würde  fo  viel  Anfehn  gaben,  als  fein  inne- 
rer Werth  (Plin.  29,  1.).  In  der  höchften  Einfach- 
heit der  Sitten  ahmte  er  dem  Helden  Curius  nach  : 
auf  ähnliche  Art  baute  er  felbft  fein  Landgut  und 


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Die  PHanzenkunde  unter. der  Römer  Herrfcbaft.  117 

brachte  die  Hefte  feines  der  Vertheidigung  und  Ver« 
waltung  des  Staats  gewidmeten  Lebens  mit  dem  Un- 
terricht feiner  Kinder  und  dem  Anbau  des  Weinftocks 
und  der  Feldfrüchte  zu  {Plutarch.  Cato,  0.  5.  f.  20.). 
Daruber,  dafs  er  der  hefte  Landwirth  feiner  Zeit  ge- 
ivefen,  ift  nur  Eine  Stimme  (Plin.  14,  4.).    Sein  Hafs 
gegen  die  Griechen  ift  bekannt.    Wenn  die  Römer, 
behauptete  er,  fich  den  Künften  der  Griechen  erge- 
ben, fo  fey  es  aus  mit  ihrer  Oberherrfchaft  {daf.c.zZ.). 
Er  felbft,  fo  gut  er  Griechifch  verftand  ,  redete  zum 
athenifchen  Volk  doch  in  feiner  Mutterfprache  (daß 
c.  12.)-    Bekannt  ift,  dafs  er  die  Griechen  aus  Italien 
vertrieb  {Plin.  7,  5o.).    Deffen  ungeachtet  ftudirte  er 
in  fpätern  Jahren  die  grofsen  Meifterwerke  des  ver- 
bafsten  VoJks:  Thucydides  weniger,  am  m eilten  Pe- 
xnofthenes  (Plutarch.  Cat  c.  2.). 

Sein  Werk  von  der  Landwirthfchaft,  welches 
unfer  Schneider  vortrefflich  bearbeitet  hat  (Scriptores 
rei  rußicaey  tom.  1. 1794.  Lipf.),  fängt  vom  Lobe  des 
Landbaus  an;  dann  folgen  Regeln  bey  der  Auswahl 
und  dem  Ankauf  eines  Landguts;  hierauf  Vorfchrif- 
ten  ziim  Anbau  der  Obftarten,  des  Getreides  und  an- 
derer nützlicher  Gewächfe.     Unter  den  Obftarten 
führt  er  fchon  fechs  verfchiedene  Birnen  an:    1.  pirm. 
volema,  die  Fauftbirne;  2.  anicia,  eine  Herbftbirne, 
von  Anicius  fo  genannt;  3.  femetitivay  Saatbirne, 
weil  fie  zur  Zeit  der  Herbftausfaat  reif  wurde ;  4,  ta- 
rentina;    5.  mufieaf    6.  cucurbUina.      Unter  den 
Aepfeln  nennt  er  die  fcantiana  und  quiriana:  dann 
ApfeJquitten ,  mala  cotonia>  und  Rirnquitten,  mala 
fcruthea:  Speyerlinge,  forba;  unter  den  Weinforten 
den  aminäifchen,  welchen  aus  Theffalien  ausgewan- 
derte Griechen  nach  Italien  gebracht  hatten  (6,4-)- 
Auch  den  rhätifchen  Wein  foll  er  nach  Servius  (ad 
Virg.  georg.  2,  95.)  gelobt  haben :   davon  findet  fioh 
indefs  jetzt  keine  Spur  in  feinem  Werke,     Aber  den 


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l  ig  Zweytes  Buch.    Drittes  Kapitel.  *  t 

eugenifchen  (eugeneum)  finden  wir  aus Tauromenium 
in  Sicilien,  von  «Jy*v€{,  genero/um  [Plin.  1  4,  4^«  Fer- 
ner  den  murgentinifchen ,  ebenfalls  aus  Sicilien:  den 
braungelben  (helvolum),  dert  apicifchen  und  lucani- 
fchen.    Von  Feigen  die  marißae,   africanae,  her» 
culanaf*,  faguntinae,  lüberttae  und  teünae  atrae.  Die 
Oliven  nennt  er  zum  Theil  Orchitis  Cbrchades  Virgif.)  * 
radius  maior  (in  Geftalt  eines  Webefchiffs ) ,  pofea 
(paufia  Virgil.) *  Jalentina,  fergiana,  colminiatoa,  aZ* 
biceres» 

In  die  Wein*  und  Olirengarten  fäet  er  corruda* 
damit  Spargel  daraus  werde  (unde  afparagi  ftant). 
Ich  glaube  kaum,  dafs  jenes  Wort  etwas  anderes  als 
Afparagus  fyhaticus  Kit*  bedeutet,  Griechifche  Wei- 
den pflanzt  er  an ,  um  die  Weinftöcke  zu  binden. 

Als  Futter  fürs  Vieh  fäet  er  Ocinum,  Wicken  , 
Fönitgräk,  Bohnen,  Erven:  auch  Kichern,  Lupinen 
und  Gerfte  (c.  27.  35.).  Im  Garten  baut  er,  als  Zier- 
pflanzen, megarifche  Zwiebeln,  die,  nach  Plinius 
(29.  f.  3o.)  efsbar  waren!  alfo  ßo\ßot  ehdhiuot  des 
Diofkorides,  Hyacinthus  comofus:  von  Myrten  drey 
Sorten,  coniugulum,  die  weifse  und  fchwarze:  von 
Nflffen  die  kahle  (Wallnöffe?)  und  die  Hafelnufc. 
tJnter  dem  Namen  der  griechifchen  Nufs  foll  er,  nach 
Plinius  ( i5.  f.  24O)  die  Mandeln  verbanden  haben 
(0,8.), 

Eine  feine  Art  Weizen  nennt  er  filigo  (c.  35.), 
und  Piinius  fagt  beftimmt  (18.  f.  20.):  es  fey  eine  Art 
ohne  Grannen  ,  alfo  Winterweizen.  So  auch  Golu- 
tnella  (2,  b\)j  Juvenal  {fat*  5.  v.  70.)  und  Galen 
(facult.  ahm.  \i  $07.  0  ptv  Hx&xQOTaros  aprö$  cvo^ua£«- 
r*i  vikiyvfrt)<;. )  Sonft  erwähnt  er  (c.  i  J2.)  des  Fen- 
hichs,  panicum,  der  Hirfe,  milium,  der  Linfen,  iens. 

Als  Ar z neypflanzen  zieht  er  fchwarze  Niefewurz 
iteratruni  atrum  (c.  ii5.)>  melanthium ,  fmyrnium 
(c.  102*))  fcammoneum  (c.  i5?,  12»)  und,  wie  es 


1 


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>  . 

« 

Die  Pflanzenkunde  unter  der  Römer  Herrfcbaft.  ]  19 

fcli eint,  aucli  laferpitium  (c.  116.)  und  pontifchen 
Wermuth  {Artemifia  ponticay  c.  1  59.). 

Als  Gemflfe  baut  er  drey  Arten  Kohl  (braffica) : 
einen  breifbJättrigen,  glatten;  einen  kraufen  (apia* 
con)\  und  eine  Art  mit  zarten  Stielen,  dünnen  Blät- 
tern Und  fcharfem  Gefchmack  (c.  \5j.).  Sollte  dies 
nicht  Brafßca  Eruca  feyn,  die  man  fpäterhin  auch  als 
Gemüfe  baute?  .  .  Rüben  find  fernen  rapicium 
(c.  i34.)>  Kohlrabi  colrs  rapicii,  Rettig  raphanus 
(c.  35.).  '  Auch  Lauch,  alium  (c.  i32.),  aber  kaum 
ein  anderes  Gemüfe ,  wird  erwähnt. 

Als  Nutzholz  wird  unter  andern  carpinus  atra, 
aqiäfolium  und  Hex  {Qüercus  Cerris  und  Hex) ,  ulmus, 
laurus  und  hux  ( Wallnufsbaum )  genannt  (c. 
Ein  rot h es  Moos  C mufeus  ruber J  bemerkt  er  an  den 
Obftbäumen ,  wenn  fie  au«?gehn  wollen  (c.  6.). 

Auf  Cato  folgt  Marc.  Terent.  Parro,  ein  Zeit- 
genoffe  des  Cicero.  ,  Unter  dem  Pompejus  machte  er 
feinen  erften  Feldzug  gegen  Mithradat,  und  erhielt 
nachher  den  Ehrenkranz  wegen  feiner  Siege  zur  See 
(Plin.  7,  3o.).  Dann  war  er  Heerführer  der  Pompe- 
janer  in  Spanien  (Cic.  epifi.  9,  i3.  Caef  bell,  civ. 
1,  58.).  Späterhin  erhielt  er  die  Freundfchaft  des 
Jul.  Cäfar,  und  ward  von  diefem  zum  Auffeher  feineif 
Rücher  -  Sammlung  beftellt  (Sueton.  Caef.  44«)«  Wäh- 
rend der  Bürgerkriege  lebte  er  ruhig  in  gelehrter 
Mufse  auf  feinem  Landgut  Cafinum ,  als  diefes  von 
den  Truppen  des  Antonius  geplündert  wurde  (Cic* 
philipp.  2  ,  4o.)*  Er  ging  darauf  nach  Tufculum,  wo 
er  in  einem  Alter  von  mehr  als  achtzig  Jahren  ftarb. 

Kurze  Zeit  vor  feinem  Tode  fchrieb  er  fein  Werk 
von  der  Landwirthfchaft,  deffen  befte  Bearbeitung 
wir  ebenfalls  Schneider  verdanken.  Man  fieht  hier 
fchon  die  Früchte  eines  fleifsigen  Studiums  der  grie- 
ebifchen  Schriftfteller:  dagegen  findet  man,  für  un- 
fern Zweck  besonders,  wenig  Eigenes  oder  Neues. .  • 


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120  Zweytes  Buch.     Drittes  Kapitel. 

Um  etwas  der  Art  auszuzeichnen,  fo  erwähnt  er  der 
Bäume,  au  welchen  die  Mailänder  den  Wein  ziehn. 
Opulus  nennt  er  Tie:  einige  Ilandfchriften  Jefen  Popu- 
Jus  8.  3.).  Viburnum  Opulus  ift  es  wol  nicht: 
eher  Acer  Opulus-  .  .  .Als  Futter  zieht  er  (i,  23.  2.) 
ocifium,  vicia%  mrdica  (Merlicago  fativa),  cytifus 
(Medjcago  arborea)  ,  lupinusy  cicer.  Auch  läfst  er 
Lupinen  und  andere  Hülfenpflanzen  unterpflügen,  als 
grüne  Düngung.  Hanf,  Flachs  und  Jpartwn  (Stipa 
tenacilTima)  baut  er  ebenfalls  (l,  20.  b'.).  Die  letz- 
terej^flanze  hatte  er  wabrfcbeinlich  in  Spanien  ken- 
nen gelernt.  Rüben  C raP<*J>  Kettig  C^ophanus ) % 
Hjrle  fmiliumj  und  Fennich  Cp^nicum  J  fäet  er  im 
trocknen  Uoclen.  Apiaßrum  nennt  er  (j,  16.  io.) 
Meliffa  officinalis. 

Auch  er  erwähnt,  wie  Cato,  des  ocinum,  eines 
Futterkrauts,  mit  Wicken  und  Mangkorn  CfarragoJ 
zufammen.  Es  wachfe  fchnell  auf,  und  müffe  grün 
verfüttert  werden,  ehe  es  Schoten  Cfiiiquas)  anfetze. 
Schneider  verrnuthet  ganz  richtig,  dafs  diefes  Futter- 
kraut  eine  Hülfenfrucht  fey,  und  zwar  eine  Kleeart, 
da  Kallimachus  in  Dian.  v.  i65.)  «hu^ööv  rgi7rirr-kov 9 
und  HefyHiius  ttcx  r^'^itXXoq  fage.  Diefe 

Meinung  hat  grofce  Wahrfcheinlichkeit.  Uebrigens 
erwähnt  Columella  diefer  Pflanze  gar  nicht,  und  Pli- 
nius  fagt  (lb*,  i  (',.):  bey  den  Alten  fey  dies  Futter- 
kraut gebräuchlich  gewefen.  Auch  Erven  (ervilia) 
lind  Kichern  (cicercula)  kommen  vor.  So  auch 
nennt  er  zuerft  unter  den  Römern  die  Luzern  {medica 
herba  c.  42«),  den  Sefam  (1,  45.)  und  den  Kirfchbaum 
(1,  Ü9.),  deffen  edlere  Sorten  Lurull  nach  ilem  Siege 
über  Mithradat  aus  Pontus  nach  Rom  einführte  (P/i/i. 
i5,  25.). 

Seine  Vorliebe  für  genaue  grammatifche  und 
etymologifche  Erklärungen  flicht  auch  hier  hervor. 
Er  unterfcheidet  am  Getreide  den  Halm  (culmus)  von 


I 


Die  Pflanzenkunde  xuater  der  Römer  Herrfchaft,  iai 

der  fpwa  (von  daher  fie  die* Alten Jjwa  genannt). 
In  der  fpica  fey  gluma  {Jolliculus  grani  aut  theca ) 
vom  graaum  und  der  arifia  (quod  arefcit  prima)  zu 
unterfcheiden  (1,48.). v  ficinheifse  fo  von  vinciendo, 
weil  fie  ich  anhefte  and  gleichfam anbinde  (1,  3i.)« 


>  » 


Diophanes  von  Nicäa ,  der  zu  gleicher  Zeit  ih 
Bithynien  lebte,  brachte  des  Dionys  von  Utica  Ueber« 
fetzung  der  Schriften  des  Mago  über  den  Landban  in  - 
einen  Auszug ,  welchen  er  dem  König  Defotarus 
ftberfendte  (Varro  \\  1.  Colum.  \,  1.).  Hieraus  lie- 
fern die  Geoponica  mehrere  BruchftOcke:  Wander 
der  Kunft  im  Pfropfen  der  Feigen  auf  Platanen ,  der 
Maulbeeren  auf  Kaltanien  ,  Speife eichen  ,  Aepfel, 
Terebinthein  ,  Ulmen  und  weibe  Pappeln  ( Qeop. 
10,  76.)*   1  * 

•  "  fc  . »  i 

 Virgil. 

Der  unfterbliche  Sänger  von  Man  tu  a  gehört  ohne 
Zweifel  zu  den  Schriftftellern  über  die  Pflanzenkunde : 
denn  fo  grofs  war  feine  Liebe  zu  den  Blumen,  dafser 
fie  überall,  befonders  in  feinem  Meifterwerk  über  den 
La  od  bau,  preifet.  .  Siebzig  Jahre  vor  unferer  Zeitrech- 
nung bey  Mantua  geboren  und  in  den  Künften  edler 
Börner  erzogen,  fing  er  fchon  in  feinem  a6ften  Jahre 
an ,  die  Eklogen  zu  dichten.    Nachdem  er  durch 
Vertheilung  der  A  eck  er  an  die  Soldaten  des  Octaviah 
(4*  v.  Chr.)  um  fein  väterliches  Erbgut  Andes  ge- 
kommen war,  flüchtete  er  mit  feinen  Aeltern  zu  Sy- 
ron,  einem  Epikurifchen  Philofophen,' der  in  derGe- 
gend  von  Rom  ein  Landhaus  befafs  (Virgil  catal. 
Späterhin  ging  er  nach  Neapel,  um  in  dem  laborini- 
fchen  G  Aide  dem  Landbau  zu  leben  und  feine  Werke 
zu  vollenden.     Von  Mäcenas  hervorgezogen ,  durch 
die  Bemühungen  des  Pollio  wieder  in  den  Belitz  fei- 


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I 


laa  Zufeytäs  Buch.    DHttfe*  -Kapitel, 


•1  o 


lies  väterlichen  Erbtheils  gefetzt,  und  felbft  vom  Kai- 
fer  Au^uftus  geachtet,  vermied  er  doch  immer,  die 
Hauptfradt  felbft  zu  hefuchen.  Nach  Vollendung  fei- 
ner Aeneis  hielt  er  firh  bey  Tarent  an  den  Ufern  des 
Gaiäfus  auf,  dann  ging  er  nach  Griechenland,  um 
dort  in  Mufse  fein  Werk  auszufeilen.  Auf ifpr Rück- 
reife ftarb  er  in  ßrundufium,  im  Soften  Jahr  feines 
Alters.  Bey  Pu/zuoli  wird  fein  Grab  gezeigt,  von 
Lorbeer,  Cafia  fÜaphne  CneurumJ  und  Myrten  be- 
ichattet. Freundlich  wachfen  dort  Grammitis  lepto- 
phylla,  Polvup ütun  vulgare,  Convolvulus  hirlutus 
Tenor.,  TuJipa  praecox,  Silenc  canefcens,  Sedum 
deitoideum  und  Orchis  pfeudofambucina  zufammeo , 
un  J  erregen  wehmül higes  Andenken  an  den  Liebling 
der  Mufen,  der  Grazien  und  der  Blumen  -  Gottinn. 

Die  Pflanzen,  deren  der  herrliche  Sänger  er- 
wähnt, find,  trotz  'den  Vorarbeiten  von  Martyn , 
Vofs  und  Ketzins,  noch  immer  nicht  mit  der  gröfsten 
Sicherheit  zu  beftimmen.  Indefs  ift  folgender  Ver- 
lach vielleicht  der  g^lungenfte: 

Liguitrwn  vulgare,  ecl.  2,  18.  Rosmarinus  ofß* 
cinalis,  georg.  2,  21 3.  aen.  6,  200.  Fraxinus  Or- 
r?us,  ecl.  6,  71.  georg.  2,  111.  aen.  2,626.  Valeri- 
ana celcica,  baccar,  ecl.  4,  20.  Val  Saliunca  Allion., 
ecl.  ;5 ,  17.  Plin.  21.  f.  20.  „Tantae  fuavitatis,  ut 
„metallum  efle  eoeperit."  Sie  wachft  häufig  auf  dem 
Apennin.  Gladiolus  communis ,  hyacinthus,  ecl. 
5,65.  100.  georg.  4,i83.  Crötns Jativus ,  blüht  im 
Ilprbft,  rubens,  georg.  4)  182.  Lolium  temulentumy 
intelix,  ecl.  ,  07.  Avena  fterilis ,  daf.  Ciffus  riti- 
ginea  fcheint  das  amomum  affyrium  georg.  4>  ^5.  zu 
feyn.  In  Mefopotamien  giebt  es  Strabo  (lib.  16. 
p.  2<)o.  Tzfch.)  an:  in  Medien  und  Armenien  Dio- 
fkori.les  (1,  i4«)«  Hauwolf  (Reiß,  S.  128.)  hatte 
die  PflJnzc  felbft  aus  Armenien,  und  Anguillara  (de* 
femplici,   p.  54»)   befchreibt  fle  unter  dem  Nameq, 


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t 

t 

Die  Pflanzenkunde  unter  der  Römer  Herrfcbaft.  laj 

Pepe  falvatico,  wie  er  fie  aus  Syrien  erhalten.  Diefe 
ßefchreibung  pafst  auf  die  oben  benannte  Pflanze.  % 

Cornus  mascula,  hello  bona,   georg.  2,  447* 
Cerinihe  maior ,  ignobile  gramen  ,  apibus  tarnen  gra- 
tum ,  georg.  4  >  -63.    Zizyphus  Paliurus  ,  fpinis  fur^ 
git  acutis,    ecl.  5,  69.     Ziz.  Lotus,   auch  Ce/*£f  010» 
fcralis,  genus  haud  unum,  georg»  2,  84.  Hedera 
Helix,  pallens,  ecl.  3,  3g.  4,  124.  nigra  2,  258. 
Anethum  graveolens  L.,  bene  oleos,  ecl.  2,  48.  Ä/- 
60/2  Galbanum,  georg.  3,  4l5.  4)  264»  Ferula.^com* 
munis,  Silvanus  florentes  fern  las  quaflans,  ecl.  10, 2.5. 
Cicuta  virofa,  liftula  feptem  compactacicutis,  ecl.  2, 36. 
1  o ,  85.    Die  holen  Stengel  können  zu  Pfeifen  oder 
Flöten  benutzt  werden.    A pium  graveolens ,  amarum, 
ecl.  6,-68.  ge°rg«  4>  121.    Viburnum  Lantana ,  lert- 
tum,  ecl.  1,  25.    Tamarix  gallica,  myrica,  ecl.  4i  3» 
Sambucus  Ebulus ,  ecl.  10,27. 

Nardt fus  potticus,  purpureum,  ecl.  5,  38.  iV.ye- 
rotinus,  fera  comäns,  georg.  4)  122.  Lilium  cahdi- 
dum,  ecl.  10,  25«  Allium  fativum,  ecl.  2,  11.  Scilla 
maritima,  georg.  3,45k  Dapkne  Cneorum ,  Cafia  , 
ecl.  2,  29.  georg.  2,  21 3.  4>  3o.     Amyris  Kafal, 

torifera  arbor,  georg.  2",  117.  13g.  Diospyros  Ebe- 
numy  georg.  2,  1 16.  Acer  Pfeudoplatanus,  folia  acer- 
na,  trabes  acernae,  aen.  2,  112.  8,  178.   9,  87. 

Veratrum  nigrum,  ellebori  graveis,  georg.  3,45i. 

ArbututUnedo,  ecl.  3.  82.  georg.  1,  148.  166.  2,  69. 

3,3oi.  4)  t8i.  aen«  11,  65.     Tribulus  terreßris, 

georg.  i,  i53. 

Pyrus  Cydonia,  Hefperidum  mala,  ecl.  6,  68. 

Rofa  damafcena,  Paefti  bis  florens,  georg.  4>  **9- 

Rubus  fruticofus,  ecl.  3,  89.  georg.  5,  3 1 5.  Vergl. 

Retz.  flor.  Virgil,  p.  93.    Papaver  fomniferum,  georg. 

1,  212.  78.  4i545.    Tüia  europaea,  georg.  4>  »83. 

144.    Aconitum  Napellus,  georg.  2  ,  i52.  Ovid.  me- 

tam.  7,  4l&    Refeda  Luteola,  croceum  iutum ,  ecl. 


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J34  fcweytes  Buch.    Drittes  Kapitel, 

4,44*  Delphinium  peregrinum>  vaccinia  nigra,  ecl. 
2,  i^.5o.  Ranunculus  creticusf  Sardoa  herba  amara, 
«cl.  ~,  42»  Vergl.  Diofc.  2 ,  206. 

Satureia  capitata,  Thymus  hyblaeus,  ecl.  7,  07., 
cecropius,  georg.  4,  270.  Origanum  Diciamnus , 
«en*  i,4l2. 

„Dictamnum  geaitrix  Cretaea  carplt  ab  Ida, 
puberibus  caulem  foliic  et  flore  comantem 
purpureo,  nod  dea  feris  incognita  capris 
•  gramina*  cum  tergo  voiuciea  hadere  Iigittae.  *' 

Origanum  maioranoides,  amaracus  mollis,  aen.  1,  697. 
Ver^).  PJin.  i3,  1.  ai,  21.  22.  Thymus  Mafiichina, 
'  thymbra  graviter  fpirans,  georg.  4»  3i.  Retziiis  {Jlor* 
Virgil,  p.  102.)  hält  fie  für  Satureia  hortenGs.  TAy- 
77114s  Srrpyllum,  ferpy  1  la  grave  olentia,  georg.  4>  3o. 
77/.  vulgaris,  apibus  gratus,  ecl.  5,  77.  Meliffa  qffi- 
einalis,  melisphyllum ,  georg.  4,  63.  Verbena  offi- 
cinalis,  ecl.  8}  65.  georg.  4i  *3i.  Aber  auch  über- 
haupt wurde  verbena  jede  beilige,  beiifame,  zu  Zau- 
berkünften  anwendbare  Pflanze  genannt.  Celf,  a,  33. 
,Piiu.  25,  9.  Horat.  carm.  1,19.  not.  Döring.  Acan* 
ihus  mollis,  .ecl.  3,  45.  georg.  4,  122.  -  Vergl,  Plin. 
iun.  epift.  5,  6. 

Cheiranthus  incanus,  pallens  viola,  ecl.  2, 
.Martyn's  buqol.  p.  66.  Althaea  officinalis,  hibifcus 
viridis,  ecl,  2,  3o.  10,71.  gracili  fifcellam  texit  hi- 
bifco.  Aus  demßafte  des  Stengels  werden  Körbchen 
geflochten.  Vergl.  Cavanill.  monadelph.  disf.  2. p.  <)4« 
Retz.  flor,  Virgil,  p.  54-  Goffypium  religiofum  oder 
arboreum:  neraora  Aethiopum  molli  canentia  Jana, 
georg.  2,  120.  Spartium  monofpermum  oder  radia* 
tum,  geniftae  lentae,  georg,  2,  12,  Lupinus  albus , 
triftis,  georg.  1,  75.  Vicia  Ervilia,  ervum  pingue, 
€cl.  3,  1  00.  Lotus  corniculatus,  georg,  3,  394*  -  Afe- 
4icago  arborea»  cytifus,  ecl.  io>  3cu 


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Die  Pflanzenkunde  unter  der  Römer  Hmfchalt.  415. 

Citrus  medica,  georg.  2>  126. 

„  Media  feit  frißt«  luccoa  tardtimque  (jporen* 

felicis  nuli.  ,  

Ipla  ingeo«  arboi,  iaciem  Cnoillima  lauro. 

Lignum  citreum  war  das  köftlicbfte  Holz  bey  den  Rö* 
meru,  woraus  der  Triumphwagen  Gäfars  gebaut  war 
(Vellej.  Paterc.  2 ,  56.).  PJinius  (i3.  f.  29.)  giebt  nä- 
here Nachricht  davon ;  „Mauris  plurima  arbor  citri, 
„et  menfarum  infania,  quas  feminae  viris  contra  tnar~ 
„garitas  regerunt.  Exftat  hodie  M.  Ciceronis  in  illa 
„paupertate,  et,  quod  magis  mirum  eft,  iJIo  aevo 
„emta  HSl  X."  (25,5oo  Rthlr.)  u.  f.  f.  Hieraus  er- 
giebt  fich,  dafs  dies  Holz  höchft  wahrfcheinlich  von 
der  Thuia  articuiata  Vahl.  kam,  deren  Stamm  viel. 
Maferkröpfe  bildet.  Die  Römer  liebten  Tifche,  in 
venam  crifpas  vel  in  vortices  parvos  {Plin.  10.  f.  3o.). 
Wäre  es  gelbes  Sandelholz  gewefen  ,  fo  hätten  die 
Römer  es  aus  Indien  genommen:  es  käme  vonSjrium 
myrtifolittm  Roxb.    Aber  PJinius  Zeugnifsentfcheidet» 

Cichorium  Endivia ,  intubum  potis  gaudet  rivis, 
georg.  4,  120.  C.  Intybus,  amaris  intuba  fibris» 
georg.  1,  120.  Arctium  Lappa,  aber  auch  vielleicht 
Galium  Aparine,  lappa  ,  georg.  1,  i53.  After  AmeU 
lus,  georg.  4>  271.  Vergl.  Martyn  hiezu,  p.  45o. 
Centaurea  Cent aurium,  centauria  graveolentia,  georg. 
4,  270.  Der  Saft  der  Wurzel  ift  gelb  und  Obel  rie- 
chend. Vergl.  Cluf.  hift.  ^.  p.  10.  Calendula  offi* 
cinalis,  caltha  luteola,  ecl.  2,  5o.  - , 

Arum  Colocaßa,  colocafia,  ecl.  4?  20.  Cure» 
acuta,  carex  acuta,  georg.  3,23 1.  Typha  latifolia, 
ulv»  paluCtris,  georg.  3,  175.  ecl.  8,  87.  Pinus  Pinea9 
pinus  in  hortis,  ecl.  7,  65.  P.  Picea,  abies  in  mon- 
tibus  altis,  ecl.  7,  68.  Vergl.  Vofs  zu  ctiefer  Stelle. 
Quercus  Hex,  arguta,  ech7,  Qu.Robur,  efculus, 
georg.  2,  i5.  Vergl.  Martyn  zu  diefer  Stelle  und 
Hetz.  flor.  Virgil,  p.  12.     Juglans  regia,  nux  ri* 


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126  Zweytes  Buch,    Drittes  Kapitel, 

mis  olentibus,  georg.  1,  188.  Corylus  Avellana,  co- 
ruli,  ecl.  i,  14.  georg.  2>  65.  299,  Cupreffus  fem- 
pervirens,  cypariffus  idea,  georg.  2,  84.  aen.  3,  6S0. 
Alnus  oblongata,  alnus  procera,  ecl.  6,  63.  10,74. 
georg.  i,  i36.'  2,  110.  Buxus  fempervirens ,  georg. 
2,  437.  Cucumis  fatims ,  georg.  4>  122,  Vergl. 
Retz.  flor.  Virgil,  p.  37. 

Salix  caprea  glaubt  AnguilJara  p.  86.  im  filer 
georg.  2,  12.  zu  finden.  Retzius  giebt  es  p.  98.  für 
Viburnum  Opulus.  Man  bat  fich  immer  daran  eefto- 
Isen ,  dafs  Plinius  (24*  f.  44*)  vom  Saamen  des  filer 
fpricht.  Allein  dies  ift  eine  andere  Pflanze,  als  das 
filer  (P/in.  16.  f,  3i.).  Salix Helix  giebt  die  amerina 
retinacula  vitisy  georg.  1,  265.  Colum.  4>3o.  Salix 
amerina  gracilem  virgam  et  rutilam  gerit.  Salix  vitel- 
lina,  lenta  falix,  ecl.  5,  16.  flores  apibus  grati,  Sa- 
lix argentea,  glauca,  georg.  4)  18 3,  Populus  alba, 
Herculeae  coronae  umbrofa  arbör,  georg.  2,  66.  Al- 
cidae  gratiffima,  ecl.  7,  61.  Piftacia  Terebinthus , 
aen.  10,  63 1.  Rufcus  aculeatus,  horridus,  ecl.  7,  43. 
Acacia  vera,  acanthus  femper  frondens,  georg.  2, 1 19. 
Aus  Acanthus  -  Holz  war  der  Triumphwagen  des  JuJ, 
Gäfar  gemacht  (Vellej.  Paterc.  2  ,  56.).  Z öfter a  ma- 
rina  ift  die  alga  vilis  proiecta,  ecl.  7,  42.  aen.  7,  590. 
Diefelbe  wird  {Hirt,  bell,  afr.  c.  24  )  von  den  Rei- 
tern des  Cäfar  im  Lager  bey  Rufpina  in  Africa,  als 
fie  von  den  Truppen  des  Scipio,  Petrejus  und  Labia* 
nus  hart  bedrängt  waren  >  den  Pferden  als  Futter 
vorgeworfen, 

■ 

* 

C  o  1  u  m  e  U  a, 

Junips  Moderatus  Columella  9  aus  Gades  (Ca> 
diz)  in  Spanien  gebflrtig  (de  re  ruß*  10,  1 85.) »  von 
feinem  Oheim,  M.  Columella,  einem  eifrigen  Land- 
urirtb,  erzogen  (2,  16.  4.),  lebte  zu  Senecas  und  TJ* 


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/ 


Die  Pflanzcnlwtfe  opter  der  Röm«*  Herrfchaft,  iay 

« 

berius  Zeit  (3 , 3.  3.  i  i,  5.  52.).  Er"  hatte  auf  feinen 
Reifen  Kleinafieo  befucht,  und  unter  andern  in  Cili* 
cieo  und  Syrien  den  Bau  des  Sefara  beobachtet  (2,  io, 
18.).  Auch  befafs  er  ein  Landgut  bey  Cereta  am  Fufs 
der  Pyrenäen  (3,  3.  3.).  Sein  Werk  vom  Landbau > 
von  Schneider  vortrefflich  bearbeitet,  liefert  reich« 
liehe  ßeyträge  zur  Gefchichte  der  Pflanzenkunde , 
die  (ich  zu  feiner  Zeit  durch  genauere  Bekanntichaft 
der  Römer  mit  dem  Morgenlande  fehr  erweitert  hatte. 

Folgendes  Verzeichnifs  der  bey  Columella  vor- 
kommenden Pflanzen  dürfte  ein  ziemlich  voilftä'ndiges 
feyn. 

Ligu/trum  vulgare,  nigrum,  10,  3oo.  Rosmari» 
nus  officiaalisy    ros  marinus ,  9,4«  2.  6.  Gludiolus 
communis,  hyacinthus  ferrugineus,  10,  3o5.  Crocus 
fativuSy  9 ,  4»  4»   3 ,  8.  4*     Nardus  indica  Lour. , 
nardi  folium,  12,  20.  5.    Valeriana  celtica,  nardus 
gallicus  ,  daf.      Cyperus  rotundus,   cyperum,  daf. 
Coßus  arabicus,  coftum,  daf.      Iris  ßorentina,  iris 
illyrica,  daf.     Hordeum  hexaftichon ,  unter  demfel- 
beu  Namen,  2,9.  i4«    Hordeum  difiiehon  y*  2 ,  9.  16; 
Triticum  hybernum*  filigo,  die  in  triticum,  TrUicum 
aeßivum,  ausartet,  2,9.  i3.    TrUicum  Zra,  fernen 
trimeftre,  quod  dicitur  halicaftrum ,  2  ,  6.  3.  {Ponten 
der.  op.  pofth.  p.  27.    Dionyf.  Halicarn.  antiqu.  rom. 
2,  25.}.    Hordeum Zeocrithon  fcheint  far  vennuculum 
.  2,  6.  3.  zu  feyn  {Retz.  om  Rom.  matväxt  p.  i25.}. 
Triticum  Spelta  ift  far  Clufinum,  2,6.  3.  Panicum 
miliaceum,  milium,  2,9.  17.    Panicum  italicum,  pa- 
nicum,  daf. 

Cornus  mascula,  cornus,  7,  9.  6.  Hex  Aqwfo* 
lium9  ilex,  quae  fpinas  habet,  6,  3.  7.  Hyoscy  *mus, 
albus  *  ]So$Kij*fJioq,  6,38.3.  Rhamnus  Alaternus%  ala- 
ternus,  7,  6.  1-  Zizyphus  vulgaris*  zizipha  rutila« 
9 ,  4.  3.  Am  Ende  der  R  »gieruug  des  Kaifers  Augu- 
ftus  brachte  der  Confui  Sextus  Papirius  diefea  ßjum 


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<T*8  Zweytes  Buch,   Drittes  Kapitel/ 

auerft  aus  dem  Morgenland  nach  Italien  (Plin.  t5,  i40« 
Zizyphus  Lotus  und  Cehis  außralis  ift  lotus,  7,  9.  6» 
Zizyphus  Paliurus,  paliurus,  7,9.  6.  Cordia  Myxa, 
poma,  quae  barbara  Perfis  miferat,  10,  4°5.  Eeta. 
vulgaris,  pallentia  robora  betae,  10,  376.  Eryngium 
planum,  eryngium,  6,  5.  5.  Ulmus  effafa,  ulmus 
atinia,  gallica,  5,  6.  2.  Ulmus  camp'fcris,  ver- 
nacula,  noftras  ,  daf.  Die  Frucht  heifst  famera. 
Anethum  graveolens,  1 1,  3.  42«  Chaerophyllum  fati- 
vum,  chaerephyllum,  daf.  Apium  graveolens,  apium, 
n,3.33.  Sifon  Anifum%  anifum aegyptium,  i2,5i.2. 
Meum  Foeniculum,  foeniculum,  12,  49.  2.  Carum 
Carvi,  careum,  12,  5i.  2.  Cuminum  Cyminum, 
cyminum,  daf.  Cachrys  maritima,  battis,  12,  7.  if: 
olus  cordum,  12,  ij.  2.  Vergl.  Plin.  26,  5o.  Co- 
riandrum  fativum,  coriandrum,  11,  3.  29.  Smyr» 
nium  olus  atritm,  atr um  olus,  11,  3.  18.  36.  /ty«- 
naca  Jativa,  paftinaca,  edomita  tTTot(fu\ivo$ ,  9,  4»  5. 

11,  3.35.  Paftinaca  Opopanax,  panax,  11,  3.  29. 
Sium  Sifarum,  fifer,  1 1 ,  3. 35.  1  o  ,  1 1 4*  *  2  ,  56.  2. 
(te  om  Äom.  matväxt.  p.  173.).  Tiberius  liefs 
fleh  die. Zuckerwurzeln  alle  Jahre  aus  Germanien 
kommen  {Plin.  19.  f.  38.).     Ferula  tingitana,  lafer, 

12,  7.  4*  6>  17«  7»  Dies  wird  auch  (ilphiurn genannt, 
12,  59.  5.  ,  und  davon  fyriacum  lafer  unterfchieden , 
welches  die  medifche  ferula ,  Ferula  perfica  und  Afa 
foetida  tragen.  Ligufticum  Levifticum.  ligufticum, 
12,  59.  3.  Z?£i6on  macedonicus,  achalca  myrrha, 
10 1  173.  Rhus  Coriaria,  ros  fyriacus,  9,  i3.  5., 
auch  ros  (rhus)  marinus,  9,  i3.  6.  (Cortiar.  ad  (/ei- 
fert, de  comp,  medic  p.  449 •)•  Sambucus  Ebulus,  ebu- 
Jus ,  10,10.    Tamorix  gallica ,  tamarix ,  8 ,  1 5.  4- 

Hyacinthus  orientalis,  niveus  vel  coeruleus,  10, 
100.  Hyacinthus  amethyftinus ,  coeleftis  luminis, 
9,4*4*  Leucoium  apftivum,  ealathis  virenria  lilia 
caaia,  10,  99.    C.  Gesner  verbefferte  virentia  in  ni- 


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J 

-  t 

Die  Pflanzenkunde  unter  der  Römer  HerrfcBaft.  139 

tentia,  dann  wäre  es  Lüium  candidum.  Aber  ich, 
ziehe  die  erfte  Bedeutung  vor.  Lilium  candidum 
fteht  unter  demfelben  Namen  9,  4»  4»  Narcijfus  * 
Tazeua  ,  gladiolus  narciffi  ,  daf. ,  auch  10,  297. 
Aj'pliodelus  ramofus,  fcapus  afphodeli,  9,  4.  4.  St/Z/a 
maritima,  1  ä,  33. 34.  Afparagus  officinalis,  1 1 , 3. 45. 
Allium  Porrum,  10,  3.  3o.  8,  11.  14.  Von  AI  Hunt 
fativum  fcheint  punicum  oder  ulpicum ,  quod  Oraeci 
£(pao<rxoQOooY  appeJiant,  1 1,  3.  20. ,  eine  feinere  Abart 
zu  feyn.  Allium  afcalonicum,  afcalonii  generis  cepae, 
li,  0.57,    Rumex  Acetofa,  Jubrica lapat hos,  10,373. 

Amyris  Kafal,  turea  planta,  3,  8.  4-  Aber, 
die  man  in  Italien  zog,  war  fchwerlich  die  arabifche 
Weihrauchftaude.  Man  weifs,  wie  fchwankend  noch 
jetzt  der  Begriff  von  Weihrauch  ift.  Daphne  Cneo* 
rum9  caßa,  5,  8.  4*  Aus  diefer  Stelle  geht  hervor, 
dafs  man  glaubte,  die  indifcbe  Caföa  in  jenem  einhei* 
tnifcben  Gewächs  zu  befitzen.  Polygonum  aviculare, 
fanguinalis  herba,  quam  woXuyovov  Graeci  appellant, 
6,  12.  5. 

Arbutus  Unedo,  arbutus,  7,  9.  6.  Melia  Aze~ 
darach,  zizipha  alba,  9,  4.3.  Schneider  zum  Pal* 
lad.  5,  im  Saponaria  officinalis,  lanaria  radix,  11, 
2.  35.  Ruta  graveolens,  11,  3.  38.  Portulaca  o/e- 
racea ,  andrachne  humida,  10,  376.  Euphorbia 
Myrfinites,  tithymalli  frutex,  9,  i3.  2. 

Amygdalus  communis,  g,  4«  3*    Die  Frucht  heilst 
nuxgraeca,  5,  10.  12.  14.  5,  10.  19.    Am.  Perfica, 
perfici,  5,  10.  19.  9,4*3.   10,4*0.    Prunus  dorne*  » 
ftica,  10,  4°4*    Pr*  Armeniaca ,  armenii,  5,  10,  19. 
10,  4°4*r  auch  praecoca  10,  41Q*  nach  einem  Codex. 
Vergl.  Plin.  i5,  1 1.    Martial  i3,  46.    Sorbus  dorne* 
fika,  forbum,  5,  10.  19.    Punica  Granatum ,  5,  10. 
16.,  balaufti  fterilis  comae,  10,  297.    Unter  den 
zwanzig  Birnforten,  die  er  erwähnt,  5,  10. 18.,  zeich- 
nen wir  folgende  aus  :    Dotabellianum ,  Favonianum, 
Geich,  d.  Botanik.  1.  fi,  9 


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130  Äweytes  Buch.    Drittes  Kapitel, 

die  Mufcateller,  Crufcuminum,  Signinwn,  Anicianum, 
]\laevianum  und  Turranianum :  unter  den  Aepfeln : 
Scandianum  ,  Matianum  ,  Pelufianum ,  Amerinum. 
Von  Ouitten  führt  er  drey  Sorten  auf:  ftruthium> 
chryfomrlinum  und  mufteumy  5,  10.  19*  Unter  den 
Rofen  wird  vorzüglich  die  farrana  gerühmt  (9,  4-  4« 
10,  287.).  Die  Sarranaten  wohnten  vor  Alters  zwi- 
fchen  dem  Po  und  den  Alpen  (Plin  5.  f.  19.)-  Von 
dort  alfo  kamen  die  fchonften  Rofen,  wahrfcheinlich 
jR.  fempervirens ,  die  nördlich  vom  Po  wild  wach  fr. 
Rofa  canina  heifst  kuvc$(@*tö$,  quam  nos  fentem  canis 
appellamus  (1 1,  3.  4«)» 

Die  Gultur  des  Kaperftrauchs  (capparis)  wird 
auf  eigentümliche  Weife  angegeben.  Um  die  Pflan- 
zen foll  ein  kleiner  Graben,  mit  Steinen  angefüllt, 
gezogen  werden  {1  1,  3, 540«  Aeacius  flos  (10,  175.) 
ift  höcbft  wahrfcheinlich  Delphinium  Aiacis.  Helle  b  o- 
rus  foetulus  y  confiligo,  6,  5.  3, 

Marrubium  vulgare ,  6,  i3.  2.  12,  32.  Satu* 
reia  horten  fis,  cunila  noftras,  bubula ,  6,3o.  8. 
9,  4.  6.  Satureia  capitata ,  thymbra,  9 ,  4»  6. 
Thymus  Serpyllum,  ferpyilum,  9 ,  4.  6.  Th.  vulga- 
ris* thymus,  9,4  6*  Origanum  vulgare ,  origanum, 
9,  4»  2»  O'iganum  Maioranoid.es>  fampfucum,  10,  17t» 
Mentha  fyivcftris,  mentaftrum  fvlveftre,  11,  3.37. 
Mentha  fativa,  menta,  daf.  Diefe  foll,  um  fie  in 
jene  zu  verwandeln,  mit  umgekehrten  Spröfsiingen 
an  Hachen  un.J  Quellen  eingepflanzt  werden :  alfo  war 
Du  Harne)*««  Verfuch,  Gewächfe  umgekehrt  zu  pflan- 
zen (phyf.drs  arbres,  2  3 10.),  fchon  damals  bekannt. 
Mentha  Pulegium,  pulegium,  12,7.1.  IMepeta  Ca- 
taria,  nepeta  fyl  veltris,'  7,  5.  «8.  Ocimum  Bafilicum, 
ocimitm,  11,3.29.  Acanthus  mollis9  acanthini  bau* 
les  ,  9  ,  4«  4.  Aneirrhinum  maiust  hiantis  faeva  leo« 
nis  ora  feri,  10,  98.  Sefamum  Orientale»  fefamum, 
2,  10.  18. 


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Die  Pflanzenkunde  unter  der  Römer  Herrfchaft.  131 

■ 

Cochlearia  Armoracia%  armoracia,  9,  4.5.  Le- 
pidium  fativum,  Jepidium,  11,  3.  iG.  Brafßca  Na- 
pus9  napus,  2,  10.  22.  Br.Rapa,  rapum,  2,  10.  23; 
Br.  oleracea  x.  Napobraffica ,  rapa,  12,  56.  Quae* 
que  Amiteroinis  defertur  bunias  arvis,  10,  422.  Br. 
oleracea  X.  gongylodes ,  Gongylis  ilJuftri  mittit  quam 
Nuröa  carapo,  10,421*  Vom  Kohl  fei bft  wird  n, 
3«  ü4«  gekgt>  cr  mache  coliculos  und  cymam,  wena 
er  auffchiefst.  Daher  auch  12 ,  7.  5.  cyma  und  cau- 
Iis  ohne  weitern  Zufatz  fürKohl  ftehn.  Doch  druckt 
cyma  offenbar  mehr  den  Blumenkohl ,  Br.  oleracea  u 
hotrytis,  aus»  Br*  oler.  fabetlica ,  quae  duri  prae- 
bent  cymofa  ftirpe  Sabelli,  10  ,  i3G.  Br.  oler.  3.  oa- 
pitata,  Kopfkohl,  Turislacus,  10,  137.  (Vergl. 
Plin*  3.  f.  9-  RuelU  fiirp.  2.  p.  36o.\  Br.  Eruca> 
eruca,  11,  3.  29.  Cheiranthus  annuus  oder  incanus, 
quae  pal  1  et  humi,  quae  frondens  purpurat  auro,  viola» 

10,  101.  Sifymbrium Nafiurtiurriy  nafturtium,  10, 23 1„ 
Sinapis  alba  oder  nigra,  fijiapi,  11,  3.  29.  Rapha- 
rnts  fativus,  radix,  11,  3.  18.  Eine  befouders  Fein o 
Art  war  damals  erft  vor  kurzem  aus  Syrien  eingeführt, 
radix  fyriaca ,  11,  5,  16.  69.  (Vergl.  Schneider  zum 
Co! um.  p.  599.)* 

Malsrafylvefiris,  moloche,  10,  247. 

Lathyrus  Cicer  a,  cicercula,  quae  pifo  eft  fimi- 
lis»  2,  10.  19.  Sie  wird  noch  jetzt  im  füdlichen 
Frankreich  unter  dem  Namen  gairoutte  gebaut*  In 
Italien  nennt  man  fie  cicerchia  und  bifota  (Ponteden 
poßfu  l,  32.)»  Lathyrus  fativus,  cicer  punicum,  2,  1  o. 
20»  Cicer  arietinum  9  unter  diefem  Namen ,  daf. 
Lupintis  variusy  pilofus ,  als  grüne  Dangung  gezogen, 

11,  2.  60.    Phafeolus  vulgaris ,  fafelus,   2,  10.  4» 

12,  9.  1»  Pifum  fativum  ,  pifum,  2,  10,  4»  Pf°* 
ralea  bUuminofa,  «V^äXtiov,  6,  17.2»  Ervum  Lens, 
lens,  2,  12.  4-  Ervum  Ervilia*  ervum,  2,  12.  3» 
Pkia  fativa,  vicia,  2,  12.  3»     V^Faba^  2,  12»  2. 

9 


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I}1  Zweytes  Buch.     Drittes  Kapitel. 

•  « 

Medicago  arborea,  oytifus,  5,  12.  Medicago  fatfoa, 
medica,  2,  11.  2,  Trigoneüa  Foenum  gra»ci.mt 
2,  10.  33. 

Lactuca  fat'wa,  11,  3.  25.,  teneris  frondens  la- 
ctucula  nl>ris,  10I,  111.  Rhagadiolus  edulis  Gärtn.» 
lapfana,'  9,  4*  5.  12,  7.  1.  Vergl.  Plin.  20,  Zj* 
Cichorium  Endivia,  genus  intubi,  quod  trigtv  Graeci 
appellant,  3,  i4*  2->  torpenti  grata  palato  intyba, 
10,  111.  Cynara  S  olymifr,  Artifchocke,  cinara, 
10,  235.  f.  Vergl.  Schneider  zum  Colum.  p.  53o.  f. 
Der  Name  Areifchorke,  artichaut  >  fpan.  alharqofa 
oder  alcarchofa,  ital.  carciofo^  kommt  vom  arab. 
ÜÜi-Ä..  Carthamus  iinctorius ,  cnecus,  7,  8.  1. 
Carduus  Perfonata,  perfonata,  6,  17.  1.  Artemifia 
Santonica,  fantonica,  6,  25.  Xeranthemum  annuum, 
immortalis  amarantus,  10,  175.  Inula  Helenium, 
inula,  n,3.  35.  Afi*r  A  melius ,  frutex  amelJi, 
9,  4.4.  Calendula  officinalis,  flaventia  lumina  cal- 
thae?  10,  97.  3o7. 

Morus  nigra >  fanguineus  cruor  mori,  10,  4°2. 
Carpinus  Betulus,  carpinus,  5,7.  1.  Diefer  Baum 
ward,  wie  die  Cornelle,  blühende  Efche,  derSchnee- 
ballbaum  (opulus)  und  in  feuchtem  Boden  die  Weide, 
zu  Hecken  benutzt,  indem  man  die  Setzlinge  kreuz* 
weife  pflanzte,  wie  es  noch  jetzt  Gebrauch  ift.  Dies 
nannte  Columella  rumpotinum,  Varro  (1,  8.)  rumpos ; 
welche.«  ein  celtifches  Wort  ift.  Plinius  (i4*  £  3.) 
macht  daraus  ein  Synonym  der  Pappel.  Vitruvius 
behauptet  (2,  9.),  dafs  carpinus  und  fyysi'oi  i^oylx)'  der 
Griechen  einerley  fey.  Pinns  Abies  ift  wahrschein- 
lich fappinus,  12,  5.  2.,  welches  fchon  Varro  (1,  6.) 
hat.  Vitruvius  nennt  das  Holz  der  abies,  unten  am 
Stamm  ausgehauen,  materia  fappineaf  das  obere  knor- 
rige ,  fufierna  (2,  9  ).  Der  Lärche  erwähnt  Colu- 
mella nicht,  aber  Vitruvius  beweifet  aus  den  Feldza- 
gen, die  er  mit  Julius  Cäfar  gemacht,  wie  wenig  ver- 


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t 

Die  Pflanzenkunde  unter  der  RömerHmfchaft.  13 3 

brennlich  das  HoJz  ift.  Pinus  Pinea*,  pinea,  5, 10.  1 4, 
Juglans  regia,  iuglans,  daf.  Corylus  Avrllana,  avel» 
Jana,  daf.  „  Unter  den  Eichen  kommt  hier  cerrusund 
ilex  (7,9.6.  6,3.7.)  vor-  Vitruvius  fpricht  vom 
efculus,  cerrus,  (über  und  fagus.  . .  .  Gurken,  Melo- 
nen und  Kflrbiffe  (10,  a34-  11,  3.  4»  S-)-  Bryonia 
alba,  bryonia  (10,  2,5o.).  Thuia  articulata,  odo> 
rata  cedrus,  9 ,  4*  3. 

Salix  vitellina,  graeca,  4>  3o.  4-  &  praecox, 
gallica,  daf.  5.  Helix,  amerina,  daf.  Rujcus  acw 
leatus,  hirfuto  fepes  borrida  rufco,  10,  374.  Vergl. 
Schneider  zu  diefer  Stelle ,  p.  54o.  Tamus  commu* 
nu,  vitis  alba,  io,  347«>  tamnus,  10,  373.  R-tz. 
om  Rom.  matväxt.  p.  174,  Ceratonia  Siliqua,  fijiqua 
graeca,  ksq£tiov,  5,  1  o.  20.  Cannabis  fatha%  2,  10.  2  1. 
Von  den  Scylben  und  Thraciern  ftammt  der  Hanfbau 
ab,  Herodot.  4>  74»  Pi/tacia  L'ntifcus  und  Tere- 
binthus ,  9,4,3.    Atriplex  hortenfis,  1 1,  3.  42. 

In  diefeZeit  gehört  auch  Juba  IL,  König  bei-  1 
der  Mauretanien,  der  Sohn  Juba's  I.,  der,  von  Cäfar 
bey  Thapfus  überwunden ,  fich  von  feinem  Sklaven 
umbringen  Jiefs  {Hirt,  de  bell,  afr.  c.  94«)«  Juba  II; 
ward  von  Cäfar  im  Triumphe  aufgeführt,  fehr  forg- 
fahig  erzogen  und  in  allen  Künften  und  Wiffenfchaf- 
ten  unterrichtet  (Plutarck.  Caef.  c.  5).).  Er  erhielt 
von  Auguftus  ftatt  feines  väterlichen  Erbes  die  beiden 
Mauritanien  {Dio  Ca  ff.  Jib.  54«  p.  720.  f.  ert.  Reim.) 
und  heirathete  die  Enkelinn  der  Cleopatra  {Dio  Caff. 
lib.5i.p.645.).  Diefer  jüngere  Juba  ftarb  unter  Tibe« 
rius  {Strabo,  IIb.  17.  p.  653  ).  Er  war  einer  der 
gröfsten  Gelehrten  feiner  Zeit  {Plin.  5,  i.  Plutarch. 
Sertor.  c.  9.)  ;  der  Entdecker  der  canarifchen  Infein  , 
von  denen  er  Mad«ra  und  Puerto  Santo  purpurarias , 
Teneriffa  und  die  übrigen  fortunatas  nannte  {Plin.  6. 
f.  36.);  der  Verfaffer  einer  Schrift  ( ßißXihlov  Cjuncpöu 
Galen.)  Ütoer  die  Euphorbia  officinarum,  der  er  feinem 


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134  1        Zweytes  Buch.    Drittes  KapiteL 

Leibarzt  Euphorbus  zu  Ehren  den  Namen  gab  (Piln. 

5,  i .  fo\  f.  3b\  Galen*  comp,  yied.fec.  loc,  Jib.  9.  p.  297.). 
Er  fprach  in  feiner  Befchreihung  der  neu  entdeckten 
Infein  von  Bäumen  auf  der  InfelOmbrios  (Ferro),  die, 
der  ferula  ähnlich,  Waffer  geben.  Aus  fehwarzen 
werde  bitteres  ,  füfses  Waffer  aus  weifsen  geprefst. 
SaJmafius  verfteht  dies  \Pliiu  exercit.  p.  916.)  vom  Zu- 
ckerrohr: Benzoni  von  der  Nepenthes  deftillatoria  a 
die  man  auf  Ferrogefunden  haben  will.  Sollte  nicht 
vielmehr  Tetracera  potatoria  AfzeL  gemeint  feyn?.  » 
Uebrigens  gab  Juba  auch  den  Papyrus,  die  Taimen  und 
Pinien  als  einheimifche  Gewächfe  jener  Infelnan  (Piinm 

6.  f,  37.).  In  feinen  Denkwürdigkeiten  Libyens  er- 
wähnte er  des  K/rpwv,  welches  von  den  Libyern  hefpe- 
rifche  Aepfel  genannt  werde.  Diefe  goldene  Aepfel 
habe  Herakles  nach  Griechenland  gebracht  (Athen* 
lib.  3.  c.  7.  p.  326.).  Man  fieht  alfo,  dafs  er  der  Urhe- 
ber der  Verwechfelung  der  Quitten  mit  den  Citronen 
gewefen.  .  „  Auch  eine  Naturlehre  fchrieb  er  (Fw/- 
geni.  mythoL  2 ,  4»)>  worin  er  von  der  Bienenzucht 
handelte  (Geopon.  i5,  2.)«  •  •  In  feiner  Gefcbichte 
von  Arabien,  die  er  dem  Sohn  des  Auguftus,  Cajus 
Cäfar,  widmete,  befchrieb  er  die  Balfamftaude  (P/i#i. 
12.  f.  5i.).  .  .  Nach  feinem  Tode  ward  er  von  den 
Numidiern  göttlich  verehrt  (Lact an t.  de  falfi  relig% 



■ 

Diofkorides. 

Der  berühmtefte  unter  allen  alten  Schriftftellern 
über  die  Kenntnifs  der  Pflanzen  und  Arzneymittel 
verdient  in  der  Gefchichte  der  Botanik  die  vorzog* 
lichfte  Stelle.  Mehr  als  fechzehn  Jahrhunderte  hin- 
durch galt  fein  Anfehn  als  entfcheidend ,  ward  fein 
Werk  als  völlig  zureichende  Quelle  aller  Pflanzen- 
kenntnifs  betrachtet  und  daher  auch  bey  dem  Unter* 
rieht  auf  gelehrten  Schulen  und  in  Schriften  überall 


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Die  Pflanzenkunde  unter  der  Römer  Her  rfchaft.  135 

zum  Grunde  gelegt.  Als  endlich  die  Notwendig- 
keit einleuchtete,  die  Natur  felbft  zu  erforfchen,  ent* 
wöhnte  man  /ich  nur  allmähiig  von  dem  VorurtheiJ , 
dafs  die  Oewächfe  aller  Klimate  im  Diofkörides  be- 
fchrieben  feyn, 

Anazarbus  in  Cilicien,  am  Pyramus,  war  die 
Vaterftadt  des  Diofkorides.  Diefen  Namen  fahrte 
die  Stadt  nicht  allein  vor  Alters,  wiePlinius  (5ff.  27.)* 
fagt;  denn  noch  zu  Alexander  Severus  Zeit  ward  eine 
Münze  mit  diefem  Namen  der  Stadt  gefchJagen  (Har-[ 
duin  zum  Pän.  a,a.  O.)  :  auch  Ptoiemäus  (5,  8.)  f.  Lt 
ausdrücklich)  dafs  die  neue  Stadt  Cäfarea  bev  Ana- 
zarbus  erbaut  worden.  Es  ift  alfo  unrichtig,  wenn 
Suidas  (*Avä$*?/3.)  behauptet,  die  Stadt  habe  feit 
Nerva's  Zeit  den  Namen  Anaaarbus  angenommen  , 
woraus  Einige  mit  grofsem  Unrecht  auf  das  fpätere 
Zeitalter  des  Diofkorides  gefchloffen  haben. 

Dafs  er  zu  Anfang  der  Regierung  des  Nero,  alfo 
in  der  Mitte  des  erften  Jahrhunderts  unferer Zeitrech- 
nung gelebt,  geht  theils  daraus  hervor,  dafs  Erotian,1 
der  ohne  alles  Bedenken  unter  Nero  lebte,  ihn  fchon? 
anfuhrt  (expof.  voc.  Hipp,  p,  2i4«)>  theils  widmete 
er  fein  Werk  einem  gevviffen  Arius  ,  von  Welchem 
Galen  ein  Mittel  gegen  Flechten  anführt  (de  compofl 
med.  fec.  gener.  5.  p.  387.).  Diefer  Arius  wird  von 
ihm  ein  Freund  des  Licinius  BalTus  genannt.  Nun 
waren  Lecanius  und  Licinius  im  Jahr  65  Confufn 
(Tacit.  ann.  i5  ,  53.),  und  man  kann  vermuthen,  dafs 
der  letztere  der  Freund  des  Arius  gewefen. 

Da  Cilicien  fein  Vaterland  war,  fo  war  ihm  der 
reine  attifche  Dialekt  ungewöhnlich:  denn  man  re- 
dete in  KleinaGen  eine  Sprache,  die  aus  den  Reffen 
der  alten  eingewanderten  thracifchen  Stämme  und  aus 
der  Sprache  der  CeJten  gemifcht  war,  welche  278 
Jahre  vor  unferer  Zeitrechnung  Kleinafien  oberwältig« 
ten  und  den  galatifchen  Staat  lüfteten  (Paufan.  1,  4, 


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136  Zwfcytes  Back    Drittes  Kapitel. 

Strabot  lib. 1 2.  $.  37.  p.  1 40.  Tzfch.).  Daraus  erklärt 
fich  die  Menge  cehifcher  und  alt- thracifcher  Pflaa-. 
zennamea,  welche  in  einigen  Handfchriften  des  Dio- 
fkorides  zu  lefen  find,  un"d  die  man  unter  dem  Titel 
notha  den  gedruckten  Ausgaben  beygefügt  findet. 
Aber  es  erklärt  fich  auch  daraus,  warum  er  felbft  in 
der  Vorrede  bittet,  von  ihm  nicht  Stärke  in  der 
Sprache  zu  fordern,  und  warum  Galen  von  ihm  fagt 
(de  facule.  fimpL  med.  1 1.  p.  ^4.),  er  fey  der  griechi- 
fchen  Sprache  nicht  gewohnt  gewefen,  und  habe  die 
Bedeutung  mancher  Wörter  und  Namen  nicht  gekannt. 

Dafs  er  Arzt  gewefen ,  ift  wohl  keinem  Zweifel 
unterworfen,  da  er  die  Pflanzen  nur  in  fo  fern  anführt, 
als  ße  Arzneymittel  liefern.  Er  fagt  ausdrücklich  in 
der  Vorrede  :  fein  früher  Hang  zur  Naturgefchichte 
und  fein  militärifches  Leben  haben  ihn  in  viele  Län- 
der geführt,  wo  er  die  Natur  der  Gewächfe  felbft 
habe  kennen  lernen  können.  Auch  bemerkt  man  , 
dafs  er,  aufser  Kleinafien,  Griechenland  und  Ita- 
lien ,  felbft  Germanien,  Gallien  und  Hifpanien  zum 
Theil  durchreifet  ift. 

Die  Handfchriften  diefes  Werks  enthalten  Abbil- 
dungen von  Pflanzen  und  Thieren  ,  dfe  aber  die  rohe 
Kunft  des  Mittelalters  verrathen  und  oft  wenig  Aehn- 
lichkeit  mit  dem  befchriebenen  Gewächs  haben,  oft 
eine  ganz  andere  Pflanze  darfteilen-  (Weigel  in  Bal- 
dingers Journ.  3z.  S.  1  o.  Miliin  im  Journ.  d'hiß  naC. 
n.  20.  p.  281.).  Proben  von  diefen  Figuren  hat  Do- 
donäus  (feirp.  hiß.  p.  109.  120.  149.  43g.  573.)  ge- 
liefert. 

Die  ältefte  Aufgabe  ift  die  Aldinifche  von  1499; 
i5t8  in  Quart  zu  Venedig  wieder  abgedruckt.  Janus 
Cornarus  gab  zu  Bafel  1629  in  Quart  den  Text  forg- 
fältiger  bearbeitet.  In  demfelben  Jahre  erfchien  za 
Köln  diefer  Text,  mit  Marcell.  Vergilius  Auslegung.  * 
Noch  mehr  fuchte  Jac.  Goupylus  den  Text  zu  reini. 


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Die  Pflanzenkunde  unter  der  Römer  Herrfchaft.  137 

• 

gen  und  eine  beffere  Ueberfetzuog  zu  geben ,   die.  s 
1 549      Paris  erfchien.     Aber  Jan.  Aut.  Sarracenus 
übertraf  feine  Vorgänger  in  der  letzten  und  beften 
Ausgabe,  die  zu  Frankfurt  1698  erfchien.  Diefer 
bediene  ich  mich,  und  bedaure  nur,  dafs  feit  mehr 
als  zweybundert  Jahren  kein  Gelehrter  fich  gefunden, 
der  eine  neue  Bearbeitung  diefes  Werks  gewagt  hätte* 
Der  Verfuch,  die  Pflanzen  des  Diofkorides  zu 
beftimmen,  kann  nur  mangelhaft  feyn,  weil  viele  fei* 
ner  Befchreibungen  zu  kurz,  durch  Fehler  der  Ab- 
fchreiber  verdorben,  und  die  Angaben  des  Vaterlan- 
des oft  falfch  find.    Denn  die  Handelsleute  nannten 
damals,  wie  jetzt,,  manche  Pflanze  nach  dem  Ort  oder 
Lande  des  Zwifchenhandels. 

Cofcus  arabicus  kommt  unter  diefem  Namen 
1,  i5.  vor.  Zingibe'r  Zerumbet  Rofcoe.  ift  der  fyri- 
fcbe  Coftus ,  von  gelber  Farbe.  Zingiber  officinale> 
foyißsQi,  2,  190.  Amomum  Cardpmomum ,  aotghi- 
fiupov,  1,  5. 

Phillyrea  latifolia,  (piXXvgiot,  1,  125.  Rosma- 
rinus  officinalis .  Xi/3avwTi$,  3,  6*9.  Salvia  Horminum$ 
opfuvov,  3,  1 45.,  7^u/v«X/$,  noch.  S.Apthiopis,  oti$icirt$t 
4,  io5.  Die  auf  dem  Ida  wächft,  foll ,  nach  Sib- 
tborp's  Vermutbung,  5.  argentea  feyn.  Piper  nigrum, 
Ve?r*£i,  2,  189.  Eine  ziemlich  gute  Befchreibung^ 
dergleichen  auch  beym  Pbiloflratus  (v'u.  Apollon. 
3,4»  P«  $7)  vorkommt. 

Valeriana  Diofcoridis  Sibth.  fl.  graec.  t.  53.,  (poS, 
1,  10.  Hawkins  fand  die  Pflanze  in  Lycien,  Diofko- 
rides  giebtden  Pontus  als  ihr  Vaterland  an.  VahceU 
iica,  vxqhos  kcXtix»),  1,  7.  Sie  wachfe  auf  den  liguri- 
fchen  Alpen  und  in  iftrien:  die  Eingebornen  nennen 
fie  a\tovyy*a  CfaliuncaJ.  Vol.  tuber ofa,  vctfioq  opsivy, 
*x\ovpivi)  he  vtto  rtvwv  Hau  'SvX<xk?ti$  hou  vy)Qt$9  t,  8. 
Napfcöc  oqbix9  $i  aal  $vXzktrts  xxt  ffugiri^  (Galen,  facuh, 
fanpL  lib.  8.  p.  101.).    Die  Worte:  oJra  Ii  hävXcv, 


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f  38  Zureytes  Buch.    Drittes  Kapitel. A 

cur*  it«pwov,  ourc  «v$o?  (piga,  find  nacn  Matthiolui 
fo  zu  lefen:   övt«     k«uXo$s  outc  xap7rcc>  out«  av&oc 
cvptytQSi.    Diofkorides  giebt  fie  in  Oilicien  an  ,  wo 
fie  auch  Sibthorp  häufig  fand.     Crocus  fativus,  kqo- 
xo$,   i,  25.      Der  befte  fey  der  korycifche  ,  dann 
der  lycifche:  der  cyrenäifche  aber  und  ficilifcbe  fey 
fehl  echter.    Gladiolus  communis ,  %i(plov ,  4>  2o.  /rix 
Jlorentina  und  germanica  werden  unter       i,  i.  be- 
fchrieben.     Sie  find  beide  in  Griechenland  gemein. 
Diofkorides  führt  eine  illyrifche,  macedonifche  und 
libyfche  an.    In  Algier  fand  Desfoutaines  beide  Ar* 
ten.     Iris  foetidiffima,  £v£i?,  4«  22.     Schoenus  mu~ 
cronutus,  o^utTXfiivoq ,  4»  52.    Sek.  nigricans*  g%oivou 
$  HÄpTrcv  ulXay»  «X«>  daf.     ^cn'  Marifcus,  oXo<rxo<vo$ 
capKwfocrWo* ,   daf.      Scirpus  Holofchoenus ,  «rx&ftes 
X*/«,  daf.     Cyperus  rotundus\  xvVe/pc;,  1,  4'  y^/z" 
dropogon  Schoenanthus ,  o^öivo;  nJo<r^to$,  1,  16,  Nar* 
das  indica  Lour.,  v*p8o<  /v&/x>y,  i,  6.    Saccharum  Ra-> 
vennae,  KaXotpos  (rvpiyyUfy  1,114.    Phalaris  aquattca, 
<P*\xqU*  3,  i5g.    Dactyloctenium  aegyptiacum,  x*X*- 
ju^owri;,  4i  3i.    Avena  fativa,   ßgdfAOS,  2,  11 6. 
Ave  na  fatua>  Hqu(jig$  «XXo$,  4i  >4o»    AegÜops  ovata, 
+iyikt*\p>  4>  *3y.     Arundo  Donax,  Q*y«£,   L,  n4- 
Triticum  monncoecon  und  Z<°a  werden  unter 
£,  111.  aufgeführt.     Tr.  Spelta,  eXup«,  2,  1 13.  Lo- 
lium  temulentum%  ccipxy  2,  112.    L.  perenne,  (ßoiw£, 
4»  43.     Ficttx  Sycomorus,  a-vxipoQoq ,  1,  181.  Di« 
oberflächlichen  Einfchnitte  locken  den  eigenthümli- 
chen  Saft  aus  der  Rinde,  nicht  die  tiefern. 

Gfobularia  Aiypum,  aXuTrgv,  4»  ioo.  Job.  Actua- 
rius  (meth.  med.  5,  8.)  giebt  eine  Befchreibung.  D£- 
pfacus  fullonum,  b/v^axo;,  3,  i3.  Parietaria  ofßcina*  ~ 
Iis  fo£tvq>  4>  86.  Sanguiforba  ofßcinaüst  trthvfgtnq 
*r^«,  4,  34.  Anguillara  behauptet  femplici, 
p.  257.),  dafs  die  Pflanze  noch  jetzt  auf  den  InfeJn 
des  Archipelagus  cifyffT/;  heifse.     Columna  hat  fie 


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Die  Pflanzenkunde  unter  der  Römer  Herrfcbaft.  139 

• 

(ecpkr.  1.  p.  124.)  unter  dem  Namen  des  Diofkorides 
abgebildet.      Galium   Aparine  ,    airaQt'vq ,    3,  io4* 
Galium  verum ,  7fc)Aiov,   4>  9 6»     Rubia  tlnctorum, 
ifu-S^ooÄVdv,  3,  160.    BeyThebafa,  in  Lykaonien  (Ich 
lefe  ftatt  iv  0*j3*v>i  T?f  r«XiW«?  —  av  6«ßa<r>f  dfe  I*- 
Xätiok),  in  Karien  und  bey  Raven  na  in  Italien  werde 
fie  gebaut.      Plant ago  altiffima ,   apvoyXüxro-ov  fui^y,  ( 
2,  i53.    P/.  Lagopus,  apve7>.»<r<rov  pixpov,  daf.  P/.. 
Coronopus,  cXdvrtw,  4,  11.    P/.  Pfyllium,  -falXkiw* 
4S  70.    Elaeagnus  anguftifolia,  sWm  w$tom**i,  if  1 37. 
Hypecoum  procumbens,  V7I>)kooy>  4>  68-     Trapa  m*» 
rQt'ßokoq  ifvufyof,  4>  *5.    Potamogeton  naians, 
WOTapoyetTvv ,  4,  101. 

Hrliotropium  europaeum ,  jjXidrpajfwv ,  4»  »93- 
hithofpermum  pur  pur eo  *  coeruleum,  fcuoc  o5?,  /uuo;wr#V» 
2,  ai  4.    Li*Ä.  apulum,  vielleicht  <rKopirjo£i&€?>  4*195. 
Lith.qfficinale,  Xi$o<T'xeQu.cv ,  3,  i58.     Li//»,  frutico» 
fum,  «7X0U<rÄ  Tp<'r3?*  4>  ^5.  Anchufa  tinctoria,  £yxw**9 
4,  20,    Anclu  paniculata  Ait.,  ßoiyXtafftrov ,  4,  **8. 
Echium  creticum,  iyxjxxrx  «reo«,  ^.,24«    £cA.  Mali* 
cum,  Xüko\£/$,  4>  26.     lieh,  rubrum,  iy/ov,  4>  27. 
Qnofma  echioides,  ovotr/ua,  4>  147»    Symphytum  offi» 
cinale,    cupCpvTov ,   4>  •<>•      Cynogloffum  officinale, 
xwcyhuvcrov,  4> 1 29.    Cerinthe  minor,  rrikityw,  2, 2 1 7. 
Cy dornen  hederaefolium  Ait. ,   xuxXa^uivo?  *  2,1 94* 
Theoer.  id.  5,  123.     Lyfimachia  Vulgaris,  Xturiju«« 
X*cv,  4j  3.    HottoniapalufirU,  (rr^aruir^  x4*^? uX* 
Xo;,  4,  10  3.    Anagallts  arvenßs,  cht*y*X>Js,  2,  209. 
Die  blaue  Abart  werde  das  Weibchen ,  die  rothe  das 
Manneben  genannt.     Plumbago  europaea,  r^nroktov, 
4,  i35.    Column.  eephraf.  1.  p.  161.    Mit  Unrecht 
zieht  Sibthorp  (/Z.  graec.  t.  3oi.)  Statice  ßnuata,  doch 
zweifelhaft»  hieher.     Consrohulus  arvenfo,  ffipixX»- 
u*vov,  4>  l4*      Conv.  Soldanella,  xqcH[x$ti  $ot\ouT<rut9 
2,148*    Conv.farinofus,  cxapuMvi*,  4»  ,71«  Bey 
Kolophoo  in  lonien  und  am  myfilchen  Olymp  wachfe 


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149  Zweytes  Buch.    Drittes  Kapitel. 

die  hefte,  fagtRufus  von  Ephefus  (fragm.  p.  21.  ed. 
Matth.).  Auf  den  Felde  rn  und  an  den  Hecken  My* 
fiens  fand  Sibthorp  die  Pflanze  {Smith  prodr.ß.  graec» 
1,  i33.).  Auch  Diofkorides  zieht  die  myfifche  Scam- 
moniavor:  die  fyrifche  (von  Conv.  Scammonia )  fey 
fohlechter.  Calyftegia  fepium  R.  Brown. ,  CfM>^ 
XfiU,  4>  i45.  Campanula  laciniata,  vielleicht  pbihiov9 
4»  18.  Camp.  ErinuSy  spivof,  4>  29.  Polemonium 
coeruleum,  noXepuiviov ,  4i  8.  Lonicera  Caprtfoüum, 
xvhXujjuvos  irepot ,  HKrtrav-^f  uov ,  37  k/o-co^üXXov,  2,  195. 
Verbafcum  Thapfus,  (f/Xopos  *ppV>  4»  1  o4*  Theokrit, 
jdi  2,  88.,  vergleicht  die  gelbe  Farbe  des  Gefichts  mit 
-S'axf/o?.  Verb,  plicatum  Sibth.  fl.  graec.  t.  2-26.,  (pXijiAoq 
Silkes»,  4,  104.  Verb,  finuatum,  (pXcfxoa  ptiXotiv*,  daf. 
/fcrfr.  Lychnitis,  rprnj  <p\of*}$>  X^xyins,  ^uctX'Ajq,  daf. 
Verb,  ferrugineum,  ocqhtiov,  apfcTotipo?,  4>  106.  Zwei* 
felhaft  zieht  Sibthorp  Conyza  Candida  hieber.  Smith 
prodr.  fl.  graec.  2.  p.  173.  Hyoscyamus  reticulatus , 
iJ0$*uflc4u©c,  «y&ij  uV^r«^^*  (ße'pwv,  4,  69.  Vergl.  Ca- 
mer, hört.  p.  77.  Hyosc.  aureus,  wo;*,  ou  t«  iv$n  /tuj« 
Xofi/b>j,  daf.  Hyosc.  albus,  0  Tqiro$  XnraiDcq,  oit  rot  ivQij 
XepH«,  daf.  Phy falis  fomnif*>ra,  vrqi'xyoy  vmnaTiKGVy 
4i  73.  PA.  Alkeken gi,  dXtKotKxßoq,  4>  7a-  Solanum 
nigrumy  o-Tpufcvo?  wprafo?»  4>  7*«  morgenländi- 
fchen  Abarten  werden  in  Aegypten  gegeffen.  Solanum 
infanum,  crpuxw  (jmvmqv,  -9-pJov,  ttsqgiqv,  4>  74*  Hier» 
auf  bezieht  fich,  was  Tacitus,  hift.  5,  7.,  von  den  Ge- 
wächfen  am  todten  See  erzählt,  deren  reife  Früchte 
fchwarz  werden  und  in  Afche  zerfallen :  und  Jofepbus, 
-de  bell.  iud.  4>  '-i7->  fpricht  von  Früchten ,  efsbaren 
ähnlich,  die  in  Rauch  aufgehn.  Seetzen  fah  die 
Frucht  bey  Chateaubriand  itiner.  2.  p.  181.  Lycium 
europaeum,  (S«juve?,  1,  110.  Rhamn.  infec  torlos , 
Xtix/ov,  1,  i32.  Rhamn.  jaxatüis,  Qt*p.vo$  iri^i  Xsu- 
XOTf  px,  1.  1  IQ.  Rh  amn.  oleoides,  ootfAvos  Tgirtj,  (jlsXxv- 
r§(*  lxwv  T*  daf.  Zizyphus  Paliurus,  kmXh>uqo<;, 

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Die  Pflanzenkunde  unter  der  Römer  Herrfchaft.  141 

1,  121.  Ziz  Lotus,  Xtaros,  1,  171.  Die  befte  Be- 
fchreibung  Jiefert  der  A  ugenzeuge  Polyhius  beym  Athe- 
näus,  Hb.  14.C.  18.  p.  069.  Vergl.  Desfontaines  in  den 
rnem.  delacad.de  Paris,  1788,  p.443.t.  2i.fl. atlant.  t. 
p.  200.  Hermann  zum  Scbweigbäuferfchen  Poly- 
bius, tom.  8.  P.  Lp;  121.  So  klar  und  entfchieden 
gewifs  des  trefflichen  Desfontaines  Unterfuchung  auf 
das  angegebene  Gewächs  führt;  fo  hat  er  doch  eine 
Stelle  im  Skylax  von  Karyanda  {peripL  p.  114.  ed. 
Gronov.)  Überfehn,  die  merkwürdig  genug  ift,  um 
fie  herzufetzen:  *Ev  ls  tj  vjjcw  (K*T*Qtx/n)  yterati 
Xmto?,  ov  tV^iouc/v,  aai  ere^os*  ii;  öS  otvov  troioZctv.  'O 

Wenn  Skylax  als  Augenzeuge  fagt.  der  Lotus,  den 
man  ifst,  ift  verfchieden  von  dem,  woraus  man  ein 
weinichtes  Getränk  macht;  fo  widerftreitet  dies  gera- 
de der  übrigens  fehr  intereffanten  Stelle  im  Herodot, 
4 9  l77*>  wo  von  demfelben  Gewächs  gefagt  wird,  es 
diene  zur  Speife,  und  liefere  weinichtes  Getränk. 
Skylax  mufs  auf  jeden  Fall,  wenn  man  feine  Glaub- 
würdigkeit nicht  in  Zweifel  ziehn  will,  auf  jener  In- 
tel noch  einen  Baum  gefunden  haben,  dem  ächten 
Lotus  ähnlich,  deffen  Früchte  gegeffen  wurden.  Sollte 
dies  nicht  Celtis  aufrralis  feyn,  deren  Früchte  freylich 
im  füdlichen  Europa  noch  immer  etwas  herbe,  aber 
doch  nicht  unangenehm  fchmecken  und  vom  gemei- 
nen Mann  gegeffen  werden  ?  . .  Erythruea  Centaurium, 
xsvTctuQiov  (jukqgv  jJ  \t{Av<*7ov y  3,  9.  Vergl.  Galen,  fa- 
cult.  fimpl.  7.  p.  90.  Cordia  Myxa,  ireprixy  i,  187. 
Einige  fagen,  in  Periien  fey  die  Frucht  giftig,  geniefs- 
bar  fey  ße  geworden,  da  man  ße  nach  Aegypten  ver- 
pflanzt habe.  Aber  der  Baum  wächft  nicht  in  Per- 
fien:  wahrfcheinüch  ift  die  Verwechfelung  mit  Ttyriov 
Schuld  daran.  Cufcuta  Epuhymum,  im^vfAOV ,  4>l79» 
Plin-,  26.  f.  35.  Epithymum  quidam  Hippopheon 
(Hypopheon)  vocant.    Act.  3^  29.  p.  io3.  II«pa7rXi|- 


143  Zweytes  Buch.   Drittes  Kapitel» 

erfeu?  is  rS  iic&ipu  neu  ro  int  tSjs  trrotfSw  ( (pk<a$  Pote* 
rlum  fpinofum)  (fuüjuwv.  Viola  odorata,  Jov,  4>  122. 
Hedera  Helix ,  xiowf»  »>2io»  Er  führt  drey  Abar- 
ten auf:  dieweifse,  die  fchwarze,  Sioviiow? ,  und  die 
-mit  kleinen  rötblichen  Blättern,  welche  er  «X/£  nennt« 
Anguillara  fchon  (de  fempL  p.  180.  181.)  erkennt  fie 
als  blofse  Abarten,  lllecebrum  Paronynhia,  xacpwvu- 
Xt»9  4i  54-  ^w»ca  maior  und  minor,  xAjjpgrif,  4>  7» 
•Nerium  Oleander,  vjyp/ov,  4»  82.  Hieher  gehört  Lu- 
cia n.  afin.  p.  72.'  ed.  Schmied,  tx  he  gohx  izswz  oux  jjv 
po5«  gXq&v«  -  Tai  V  ix  t>j<;  oryp/a?  b«(ßwj$  (pvopevx 
($ohohx(p v>jv  «urqy  xäXoSctiv)  nach  Schneiders  Verbefle- 
rung.  Marsdenia  erecta  R.  Brown. ,  «Trrxuvev,  4,  8  u 
Cynanchum  Vincetoxicum R.  Brown.,  *raXj)in&?*  3, 1 06* 
Cyn.  nigrum,  xipxaia,  5,  104.  Anguillara  p.  229« 
Chenopodium  Botrys,  ßoTQV$>  3,  1 3o.  Sal/bla  Tra- 
gus* TQxyos,  4»  5i  .  Salf.  falfa,  t  uTßTQov  ukuxcv  hß 
vr<*p*XiOi<; ,  4)  181.  Wächft  in  Attika  am  Strande 
häufig.  Creffa  cretica,  cüv$v\\is9  3,  1 53»  Sibth.  fl» 
graec.  t.  256.  Gentiana  lutea ,  y^vt/äv»},  3,3.  Dielt 
abendländifche  Pflanze  ift  Beweis,  dafs  Diofkorides 
die  Flor  der  Abendlander  kannte.  Lagoeeia  Cuminöi* 
'des  ,  wI/juvov  uypiov  $  3 ,  69.  Eryngium  planum ,  a^'y» 
ywv,  3,  24« 

Tordylium  qfficinale,  rofitikiov*  fffceXi  x^rmcv, 
3,63.  Heracleum  Sphondylium,  o-CpcvbuX/öv ,  5,  90. 
Peucedanum  officinale,  twuxAävov,  3,92.  Ferula  CO/71- 
munis ,  vftf 3,  91.  F.  tingUana, cl\(ptov  X/$yx«s 
3,  94*  O^n  eigentlichen  Standort  giebt  Herodot 
4>  »69.  von  der  Infel  Platea  bis  an  die  Bucht  der  Syr- 
ten  an.  Fer.  Ferulagö  ift  vielleicht  v«£$ij£  er  Zuaik 
7*yw/xevo?,  o2  0  0V0V  x**-i3*vij  *j  ptTwctov  x«X*fTÄi,  3,  97. 
£t?r.  nodißora,'  vielleicht  Xißavwrt;  irsgx ,  5,  87» 
Fer.  Afa  foetida,  ciXcp/ov  ^cqbfxov,  3,  94.  Strabo  fagt 
(Üb.  1 1 .  p.  56 1.  Tzfch.) ;  das  tnedifche  Silphion  fey  viel 
fchlecbter,  als  das  cyrenifche,  und  komme  vielleicht 


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I 


Die  PHanxenkunde  unter  der  Römer  Herrfchaft..  143 

von  einer  andern  Pflanze:  doch  könne  auch  die  Ver- 
fchiedenheir  des  Bodens  die  Schuld  tragen.  Apiciue 
(de  arte  coquin.  1,  3o.  5,  10.)  unterfcheidet  ebenfail* 
das  lafer  parthicum  vom  cyrenaicum.  Ferula  perfeca, 
vielleicht  kocl  va^^noeil^  iv  Mvjhsi'x,  $  atLywcvpw  (pe^si* 

3,  95.  Paftinaca  Opopanax  >  icotvoiKsq  xetpwvw,  5,  57» 
Ausdrücklich  fagt  Galen  (fac.  fimpl.  8.  p.  io3.):  aus 
den  Wurzeln  komme  Opopanax.  Paftinaca  lucida  ift 
nach  Gouan's  Vermuthung  (illuftr.  p.  19.)  7Cmoik6$ 
'HqxHkstoVy  3,55.  Paß.fativa,  €\x(po@o<rxov ,  3,  8o# 
Selinum  Oreofrlinum ,  igeociktvcv ,  3,  76.  Anethum 
graveolens,  av^ov,  3,67.    Ihapfia  Afclepium, 

4,  i57.  Laferpitium  gummiferum  Desf.  fl.  atl.  1. 
p.  254.  t.  72.  ift  vielleicht  ccyxtrvXkis ,  v«p«fy£  (ptpcveoo  . 
to  clfApwviGtKOV  4v  Atßvq  axroc  Kuo^vqv  ,  3  ,  98.  Cachrys 
Libanotis,  Xtßxvuyri^  Trowrjj,  q$  r»  (puXXef  juapa-S-^tt  o^tom, 
to  oe  ffTTfcp^UÄ  <rtf>ov&uX<t>,  3,  87.  Cachn  Morifonü  VahL, 
/Tnro/uapx^cv,  ciri^pM  niyxQvi  opoiov,  3,  82.  Vergl. 
Galen,  facult.  fimpi.  üb.  7.  p.  98.  Cachr.  maritima 
Sp.,  xp&/u0v9  2,  157.  K^-9-jUov  Galen,  fac.  fimpl. 
lib.  6.  p.  94.  Coriandrum  fativum,  xooiov,  3,  71. 
Smyrnium  Olus  atrum,  iir7ro<riXivov ,  3,  78.  Man  afs 
in  Rom  dies  Kraut  mit  gebratenen  Fifchen  (Apic.  da 
ort.  coquin.  5,  12.).  Sm.  perfoliatum  ^  c^uJpv/ov ,  bircp 
iy  KfXiKj'ft  iriToccAivov  x«Xouo7,  yevifjuvov  TrXefirrov  tV. 
tw  'A/Ltavw  op«/,  3,79.  Galen. fac.  fimpl. lib.  8.  p.  1  to. 
Daucus  Gingidium,  ytyylhiov,  2,  167.  Es  fey  in  Ci- 
licien  und  Syrien  häufig.  Daz/c.  guetatus  Sibth.  fl. 
graec.  t.  269.,  ffT«$uXfvo$  «yoio?,  3,  59.  Jn  der  Mitte 
der  Dolde  fey  etwas  Purpurfarbenes:  die  abortiren* 
den  Centraiblümchen.  Caucalis  mauritanica,  XÄUxaAjf, 
2,  169.  Galen,  facult.  ßmpl.  lib.  7.  p.  89.  xaux*X/$, 
ewo#  haSnov  iypov  cvo^a^oucnv,  Cuminum  Cyminum^  xu~ 
pjvov »  3,  68.  Auch  Apicius  {de  arte  coquin.  t,32.) 
unterfcbeidet  cuminum  aethiopicum  oder  fyriacum 
von  careura.     Jthamanta  cretenfis,  8«vxof  xptfnxoV* 


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144  Zweytes  Buch.    Drittes  Kapitel* 


3,  83.  Atham.  Matthioli,  piov,  ro  xxXovixsvov  cl$xujtv 
naiv,  l,  3.  Tragium  peregrinum  Spr. ,  lxvno<;  tq{- 
to$,  3,  83.  Vergl.  C.  Bauh.  prodr.  p.  8i.  Tra- 
gium Columnae  Spr.,  rpolyiov  «Ve^ov,  4>  5o.  Vergl. 
-Column.  phytob.  p.  6i.  t.  17.  Bunium  aromaticum, 
\pevhcßovvtov >  4>  ls5.  Bun.  copticum  Spr.,  a^ui 
ai&iomxov,  3,70.  Vergl.  AnguilJara  p.  i3o.  Fle- 
ming in  afiat.  refearch.  vol.  1 1.  p.  170.  Myrrhisbul- 
bofa  Spr.,  /uupp'V»  4>  1  16.    Myrrhis  odorata,  vhocv- 

2,  168.  Plin.  22,  22.    Sium  anguftifoliunty  cr/cv, 
2 ,  1 54.     &  ferulaceum  Spr.  ( Bunium  ferularfolium 
Desfont.  ann.  du  muß  1 1 .  d.  275.  t.  3o.    2?.  ferula- 
öeum Smith  prodr.  fl. graec.  1 .  p.  1 86.),  ßovviov,  4, 1 24. 
Carum  Carvi,  kxqo$9  3,  66.    Tenor ia  fr uticofa  Spr. , 
ci<rs\t  a/S/öTT/xov,  3,  61.    Anguillara  befch reibt  die 
Pflanze  fehr  gut,  p.  212.     Meum  Foeniculum  Spr., 
/uapa-S'pov ,    3 ,  8 1 .     Echinophora  tenuifolia ,  7T«vax*$ 
3A<ntX)j7r/ov ,  3,56.    Vergl.  Column.  ecphr.  1.  p.  98. 
99.    Sollte  dies  das  Sil  gallicum  feyn,  deffen  Apicius 
(de  arte  coquin.  3  ,  4»)  als  Zofatz  zu  Speifen  erwähnt? 
Apium  Petrofrlinum,  <ts\ivov9  3,  74.    Ap.  graveolens, 
iXstotreXtvcv,  3,  75.    Sifon  Anifum  Spr.,  «vvjjo-ov,  3,  65. 
Sefelielatum  oder glaucum,  aiaeXt  fAxctroiX^rtacv,  5, 60. 
Sef.  tortuofum,  iTCirop,xQot.$,Qov  erepov,  3,  82.  Qenan- 
the  pimpineWfolia ,  o/vav^,  3,  i35.    Conium  macula- 
tum,  Htüvsiov,  4>  79«    Ligußicum  apioides  Lam.,  fcau- 
xe$  eVf^o?  ,  ou  T«  (ßu'XX*  o-fX/v«  aypi'w  c^owc,   3,  83. 
Lig»  Levifticum,  "kiyvertKcv ,  3,  58.     Lig.  peloponne- 
fiacum ,  (ritreXt  7r«Xo?rcyv)j<r/axov ,  3,  62. 

ü/fu*  Coriaria,  goi?$  ßuQVole ^ix>j,  1 ,  1 47.  «Sam- 
bucus  nigra  y  axT?,  4>  174«  Samb.  Ebulus,  yjtpMf 
ax-nj,  4>  175.  Tamarix  gallica,  /uupi'xiy,  1,  116. 
Parnafßa  palufiris,  aypaxrn?  iv  tw  naovao-cfü,  4>  32; 
Sibthorp  giebt  fie  auf  dem  Olymp  in  Bithynien  an. 

Narciffus  TaZetta  und  po'Mcus ,  vapx/o-o-o? , 

■ 

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< 


Die  Pflanzenkunde  unter  der  Römer  Herrfchaft,  fcfj 

4>  163.  Allium  Ampftloprofum  >  dfjtirsXiir^xtrov >  2, 
180.  All.  Porrum,  nQxcovi  2,  17g.  All.  fatisrum  , 
€mcgohov\  2,  182.  AIL  arenarium,  ofyicaryiopobov ,  daf. 
VergLL  Bauhin  hift.  2,  599.  -4//.  Scorodoprafum, 
<rKopo&o7Tf>*<rev,  2,  18  3.    All.  Cepay  xpo/xjuuov,  2,  181. 

nigrum  oder  Diofcoridis  Sibtb.,  /uo>Xu,  5,  54^ 
Üum  candidum,  xQtvov  ßauriXtHov,  3,  116.  Li/,  chalcedo* 
nicum ,  jj/^^koXX/?,  3,  1 37,  Tulipa  Clufiana  Redout. 
Sibth.fi,  graec.  t.  329.,  (r*rJp/ev,  0/ 5#  rp/^üXXov  xäXöü- 
ciy,  5,  i43.  Vergl.  Cluf.  cur.  poft.  p.  17.  18.  t/tw 
/aria  amplexifolia ,   /Wae  4»  44*  Erythroniwn 

Dens  canisy  cotTupjov  *£i>$£Ov/ov ,  3,  i44-  Convullaria 
venieülata?  ivfi^ov,  4,  85.  Vergl.  Caefaip.  5,  53, 
JVlan  nebt,  dafs  Theopbraft  und  Nikamfer  eine  ganz 
andere  Pflanze,  das  Colchicum  autumnale,  fo  nannten. 
Galen  (fac.  fimpl.  Üb.  6.  p.  84.)  giebt  darüber  Auf- 
febiufs.  Ernennt  erft  das  itypsqm  BjjAjjt^iov  xoXp^xcv: 
dann  führt  er  ein  anderes  i$ip€$ov  auf,  welches  auch 
2pf?  «ryp  1«  h*ifse.  Conv  multi/lura*  iroXuyovxrov,  4>  6- 
Ornitliogahim  fiaehyoides*  ßcXßcq  f/xsrixe;,  2,  2ou 
Vergl,  Renealm.  fpec.  90.  Smith  prodr.  fl.  graec.  1,  p. 
ö3i.  Orn.nutansy  i^ßcryoikov ,  2,  174.  Scilla  ma- 
ritima,  cxAAjj,  2,  202.  Afphodelus  ramofus,  *<f$q- 
StXo?,  2,  199.  Anthericum  graecum,  tyaXiyytov ,  3, 
122.  Es  wachfe  auf  Högein.  Sibthorp  fand  es  auf  » 
Bergen  des  Peloponnefes,  in  Kreta  und  Cypern.  i/y« 
acinthus  orientalisi  üiiuv$0f,  4>  63«  Hyac.  comofus, 
ßokßw  ihuhfMq ,  2,  200.  Smith  prodr.  fl.  graec.  1. 
p.  238*  itf/o?  vulgaris  Decand. ,  aXcq,  3,  25.  Sie 
wachfe  auf  Andros.  Galen  (jfacult.  fimpl.  Üb.  6.  p.  73.) 
bemerkt,  dafs  fie  in  Syrien  wachfe.  Sibthorp  fand 
fie  auf  Cypern.  Acorus  Calamus 9  £*OQOVy  i,  2*  Die 
indifche  Abart  ift  koX«^  a^/iarixi?,  1,  17.  Barn*  - 
hufa  arundlnacea.  KoiKetTttt  o«  ti  xä<  caxp^a^ov,  s/äc? 
cv  fAbkrros  h  lv&*  9r«ff))7oTo?  xait!)  evbtu'fxovi  'Afot/S/*,  «u- 

Geich.  <1.  Botanik,  i.  B,  1 0 

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146         f  Z^eytes  Buch.    Drittel  Kapitel 

,* 

$()X\J0(XSV9V  Cito  ToTq,  Shovflf    X*$W!CBQ  ol  äX*C.    2,   1  o4» 

Galen  (facult.  ftmpl.  Üb.  7*  p.  99,)  drückt  ficb  auf 
ähnliche  Art  aus,  und  fetzt  noch  hinzu,  jenes  **xx«g 
fey  weniger  füfs,  als  unfer  Honig.  Eben  fo  Paul  von 
Aegina  7,  247.  >  der  es  auch  a£X<;  /vSotq  nennt*  Dies 
ift  das  Tebafchir  der  Araber.  (Salmaf*  homon.  hyU 
iatr.  p.  109.  Lüdgers  de  medicam.  Tebafchir.  Oott. 
1791.)  Der  Name  caxx«?  flammt  aus  dem  Sanfcrit 
Scharkara,  und  dem  tibetanifchen  Sa*kar9  weifst 
Erde.  (Adelungs  Mithrid.  1.  S.  170.)  Vom  Bam-' 
busrohr  bat  übrigens  Herodot  (3,  98.}  die  erfte 
Nachricht,  wo  er  fagt,  dafs  aus  KAkxfiotq  Schiffe  ge- 
macht werden.  AuchKtefias  von  Knidos,  Xenophons 
ZeitgenofTe,  (de  indic.  reb.  in  Phoe.  bibl.  cod.  jZ.)  er- 
zählt, dafs  das  indifche  Rohr  fo  dick  fey,  dafs  zwey 
Männer  es  nur  umklaftern  können,  und  fo  hoch,  wie 
der  Maft  eines  Schiffs,  welches  taufend  Mann  führt. 
Es  gebe  aber  eine  männliche  und  weibliche  Art  die* 
fes  Baumrohrs:  die  erftere^fey  fehr  feft  und  mark- 
leer; die  letztere  habe  Mark.  Diefe  kennen  wir  itzt 
als  Calamus  verus  Lour.;  jene  als  Bambufa  arundina- 
cea.  Vergib  Plin.  16.  f.  65.  Oryza fativa,  opuf«,  2, 
117.  Rumex  Paeiencia,  XxTrx^oy  Kjjnwrov ,  2,  i4o. 
R.  acutus  ,  oZvketTrx&cv ,  daf.  R.  obtufifolius ,  \onroL%v* 
iyQtoVj<U(.  R-  Acetofa,  o£«Xjf  jj  «W^up/f,  daf.  R.aquati- 
cust  jSpfrawjxjj  >j  ßsrrovm^  4»  2.  Dies  war  das 
Kraut,  deffen  ficb  die  Römer  unter  dem  Drufus  Ger- 
manicus  (i5  nach  Chr.)  gegen  die  fcelotyrbe  in  den 
frififchen  Sümpfen  bedienten.  (Plin.  25,  f.  6.)  Es 
hiefs  britannica,  wie  Lipfius  vermuthet,  von  dem  Na- 
men der  Sümpfe,  bretanfche  Heide.  CLipfi  zu  Ta- 
ci*.  Ann.  i,  63.)  Vergl.  Galen,  facult.  fimpl.  6,  p. 
79.  Uebrigens  kommt  diefelbe  Pflanze  noch  ein- 
mahl  als  iinrok*irot$ov ,  2,  141«,  vor.  Leontice  Leon- 
topetalum,  XeovroTrirxXov ,  3,  110.  Die  Pflanze  ift 
gemein  unter  dem  Getreide  In  Griechenland,  Leons. 


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TDie  Pflanzenkunde  unter  der  Römer  Heirfchaft.  147 

\ 

Chryfogonum,  XQV<royovov9  4>  56.  Sibtborp  fand  fie 
bey  Abydus.  Colchicum  aucumnale,  xdXx'xoV,  4»  ^4* 
Veratrum  album*  iXkißopos  tauxcV,  4>  *5o.  Alifma 
PlantagOy  i\iapAy  3,  169. 

Epüobium  angufiifolium ,  ov»ygxt  eive&gpi,  4i 
118»  ,  Es  wachfe  auf  Bergen  baumartig.  Sibtborp 
fand  es  auf  dem  Olymp.  Lawfonia  inermis9  xuflrgo;, 
1 ,  1  24.  Vergl.  Garcin  in  philof.  transact.  voL  45.  p. 
564»  JDiospyros  Ebenumy  ißevoq,  t,  129.  Amyris 
gileadenfis ,  ro  ßotkcripou  Ihfy ov  iv  /movjj  'Iöu&*/* ,  1,18. 
Amyris  Kafal  Forsk.  und  Boswellia  ferrata Colebr.,  ro 
Xißivou  Bivtyev ,  i,  81.  Von  dem  letztern  Baum  kam 
auch  die  Rinde,  <p\ow  Xißxvou ,  i,  82.^  und  juayy)}  X#* 
ßivcuy  1,  83.  Dies  waren  die  feinern  abgeltofsenen 
Stücke*  Diodors  von  Sicilien  (5,  40  Befchreibung 
des  arabifchen  Weihrauchftraucbs  aus  dem  Evemerus 
ift  unrichtig,  und  offenbar  durch  Verwechselung  des 
Myrrhenbaums  mit  diefern  entftanden.  Dafs  das  iuty- 
**/*ov,  1,  23.,  welches  auch  aus  Arabien  eingeführt 
wurde,  ebenfalls  vom  Weihrauchbaume  komme,  ha- 
be ich  fchon  ehedem  (antiqu.  bot,  p.  87.)  vermuthet. 
Erica  arborea,  epc/xjj,  1,  117.  Daphne  oleoides* 
X«uA*<«,  4,  172.  Daphne  Gnidium,  $upehxt*y  4, 
1 73*  Polygonum  Hydropiper ,  üSpo7r^T«^i ,  2 ,  191. 
Pol.  Perßcaria9  KQzratcyovov ,  3,  139.  Po/.  aviculare> 
iroXi/yovcv  «flflfiv,  4»  4»    Pol.  incaman,  icoXvyovov  &%kv, 

4,  5. 

Laurus  nobilis ,  &ä$vjj,  1,  to6.  Laar.  Cinnamo* 
mum,  y.mxixüiu,ov ,  i,  i3.  Laur.  Cajfia,  nx<r<n'*>  1,12. 
Sowohl  bievon  als  vom  Zimmt  wird  eine  Art  die  mo- 
ful'fche  (^uöötjX^ti?)  oder  die  über  Moful  gekommene 
(srap*  to  MocuXov)  genannt»  So  hiefs  nämlich  fonft 
das  Kap  Guardafui,  in  deffen  Nähe  das  Zimmtland 
lag.  Bis  dahin  war  Sefoftris  gekommen  und  hatte 
Säulen  und  Infchriften  errichtet.  (Serabo  Hb.  17.  p. 
438.  Plin.  6.  f»34«)   Einzelne  Arten  der  Caffien-Rin* 

10* 


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148  Zweytes  Buch.  Drittes  Kapitel. 

de  nennt  Diofkorides  mit  indifchen  oder  aramäifcheir, 
vielleicht  arabifchen  Namen ,  «x.u,  kittoJ,  Saxap,  7*- 
f/p.  Die  letztere  fey  die  befte ,  vori  Rofengeruch  und 
dunkler  Purpurfarbe.  yi$(  könnte  das  arabifcba 
pfcsrw,  die  Rothe,  feyn.    Sa  nennt  Galen  (antidoe.  if 

434«)  eine  Sorte  71$,  welches  fich  auch  von  g*ar>,  ? 

oVr  Stamm,  ableiten  läfst.  Das  Blatt  ift  (Jtctkxßoc-fyov, 
1,  li.    Rheum  Rhaponticum>  0«,  0/      ojjov  xaXct»<r^ 

3,  2.  Ganz  fo,  wie  Diofkorides  die  Wurzel  beschreibt, 
fchildert  fie  Profper  Alpini  («ror.  p.  188.),  der  die 
Pflanze  aus  dem  thracifchen  Gebirge  Rhodope,  nicht 
weit  vom  Urfprung  des  Hebrus,  erhielt.  Diofkorides 
fagt,  fie  wachfe  jenfeits  des  Bofporus,  womit  wol  der 
thracifche,  oder  die  Meerenge  bey  Konftantinope), 
gemeint  ift.  Ammianus  Marcellinus  (12,  7.)  giebt 
ebenfalls  diefe  Gegend  als  das  Vaterland  der  Pflanze 
an ,  und  fagt,  fie  habe  ihren  Namen  von  einem  dorti- 
gen Flufs.  Unter  den*  Namen  radix  pontica  führen 
fchon  Celfus  (5,  23.)  und  Scribonius  Largus  (167.) 
diefes  Mittel  auf. 

Hyperanthera  Moringa,  hsv%gov  t>j?  ßoikivou  juu- 
p\f.'j>o*; ,  4>  160.  Statt /uup/xq  ictxc;  mufs  ^cuppnoj  ge- 
lefen  werden,  denn  mit  Myrten  hat  allerdings  das 
Laub  einige  Aehnlichkeit.  Vergl.  Belon,  2,  61.  Ana- 
gyris  foetida,  uvetyupts,  3,167.  Ruta  graveolens,  *nj- 
7«vov,  3,  52.  Rut.  montana,  iryyoLVov  ope/vov,  daf. 
Arbutus  Andrachne,  kg(jmqg$9  1,  175.  Styrax  offici- 
n  ali  s  <rru£«£,  i>79»  Der  Baum,  de  Ifen  Blätter  den 
Quittenblattern  ähnlich  feyn,  wachfe  auf  den  Bergen 
von  Pifulien»  Strabo  fagt  (Üb.  12.  p.  199.  Tzfch.)  : 
der  Styrax  wachfe  auf  dem  Taurus:  aus  feinen  Zwei- 
gen werden  WurFfpiefse  gemacht.  Würmerzernagen. 
die  Rinde,  fo  Uiefse  eine  dem  Gummi  ähnliche  Fiüf- 
Cgkeit  heraus.    Tribidus  terreßris9  rp'ßoXos  x*^***?» 

4,  i5.  Saxtfraga  media  Gouan.,  (pukXov^  3,  \^om 
Sax.  Hirculus,  rf>£yov9  <2  bc'/J&Teu  viglof  hxXt4k^  1,  7. 


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Die  Pflanzenkunde  unter  der  Römer  Herrfchaft.  149 

Vergl.  Cluf.  exot.  1 ,  33.  Cotyledon  Umhilicus ,  xötu- 
Xjj&wv,  4>  92«  Cot.ferrata,  xotuX>jWv  iri^x^  4>  93, 
Vergl.  Sibtb.  R.  graec.  t.  444«  Saponaria  officinalis* 
Vtqoij&iov>  2,  193.  «Sap.  ocimoides,  ü>k/uo€<<W;,  4>  28. 
Sa/i.  Zaccaria,  ivxns  dy^tx,  noth.  p.  45a.  7Wa/i- 
ihemo/naiqofumVahhy  xhxaxXJsj  i,  118.  SUene  in~ 
ßata  Smith.  ,  ^ufxwv  «$£>ei><hj$,  4>  Stellaria  nemo- 

rum,  dXcrivtjy  4>  87.    Sedum  ochroleucum  Smith., 
faov  ro  fuxpivj  4>  90.    S.Cepaea,  xrTafa,  3,  168.  & 
acre,  usifaov  tqitov,  4i  95-     Sedum  Rnodiola  ,  gohix 
£i£a,  4j  45.    Agrofiemma  Githago,  Xi^vk  »7p/«,  3, 
1 15.    ^ßT«  coronaria,  Xvj£v/$  CTf(pava)aaT<H>J,  3,  1  i4» 

Afarutn  europaeum,  ugxqov>  1  ,  9.  Partulqca 
oleracea,  dvlQxyjYi>  2,  i5o.  Peganum  Harmala,  irrr 
yxvcv  «7p iov  ,  3,  53.  Vergl.  Belon,  3,  5o.  Agrimonia, 
Eupatoria,  euVarpf  jgv,  4>  41»  Refrda  Phyceuma%  $J- 
rejfM,  4>  13o.  -Re/I  fl/6a  fcheint  freylich  nach  der 
Befchreibung  4>  *52.  ö^ew^ucf/S^  ^ufy«  zu  feyn :  allein 
der  Sprachgebrauch  älterer  Schriftfteller  un  l  G.»i.-*ns 
Unterfcheidung  des  o-jjö-aefweiS^  Xsuxov  von  /uiy*  f acute, 
fimpl.  8.  p.  108.)  läfs.t  vermuthen,  dafs  an  der  ange- 
zogenen Stelle  zwey  Pflanzen  gemeint  werden,  unter 
denen  das  auf  Helleborus  foetldus ,  *vtj*u£jkc;  «X- 
XtßoQOS  Galen.,  das  Xtunsv  aber  mit  der  Hnfc^rei ^ung 
auf  Refeda  alba  bezogen  werden  mufs.  I\acn  Srrjjo 
(lib.  9.  p.  497«  Tzfch.)  wächft  das  c/i<rxtuost\*$  in  i'no- 
cis:  man  bereitete  damit  den  HeJiehorus  vom  Oeta 
zu,  um  ihn  unfehädlicher  zu  machen,  wie  noch  jeiit 
im  Delphinat  Helleborus  foetidus  «jIs  Gegengift  a 
HeJIeborus  niger  bey  den  Scbaafan  gebraucht  wird. 
Euphorbia  offocinaruirij  hivh^ov  3,  96.   V  er 

mit  Unrecht  heifst  es  vap-d^xot/fe«?,  d;.r  FeruJ.i  ähnlich. 
Euph.  Chamaefyce>  xw***»**!*  4>  »70.    Euplu  Pr  elis, 
4>  16g.      Euph.  falcata,   tt*»^;,   4,  \  8. 
Euph.  Lathyris ,  4,167.    Euph:  Ar-i  ><..  «  ; 

4,  177.  Vergl,  Beloo,  1,42.  Cluf,  hiU.  2,  19^ 


ISO  Zweytes  Buch.    Drittes  ICapitel« 

Pityufa,  9!7Tücu(Mf,  4,  166.  Euph.  Paraltas,  r^^Xct 
«rapfliXic?,  4>  10'5.  Euph.  fpinofa,  iV7To$*i;,  4>  162« 
Galaftivida  altera,  Honor.  Bell,  bey  Cluf.  hift,  2,  3o8, 
Aipin.  exot.  p.3oa.  Sibthorp  fl.  graec.  t.  463.  Euph* 
heliofcopia,  n$vpa\oq  q\iointc7nosy  4>  *65.  Euph.  pla* 
typhylla,  rtä^Xtf  7r\serv<pv\Xof>  daf.  Evph.Cypa~ 
riflias,  nbvflxkof  Kwrxpu7(rta$ ,  daf.  Euph,  Myrßmies, 
rt$u{juxko$  &%kv$,  daf.  Euph.  dendroides ,  7*1-9-.  0  i*y  raf? 
ir«Tgan$  (pi/c^sve?,  daf.  Diefe  Art  fand  Anguillara  ia 
Tofcana  und  Genua  (de  ferttph  p.  294.).  Sibthorp  ff, 
graec.  t.  470.  Euph.  Characias,  %ap«x<&9,  daf*  Stfm- 
pervivum  arboreum  9  xeifoov  to  peyx,  4>  "89»  Auf 
Mauern  und  Schutthaufen  in  Cypern  fand  es  Sibthorp, 
fl.  graec.  t.  473.  Auf  Cephalonien  fabves  Anguillara 
(p.  277.)  unter  dem  Namen  ivatmurfm* 

Myrtus  communis,  /uuo<nv>7,  1 ,  \5j*  Punica 
Granatum,  qox,  1,  i5i.  Amygdalus  Perfica,  rx  $\m 
ptr/xa ,  1,  164.  Prunus  domefiica,  KOKnuy^Xix ,  i, 
173.  Bpa&/X«,  Thebcr.  7,  146.  12,  3.  Fr.  Arme* 
niaca,  rx  p%kx  xgfx^vixax,  'Pufxxi'trri  hs  xtKcnix ,  l, 
i65.  Mefpilus  ianacrtifolia,  fħ<nfikov9  apwv/ac,  1,  169» 
Vergl.  Smith  prodr.  fl.  graec.  1.  p.  34^.  exot.  bot.  t. 
85.  Mefp.  germanica,  pi<ntikov  ireqw,  1,170.  Af<?//i. 
Pyracantha^  c^dxkxv&x,  1,  122.  Afc/jp.  dorne  feiern, 
Smith,,  «u«,  i,  173.  Pyrus  communis,  «XI«? •  i# 
168.  Pyr.  Malus ,  ftyp/cujjX*,  1,  i63.  /^q/a  femper- 
virens  foll,  nach  Sibthorp  und  Smith,  Kwct/Saro? ,  1» 
ia3.,feyn.  Rubusidaeus,  ßaroqUaix,  4>  38.  itok 
fruticofus,  j8«re?,  4,  37»  Potentitla  repcans,  wivri* 
C'oXXcV)  4>  42» 

Capparis  fpinofa%  HXTrxxQt; ,  2 ,  2o4*  Pnpaver 
iubiumj  (av}*w  (Oi£ff  4»  64»  Die  Frucht  wird  als  lang 
geftreckt  angegeben ;  daher  kann  es  nicht  P.  Rhoeas 
feyn.  Dies  ift  vielmehr»;  aypi*  /u^kw,  fyjMt-S^svjjy 
?Xft,y  T,JV  hw8/*v,  0  Xtti  wi&Priq  nai  goixf  cvofAx&rxi,  4>  65, 
Pap.  ßmni/erum  >  pjwv  «ptpoft  jqprevrij,  4>  65*  Jfyfc 


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1 

; 

- 

Die  Pflanzenkunde  unter  der  Römer  Herrfchaft.  151 

hybridum ,  Tgmj  dyqtwriqot  Hau  {JtuKQO+igct  ( {xixqotsqx) 
rouTwv,  exova-ot  tjJv  xwS/av  £07^x17,  daf.  Pap.  Arge» 
tnone>  a  p->  ^wvjj  ,  2,  208.  Sibthorp  bringt  fie,  auf 
das  Anfehn  der  Abbildung  im  Wieher  Codex,  zur 
Acfonis  aeftivalis.  Allein,  was  ich  von  jenen  Abbil- 
dungen halte,  habeich  fchon  oben  gefagt.  Die  An* 
gäbe  im  Text,  dafs  die  Pflanze  einen  gelben  fcharfen  » 
Saff  gebe,  nnd  dafs  die  lange Saamenkapfel  oben  brei- 
ter als  unten' fey,  fpricht  zu  deutlich.  CMidbnium 
malus ,  %f  X/&oy/ov  (xtyot ,  2,211.  Glaucium  luteum, 
pKwv  xsparriV/;,  4>  66«  G1/.  phoeniceum,  ßorivv\  xar* 
*I* patToXiv  r>fc  Lüpi«?  ysvofjtivyjy  3,  100.  Nymphaea  al« 
ba9  vü/u(ß*/a,  3,  148.  Nymph.  lutea*  vvutyxiu  äXX>j, 
Jjf  to  iv$c{  ß)J(patgx  (vcu  Xiyerxt,  3,  i4Q»  Nymph* 
Lotus ,  X«rc?  0  iv  Aiyvirrv  y  4»  »14«  Ciftits  creticus* 
xltrrov  sihos  Xjj&ov,  1,  128.    Ciß,  villofus  y  mcttos  *q qw* 

1,  126.  Die  gemeinfte  Art  in  Griechenland,  nach 
Sibthorp.  Ciß.  fahifolius  9  Ht<rro<;  &k\v,  da(.  Paeonia* 
ofßcinalis9  yhmvtrlhq  dy\st*9  3,  167.  Paeon.  corallU 
na,  yXvKVfihfj  «^o>jv,  daf.  Delphinium  peregrinum, 
öiXtßswov,  3,84.  Delph.  Aiacis ,  ls\<pmcv  ct^ov,  ol 
u*xr^ov,  "PömWo/,  j8oux/vou?  (vaccinia) ,  3,  85.  Delpfu 
Staphis  agria ,  gthQis  dyptot,  4>  156.  Pedicularia  her- 
ba,  Scribon.  Larg.  8.  Aconitum  Lycoctonum,  kkovi- 
tov  «Tfgov,  0  ifwoi  xuvoxtovov,  01  Xvxoxtcvov  x«Xcvtj* 
78waTflM  j^fiv  TrXefffTöv  IraXi«  iv  Tofir  x«Xoü^vou^  Oy- 
f<rr/vö/$  00m,  4i  7^*  Die  Veftinifchen  Berge  find  im 
jetzigen  Abruzzo,  Plin.  3.  f.  17.  Nigella  fativa,  u«- 
X*v$7öv,  3,  93.  Nelumbium  fpeciofum.  xvawc  xlyiitrto^ 

2,  128.    Anemone  coronaria ,  «vij/uwvjj  2,  207. 
Sibth.  fl.  graec,  t.  5 14.          hortenfis,  «yquüJvjj 

dif.  Clematis  Vit  alba,  lx<Pvonbh>  4>  1  48.  (C^ma- 
Iis  integrifolia  vielleicht  &sv5p0v  iv  KfXt#x>T,  cu  0  k^o- 

ftrafco,  lib.  4.  p.  63.  Tzfch.)  CW  cirrfcr,/«  loll 
nach  Sibthorp  K^arrr^  4i  182,  feyn.    Clem.  Vuir 


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15»  twejtt  Buch.    Dritte«  Kapitel, 

cell*  fcheint  xX»j|uwtri;  trsp*  noth.  p.  462.  zu  feyn. 
Thofhtrum  minus  ■S-j&.mrpov,  4>  9^  Ranunculus  Fi' 
C(*ria*  j^eXAcvicv  uivt^cv.   <?,  212.     Koä.  afiaticus .  /3«- 

2,  20t).  lanuglnofusy  ßxrqi^tcv  %yoa>&£OT*p0Vf 
7rX*f<TTov  t'y  £«^6ovi«  YfvOjUcvoy)  daf.  mur  'u  atuty 

ßoLTQXXJiQV  Tf/TÖV,  (Ti^O&p*  fXMQOV  HOU  &U?0O^U6V,  daf«  /fall« 

aquatilis,  j8*T£AX<0V  rirct^rov ,  «vS-Of  7«Xa>cT4^ov,  daf. 
,    heüeborus  orientalis  Lam.,  officinalis  Salisb.  Smith., 

Aiuga  Iva%  cHv$vXki;  Mq»y  %«jU«rjriruo^  r« 
X«)  äacuripafe*,  av-^o?  ircpCpupouv ,  3,  i53.  AnguilJa- 
ra  fand  die  Pflanze  in  Kreta        fempl.  p.  237.).  ^i. 
Chamaepitys ,  XÄ/*Ä/7r,,n,S>  3,  Teucrium  ßavum, 

XOifAouTtiruq  Tprnj,  appV  xoXou/uM»  3,  176.  Teuer. 
Pjeudo  -  Chamaepitys ,  %otu.oimirv$  irio* y  xXxbovs  i%fi\)- 
e»  Tnfcvmious  *yKvgo8thsT$  >  iv$os  \*\>kgv  >  3,176.  Vergl. 
CJuf.  hifr.  a,  i85.  Teuer.  Marum%  u*$ov>  3,  49« 
Sibthorp  glaubt,  es  fey  Origanum  fipylewn9  B.  graec. 
t»  £70.  Teuer  Scordium,  (rxofacv,  3,  125.  Teuer. 
Chamo edrys .  xÄ4WÄ<fy,JC>  3 ,  112.  Teuer,  lucidum, 
TreUHQtovy  4,  iii.     Teuer,  montanum,  iroktov  cpsivoV, 

3,  i«4»  T>«cr.  Polium.  ttoXiov  £t*oüv  $otf4,vwo4<rrf pov , 
cv'x  oi>t»c  f  utovov  r>j  oVjUjj,  3,  124«  Teuer,  creticum, 
ik&viov Myjjrnov ,  i,  ^<S.  Teuer.  Pfeudhy  ffopus t  aif*» 
tyurov  irsTQauovy  4i  9«  Vergi.  Column.  eephr.  1.  p.  67. 
Satureia  Thymbra,  ^vuß^dy  3,  45.     Sa*,  capitata, 

•    -fru^o?,  3,  44-  iuliäna,  rpccyoQtyavos  XtirrQHaQiCoc. 

xxi  \67rTo$u\\e$9  3,  35.  Thymbra  fpicata,  vielleicht 
wcfcrtros  oqsivgc  y  3,  3o.  Hy/fopus  officinalis  9  ixratairosy 
3.  3o.  Verbena  officinalis,  OTpiorcpcow,  4^  60.  f^rÄ. 
fupina  9  ispd  ßorivij ,  4>  6 1  •  Lavandula  StoechaSy  cn- 
X*?,  3,  5i.  Mentha  fylveßris,  ctavfxßgtov ,  2,  i55. 
Menth.  gentilUy  ObvoffjLOS  42.    Menth*  fati* 

va  y  fövoGfAcq ,  jw/v^iy ,  3,  4 1  •    Menth.  Pulegium , 
Xw*»  3,  56*    Menth,  cervina,  #öXvkv>7/aöv,  3>  108. 


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Die  PaanzenkundfiÄitter  der  IlamerHeiTfchife.  153 

Caefalp.  11,37*  l^mium  dlbum,  taut«;,  5,  11 3, 
Ca*>falp.  11,5».  Lam.  firiatum  Sihth.  fl.  graec.  t.  557., 
ßzXk<*T$,  3,  117.  Betonica  Alopecuws,  x^rrpov,  4, 
1.  Seachys  palaefiiaa,  cr«^,  Z,  120.  Sibthorp 
fand  fie  durch  ganz  Griechenland  häufig  auf  bergigen 
Orten.  Stach,  alpina,  «r/S^fT/?,  ci  &*  qpaxTicioy,  4» 
33.  Sibthorp  giebt  fie  auf  Bergen  in  Lakonien  an. 
Stach,  glutinofa,  rfayogiyotvci;  *J«pv*rWp*  x«j  vkavi« 
$uUe*,  xottofotf  (xavÄc,  3,55.  Vergl.  Zanoni  ift*. 
ria  p.  119  t.  81.  (Galeopfis  an^uftifolia  cretica  vi  fco* 
fa.)  Marrubium  vulgare ,  TrpaViov,  3,  119.  Marr. 
Pfeudp  -  Dictanwus ,  \^€U^Vxra/uvo$,  3,  38.  Anguil-s 
lara,  p.  201.,  hielt  dies  Kapitel  für  untergefchoben. 
Afarr.  aqetabulofum,  btbqcv  &xTäy«wi  «ro.Kprrtf 
(ptpo^cvov,  3,  39.  Sibthorp  fand  es  allein  auf  Kreta« 
Leonurus  M a rrub ia ftrum ,  jruxyoxojtcov,  4,  176.  An-» 
guillara  p.  298.  Phtomis  famia  und  lunarifolia  Sibth., 
(pXopV  fcirXaw,  Walto*  «sfg  rjf  73,  cr^tlX* 
*Xotnr«i  r«  (piiU*,  4,  104.  P/i/.  Lychnitis,  (pXo^ 
%  xflfXöu^wyij  tagviri;,  daf,  Pä/.  fruticofit,  (p\ofu$  dygt*9 
daf.  Ciinopodium  vulgare,  Kktvovrohtov ,  3,  109.  tfri- 
ganum  Dictamnus ,  e7xr*jUvo;,  3,  37.  Orig.  creticum, 
aypcf iV*voc,  3,  54.  örjg.  heracleoticum,  ©prV*vo*  j>£«- 
xA^iflrrix)) ,  3,  32.  0rig.  Onitis,  ov^nf ,  3,  33.  0ri£. 
Maioranoides ,  (ra^u^cv,  3,  47.  Thymus  Serpyllum, 
fffmXXo;,  5,  46.  Thym.Zygis,  fryiq,  daf.  7fyni, 
ineanus  Sibtb.  fl.  graec.  t.  577.,  x«X«piV&j  ogsivorty*, 
(piUa.  wki/zw  opo/*  üffoX«MCÄ ,  3,  43.  Tftjm.  Calamin- 
tha,  Kokxftiv^  TßiVjj,  daf.  Thym*  fuaveolens  Sibth., 
xaXa^/y^i;  >?  7>j5x«v<  üoix«,  daf.  Vergl.  Boccone  muf. 
1.  p.  5o.  t.  45.  A.  Thym.  Acinos>  ixivoc,  3,  5o. 
Xrivpavoi  t?*  axivou  *rX«x<>/ufivci  Athen,  üb.  i5.  c.  8. 
p.  480.  77/ jm.  Tragoriganum,  TQ&yoQiy*voq 
(fto$  neu  Xe7TTc(püXXec ,  3,  55.  Der  befte  fey  der  eili* 
eifche,  und  der  in  Kos,  Ghios,  Smyrna  und  Kreta 
wachfende.    Vergl.  Alpin,  exot.  p.  78, 79.  Sibthorp 


Uigitiz 


154  Zweytes  Buch.    Dritt«  Kapitel. 

s 

zieht  fragweife  feinen  Th.  grareolens  fl.  graec.  t.  §76. 
bieher,  aber  diefen  fand  er  blöfs  auf  dem  Parnafe,  wo- 
gegen Th.  Tfflgoriganum  von  ihm  feibft  in.Cypern 
tmd  Böotien  jWon  Alpini  in  Kreta'  angegeben  wird. 
MeUffa  officinalis  y  /usX/trerotpüXXov ,  3,  118.  Ocimum 
Baßficum,  wkjjuov,  2,  171.     Antirrhinum  Orantiumt 
fcVr/pf/vöv,  4)  *33.    ifn*.  Afarina,  x*}**1'**™0^  4>  t^6. 
«Äätfa  aegyptiteä,  J\£ivr„  4,  3g.     Ift,  nach  Sib- 
tHorp,  durch  ganz  Griechenland  fehr  gemein.  *  hin. 
fiitriäy  tkaiTivyj)  4i  4°*    Lin.  repens,  e<ri>p/c>  4>  ^43. 
Scrofularia  lucida,  frihnjgtri^  rpmj,'  4>  35.    Scrofi  per* 
egrina,  yoikio^y  4>  95.    Vergl.  Anguillara  p.  278. 
Örobanche  caryophyllea ,  opoßxyxi*  2,  172.  Dafs 
hier,  wie  bey  mehrern  Pflanzen,  Diofkorides  Namen 
ganz -andere  Bedeutung  haben ,  als  Theophrafts,  fah 
fcKon  Anguillara'^  p.  89.,  ein;    Vitex  Agnus,  dyvo{>  i, 
1 35.    Acaneftur  mottis,  ukocv&os  iv  7rxQ*het<rot<;y  3,  119. 
$y$o$  änxv$&;  Theoer.  id„  i,  85.   Uetili^  und  pskip- 
(ßvXXov  Diofcor.  nbth.  p.  4^2.   Plin.  22.  f.  34-  Unter 
dem  erftern  Namen  kommt  beym  Paufanias  (2,  10.) 
ein  Gewächs  mit  Eichenblättern  vor,  welches  blofs 
bey  Sikyon  wachfe.    Mit  den  Blättern  foll  man  gelb 
gefärbt  haben.    Unbedenklich  Ward,  nach  Hefychius 
Zeugnifs,  eine  Schminkfalbe,  womit  man  wahrfchein* 
lieh  dem  bleichem  Antlitz  eine  dunklere,  etwas  'gel- 
be Farbe  zu  geben  fuchte,  ir&iheQvq  genannt.  Derne- 
trius  Phalereus  bey  Athen,  üb.  12.  c.  11.  p.  5i5. 
färbte  fich  die  Haare  gelb  und  das  Geficht  mit  iraibs- 
pw?.    Alexis  fagt  (Athen»  lib.  i3.  c.  3,  p.  5i.):  „Ift 
Jemand  bleich  an  Farbe,  er  reibe  fich  tfatlfyvs  ein«,, 
Nikander  meint  offenbar  diefe  Pflanze,    wenn  er 
(Athen,  lib.  i5.  c.  9.  p.  49^.)  icxihos  £purr«$  anfahrt, 
die  der  Pappel  gleichen.    Vergl.  Salmaf.  exerc.  Plin, 
p.  3g8.    Sibthorp  fand  den  Acanthus  mollis  nicht  in 
Griechenland,  fondern  nur  in  Sicilieö. 


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Die  Pftanzeokonä«  imUr  der  Jttuet  Menfoheft.  135 

» 

I/am  thictöria,  fr*ri$,  a,  216.    Tn  den 

Hippokratifchen  Schriften. (de  ulcer.  p.  874«)  kommt, 
die  Pflanze  fchon  als  Arzneymittel  vor.  Mit  der  blatt- 
grflnen  Farbe  wird  die  verdorbene  Galle  verglichen. 
{Hipp,  epid.  4,  p.  1 1 37.)    Mit  Waid  (vUrum)  mahlten 
die  Britannier  ihre  Körper,  um  fürchterlicher  in  der 
Schlacht  zu  erfcheinen.  (IuL  Caefi  de  hello  gaü.  5, 
1 4.)    Marc,  Empir.  c,  *3.  Herba ,  quam  nos  vitmm, 
Graeci  ifatida  vocant.    Plin.  22,  1.  Simili  plantagU 
ni  glafium  in  Gallia  vocatür ,  quo  Britannorum  con* 
iuges  nurusque  toto  corpore  oblitae ,   quibusdarri  iti 
facris  et  nudae  incedunt.   Vergl.  Nocca  illuftr.  plant, 
in  Iu),  Caef.  comment.  Ticin,  1812,  4.    Lepidium  im- 
tif&Hum,  X«7riW,  2,  2o5-    Lep.  fatintm,  xaA&ape*» 
2,185.    Ariftoph.  nub.  234.  235,f  wo  der  Scholiaft 
den  neuern  Namen  fn*(pov  hat.  Xenoph.  cyrop.  1*2« 
§.  8.  Lep.  lberis/ißsgtft  1,  188.  ThlafpiBurfa>  $\itmy 
2,  186.    CochleariaAmoracia,  Q*(p*wiyy*>  2,  *38* 
Cochl  Draba,  fy«/3>?,  2,  1 87.  Lunaria  canefcens  Willd., 
a\\j<r<rov,  3,  io5.  Wächft,  nach  Sibth«,  häufig  um  Athen. 
Alyffwn  fativum,  juuorypoy,  4>  11 7«    Sifymbrium  Na- 
fiurthant  curvfxßpiov  *T<pov,  ij  Kctfiaphtj,  2,  i55.  Sif, 
polyceratum ,  ipwipov,  2,  188.    Gemein  durch  ganz 
Griechenland.    Cheiranthus  incanus,  Xauxoiov,  3,  i38. 
Sinapls  arvenfis,  X*ju\|/ötvij,  2,142,    Sin.  nigra,  cwqiri 
jj  vfilmi,  2,  184.    Unter  dem  letztern  Namen  kommt 
es  im  Ariftophanes,  equit.  627.,  vor.    Brafßca  oleta* 
cea9  agxfxßyj  yfjtsg c$ ,  2,146.    «8r.  eretica  Lam.,  xpau- 
/3»j  «Yp/o»,  2,  147.    Br.  Eruca,  fü'^w^uov,  2,  170.  Cor- 
dylocarpus  laevigatus  Desfont.,  Sibth.  fle  graec.  t.  649*9 
«ypwi,  2,  l32. 
Erodium  malacoides  Sibth.  fl.  graec,  t,  658. ,  7*- 
piviw  fT£gov9  3,  i3t.    Qeranium  iuberofum  Sibth.  fl. 
graec,  t,  659«,  yfpav/oy,  <£toXX<u  otyq/uftiv)*?,   piy*  u7fo- 
CTpcpyuXji  ^Xuxc/a,  daf,     Pi/iia  $tratU>test  CTfmrtii- 
4,  102,  Alpine  aeg.  p,  *o5}e  Veslipg.aieg.  p,  45, 


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-  ■  1  » 


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Ij6  •       ZvreytesSacb.    Drittes  Kapitel. 

Ahhaea  cannabina,  xocyvxßt;  ayfa,  3,  i66.  Alth.  ro- 
ßa9  /uaXaxij  xqfcRfTij,  2,  1 44*  Sie  wach ft,  nach  Sib- 
thorp,  in  Griechenland  wild.  Aber  eben  fo  gut  kann 
es  Lavatera  arbarea  feyn.  Ahh.  officinalis>  £k&ad*% 
5,  i63.  Malm  fyh^/hris,  poikixn  XeQ****>  dat.  MaW. 
Tournrfortiana  y  *bti%,  3,  164. 

Fumariq,  parvißora,  x*7rve$,  4>  i*o.  Fwm.  co> 
preolata,  vielleicht  icwi/pov,  4>  121.  Polygala  ama~ 
ra9  rtok'Syxk*,  4>  *4a*  Spartium  iunceum,  airauYriWy 
4%  i58.  Dies  ift  das  o-7r«pTov,  welches,  nach  Arifto* 
teles  (Äi/i.  a/iim.  9»  27.  $.  22.)  1  die  Bienen  befuchen. 
Spart.  vUlofum  W*\  \4tta\&$oj;>  1,19.  Spart,  hör ri- 
tbdm  Sibth.  fl.  graec.  t.  674.»  Stsqov  sfoo$  «WaXa^ou 
Xfwtov,  daC.    fy.  Scorplusy  iripx  iv  K«mr«&ox/ö& 

Hai  Ilövr«,  l,  *53.  0/iom«f  antiquorum,  «vwvie,  3, 
2i.  Phafeolus  vulgaris,  cp.tkx^y  2,  176,  Luplnus 
pilofuSf  2,  102.    Lup,  angufiifolius  >  $f$jMf 

*ygio<;,  2,  i33.  .  Orobus  vernus,  wrrQuya'kos ,  4>  62. 
Column.  phytob.  p.  48. 1. 1 4.  Lathyrut  Aphaca, 
X)?,  2,  178,  Lai$.  Clymenum,  xXiy-tfvov,  4>  i3.  Cicer 
Lens,  (pxüoq,  2,  v«9»  Cic.  arietinum,  if>eßiv$os9  2, 
126.  Ervum  Ervilia,  QQcßos,  2,  1  3 1  •  Coronilla  Secu- 
ridaca>  jj&uVapov,  .3,  146«  Ornilhopus  compreffus, 
HotTwxytty),  4>  »34*  Hedyfarum  Onobrychis,  oV/fyu- 
5C^>  3,  17  a.  Indigofera  tinetoria ,  to  iv&mcv  /fo^ixcv, 
5»  107.  Vergl.  jB^ckmanns  Gefch.  der  Erf.  4>  475. 
Clycyrrhiza  glabra»  yXuxJp'p'i^x ,  3,  7.  Aßragalus 
Gtaux,  y\*Z%)  4>  i4J«  4/'r»  fefamoides,  crpotposilts 
/u/xpev,  4>  l53.  Afir.  arifiatus  VVilld.,  Tpavax«v$a, 
3,  23.  pugpiformis  Herit.,  xarava^HJ)  trtpg,  4> 

l54-  Aftr.  Poterium*  icorfyiov,  5,  17.  Vahl  fymb. 
i>  65.  •  Pforalea  bituminofa,  Tpf'$uXXov,  3,  120. 
MelHotus  meffanettfis  Willd. ,  ).«roV  W*QOS,  4>  m- 

italica,  (teXti-wrcs  iv  Kctyarxvt*  TTfpi  Nwkav,  fuj- 
A/jJuv  x«/  «tcvo?  >tÄTÄ  t>^  <V(*>^/av>  5,  4^«  MelU.  officio 
nali$  }  ^c/A&rr;$;,  xp*T*arq;  c  ätt/xc^  xpox/$a>v  xai  cv«** 


t 

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Die  Pflanzenkunde  unter  der  Römer fTerrfchaft.  $57 

Sift,  daf.  Trifolium  arvenfe,  Xxydirdvs,  4,  17.  *  Me» 
dicago  fätiva,  /uq&fxjj,  2,  177.  M*d.  arbörea,  xtmtr*?, 
4,  1 13.  Trigonella  elatior  Sibth;  fl.  graec.  t.  762.^ 
XttTo?  «*yp/i$  X^ukoc»  4*  1  «2»  Vielleicht  auch  des  Aga* 
tharchides  X»to$  «vSpo^jfx»;  (Diodor.  Sic.  3,  43.^,  deri 
er  in  Arabien  gefunden,  Lotus  ornuhopodioides ,  ko* 
gwarouc,  2,  i58. 

Hypericum  crifpum  Sibth.  fl.  graec.  t.  776. ,  J*ri* 
n/xov,  3,  171.  Ift  auf  den  Aeckern  Griechenland^ 
fehr  gemein.  //>yj.  perforaeum,  itmvqovy  3,  172, 
Beide,  fagt  D.,  werden  auch  dvlooqeciuw  genannt,  weil 
fie  gerieben  rothen  Saft  geben.  Hyp.  perfoliaturrt  L. 
(ciliatum  Lam.),  tivh$c$*tuov ,  3,  173.  //y/>.  Cö/ij^ 
Kopif>  3,  174.  Hyp<  hircinum  Sibth.  fl.  graec.  t.  773., 
«rprytev ,  <pifer«#  pfo  iv  Kp^r>j  povi) ,  4,  49.  Sibthorp 
fand  es  bey  Platania  auf  Kreta. 

Tragopogon  crocifolius,  rpciyoirtiyuv,  2, 1 73.  Son- 
chus  oleraceus,  fToyaos,  2,  159.     Apargia  tuberofa, 
xcv&piXX>#  «rapov  *ioof,  2,  161.    Chondrilla  ramojijfi* 
ma  Sibth.  fl.  graec.  t.  795.,  *ov&p<XX>j,  daf.    Lew  tue  a 
Scariolay  ügihuj;  dy^i'u,  2,  166.     Arnopogon  picroi- 
des,  iepaniov  p.iyct%  3,  72.  Scorzönera  elongata  Willd., 
hfiniGV  UMpGVy  3,73.    Cichorium  Intybus  y  espis  oiypix 
■S-gihctituhBGTsoX)  2,  160.    Cich.  Endivia,  cegi^  fcjj7r£UT>) 
CTfvoifüXXo?,  daf.    Scolymus  hifpanicus ,  raotapo;,  3, 
1 6.    Die  junge  Pflanze  werde  als  Kohl  gegeffen :  die 
Wurzel  wirke  auf  den  Urin ,  und  vertrpibe  den  öbeln 
Geruch  der  Ausdünftung.    So  fagt  Clufins  {rar.  fiirp. 
perHifpan.  hiß.  p.  44&«)  >  die-  junge  Pflanze  werde  bey 
Salamanca  häutig  gegeffen.    Vergl.  Schneider  zum 
Columella  p.  629.  53o.    Arctium  Lappa,  «£k«cv,  4, 
107.      Carduus  argentatus ,   anxv&x  XeiuoJ,   3,  14. 
Card,  temußorusy  Kiptriov,  4>  11 9.    Cartf.  marianus^ 
tjtlvßov*  4,  169.    C/iictt*  fyriacusy  £kw$x  «Yp/a,  3, 
120.    Cn.Acarna,  3»  *2.     Cn.  firllatusi 

iirnitpiucro*,  4»  *65.    Onopordon  Acanthium,  a*iv$ioyt 


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45»'         Cweytes  Buch.    Drittes  Kapitel, 


3,  18.    Oii.  arabicum*  «k«v£<ji  «paySmgV  3,  i5*  jföaA 
Ha  gummifera  Willd.,  Sibth.  fl.  graec.  t.  838.,  %ap«f- 
Xiuv  Xwnof,  3,  1  o.     Carthamus  corymbofut ,  xa^uxj- 
^6ä»v  piX*?,  3,  11.    CarM.  leucocaulos  Sibth,  fl.  graec. 
t.  842.,  «rß«KruXiff,  3,  107.    Stäheliaa  Chamaepeuce, 
ftafAxiTTsCitn ,  4»  127.    Alpin,  exot.  p.  76.   Sibth,  fl. 
graec.  t.  847.    Chryfocoma  hinoJyris%  XpuroKcjuq*  4> 
55.    Cacalia  verbafcifolia  Sibth.  fl.  graec.  t.  848, ,  na- 
icatXj*,  4,  123.    Santolina  maritima  Sibth.  fl.  graec, 
t.  849.,  yv*<P*kicv,  3,  i32*    Saat.  Chamaecypariffids, 
ißqorovcv  $SJXu,  $xy,vos  fevbQouhqq,  3,  29.  Artemifia 
Abrotanum*  aßporovo*  £fä$v,  3,  29.    Art.  corymbofa 
Lam.  (camforata  Vill.  Willd.),  a^h&to»  o-ävtowov,  >*v- 
vdfjuvov  iv  rjp  kät*  tä?  "AX.7T«i$  Toikctriat.  ffXeärroy,  3,  28; 
Die  Santooes  wohnten  weftlicb  den  Cevennen  und 
den  Gebirgen  von  Auvergne.  Hier  wächft  die  angege- 
bene Pflanze.  Deutlich  fagt  auch  PJinius  (27.  f.  28.): 
»  Santonicum  appelJatur  a  Galliae  civitate.    Es  ift  aJfo 
2u  verwundern,  wie  man  tbeils  auf  eine  im  platten 
Lande  allgemeine  Art  (ArtemiGa  pontica),  wie  Lobe- 
]ius  und  RuelJius  thaten,   theils  auf  eine  ßbirifche 
Pflanze  (Art.  fantonica) ,  wie  Linne,  fchliefsen  konn- 
te. Beide  haben  auch  nicht  die  Aehnlichkeit  mit  dem 
gewöhnlichen  Wermuth ,  die  doch  Diofkorides  an» 
giebt.    Galen  unterfcheHet  nicht  allein  das  irovriHov 
hinlänglich  von  dem  o-ftvrowxcv ,  fondern  er  bleibt  be- 
ftändig  bey  diefem  Namen  {facult.  fimpl  5.  p.  69J; 
daher  ift  es  um  fo  mehr  zu  verwumlero,  wie  Anguil- 
lara,  Lobelius  und  Andere  für  cävtowcv,  capSoJv/ov  Je- 
fen  wollten.    Art.  arbore/cens ,  apTSfAuri*  iv  irotQxSx- 
Xaurcfac  rwrcif,  likarürtQ*  i%ouv»  rx  (ptäka,  3,  127. 
Sie  wächft,  nach  Sibtbot-p,  überall  am  Strände.  Art. 
pontica  t  dfrsptw*  Xeirrorsgx  i%t\i<rx  T*  <ßvXX*,  da  f. 
Art,  fpicata  Jacqu. ,  dorsfAKria  ^uövoxX«vo<,  daf.  Wächft 
auch  auf  den  griechifchen  Gebirgen.    Art.  campe ftris, 
itT9t***(*  >*irro<p vttc*,  3,  1 28.  Art.  Abfinthium,  «tywV 


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t 

Die  PflÄBxenkunde  unter  der  Börner  Herrfchaft«  159 

-Swv,  3,  26.  Ars.mariHma9  AI™*** "Aääwiw*  «n- 
y*S  &  hä4  tffpi^iw  x*lW<ri,  3,  27.  Sibihorp  fand  die 
Pflanze  vorzüglich  häufig  an  den.  Ufern  des  Bofporus. 
Gnaphalium  fanguincum,  ßix%*Qi$>  3, 5 1 .  Man  fieht, 
dafs  Diofkorides  die  cilioiCchan  und  lyrifchmn  Pflanzen 
eben  fo  gut  kannte,  wo  nicht  beffer»  als  die  griechi» 
fchen }  itaJifchen  und .  gallifchen :  denn .  diefe  Pflanze 
wächft  in  Syrien,  wo  fie  Rauwolf  (Reife,  1,  285.)  ge» 
funden.  '  Auch  Ruffel  giebt  fie  um  A>ppo  (Naturg. 

Aleppo,  i,  195.)  an.  Gnaphalium  ßioechas,  Ski* 
Xputfüv,  4>  57.  Micropus  erectus,  kgovroirlhw,  4>  *3i, 
Erigeron  vifcofus ,  xovu£* /u«7&jj,  5,  i36.  Erigeron 
graveolens,  xovuy*  putpa,  daf.  Inula  britannica,  rpi* 
tov  «foa*  xovi#j*«v  ^ipuoooi< »  daf.  J/i.  Helenium,  Ski* 
wöv,  1,  27.  Doronicum  Pardalianches  oder  Jcorpwides 
Willd,,  uKovirov,  cl  hi  irxQhx\t»yx*$*  oi  H<ü(iu4Qevt 
ei  ee  -^>jXü$cyöv>  0/  &i  u-vohtovov  ,  o?  ofi  •9jjpo(j)»vöv.  (ßuXXai 

*Yöu  ovp «t  frikßoutrK  <*\xß*<rTQ0B&£s9  4>  77»  Vergl.  Do- 
don.  hift.  p.  437.  Sibthorp  fand  D.  Pardalianches 
am  Fufs  des  Parnafs  und  des  bithynifchen  Olymp,  auch 
auf  den  lakonifchen  Bergen«  Tufßlago  Farfara,  ßt- 
Xjov,  3,  126.  Tuff'.  Petoßtes,  irsTc-vIrn ,  4,  108. 
Senecio  vulgaris,  qQiye$w>  4,. 97.  After  Amellus, 
dffTrß  acTTiKCf ,  4>  120.  Anthemis  Pyrethrum,  Trup«- 
3,  86.  Anth.  chia,  tinctoria  und  rofea  Sihtb. 
fl.  graee.  t.  887. ,  «VS-fi'/^&o;  Jty  rpia ,  ay£«<r/  /uo'y©y 

H€SVT04  Xi)x\OTSQ£s  XeUKX  jJ  /U)jX/VA  ^  TTÖpC^Uß«,    3,  1 54* 

Anth.  difcoidea >  ßo»(föcik[Aov  »  3,  i56.  Chrysanthe* 
mum  corvnarium ,  ^u$«y9^oy ,  4»  58.  Achillea  Age* 
ratum ,  dy^otrcv,  4,  59.  Ach.  tomentofa, 
«y*9^  X£U<r/<fovT«,  4>  36,  ifc/i.  ligufiica  All,  oder  magna, 
uyj/Xzi*)  «v-Stj  Xsuxa,  daf.  ilcÄ.  Ptarmicay  irrccpfjuKq, 
2,  ig a.    Tagetes  patula,  jy  tj  x«r  AiyyTrrov 

»  « 


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«i6o  -fcwaytts  Buch«    Drittes  Kapitel.       *  ? 

<y!$f«p  ö^toxo**,  oXi7o$uXXä'  avSoc  oe  (peoei 

pcpcwvov,  ttX^tu^u^ov,  2,  21 3.  Ce/?i.  Crocodiiium, 
MQOKohcikiov,  3,  1 2«  Aufcuillara,  p.  1 4 1 bezeugt,  dafe 
dies  ganze  Kapitel  aus,  dem  Kratevas  genommen 
worden  :  •  -  >' 

Orchis  pyramidalis ,  v%Xt$  »  hwc<;oqx^  >  o ,  1 4  *  • 
Orcfu  Moria ,  o^X'S  «topos,  6V  cffoiSvÄ«  x*XeUdr/v,  3, 
142.  Serapias  Lingua >  \oyx*Tis ,  3,  lbi.  Cefalpini 
(io,  21.)  fand  die  Pflanze  zuerft  auf  den  tofeanifchen 
Bergen,  und  beftimmte  fie.  Auch  Fab.  Columna  bat 
fie  als  Orchis  macropbylla  (eephr.  1.  p#  322.)  befchrie* 
ben  und  abgebildet.  Die  Befchreibung  im  D.  ift  eine 
der  genaueften.  Neottia  fpiralis»  eictir**T)$  jj  AXf- 
ßogbq,  4>  lo9*  Arifiolochia  longa,  *Q§cToXeyJ*  /ua- 
xpa»  3,6,  Arift*  \rotunda,  *0/o*r.  orooyyiÄjj,  da  f. 
Ar  ift.  Clematitis ,  d^icrdkoy^lx  vCkqyxtTiTis ,  da  f.  An« 
guillara,  p.  193.,  bemerkt  febr  gut,  dbfs  ftatt  ati'faov 
/uxpoV,  mit  deffen  Blättern  diefe  verglichen  werden, 
Äcaoov  gelefen  werden  raüffe.      Cytinus  Hypociftis, 

Lemna  minor ,  (fxxoq  0  *V#  r<wv  reXporw,  4)  S8. 
Typha  lasifolia%  tu$j),  3,  i33.  Urtica  urens,  dxet- 
Xü^jj  TfÄXWTf'fÄ>  4>  94-  «"fy  Theoer.  id.  7,  110. 
Vergl.  Schneider  ind.  ad  feript.  rer.  ruft.  v.  Urtica. 
Urt.  dioica>  iriaa,  Xs7rroc7re^uo^  darf.  Xanthium  ftrw 
marium,  £«v*9-joy,  4>  »3**»  Ambrofia  maritima ,  «^u- 
ßqocrix,  ot  juiv  jSorpuc,  0/  St  ßorpus  d^rsfAiciot.  Sauvicko^ 
iffrsv  TQt<nri$cc[jLcq  ro  in^os,  v6ku*k*hoq%  fyuXX»  *X«V  9r«- 
pi  tjjv  ixßoXqv  toZ  xäuXou  /uixpa  tos  anj V«vcu ,  t«  x«u- 
Xia  TrcoiirXsa  o*T«0uarjW,  io/xoVwv  por^v&joi?  f*9$eiroT8 
av&ouov,  rjf  00707  o/Wbgc*  xaTa9rX€X€T*i  &6  KATTraBoiu* 
to*%  crsCpdvciq,  3,  129.  Sehr  richtig  hat  Lobe  litis  ic. 
766.  die  Pflanze  abgebildet.  Es  ift  ganz  ohne  Grund, 
wenn  Ketzin«  f^or'  ^r6^  P-  l^  )  e*nc  wohlrie- 
chende Art  von  Artemiüa  verbanden  wiffen  will«  Afy- 


#  1 

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p 

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Die  Pflanzenkunde  unter  der  Körner  Herrfchaft.  i6r 

riophyllum  fpicatum,  [MQiotyvWov,  4>  1 15.  Thetygonum 
Cynocrambe,  KvvoxQxfJißir),  4>  1 92«  Potrrium  fpinofum, 
m-oiß^y  4t  12*  Honor.  Bell,  zum  Cluf.  hift.  2,  3o8. 
Ar  um  Dracunculus ,  fy**ovTicv,  2,  196.  ifr.  italicum, 
apov,  2,  197.  Arifarunu  elpfoxpov,  2,  198.  gü<»r- 

cu5  cocc\fera9  kokkcs  i3x(pi>iv]'  ytveTXihe  q  iv  K/X/x/<x  iv 
Tai"?  ^utr/v ,  GfAOtws  KoxKict,  (juxq& ,  4>  4$»  Cfoton  tin* 
-Ctorius,  viktoTQQmov  /uinpov,  4>  l94-  Vergl.  Cluf.  hift. 
2,47»  Ru  inus  communis  >  xqotwv,  4,  i  63.  Momor- 
dica  Blaterium,  iXarr^iov  t  4>  *54»  Bryonia  dioica, 
iuits\o$  Xcuh)},  4>  l^4*  Br.alba,  äfX7rsA&$  peXtctvx,  4, 
i85.  Cucumis  fativus,  xoXoxuv&j) ,  2,  162.  G/c. 
prophetarum ,  hoXckuvS^,  4»  178.  Chc.  Afe/o,  it/h^ 
ipsQOS,  2,  i63.    Cucurbita  Pepo  9  iriicw,  2,  164. 

Cannabis  fativa,  xawajSi?,  3,  i65.  Pifiacia  Len- 
tifcus,  oyjhofi  1,89.  Piß.  Terebinthus ,  riqpLiy^ou 
1,91.  Piß.vera9rti<tr£xix9  1,177.  Smüax  afppra9 
cfiika^  TQCtX*'"  >  4  1 44-  Tami/x  communis ,  ipirs'koe 
ayp'u,  4,  1 83.  Mercurialis  annpa,  kvcfaim;,  4,  191. 
Juni  per us  Sabina,  ßQx&uq,  1,  104.  Oxycedrus, 
xifyo?,  i>  *o5.  Taxus  baccata ,  ff/fauX*|,  4,  80.  Iul. 
Caef.  de  bell.  gall.  6,  3i.  Cativolcus,  rex  dimidiae 
partis  Eburonum,  aetate~iam  confectus,  taxo,  cuius 
magna  in  Gallia  Germaniaque  eftcopia,  fe  exanima* 
vit.  Vergl.  Nocca  iliuftr.  plant,  in  Iul.  Caef.  Com» 
ment.  Ticin.  1812.  Myrißica  mofiliata  giebt  Hie 
Frücht,  deren  Schaale  /ua**p  1,  110.  vorkommt.  Äw- 
fcu*  Hypogloffum,  liriroy'haccov ,  4t  l^2.  Äw/c-,  acm- 
leatus,  {jLvpcivY)  dyqix9  4>  i4^.  Rufe.  HypophyUum, 
hxtpvi*  akf%änhgetx ,  4>  *47-  Rufe»  racerfiofus,  yjxpxi- 
Ixfvq,  4,  149. 

Atriplfix  Halimus ,  £k$pw,  1,  120.  Atr.  horten- 
fis9  irqx(px^q9  2,  i45.  Es  heifst  auch  x^ucokx^jxvov 
Ariftoph.  equit.  627.,  wo  die  fchnelle  Verbreitung 
der  Lügen  mit  dem  üppigen  Wachsthum  diefer  Pflan- 
ze verglichen  wird.  Acacia  vera9  i*avux9  i,  i33. 
Geich,  d.  Bouüik.   1.  B.  1 1 


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i6a  ZweytesBucIu   Drittes  Kapitel; 

■ 

Ac.  Catechu,  Xukiov  ivhaovy  U  $xpvo\>  r^q  "ksyopivtf 
Xoy%iTihos'  ccti  ^  fftp;  «xav^ij;,  i,  i32. 

Equifitum  ßuviacile,  iinroVQt$,  4>  4&  «ß/i/.  /i- 
mofum,  iirirouQts  ireg«,  4>  47«  Marfilea  quadrij olia, 
vielleicht  in-ipiW,  4^  19»  Polypodium  vulgare,  iro- 
XiiTrcbicV)  4i  Polyp.  Dryopteris,  h^DOTregiq >  4» 

189.  Grammitis  Ceterach,  acTrXjjvov,  <tt:>.);v/ov,  5,  i5i. 
Ajpidium  Lonchitls  y  \oy%tTis  ireQOi,  3,  162.  Afp.  Fi» 
lix  mas,  TrWpi?,  4>  186-  Athyrium  Filix  femina* 
$r)wTTThqU)  4>  i^7«  Scoloperidrium  Hemionitis ,  f,(juo- 
vTrtq,  3,  i52.  Afpl.  Triclwmanesy  Tp/^uav^,  4,  1.7. 
Scoiopendrium  officinale,  (pvXkiTiq,  5,  121.  Adian- 
tum  Capillus,  «Swtvrov,  4>  l36.  Peltidea  canina,  \si~ 
%)}v,  4>  53.  Parmelia  iubata ,  /S^uov  *i&p/vcv,  l,  20. 
Fwcmj  aculeatus,  ßqiw  rp/%£&£;  -S-aXacrciov,  4»  99»  «f"^- 
cartilaginpus ,  jSpuov  xp>jTixov,  4>  *°o.  Fuc.  fangui» 
neus,  i>7t^uj}K£;  x«i  (pcivt<r<rw9  daf.  JRuc.  faccharinus, 
irXotTv  (pyxc$,  daf.    Boletus  Laricis,  ayolptHos,  3,  1. 

Zu  den  Pfianzenthieren  gehören:  Alcyonium 
cotoneum  PalL,  aXxucwov  tt^utttov,  5,  i36.  Tubulä- 
rem Acetabulum ,  Cavol.  Pflanzenth.  des  Mittelm.  t.  9, 
f.  14.,  avSpcfraj«?,  3,  i5o.  Matthiolus  (comm.  ed. 
Valgrif.  i56o.  p.  4^2.)  nat  zuerft  eine  richtige  Abbil- 
dung gegeben* 


Plinius. 

Wenn  Diofkorides  Anfehn  im  Mittelalter  grofs 
war,  fo  fetzte  man  unbedingtes  Vertrauen  in  die  En- 
cyklopädie  des  Alterthums ,  die  der  ältere  PJinius 
aus  allen  auf  feine  Zeit  gekommenen  Werken  des  AI» 
terthums  zufammenfgtzte.  Seine  Herrfchaft  über  die 
Schulen  war  um  fo  unerfchütterlicher,  je  mehr  er 
durch  Sprache  und  abergläubi»e  Denkart  mit  dem 
Zeitalter  der  Finfternifs  und  Unwiflenheit  überein- 
ftimmte.    Und  wenn  wir  noch  jetzt  fein  Verdienft, 


« 


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Die  Pflanzenkunde  unter  der  Römer  Herrfchaft.  163 

als  das  Verdienft  eines  Sammlers  alles  Wiffenswürdi- 
gen  aus  der  Vorwelt  fchätzeo,  fo  müffen  wir  zugleich 
beJauern,  dafs  Mangel  an  Sachkenntnifs  und  unbe- 
fangenein Unheil  eben  fo  fehr  als  die  Flüchtigkeit, 
womit  er  gearbeitet,  ihn  verhinderten,  ein  klafufches 
Normal  werk  7u  liefern,  welches  man  als  fichern  Führer 
in  derKenntnifs  des  Alterthums  anfehn , könnte. 

Caius  Plinius  Secundus<>  der  ältere  zugenannt, 
ward  zu  Verona  unter  der  Regierung  des  Tiberius, 
im  Jahr  23  unferer  Zeitrechnung,  geboren.  Sein 
Vater  hiefs  Celer,  feine  Mutter  Marcella.  Er  nahm 
unter  Claudius  KriegsJienfte  im  römifchen  Heer,  weU 
ches  damals  unter  Corbulo  gegen  die  Chaucer  und 
Friefen  am  Rhein  und  an  der  Maafs  ftand.  (Tacic. 
ann.  11,  18.  f.)  Als  Nero  zur  Re^ierun^  kam,  ward 
Plinius  Augur,  und  unter  Vefpafian  Procurator  in 
Hifpanien,  endlich  Anführer  der  Flotte,  die  am  nii- 
fenifchen  Vorgebirge  kreuzte.  Sein  öffentliches  und 
thätiges  Leben,  feine  Feldzüge  und  Reifen  hinderten 
ihn  nicht,  Geh  einen  felteuen  Schatz  von  Kenntnifien 
aller  Art  durch  Lefen  und  Studium  zu  erwerben.  Die- 
fem  unaufhörlichen  Lefen  und  A uffch reiben  des  Ge- 
lefenen  hing  er  fo  fehr  nach ,  dafs  er  im  Winter  vor 
Tage,  und  felbft  auf  Reifen  in  der  Sänfte  zu  lefen 
und  feinem  Schreiber  zu  dictiren  pflegte,  der  oft  die 
Hände  vor  dem  Erftarren  durch  Handfchuhe  fchützen 
mufste.  (Plin.  iun.  epift*  3,  5.) 

Daher  kam  es  nun  freylich,  dafs  er  die  Werke 
der  Alten  oft  falfch  verftand,  flüchtig  üb^rfetzte. 
Vielleicht  hörte  der  Schreiber  auch  manches  unrecht. 
Wenn  z.B.  Diofkorides  die  Blätter  des  Süfshojzes  fehr 
richtig  mit  den  Blättern  des  Maftixbaums  Wxjvqs)  ver- 
gleicht, fo  las  Plinius  iyjvc^  und  dictirte :  foiiis  echi- 
natis  (22,  9.).  Wenn  Theophraft  fagte  (  hift.  4>  6.); 
Die  Platanen  wachfen  am  adriatifchen  Meer  gar  nicht, 
ausgenommen  um  den  Tempel  des  Diomedes,  feiten 


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164  Zweytes  Buch.    Drittes  Kapitel« 

(ertxvt'xv)  find  fie  in  ganz  Italien;  fo  lieft  man  beym 
Flinius  (12,  1.):  et  alias  (platanos)  fuiffe  in  Italia, 
ac  nominatim  Hifpania,  apud  auctores  invenitur. 
Wenn  derfelbe  dem  KwcqßotTo;  ein  (pCXkcv  cüyvtale^  giebt, 
(bift.  3,  16.)»  fo  fcheint  Plinius  ixv«&*$  verftanden  zu 
haben  und  überfetzt  (24,  f.  740 :  folium  habet  veftigio 
hominis  fimile.  In  der  ßefchreibung  des  Epheus  ift 
vom  Ciftus  die  Rede,  weil  tf/co-c;  und  x/Wo^verwech- 
felt  werden  (16,  54.)-  Vom  warn  flankt i*  hatte 
Theophraft  gefagt,  dafs  feine  Blätter  dem  oTpovSr/ey 
ähnlich  feyn  p  Plinius  fetzt  dafür:  Aphron,  foliis  (fi 
procul  intuearis)  fpeciem  paffer  um  praebentibus  (20. 

f-  79-)- 

Der  mit  öffentlichen  Gefchaften  überhäufte  und 
unaufhörlich  lefende  Gelehrte  fand  natürlich  wenig 
Mufse,  die  Natur  felbft  zu  beobachten.    Zwar  ver- 
fichert  er,  die  meiften  Pflanzen  in  dem  Garten  eines 
Antonius  Caftor  gefehn  zu  haben,  der  in  diefem  Fa- 
che grofses  Anfehn  befeffen  und  ohne  Krankheit  und 
Geiftesfch wache  über  hundert  Jahr  alt  geworden 
(25,  f.  55.)-    Derfelbe  Caftor,  ein  geborner  Grieche 
und  Schwiegerfohn  des  Königs  Dejotarus,  den  Cice- 
ro vertheidigte,  fcheint  auch  über  die  Pflanzen  ge- 
fchrieben  zu  haben  (20,  f.  66.).    Allein  die  Anficht, 
die  fich  Plinius  in  Caftors  Garten  von  Pflanzen  ver- 
fchafft,  war  doch  zu  oberflächlich,  um  ihn  vor  Irr-  * 
thümern  zu  bewahren.    Er  wufste  nicht,  ob  Ligu- 
ftrum  und  der  Cyprus  der  Morgenländer  einerley 
oder  verfchiedene  Pflanzen  feyn  (24,  f.  45.).    Er  ver- 
wechfelte  fogar  das  gemeine Millefolium  mit  demMy- 
riophyllum  der  Gewäffer  (24,  f.  95.).    Von  dem  in 
Italien  gemeinen  orpou-Syev  der  Griechen  hatte  er  gar 
keine  Kenntnifs,  wenn  er  ihm  den  Saamen  abfpricht 
und  es  für  ein  dorniges  Gewächs  mit  wolligem  Sten- 
gel ausgiebt,  vermuthlich  weil  Columella  es  radix  Ja» 
naria  genannt  hatte  (19,  f.  18.),  Boccone  giebt  {muß 


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Die  Pflanzenkunde  unter  der  Kömer  Herrfchaft.  165 

i,  172.)  eine  fehr  gezwungene  und  unzureichende  Er- 
klärung, um  den  Plinius  zu  vertheidigen.  Dem 
Reifs  wird  fäJfchlich  eine  purpurrothe  BJüthe  zuge- 
fchrieben  (18,  f.  i3.).  Vom  Lotusbaum  wird  fälfch- 
lich  Faha  graeca  als  Synonym  angeführt  (16,  f.  53.). 
Die  indifche  Gaflia  wird  mit  der  römifchen  cafia 
(Daphne  Gneorum)  verwechfelt;  an  den  Gränzen  des 
Reichs,  die  der  Rhein  befpüle,  werde  jene  für  die 
Bienen  angepflanzt  (12,  f.  43.  i6?  f.  59.). 

Plinius  Tod  ift  berühmt.  Er  fand  ihn  beym 
grofsen  Ausbruch  des  Vefuv  im  Jahr  79 ,  als  er  nach 
Pomponianum  ging,  um  äie  furchtbare  Erfcheinung 
in  der  Nähe  zu  beobachten. 

Sein  Werk  fahrt  den  Titel:  Naturalis  hiftoria. 
Die  beften  Ausgaben  find  von  Bellocirius  Donefius 
i532  zu  Paris,  von  Dalechamp  1687  zu  Lyon,  und 
von  Harduin  1723  zu  Paris  beforgt  worden.  Von 
der  letztern  Ausgabe  haben  wir  einen  Nachdruck  in 
Octav,  den  Franz  in  Leipzig  1778  -—1791  ver« 
anftaltete. 

Es  ift  fehr  fchwer ,  mit  Beftiromtheit  die  Berei- 
cherungen der  Pflanzenkenntnifs  durch  Plinius  anzu- 
geben, da  viele  aus  den  Vorgängern  entlehnte  Namen 
und  Befchreibungen  verändert  oder  verfaJfcht  bey 
ihm  vorkommen,  und  da  manche  eigene  Beyträge 
von  ihm  fchwankend ,  wie  es  der  Mangel  eigenerAn- 
ficht  mit  nch  brachte,  angegeben  werden.  Indeffen 
wollen  wir  aus  der  grofsen  Zahl  gemachter  Bemer- 
kungen Einiges  ausheben. 

Valeriana  cretica  ift  nardum  gallicum,  12,  f.  26., 
wie  fie  auch  beymCelfus  (5,  23.)  unter  demfelben  Na- 
men vorkommt.  Valeriana  tuberofa  ift  nardum  cre- 
ticum,  daf. :  denn  jene  Pflanze  wächft  häufig  auf  den 
Gebirgen  Kreta's.  Aber  Plinius  verwechfelt  fie  mit 
Val.  Diofcoridis.  Eriophorum  angufiifolium  giebt  die 
Wolle,  aus  welcher  orchomenifcher  Flachs,  a  paluftri 


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l66  Zweytes  Buch«    Drittes  Kapitel; 

velut  arundine,  duntaxat  panicula  eiqs,  bereitet  wur- 
de,  19,  2.    Stipa  tenaciffima  wird  unter  dem  Namen 
/partum  fehr  gut  befchrieben,  19,  7.     Panicum  m£- 
Hachum  und  italicum  werden  woUJ  unterfcbieden,  18, 
f.  25.  2^.     Srcale  cereale,   der  Rocken  wird  zuerft 
von  ihm  unter  dem  Namen  fecale  erwähnt,  18,  f.  4o. 
Er  werde  h#?y  Turin  APia  genannt,  vielleicht  weil  er 
aus  TtiU.'ien,  wo  er  wild  wächft ,  über  Marfeille  ein- 
geführt worden.     Es  fey  ein  fchwarzes,  fchlechtes 
Getreide,  welches  in  jedem  Boden  wachfe.  Panicum 
Dactylon  ift  die  Canaria ,  dje  die  Hunde  freffen ,  um 
fich  zum  Brechen  zu  reizen,  25,  f.  5i.  Anguillara 
(p.  190.)  bemerkt,  dafs  auf  Chios  das  Gras  axwünft 
heifse.    Daffelbe  kommt  unter  dem  Namen  dactylon 
24,  f-  »19.  vor.      Panicum  vertirillatum  ift  miliar ia 
22,  f.  78.      Hordeum  murinum  ift  holcus  27,  f.  63. 
Anguillara  p.  210.     Arundo  Ampelodefmos  Cyrill,  ift 
x  ampelodrfmon  17,  23. 

Dipfacus  püofus  ift  grallidragaXenocratis,  27,  f.  62. 
üalium  Apariney  philanthropos,  24,  f.  116.  Plantago 
maior,  heptapleuron ,  25,  f.  39.  vcXijvsuqov  Diofc. 
noth.  44  ">.  Scribon  Larg.  121.  Parietaria  officinalis*, 
perdicium  f.  parthenium,  herba  urceolaris,  22,  X.  20. 
Scribon.  Larg.  39.  Vitrago  Plin.  Valer.  2,18.  Hex 
Aquifolium  wird  unter  den  Eichen  mit  aufgeführt,  iG, 
f.  8.  Auch  A^rifolia,  24,  f.  72.  Potamogeton  ma- 
rinus  oder  pußllus,  die  Art,  welche  Ca ftor  kannte, 
a6,  f.  53. 

Myosotis  Lapnulay  25,  f.  Eft  alia  fimilis  cy- 
noglofio,  quae  fert  Jappas  minutas.  Pulmonaria  of- 
JicinaliS)  Coufiiigo,  20,  f.  48»  RueJI.  nat.  ftirp.  2, 
44^-  Afpprugo  procumbens,  afperugo,  26,  f.  65. 
Primulo  vulgaris,  do  lecatheon,  25,  f.  9.  Lobel.  obf. 
3i7.  Azalea  pnntica  ift  da*  aegolethron,  21,  f.  44-» 
im  Pontus,  durch  defien  Blumen  der  Honig  giftig  wird. 
Tournefort  mcm.  de  Paris,  1704.  p.  35 1.  Gleditfch 


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Die  Pflanzenkunde  unter  der  Römer  Herrfchaft.  167 

mem.  de  Berlin,  17^9.  p.  48.  Docl)  verwechfelt 
diefer  die  Pflanze  mit  Erigeron  vifcofus.  Convolvulus 
Cantabrica,  cantabrica,  25,  f.  55.  Cluf,  hift.  2,49. 
Hyoscyamus  albus,  Apollinaris,  apud  Arabes  altercmn, 
25,  f.  17.  Scribon.  Larg.  90.  Capßcum  annuumy  ver» 
muthlich  piperitis,  quam  et  filiquaftrum  appellavimus, 
20,  f.  66.  Auch  wohl  piperis  arhor  in  Italia,  16,  f. 
59.  Rhamnus  Alaternus,  alaterntis,  16,  f.  45.  Rha» 
mnus  infectorius ,  calabrix,  fpina  filveftris,  17,  f.  14. 
Chenopodium  Scoparia ,  fcopa  regia,  21,  f.  i5.  itffri« 
p/«r  hortenfis,  chryfolachanum ,  27,  f.  43.  Samolus 
Valerandi,  famolus  Druidarum  Gallorum,  24,  f.  63, 
Plumbago  europaea,  molybdaena,  id  eft,  plumbago 
foliis  Japathi,  25,  f.  97.  Th&fium  Linophyllum ,  thc* 
Dum,  22^  f.  5i.  Celoßa  criftata,  amarantus  fpica 
purpurea,  21,  f.  23.  Ribes  nigrum  ift  cynosbatos 
(24,  f.  74.);  aber  verkehrt  ift  die  Anwendung  der 
Theophraftifchen  Beschreibung  des  xvvos/3otTo$  auf  die« 
fes  Gewächs.  Bupleurum  longifolium  ift  vielleicht  bu- 
pleuron ,  22,  f.  35.  Ein  Küchengewächs  bey  den  Al- 
ten, welches,  wie  manches  andere,  aufser  Gebrauch 
gekommen.  Scandix  Pecien,  veneris  pecten ,  24,  f. 
1  14.  Cnidium  Silaus ,  filaus,  26,  f.  56.  Rhus  Coti^ 
nus,  cotinus,  16,  f.  5o.,  coccygia,  i3,  f,  4i.  Vi- 
humum  Tinus ,  tinus,  i5,f.  39.  Staphylea  pinnata, 
ftaphylodendron,  16,  f.  27.  Armeria  vulgaris,  fta« 
tice ,  26,  f.  33. 

Lilium  chalcedonicum ,  purpurea  lilia,  21,  f.  12. 
Convallaria  bifolia,  cyclaminos  tertia,  2^,  f.  69.  Ber- 
beris  vulgaris ,  fpina  eft  appendix  appellata ,  24,^70. 
Luzula  maxima  Decand.,  combretum,  21,  f.  16.  An- 
guillara  p.  179.  Acer  Pfpudoplatanus,  acer  album: 
Ac.  platanoides  crifpum,  alterum  genus  crifpo  macit- 
Jarum  cliscurfu:  Ac.  campefire,  acer  campeftre:  Ac. 
Opalus,  montanum  crifpius,  t6,  f.  26.    Dagegen  wird 

£>7<x  der  Griechen  mit  Unrecht  zum  carpinus  gezo- 

> 

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168  Zweytes  Buch.    Drittes  Kapitel. 

»  . 

gen.      Polygonwn    Convofoulus,    centunculus,  24, 
f.  88. 

Hyperanthera  Moringa,  myrobalanus,  12,  f.  46. 
Caefalpinia  pulcherrima ,  nyctegretum,  nach  dem  De- 
mokritus,  21,  f.  36.  Saponaria  Zaccaria,  condur- 
dum,  26,  f.  i4*  Cucubalus  baccifer  >  cuculus,  27, 
f.  44-  Oxalls  firicsa,  oxys,  27,  f.  89.  Lobe],  ad- 
verf.  38 1.  Lychnis  fylvefiris ,  malundrum,  26,  f.  24« 
Cluf.  hift.  1 ,  394. 

Re/eda  alba,  refeda,  morbos  refeda,  27,  f.  106. 
Unter  den  Kirfchen  war  die,  welche  wir  jetzt  unter 
dem  Namen  der  oftheimer  kennen ,  damals  die  mace- 
donifche;  die  rheinifcbe  kommt  fchon  unter  diefem 
Namen  vor;  fo  auch  Prunus  Chamaecerafus  (i5,  f.3o.). 
Prunus  Mahaleb ,  vaccinia  Italiae  mancipiis  fata,  i6y 
f.  3i.  Pyrus  torminalis ,  quartum  genus  forborum 
torminale,  i5,  f.  2  3.  Unter  den  Hofen  führt  er  (21, 
f,  10.)  die  praeneftina  auf ,  welche  Clufius  für  die  R. 
provinciaüs  hält;  die  campana ,  welche  für  R.  alba 
gehalten  wird;  die  mileua  mit  brennend  rother  Blu-  ■» 
me,  unftreitig  R.  gaiiica;  die  trachinia,  R.  dama- 
fcena;  die  alabandica  vilior,  albican*ibus  foliis,  R. 
vülofa;  eine  viliffima ,  plurrmis  fed  minutifGmis,  fpi- 
neola,  welches  R»  fpinofiffima  ift.  Geum  rivale  fcheint 
das  petilium,  21,  f.  25.,  zu  feyn.  Geum  urbanum 
kommt,  26,  f.  2i.,  unter  diefem  Namen  vor.  Fra» 
garia  vefca,  die  Erdbeere,  wird  2  5,  f.  62.  mit  folgen- 
den Worten  angedeutet:  Quinquefolium  nulli  igno- 
tum  eft,  cum  etiam  fraga  gignendo  commendetur. 
Obgleich  Clufius  hift.  2,  107.  Potentilla  rupeftris  hie* 
her  zieht,  fo  ift  doch  die  Flüchtigkeit  offenbar,  wo- 
mit Plinius  den  Erdbeeren  fünf  Blätter  zufchreibt. 
Uebrigens  kommen  die  Erdbeeren  fchon  im  Ovid  vor, 
metam.  1,  104. 

Arbuteoi  fructut  montan  aque  fraga  legebant» 

Spiraea  Ulmaria  ift  die  gallifche  rhodora,  24,  f.  i  12. 


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Die  Pflanzenkunde  unter  der  Römer  Herrfchaft.  169 

Actaea  fpicata9  actaea,  27,  f.  26.  Ranunculw* 
Thora,  limeum,  27,  f.  76.  AnguiiJara,  p.  2iZ>. 
Ran.  polyanthemos ,  poJyanthemum ,  27,  f.  90. 

Teucrium  Scorodonia,  fcordium  alterius  generisi, 
25,  f.  27.  Lamium  maculatum,  leuce,  27,  f.  77. 
Caefalp.  11,  01.  Nepeta  Scordotis,  fcordotis  fem 
fcordion,  25,  f.  27.  Vitex  trifolia  ift  garyophylloo, 
1  2,  f.  i5.  Rumph.  amboin.  4>  P»  49-  5o.  Alectorolo* 
phus  Crifia  Galli  MB.,  alectorolopbus ,  quae  apud 
nos  crifta  dicitur,  27,  f.  23.  Euphraßa  Odontües* 
odontitis,  27,  f.  84. 

Ifatis  tinctoria ,  glaftum ,  21,  1 4  Dentaria  ew 
neaphylla,  enneapbyllon,  27,  f.  54-  Column.  ecpbr. 
1,  507. 

Ononis  Nanix,  natrix,  27,  f.  S3.  AnthyllU 
Barba  Iovis,  Iovis  barba,  16,  f.  3i.  Cytifus  Labur- 
num,  laburnum,  daf.  Hedyfarum  Alhagi,  vielleicht 
occhi  des  Onelikritus,  aus  denen  Honig  fliefse,  12, 
f.  18.    Melilotus  italicaf  oxythphyllon,  21,  f.  3o. 

'  Carduus  marianus,  leucographis  ,*  27,  f.  78. 
Cirfium  Erifiehales,  erifithales,  flore  luteo,  foliis 
acanthi,  26,  f.  85.  Gnaphalium  gallicum,  berba  im« 
pia,  24)  f.  n 3.  Cartafilago,  AnguiJJ.  p,  2o3.  Tuf* 
ßlago  Farfara,  charaaeleucen  apud  nos  farfarum  five 
farfagium  vocant,  24,  f.  85.  bechion,  26,  16.  Galen, 
facult.  fimpl.  8,  114.  6,78.  Bell/s  perennis,  bellis, 
26,  f.  i3.  Inula  Bubonium,  after,  ab  aliquis  bubo- 
nion  appellatur ,  27,  f.  19.  Centaurea  nigra ,  viel- 
leicht byofiris ,  27,  f.  64.  Calendula  officinalis  >  cal- 
tba,  21,  f.  i5. 

Artfiolochia  Piftolochia:  Eft  Ariftoloclra  quarti 
generis,  phiftolochia ,  25,  f.  54-  * 

Arum  Dracunculus »  italicum,  Arifarum  und  te- 
nuifolium  werden  25,  f.  92  —  94.  befchrieben.  Arum 
Colocafia,  welche  zu  Auguftus  Zeit  erft  in  Italien  be- 
kannt geworden,  verweehfelt  Plinius  21,  f.  5i.  mit 


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I 

l?o         *  Zwcytes  Bach.    Dritte«  Kapitel. 

dem  xJauo;  oder  dem  Nelumbium.  Vergl.  Schnei- 
der zum  Pallad.  3,  24.  i4«  Pfaus  fyheßris  ift  pina* 
fter,  16,  f.  17.  Aber  tibulus  daf. ,  den  Dalecbamp 
llift.  Jttgd.  1,  47.  für  1\  Mughas  nimmt,  ift  unbekannt, 
weil  es  heifst,  paene  fine  refina.  Pinus  Cembray  tae- 
da,  16,  f.  19.  Fagus  fyhatica,  fagus>  16,  f.  7-,  Ama- 
randts  ericolor,  gromphena,  ahernis  viridibtis  rofeis- 
<jue  per  caulem..foiiisv  26,  f.  23.  Ephedra  difiachya% 
pol^goni  quartum  gentis,  27,  f.  91.  Myrica  Gale, 
Jierba  fiJvWiris,  foiiis  myrti,  oauliculis  brevibus,  qaae 
tineas  pellit,  24>  f.  54«  Dodon.  p.  780.  Humulus 
lsupulusy  Jupus  falicrarius  ,  21,  f.  5o. 

Lycopodium  Selago,  felago  Druidarum,  24,  f.  62. 
Ophiogloffum  vulgatum,  ceratia  uno  folio,  26,  f.  34- 
Copferva  glomerata,  eonferva  pecuJiaris  alpinis  maxi- 
me  fluminibus ,  27 >  f»  4;5- 

Die  übrigen  alle  find  aus  Theopbraft,  Kratevas, 
Diofkoridcs  und  andern  Vorgangern  ausgezogen. 

*\ 

I 

Galen. 

Unfterblich  ift  Galens  Name  und  fein  Ruhm  in 
der  Gefchichte  der  Arzneykunde;  nicht  unbedeutend 
find  feine  Verdienfte  um  die  PfJanzenkenntnifs. 
Schon  feine  Erziehung  gewöhnte  ihn  früh  an  eigene 
Unterfuchung  der  Natur.  Denn  fein  Vater  Nikon, 
ein  angefehener  Baukünltlcr  zu  Pergamus,  liebte  den 
Ackerbau,  und  ftellte  Verfuche  über  die  vorgebliche 
Verwandlung  der  Getreide- Arten  in  Lolch  an.  Die» 
fer  wachfe  unter  dem  Weizen,  uiytkwjs  unter  der  Ger- 
fte,  der  a'pajcdc  unter  Linfen;  felbft  /usXauTrupov  ent- 
ftehe  durch  Ausartung  des  Weizens  (facult.  ßntpL 
1.  p.  3 10.). 

Die  Kenntnifs  der  Arzneypflanzen  erfchien  dem 
Galen  als  Jüngling  fchon  fo  wichtig,  dafs  er  den 
Grunclfatz  aufstellte:   man  müffe  diefe  Gewächfe  an 


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Die  Pflanzenkunde  unter  der  Roiner  HerrfcLaft.  tytf 

ihren  natürlichen  Standorten  auf  fachen,  beobachten 
und  fammeln  (anlidot.  1,  428.).  Diefen  Grundfatz 
befolgte  er,  indem  erKleinafien,  Aegypten,  Grie- 
chenland, Italien  und  felbft  Paläftina  durchreifete, 
om  überall  die  officinellen  Gewächfe  ,  und  in  dem 
letzten  Lande  vorzüglich  die  Balfamftaude  zu  beob- 
achten, weil  er  bemerkt  hatte,  dafs  der  Balfam  oft 
verfäJfcht  werde  (daf.  4'M.  433.). 

Zu  feiner  Zeit  unterhielten  die  rö milchen  Kaifer, 
Marc  Antonin  und  Marc  Aurel,  in  Kreta,  welches 
für  vorzüglich  reich  an  Arzneypflanzen  geachtet  wur- 
de, Botaniker  (ßoTxvtxovt;  «vBp«?),  welche  die  Kräu- 
ter und  Wurzeln  nach  Rom  fchicken  mufsten  (daf.) 
Bey  den  Aerzten  und  Apothekern  Uoms  galten  faff 
nur  die  Pflanzen  -  Arzneyen ,   welche  aus  Kreta  ka- 
men.   Diefem  Vorurtheil  widerfetzte  (ich  Galen,  in- 
dem er  zeigte ,  dafs  Italien  eben  fo  reich  an  kräftigen 
Arzneypflanzen  fey,  als  Kreta.    Dias  fuchte  er  durch 
das  Beyfpiel  des  Majorans  und  Marums  zu  beweifen 
Ä   (daf.  43i.).      Jeder  Salbenhändler  in  Rom,  fagt  er 
weiter,  kenne  die  Pflanzen  und  Frlchte  aus  Kreta, 
und  doch  wachfen  manche  in  den  Vorftädten  Roms, 
die  er  felbft  gefammelt  und  zu  Gegengiften  verarbei- 
tet habe,  als  xapciTnr'j;,  fca^aifyus,  &kifrirt9  ksvtwu- 
p<ov,  virsQtKov  und  k&iov.    Auch  fchwarze  Niefewttrz 
wachfe  in  Italien.    Alle  diefe  Arzneypflanzen  gera- 
then  vortrefflich,    wenn  der  Frühling  trocken  fey 
(daf.).  Cafia  werde  mitZimmt,  Galban  mit  Sagapenum, 
Myrrhe  mit  Opokalpafum  verwechfelt:   wer  diefe 
Dinge  feiten  fehe,  könne  fie  nicht  unterfcheiden;  es 
gehöre  beftändigeUebung  und  öfteres  Beobachten  da- 
zu, um  fie  auf  den  erften  Anblick  unterfcheiden  zu 
können  (daf.  432.).    Es  fey  ein  Vorurtheil,  wenn 
man  die  wohlriechende  Iris  aus  Libyen  nach  Rom 
kommen  laffe:  die  illyrifche  fey  der  libyfchen  fo  weit 
vorzuziehn,  als  ein  lebender  dem  todten  Körper. . .  Die 


172  Zweytes  Buch.    Drittes  Kapitel. 

Antonine  liefsen  von  ihren  Leibärzten  Theriak  be- 
reiten, wo/u  die  heften  Zuthaten  aus  fremden  Län- 
dern gebracht  wurden.  So  kam  einft  eine  grofte  Ki- 
fte  mit  einem  ganzen  Zimmtbaum  an,  deffen  Rinde 
als  äufserft  kräftig  befunden  wurde.  Die  Vorräthe 
wurden  fehr  werth  gehalten,  bis  Commodus  zur  Re- 
gierung kam,  der  fie  vernachJälfigte  und  verfchleu- 
derte.  Der  Kaifer  Severus  wollte  nun  wieder  den 
Theriak  von  Galen  eben  fo  zubereitet  wiffen  ,  als  es 
unter  den  Antoninen  gefchehn  fey.  Daher  mufste 
man  zu  den  Heften  des  unter  Trajan  und  Hadrian  ge- 
fammelten  Zimmts  feine  Zuflucht  nehmen  (daf. 
4^3.).  Den  korycifchen  Crocu»,  den  auch  Dichter 
(Virgil)  gepriefen,  hatte  er  in  der  Gebirgsfcblucht  felbft 
gefehn,  wo  er  gezogen  werde,  aber  keine  befondere 
Vorzüge  vor  anderm  bemerkt  (daf.).  Eine  Pflanze, 
die  er  vLOLQTrqutGv  nennt,  die  bey  Side  in  Pamphylien 
wachfe,  dem  <poZ  ähnlich,  aber  ftärker  und  aromati- 
fcher  fey,  fetzte  er  ftatt  der  Zimmtrinde  den  Gegen- 
giften zu  (daf.  434.)-  Es  fcheint  Valeriana  tuberofa 
zu  feyn  ,  wovon  es  zwey  Arten  ,  die  pontifche  und 
laßrtifche,  gab.  Weder  Cubeben,  noch  Rufcus  Hypo- 
phyllum  können  hierauf  bezogen  werden.  Der  Bu- 
bon  macedonicus  heifse  auch  iGTQkat.Tiy.Gv  vom  Orte, 
wo  er  wachfe;  dies  fey  ein  jäher  Fels,  daher  komme 
er  dort  fparfam  vor  (daf.  4->5«)»  und  defswegen  brin- 
ge man  ihn  aus  Rpirus  und  anderwärts  her  nach  Ma- 
cedonien,  und  verkaufe  ihn  dann,  als  fey  er  im  Lande 
gewachfen.  Die  kretifchen  Botaniker  pflegen  die 
Arzneyen  in  Papierchen  zu  wickeln  und  die  Namen 
drauf  zu  fchreiben  ;  fo  habe  die  Narde  aus  Kleinafien 
den  Namen  celtifche,  auch  galatifche  und  gallifche 
(weil  die  Gallier  früherhin  in  Kleinafien  ein  Reich  ge- 
ftiftet  hatten).  Das  befte  -S-XacrTr/  (Gochlearia  Draba) 
wachfc  in  Kappadocien. 


I 


Die  Pflanzenkunde  unter  der  RSm  er  Herrfchaft.  173 

Ueber  die  Getreide  -  Arten  kommen  bey  ihm 
manche  eigene  Bemerkungen  vor.  Die  t/$jj  fah  er  in 
Thracien  und  Macedonien  gebaut:  fie  wurde  ßgifa 
von  den  Einwohnern  genannt.  Sie  gebe  Übel  riechen- 
des fchwarzes  Brot;  die  Körner  feyn  in  mehrern  Häu- 
ten eingefcbl offen.  Im  nördlichen  Bithynien  werde 
eine  Getreide  -  Art ,  &07rupcv,  gebaut,  deren  Mehl 
fehl  echter  als  Weizen  - ,  beffer  als  das  Mehl  von  rt(ptj 
fey.  Dies  ift  wahrfcheinlich  Hordeum  Zeocrithon  fGa* 
Jen*  facult.  alim.  1,  3 1 2.);  fo  wie  yvpvGHQt&GV  iv  K«tt- 
4rat&cx/tt,  Hordeum  nudum  (da f.  5i3.).  "EXu^of,  cv  hou 
(AiXivyv  ovcfAeLfaiffiv ,  ift  Panicum  italicum  (daf.  01 4.). 

Vaccinium  Arctoftaphylos  kommt  unter  dem  Na- 
men xqxov  (apnrou)  «rraCßuXy}  de  compof.  med.  fec.  loc. 
lib.  7.  p.  268.  vor.  Es  fey  ein  niedriger  Strauch,  mit 
Blättern  wie  der  Erdbeerbaum,  und  runden,  rothen, 
herben  Früchten.    Vergl.  Tournef.  voy.  2.  p.  2  23. 

Echium  creticum  wird  xyxcw*  ovokXsTx  und  äXx/- 
ßixhcv  genannt  [fac.  fimpl.  lib.  5.  p.  71.).  After 
AmelluSy  oIot^  xttm.cs,  wird  für  gleichbedeutend  mit 
ßfjßuvicv  genommen  (daf.  6.  p.  79.)»  Glaucium  lu- 
teum heifst  ju^Kwv  xtQXTtTifi  auch  ^xXxo-ctx  (daf.  7, 
p.  99.).  Zto//3jj,  oder  Poterium  fpinofum,  heifse  auch 
Hckvfjtßxh  und  werde,  wegen  aromatifcher  Kräfte,  zur 
Erhaltung  des  Weins  gebraucht  {de  antidot  1.  p.  4^6.). 
.  Unter  der  Myrrhe  finde  fich  eine  Subftanz,  iiroKxkTrx- 
cov%  welche  giftig  fey  (de  comp,  med  fec.  loc.  1,  i54.). 
Auch  Neuere  wollen  dies  bemerkt  haben  (Schulz 
ioxicol.  veter.  p.  52.). 

XpüGoßxXavcs  war  ein  ftärkendes  Gewürz,  deffen 
Galen  zuerft  erwähnt  (de  compof  med.  Jec.  loc.  8,  p. 
281.).  Es  könnte  die  Nufs  von  Semecarpus  Anacar- 
dium  feyn. 


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•  t 

I 

/ 

Drittes  Buch. 

Verfall   der  Pflanzenkunde. 

*  ■ 

■ 


Erftes  Kapitel. 

Barbarey  unter  Griechen  und  Römern. 

Den  Grund  %ur  hiftorifebea  Pflanzenkenntnifs 
hatte  die  Röckficht  auf  den  Nutzen  der  Gewächfe  ge- 
legt. Selbft  die  Naturlehre  derfelben  wurde  die- 
fein  Zweck  untergeordnet,  und  man  kann  kaum  Ta- 
gen ,  dafs  die  grofsen  Pflanzenkenner  des  Alterthums 
mit  anderm,  als  ökonomifchem  oder  medicinifchem 
Blick  die  Pflanzenwelt  anfahen.  Denn  nur  feiten 
fcheint  Theophraft  von  der  fonderbaren  Geftalt  oder 
der  eigenthümlichen  Form  angezogen  worden  zu  feyn, 
um  einen  flüchtigen  lilick  auf  einzelne  Pflanzen  zu 
werfen. 

Indeffen,  fo  wenig  fich  bey  den  Alten  die  Bota- 
nik zu  einer  Wiffenfchaft  erheben  konnte,  ebpn  weil 
man  fie  nur  als  Dienerinn  anderer  menfehlicher  Krtnfte 
anfah,  und  weil  man  keinen  Begriff  von  fyftematifcher 
Anordnung  hatte:  fo  kannte  man  doch  io  bis  i4oo 
Pflanzen,  und  wufste  felbft  verwandte  Arten  zu  un- 
terfcheiden,  wiewohl  die  Willkfthr  der  Namenge- 
bung  fernem  Fortfehritten  hinderlich  war. 

Da  brach  die  Nacht  der  Zeiten  ein,  und  mit  ihr 
ging  faft  jede  Spur  eigner  Pflanzenforfchung  verloren. 
Schon  zu  Galens  Zeit  ward  der  Hang  zum  Aberglau- 
ben und  zum  trägen  Nachbeten  deffen,  was  die  Vor- 


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Drittes  Buch.   Erftes  Kapitel-  175  . 

fahren  gefagt,  alJgemein.  Dazu  trug  befoncfers  die 
Ausbreitung  der  morgenländifchen  Afterweisheit  das 
Meifte  bey,  die  in  Alexandrien  durch  Vermifchmig 
mifsverftandner  Platonifcher  Lehrfätze  mit  dem  Eoia- 
nationsfyftem  der  Perfer  entftanden,  in  den  jüdifchen 
Schulen  zu  Sora ,  Pumbeditha  und  Nehardea  am  Eu- 
phrat  ihre  fyftematifche  Ausbildung  erhielt.  Wie 
diefes  Syftem  der  Kabbalah  der  Trägheit  und  dem 
Golddurft  des  verderbten  Zeitalters  förderlich  war: 
fo  unterdrückte  es  jedes  Streben  des  menfchJicben 
Geiftes  nach  hellen  Einficbten  in  den  Zufammenhang 
der  Dinge. 

- 

Pflanzen  im  Talmud. 

Die  Sprache  der  aJten  Ebräer  war  beym  Anfang 
unterer  Zeitrechnung  längft  nicht  mehr  im  gemeinen. 
Leben  üblich.  Gegen  den  fyro  -  chaldäifchen,  fa- 
maritanifchen  und  galiläifchen  Dialekt  vertaufcht, 
mufste  fie,  in  den  heiligen  Schriften  nur  noch  vor- 
handen, mit  Anftrengung  erlernt  werden ;  es  mufste 
die  Erklärung  jener  Schriften  einen  Aufwand  von  Ge- 
lehrfamkeit  fordern,  die,  dem  Geifte  des  Zeitalters 
und  der  fpitzfindigen ,  abergläubigen  Nation  gemäfs, 
ihre  Richtung  erhielt.  So  entftanden  in  den  gelehr- 
ten Schulen  Paläftina's,  befonders  in  Tiberias,  und, 
nach  Juda  des  Heiligen  Tode,  in  den  genannten  jüdi« 
fchen  Akademieen  am  Euphrat,  Sammlungen  pharifäi^ 
fcher  Satzungen  ,,  die  man  Talmud  nennt.  Der  alte« 
reTheil  deffelben,  Mißhnah,  hat  nicht  leicht  einen 
frühern  UrfpVung  afs  die  Verfctzung  der  gelehrten 
Juden  -  Schulen  von  Tiberias  nach  Sora  am  Euphrat 
(ungefähr  200  nach  Chr.).  Der  fpätere  Theil,  die 
Gemara,  welche  Erläuterungen  und  Zufätze  zur 
Mifchnah  enthält,  ward  in  den  Schulen  am  Euphrat 
zufammengetragen ,  und  ift  alfo  babylonifchen  Ur- 
fprungs:  doch  foll  K.  Jochanan  die  erfte  Abtheilung 

* 

1 


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Oritles  Buch.    Erftcs  Kapitel. 

der  Oemara  in  der  Mitte  des  dritten  Jahrhunderts  2n 
Jerufalem  gefammelt  haben.  Das  Ganze  aber,  was 
ma  a  babylonifchen  Talmud  nennt,  erhielt  feine  ge» 
genwärtige  Gefralt  erft  im  fechsten  Jahrhundert  durch 
R.  Jofe  oder  Afche.  (Wolfbibl.  hebr.  2,  686.  Mo/es 
Miumon.  prarf.  ad  Mijn.  Gefenius Gejclu  der  hebr» 
Sprache^  S.  75.  74.) 

In  diefem  Werke,  deffen  befte  Ausgabe  Suren- 
hnfrus  zu  Amfterd.  1698  fol.  beforgt  hat,  ift  ein  Tra- 
ctat:  D^nVd  oder  de  heterogeneis ,  worin  ein  Mofai- 
fches  Gefetz  (3Mof.  19,  19.  5Mof.  22,  9.  10.),.  dafs 
nämlich  der  Acker  nicht  mit  zweyerley  Saamen  zu 
beftellen  fey,  umftändlich  und  im  Einzelnen  erklärt 
nvird.    Hier  erfchöpfen  fich  die  Lehrer  der  jüdifchen 
Schulen  in  dem,   was  einerley  und  fremdartig  ift. 
Iis  kommt  ihnen  natürlich  nicht  auf  den  Begriff  von 
Gattung  und  Art  an,  fondern  nur  auf  das,  was  nach 
den  Satzungen  der  älieften  Rabbim  als  einerley  oder 
verfchieden  angefehen  werden  foll.    Schon  diefeSelt- 
famkeit  fträubt  fich  überall  gegen  unfere  hellem  Be- 
griffe.   Dazu  kommt  die  grofse  Schwierigkeit, .  den 
Pflanzen  •  Namen  überall  richtige  Bedeutungen  zu  ge- 
ben.   Die  Urheber  diefer  Satzungen  lebten  zum  Theil 
in  Galiläa,  und  bedienten  fich  des  dort  herrfchenden 
Dialekts,  zum  Theil  in  Jerufalem,  wo  damals  die  fy- 
rifch-  chaldaifche  Mundart  herrfchte,  grofsen  Theils 
aber  lebten  fie  am  Euphrat,  wo  die  aramäifchen  und 
arabifchen  Dialekte  geredet  wurden.     Daher  mufs 
man,  um  die  Pflanzen  -  Namen  zu  erklären,  überall 
die  femitifchen  Dialekte  zu  Hülfe  nehmen.  Erläutert 
find  diefe  Satzungen  von  Mof.  Maimon's  Sohn  aus 
Cordova,  im  dreyzehnten  Jahrhundert,  dem  Leib- 
arzt des  Sultans  Saladin  in  Aegypten,  und  von  Obad- 
jah  von  Bartenora,  einem  Italiener  im  fechzehnten 
Jahrhundert,  der  in  Palästina  ftarb.      Wenn  Mofes 
ipanifche  und  provencalifche  Ausdrücke  zur  Erläute- 


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-  ■  . 

ßarbarey  unter  Griechen  und  Römern,  177 

rtmg  benutzt,  fo  wendet  Obadjah  oft  lateinifche  und 
arabifche,  felbft  mifsverftandene  deutfche,  an.  Hier* 
aas  fieht  man  ohne  mein  Erinnern  die  Oröfse  der 
Schwierigkeiten  ein. 

Gleich  zu  Anfange  heifst  es  (p.  109.  SurenhJ): 
B^IOn  und  feyn  nicht  0^2,  oder  fremdartig. 
Jenes  ift  Weizen*  diefes  wird  fflr  übereinstimmend  mit 
föm*  Lülck9  gehalten.    Dann,  IT1W  (Gerfte)  und 

feyn  nicht  verfchieden.  Da9  letztere 
erklärt  Mofes  Maimons  Sohn  für  wilde  Gerfte;  Obt 
de  Bartenora  fehr  ungefchickt  für  Hafer..  Da  eine 
Getreide  -  Art  gemeint  ift,  und  es  mit  der  Gerfte  zu- 
famraengeftellt  wird,  fo  dürfte  es  wohl  Panipum  ita* 
licum  feyn.  rEB'Q  unt*  T^tU  werden  verglichen. 
Jenes  ftimmt  fo.fehr  mit  HOTS  (S.  10.)  überein,  dafs 
wir  wohl  nicht  zu  voreilig  find,  wenn  wir  es  für  Spelz 
erklären.  -JUW  wjrd  als  C7$tov  im  Diofc.  noth.  p. 
472.  zum  aiytkbnfr  gezogen.  Allein  Mofes  der  Mai- 
monide,  der  bey  uns  grobes  Gewicht  hat,  fagt: 
PDO^D  und  rUTXXT  fehn  fich  ganz  gleich.  Auch  neh- 
men die  Talmudiften  NTIPn  und  pFW  für  gleichbe- 
deutend :  jenes  aber  ift  das  arabifche  y-«0>,  welches 

ich  fflr  Dinkel  halte,  weil  daraus  auch  das  Pefach  • 
Brot  bereitet  wurde.  Alfo  Spelz  und  Dinkel*  Vergl. 
den  Tractat  nbn  p.  289.  Surenh. 

b^S  und  "TSD.  Das  erftere  ift  auf  jeden  Fall  die 
Bohne.  TBO  überfetzt  Mofes  Maimons  Sohn  durch 
das  arabifohe  (J^*,  welches  von  Serapion  fo  be- 
fchrieben  wird,  dafs  man  auf  eine  efsbare  Art  Doli- 
ehos  fchliefsen  mufs,  die  in  Arabien  und  am  Euphrat 
häufig  gezogen  werden. 

ppf»  und  HDMD.    Jenes,  fagt  der  Maimonide, 

fey  das  arabifche  andere  Rabbinen  geben  es 

füreinerley  mit  pp"W  («f«x^VÄ)  au*-    Beides  ftimmt 
überein ,  um  Lathyrus  Cicera  zu  bezeichnen«  WNS 
Geich,  d.  BoUnik,  1.  B„  12 


f 

J?j  Dritte«  Buch,   Erlte«  Kapitel.  ; 

kennen  wir  gar  nicht:  der  Maimonide  überfetz* 
ICITP.  eher  *«f&/«*f«>v  als  x«PW*«v,  da  jener  Saa- 
l„e  allerdings  mehr  Aehnlichkeit  mit  kleinen  Saamen 
derHülfenfrüchtebat,  alsKreffe^aamen 

]Zbn  b*ffl  u>eifse  Bohnen  und  nVW.    Das  letz- 
tere  überfetzt  der  Maimpnide  Wc**,  Schminkbohnen. 

IVWP  und  fU/bO.  Jenes  find  <?«r*e« ,  Ober- 
einftimmend  mit  DWj3  (S  22.)=  der  Maimonide 
Oberfetzt  es  wabifch  OipBW,  eigentlich  UO^Ä». 
Der  Name  IW?»  zeigt  an ,  dafs  die  Urheber  jener 
Satzungen  Umgang  mit  Griechen  und  Römern  gehabt 
haben.  Denn  pjXowiffwv  hiefs  zu  Galens  Zeit  die  Me- 
lone. (S.  86.)  Der  Maimonide  fagt,  es  find  weifse 
Gurken ,  arabifch  jS#±      R.  J«dah  hatte  Gurken 

vnd  Melonen  fOr  fremdartig  erklärt. 

min  und  D-to  min ,  Lactuc  und  wÜde  Lactuc, 
wie  $«&**ivij  und        aygi*  beym  Galen.  (S.  8a.) 

fwTP  und  ■mW  Endivien  und  wilde 

Cichorien,  wie  wx»r,ov  und  X*X«*?WV  *WflV  beymTheo- 
phraft.  (S.  82.) 

.|W©  und  mW  ^"O  Lauch,  und  wiMer 

LaucJu  fcf , 

"OTIS  und  Hltff  naO^D  Coriaiickr  und  ««W<?r 

Coriander.  Kou«rj3«»2«$  ift  noch  jetzt  der  Narac  der 
PHanze  bey  den  Neugriechen  CSmUh  prodr.jl.  gräec. 

%'  *Sl4V  und  Vnn  und  agyptilcher 

Senf.  In  Aegypten  hat  fich  der  Name  noch 
für  den  Saamen  von  Sinapis  nigra  erhalten  CForskol 

.v«o  np*n  und  Wltnil,  ägyptifcher  Kttrbife 
%  Uttd  in  der  Afche  gebratenen    Cucumis  Chate  und 
anguinus*    Der  letztere  ift  bitter,  und  mufs  crft  ge* 
~  kocht  oder  gcröftet  Werden ,  che  er  ebbar  wird.  * 


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Barbar ey  unter  Griechen  und  Römern.  179 

Vffi  und  awnrt,  ägyptifche  Bohne  und 
Johannisbrot    Ceratonia  Slliqua  heifst  noch  jetet  in 

Aegypten  CForsk.  Jl.  aeg.  LXXVll.).  Ve'rgl. 

den  Tractat  vom  Zehnten,  p.  246.  Surcnh.  Dafs  un- 
ter ägyptischer  Bohne  der  *v*[ios  aiyjjTrrm  der  Grie- 
chen .  oder  Nelumbtum  verftanden  wird ,  erhellt  aus 
den  Stellen  vom  Anbau  derfelben  im  Tr.  rPJP2*<I7, 
p.  162. 

nsbll  und  Kohlrühe  CBraßca  NapusJ  und 

Steckrübe. 

DVD  und  'YffQ'Hn.    Jenes  ift  Kohl,  wie  es  (ich 
noch  im  fyrifchen  Dialekt  erhalten  hat.   Das  letztere 
fch  eint  aus  "ATD  rQ"fiD  zu  fa  mm  engefetzt  zu  feyn : 
w*9-  wird  in  Diofc.  noth.  444.  for  den  afrikanifchen 
Namen  des  Meerrettigs  angegeben. 

trmn  und  DVttJ?,  blUum  und  atriplex.  Der 
Maimonide  giebt  jenes  durch  das  fpanifche  armoles, 
welches  Melde  bedeutet.  Obadjah  von  Bartenora 
letzt  geradezu  blite  als  den  barbarifchen  Ausdruck: 
aber  er  bringt  das  arabifche  ^XXm  hieher,  welches 

doch  Beten  >  Mangold  bedeutet. 

DW  und  rVOCW,  Knoblauch  und  Porre.  7X3 
undb^bSD,  Sommer -Zwiebeln  und  Steckzwiebeln. 
Schalotten  heifsen  im  Tr.  tflfflD  p.  162.  D^SQ 
D^O^lOj  cepae  fpadones. 

OWm  und  Ol^O^B.  Jenes  ift  ohne  Bedenken 
das  griecbifche  £%*o$>  alfo  Lupinen»  die  noch  im 
Arabifche n  (J***^  heifsen.  Vtebü  erklärt  der 
Maimonide  für  wilde  nicht  efsbare  Lupinen  ,  alfo  Lu* 
pinus  angufiifolius. 

ß^Oa«  und  fbö'jnOTlp.    Jenes  find  Birnen; 

Maimönides  fagt  ausdrücklich,  arabifch  fey  es  UoW-t, 
aber  der  gemeine  Mann  nenne  fie  womit  in 

Aegypten,  doch  die  Aprikofen  bezeichnet  werden. 

12  * 


Igft  Drittes  Buch.  Erftes 

# 

Und,  wennx  er  hinzufetzt,  der  barbarifche  (fpani- 
fche)  Name  fey  moriegas  und  enparfigas :  fo  lieht  man, 
dafs  auch  der  gelehrtefte  Rabbi  ein  fehr  fehl  echter 
Kenner  der  Pflanzenwelt  ift:  denn  enparfigas  ift  wohl 
das  fpanifche  pexego,  die  Pfirfich  ;  alfo  Birnen,  Apri- 
kofen  und  Pfirfichen  find  ihm  eins.  pVölDOVp  ift 
offenbar  das  cruftuminum  pirum.  Üeber  diefeBenen* 
uung  mufs  man  erftaunen,  da  fie  blofs  in  Rom  herrfch- 
te  und  nicht  wohl  zu  begreifen  ift,  wie  fie  zu  den  Ju- 
denfchulen  nach  Tiberias  und  Sora  Übergehn  konnte. 
Vergl.  den  Tractat  vom  Zehnten ,  p.  246.  Surenh. 

BW  und  lT'nTO.  Jenes  wird  allgemein  mit 
dem  arabifchen  ^r**"*  die  Quitte,  für  gleichbedeu- 
tend genommen.  Der  Maimonlde  fetzt  ausdrücklich 
das  fpanifche  codones  (codon,  codono)  hinzu.  O^Tiry 
überfetzt  der,  Maimonide  forbas,  alfo  Speyerlinge. 
Tractat  vom  Zehnten,  p.  246.  Surenh. 

ITSn  und  TITn.  Jenes  hatte  die  urfprüngliche 
Bedeutung  der  Quitte  (S.  16.)  verloren,  und  wird 

im  Talmud,  wie  noch  jetzt  im  Arabifchen  für 
den  Apfel  genommen.  TWl  überfetzt  der  Maimoni- 
de rW^N>  ^ne  Art  Mifpel 

rp^OTBN  undD"HpS7,  Pfirfichen  und  Mandeln. 
Hierüber  kann  kein  Zweifel  feyn;  aber  es  ift  doch 
intereffant,  wie  die  Talmudiften  einmahl  die  wiffen- 
fchaftlicbe  Idee  von  Art  errathen,  indem  fie  Mandeln 
und  Pfirfichen  als  wirklich  verfchiedene  Arten  aner- 
kennen. 

und  ^nes  ftimmt  einigermafsen 

mit  zizyphus  und  dem  fpanifchen  azufeifa  überein :  es 
wäre  alfo  Zizyphus  vulgaris*  Das  letztere,  fagt  der 
Maimonide,  ift  vJL*i,  Mo  Zizyphus  Lotus.  Beide 

werden  von  den  Talmudiften  für  verfchieden  erklärt. 

und  yi20>   Rettig  und  Steckrübe  (vergl. 
den  Tractat  vom  Zehnten ,  p.  259.  Surenh);  ?T)n 


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Barharey  anter  Griechen  und  Römern*  igi 

und  JOD1?,  Senf  und  Kreffe,  find  verfchieden.  Ich 
glaube  nicht,  dafs  Lapfana  communis  mit  JOSb  ge- 
meint ift.  Der  Maimonide  befchreibt  die  Pflanze  fo> 
dafs  man  eher  auf  Kreffe  fchliefsen  kann. 

rPJV  roVl'  mit  der  rvnsö  und  nSTO»:  der 
griechifcbe  Kürbifs  mit  dem  ägyptifchen  und  dem 
Schlangen- Kürbifs,  der  geröftet  werden  mufs ,  ma« 
eben  nicht  eins  aus,  fondern  find  verfchieden. 

Im  Oebenten  Gefetz  wird  verboten,  einen  Baum 
auf  einen  andern  zu  impfen,  der  nicht  derfelben  (tal- 
mudifchen)  Art  fey.  Doch  habe  R.  Juda  erlaubt,  ein 
Gemüfe  auf  einen  Baum  zu  impfen.  Als  ob  die  Na*  , 
tur  den  Gefetzen  des  Talmud  gehorchen  werde  !  Eben 
fo  verbietet  das  achte  Gefetz,  Gemüfe  auf  den  Stamm 
eines  Sykomorus  (rWDpTU)  zu  fetzen  oder  auf 
tfc2!?  nip»    DjPD  Ut  offenbar  Tr^avcv;  der  Maimoni* 

de  giebt  es  arabifch  und  fpanifch  ruda.  rhp 

nizb  ift  die  caffia  der  Römer,  Daphne  C&eorum. . 
„Man  fetze  kein  Feigenreis  auf  Was  das 

letztere  fey,  wiffen  die  Ausleger  des  Talmud  nicht) 
obwohl  Einige  es  für  Epheu  erklären.  Surenhufiu$ 
verrauthet  nicht  ohne  Grund,  dafs  die  yeclra  campa* 
na  der  Spanier,  Calyfiegia  fejnum  R.  Brown.,  gerrteint 
fey.  Dann  wird  diefe  verbotene  Impfart  noch  abge* 
fchmackter.  Eben  fo  foll  kein  Wein ftock -auf  Waffe r- 
melonen  (ITD3N),  kein  Kürbifs  auf  rTC^H  gefdtet 
werden.  Das  letztere  erklärt  Obadjah  von  Barteno- 
ra für  örM^>  die  Malve  der  Araber.  Vielleicht  aber 

ift  hier  nicht  das  Impfen,  fondern  das  Pflanzen  der 
Holzfaamen  auf  weiche  faftige  Pflanzen  verftanden, 
wie  man  auf  den  Molucken  Kokosnüffe  fo  pflanzt,  dafs 
man  ihnen  eine  Unterlage  voa  wildem  Portulac  giebt. 
CRumph  herb,  amboin.  1,  p.  *40 

Im  fünften  Gefetz  des  zweyten  Kapitels  helfet  es: 
Wen»  Jemand  feinen  Acker  mit  O^p  oder  *J?7  be- 


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lg*  Drittes  Bück   Erftes  Kapitel, 

§ 

ßet,  fo  darf  er  nichts  anderes  drauf  faen :  denn  diefe 
treiben  noch  im  dritten  Jahr.  Die  Lefeart  UQ2p 
tnufs  wohl  unrichtig  feyn,  weil  man  nichts  anderes  als 
cannabis  daraus  machen  kann,  und  bekanntlich  treibt 
<liefer  nicht  im  folgenden  oder  dritten  Jabr,  Die 
meiften  Ausleger  überfetzen  es  durch  das  arabifche 

Ü(v£==),  welches  Carum  Carvi*  unfer  gemeiner Küm> 

mel  ift,  »yfr  ift  wohl  das  arabifche  <J(^ ,  Momordica 
Luffa,  welche  in  Aegypten  und  Palaftina  in  Bädern 
angewandt  wird. 

Wenn  unter  dem  Getreide  (ifaeis)  auf« 

wächft,  oder  unter  ]T\ir\  (t?X<?,  Fonugräc)  andere 
Pflanzen,  fo  darf  man  fie  nicht  ausjäten,  Vergl.  den 
Tractat  vom  Zehnten,  p.  246,  Surenh. 

Im  achten  Gefetz  heifst  es ;    Senf  odar  P^n  . 
(jikne  der  Araber,  Carthamus  tinetoriusj  dürfen 

wohl  an  Gemüfe-,  aber  nie  an  Getreide* Felder  gefäet 
werden.  An  Weinbergen  dürfen  als  nicht  fremdar« 
üg  gepflanzt  werden:  OVTN  (Maimonides  überfetzt 
es  arabifch  j***»fr»<>  <n<ru'|U#e/cv,  alfo  Mentha  fativa 

oder  fyhefiris) :  D^p  (Maim.  arab,  fpan. 
corriola,  Sa  ngulforba  officinalis);  *]Vt3n  WWW  (Kö- 
nigslilie, vielleicht  Fritillaria  Imperialis)  und  OU3p 
(Hanf).  Aber  CTO^p  (cynara,  Artilchocke)  ift  fremd« 
artig. 

Im  zweyten  Gefetz  des  fiebenten  Kapitels  wird 
der  Anbau  der  ]B3  Wolle  des  Weinftocks,  unter- 

fagt.     Der  Maimonide  überfetzt  es  arabifch 
Baumwolle.    Diefe  ward  alfo  entweder  in  Palä'ftina 
oder  am  Euphrat  zu  der  Zeit  gebaut.  Der  Name  ent* 
ftand  wohl  von  der  Aehnlichkeit  der  Blätter  mit 
Weinlaub. 


•  1  ■ 


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Barbarey  unter  Griechen  und  Römern.  lgj 

Im  zweyten  Gefetz  des  Tractats  vom  Zehnten 
p.  a^6.  Surenlu)  heifst  es  zur  Beantwortung 
der  Frage:  zu  welcher  Zeit  der  Zehnte  Von  den  Ge- 
wächfen  genommen  werde?  und  CPmn,  wenn 

ße  roth  werden.    Das  erfte  Wort  Oberfetzt  der  Mai- 

nionide  M^+^S  es  wäre  alfo  Rhus  Coriaria. 

find  Maulbeeren,  auch  noch  im  Arabifchen  0(^f 

Auch  Limonien  kommen  unter  dem  Namen 
pTHHN  (vom  Zehnten,  p.  247.  Surenh.)  vor.  Da$ 

Wort  hat  mit  dem  arabifchen  g^f*  offenbar  einen  Ur- 

fprung. ..  An  einer  andern  Stelle  (vom  Zehnten,  p. 
256.)  werden  folgende  Pflanzen  genannt:  ^30^,  Co« 

riander,  arab.  jA  :  ftNO,  arab.  g^*^,  Thymus 
Calamlntha: arab.  r^°>  Origanum  creticum 

(f.  oben  S.  18.):   H^"ip,  arab.  C5*^>  Laceuca  Sca* 

riola.  Ausdrücklich  fagt  der  Maimonide,  diefe  Pflan- 
zen wachfen  in  Gärten  als  Unkraut.  •  •  Gezehntet 
wurden  aüdi  OnVn^,  Brunn enk reffe,  Sifymbrium  Na* 
[cur ciunt \  Obadjah  erläutert  es  durch  das  italienifche 
crefcioniy  und\TrO ,  Brajfica  Eruca  9  wie  es  der  Mail 
xnonide'  giebt.  In  Aegypten  heifst  noch  jetzt  dies 
Gemflfa. jft>r>  (Forskol  fl.  aeg.  p.  LXlX,),  Pi« 
Kapper  heifse  *p3C:  der  Maimonide  fetzt  das  arabi- 
1che  dafür. . .     Frey  vom  Zehnten  jft  unter^ 


andern  Op^p  t  offenbar  Arum  Colocaßa^ 

Aus  der  Gegend  am  Euphrat  fcheint  der  Tnctat 
rPJP3S7  zu  ftammen;   denn  es  wird  p.  161.  Surenh. 

der  Cultur  des  Reifs  es  (FW ,  arab,  fy' ) ,  des  K  .ff  er- 

korns  (imi,  ü^)t  des  Mohns  (p^)  und  des 
Sefam  (pöTOW)  erwähnt,  Diefelben  kommen  wie- 
der im  Tr.  h^n  p.  29 1 .  vor. 


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184  "         Drittes  Buch,    Erftes  Kapitel*  ?; 

Im  dritten  Jahrhundert  lebte  Luc.  A  pule  jus,  au* 
Madaura  in  Afrika,  der  die  PlatonifcHe  Philofopbie 
In  Athen  ftuclirt  hatte  und  fich  fpäterhin  in  Rom,  un- 
ter der  Regierung  der  Antonine  aufhielt:  daher  er 
auch  geopon.  1,  14.  10.  der  Römer  genannt  wird. 
Dies  ift  der  bekannte  Verf.  des  goldenen  Efels  und 
der  Florida.  Et  foll  auch,  wie  Servius  zu  Virgil, 
georg.  2.  berichtet,  de  arboribus  gefchrieben  habeni 
Ob  diefem  die  Bruchftücke  vom  Ackerbau  zugefchrie- 
ben  werden  müffen,  welche  die  geoponica  enthalten, 
ift  zwar  nicht  ganz'  klar;  aber  es  wird  wahrschein- 
lich,  wenn  man  bemerkt,  dafs  M.  Pfellus  (Leo  Allat. 
de  tempU  Graec.  177.)  ihn  mit  Julian  aje^rn.  Ctyaldäer 
2ufammen  nennt,  der  bekanntlich  unter  den  Antoni- 
nen  lebte;  und  dafs  diefe  Fragmente  voll  Aberglau- 
ben und  Zauberkünfte  find,  derentwegen- jöne^  Ä^u- 
lejus  bekannt  war.  Doch  gab  es  einen  altern. «Apu- 
lejus  Celfus,  aus  Centuripä  in  Sicilien  gebürtig,  den 
Scribonius  Largus  (c.  22,  94.  c.  43,  171'.)  feinen  Leh- 
rer nennt,  und  der  alfo  zu  Auguftus  Zeiten  lebte*  Ejc 
hinterliefs  ein  Werk  über  dieMedicin,  welches  Mar? 
cellus  aus  Bordeaux  (praef.)  anführt.  Diefem  febrie- 
ben  J.  A.  Fabricius  und  HalJer  jene  Fragmente  zu; 
aber  ohne  überwiegende  Gründe.  Was  man  fpäter- 
hin untef  dein  Namen  Apulejus  de  herbarum  virtuti- 
bus  herumtrog,  ift  das  Machwerk  eines  Mönchs  aus 
*lern  elften  oder  zwölften  Jahrhundert,  wie  in  der 
Folge  gezeigt  wird. 

Im  vierten  Jahrhundert  lebte  Pappus  von  Ale- 
xandrien ,  ein  Mathematiker,  aus  deffen  verloren  ge- 
gangenen Commentarien  Mo/es  von  Chorene,  [ein  ar- 
menifcher  Geiftlicher,  im  Anfang  des  fünften  Jahr*, 
hunderts  einen  Auszug,  die  Geographie  feines  Vater- 
landes betreffend,  in  armenifcher  Sprache  lieferte. 
fMofis  Chorenenßs  geograjifiia,  cd  calc.  Hifeor.  arme- 
niac.  ed.  Whifton.  Lond.  i73b\  p.  335  —  568.)  iMan 


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Baibarey  unter  Griechen  lind  Hörnern.  }g$ 

findet  hier  einzelne  intereffante,  aber  auch  viel  mifs- 
verftandene  und  fabelhafte  Nachrichten.    In  Lycien 
komme  ein  gewürzhaftes  Harz  vor,  welches  wie  Ho- 
nig aus  einem  Baum  quelle;   dies  ift  unftreitig  eine 
Art  Weihrauch  aus  Iuniperus  iycia.  (Vergl.  Plin.  10, 
f.  1 1 .).    In  Pamphylien  komme  der  befte  Styrax  vor; 
er  werde  in  Löchern  gefunden ,   die  von  Würmern 
genügt  werden  (p.  553.).    In  Ifaurien  werden  Gewür* 
zer  mit  unbekannten  Namen  angegeben:  Opergomßt 
und  Calambi,   die  aus  der  Rinde  der  Bäume  fliefsen. 
In  der  armenifchen  Provinz  Moca  am  Taurus  wird 
Mandragora,  in  Phafacaranien  (p.  36o.)  Gerfte  als 
wiklwachfend  angegeben.      Im  Lande  der  Iberier 
wachle  ein  Getreidebaum  {Sorghum  faoclutratum  oder 
vulgare?).      Am  Ararat  komme  ein  Wurm  an  der 
Wurzel  eines  Gräfes  vor,  der  zum  Rothfärben  taug- 
lich fey  (p.  56 1.).    Dies  ift  wahrscheinlich  die  erfte, 
von  Beckmann  (&rtr.  zur  GefcJu  der  Er  f.  5,  S.  21.) 
uberfehene  Spur  von  dem  Coccus  yadicis,    dem  Jo- 
hannisblut, oder  dem  Scharlach,   welcher  aus  der 
Blutblafe  an 'den  Wurzeln  .des  Scleranthus  annuus  im 
Mittelalter  gewonnen  wurde.    Im  glücklichen  Ära- 
bien  werden  als  merkwürdige  Pflanzen  angegeben : 

Chedi  (c^^=>)  Pandanus  odorat  1  fßmus :  Chalar 
(^^-^=3)  Arum  Colocaßa:  Bau  (uW)  Salix  ae- 
gyptiaca,  Forsk.:  Zaphu  (olacA-o)  Salbe  babylo- 
mca :  Hali  ((J^O  eine  Abart  der  Pomeranze:  Marz- 
gus (O^C^1-^)  Orlganum  Maioranä:  Vard  (^(j) 
Hofen:  Chachach  (^(jiw)  Pnrficben:  Jafmic  (u***^) 

Iafminum  odoratifßmumt  Nardos*5  Balafan  (Amyris 
Kafal).  .  .  Bey  Ooildifapur  in  EJymais  werde  k örtli- 
cher Zucker  CSchacliarh  J  gebaut  (fK  3640-  Dies  Ä 
unftreitig  die  erfte  Nachricht  von  der  Gultur  des  Zu- 
ckerrohrs«   In  Aria  komme  Mofchus  vor  :  auch  dies 


f 


I 

I 

'  1  .  Digitized  by  Google 


186  Drittes  Back  Erltes  Kapitel.     1  • 

ift  die  erfte  Nachricht  von  demfelben,  die  noch  dach* 

her  bey  Indien  (p.  365.  366.)  wiederholt  wird,  4 

*  '  ^  •  ■       ■.    *  *« 

«  .  »      ;  ,      *  • 

.  Aus  dem  fünften  Jahrhundert  fchreibt  (ich  eins 
gefchmackloie  Sammlung  zufammen  gefetzter  Arzney* 
mittel  von  Marcellus,  von  Bordeaux,  der  Leibarzt  des 
Karfers  TheodoGus  I.  war.  Sie  ift  in  Henr.  Stepha- 
Clus  grober  Sammlung  abgedruckt,  und  Reinefius  hat 
in  feinen  var*isiectionibus.Beyträ*ge  zur  Erläuterung 
der.,  vorkommenden  Arzney mittel  geliefert«  Dies 
war  im  fo  nöthiger,  da  der  Verf.,  als  Gallier,  die 
Pflanzen  zum  Theil  mit  cehifchen  Namen  belegr. 
<Symphytum  TTeifctrbey  ihm  Halus  (3i.)>  Borrago  Bwn- 
dunculus  (5«j,  Menyanthes  trifoliata  Vifumärut 
Sambucus  Ebiilut  Odocos  (7.),  worin  man  das  deutfche 
Attich  zu  finden  glaubt;  Polygonum  Convolvulos  Ti- 
piofia  (17O1  Nymphaea  BadUts  (33.),  Thymus  Ser> 
pyllum  G Horum  :>(fiTi}*  . •  £■  —  ,l  r  , 

Palladius  Ru tili us  Tau rus  AemilianuSy  ein  rfl» 
mifeher  Landwirrh^  der  in  Sardinien  und  bey  Neapel 
fiüier  befafc  (tqllad.  4,  10.),  mufs  im  fünften  Jahr- 
hundert gelebt  haben,  weil  er  von  Gaffiodor  (ditf. 
lect.  2.0.)  und  Ifidor  (pr/g.  17, 1.)  angeführt  wird,  Auch 
fpricht  fein  fchlechtes  Latein  für  dies  Zeitalter.  Er 
Kfnterliefs  einen  Haushaltungs  •  oder  Wirthfchäfts  - 
Kalender,  den  Schneider  gründlich  bearbeitet  hat. 

Wir  finden  weniges  anzumerken.  Im,  Januar 
(2,4*)  fäet  er  jgalatifche  Gerfte,  cicercula  (^Lßthyrus 
fatiiius)%  ervum  (Vicia  Ervilia),  Fönugräc,  Speyer« 
Jinge:  die  letztere  pfropft  er  auch  auf  Quitten  (2,  i5.). 
Von  den  Erven  hat  er  fchon  die  Erfahrung  fpäterer 
Zeit, '  dais  He  dem  Rindvieh  fchadtm  (3,  7,),  Hanf 
(cannabus)  fäet  er  im  Februar  (3,  5,)»  Die  goldgel- 
ben Blümchen  (  Antheren)  in  der  Mitte  der  Rofe  muf- 
fe man  nicht  fflr  tonSaaraen  halten;  diefer  fey  ia  der 


»  1 


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Barbarey  unter  Griechen  und  Rooiern*  187 

Jcleineri  Birne  unter  der  Blume  enthalten  (3,  21.). 
,  Im  Februar  Jegt  er  Rohr* Pflanzungen  (von  Arundo 
üonax)  an,  um  den  Wein  dran  zu  ziehn  (3,  23.). 
Steckzwiebeln  find  cepullae  (3,  «4«)»  deren  Schäfte 
werden  thalli  genannt«  AJter  Kohlfaamen  verwandle 
fich  in  Rübfaamen.  Auch  colocafia  pflanzt  er  im  Fe* 
broar  (3,  Von  der  cicercula  unterfcheidet  er 

ausdrücklich  cicera  und  cicer;  jenes  ift  Latbyrus  Ci* 
cera :  dies  Cicer  arietinum  (4,  4«  £•)•    Beytn  Spargel* 
bau  kommt  der  Ausdruck  fpongia  afparagorum  für 
die  nach  oben  erhaben  ausgebreitete  Wurzel  vor  (4 
g.).    Die  Caprification  der  Feigen  räth  er  auch  an  (4> 
10.),    Im  April  fäet  er  zizipha  (5,  4*)*    Im  Septem* 
ber  £aet  er  cantherinifche  Gerfta  (10,  4*)«  Wicken, 
Fönugräc  und  Lupinen,  als  grüne  Düngung  (10,  8. 
9,):   Schminkbohnen  (fafelns)  zur  Spcjfe  (10,  1 2.). 
Auch  Nigella  fativa,  unter  dem  Namen  gith  (10, 1 3.), 
und  Sefam  kennt  er  (11,         Wenn  man  die  Sorge 
für  Jahrhunderte  übernehme ,  fo  könne -man  Geb  mit 
der  Cultur  der  Palmen  befchäfftigfn  (11,  12.),  Aitb 
dem  Gargilius  Martialis  fübrt  er  vieles  an :  unter  ah* 
dem  den  Anbau  der  hypametides ,  Früchte  den  Spey* 
erlingen  ähnlich,  mit  weiblicher  Blüthe  (12,  40* 


Im  fechsten  Jahrhundert  lebte  Kofmas,  ein  ägy* 
ptifober  Mönch,  mit  dem  Zunamen  Indicopleußes t 
deffen  Topographia  chriftiana  früher  von  IVlontfaucon 
(collect,  nov.  patr.  graec.  tom.  2.)  und  dann  in  Vete*- 
rum  p<ttrum  anal,  nov.  Venet.  17&1,  fol.  herausgege- 
ben worden.  Sein  Zeitalter  Jäfst  fieb  febr  genau  be- 
ftimmen:  denn  er  fpricht  vom  alexandrinifchen  Pa* 
triarchen  Theodofius,  und  deffen  Nachfolger  Timo* 
theus,  als  feinen  Zeitgenoffen  {Cofrru  IridicopL  topögr, 
chrifCi.hh.  10.  p.  i£»4*)*  Auch  fagt  er  (p,  21,),  dafs 
er  vor  a5  Jahren  beym  Anfang  der  Regierung  Kaifer 


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»88  Dritte»  Buch.   Erftes  Kapitel. 

Juftinians  am  obern  Nil  gewefen,  als  Elesban,  der  Kfl. 
r»g  von  Ax-om,  den  Krieg  gegen  die  Homeriten  ank- 
langen.*)   Er  mufs  alfo  in  der  erften  Hälfte  des  fech- 
ten Jahrhundertf  gelebt  haben.     Früher  hatte  er 
Handlung  getrieben,   und  in  diefer  Abficht  Aethio- 
pien  ,  Arabien  und  Indien  durchreifet.    Er  fchrieb 
eis  Mändh  .feine  Topographie,  um  den  von  Lactanl 
tms  (•  a,  t6.)  werft  aufgehellten  Grundfatz  von  der 
nioht  kugeligen  Geftalt  der  Erde  zu  beweifen-  er 
halt  die  Erde  für  ein  Parallelogramm  mit  gewölbten 
Mauern  eingefchloffen,  und  beruft  fich  vorzüglich  auf 
Jfd.  4o,  22.,  welche  Stelle  er  fo  nberfetzt:   «  otv'm- 

da  es  doch  eigentlich  heifst:  der  die  Himmel  wie  ein 
feines  Gewand  (pi)  ausdehnt,  und  fie  wie  ein  Zelt 
ausbreitet,  worunter  man  xvohnen  kann.  Er  erzählt 
dann,  wie  er  das  Mittelmeer,  den  arabifchen  und 
periifchen  iVJeerbufen,  des  Handels  wegen,  durchfchifft 
habe,  und  bis  nach  Zingion  (Zanguebar)  gekommen 
Hb.  2.  p.  ,  ■>.),  Er  gelangte  auch  bis  Taprobane,  wel- 
ches er  aeJediba  mit  den  Indiern  nennt,  fo  wie  Sina 
die  Halbinfel  jenfeits  und  Barbaria  die  Halbinfel  dies, 
fe.ts  d«  Oanges  (p.  ,<,.).     ,„  dem  ^        ^  ^ 

auch  Phifon  nennt,  fand  er  n&ip«  (Nelumbium)  und 
die  fo  genannten  üsiXay»&lx  (Arum  Colocaßa  ?)  wje 
auch  IfJU«  {Malabathrum)  und  W«p«  {Nymphae* 
Locus  p.  28.).    Das  Mdfchusthiw  und  die  Jagd  deffel- 
ben  fah  er  in  Indien :  doch  ift  e3  wohl  Verwechfelunc 
•wenn  er  es  auch  Kaßuri  nennt  (lib.  1 1 .  p.  ,  67  )  Die* 
Pfefferftaude  fah  er  in  Male  (Malabar) :  er  befchreibt 
Ihr  Behlingen  um  andere  Pflanzen  (p.  16S.)  Dann 
fpricht  er  von  der  Kokospalme  unter  dem  Namen  ü(- 

»)  Ueber  diefen 1  Krieg  vergleiche  man  Procop.:bell 
perf.  ,,       Atfemani  bibl.  orient.  vol.  3.  P.  2^69. 


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Barbar  ey  unter  Griechen  tvmd  Römern.  1$9 

•yAX/Ä,  welches  offenbar  das  arabifche  l3-*-^v^>  ift: 

von  dem  füfsen,  wei nicht en  Saft  derfelben,  den  man 
Qoyxo<rofy*  nenne,  wie  noch  jetzt  furo,  der  Saft  der 
Kokospalme  heifst.  Für  das  Reifen  der  Frucht 
gebraucht  er  den  Ausdruck  rayytfa:  dies  Wort  erin- 
nert an  den  malabarifchen  Namen  der  Kokosnuß 
tenga. 

Angehängt  ift  ein  rohes  Bild  von  dem  Kreis  der 
zwölf  Monate ,  nebft  den  ägyptifchen  Erzeugniffen  ei- 
nes jeden.    Der  Pharmuthi ,  oder  März,  giebt  Zwie- 
beln (cxopoäa) :  derPachon,  oder  Mai,  Artifchocken 
(kivu^ä)  :  der  Payni  (Junius)  Aprikofen  (xkqvx  dqps- 
v/a):  derEpiphi  (Julius)  frühen  Weizen  (ctroq  üwij7rc£S5 
ft.  HOirtopoigot) :  der  Mefori:  (Auguft)  Feigen  und  Wein- 
tranben  (<nJx*,  <rra<£uX«*):   der  Thot  (September) 
Oliven  ( iXottclhoxos  ft.  iXuioQohxavx ,  Olivenkelter):  der 
Pbaophi  (October)  Datteln  (<fo/wxf$):  der  Athyr  (No- 
vember) Spargel  (icnrotQOi^U) :  der  Choiac  (December) 
Naiven  (^mhixoti) :  der  Tybi  (Januar)  Endivien  (*vtJ- 
ßtoi):   der  Machir  (Februar)  Flachs  (dyXinct):  der 
Phamenot  (März)  Agrumen  (air^a).    Endlich  werden 
fehr  rohe  Abbildungen  der  Kokosnufs  und  der  Pfef- 
ferpflanze hinzugefügt» 


Im  fiebenten  Jahrhundert  lebte  Ißdorus,  als  Bi- 
fchof  von  Sevilla,  daher  er  Hifpalenfis  genannt  wird. 
Er  war  von  gothifcher  Herkunft  und  ftarb  636.  Un- 
ter dem  Titel  Origines  (ed.  Vulcan.  Bafil.  1077  fol.) 
hinterliefs  er  ein  Werk,  welches  wenig  mehr  als  die 
Kunftausdrücke  in  allen  damals  bekannten  menfchli- 
chen  Künften  und  Wiffenfchaften  enthält.  Denn  feie 
zwey  Jahrhunderten  war  die  römifche  Sprache,  die 
in  Spanien  nie  rein  geredet  worden ,  durch  die  Ver- 
mifcbung  mit  dem  Weftgothifchen  fchon  fo  verändert, 


■ 

190  Drittes  Buch.  Erbe*  Kapitel. 

dafs  trian  die  alten  rÖmifcben  Schriftfteller  nicht  mehf 
verftand,  fondern  eines  Wörterbuchs  bedurfte,  wel- 
ches Ifidor  mit  Ableitungen  der  dunkeln  Wörter  liefer- 
te. Indefs  fehlte  es  ihm  gerade  zu  den  letztern  an 
den  nöthigen  Kenntniffen  ;  daher  er  fo  oft  einen  grie- 
chifchen  Urfprung  des  Worts  annimmt»  als  ihm  der- 
felbe  nicht  klar  ift.  Das  Gebzehnte  Buch  ift  den  Kunft- 
ausdrücken  des  Ackerbaus  gewidmet»  und  enthält 
daher  eine  Menge  Pflanzen -Namen,  deren  Ableitung 
oft  fehr  fonderbar  ift»  Zur  Pfirfich  (mal  um  perficum) 
zählt  er  die  Aprikofen  (praecox,  armeniacum)  und 
hat  diefelbe  Fabel  von  der  giftigen  Befchaffenheit  der 
Pfirfich  in  ihrem  Vaterland,  wozu  wahrfcbeinJich  die 
Verwechfelung  mit  irigviov  Gelegenheit  gegeben  (17, 
7.).  Den  Namen  foll  die  Pfirfich  von  Perfeus  haben, 
von  dem  diePtolemaer  Ihr  Gefchlecht  herleiten  woll- 
ten. Mella  nennt  er  den  cyrenifchen  Lotus,  dem  et 
aber  den  faifchen  Namen  der  fyrifchen  Bohne  giebt. 
Coquimella  (aoaKvfJuijXict)  find  die  Pflaumen.  Melofos 
foll  auf  punifch  die  Pflanze  heifsen,  welche  Ammo- 
niak giebt.  Der  fycomorus  werde  von  den  Lateinern 
Celfa  genannt,  wegen  der  Höhe  ihres  Wuchfes*  Von 
der  Fichte  erhalten  wir  die  intereflante  Nachricht, 
dafs  in  den  lnfeln  Germaniens  (Rügen)  der  ausfcb wi- 
tzende Saft  zum  elecerum  (Bernftein)  werde  (17,7* 
col.4t6.):  eine  alteSage  zur wahrfcheinlichen Erklä- 
rung feines  Urfprungs.  Myrica  werde  von  den  La* 
teinern  iramaritia  (tamarix)  wegen  der  Bitterkeit 
(amaritudo)  genannt.  Den  Oleander  nennt  er  rodan- 
darum,  vulgo  lorandeum  (jetzt  fpanifch  elotndro)* 
Die  Pfefferftaude  foll  dem  Wacholder  ähnlich  feyn 
und  am  Kaukafus  wachfen  (17,  8.)«  Toxica  heifsen 
die  Gifte,  weil  tie  vorzüglich  vom  Taxus,  am  meiften 
bey  den  Kantabriern,  hergenommen  werden  (daf.). 
Reubarbarum  fcheint  bey  ihm  doch  noch  einerley  mit 
Reuponticum  tu  feyn :  wenigftens  ift  fonft  nicht  klar, 


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Barbarey  unter  Griechen  und  Römern,       jo,  x 

* 

dafe  er  unfere  Rhabarber  verbanden,  Citocatia,  vul-\ 
gocitocotia>  heifst,  wegen  ihrer  Purgirkräfte,  Euphor- 
bia Lathyris  (jetzt  fpanifch  catapucia).  Der  Schwamm 
zum  Zunder  werde  vulgo  efca  (jetzt  fpanifch  yejca) 
genannt  (17,  9.).  Inula  werde  von  den  Bauern  (Go- 
then) a/am,  alant  genannt  (jetzt  fpanifch  alla)f 


Aus  dem  zehnten  Jahrhundert  beßrzen  wir  eint 
Sammlung  von  Vorfchriften  zum  Ackerbau  und  zur 
Haushaltung,  welche  in  Konftantinopel  von  einem 
Bithynier,  Kafßanus  Baffus,  veranstaltet  und  dem 
Kaifer  Konftantin  VII.  Porphyrogennetus  gewidmet; 
•wurde.  Diefe  Sammlung  ift  unter  dem  Namen  ysw 
vrovixd  am  heften-  von  Niclas,  Leipz.  1781«  8.  heraus- 
gegeben» Sie  enthält  Auszüge  aus  frühern,  verlor* 
nen  Schriften  des  Julius  Africanus  (im  3ten),  des  Ana« 
tolius  (im4ten),  des  Apfyrtus  (im4*pn),  des  Apule* 
Xus  (im  3ten  Jahrh.),  des  Dionys  von  Utika  (100  J. 
vor  Chr.)  und  des  Diophanes  aus  Bithynien  (f.  oben 
$.121*)»  des  Julius  .Florentinus  (im3ten),  des  Juba 
(f.  oben  S.  i35.)|  des  Pamphilus  aus  Alexandrien 
(f.  oben  S.  in.),  der  Brüder  Quintilius  (im  3ten 
Jahrhundert),  und  Anderer,  deren  Zeitalter  unbe* 
ftimmt  ift.  Auch  kommen  mehrere  falfche  Namen 
vor,  z.B.  Hippokrates  und  Demokritus  von  Abdera 
(f.  oben  S.  45.). 

Für  die  Gefchichte  der  Pflanzenkunde  ift  es  in- 
tereffant,  die  allmäl}lige  Veränderung  der  Pflanzen - 
Namen  zu  bemerken,  ©i^ußp«  heifst  hier  fyvfjißf)  (iot 
42.  i2,t.  i5, 2.),  wie  Ce  auch  Nic.MyrepGkus  (fect.  1. 
c.  100.)  fchreibt.  Jetzt  heifst  fie  fytfjißi}  und  d&Qi'pß* 
{Forskol  ß.  conftant*  p.  XXVlil.  Smith  proär.  fl. 
graec.  1,  397.).  Der  wirstpcs  werde  \cn  Einigen  (fa* 
tot  genannt  (2,  6.).  Eben  dafelbft  werden  die  iVfrou* 
et;,  der  /3curcjuo;>  (j^komUtirco^  und  das  ß^rgu^iev  be- 


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*9*  JMttei  Büch.   Erfces  Kapitel« 

fchrieben.  Cuminum  Cyininum  heilst  hier  *Ägv*j8«- 
hov  (2,28.)^  wie  bey  Symeon  Seth,  Joh.  Actuarius 
iind  Nik.  Myrepiikus.  Rosmarin  heifst  levtyokißxvog 
•(n,  16.),  wie  ebenfalls  bey  den  fpätem,  und  noch 
Jetzt  (Forsk.  fl.  confi.  p.  XVIII.  Smith  prodr.ß.  graec. 
1 .  p.  1 2.).  Bubon  macedonicus  heifst  HohifAsvrov  (cön- 
dimentum,  12/1.  Sedmaß  Plin.  exerc.  p.  8g5.) :  Beta 
vulgaris  rsurkofäifav  (daf.):  die  feinern  Lactuc- Arten 
/&*pouX*$  und  fjM^ovXt»  (daf.) :  die  jungen  Kohlfproffen 
K^xfxßxcwi^xye;:  Spinat  ift  wabrfcheinlich  csurXotAo- 
Xc%oc  (daf.):  Blumenkohl  yoyyxikovrtxqxyo^:  Apriko- 
fen  ßegiKOMix  (ioy  73.):  Lavatera  arborea  hevhgofxxXux^ 
(i5a5.).  1 

4 

Aus  dem  elften  Jahrhundert  haben  wir  eine 
kleine  Schrift  über  die  Kräfte  der  Nahrungsmittel 
(iti$l  rqctpwv  Zvvxpswv  ed.  Gyrald.  Bafil.  i558.  8.),  die 
einen  Symeon  Seth,  Auffeher  der  Reichs  «Kleinodien 
im  Pallaft  des  Antiochus  ( iCQwTcßscrTxpxitf)  unter  Kon- 
ftantinlX.  und  feiner  Tochter  Zoe,  zum  Verfafler  hat« 
Von  Michael  Papblagon  (1008)  vertrieben,  floh  er  in 
ein  Klofter  auf  dem  thracifchen  Olymp  (Georg.  Ge« 
ären.  hißt,  p.  7J7.) ,  wo.  er  einen  Auszug  ans  Michael 
Pfellüs  Schrift  Uber  die  Nahrungsmittel  machte,  und 
diefen  dem  Michael  Ducas  (1067)  widmete.  (Leo  AU 
tat.  de  Simeon,  p.  i  8 1 .)  In  diefer  Schrift  kommen 
fchon  manche  morgenländifche  Pflanzen  vor,  die  man 
näher  durch  die  Saracenen  kennen  gelernt  hatte.  In 
feiner  Zueignung  Tagt  Symeon  felbft:  es  hätten,  au- 
fser  den  Griechen,  viel  Perfer,  Agarener  und  Indier 
über  diefe  Gegenftände  gefchrieben.  Gewürznelken 
als  Kaguc$uXX«,  Mufcatnüffe  als  hJIqua  i^ia^xriax.  Oci- 
mum  heifst  hieT2uerft  ßx<rikiKOvy  Gurken  xyyoipx  und 
rsTQxyyovQtXf  Artemifia  Dracunculus  rap%ois  Solanum 
Melongena  pxföaviov.  Kamfer  (nx(povgx)  fey  der  ver- 
dickte Saft  eines  grofsen  Baums  in  Indien,  in  deffen 


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Barbarey  unter  Griechen  und  Röaern;  193 

Schatten  wohl  hundert  Menfchen  Platz  finden:  das 
Holz  fey  leicht  und  fch wammig  (v*p$#xci>8f$).  HuXaXiy, 
AgaJlochüm,  davon  gebe  es  zehn  Arten.  Darunter 
heifse  eine  <r*p<pt*  von  <r«^u(pjf,  einer  Stadt.  (Edrifi 
geogr.  nub.  p.  Zj.  nennt  eine  der  äu&erften  indifchen 
Infein  San/.) 

Michael  Glykas*  deffen  Zeitalter  unbestimmt  ift,  , 
hat  im  erften  Theil  feiner  Annalen  einige  Beyträge 
zur  Teieologie  der  Pflanzern  (GTyc*  annt  pt  12.  ed. 
Labbe.  Parif.  i66ö;foJ.)    Der  HeJIeborus ,  die  Man» 
dragora,  das  Opium  und  der"  Schirling  feyn  freylich 
Gifte ,  aber  in  Händen  der  Kdnftler  treffliche  Arz« 
ney mittel.     Bäüme,  deren  Früchte  zart  feyn,  wie 
Feigen,  haben  dicke,  und  die,  deren  Früchte  hart 
feyn  ,  wie  die  Wallnttffe,  haben  dünne  Glätter.  Jene 
bedürfen  wegen  Schwäche  einer  gröfsern  Hülfe :  die« 
fen  würde  einä  dichtere  Decke  fchädlich  feyn.  Das 
Weinblatt  fey  eingefchnitten  ,  damit  Luft,  und  Licht 
leicht  durchgehn  können.    In  Palmen  fey  die  phyfi« 
fche  Liebe  etwas  Paradoxes^    fis  beuge  fich  das  Weib* 
ehen 5  von  Liebe  entzündet*  tinter  der  männlichen 
Pflanze,  und  ftrebe  nach  Umarmung.    Die  Raute  un- 
ter Feigen  gefäet  Werde  Schärfet1;  denn,  was  in  dem 
Feigenbaum  fcharf  fey,  gehe  zur  Raute  über. 

Der  letzte  griechische  Schriftfteller,  deflen  wir 
erwähnen,  ift  Nikolaus  aus  Alexandrien,  mit  dem 
Beynamen  Myrepfikus,  der  unter  Johann  III.,  mit 
dem  Titel  Aktuarius,  Leibarzt  war.  (Georg*  Acropolit, 
epie.  chron.  p4  34*  ed*  Parif.)  Er  hinterliefs  ein  Werk 
über  die  Zufammenfetznng  der  Arzneyen,  welches 
latcinifch  überfetzt  in  der  Sammlung  von  Henr.  Ste- 
phanus  befindlich  ift.  Ausdrücklich  führt  er  fchon  * 
den  Mefue  an :  auch  findet  man  Unzählige  Beyfpiele, 
dafs  er  die  Araber  benutzt  hat.    Die  letztern  nannten 

den  Zimmt  <J&*        Dar-fini:   daraus  macht  er 

Geich,  d.  Botanik,    t.  B.  l3 


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Drittes  Buch«    Erftes  Kapitel«  :/! 


aptrcv/nov,  den  er  als  giftwidrig  rühmt  (fect.  32.  c.  21.). 
Er  erwähnt  zuerft  unter  den  Griechen  der  Tamarin- 
den, unter  dem  Namen  oj;\)(polv£  (fect.  1.  c.  24.);  der 
Caffia  Fiftula  als  yX\)KoacH\oiijLo<;  (fect.  1.  c.  449.)  >  der 
Salvia  Horminum  als  &vToyaX>)  (fect.  5.  c.  62.).  Cy- 
perus  rotundus  heifst  &Qvxßi  (fect.  1.  c.  64.)  •  Phala- 
ris  canarienßs  ocvefMXo^roq  (3,  4^.):  Iris  tuberofa  igpo- 
hxKTvXos  (1,  47^0 :  Arctium  ßardana  tiXu<piq  (1,412.), 
wahrfcheinlich  aus  lappa  entftanden :  Pfirlichen  hei- 
fsen  poB«K>3VfÄ  (3,  95.).  Unter  die  neuern  durch  die 
Araber  bekannt  gewordenen  Arzneymittel  gehört 
auch  die  Rhabarber,  p sov  ßx(ißxQov  (1,21.  i55.):  denn 
felbft  die  Rha,  deren  Ammianus  Marcellinus  (22,  8.), 
als  an  der  Wolga  (Rha)  wachfend  erwähnt,  iftRheum 
Rhaponticum.  Es  gehören  dahin  Hie  Früchte  der 
Caffia  Senna  (1,  465.  472.),  die  Früchte  von  Phyllan-  „ 
thus  Emblica,  fJLVQcßxXotvot  euttXst^  (1,24.)«  Ferner 
kommen  die  Erdbeeren  unter  dem  Namen  (ppotyov'ki 
(3,  46.)>  Erodium  mofchatum  als  /4scr2te/3oTavcv  (daf.)  , 
Betonica  orientalis  als  fye<7toßorxvcv  (i,  1.),  Buborn 
macedonicus  als  pxy.elovivtov  tTTrtpux  (daf.),  Cynanchum 
Vincetoxicum  als  ßiffTiTcariKov  (1,  89.);  Baumwolien- 
faamen  als  ßxußxKtov  (i,4~5.),  Artemifia  camforata 
'    als  KÄ^oup«?  ßoTecvq,  Agroftemma  Gilhago  als  xcxäX/; 

ToZ  c/tCU  (4)  2«)  vor« 

Zweytes  Kapitel. 

Karls  des  Grofsen  Capitularia. 

Jene  aus  mehrern  Jahrhunderten  gefammelten 
dürftigen  ßruchftücke  lehren  den  gänzlichen  Verfall 
wiffenfchaftlicher  Kcnntniffe  im  Morgenland.  Noch 
dichter  war  die Finfternifs,  die  das  Abendland  bedeck- 
te: denn  hier  lieferten  mehrere  Jahrhunderte  kaum 

♦  • 

♦ 


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V 


Drittes  Buch.    Zweytes  Kapitel.  I95 

einen  einzigen  Mann,  der  die  nothdflrftigften  Kennt- 
niffe  des  gemeinen  Lebens  befeffen  hätte.    Bey  den 
Benedictiner- Mönchen,  deren  Orden  529  zu  Monte 
Caffino  geftiftet  wurde,   mufs  man  allein  die  Ich  wi- 
chen Ueberrefte  gelehrter  und  nützlicher  Kenntniffe 
fachen.    Der  Unterricht  der  Jugend  und  das  Abfchrei- 
ben  alterHandfchriften  waren  ihnen  urfprünglich  zur 
Pflicht  gemacht;    und,   nachdem  Papft  Gregorder 
Grofse  unter  der  Anführung  des  Abts  Auguftin  eine 
Kolonie  Von  Benedictinern ,   als  Mifßonare  auf  die 
brittifche  Infel  gefchickt  (597),  fo  wurden  auch  Ur- 
barmachung des  Bodens,  Acker  -  und  Gartenbau  ihre 
Hauptpflichten.    Hie  durch  machten  fie  fleh  bey  den 
Angelfachfen  beliebt:    auch  nach  Deutfchland  und 
Holland  fchickten  die  Benedictiner  Britanniens  Pre- 
diger des  Chriftenthums  und  Beförderer  des  Land« 
baus  und  anderer  nützlicher  Kenntniffe.  Columba 
warder  erfte,  Bonifacius  (Winfried)  der  berühmtefta 
und  thätigfte  Miffionar  der  brittifchen  Benedictiner, 
jener  im  fiebenten,    diefer  im  achten  Jahrhundert. 
In  einem  grofsen  Buchenwalde  legte  Bonifacius  das 
Klofter  Buchonia  (jetzt  Fulda)  als  Pflan2fchule  an, 
wo  feine  Mönche,-  die  von  ihrer  Hände  Arbeit  leben 
foilten,  den  Unterricht  der  Jugend  und  die  Beförde* 
rung  desAckerbaus  erlernten. 

Die  wohlthätigen  Zwecke  diefes  Ordens  fielen 
dem  frankifchen  Eroberer,  Karl  dem  Grofsen,  zu 
fehr  auf,  als  dafs  er  fleh  nicht  auch  mit  brittifchen 
Benedictinern  hätte  umgeben  und  ihren  Einflute  auf 
die  Bildung  der  befiegten  Völker  befördern  fallen. 
Ihn  felbft  hatte  Alcuin,  ein  brittifcher  Mönch  von 
ungewöhnlicher  Gelehrfamkeir,  unterwiefen;  die  fem 
und  dem  Bifchof  Theodulf  von  Orleans  tibertrug  er 
die  Anlegung  der  Kathedral  -  und  Klofterfchuleo« 
An  feinem  Hofe  bildete  fleh  eine  gelehrte  Gefellfchaft, 
die  faft  nur  aus  Britten  beftand  und  fleh  einer  vom 

i3  • 


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Drittes  Buch.    Zweytet  Kapitel. 


Kaifer  geftifteten  Bibliothek  bediente.  {Alcuin.  opp. 
vol.  i.  p.90.  94«  Launoy  opp.  tom.  4.  P.  I«  p.  1 1  .f.) 

Er  gab  Verordnungen  (cap'uularia)  über  den 
Unterricht  der  Jugend,  den  Anbau  des  Landes  und 
die  Anlegung  von  Garten ,  und  die  brittifchen  Bene- 
dictiner  waren  es,  die  die  Gewächfe  einzeln  aufführ- 
ten, welche  in  Gärten  der  kaiferlichen  Pfalzen  gezo- 
gen werden  follten.  Diefe  capitularia  find  von  Steph. 
Baluze  zu  Paris  1677  fol.  gefammelt,  das  capitulare 
de  villis  von  Eckhard  in  comment.  de  reb.  franc. 
orient.  tom.  2.  herausgegeben,  und  von  Bruns  {Beytr. 

den  deutfchen  Rechten  des  Mittelalters,  Helm  fr. 
1799.)  und  Anton  (Gefch.  der  deutfchen  Landwirth- 
fchafty  Th.  1.  S.  175.  f.)  erklärt  worden. 

Der  Bau  des  Krapps  (warentia,  franz.  garance), 
des  Waids  (waisdo)  und  der  Karten  (cardones)  zur  Zu- 
bereitung  des  Tuchs  follte  allgemein  feyn  (§.  43.). 
Als  Faftenfpeifen  werden  Fennich  (panico)  und  cete- 
rach  genannt  ($.44.).  Was  unter  dem  letztern  zu 
verftehn  ,  ift  nicht  klar. 

In  den  Gärten  follten  gezogen  werden  (§.  70.): 
Lilien,  Rofen,  Fönugräc,  Coftum  ( Bai famita  vulga- 
ris), Salbey,  Raute,  Abrotanum ,  Gurken,  Kürbiffe, 
Melonen,  Schminkbohnen  {fajeolum) ,  Kümmel  (ci- 
minum),  Rosmarin,  Feldkümmel  (careum),  Kichern, 
Meerzwiebeln  (Jquilla),  Schwertlilien  (gladiolus), 
Dragon  (dragontia) ,  Anis,  coloquintides  (?),  Helio- 
tropium  europaeum  (folfequium)  f  Ammi  maius 
(Ameum),  Sium  anguftifolium  (fdumi  gutes  Viehfut- 
ter), Lac  tue,  Nigella  fativa  (gith),  Braffica  Eruca 
(eruca  alba),  Sifymbrium  Nafturtium  (nafturtium), 
Rumex  acutus  (parduna),  Smyrnium  Olusatrum  (o/£- 
fatum),  Peterfilie  {petrefdinum) ,  Sellen  (apium), 
Iiiebftöckel  (levifticum) ,  Sa  de  bäum  (Javina),  Dill 
{anetum) ,  Fenchel  {feniculum),  Endivien  (intubae)^ 
üriganum  Dictamnus  (diptamnum),  Senf,  Saturey* 


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Karls  des  Großen  Capitularia.  107 

Münze  (ftfimbrium),  Bachmünze  (mentoßrum),  Rhein- 
farrn  (tanarita),  Nepeta  Cataria  (nepta),  Erythraea 
Centaurium  (febrlfugia) ,  Mohn  (papaver) ,  Mangold 
(beta)y  Afarum  europaeum  (vulgigina)y  Althaea  of- 
ficinalis  (ibifcJia,  mismafoa)>  Malva  fyJveftris  (malva), 
Mohrrüben  (caruca\,  Paftinaken  (paftenaca),  Oar- 
tenmelde  (adripia)y  Blitum  capitatum  (blida),  Kohl- 
rüben (ravacÄ),  weifser  Kohl  (caulos) ,  Schnitt- 
lauch (brhtlas),  Perllauch  (uniones)y  Porre  (porros)> 
Rettich  (radices),  Schalotten  {aßalonitae) ,  Zwie- 
beln (0*7*1),  Knoblauch  (a/ia),  Bohnen  (/a&ae  ma- 
iores)  7   Erbfen  (piß  maurifci) ,   Euphorbia  Lathyris 
(laeeeridae)  ,  Salvia  Sclarea  (ßlareia) ,  Sempervivum 
tectorum  ( Jov«  barba).    Die  letztere  foll  der  Gärt- 
ner an  feinem  Haufe  ziehn, 

An  Baumen  follen  fie  haben:  Apfel-,  Birn-- 
und  Pflaumenbäume  verfchiedener  Art,  Eberefchen, 
Mifpeln,  Kaftanien,  Pfirfichen,  Quitten,  Hafelnüffe, 
Mandel  -  und  Maulbeerbäume,  Lorbeer-,  Feigen-, 
Nufs  -  und  Kirfchbäume  verfchiedener  Art,  auch 
Speyerlinge  (fpiranea).  Diefe  Früchte  follen  in 
trocknen  Kellern  aufbewahrt  werden  (per  ariciis ßr- 
vatoria),    Vergl.  Bruns  S.  419. 

In  dem  Breviarium,  oder  der  Beftandrechnung 
der  herrfcbaftlichen  Sachen  Karls  des  Grofsen,  die 
Eckhard  herausgegeben,  finden  fich  auf  dem  Kam- 
mergut zu  Treola  an  Garten  -Gewächfen  (Anton  a.  a.  O. 
S.  266.),  aufser  einigen  der  oben  angeführten,  auch 
acrimonia  (Odermen nig) ,  Kerbel  und  Koriander. 

Eckhard  liefert  auch  (comment.  rer.  franc.  or. 
2,  980.)  ein  Verzeichnifs  von  Arzneymitteln  ,  die  zu 
Karls  des  Grofsen  Zeit  befonders  gangbar  waren.  Au- 
fser den  angeführten  kommen  hier  vor:  Pimpinella 
Saxifraga  (pipinella),  Acercampeftre  (acer),  Glechoma 
hederacea  (gundereba),  Erythraea  Centaurium  (centau- 
r/a),  Aiuga  Chamaepitys  (camipitcum) ,  Rubus  caefius 


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198  Drittes  Buch.    Zweytes  Kapitel* 

(fraßfolia  erobrama)>  Rübfaat  (caulifemi  cholfamo) 
fcusHypogloflum  {bislingua\  Erodium  mofchatum  (a£- 
tiotis  chraneunito),  Potentilla  reptans  {quinquefolium\ 
Cynanchum  Vincetoxicuin  (VincatoJJica)y  Geum  rivale* 
(benedicium)  y  Ocimum  baGlicum  (bafdica),  Rheum 
Rhaponticum  (reopantinum) ,  Artemifia,  Nymphaea, 
Gewürznelken  (gariofilae),  Tormentille  (turneüa)% 
Teucrium  Chamaedrys  (gamandrea),  Polygon  um  avi- 
culare  [centonodia) ,  Origanum  vulgare,  Aiuga  Iva 
(*va),  Plantago,  Spargan  iura  ramofum  {fparga)y 
Afplenium  Trichomanes  (fäxifraga ßeinpreha),  Hanf 
(canape),  Sauerklee  (allehiju),  Abfinthium,  Millefo- 
ljum,  Oentiana  und  Marrubium. 

Der  Ruhm  des  grofsen  Karl  ward  in  der  Botanik 
durch  den  Namen  der  Carlina  von  den  Italienern  er« 
halten.  {Dodon.  fiirp.  726.) 

Drittes  Kapitel. 

Mönchifche  Bearbeitung  der  Pflan- 
zenkunde. 

Da  bey  den  Geiftlichen  allein  einige  Refte  der 
wiffenfchafdichen  Bildung  übrig  geblieben  waren :  fo 
fuchte  der  grofse  Kaifer  diefe  dadurch  zu  erhalten, 
dafs  er  die  Lehr-Gegenftände  in  den  Klofter-  und 
Domfchulen  vorfchrieb.  Es  waren  aber  die  foge- 
nannten  lieben  freyen  Künfte,  von  denen  die  Gram* 
matik,  Arithmetik  und  Mufik  das  Triviumt  die  Rhe- 
torik ,  Dialektik ,  Geometrie  und  Phyfik  das  QuadrU 
vium  umfafsten.  (Launoy  de  fcholis  a  Carola  M  infiaur, 
in  opp,  tom.  4*  P»  *•)  Zu  den  letztern  ward  die  Me- 
dicin  mit  allen  ihren  Zweigen  gezählt,  und  in  der 
Hof- Verordnung,  die  Karl  zu  Thionville  8o5  gab, 
befahl  er  noch  ausdrücklich,  dafs  auch  die  Arzney- 
kunft  in  den  Klofterfchulen  gelehrt  werden !  lolle. 


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t 

Dritte«  Buch.  Drittes  Kapitel,  199: 

- 

(  Balm,  capitul.  reg,  franc.  vol.  1.  p.  295.  ed.  Venet. 
»  772.)  Der  vornehmfte  Theil  der  letztern  beftand 
in  der  Kenntnifs  und  Anwendung  der  Kräuter,  da* 
lier  es  Pflicht  der  Mönche  ward ,  diefe  aufzuziehen 
und  ihre  Kräfte  kennen  zu  lernen.  Darin  unterwie- 
Ten  fie  dann  auch  die  edeln  Frauen,  deren  Gefchäfft 
es  ward)  die  verwundeten  Krieger  zu  verbinden  und  . 
Ii  eilfame  Kräuter  anzuwenden. 

Man  fieht  leicht,  wie  höchft  empirifch  diefe 
Kenntniffe  und  Könfte  bearbeitet  werden  mufsten. 
Auch  wurden  die  Verordnungen  Karls  unter  feinen 
ichwachen  Nachfolgern  fehr  wenig  befolgt.  Lothar 
gab  zwar- noch- 829  eine  neue  Verordnung,  worin  er 
den  Klofter»  Geiftlichen  ihre  Zöglinge  und  Lehr-Ge- 
genftände  wiederholt  anwies;  allein  dies  war  auch 
die  letzte.  (Bettineüi  riforgimertfo  d'Jtaliat  tom.  1. 
p.  10.) 

Die  ganze  Gelebrfamkeit  der  folgenden  Jahr- 
hunderte beftand  im  Abfchreiben  des  Piinius,  de9 
Scribonius  Largus  und  Marcellus  Empiricus.  Meh- 
rere jener  Klofter-  Geiftlichen  ftoppelten,  unter  an- 
genommenen ehrwürdigen  Namen,  Bücher  von  den 
Kräften  der  Pflanzen  zufammen,  in  welchen  man  zwar 
Piinius  als  Quelle  nicht  verkennt,  wo  aber  der  un- 
iin nigfte  Aberglaube  das  munchifche  Zeitalter  fehr 
deutlich  verräth.    Apuleius  und  Piinius  Valerianus  dk 
herbarum  virtutibus,  Strasb.  i533.  fol.,  der  erftere 
auch  mit  Erklärungen  von  Gabr.  Humelberg,  Zürich 
i537«  4«>  das  find  folche  abgefchmackte  Erzeugniffe 
des  finftern  Mittelalters.    Man  findet  hier  die  wider- 
finnigften  Verwirrungen  der  Namen,  Mifsverftänd- 
niffe  der  Alten  und  abfichtliche  kindifche  Verdrehun- 
gen  in  folcher  Menge,  dafs  man  fich  fchämt,  bey  fol- 
chem  Unfinn  länger  zu  verweilen, 

Walafrid  Strabo  aus  Schwaben,  Schüler  des  Ra- 
banus  Maurus  in  Fulda ,  anfangs  Dechant  des  Klofters 


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90«  Drittes  Buch.    Drittes  Kapitel. 

* 

S.  Gallen ,  dann.  Abt  zu  Reichenau ,  lebte  im  nennten 
Jahrhundert,  und  fchrieb  ein  Gedicht,  unter  dem 
Namen  hortulus,  welches  Atrocianus  zu  Freyburg 
i53o.  8.  herausgegeben.  Es  werden  nur  wenige  Pflan- 
zen dürftig  befchrieben,  und  fabelhafte  Kräfte  derfel- 
ben  gepriefen. 

Aus  dem  zehnten  Jahrhundert  ftamrat  ein  abge- 
schmacktes Erzeugnifs  der  Rlofterfchulen :  Aemilius 
Macer  de  herbarum  virmtibus :  ed.  Airocian.  Friburg. 
i53o.  8.  Der  Vf.  citirt  aufser  dem  Strabo  unbekann- 
te  Namen ,  wahrfcheinlich  von  Mönchen  ,  Afclepius, 
Juftus,  Melineus,  Meniacus.  Er  nennt  die  Pflanzen 
alemannifch:  Waid  ift  gaisda,  Teucrium  Chamaedrys 
Gamandrea.    Die  Verfe  find  febr  fchlecht: 

HHut  berba  tu  frigid*  dicitur  eile  .  • 
Artemu  graec*  quae  dicitur  indeque  nomeo  .  . 

Die  Kenntnifs  der  gelehrten  Sprachen  ift  armfelig: 
was  caulis  auf  römifcb,  heifse  braffica  auf  griechifch. 
Lolium  und  nigella  feyn  eins. 

Hildegard,  Aebtiffin  zu  Bingen  (f  1180),  hin* 
terliefs  eine  Sammlung  von  Arzneymitteln  gegen  man- 
cherley  Krankheiten ,  die  unter  dem  Namen :  Phyfi- 
ca,  yqo  Jqbt  Schott  zu  Strasburg  i544  foJ.  heraus* 
gekommen, 

Jtjne  grofse  Menge  von  Pflanzen,  aber  mit  bar- 
barifchen,  Namen,  die  oft  fchwer  zu  enträthfeln  find: 
Vichbona  (Phafeqlus  2,  9.).  .  .  Wichim  {Ervum  Er- 
vilia  2,  12.).  .  Liquiricium  (Glycyrrhiza  2,22.).  .  . 
Pfeffertruch  ( Lepidium  latifolium  2,  23.).  .  •  Bach* 
minza  {Mentha  aquatica  2,  4l*)>  •  •  Wegras  {Arme- 
ria vulgaris  2,  52.).  .  .  Bqrith  (2,  72.),  Borrago  of- 
ficinalis.  .  .  Gerla  (  2,  62.) ,  Sium  Sifarum.  .  .  Stur 
(2,  540.  .  .  Coniüm  maculatum  (2,  85.).  .  .  Hu- 
mela  (2,  94.)?  Humulus,  .  .  Herba  Aaron  {Arum 
maculatum  2,  96.).  .  .    Cardus  niger  (Ca,rthamu$  co- 


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Mönchifche  Bearbeitung  der  Pflanzenkunde.  so*. 


rymbofus  2,  98.). .  .  Apiago  ( 2,  io40?«  •  •  Wehdyftel 
(2,.  106.),  Centaurea  CalcUrapa.  .  .      Venich  (Pa/iz- 
cum  fanguineum).  .  ;     Zytver  (Artemifia  Santonica 
2,  18.).  .  .     Ci>riftiana  { Hellebor us  niger  2,  25.).  .  , 
Brunnecraffum  (Sifymbrium  Nafturtium  2,  39.).  •  . 
Kömifcbe  Mentha  {Mentha  cri/pa  2,  440*  •  •  Stut- 
gras  {Triticum  repens  2,  53.).  .  .     Zizania  {Lolium 
temulentum  2,75.).  •  •    Lungwurtz  {Pulmonaria  off  * 
2,  So.).  .  .    Frafica  (Ranunculus  Thpra  2,  89.).  .  . 
Hafelvurz  (Afarum  2,  95.).    Stignus  (Solanum  infa» 
num  2,  97.).  •  .    De  Vurz  (Rheum  Rhaponticum  2, 
99.).  .  .     Winda  (Convolvulus  arvenßs  2,  io3.).  .  . 
Lylim  (2, 106.)?,  IMiumeandidum. . .  Menva  (2>  1 i3.), 
Men wel,  Rumex  acutus.  Trag.  3 18.        Ringella  (2, 
1 3o.),  Calendula  ofßcinalis. .  •  Blandonia  (2,  1 3 1 .)  ? . .  , 
Alentidium  (2.  i52.)?...  Pandonia  (2,  i55.),  Chelido- 
n'wm  malus.   Tabernaem.  1,  102.  .  .      Bafilifca  (2, 
i38.),  Ocimum  Bafilicum.  . .    Acoleia  (2,  \4o.),  Aqui- 
lrgia  vulgaris.  .  .    Saxifrica  (2,  i43.)>  Afplenium  Tri- 
ehomanes.  •  •    Denemarcha  (2,  148.) ,  Valeriana  cel- 
tica*  .  .      Gelifia  (2,  i53.),  Amarantus  tricolor.  .  , 
Dornella  (a,  i58.),  DorellaCaefalp.  Alyffumfativum. .  • 
Storckenfcbnabel  (2,  160.),  G er anium  Rober tianum. . . 
Birofavurlz  (2,  167.),  Tormentilla  erecta.  .  .  Erd* 
pfefer  (2,  168.)?,  Capficum  annuunu  .  .    Plionia  (2, 
171.),  Paeonia  ofßcinalis.  .  .    Scamphonia  (2,  172.), 
Convolvulus  Scammonia.  .  .     Hunesdarm  (2,  173.), 
Stellaria  media. .  .    Razela  (2,  i74.)>  Polygonum  Per* 
ficaria.  •  .    Dörth  (2,  175.),  Avena  fatua.  .  •  Simez 
(2, 180.)?. . .  Dacülofa  (2,  i34«)>  Panicum  Dactylon. .  • 
Cittervurtz  (2,  i36.)f  Zedoaria.  . .  Citocatia  (2,  141 
Solanum  Dulcamara.  .  .    Bervurtz  (2,  1 42*)>  Aethufa 
Meunu  •  •    Ugera  (2,  1 440»  Colchicum  autumnale.  •  . 
Ebech  (2,  146.),  Sambucus  Ebulus.  •  •  Kranchfcbna- 
bei  (2,  i5o.),  Erodium  mofchatum.  .  .    Megilana  (2, 
157.),  Solanum  Melongena.  .  .    Cicula  (2,  i5g.),  Ci? 


so»  Dritt«  Buch.    Drittes  Kapitel. 

cuta  virofct.  .  .  Weich  (2,  iG5.),  Holcus  lanasus.'  .  l 
Himmelsfchluzela  (2»  166.),  Primula  vulgaris.  .  . 
Huoflatheda  maior(2,l 169.),  Tuffüago  Peiafiies.  .  . 
Huoflatheda  minor  (2,  170.) ,  Tuffüago  Far/ara.  .  . 
Herba  Brambere  (2,  174O1  Rubus  fruticofus.  .  . 
Herba  in  qua  Walbere  (2,  179.),  Vaccinium  Myrtillus. 

Im  dritten  Buch  die  Bäume,  worunter  folgende: 
Arbor  Camforae  (3,  9I).  .  .  Quotanus  (3,  22.),  Py- 
rus  Cydonia.  .  .  Vibex  (3,  42.),  V'Utx  Agnus.  .  . 
Meltzboum  (3,  49.)  >  fyri«  Ari*-  •  •  Yffa  (5,  5o.), 
Taxus  baccata.  • .  Boncitherus  (3,  18.)?  .  .  .  Mulber- 
boum  (3,  27-)>  Morus  nigra.  .  .  Fufarius  (3,  43.), 
Evonymus  europaeus.  .  .  Hartboum  (3,  5i .),  Cernus 
mascula. 

\  «■  r 

Viertes  Kapitel. 

Pflanzenkunde  der  Araber. 

Dem  kriegerifchen  und  rohen  Volke  der  Wüfte, 
welches  feit  dem  fechsten  Jahrhundert  die  von  Mu* 
hammed  erfundene  Religion  mit  Feuer  und  Schwert 
hi  begeifterter  Wuth  ausbreitete,  und  Unwiffenheit 
und  knechtifchen  Oehorfam  gegen  den  Propheten  al- 
len Bekennern  feines  Olaubens  einfchärfte,  diefem 
Volke  konnten  die  Wiffenfchaften  und  Künfte  der 
Griechen  und  Römer  unmöglich  gefallen.  Sie  wür- 
den ihm  beftändig  fremd  geblieben  feyn,  wenn,  nicht, 
nach  befeftigter  Herrfcbaft  der  Saracenen  Ober  das 
Morgenland  und  nach  gegründetem  Khalifat  in  Bag- 
dad,  der  Friede  und  die  Künfte  deffelben,  durch  des 
edeln  Almanfor  Sorge,  ihren  Sitz  in  jener  Stadt 
des  Friedens  auFgefchlagen  hätten.  (Elmacin*  hiß.  Sa- 
rac.  2,  4.)  Die  göttliche  Vorfehung  hatte  dies  Volk 
zum  Erhalter  der  Wiffenfchaften  im  finftern  Mittel- 
alter beftimmt.    Auf  dafs  es  mit  ihnen  bekannt  wür- 


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Drittel  Back   Viertes  Ktpitel.  «03 

de,  müfsten  die  Neftorianer,  auf  Antrieb  des  Zeloten 
Cyrillus  in  Alexandrien,  durch  die  ökumenifche  Kir- 
chen •  Verfammlung  zu  Ephefus  (4^1  )  in  den  Bann 
gethan  und  von  den  rechtgläubigen  Raifern  Theodo- 
fiusll. ,  Valentinian  III.  und  Zeno  dem  Ifaurier  ver- 
trieben werden.      Sie,  diefe  fyrifche  Chriften,  die 
fich  durch  Kenntniffe  und  Gelehrfamkeit  auszeichne« 
ten,  fluchteten  Cch  an  den  Euphrat,   wurden  vom 
pernfchen  König  Pheroces  (462)  fargetreue  Unter- 
thanen  erklärt,  und  es  nahm  die  perfifcbe  Kirche  den 
Namen  der  chaldäifchen  an.   {Afßmani  bibl.  orient* 
tom.  5,  p.  39 1 .  f.)   Die  berühmte  Schule  der  Neftoria- 
ner zu  Edeffa  erzeugte  bald  Töcbterfcbulen  am  Eu- 
phrat, die  nach  dem  Mufter  der  benachbarten  jüdi- 
fchen  eingerichtet  waren  ,  und  worin  die  Werke  der 
Alten  fleifsig  gelefen  und  ins  Syrifche  überfetzt  wur- 
den.   Zu  Dfchondifabor  in  Khuziftan,  von  Sapor  I. 
im  dritten  Jahrhundert  angelegt,  war  die  berühmtefte 
Schule  der  Neftorianer.    Hier  überfetzten  fchon  im 
fünften  Jahrhundert  Hibas,  Kumas  und  Probus  die 
Schriften  des  Ariftoteles  ins  Syrifche,  und  Chenan- 
Jefchu,  Patriarch  der  Neftorianer  im  fiebenten  Jahr- 
hundert ,  gab  Commentarien  über  die  Analytik  des 
Ariftoteles.  % 

Die  gelehrten  Neftorianer  übten  die  Arzneykun- 
de  aus,  und  ftudirten,  forgfältiger,  als  überall  da- 
mals gefchab,  die  Schriften  griechifcher  Aerzte.  Da- 
durch bildeten  fie  fich  zu  gelehrten  Aerzten  aus,  die 
felbft,  nach  jüdifcher  Sitte ,  durch  öffentliche  Dispu- 
tationen lieh  akademifche  Würden  erworben  hatten. 
Als  nun  die  Rhalifen  zu  Bagdad  von  dem  Ruf  diefer 
Aerzte  hörten  und  den  Flor  der  Wiffenfchaften  in 
dem  benachbarten  Dfchondifabor  fahen ,  da  beriefen- 
fie  einige  derfelben  nach  Bagdad ,  machten  fie  zu  ih- 
ren Leibärzten,  und  veranftalteten  die  Stiftung  einer 
ähnlichen  gelehrte»  Schule,    Es  war  die  Neftoriani- 

•  *  > 


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404  .  Drittes  Buch.   Viertes  Kapitel. 

fche  Familie,  die  fich  Bukhte*Jsfchu9  Bakdftkutah, 
nannte,  die  erfte,  welche  fich,  nach  dem  Rufe  des 
Khalifen  Almanfur  (772),  in  Bagdad  anfiedeJte.  Durch 
Gefchicklichkeit,  Kenntniffe  und  Tugenden  fetzten 
fich  diefe  Neftorianer  bald  in  folches  Anfehn ,  dafs 
den  Chriften  freye  Religions-  Uebung  unter  den  Mu* 
hammedanern  geftattet  und  ihnen  die  Leitung  der 
Studien  gebildeter  Moslemin  anvertraut  wurde.  (Abtd- 
farag.  hife.  dyn.  p.  200.  f.) 

Die  Verwandtschaft  des  fyrifchen  und  arabifchen 
Dialekts  erleichterte  den  Unterricht.  Die  Neftoria- 
ner überfetzten  die  Werke  der  Alten  aus  dem  Syri* 
fcben  leichter  ins  Arabifche :  daher  giebt  es  noch  ara- 
bifche  Handfchriften  des  Diofkorides,  mit  fyrifchen 
Worten  am  Rande.  Plinius  und  Ariftoteles  erhielten 
ebenfalls  ein  arabifches  Gewand,  und  diefe  wurden, 
wie  Diofkorides,  die  Grundlage  des  Unterrichts  auf 
allen  arabifchen  Akademieen,  deren  eine  grofse  An- 
zahl durch  das  ganze  arabifche  Reich ,  von  Bokhara 
im  tiefften  Often  bis  Marokos  undCordova,  nach  dem 
Mufter  der  hoben  Schule  zu  Bagdad  errichtet  wurden. 
Nicht  lange,  fo  fingen  die  Muhammedaner  felbft  an, 
Ueberfetzungen  und  Auszöge  aus  den  Schriften  der 
Alten,  die  fie  in  fyrifchen  Ueberfetzungen  kannten, 
zu  raachen,  und  endlich  auch  eigene  Werke  zu  fch rei- 
ben. So  entftanden «treffliche  Bibliotheken,  deren 
eine  zu  Cordova  im  zehnten  Jahrhundert  25o,ooo 
Bände  enthielt.  (Cafiri  bibU  efcur,  1.  p.  202.) 

Diefe  Studien  wurden  durch  die  milde  Regie» 
rung  und  durch  die  allgemeine  Duldung,  welche  die 
Khalifen  eingeführt  hatten,  begünftigt.  Nachdem 
der  Thron  der  morgen Iändifchen  Khalifen  durch  die 
Gazneviden  und  feldfchukifchenTürken  im  elften  Jahr- 
hundert geftürzt  war,  regierten  die  Almoraviden  das 
muhammedanifche  Abendland,  Marokos  und  Spanien, 
nach  den  gleichen  milden  und  menfchenfreundlichen 


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Pflanzenkunde  der  Araber.  305 

Gmndfätzen.  Handel  und  Gewerbe,  VViffenfchaften 
und  Künfte  blühten  in  Spanien  fo  herrlich ,  wie  es 
niemals  wieder  nachher  der  Fall  gewefen. 

Den  Neftorianern  verdankten  die  Araber  befon- 
ders  die  erfte  regelmäfsige  Einrichtung  der  Apothe- 
ken und  die  Verordnung  befümmter  Normen  für  lie, 
die  man  unter  dem  Namen  der  Dispeniatorien,  Ankra- 
badin,  kannte.  Ein  folches  fchrieb  Sabor,  SaheJ's  Sohn, 
Vorfteher  des  Lazareths  der  Neftorianer  zu  Dlchon- 
difabor,  fchon  im  neunten  Jahrhundert.  {Abu/farag. 
st.  a.  O.  p.  269.)  Die,  welche  den  Apotheken  vorhan- 
den, waren  zum  Theil  gelehrte  Krauterkenner,  wel- 
che die  Neftorianer  Basmajo,  die  Araber  Sid-alani 
nannten:  als  erfter  Neftorianer ,  der  hiedurch  ausge- 
zeichnet war,  wird  Gregor,  Bifchof  von  Nifibis,  im 
fiebenten  Jahrhundert  genannt.  (Affemani ,  5,  47z.) 
Vom  achten  Jahrhundert  an  hatten  alle  arabilche  Sehn* 
len  ihre  Apotheken  und  Dispeniatorien. 

Hiedurch  hätte  freylich  die  Kenntnifs  der  Ge- 
wächfe  noch  nicht  befonders  gewonnen,  weil  tierar a* 
bifirte  Diofkorides  das  einzige  Mufter  blieb ;  aber  der 
blühende  Handel  der  Araber,  und  die  zahlreichen 
Reifen,  die  fie  in  entfernte  Länder  unternahmen,  mufs- 
ten  fie  mit  den  Erzeugniflen  fremder  Gegenden  bekann- 
ter machen,  als  es  felbft  Griechen  und  Homer  gewe- 
fen waren.  Schon  der  Khalif  Almamum  liefs  in  den 
Sandwüften  Africa's  einen  Grad  der  Breite  meffen 
(Abulfed.  ann.  moslem.  2,  241.),  und  in  dem  fernften 
Often,  bis  China,  waren  die  Neftorianer  die  Führer 
der  Araber:  denn  jene  hatten  feit  dem  fiebenten  Jahr- 
hundert in  der  ßulgarey,  IMongoley  und  in  China 
felbft  nicht  blofs  Millionen  ,  fondern  Kirchen  und  Bi- 
fchöfe.  {Affemani  3,  533.) 

Die  erften  Araber,  die,  durch  die  Nachrichten 
der  Neftorianer  bewogen,  das  äufserfte  Morgenland 
und  China  felbft  befuchten,  hiefsen  Wakab  und  Abu- 


aötf  Drittes  6uch*   Viertes -Kapitel. 

feid.  Früher  war  allerdings  fchon  der  Handelsweg 
über  Baktrien  nach  Serika  bekannt  (Arrian.  peripL 
mar.  erythr.  p.36.),  und  Ptolemäus  kannte  wenigftens 
die  Hauptftadt  des  nordwefdiclien  China  aus  den  Be- 
richten der  Reifenden;  aber  eine  beftändige Handels* 
Verbindung  >z\vifchen  Bafsrah  und  Canton  ward  erft 
durch  die  Araber  eröffnet.  Jene  beiden  Araber,  de« 
ren  Reife  -  Bericht  Renautlot  fiber fetzt  hat,  (Anoiennes 
relations  des  Indes  et  de  la  Clüne.  Paris  1 718.),  fanden 
das  Chriftenthum  in  China  ausgebreitet,  erzählen 
fchon  vom  Theetrinken,  und  befchreiben  fogar  die 
Staude  unter  dem  Namen  Tfa;  auch  rühmen  ße  den 
feltenen  Kamfer  von  Sumatra,  die  Kokos-  und  Sago* 
Palme.  Auch  des  AloSholzes  aus  Comaria  bey  Java 
gedenken  fie. 

Nach  ihnen  fchrieb  Abu  'I  Haffan  Aly  Majfudi 
im  zehnten  Jahrhundert  eine  Geographie,  unter  dem 
Titel  der  goldenen  Wiefe,  wovon  Deguignes  Auszü- 
ge geliefert  hat.  (Notices  et  extraits  des  manufer.  du 
Aoi/tom.  1.) 

Dann  folgte  im  zwölften  Jahrhundert  der  Sehe* 
*if  Edrifi,  aus  Aegypten,  der  am  Hofe  des  normän- 
nifchen  Königs  Roger  in  Neapel  lebte.  (Herbelot  bibU 
orient.  786.)  Auch  diefer  handelte  in  feiner  Erdbe- 
fchreibung  umftä'ndlich  von  Pflanzen;  aber  es  ift  zu 
bedauern,  dafs  die  Auszüge,  welche  arabifch  zu  Rom 
1592,  und  iateinifch  Von  den  Maroniten  Gabriel 
Sionita  und  Joh.  Hefronita  zu  Paris  1617  herausgege- 
ben wurden,  fo  wenig  von  Pflanzen  enthalten. 

Der  vierte  Kofmograph  ift  Ebn  Alvardi  aus  Ha- 
leb,  im  dreyzehnten  Jahrhundert.  Diefer  befchrieb  in 
feinem  Werke  die  Gewächfe  fremder  Länder  forgfal- 
tig.  Deguignes  hat  es  franzößfch  überfetzt.  (Notices 
et  extraits ,  tom.  2.) 

*  Der  fünfte  jft  der  fyrifche  Fürft  Abulfeda  im  vier- 
zehnten Jahrhundert,  den  Reiske  Iateinifch  bearbeitet 
hat.  (Büfchiiigs  Magazin ,  4,  121.  f.  5,  5oi.  f.) 


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Pflanzenkunde  der  Araber*  207 

.  In  demfelbeo  Jahrhundert  lebte  Abdallah  Batu- 
£4ih,  der  durch  Africa  und  Aßen  vierzig  Jahre  Jaog 
gereifet  war.  Von  feiner  Reife -Beschreibung  wird 
in  Gotha  ein  Auszug  aufbewahrt.  {Monatl.  Qorrefp. 
a8o8.  Apr.  S.  293.)    :c<        V  1  . ,  , 

Im  fünfzehnten  Jahrhundert  lebte  Abdorrafchid ' 
JZakui,  ein  Perfer,  deffen  Kofmographie  wir  in  der 
franzößfcben  Ueberfetzung  kennen.  \(Notices  et  «c- 
traits*  2,  388.)  Aber  fie  ift  voller  Unrichtigkeiten. 
So.  giebt  erNarden  undAloeholz  als  einheimifch  ia 
Andalufien  an. 

•  Der  letzte  ift  endlich  Leo  von  Africa  im  fech/ Pon- 
ten Jahrhundert,  der  eine  Befchreibung  von  AfVioa 
fcbrieb,  welche  zu  Leiden  i632  lateinifch  herausge- 
kommen. \yA  *  $ 

Schriftfteller,  die  ausdrücklich  Ober  die  Pflan- 
zen gefchrieben,  giebt  es  allerdings  unter  den  Ara- 
bern ;  aber  die  meiften  behandeln  die  Gewächfe  blofs, 
in  fo  fern  fie  Arzneymittel  liefern,  und  feJbft  nach 
der  Ordnung  des  Diofkorides,  oder  nach  der  Folge 
der  arabSfchen  Buchftaben.  Sie  geben  gröfstentheils 
erft  die  fiefchreibung  des  Diofkorides ,  oft  verkehrt 
genug:  dann  fetzen  fie  einige  andere  Nachrichten 
hinzu.  Bisweilen  auch  führen  fie  Pflanzen  auf,  die 
Diofkorides  nicht  kennen  konnte,  weil  fie  erft  durch 
den  Handel  und  die  Reifen  der  genannten  Araber  be- 
kannt geworden  waren.  Mehrere  unter  diefen  Schrift« 
ftellern,  und  zwar  die  früheften,  werden  blofs  von 
den  fpätern  angeführt,  ohne  dafs  wir  etwas  Genaue- 
res von  ihnen  wüfsten.  Einige  darunter  find  Nefto- 
rianar. 

Coffaeus  ift  der  Sltefte  :  er  mufs  vor  dem  neun« 
ten  Jahrhundert  gelebt  haben ,  da  Rbazes  und  Sera« 
pion  der  altere  ihn  anführen.  Man  nennt  ihn  auch 
Alcuzi  und  Alcanti,  weil  er  aus  der  Provinz  Khuliftan 
gebürtig  war.  ~  .  .     < , 

» 

■s  " 

* 


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308  ■   Drittes  Buch.    Viertes  Kapitel, 

Scharak,  ein  Inder,  den  Rhazes  anführt,  ift 
ganz  unbekannt. 

Abu  Saher,  ein  Neftorianer,  im  achten  Jahrhun- 
dert, foll  grofse  Reifen  durch  eine  Menge  Länder 
gemacht,  und  ein  Werk  von  Pflanzen  hinterlaffen 
haben,  denen  er  Abbildungen  beyfügte.  (BibL  parifi 

Jahiah  ebn  Mafawaih,  der  ältere  Mefue,  auch 
ein  Neftorianer,  war  Arzt  des  trefflichen  Harun  -Ar- 
rafchid.  (Abulfarag.  p.  237.  255.)  Vom  ihm  haben 
wir  blofse  Bruchftücke  beym  Rhazes. 

Hhonain,  Ishaks  Solin,  gleichfalls  Neftorianer, 
ein  berühmter  Ueberfetzer  und  Arzt  der  Khalifen  zu 
Bagdad  im  Anfang  des  neunten  Jahrhunderts  (Caßri 
bibl.  elcurial.  1,  286.  f.),  bemühte  fich  befonders,  die 
Svnonvmie  der  Pflanzen  bev  den  Griechen,  Syrern 
und  Arabern  zu  ordnen«  {Rhaz.  contin.  21,  97.) 

Noch  loben  Rhazes  und  Serapion  einen  fo  ge- 
nannten Mönch,  Abu-Merig,  ferner  einen  Ifshak 
ebn  Amram,  den  Juden  Majerdfchawaih ,  und  Ho« 
bei/eh^  den  Neffen  des  Hhonein. 

Ein  Neftorianer,  Abu  Hanifa  el  Dainuri,  fchrieb 
im  zehnten  Jahrhundert  ein  Werk  über  die  Landwirth- 
fchaft,  welches  Serapion  mehrmals  anführt.  (Caßri 
«,323.) 

Noch  beiitzen  wir  ein  grofses  Werk  von  Rhazes* 
der  eigentlich  Muhammed  Abu  Bekr  hiefs  und  aus 
Ray  in  Irak  gebürtig  war.  Er  war  Vorfteher  des 
grofsen  Krankenhaufes  in  Bagdad  im  zehnten  Jahr- 
hundert. Das  Werk,  welches  den  Titel,  el  Hhawiy 
oder  Continens  führt,  entftand  aus  feinen  Vorlefun- 
gen,  welche  feine  Zuhörer  nachgefchrieben  haben. 
Wir  befitzen  davon  eine  latino  -  barbarifche  Ueber- 
fetzung,  die  Bonetus  Locatellus  zu  Venedig  1  5o6  fol.  1 
herausgegeben.  Im  2iften  Buche  werden  die  Arz« 
neygewächfe,  gröfstenthcils  nach  Diofkorides,  abge» 


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I 


» 


Pflanzenkunde  der  Araber.  aOQ 

handelt.  Es  ift  fcbwer,  ohne  Anficht  der  Urfchrift, 
die  barbarifchen  Namen  zu  deuten,  zumal  da  die  Be* 
fchreibungen  zu  kurz  find. 

Abu  7  l'adliy  aus  Schierziah ,  im  zehnten  Jahr- 
hundert,  bearbeitete  des  Diofkorides  Werk  auf  vor- 
zügliche  Weife,  indem  er  hier  und  da  aus  eigener 
Anficht  Erklärungen  beyfügte.  Aus  der  Handfcbrift 
lieferte  Ol.  Gelfius  intereffante  Auszüge  im  hierobo- 
tanicon,  und  der  Abt  Lichtenftein  in  Helmftädt  be- 
fchäfftigte  fich  in  den  letzten  Tagen  feines  Lebens  mit 
dem  Abfchreiben  und  Ueberfetzen  eines  Theils  des 
Textes. 

Ali,  Abbas  Sohn,  ein  Perfer,  Arzt  des  Emirs 
von  Bagdad  im  zehnten  Jahrhundert,  hinterliefs  ein 
groises  Werk,  das  königliche  genannt,  wovon  Bern; 
Ricius  de  Novara  eine  iatino  -  barbarifche  Ueberfetzung 
1492  zu  Venedig  foJ.  herausgab. 

Der  berühmtefte  unter  den  arabifcben  Aerzten 
war  Avicenna,  eigentlich  Al-Huffain  Abu -Ali  Ebn 
Sina,  aus  Bokhara,  Arzt  des  Emirs  von  Bagdad,  dann 
Vefir  der  Provinz  Hamdan,  und  endlich  Minifter  des 
Fürften  in  lfpahan,  im  elften  Jahrhundert.  (Abulfed. 
ann.  moslem.  5,  92.  Cafirl%  i,  269.)  Sein  fehr  be- 
kanntes Werk,  der  Kanon,  ift  arabifch  zu  Rom  1093 
fol.  gedruckt:  Plemp  hat  über  das  erfte  und  zweyte 
Buch  deffeiben  zu  Löwen  i658  fol.  Commentarien 

Joh.  Serapion,  ebenfalls  aus  dem  elften  Jahrhun- 
dert, hinterliefs  eine  gute  Matena  Medica,  worin 
Äbu'J  Fadli  häufig  benutzt  wird.  Wir  haben  die  Ia- 
tino -  barbarifche  Ueberfetzung  von  Oerard  von  Car- 

mona,  Lyon  i525.  4*     .  j     . .{ \' 

Job.  Mefuachy  oder  der  jüngere  Mefue,  foll  Arzt 
des  Khalifen  zu  Kahirah  gewefen  feyn.  (Leo  Afric* 
p.  273.)  Sein  Werk  von  einfachen'  Arzney mittein  ift 
in  der  latino  -  barbarifchen  Ueberfetzung  von  Mari« 
nus,  Venedig  1D62  foJ.  herausgegeben. 
Geich,  d.  Botanik«  i,B,  44 


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210  Drittes  Buch.   Viertel  Kapitel. 

Unter  den  afabifchen  Schriftstellern,  die  im  w et- 
lichen Reiche  lebten ,  mufs  zuerft  Abu  Secharjah  Ebn 
Ahr  am  aus  Sevilla,  im  i2ten  Jahrh.  genannt  werden, 
fir  fchrieb  Ober  die  Land wirtbfchaft  ein  Werk,  woraus 
Cafiri  (bibl.  efcur.  1,  326.  f.)  Auszüge,  und  weichet 
Rodrigo  Campomanes  1 75  i  zum  Th eil  ins  Spanifche 
überfetzt  hat. 

JJer  vorzugiicmte  unter  den  araoiicnen  ocnnrt- 
ftellern  Aber  die  Gewächfe  ift  Abdallah  Ebn  Achmed 
Dhiagddin  Ebn  Beithar,  im  i3ten  Jahrh.,  aus  Malaga 
gebürtig.  Er  hatte,  um  Pflanzen  zu  fammeln,  das 
ganze  Morgenland  durchwandert,  und  ward  Vefir  zu 
Kahirab.  Sein  Werk ,  welches  eine  vollftändige  Auf- 
Zählung  der  einfachen  Arzney mittel  enthält,  ift  noch 
in  der  Efcurialifchen  Bibliothek  in  eher  Handfchrift 
vorhanden.  {Cafiri,  i,  275.)  Er  foH  fehr  viele  Pflan- 
zen denen  beygefügt  haben,  die  Diofkorides  bat: 
auch  gab  er  überall  die  arabifchen  Namen  an.  Es  ift 
zu  bedauern ,  dafs  diefes  Werk  noch  nicht  bearbeitet 
worden. 

Der  jüngfte  diefer  Schriftfteller  ift  Abdollatif  aus 
id,  deffen  Denkwürdigkeiten  Aegyptens,  ar*> 
bifch  zuerft  von  White,  Oxford  1788,  dann  deotfeh 
über  fetzt  von  Wahl  1790  und  mit  trefflichen  Erklä- 
rungen von  Silveftre  de  Sacy  1809  herausgegeben 
worden.  »  .  •    •  ST: 

.  Dies  find  die  vorzüglich ften  Quellen,  an«  denen 
man  die  Kenntniffe  der  Araber  von  Gewächfen  ken- 
nen lernen  kann.  Wichtig  wären  die  Namen,  wel- 
che Forskol  und  Niebuhr  den  Pflanzen  in  ihren  Reife - 
Betreibungen  beylegen,  wenn  jene  Namen  fich  nicht 
fo  oft  änderten.  So  beifst  Beneffedfch  bey  A  vi  Ceti  na 
das  Veilchen;  bey  Forskol  werden  fünf  verföhiedene 
Pflanzen  fo  genannt.  Ocimum  Bafllicum  (reifst  bey 
Avicenna,  Ebn  AI  warn  und  Serapion  Baderadfch  ;  bey 
Forskol,  Uobok.    MM  ift  bey  Serapion  und  Rha  zes 


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Pflanzenkunde  der  Araber.    '  &tf 

cfar  Granatapfel ;  bey  Ebn  Alwam  und  Forskol  heifsr 
diefer  Rimon,  bey  Ebn  Alwardi  Mcgatfch. 

Dazu  kommt,  dafs  die  arabifchen  Urfchriften 
nur  in  grofsen  Bibliotheken  gefunden  werden,  und 
wir  uns  gröfstentheiJs  mit  latino-barbarifchen  TJeber- 
fetzungen  beheJfen  müflen,  Welche  fehr  mangelhafte 
Kenntnifs  gewähren« 

Endlich  waren  die  arabifchen  Schriftftelier  meU 
ftens  mit  der  Natur  unbekannt.  Sie  verliefsen  (ich 
auf  ihre  Lehrer,  die  Neftorianer,  die  die  Betrei- 
bungen der  Griechen  oft  fo  verkehrt  angeben  ,  dafs 
nur  ein  Oedipus  den  Sinn  enträthfeJn  würde.  Ein 
Beyfpiel  mag  zum  Beweis  hinreichen.  Diofkörides 
fagt  (5,  58.):  \ty\HTTixov  wachfe  auf  dem  Apennin,  ei* 
nem  Gebirge,  nicht  weit  von  deri  Alpen.  Avicenna 
(üb.  2.  p.  169*  ed.  Rom.),  indem  er  von  feiner  ^j^p 

fpricht,  fagt:  nach  Diofkörides  wachfe  die  Pflanz* 
auf  dem  Berge  Akabjs,  welcher  an  Aegypten  grSnze. 
Jenes  (J^^f  ift  unftreitig  aus  (Apennin) 
•ntftandeii« 

Wir  heben  die  wichtigfttin  Pflanzen  aus  den  Ära« 
bifchen  Schrift f teile rn  aus : 

ZingWer  officlfiale  Rofc.,  ^M^Ji  Avic.  i66\ 
Ebn  Alwam  befehreibt  den  Anbau  der  Pflanze  in  Spa- 
nien. (Cafirt,  1,336*). ,  Zing.  Zerumbet  Rofc,  °^ft  • 

kommt  fchon  bey  in  Maferdfchawaih  und  dem  altern 
Mefue  vör.  (Rhaz.  contin.  Üb.  22.  c.  362«)  Avicen- 
na (166.)  und  Serapion  (c.  17a.)  befchreiben  die 
Pflanze.  .  .    Curcuma  ZedoariaJKötc,  fkjfa1  Avi- 

cenna  i55.    Die  Früchte  heifsen  Avic«  ^43. 

Der  Scherif  Edrift  {geogr.  nub.  65.)  giebt  Fandarina 
in  Indien  als  das  Oeburtsland  an.  .  .  Kämpfern  Ga- 
longa  Rofc,  Avic.  270-  Si#  ward  MM  Chi« 

14' 


a/fc  Da«*  ,Bu<^  Viertes  Kapitel, 

na  eingeführt;;  {Serap.  c»  3S2*)  Eine:  andere,  vieP 
leicht  Kämpf era  panduraia  Rofc,,  t(j^ta<jy"*Q*  Avic. 

^70.,  kommt  aus  Sumatra,  .  .  Curcuma  longa  Rofc, 
(•^A-^OftSl^.  Avic.  275.  Aus  cfiefem  Khalidumenun 
machten  die  Latinobarbaren  Cbelidonium,  welches» 
wegen  des  gelben  Saftes  >  'mit  Curcuma  verwechfelt 
wurde.    Roxburgh  (afiat.  refearch.  vol,  11.  p.  34o.) 

zfeht  hieher  ^^(Vr*  Avic.  246.»  welches  aber  ofr- 

fenbar  x^oxopcvpt  des  Diofk.  ,  und  nicht  diefe  Pflan* 

*e  Sfti :         v  v  •«.•»■       1  • 

'   *  IafminumSambac,  dtfy,  Abulfadli  beyttl  CelfJ 

liierob.  1,  384-,  wo  auch  andere  Arten  erwähnt  wer- 
den.*, tafminum  humile>  mit  gelben  Blütheo,  nntef- 
icheiden  der  ältere  Mefue  (Rhaz.  contin.  Iib.  22.  c. 
858^  tind  Ishäk'  ebn  Amram.  (Serap.  c.  176.)  .  / 
Solvia  haematodes  ift  vermutblich  das  rotbe  Benen, 

Abulfadli  bey  Hyde  ( relig.  vei.  Perf< 

p/5io.)*  Avic.  x4i.  Aus  Armenien  komme  es,  fagt 
^  Mefue  bey  Serap.  c.  2  23.  .  .    Fraxinus  Omus, 

j*V****ff ,  Vogel  -  Zunge ,  Avic.  200.  Serap.  22^.:  ,  .r 
Piper  Betty  Avic.  263.,  wo  eine  ^mlioti  ge- 

naue Befcbreibung  vorkommt.  (Angel,  de  S.  Jofephe\ 
pharmqc.  perjl  p..368.  ,  Will.  Hunter  in  afiat*  refearch^ 

vfiUs*  P'  39P.)  *  *  Piper  Cubeba,  Avic. 
1^1.  Die  Früchte,  heifst  es?  kommen  aus  .China J 
Ga^cias  (Cluf.exot*  184.)  erklärt  dies  dadurch,  dais, 
fje  aus  Sumatra  und  Java  nach  China  gehn  und  von. 
dort  weiter  verführt  werden.  Serapion  (c.  288.)  zwar* 
bringt  den  Rufcus  aculeatus?desDiofki,hieher,  gesteht 
aber  am  Ende,  ^afs  die  Befcbreibung  nicht  paffe.  .  w 

Piper  nlgrarttis  ^f***  .Avic.  256.  Serap.  c*3fi7.  Bakui 
(Notiee*  et  exsr*  2^4*8«)  befebre^^n  Anbau  m 


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■ 


•  t flaiftenkunde  <fer  ÄrÄeri'1  Bi'3 

Magerten.  Abulfeda  {Büfghingt  Uag;  ^  ijo.y  be- 
zeugt,* dafs  die  Pfefferftaude  an  den  Baumen  in'tfie 
Höheklhmne...  Piper  longum,  jsb  Avic,  «5$. 

friar  iuberofa ,  (^LsruS****    Avic.  220!    Dies  ift 

der.  Jlermodactylus  der  Latin o  -  Barbaren ,  womit  die, 
Araber  aber  Iris  florentina  verwechfeln.  .  .  Ficus 
Benjamtna,  nux  Mechel  f.  Racbaba,  Serap.  c."  r64'. 
Vergl.  Rumph  amboin.  5,  139.  .  .  Ficus  Sycomo* 
rus ,  j2^*^..    Eine  fehr  genaue  Befchreibung  giebt  AB» 

dollatif  ,  p.  n.  Vergl.  Abülfadli  beym  Öelf.  hierob. 
1 ,  3i  1 .  •  .  Fici/>  reügiöfa  ift  die  Art  ?  welche  Abu 
Hanifa  beym  Abdoliatif  p.  i3.  beschreibt.  Sie  £ay 
aus  Indien  naph  Arabien  und  Aegypten  gewandert.,,;, 
FUus  bengoleafis,  u*k>  Avic.  i5?f,  wo  aber  Ver* 
weohfelung  mit  Platanen  vorkömmt. .  ..  Das  Zucker* 
röhr,  wird  zuerft  von  Abufetf  ujnd  Wabab  be? 

fch rieben,  wie  es  um  Siraf  wachfe,  {Aap.  relations% 
p.  101.)  Abulfeda  bezeugt,  es  vvachfe  bey  Almanfo- 
jra.  {Büfchings  Mag.  4,  260.)  Dies  war  eine  Stadt, 
von  dem  Khalifen  Almahlor  gebaut.  [Bakui  in  den 
Noeices  et  extr.  2,  419»)  Araber  brachten  das 

Zuckerrohr  ins  Abendland :  denn  in  Spanien  ward  e* 
gebaut  und*  Zucker  daraus  bereitet.  [Edriß  geogr.  nub, 
l4g.  Ebn  Älwarn  bey  Cafir^  1,  33q.)  Der  feinfte, 
weifsefte  Zucker  biefs  Tebarzed  und  Solimani:  der 
grobe Farin  -Zucker  Fenid.  ( Rhaz.  c.  3cj3.  Avic.zZS. 
Serap.  c.  5o.)  .  .     Andropogon  Nardus  oder  Nardus 

indica  Lour.,  wird  von  Abu '1  Fadü  (Celf. 

-hierob.  2,  2.)  befchrieben;  doch  verwechfelt  er  den 
Pandanus  odoratiffimus  damit.  {Jones  in  afiat.refeareb. 
vol.  2.  n.  4o5.)  Aus  Java  komme  vorzüglich  die  in« 
difche  Narde,  fagt  Bakui.  (filoticef  et  extr.  2,  397«) 
Avicenna  (225.)  unterfcheidet  die  römifche  Narde 


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Drittes  Buch.  Viertes  Kapitel,' 

(Valeriana  celtica)  von  der  indifchen-  •  •  Afifropo* 
gon  Schoenanthu*  f  j****  Avic,  127.    Er  macht  zwey 

Arten,  die  arabifche  und  die  aus  Adfchara,  einen 
Gebirge  in  Hedfohas.  (Bakui  p.  409.)  Abu  Hanifa 
befch reibt  die  Aebreo  des  Gräfes.  (Serap.  c.  ig.)  •  . 

Sorghum  vulgare  oder  auch  bicolor,         und  fc>^*J, 

wuwift  im  ganzen  Morgenland ,  auch  in  Spanien  ge- 
baut. (Edrifi  geogr.jiub*  9,)  Man  machte  ein  gegobr> 
pes  Getränk  daraus, 

fagara  Avicennae  JufT.,  ycli  Avic,  256,  Serap. 

200.,  kam  aus  Sofala,  jetzt  aus  China,  ..  . .  CiJJiu 

viiiginea,  Aide,  173.  Serap.  c.  279«,  mit 

wohlriechenden  Beeren»  aus  Armenien.  Daher  hat* 
te  auch  Rauwolf  (p,  128.)  die  Pflanze.  .  *.    Ciffus  ro- 

tundifülia,  yUfcWf  uUr^  Avic.  2Ä2.  .  .  Sirium 

myrtifolium  Roxb. ,    weifses  Sandelholz, 

C^UW  Arie,  241,,  au*  Macaffar  (Cejebes)  und 
China, 

Cyclttme*  perficum,  (J»y»ü***  (foll  {^»(y^Xy 
beifseo)  Avic.  240.  •  ,      Convolyulus  Turpethum* 
Avic,  264»  Aus  Indien.  Der  jüngere  Mefue  (f. 

67.)  verwechfelt  es  mit  Sefeli  Turbith,  .  .  Coffea  ara+ 
bica.  Man  könnte  die  erften  Spuren  des  Kaffe's  beym 
Avic,  261.  finden  wollen,  wo  vorkommt,  Al- 
lein Ant,  Galland  (de  forigine  et  du  progrbs  du  cafif 
Oden  1693.  12.)  zeigt,  dafs  die  Araber  jedes  Getränk 
Kahweh  nennen.  Die  gelehrten  Türken  haben  längft 
verfichert,  dafs  auch  der  Name  Ben  oder  Ai«,  wie 
jetzt  die  Kaffebohnen  beifsen ,  keinesweges  bey  den 
ältern  Schrjftftellern  diefe  Bedeutung  habe :  denn  der 
Kaffe  komme  aus  Habefch,    oder  Abyffinian,  ,  , 


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Pflanzenkunde  der  Araber.  *!5 

Muffaenda  frondofa,  A*te;  139.  .  .  ty**"- 

rÄiza  Mungos ,  £a=shJ  Avic.  199.  .  .    Datura  Metel, 

j^W-  Arie.  i56.  Serap.  c.  875.  *  .  Hyoscya- 

mos  pufiüus,  muticus  und  reticulatus,  Avic.  i45. 

Serap.  c.  34o.  Der  erfte  habe  eine  gelbe,  ddr  zwey- 
te  eine  weifse,  der  dritte  eine  rothe  BJütbe.  .  . 

Atropa  Mandragora,  Avic.  198.  und  jTlJJf** 

187.  Die  Fabeln  von  der  menfchenähnlichen  Ge- 
ltalt der  Wurzel  breiteten  die  Araber  undPerfer  vor- 
züglich aus.  (Ca/tri,  2,  35 1;  Herbelot  bibl.  orient.  p. 
17.  Vergl.  Lambec.  bibl.  vindob*  Üb.  2.  p.  566.)  .  • 
Solanum  aethlopicum,  vielleicht  Oä^tf  Serap.  c.  343.  •  • 
SoL  Melongena,  fj^xio^  Avic.  i44«  •  .  SaLfin* 
ctum,  U*>^  Abulfadli  beym  Celf,  2,  44-  •  •  s'r)m 
ehnot  Nux  vomica,  (JÜl  Serap,  c.  164.  Ho» 

beifch  empfahl  zuerft  die  Krähenaugen  als  Brechmit- 
tel. Die  Pflanze  wächft  nicht  blofs  in  Indien,  fon* 
dern  auch  in  Perfien.  (Chardin  voy.  en  Perfe,  4>  3o. 
5,  5oo.  ed.  Amfterd.  1711.),.  Strychnos  colubrinus, 
CTAA*aSt  Oto  Avic.  2,  125.     Das  giftige  Holz  gc- 

brauchte  man  doch  als  Purgirmittel.  Serap.  c.  358. 
Vielleicht  ift  das  lignum  colubrinum,  welches  Ebn 
Alwardi  bey  Karkar  am  Nil  angiebt  (Notiees  et  extr. 
2,  37.)  und  dem  der  Scherif  Edrifi  (geogr.  nub.  14.) 
eine  febwarze  Farbe  giebt,  nichts  anderes. « .  Ignatia 

amara,  vielleicht  VSCkoA*  Avic.  1,  21 5.  .  .  Ar* 

difia  humilU,  tff0^  AvlC'  l$  2ll#  •  •  Cordia 
Myxa,  jfe^J  Avic.  i36.  Abdollat.  p.  9  — %%9  .  . 
Cordia  Sebefiena,  ÜOd  yliu^  Ebn  Alwam 

bey  Ca6rl,  1,  329.  337.  Der  Baum  ward  io  Spanien 
gezogen,  lfaac  ebn  Atnram  bey  Serap.  c.  8.  .  .  Ly- 


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pi$  Drittes  Buch.   Viertes  Kapitel. 

•  •         *    *  *  *• 
cium  Rauwolfiiy  Uojq^  Avic.  172.  .  .  ZiZyphus 

pulgar is ,  bey  den  heutigen  Arabern  Uoä5,  ift 
beym  Abulfadli,  Celf.  hierobot.  2,  191.  .  .  7». 
Paüurus,  U^A*  Ebn  Alw.  bey  Cafiri,  1,  3oo.  Abul- 

iadli  bey  Celf.  hierob.  |p.  20.,  der  ihn  aber  mit  dem 

Lotus  der  Griechen  verwechfelt.  .  .      Ziz.  Lotus, 

•»  * 

jfrV  Avic,  320.,  die  Frucht  Serap.  c.  120. 

Die  Araber  find  voll  vom  Wohlgefcbmack  der  Frucht, 
die  den  Seligen  im  Paradiefe  von  den  Hury'$  dargebo- 
ten wird.  (Htrbelot  bfy.  qrfcnt.  p.  096.)  In  Spa- 
nien ward  der  Baum  gezogen,  (EbaAlwam  bey  Cafiri, 
1,  328.)  Aber  der  Scherif  Edrifi  giebt Tunis  als  das  ei* 
gentliche  Vaterland  an  {geogr.  nub.  p.  77.).  •  •  Ziz.  Spi- 
na ChrißU  Ayic.  232.  Rauwolf,  p.  38 1.  .  . 
Cerbera  Manghas,  vielleicht  Avic.  i52.  .  . 
Qardenia  gummifera  Thunb.  giebt  vielleicht  das  jQr** 

Avic.  247.  •  .    Nerlum  Oleander,  Ebn  Bei- 

tbarbey  Bocljart  hieroz.  1,699.  Ayicenna,  p.  i58., 
unterfcheidet  davon  noch  eine  Art,  die  in  Wäldern 
vprkqmrot,  mit  Dqrnen  und  Weidenbljütern,  Dferium 
ßUciaumVähl.  .  .    Sarcoftemma  viminale  R.Brown. 

giebt  den  Zunder;  Hyderelig.  vet.Perf.  p.555. , . 
Cahtrapis  gi  gante  a  R.  Brown.,  #&C  Avic.  233.  Se- 
rap. c.  5o.  Die  Blätter  geben,  durch  den  Stich  der 
Infecten,  einen  füfsen  Saft,  den  auch  neuere  Reifen-' 
de  kennen.  (Chardin  voy.cn  Perfe,  4,  29.  Nkbukrs 
Arabien,  \  50.  Angel  tfe  S.  Jofepho  pharm,  perj.  p.  36 1 , 

Belon,  2,  91.)  *  .     Atriplex  hortenfis,  s~*j0jj+'  Ebn 
Alwam  bey  Cafiri,  1,  333.  .  .     jtr.  Halimus, 
Avic.  21 1.,  Ebn  Beitbar  bey  Bochart  hieroz.  2,  2  25. . . 
Salfola  frykofa,  rj*,  auch  <fM~\  Avic.  248,  Se: 


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r«p.  a57.  .  .     Ferula  Afa  foetiä*,  ükV=Fvf  Avic? 
i3o.,  der  Saft  CÄaäIa.  und  die  Wurzel  ^Jr***  . 
daf.  Serap.  c.  Abulfed.  in  Büfchings  Mag. 

4>  a63.    Vergl.  Hyde  zum  PerizoJ.  p.  i63.  Chardin, 

4,  37.58.  Kämpfer  amoen.  exor.  54o.  f.  .  .  Dauern 

•      1 » •        •  • 

gummifer  Lam.  liefert  cj***3  «Y***  das  frcilifche 
BdeiJiura,  Avic.  206.  Vergl.  ßoecone  muf.  t.  20.  .  , 

Paßinaca  Secacul  Ruffel  Alepp.  p.  15.7^  ^ Uf*  AvicT 

257.  Die  Wprzel,  mit  £ucker  eingemacht,  wird 
für  aphrodinTch  gehalten.  Rauwolf ,  p.  74.  .  .  Afvum 

graveolens  fcheint  Avic.  195.  zu  feyn.  .  . 

Semecarjms  Anacardium,  jt*>&$  Avic.  i4i.  Serap.  c. 


356.  .  .      Tamarix  orientatis,  Avic.  102., 

oder  -öma3  2,  212.  Auf  den  Blättern  erzeugt  lieh 
Honig,  den  Ebn  Beithar  (Channing  zum  Rhaz.  de 

varM.  p.  179.)  nennt.    Vergl.  Angelus 

a  S.  Jofeph.  pharm,  perf.  p.  36p.  Chardin ,  4>  •  • 
Tamarix  ßrciculata ,  ^Sf  Avic.  297.  Edrifi  (geogr. 

nub.  p.  ia.).  .  .      AJi(/a  paradifiaea,  jtf.  Diefes 

herrliche  Gewächs  verpflanzten  die  Araber  aus  Indien 
und  Arabien  nach  Aegypten.  Abdollatif,  p.  20.  Edrifi, 

p.  28.  .  .    Flachs  fcheint  überall  zu  feyn* 

befonders  bey  Ebn  Abi  Jakub  Neditn  in  mem.  de  lite* 
rat.  tom.  5o.  p.  435.  Hier  wird  des  Papiers  aus^einr 
wand»  als  einer  Erfindung  von  Khprafan  erwähnt. 

Narciffus  orientalis,  ifj**^j^  und  Jqnquüla  Uff»** 

Avic.  214.  242.  Beide  wurden  in  Spanien  gezogen» 
und  aus  beiden  Qehl  bereitet.  Ebn  Alwam  bey  Caliri, 
i)  334«  Diefer  giebt  das  Gewächs  für  eine  Rofe  an, 
aber  Avicenna  nennt  Nefsrin  ausdrücklich  eine  Art 

NarciflV  .  .    AM  fitceoirinay  r*o  Avic.  24a.  Edrifi, 


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318  Drittel  Buch.  Viertel  Kapitel. 

p.  23.  .  .     Lilium  catididum»  Avic.  220» 

Au«  den  Zwiebeln  wurde  ein  Satzmehl  bereitet)  wel- 
ches die  reinfte  weifse  Farbe  zur  Schminke  gab;  viel- 
leicht das  i*^5*)  deffen  fich  mit  Henna  zufammen 
Mubammed  bediente.  (Abulfed.  vis.  Muham.  p.  65.) 
Auch  Avicenna  erwähnt  p.  35 1.  des  p*^*n  als  eines 
Färbeftoffs.  .  .  Bambufa  arundinacea,  wo* 
her  der  Bambuszucker,  jtfi^3  Avic.  225.  189.  Ebn 

Beithar  bey  Channing  zum  Rhaz.  de  variol.  p.  63.  f. 
Bakui  in  den  Notices  et  extr.  2,  4*9*  4^2.  Hum- 
boldt bemerkte  einen  ähnlichen  ausfchwitzenden  Saft 
an  der  Bambufa  Cuadua  auf  dem  Gebirge  Quindia 
{pianies  iquinox.  p.  70.)«  .  .  Calamus  rudentum,  viel- 
leicht ^y2^9  Bakui  in  Notices  et  extr.  2,  4*6» 

Abulfed.  BQfchings  Mag.  4>  27*.  •  •  Calamus  Ko- 
tangt  giebt  Drachenblut,  welches  Avicenna  p.  160. 

^j^flb^f  pü,  das  Blut  zweyer  Brüder,  nennt.  Käm- 
pfer amoen.  exot.  552. 

Amyris  gileadenßs$  der  Balfaraftrauch ,  fcA**^ 

Avic.  140.  Wurde  befonders  um  Heliopolis  gezogen. 
(Abdollaiif,  p.  i3.  Ebn  Alwardi  und  Bakui  in  Notices 
et  extr.  2,  29.  445.)  •  •  Amyris  Opobalfamum  ift 
ohne  Zweifel  das  deffen  Abdollatif  p,  i3.  er- 

wähnt, dafs  es  eine  Spielart  fey,  die  keinen  Balfam 
gebe.    Abulfadli  nennt  diefe  Art  und  unter- 

fcbeidet  fie  doch  noch  vom  worunter  er  alfo 

wahrfcheinlicb  die  erfte  Art  verfteht.  (Ce!f.  hierobot. 
1,339.) .  ,  Amyris  Kataf  Torsk.,  Abulfadli  beym 
Celf.  J,  23i.  . .  BoswelUa  twrifera  Roxb.  ift^OÄa 
Avic,  189.  Cbardin,  4»  *8.»  fand  diefen  Weihrauofa* 
bäum  in  Kiramanien.  .  .     Lawßmia  inermis,  U> 


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VflrowkHe  der  Araber.  21* 

Arie,  i?3.  AUolfj^l  bay  Ctlf.  i,  2*4-  Ebn  Alwam 
bey  Cafiri,  i,  332.  .  ■.?  Memecylon  tinetorium, 

Avic.  i65.  Serap.  c.  170...  Laurus  Camfora,  j$*\£==> 

Avic.  1 89.  Ifaac  ebn  Amram  (Serap.  c.  344«)  und  Abul- 
feda  (Büfchings  Mag!  4>  a77«)  beseligen,  dafs  der 
befte  aus  Fanfura  in  Sumatra  komme.  Dies  ift  alfo 
nicht  der  jetzt  verkäufliebe,  fondern  der  Baros  •  Kam- 
fer.  Bakui  (Noeices>  2,397.)  gi*btJava,  der  Sehe* 
rif  Edrifi  die  Infel  Soborma  (  Borneo)  als  das  Vater- 
land des  Kamfers  an.  Die  Araber  kannten  febon  die 
Kunft,  den  Kamfer  zu  reinigen  und  weift  zu  machen. .  • 

Laurus  Cvtnmmomum:   der  Zimmt  heifst  überall  ^fj 

Avic.  i56.  Noch  jetzt  heifst  er  in  Indien  Dnr- 
fchini.  (Fleming  in  afiai.  refearch.  vol.  11.  p.  170.) . , 
Laurus  Cajfia,  San^L,  Avia,  226.  Das  Blatt  heifst 
gtA~  Avic.  218.,  wohin  das  gezogen  wird,  was  die 
Griechen  vom  uuXaßad'^ov  haben.  .  .  Rheum  paU 
matum ,  die  ächte  Rhabarber,  Avic.  252.  Se- 

rap. c.  206.  Die  Araber  wufsten  recht  gut,  dafs  die 
Wurzel  aus  China  komme  und  von  dem  rha  ponticum 
{ehr  verfebieden  fey.  Bakui  giebt  die  Provinz  Kukara, 
an  China  gränzend,  als  das  Vaterland  der  ächten  Rha- 
barber an.  (Notices  et  exträits,  2,  4*  16.)  . .  Rheum 

RU>e$,  Lr*Wp  Avic,  254-  Serap.  c.  241.  Die  jun- 
gen Sproffen  und  die  Früchte  wurden  gegeffen.  Vergl. 
Hyde  de  relig.  vet.  Perf.  p.  5\  2.  5i3.  Chardin,  4>  3i, 
Rauwott,  p.  a<J6. 

Cajfta  Fifiuln*  Avic,  271,  Diefer 

fegt,  ,ße  komme  aus  Indien  Über  Bafsra  und  Kabul; 
aber  Abdollatif  (p,  330  Wufig  in  Aegypten, 

wohin  fie  wahrfcbejplich  die  Araber  gebracht  haben* 
Pa*  (^ep-Mark  g«*r«ttcht«»  fcbon  die  Ntftorianer> 


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■ 


3i<5  Ortttet3ach.   Viertel  Kapitel« 

wie  aus  des  altern  Mefue  Fragment  beym  Serapion 

erbellt.  .  .      Cajfia  Senna,   VW  Serap.  c.  58.  .  . 

Caffia  Tora,   die  Frucht  C*^  Avic.  179. 

ForskoJ  fl.  arab.  p.  86.  .  .    Caefalpinia  Sappan, 

AbulfaHli  beym  Gelf.  i,  176.  Das  Brafilienholz  kom- 
me aus  Zendfch  (Zanguebar:  Maffudi  bey  Quatremere 
mhn.  für  t Egypte,  tom.  2,  p.  181.  f.):  der  Scherif 
Edrifi  (geogr.  nub*  3.)  leitet  es  aus  Ramana  (Sumatra}, 
Bakui  (Notices  2,  41  *•)  Ceylan,  Abulfeda  aus  Co- 
lon in  MaJabar  her.  Der  Name  Brafil-Holz  ift-,  wit 
Cellius  zeigt,  weit  älter,  als  die  Entdeckung  Arne- 
rica's:  daher  das  Land  Bra Glien  vielmehr  von  dem 
Holze  den  Namen  hat.  .  .     Hyperanehera  Moringai 

i^h  Avic.  1S9.  .  V  GuÜandinä  ßonduc,  <J><-W  Avic. 

i47*  Aber  das  Wort  bedeutet  auch  die  Wallnufc. 
Roffi  (etymol.  aegypt.  p,  i55.)  meint,  es  fey  aus  ttov- 
t/hov  (Jta^wov)  entbanden,  ...  .  Afe/ia  Medarach , 
y^Ä^J  of^f  .^.vip.  1 3fe  .Der  Baum  ward  auch  in  Spa- 
nien gezogen,  febn  Alwam  bey  Cafiri,  i,  33o.  .  . 
ZygophyÜLtm  Fabaga,  ■  Avic.  137.  Rauwolf, 

P.  11 3.  .  .     Aquilaria  ovata,  Avic  l32. 

Es  ift  ein  wohlriechendes,  geflecktes  Holz.  .  .  Jer« 
miaalia  Chebula  Retz.,  ^a^XJ  Avic.  t44-  D«r  an- 
dere Name,    ^^A^,   kommt  nicht  allein  diefer 

Frucht,  fondern  auch  dem  Phyljantbus  Emblica,  ja 
felbft  der  Melia  Azedarach  zu.  Alle  Araber  unter* 
fcbeiden  die  gelben  MyrohaUnen  yaa  den  braunen, 
die  fie  kebulifche  nennen  ,  weil  fie  über  Kabol  in  Za- 
bleftan  kamen.  {Abulfed.  bey  Bufching,  Magaz.  5,352.) 
Sie  feyn  aber,  das  bezeugen  alle  Araber,  nur  in  Rück« 
'ficht  der  Reife  verfcbieden.  Vergl.  Adanfon  famill. 
sfes  plafnt;  2,  447»  Gärtner  de  frnct.  et  fem.  plant.  2, 


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Pflanzenkunde  der  Arabttv  t  aat 

90.  91,  .  .     Peganum  Harmala ,  Avic,.i74. 

Serap.  c.  285.  .  .  Das  arabifche  Wort  kommt  auf 
dem  Phönicifcheo ,  und  heifst  Bergmoly.  (Ign.  ßojji 
etymoU  aegypt.  p.  36.)  .  .     ?  ifig/e  Ttiarmelos  Cörr., 

Seraji.  c.  261.  .  .     Garcinia  Mahgoßana, 

rvAiA  Avic.  i52.  •  ^    Euphorbia  nerei/olia,  Wj^rf 

Avic.  210.  .  r  „ 

*  •    •<  ■ . 

Eugenia  caryophyllea ,  \~r*\  Avic.  243.  Serap. 

013.  Die  Araber  brachten  zuerft  die  Gewürznelken 
aus  Indien.  Bakui  (Nöticcs,  2,401.)  nennt  das  Va- 
terland Sandabil.  .  .  Prunus  Mahaleb,  c**Xan* 
Avic.  210.  Serap.  c.  44*  •  •  Corchorus  olicohius^ 
äao^^o  Avic.  212.  Abdollatif ,  f).  .  >    Glaucium  /u- 

Mumj  ^V^^  Avic.  210;  Ebn  Behhar  bey  Channirtg 
zuni  Rbä*.  de  variol.  110.  .  :  Placourtia  fipiaHi 
Roxb.,  üJJ  AbulfaWi  beywi  Celf.'t,  19V.    -  r  ;  ^ 

Origanum  creticum ,  ^2***  ^vicT  2,  1  tW'^i 
OK  P/endo  -  Die tamnus,  ^£&A*  Ävic.  atolf^i 

Ocimum  gratiffimum,  ^SK^sr\jJJ  Avic.  236L  Serap. 

c.  i56.  .  v  0c}mu!^  ßaJ^lcum^  FJ/tf  •  Avic't  5e* 
cap.  c;  1 57.    .    Thyjkbra  fyicataj  Uj^ -Ayic; 
Ifaac  ebn  Amrani  bey.Bochart  hteröz.  i>  674."  .1 
Thymbrm  verticUfaea,  K^JdJÜI  -^m*  Avic.  200.  .  . 
Cakile  maritima,  ÄAÄli  Avic.  242.  Serap.  c.  65.  Vergl. 


Bochart  hieroz.  2,  224/      '       .  '  ' 

Tamarindus  indica,  tjOJA -jati  Avic.  262; 'Se- 


rap. c.  348.  Die  Tamarinden  wachfen  in  Khaifarrm, 
Yemen  und  Indien.  .  .    Goffypium  herbaceum  haifst 

1d^°*  bay  Ebn  AI  warn  (Caßri,  1,  332.),  U»*j^=*  bey 


♦ 

Digi 


fcai  Drittes  Buch.   Vierte*  Kapitel.  * 

Abul&rag.  hift.  dyti.  433. ,  und  dlf*  bey  Serap.  <♦< 
66.    In  Spanien  ward  Baumwolle  häufig  gebaut.  . 
läalva  rotundifolia,  Abdollat.  p.  8.  Avic.  274. .  [ 

Abdollat  daf.  Äyic.  eben- 
daf.  Daher  der  Name  Ketmia.  .  .  Hibifcus ßculneus 
und  efctdentus ,  Abdoliaf.  p.  y. 

Spartiumfpinofum,  üUÄaÄ        Avic.  iS7.  .'. 
Snor*.  iKuceiim,  (J^Ä  ^4  Avic.  i5o.  192.  daraus 
wurden  Armbänder  geflochten  (O&f»  ^«t  Tii*^  _i\ 
c .  Pttrocarpus  fantalinus,  rothes  Sandelholz,  Joajo 
Avic.  241.    Es  komme  aus  China,  nach  dem 
Scherif  Edrifi  und  Ebn  Alwardi,  aus  den  öftlichen  In- 
feln.    König  fand  den  Baum  auf  den  Gebirgen  Mala 
bariens  und  Ceylans.  . .    Pha/eolus  vulgaris  und  muH 
Üßorm.  4n£f  Ario.  *oi.  Serap.  c.81.  Phaß 
Mun§o9  (jiU  Avic.  212.  Abdollat.  32.  .  .  Doli, 
chos  Lablab,  Avic.  202.  Serap.  c.  4u  Aber 

er  wird  mit  Epheu  verwwmfelt.  .  .    Indigofera  tin. 
ctoria,  fr*  Avic.  214.  Serap.  c.  47.  Aber  auch  hier 
findet  Verwechslung  mit  Waid  ftatt.  .  .  Hedyfarum 
Alhagi,  jWt  Avic.  262.    Dwr  Strauch  wachfe  m 
Khorafan  und  Afawarah  Alnabar.  Auf  ihm  findet  fiob 
die  Manna,  Ter^nijchabin.  Vergl.  Fothergüi  in  pbi- 
lof.  trans.  vol.  43.  p.86.  Faber  |n  Reiske  ojuse.  «Vd. 
arab.  p.  1 2 1 .  ;  .    Aßragalus  emarginatus,  iJ^jfy» 
Avic.  223.  .  .     Meülotus  indica,  ^ÖUf  ^*X£=jf 
Avic.  124.  Serap.  c.  18.  Ebn  AI  warn  bej  Cafiri,  lf 
332.  Esbeiütauch  Oj^aia.  Alpin,  aeg.  124. 


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rnanzenKunae  der  /ir&Der«  323 

Cichorium  Intjbus*  fyjf*  Ebn  Beftb.  bey  Bo- 
cbart  hieroz.  i,  606. .    Artemlfia  iudaica, 

.Avic.  »56.  Serap.  c.i4.  Abulfadli  beyCelf.  i,456... 
Centaurea  Behen,  U^A^f  <J*@*  Arie.  14 1.  Vergl. 
Hyde  de  relig.  vet.  Perf.  5 10.  Raawolf,  p.  288. 
-  Orchis  Morio,  (J^J^yf  Avic.  1.44,  . 

Phyllanthus  Bmbtica,  Avic.  128.  Aaf 

den  Flüchten  ward  eine  Leck  er  ey  bereitet,  die  ma^ 
S&v  nannte  (ilvJe.  219.)  Serap.  c.  9$-  . .  Quereus 
Ballola  Desf.,  %k  Ävic.  148.  Die  Eicheln  wur* 
den  mit  Zucker  gegeöen.  .  .  luglans  regia, 
und  «Jmä,  Abolfadli  bey  Celf.  1,  82.  Der  Wallnufe- 
baum  wachfe  in  Diarbekr,  Korn  und  Zableftan  wild, 
(Abulfed*  in  Büfchings  Mag.  4,  257.  5,  32Ü.  55o.)  .j. 
Pirna  Cembra,  js^***  Avic.  179.  . .Ä«.  halepeni 

fistjk*^^  J*y*°  Avic.  i5*.      Der  Zapfen  wird 
gebannt.  .  .    Pin.  orientalis  >  Avic.  262I 

Der  Zapfen  beiCst  <>*!f*  f*3*.  .  .  Pin.  Pinea, 
Avic.  242.  •  •    AUingia  excelfa,  Woronna  in'  annäM 
of  bot.  vol.  2.  p.  325.    Diefer  zapfen  tragen  de  Baum^ 
auf  Java  und  io  Cochincbina  einheimifch,  giebt  de?) 
flöfßgen ;  Storax,  Avic.  211.  Serap.  c.  46.  .  . 

Siülingiafebifera,  Avic  i3i.  .  .    Croton  ji? 

glium,  y  Serap.  c.  26 1 . , .    Coco?  nueifera,  ^ftöyJ^ 

deren  Fruchte  indifche  NflfCa  genannt  weiden.  AiriA 
*53*  .      Areca  Catechu,  &*Cp  und  tfj*  Avic.  #30, 

Serap.  c.  345.  •  •  Aleurkes  molaacana,  <Ä)  Avio, 
160.  .  .  Mo7nofälca'Etmterium9  jiätfä*  Avic.  1^5. 
Ebn  AI  ward,  bey  C#If.  i,  368.    Die  Gurken  kern- 


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?f#  DrilUS.  Buch.   Viertes  Kapkcl. 

m«D  unter  dem  Gattungsname  ? ^  vor  {dbdpllatif 
f.  3o.).    Die  Melone  ift  Avic.  24 1 . ,  die  ge- 

ltreifte Abart  gU*^  bey  Caßri,  i,  333  ). 

Die  gemeine  Gartengurke ,  iAbdollat.  a.O.)-. . 

Cucumis  Chäte ,  C^«-*^  *  Cuc.  Dudaim ,  (J*^4*^  5 
Cttc.  anguinus,  ^>  {Abdoüat.  a.  O.)-  Der  gemeine 
Kürbifs,  Vö  Avic.  249.,  cHe  Waffermelone j-*3^  ^ 
tfäf.,  und  ^  j^3?  {Abulfadh  bey  Ce//  *, 

871.).  .  .    Cucürb.  Melopepo,  Jt^Ä  Abd©U*.*,0. 
und  Abulfedli  bey  CeU  1 ,  365. 
^      Pandcuius  odof-utiJjfimus$  (^S^^^^^  Serap..c#49* 
ßalix  aegypeißca,  Avic.  168.  .  .  §al.fubferr 

ma  Wiild.,  <J*ai»  Abulfadli  bey  Ceif.  2,  108. 
Der  der  Perfer  foll  Elaeagnus  anguftifoliafeyn. 

(tSYG.  Gmtlins  Reife,  3,  26.)  Aber  Alpiui's  (aegs&z.) 
find  Rauwolfs  (  Reife >  111.  1  i-2.)^Abbildungex>  ftior 
meo  nicht  Qberein.,.  ...  SßLbabylonica,  4>rV^  Avic. 
279*  Wegen  tTeSr  WoWgeruchs.der  Biüthen  heifst  uV 
.MrfiiUh  ^C^9  0*3,  Hvd^  de  teile,  vet.  Per  f.  0. 536. .  1 


,  n**V*  Avicv2ä2v,  au$  Mafcafiac 

(Oelebes). "foetSplnat  hat  den  Namen  von 

Ei1  war  feit  flfeYueV  fceit  bekannt?  (Rhaz.  c.  52.  Avic. 
*3iV)  Ih  Spanien  fahrten  ihn  dle\ Saraden en  eift.  (£"£/» 

Alvmi  kej  .  .     Der.,vtfdȣ,t w*** 

Avte  24&h&Mi  Adw.ta^O.  Der  Saarn*  heifit 

ÄVi«:         1^/>erauf<3^e!i'dd'S«bftirotf  ti^A*2*  *ir<! 

aus  der* Rfattern  und  Saameä bereitet,  (ChanOn*  4>  5&. 
^ct7r  J/iüinpf^x^oen.  645.)  w^.    Menifpermum  Coc» 


uiguize 


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Paanzenkunde  der  Araber,  22$ 

coecaria  Agallocha,  das  Aloeholz,  OyC  Avic.  23 1. 

An  einem  andern  Ort,  p.  1J2.,  beifst  es  C^^^y 
welches,  nach  Faber,  in  einigen  Handfchriften  feult, 
.und  alfo  wahrfcheinlich  aus  dem  Diofkorides  einge- 
schaltet ifr.  Die  Frucht  heifst  t^y*  Avic.  »63.  VergJ. 
Ednfi  geogr.  nub.  72.  Abulfed.  in  Büfchings  Mag.  4, 
»77.  Bakui  in  Notices  2#  597.  und  Celf.  hierob.  i, 

140  —  i5o. .  .  Die  MufcatnüQe,  UjU>  Avic.  148., 
und  MacUy  j-ÄmJÜd  Avic.  i83.  Serap.  c.  2.,  waren 

den  Arabern  febr  wohl  bekannt.  Sie  kamen  aus  Java. 
{Bakui  in  Notices9  2,  397.)  }  .    Borajjus  ßabe{lifor~ 

n%u%  r*yJ  Avic.  206.  Aus  diefer  Palme  wird  das  be- 
fte  Bdellium,  .Y**j  von  bläulicher  Farbe  und  von 
Geruch  wie  Lorbeeren,  bereitet.  Abu  '1  Feda  (Bä* 
fchings  Mag.  4,  2o3.)  verwechfelt  ChamaeropS  hurni- 

lis  damit  .  .      Acacia  vera,        ?  auch  Ab- 

dollat.  28,  .  .      Acac.  guinmtfera  Breuflbn., 

Abdollat.  29.  Es  ift  di*  Frage,  ob  Ac.  myrrhifera 
Stackb.  (f.  oben  S.  88.)  nicht. diefelbe  Pflanze  ift.  .  . 
Ciulia  lanceolala ,  «j^ß  Edrifi  p.  81.        .  « 

Jdiantum  CapiUus,  (Jäj  ty^J  Avic.  146.  .  . 
Alecioria  Arabum  Achar. ,  Avic.  128.  Riecht 

nach  Molch us,  Dillen,  hift.  mute,  p.  71.  648,  Eine 
Trüffel  wird  aus  Khorafan  und  tiaktrien ,  unter  dem 
Namen  gvv-Ä»  Avic.  194.,  und  Cjathus  OUa  Perf, 

als  v*Xyz  Avic.  279.  aufgeführt. 

Dies  find  die  Pflanzen  ,  deren  Kenntnifs  zum 
Theil  den  Arabern  zu  verdanken  ift,  die  fie  wenig- 
ftens  genauer  kannten  als  die  Griechen  und  Römer» 

Noch  füge  ich  die  Nachricht  von  einem  koptifch- 
arabifenen  Kräuterbuch  hinzu,  welches  In  dei  vati- 

GWcfa.  d.  Botanik«   1.  B,l  |5  ' 


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aa6  Drittes  Buch.   Viertes  Kapitel« 

* 

canifchen  Bibliothek  aufbewahrt  wird,  und  von 
uns  Kircher  (lexic.  copt.  c.  8.)  und  Igoat.  Roffi  (ety» 
moL  oegypi.  Rom.  1808.  4»)  in  Keontnifs  fetzen.  Ktf 
enthält  diefes  Werk  die  heften  AuffchlQffe  Ober  die 
ägyptischen  Namen  der  Pflanzen,  welche  in  den  foge- 
nannten  nothis  des  Diofkorides  vorkommen.  Ich 
will  die  wichtigften  davon  anfahren: 

Salvia  heifst  dvoh<rt9  heilbringend  Diofc.  3,  4°- 
Roffi,  p  i2>  .  .  Triticum  repens  (D.  4>  3o.)  «vou$#, 
woZtyi  blutftillend.  Roffi  daf.  .  .  Plantago  (D.  2, 
i35.)  «<rou<9->  Schaaf kraut,  *Qvcy'kta<r<rov,  Roffi  p.  21,.. 
Dipfacus  (D.  3,  i3.)  trccravfop,  cs(j,fxewQt  Hundekraut, 
Roffi,  p.  190.  »  .  Färberröthe  (D.  3,  160.)  <ra!$o/3#, 
rothe  Pflanze,  Roffi,  p.  214*  •  •  Solanum  (O.  4>  71«) 
a/J^lMy  Flechten  vertreibend,  Roffi,  p.  4.  .  .  Cy* 
clamen  (D>  2,  ig4«)  -Mo**,  Schweinekraut,  R.  p. 
64»  »  •  Hyoscyamus  (D.  4»  69O  c«$^w»  Kopf  ver» 
wirrend,  R.  p.  184.  *  .  Eryngium  ( D.  3,  24.)  c/- 
<repTö,  emmenagogum,  R.  p.  827.  .  *     Dill  (  D.  3, 

67.)  £%*x<uj>  Von         wohlriechend  feym  . .  Oreo* 

felinum  (D.  3,  76.)  avwvijU,  wörtliche  Ueberfetzung 
des  Griechinnen,  R.  p.  10.  .  .  Schierling  (D.4>79>) 
d7Titx(fif  Kopf  erfchatternd,  R.  p.  i4*  »  >  Sphon- 
dylium  (D.  3,  90.)  Kopfbähung,  R.  p.  i5. .. 

Paftinak  (D.  3,  59.)  ßxßeßvpov,  der  Bryönia  ähn- 
lich, R.  p.  3o.  . .  Bunium  (D.  4*  *24-)  ^£«9»  hoch.  .  . 
Hippomarathrum  (D.  3,  82.)  (r«u\£«f  >  fteintreibend, 
R.  p.  i83.  .  v  Polygon  um  (D.  4»  4«)  Mäufe- 
klaue,  R.  64.  .  *  Lychnis  (D.  3,  1 14-)  »a/uaiv, 
Flammenkraut,  R.  p.  189.  .  .  Saponaria  (D.2,  193.) 
ciW,  Wafch wurzel,  R.  p.  140.  .  *  Sempervivum 
(D.  4>  49«)  9ra/-i$av>j< >  immerlelvend,  R.  p.  i54*  •  • 
Helleborus  niger  (D.  4>  1 5 1  -)  xsjutXcY)  fchwarzePur» 
gan2,  R.  p.  S5.  .  .  Serpyllnm  (D>  3,  46>)  juspüvofrutf?, 
fo  viel  als  fryiq  xagcafifö  R.  p.  n5.  .  /  Verbeha  (D 


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* 

Pflaazenkunde  der  Araber.  937 


4  60.)  w*p\df»m%  Pflanze  göttlicher  Kraft,  R.  p.  i58. 
„  .*.*  TL*y.>bc!vxo$  ift  ^yptiich,  und  heifst  die  Pflanze  des 
Krokodills,  R.  p.  182.  .  .  Nafturtium  (D.  2,  i85.) 
beifst  <rifxe$-t  dem  Herzen  beilfam,  R.  p.  1 90. . .  Qihivm 
ift  ägyptifch  und  beifst  beifsend,  R.  p.  66.  .  .  Föou- 
gräc  (D.  2,  124.)  iV«n,  langes  Horn,  R.  p.  76.  .  . 
Lactuc  (D.  2,  i65.)  spßpcxrty  fchlafbringend,  R.  p. 
48.  .  .  Tuffilago  (D.  3,  126.)  mtift*,  gegen  den 
Hüften»  R.  p.  180.  .  .    Carthamus  corymbofus  (D. 

3,  11.)  <toße\,  den  Ausfatz  heilend,  Ä.  p.  20t.  .  . 
Ariftolochia  (D.  3,6.)  co(pot(pt  fchlangenwidrig,  R. 
J>.  207;  .  .  Piftia  Sirati  otes  (D.  4>  102.)  rtßous,  der 
Soldat,  R.  p.  226.  .  .  Atriplex  Haiimus  (D.  1,  120.) 
acsXor,gi,  an  Zäunen  wachfend,  ajBch  «Wnjpi,  in 
Dornen  wachfend,  R.  p.  19.  .  •  Neffel  (0.4,94.) 
reXtSf/iov,  beifsend,  R.  p.  uS3.  .  ,  Veratrum  album 
(4/.  194»)  <roju(ß/«,  Herkuleskraut,  R.  p.  2o3. 

Noch  kommen  in  cjen  notbis  des  Dioflcorides 
Menge  africanifcher  (punifcber)  Namen  vor, 
die  aus  den  femitifchen  Dialekten  zu  erklären  find. 
^*rox/<fTi$  (D.  1,  127.)  helfet  <PvXX«r«&*,  welches  im 
Aramlifcben  noch  ift:  mfc  N^D.    Bryooia  alba  (D. 

4,  i85.)  heifst  Xxouo^tv:  offenbar  gebogen, 

Schlingpflanze.  Mercurialis  (D.  4>  l9*~)  «fp^c* 
von  tfctf  die  vSonnje.    Euphorbia  Aptas  (D.  4,  »77.) 

^<p«£er*&>/;  die  Knolle  ,  und  Hlto  das  Feld. 

'P«$aivJ;  (D.  2,  »37.)  heifst  blofs  $oqit*&:  trrQou&io* 
(D.  2,  193.)  <r«p#V,  tfltf,  die  Wurzel.    'AvfpiJw,  (D. 
2,  207.)  Xoü^vjtof,  Y^HU  Zierde,  Ergötzung.  TVjXi- 
(D.  2,  217.)  aTiftT07roupie;  die  Krone,  der 

Kranz,  und  TIDE  AJabafter.  'HaJn*»  (D.  3,  24.) 
X«^ä»»  vielleicht  vom  fyr.  l$f">  die  Verletzung. 
Koriander  (D.  3,71.)  heifst  offenbar  das  ebr. 

13,  nur  mit  punifcher  Ausfprache.  fl6p«xw  (D.  3, 
72.  73.)  <t«$<Xäk  und  das  kleine  iMktoto.  offenbar 

i5  • 


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22$  Drittes  Bück   Viertes  Kapitel. 

»( 

aram.  rVrrfltf  und  rntt  Feldpflanze.    Thapfia  (D. 
i57.)  /3oA»jv>  dick,  fett  (p/j»  7r*xu$ke#<*  Diofc). 

Momordina  Elaterium  (D.  4,  i540  *w*ips 3»f ,  Y^Ft 
"HSÜ,  ägyptifche  Stacheln.  Bou7>.»<r<rov  (D.  4,  128.) 
«y<r*v«(ß,  und  tlÜN,  Menfchen  -  Nafe.  'AX<r/vij  (D. 
4,  87.)  \*ßo$o\xߣS- ,  ^Jjt  und  Kameeircbleirn. 

2rßuxv^  it,37rÄW?  (D.  4>  uGTpsepovvlfx.  Efmun  ift 
der  achteKabire,  pbönieifeben  Urfprungs,  von  ^DTlt, 
der  achte.  Es  ift  der  ägyptifche  Aefkulap.  (Gefch* 
der  Arzneyk.  1.  S.  5%)    YvXhov  (D.  4,  70.)  ouotpyoü- 

you/u  ift  fyrifch :  AJ^v^  9  Sohn  der  Spinne.  Xgu- 
ttKo^  (D.  4,  55.)  gleichfalls  fyrifch 

Baum  Gottes.  'O^Arx^ws  (D.  4>  52.)  xo^öuai»  ara- 
mäifch  NTn,  die  Spitze.     EifojpPnf  (D.  4,  33.)  ou- 

8>?Wv>   hängt  mit  r*^}^   das  Rothe,  zufammen: 

die  Propheten  Aegyptens  nannten  fie  aifjuc  Trrivou. 
'H/upoic*tti?  (D.  3,  i37.)  ißißXaßiv,  offenbar 
uod  P*7,  weifser  Halm ,  weifses  Gras.  Es  könnten 
noch  viel  andere  Ableitungen  gemacht  werden,  aber 
die  verderbte  Schreibart  im  Griechifchen  macht  diefe 
zweifelhaft. 

* 

Fünftes  Kapitel, 

"  Latiaobarbaren.  "*r  * 

So  nennen  wir  die  Schrift  frei  ler  vom  elften  bis 
ins  fünfzehnte  Jahrhundert,  weil  Ge  das  Studium  alter 
Sprachen  gänzlich  verabfäumten,  die  Grammatik  und 
Rhetorik  vernachläffigten ,  um  fich  blofs  mit  den  ein« 
träglichen  Studien  der  Erwerbs  Wiffenfchaften  zu  be- 
fchäfftigen.  Die  Bettelmönche  waren  es  vorzüglich, 
die  durch  ihre  rohe  und  mechanifche  Art,  die  menfeh* 

liehen  Kenntniffe  yorzu tragen ,  den  Verfall  der  Ge- 

.'  ■  ■  *  ■      -  , 


Drittes  Buch.  Fünftes  Kapitel.  •  229 

• 

lelirfamkeit  heförrferten.  {Leibnitz  introd.  in  fcripg\ 
brunsvic.  acl  §.  65.)  Denn  fie  widmeten  fich  haupt- 
fächlich dem  Unterrichte  der  Jugend  ,  der  Anlegung 
von  Bibliotheken ,  dem  Abfchreiben  der  Werke  der 
Mten  und  der  Ausübung  der  Arzneykunde.  (Wood 
antiqu.  oxon.  1.  p.  77.)  > 
Die  Araber  wurden  nun  wieder  die  Lehrer  der 
chriftlichcn  Schulen,  da  das  Licht  der  Wiffenfcbafteo 
im  Abend  -  und  Morgenlande  faft  gänzlich  erlofchen 
war. 

•   * 

Schon  die  Kreuzfahrer  brachten  aus  dem  Mor- 
genlande einige  Kenntniffe  mit.  Sie  bemerkten  zum 
Theil  die  nützlichen  Gewächfe  ,  die  in  Palästina  ge- 
zogen wurden,  die  Baumwollenftauden ,  die  Datteln, 
den  trefflichen  Weizen,  {lac.de  Vitriaco,  lib.  1.  c.  85. 
in  Bongars  ge/c.  dei  per  Francas,  1 .  p.  1 05)9.)  Zucker- 
rohr iahen  fie  in  Idumäa  ,  bey  Laodicea  und  auf  Cy- 
pern  angebaut.  (Wilh.  Tyr.  und  Fulcher  Carnoe.  in 
Bongars  i,S35.4oi.  Marin.  Samu.  daf.  toro.  2.  p.  24.) 
Albertus  Aquenfis  fand  Zuckerrohr  (cannamelum , 
zucra)  bey  Tripolis.  (Bongars,  1,  270.)  So  liefs  fchon 
Friedrich  II.  zu  Palermo  ein  „opificium  zuccari,,  an- 
legen. {Minder  confitiut.  reg.  SiclL  p.  291.  Neapo).  , 
1786.)  Den  Pifang  fahen  fie  in  Paläftina  angepflanzt, 
und  nannten  ihn  den  Baum  des  Paradiefes.  (lac.  de 
Vuriaco  bey  Bongars,  1 ,  p.  1  099.)  Auch  die  Balfatn- 
ftaude  von  Gilead  bemerkten  fie  bey  Heliopolis.  (lac. 
de  Vitrine,  a.  a.  O.  p.  1 1 28.  Marin.  Sanut.  bey  Bongars9 
2,  260.)  Vergl.  Guenee  in  mem.  de  litcrat.  tom.  5o. 
p.  259.  f. 

Weit  wirkfamer  waren  die  Schulen  cfer  Araber 
in  Spanien  zur  Ausbreitung  nützlicher  Kenntniffe« 
Die  Bettelmönche  legten  fich  die  Pflicht  auf,  Juden 
und  Muhammedaner  zu  bekehren:  fie  befuchten  da- 
her die  arabifchen  Schulen,  lernten  die  Sprache  der 
Ungläubigen,  und  erwarben  fich  fo  zugleich  ihre 


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ajft  Drittes  Buch.   Fünft«!  Kapitel. 


Kenotnifle.  {Vit.  Ambroß  Traverß  auct.  Mehus,  p. 
i55.  Srript.  ord*  praedlc.  1,  396.)  Sie  wurden  die 
•rften  Ueberfetzer  der  arabifchen  Sehriftfteller.  Ja 
felbft  die  Werke  der  AJten  trugen  fie  aus  dem  Arabi- 
fchen in  ihre  verderbte  Sprache  über.  (Lud.  Vives  de 
eautf  corrupt.  ort.  Jib.  1 .  p.  336.  411.)  Denn  es  war 
ein  feltener  FaJl,  wenn  Joh.  von  Salisbury  ( metalog. 
5,  i5.  p.  309.)  und  Roger  ßaco  (op.  mau  1.  p.  36.) 
PJinius  den  äJtern  lafen. 

Die  älteften  Ueberfetzer  der  Araber  waren  Her« 
mann,  Graf  von  Veringen  (Trithem  annal.  hirßaug. 
1,  t4tf*)i  Oerard  von  Carmona  (Pipin.  in  Murator^ 
fitrlpt.  r*r.  ital.  9.  p.  587.),  Daniel  Mo  Hey  aus  Ox* 
ford  (Wood  antiqu.  oxon.  i,  56.;,  Michael  ScoUis  \Ro* 
ger  Baco,  p.  36.),  und,  der  die  andern  alJe  an  Gelehr* 
famkeit  übertraf*  Conßtantin  von  Africa  aus  Karthago, 
(f  1087).    Vierzig  Jahre  hatte  diefer  unter  den  Sara- 
cenen  gelebt.    Am  Ende  feiner  Tage  ward  er  auf  eine 
Zeit  lang  Geheimfchreiber  des  Herzogs  von  Apulien, 
Robert  Guifcard,  und  dann  lebte  er  im  Kiofter  zu 
Monte  Caflino ,  wo  er  Geh  mit  Ueberfetzungen  der 
arabifchen  Sehriftfteller  befchäfftigte.  (Leo  Oft.  in  Mu- 
rat.  feript.  rer.  ital  4,  455.)      Viele  diefer  Ueber- 
fetzungen fah  man  fchon  im  Mittelalter  für  nicht  ge- 
lungen an,  weil  die  lateinifche  Sprache  damals  fchon 
faft  ganz  verdorben  war.  {Simon  lan:  clav.  fanit.  in  it.) 
Und  doch  verftand  man  auch4  diefe  fo  wenig,  dafs 
Atto,  Kapellan  der  Kaiferinn  Agnes,  fie  erft  ins  ge- 
meine Homanifcbe  überfetzen  mufste,  damit  fie  ver> 
tanden  würden.   (Pttr.  Diacon.  in  Graev.  et  Burrru 
heß  rer.  ital  vol.  9.  P.  1.  p/069.)  Co nftantin's  Wer- 
ke (Baßl.  i536.  fol.)  enthalten  unter  andern  einen 
Tractat  de  gradibus,  worin  alle  Arzney mittel  der 
Araber  vorkommen.      Paftinaca  Secacul  (Oculcea) 
wird  mit  der  Marien diftel  verwechfeit  (p.  35a.). 


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Latinobarbaren.  231 

Im  zwölften  Jahrhundert  fingen  die  Benedictin  er 
In  Salern  an,  nach  dem  Mufter  der  Araber,  die  Me- 
dicin  wiffenfchaftlicb  zu  bearbeiten  und  einen  gewif« 
fen  Lehrcurs  einzuführen,  da  bisher  die  Mönche  die 
Kunft  als  eine  Art  des  frommen  Aberglaubens  geübt 
hatten.  (Meine  Gefch.  der  Arzneyk.  ß.  1.  S.  466.  f.) 
Die  Lehrer  der  Schule  zu  Salern,  an  deren  Spitze 
Johann  von  Mailand  fich  befand,  widmeten  im  An- 
fang des  zwölften  Jahrhunderts  dem  Prinzen  Robert 
von  England,  einem  Sohn  Wilhelms  des  Eroberers, 
als  er  verwundet  auf  feiner  Rückkehr  aus  Paläftina 
fich  in  Salern  heilen  liefs,  eine  Lebensordnung  in  leo- 
ninifchen  oder  Knittelverfen,  welche  uoter  dem  Na- 
men: regimen  fanitatis  Salerni,  am  beften  von  Acker- 
mann, Stendal  1790,  herausgegeben  worden,  worin 
wenig  Pflanzen  genannt  werden.  Die  efcula  c.  44* 
können,  nach  Ackermanns  Vermutbung.  eher  me- 
fpila  feyn.  Athanofa  c  66.  ift  Tanacetum  vulgare. 
Enula  campana  c.  68.  ift  Inula  Helenium* 

Zu  derfelben  Schule  geborte  Matth.  Platearius, 
der  ältere,-  der  im  zwölften  Jahrhundert  lebte,  weil 
Aegidius  von  Corbeil,  Leibarzt  des  Königs  Philipp 
Auguft  von  Frankreich,  ihn  ausdrücklich  feinen  Leh- 
rer nennt,  weil  Vincenz  von  Beauvais  ihn  öfter  an* 
führt,  und  er  von  Conftantin  von  Africa,  als  einem 
nicht  gar  alten  Schriftfteller  fpricht.  Wir  haben  ein 
Buch,  circa  inftans ,  Lugd.  i525.  4- >  von  ihm,  wel- 
ches die  Arzoeymittel  in  alphabetifcher  Ordnung  auf- 
zählt, ohne  viel  Neues  hinzuzufügen.  Aeacia  nennt 
er  den  Schlebenfaft.  Baucia  helfet  die  Paftinake  (f. 
«28.  d.),  Cretanum,  Cachrys  maritima  (f^  233.  b.). 
Er  glaubt,  dafs  der  flüffige  Storax  in  CaJabrien  gefun- 
den werde,  worunter  er  wahrfcbeinlich  den  balfami- 
fchen  Saft  von  Daucus  gummifer  Lam.  verfteht.  Statt 
der  celtifchen  Spike  gebrauche  man  oft  die  Saliunca 
Er  nennt  übrigens  zuerft  Spiraea  Filipeirdula  (f.  207 


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*33  Drittes  Buch.   Fünftes  Kapitel. 

a.),  Clematis  Flammula  (f.  236.  d.)  und  Galeopfis  Tc- 
trahit  (  f.  z5  i.  c). 

Aus  diefem  Zettalter  mufs  der  Sltefte  Herbanus, 
oder  ein  mönchifches  Kräuterbuch  feyn,  deffen  fchon 
Vincenz  von  Beauvais  erwähnt,  wovon  man  aber 
keine  neuere  Spur  findet. 

Das  dreyzehnte  Jahrhundert» 

Der  erfte  Strahl  der  Morgenröthe  fiel  in  die 
Nacht  der  Barbarey,  als  die  Freyftaaten  Italiens ,  zu 
Amalfi,  Pifa,  Florenz,  Genba  und  Venedig  den  See- 
handel zu  einer  Quelle  des  Wohlftands  fowohl  als 
der  Aufklärung  zu  machen  anfingen.  Die  Kenntnifs 
entfernter  Länder  und  ihrer  Natur  -  ErzeugnhTe  ward 
dadurch  in  diefem  Jahrhundert  erweitert.  Auch  tru- 
gen zum  Theil  die  Miffionsreifen  der  Minoriten  na  ah 
dem  fernften  Morgenlande  bey. 

Im  Jahre  1246  ward  Jolu  de  Piano  Carpini,  ein 
Minoriten -Mönch ,  vom  Papft  an  den  Khan  der  Ta- 
tären gefchickt.  Er  brachte  von  DfchingiskhanS  Er- 
oberungen, von  den  Niederlagen  des  chriftlichen  Re* 
genten,  Priefter  Johannes,  von  den  Demantbergen 
und  dem  Lärmen  ,  den  die  Sonne  bey  ihrem  Aufgehn 
macht,  die  feltfamften  Nachrichten  mit.  Einen  Aus- 
zug feiner  Reifebefchreibung  findet  man  in  Vincenz 
von  Beauvais,  B.  3>.,  in  Hakluyt,  B.  i.,  RamuGo,  B. 
2.,  Purchas,  B.  3.,  Berge ron  [rrlation  d**s  voyagrs  e/i 
Tarcarh.  Haye  17 '35.  4.),  und  Ailg.  Hift.  der  Rei- 
fen, B.  7. 

Ejnige  Jahre  fpäter  (  1253)  fchickte  Ludwig  IX,, 
durch  eine  vorgebliche  Gefandtfchaft  des  Tatar  Chans 
bewogen,  Wilhelm  von  Rubruquis,  einen  franzöfi-  * 
fchen  Minoriten,  in  die  öftlichen  Gegenden.  Diefer 
ging  über  Konftantinopel ,  über  das  fchwarze  und 
afoffche  Meer,  über  den  Don  und  nördlich  vom 
kafpifchen  Meer,  indem  er  den  alten  Handelsweg 


uigm 


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durch  Kaptfclitok  wieder  aufhellte.   Er  gelangte  bis 

ins:  Land  der  Mongolen,  nach  Kar akarum,  und  brach* 
te  viej  Nachrichten  vom  Priefter  Johannes  und  den 
Neftorianern ,  aber  auch  viel  Lügen  mit*    Seine  Ret«  • 
febefchreibudg  findet  man  in  den  oben  angeführten 
Sammlungen.  -v*  'ui 

Der  berühmtefte  Reifende  des  Mittelalters  ift 
der  Venetianer ,  Marco  Polo,  der  in  der  letzten  Hälf- 
te des  dreizehnten  Jahrhunderts  den  gröfsten  Theil 
ABens  durchzog.  Drey  Jahre  lebte  er  (t  s5o  —  ia53) 
zu  Bokhara  und  am  Hofe  des  Kublai  Chan.  Dann 
kehrte  er  nach  Venedig  zurück,  und  fegelte  1270 
von  neuem  aus,  um  die  öftliche  Mongoley,  Tibetti, 
Indien,  das  füdliche  China,  Java  und  die  molucki- 
fchen  Infein  zu  befuchen.    Nach  25  Jahren  kehrte  er 
wieder  zurück,  ward  von  den  Genuefer»  gefangen  ge«* 
nommen ,  doch  endlich  frey  gegeben.    Seine  Reife» 
befchreibung  fteht  in  den  oben  angeführten  Sammlun- 
gen.     Durch  feine,   freylich  auch  oft  fabelhaften, 
Nachrichten  ward  die  Kenntnifs  der  Länder,  Völker, 
Thiere  und  Pflanzen  im  äufserften  Morgenlande  fehr 
vermehrt. 

Er  fand  fchon  die  Curcume  im  Reiche  Concha 
{Ranwfio,  2,  f.  48.  b.);  befchrieb  Piper  Betle  unter 
dem  Namen  Tambul  (daf.  f.  56.  a.);  fah  den  Weih* 
rauch  bäum  in  Efcher  am  perfifchen  Meerbufen  (daf. 
f.  59.  aO;  gab  Nachrichten  vom  Kamferbaum  in  Fan- 
für  auf  Sumatra  (daf.  f.  52.  b.)  und  von  der  ächten 
Rhabarber,  die  auf  den  tangutifchen  Bergen,  weft- 
lich  von  China  und  um  die  Stadt  Singui  wachfe  (da£ 
f.  i3.  a.  45-).    Vom  Sappanholz  brachte  er  felbftSaa- 
men  ,  die  er  in  Ceylan  und  Sumatra  gefammelr,  nach 
Venedig:   doch  gingen  fie  nicht  auf  (daf.  f.  52.  b. 
53.  a.).    Den  Gewürznelkenbaum  fand  er  in  Kaindu, 
und  befchreibt  ihn  genau  (daf.  f.  35.  a.).    Den  San- 
delholzbaum fah  er  auf  den  nocerifchen  (nicobari- 

♦ 

r  * 
- 

4 


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Drittes  Buch,    Fünftes  Kapitel. 


fches)  InMn  (daf.  f.  52.  b.).  Eben  fo  findet  man  von 
der  rSago- Palme,  dem  Aloüholz  und  unzähligen  an* 
dern  Gewächfen  fiebere  Kunde  bey  ihm.  Einer  fei- 
ner Zeitgen  offen ,  Peter  von  Abano,  nennt  ihn  aus* 
drüoklich  den  grofsten  Reifenden,  den  es  je  gegeben, 
und  erzählt,  dafs  er  Verci  (Indigo),  Aloebolz  und 
Kamfer  mit  nach  Venedig  gebracht.  Durch  ihn  und 
andere  Reifende  hatte  nun  die  Kenntnifs  der  Erda 
febon  fo  fahr  gewonnen,  dafs  man  den  Aequator  nicht 
mehr  für  unbewohnbar  hielt,  und  dafs  die  Nachricht 
von  dem  dunkeln  Fleck,  der  den  Südpol  am  Himmel 
bilde:,  zuerft  fich  verbreitete.  (Pew.  Apon.  coneii.  dif* 
f*r.  67.) 

Aua  diefem  Jahrhundert  haben  wir  mehrere 
Werke,  worin  Pflanzen  abgehandelt  werden,  aber 
vergebens  wird  man  fich  nach  Befcbreibungen  nmfehn, 
die  die  Natur  dictirt  hatte,  vergebens  naoh  neuen  Be* 
reicherungen.  Die  gänzliche  Unkunde  gelehrter 
Sprachen  veranlafste  überall  Verwirrungen:  der  herr- 
febende  Aberglaube  erzeugte  eine  Menge  Fabeln,  die 
zum  Theil  noch  durch  die  Nachrichten  der  Mönche 
von  fremden  Ländern  vermehrt  wurden. 

So  entftanden  die  fogenannten  mirabilia  mundi, 
Mährchen,  die  die  Mönche,  von  ihren  Reifen  zurück* 
gekehrt,  in  Klöftern  zu  erzählen  pflegten. 

Dergleichen  Gefchichten  fammelte  unter  andern 
Albertus  Magnus*  von  Lauiogen,  der  in  Kölln  und 
Paris  gelebt  hatte ,  und  endlich  Bifchof  von  Regens* 
bürg  ward,  (f  1280).  Sein  Buch,  «V  virtutibus  her- 
barum  (opp.  ed.  Jamy.  Logd.  1 65 1.  vol.  5.),  enthält 
in  höchft  verderbter  Schreibart  nur  Beweife  von  Un- 
wiffenheit  und  Leichtgläubigkeit«  Das  Kraut  Elitro« 
pia  heifce  bey  den  Ghaldäern  Ireos,  bey  den  Grie* 
eben  Mantuchiol,  bey  den  Lateinern  Elitropia.  Wer- 
de es  im  Auguft,  wenn  die  Sonne  im  Löwen  fteht, 
gefummelt  und  mit  einem  Wolfszahn  in  ein  Lorbeer- 

0 


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Latinobarbareu,  235: 

Watt  gewickelt,  fo  könne»  wenn  man  t*  bey  fich 
trage,  keine  Zauber ey  etwas  ausrichten,  fondern  nur 
Worte  des  Friedens  können  alsdann  gefp rochen  wer* 
den.  Galidonia  heifse  bey  den  Ghanaern  Aquilaris, 
bey  den  Griechen  Vaiis.  *  Die  Pflanze,  welche  die 
,  Provenzalen  Provinca  nennen,  heifse  auf  chaldaifch 
Iterifi ,  auf  griechifch  Vorax.  Die  Nepta  der  Latei* 
ner  tej  Greith  bey  den  Cbaldaern,  bey  den  Griechen 
Retus. . .  So  weit  ging  die  Tborheit  diefer Schriftftel- 
ler,  dafs  Albert  den  Kai/er  Alexander  ober  den  Ein- 
flufs  der  Planeten  auf  die  Pflanzen  citirt.  Affodillu* 
fey  das  Kraut  des  Saturn:  Poligonia  das  Kraut  der 
Sonne:  Chynoftates  gehöre  dem  Mond  an  :  Arnoglof- 
fa  dem  Mars:  Pentaphilon  dem  Mercur:  Acharonia, 
die  auch  Jufquiamus  genannt  werde,  dem  Jupiter: 
Pifterion  ( ireQurTsp&vv )  der  Venus. 

Peter  de  CrefcendU ,  Senator  von  Bologna  am 
Ende  diefes  Jahrhunderts ,  hinterJiefs  ein  Werk  Ober 
die  Landwirthfchaft  {opus  ruralium  commodorwru  Ba- 
fil.  i54ß.  fol.)>  welches  in  etwas  befferm  Geifte  ge« 
fchrieben  ift,  als  die  Bacher  feiner  Zeirgenoffen.  Er 
hatte  nicht  allein  die  Alten  gelefen,   fondern  auch 
feJbft  Erfahrungen  gefammelt.      Das  Veredeln  der 
Bäume  machte  er  zu  feinem  Lieblings  Gefchäfft:  er 
gefteht  Zwar  die  Nothwendigkeit  einer  gewiffen  Ver- 
wandtfchaft  zwifchen  dem  Wildling  und  dem  edeln 
Reis  ein:  er  fagt  unter  anderm ,  dafs  er  mit  glückli- 
chem Erfolg  ein  diesjähriges  Reis  im  Auguft  gepfropft 
habe-,  aber  doch  fehlt  es  auch  niebt  an  Fabeln  von* 
Uebergang  der  Eichen  in  Weiden  und  Pappeln.  Ue- 
brigens  befch reibt  er  zuerft  den  Spinatbau,  den  die 
Chriften  damals  von  den  Arabern  gelernt  hatten; 
ferner  die  Cultur  des  Süfsbolzes  und  der  Pinie. 
Er  fp rieht  von  der  Einfaugung  der  Blätter  durch  Pö^ 
reny   vom  Zizulus,  welches  Zizyphus  vulgaris  ift; 
vWSicomor us ,  der  auf  Deutfohlaäds  Bergen  wrfch- 


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ajd  Drittes  Buch.    Fünfte«  Kapitel. 

f^ävom'I&miacus/,  welches  die'  Aprikofe  feyn  kann  ; 
v»n  FtaXAaelU  (Dictamnus  albus),  von  Flammul* 
(GJematis);  von  Tetra hit  (Galeopfis) ;  von  Zuberus, 
der  Korkeiche;  von  Sanguinus  (Cormis  fangüinea); 
von  Rrocusunarinus  (Gachrys  maritima),  u.f. f. 
ii  Vincent  von  BeauvaU,  Prior  eines  Dominica» 
ner-  Klofters  (f  1264)»  ward  durch  eine  Encyklopä- 
die§:  die  er  auf  Befehl  Ludwigs  IX.,  unter  dem  Titel: 
Speculum  quadripartitum,  Lugd.  i494»  fol.,  fchrieb, 
der  tPJinius  feiner  Zeit.  Im  zweyten  Theil  handelt 
er  die  Naturgefchiehte  ab;  aber  ohne  die  Natur  zu 
kennen.  Ariftoteles,  Diofkorides,  Gallienus,  Yfi- 
dorus  (fo  fchrieb  m%n  damals)  und  PJatearius,  das 
find  feine  Gewährsmänner.  Auch  wird  von  ihm  und 
den  meiften  Litinobarbaren  ein  Caftor  angefahrt, 
welches  der  Freund  des  PJinius  (S.  164.)  feyn  könn- 
te. Aber  wabrfcheinlich  ift  es  ein  untergeschobener 
Name,  Vom  Firnifsbaum  (Tetminalia  Vernix  Lam.) 
findet  man  die  erften  Berichte  der  Reifenden,  (üb. 
i3.  c.  85.  f.  166.  d.)  Die  Myrobalanen  der  Griechen 
{Ilyp?raäthera  Moringa)  verwechfelt  er  mit  den  My- 
robalanen der  Araber  (Terminalia  Chebula  Retz.  und 
Phyllanthus  Bmblica :  lib.  1 2.  c.  79.  f.  i54-  d.). 

Das  vierzehnte  Jahrhundert. 

t  Auch  in  diefem  Jahrhundert  fetzten  Mönche  und 
Kau  Heute  ihre  Reifen  in  das  ferne  Morgenland  fort, 
brachten  aber  im  Verhältnifs  wenig  Gewinn  für  Na- 
tur-, Länder-  und  Völkerkunde  mit.  Schon  der 
Mangel  an  Bildung  bey  den  meiften  diefer  Reifenden, 
die  Unbekanntfchaft  mit  ihren  Vorgängern,  die  Mflh- 
feiigkeiten  diefer.  Reifen  durch  gränzenlofe  Wüften, 
von  Nomaden  durchfchwfirmt ,  die  Unmöglichkeit, 
ein  ordentliches  Tagebuch  zu  halten;  daher  nach  der 
Rückkehr  alles  aus  dem  Gedächtnifs  niedergefebrie- 
ben  wunie;  endlich,  mehr  als  alles,  der  Hang  des 


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Latinobarbaren.  \<tyj 

Zeitaltert  förs  Abenteuerliche  und  Wunderbare:  *  4as 
find  dleUrfachen,  warum  die  Reife  Berichte  jene* 
Zeit  fo  wenig  Nutzen  gewähren.  V-a 
Oderich  von  Pottenau,  oder,  wie  aridere"  *Hin 
nennen,  von  Udine  ,  ein  Francifcaner,  wäre?  Vöth 
Bekehrungseifer  nach  Perfien ,  Indien  und  China  g#» 
trieben.  Im  Jahr  i33o  kehrte  er  wieder  *u*ecfe, 
und  aus  feinen  Erzählungen  fcbrieb  der  Mönch  Wil- 
helm von  Soiogna  einen  Reife  -  Bericht  zufarameiJ, 
den  Ramufio  und  Hakinyt,  jeder  im  zweyten  TheU 
der  Sammlungen,  aufgenommen  haben.  Da  Marco 
Polo's  Berichte  damals  fchon  bekannt  waren»*  auch 
andere  Mönche,  fo  wie  der  Ritter  Man  deville,  zik 
gleicher  Zeit  diefelben  Länder  befucht  hatten  ,  fo*  ift, 
bey  mancherley  ßeweifen  der  Untreue,  fchwer  zu 
fagen,  ob  Oderich  wirklich  die  Gegenden  befucbt^ 
die  er  befchreibt.  *  1< 

Weit  wichtiger,  aber  nioht  viel  glaubwürdiger 
find  die  Nachrichten,  die  der  engtändifche  Ritter;  Jo^> 
*  bann  Mandeville ,  von  feinen  grofs'eri  Wanderungen 
hinterliefs.    Vom  Jahr  iSaj  bis  i35'5  diente  tr  irA 
Heere  des  Sultans  von  Aegypten  und  des  Grofsohans 
von  Kathay,  und  beschrieb  feine  F^eldzöge  und  Rei- 
fen im  Morgenlande,  mit  Benutzung  der  Ritterro» 
mane  von  Oger  dem  Dänen  und  von  der  fchönenMe^ 
luGne,  der  Mönchs  »  Legenden  und  anderer  Mähr* 
eben,  die  damals  in  Klöfjtern  erzählt  wurden.  Die* 
fes  fabelhafte  Reifehuch'  ift  englifch  1*727  Lond.  8., 
italienifch  1480  Milano  .4« ,  deutfeb  Frankf.  i$8o*, 
und  im  zweytenTheil  der  Sammlungen  von  Ramuftc*, 
Hakluyt  und  Bergerdn  herausgekommen.  . .  Man^ 
deville  zwar  befchreibt  den  Bai  famftr  auch ,  erzählt 
aber  auch,  wie  Oderich,,  die  Fabel  vom  vegetabil*- 
fchen  Lamm,  (Ramufio,  2>  a5i.  b.),  die  nachher  voh 
allen  herbariis  aufgenommen  wurde.  j  In  dem- Lande 
Cbadifla,  fo  erzählen  beide,  werde  eine  grobe  Frucht 


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■  I 

238  Drittes  Buch.    Fünftes  Kapitel* 

gefunden**  tf**  >  wenn  fie  reif  aufgefchnftten  werde, 
•in  Lamm  ohne  Wolle  zeige,  welches  mit  der  Frucht 
gegeffen  werde.  Zu  diefer  Nachricht  fügten  fpätere 
Schriftsteller  noch  hinzu:  das  Lamm  wachfe  mit  fei- 
nen Beinen  in  die  Erde,  freite  alles  um  fich  her  ab, 
jmd  treibe  oberwärts  belaubte  Zweige.  Cardanus 
Ben nt  es  Barpmrt*,  und  giebt  die  favolzifche  Gegend, 
*wifchen  der  Wolga  und  dem  Jaik,*  als  das  Väter- 
land diefes  Wunderlamms  an.  (variet.  rer.  lib.  6.  c« 
.22.  p.  63.)  Job.  Phil.  Breyn  gab  fogar  (philo/,  iranx- 
#Gt*  yol.  53.  n.  5go.  p.  553.  f.)  eine  fabelhafte  Abbil- 
dung diefes  Gefchöpfes,  die  in  einer  neuern  Schrift 
(Botanical  dialogues  between  Hortenßa  and  her  chil~ 
äreuy  P.  i.  p.  1^8.)  wiederholt  ift.  Man  weifs^  dafs 
Linne  aus  China  unter  dem  Namen  Barometz  einFar- 
penkraot  mit  wolliger  Wurzel  erhielt,  welches  er,  ob- 
gleich keine  Früchte  dran  waren,  zu  der  Gattung  Po- 
Jypodium  zählte.  Auch  Loureiro  (Jlor*  cochinch.  p. 
829.  83o.  ed.  Willd.)  fah  die  Pflanze,  die  zu  diefer 
Fabel  Gelegenheit  gegeben,  und  nennt  fie,  wie  Linne,  * 
Polypodium  Barometz,  obwohl  er  keine  Früchte  ge- 
fehn.  Ein  dicker,  mit  gelber  Wolle  dicht  überzoge- 
ner» horizontal  über  der  Erde  liegender  Wurzelftock 
giebt  verletzt  einen  röthlichen  Saft,  den  man  für  das 
Blut  des  Lamms  genommen.  Aus  diefem  gehn  fenk- 
rechte  Wurzeln  in  die  Erde,  die  man  als  Füfse  ange- 
lehnt und  oberwfirts  fchlagen  die  Strünke  auf.  ■*« 

So  fehr  in.  diefen  Reife  Berichten  der  Aberglau- 
he  herrichte:*  Co  erregten  Ge  doch  die  Wifsbegierde. 
JJfcrHandfci  der  italienifchen  Freyftaaten  ward  immer 
.blühender;  befonders  war  der  Verkehr  mit  dem  gan- 
zen Mor^eplaad  in  den  Händen  des  machtigen  Frey- 
Staats  von  Venedig,  der  3 uch  feinen  Nebenbuhler, 
ßenua,  i58*  völlig  zu  Boden  drückte.  Der  Wohl- 
ftand  vermehrte  fich ;  die  Menge  Spezereyen  und  fel- 
tener  Sa  amen  und  Gewächfe,  welche  die  Kaufleute 

.  -  • 


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r  Laiinobarbaren.         {  239 

mitbrachten,  veranlagte  die  Anlegung  botanifcker 
Gürten.  Matthaus  Sylvatirus,  der  ijio  in  Samern 
lebte,  liefs  fchon  die  Colocafia  und  Cantalis  ^  Atha- 
rnanta  cretenfis)  aus  Griechenland  kommen  und  baute 
fie  in  feinem  Garten.  (Pandect,  med.  c.  i35.  197.) 
Die  Republik  Venedig  richtete,  auf  Bitte  des  Me'fer 
Gualtieri  i335  einen  öffentlichen  inedicinifchen  (har- 
ten ein.  (TemanZa  diß.fopra  un  antica  piaata,  p.  ^2..) 
*  Die  Pflanzen,  die  in  die  fem  Garten  gezogen  wurden, 
mahlte  Andr.  Amadei  mit  erftaunlicher  Kunlt  und 
Wahrheit.  Diefe  Gemähide  werdeu  noch  in  Venedig 
aufbewahrt.  (Morelli  bibl.  manujcr.  graec.  et  lat.  i, 
598.  402.) 

In  diefem  Jahrhundert  ward  der  Kampf  der  al- 
ten Finfternils  und  Barbarev  mit  dem  fch  wachen  Licht, 
welches  die  arabifchen  Schulen,  die  Keifen  ins  Mor- 
genland und  die  ausgewanderten  Griechen  in  Italien 
verbreiteten,  immer  merklicher.  Man  lernte  immer 
mehr  einfehn  ,  dafs  die  Quellen  beffern  Willens,  die 
Alten,  nur  dem  zugänglich  feynx  rler  ihre.  Sprache 
kenne.  Aber  diefe  Sprar he  war  fo  unbekannt ,  dafs 
der  gröfste  Geift  feiner  Zeit,  pranz  Petrarca t „tTQfz 
dem  Unterricht,  den  ihm  der  Grieche  Barlaarn  gege- 
ben, doch  keinen  griechifcjten  Schriftfteller  lefen 
konnte.  {Mim.  furUmie  dePetrarquey  1,  670.).;  JJiiß. 
de  Ciemanges  erwarb  fich  zuerft  das  Verdi enft,  da^s 
Studium  der  gi  ieclufchen  Sprache  den  Schulen  Frank- 
reicbs  zu  empfehlen,  (epiß.  4«.&<>Rf  ^9.  27.)  3 

Dies  war  um  fo  nothw.e*ndiger ,  da  durch  die 
vielfachen  Ueberfetzungen  die  Alten  völlig  eptftellt 
waren  und  in  fremden  Zufätzen  oft  ganz  andere  üi^- 
ge  enthielten,  als  der  Urtext.  So  Ii3tte  Harthol. 
Glanville  einen  ganz  andern  Diofkorides  als  wir:  da 
er  aus  ihm  die  Befcbreibung  der  Caflia  Fiftula  entlehn- 
te ,  welche  der  ächte  Diofkprides  nicht  kannte.  Ein 
Kapitel  vom  Jafmin  enthielt  der  Dioikorides  des  Mit- 

■ 

* 

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&40  Drittes  Buch.    Fünftel  Kapitel. 

telalters,  'welches  im  cantacuzenifchen  Codex  fehlt, 
*wie  Matthiolüs  rzuenft  bemerkte.  So  waren  Hie 
■Schriften  des  Ariftoteles,  von  Joh.  Damafeenus  in 
eine  to  genannte  Summa  gebracht,  ganz  andere ,  als 
cfotfer  Stagirit  hfriterlaffen.  . 

'Man  citirte  unbekannte  oder  Schriftfteller  unter 
ganz  falfchen,  oft  prächtigen  Namen,  die  die  Mönche 
teh  angemaßt  hatten  ,  um  ihren  Schriften  mehr  Ein- 
<gang  zu  vefrfchäffen.  Nicht  feiten  ift  es,  Aefkulap, 
Demökritus  und  Ypocras  als  botanifche  SchriftfteJiei 
'angeführt  zu  finden.  Caffius  Felix,  PoffidöniuS, 
\Actor  (vielleicht  Caftor,  f.  oben  S.  164.)  find  eben 
fo  viele  ganz  unbekannte  Namen. 

Dazu  kam  die  Herrfcbaft  der  fcholaftifchen  Lehr- 
*tnethode,  dfe  zwar  durch  unaufhörliche  Uebung,  ent- 
gegengefetzte  Behauptungen   durchzuführen,  den 
Schaiftinn  vervollkommnete,  aber  den  Beobachtungs- 
geift  völlig  unterdrückte.      Da  es  ganzlich  an  Er- 
Tab  rangen  fehlte,  urid  die  Entfcbeiehingen  blofs  von 
Auetori titen  entlehnt  wurden1:  ib'  könnte  die  Natur- 
kunde auf  keine  'Weife  gewinnen!    Wie  Renier  bey 
XJelegehheit  eines  zu  Lattich  eingefallenen  Blitzftrahls 
grbfses  Werk  über'  das  Oe wirter  fchrieb,  worin 
'mit  keiner  Sylbe  der  phyfifchen  Urfachen  diefer  :Er- 
fcheinung  gedacht  Wurde  {Marten*  toll.  ampL  voi.  #. 
Tp.b9S30:  fo  tadelt  Lexxnicenui?  tfen  Peter  von  Äbano 
•mit  Äecht,'  dafä  ery  der  ta*glicb  Centaurium  mioofc 
gebrauchte,   dennoch  das  Oewfichs  nioht  gekannt 

Die  berähmteften  botanifch eil  Schriftfteller  die- 
ifcrJabrbundertS  fifrd  Simon  d*  ConeVaüs  Genua  <Si- 
itioü  Iatiuenfisyund  Mattftüüs  Syhaticus.  Jener  war 
itetbirit  des  PapfteS  Nicolaus  IV.  und'  Kapellan  Boni- 
f actus  VIH.  Errfthtoit'neh,  den  Orient  durchzogen 
tu  haben,  um  Pflanzen  zu  fammein  allein  man  be- 
merkt in  feiner  Q*vls  fanaihnis*  Yenet.  i5i4-  foLf 


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Latinobarbaren,    .       -  24*: 

gartaf$na  Spur' von  Nator -Kenntnife,  -^vergleicht 
bJafs  ;die  griechischen ,  arabifchen  urtd  Jateinifchen 
Namentfer  Pflanzen,  und  giebt  ihre  medicinifobe  Wir- 
kungen nach  feinen  Vorgängern  an«  Poch  unter« 
{erei  let  er  febon  den  Zucker  der  Araber  vom  grie- 
chifchen;  die  TormentilJa  von  dem  Quinquefolium» 
welche*  letztere  fieU^ü BtiUcben  habe,  (Pvtentillß 

".  Matthäus  Sylvaticus  war  aus  Mantna  gebftrtig, 
hatte,  wie  oben  bemerkt  worden,  in  Salem  gelebt; 
und  übte  die  Arzneykund*3u  Mailand  aus*  Im  Jahr. 
i3i7  fchrieb  er  Pendectas  roedicioae;,  X»ugd.  i534* 
fol.,  worfm  er,  ganz  wie- Simon  von  öeniM,  blofs  die- 
yor geblieben  fremden  Namen  der  Pflanzen  zu  erkieV 
ren  fuchte.  .Er -vernebelt*  dafs  er  Araber ,  Spanien 
und  GnacheQ  um  die  Bedeutungen  der  Nameni  gefragt 
Wbe,  Aber  die  Araber  feyn  in  den  Benennungen  zt* 
leicMönnig.  (cf  i2su  i$o.  5zu)  Weiche  AbgeS 
{bhmapkt heilen  er  fieb  flauet,  kenn  man  ichdo  aet* 
dem  einen;  Beyfpiel  fehd,  wo  erfagt9  dafc  das  FJ  uIsh 
pferd  *m  Ypotamus,  einem  Fi uffe  Mesopotamiens,  yorr 
komme:  die*  Land  liege  zwifeben  dem  Euphrat  nnoT 
dem  Scirtis.  (c.  117.)  In  der  POanzen -Kenatnifc 
war  er.  fo  unwiflend,  dafs  er  Ciftus,  Hedera  und  kablab 
(c.  167.  168.);  CaprifoJium,  Oxyacantha  und  Ly-i 
oium  (c.  «59.);  Inula  und  Opopanax  (o>.5j5.)',  Waid 
und  Färberröthe  (e,  5<S6,)  verwechfeJfe.  VonApiünfc 
hat  er  zwölf  Arten  ,  worunter  auch  der  fardifche  Ra^ 
nunkel«  (c9  4#»)  Thora  habe  violette,  Anthora  röib» 
liehe  Blunien.  (c.  45.)  *  « 

Webt  verächtlich  und  jedoch  feine  Bemerkung 
gen  Äber  dag  Bekam  der  Araber,  oder  das  Sappen» 
holz»  welches  er  Hgaum  prefülum$  i£o  Jahr  yor  der 
Kntdeek^og  America's  nennt  (c.  Sa>)  J  über  die  Ver** 
fälfehung  des  Aloe  holzes  mit  der  Wurzel  von 

fammenziehe.  (c.  3o.) 


243  Drittes  Buch.   Fünftes  Kapitel; 

Der  Herausgeber,  Baptifta  Sardo'  flu*  fett*  ' 
macht  hier  und  da  einige  Zufätze.  So  fp rieht  er  vo«i 
Gebrauch  der  Erdbeeren  (f.  170.  d.)  und  befchreibt 
den  Gnicus  ftel latus,  Lyfimachia  Nummularia  (Graft 
fula  lunaria)>  Graüola  officinalis  und  Thapfia  gar« 
ganica. 

Bartholomlus  GlanvÜle,  Graf  von  Soffolk  Und  Mi« 
noris,  fchrieb  de  rerum  proprietatibus,  Argent.  1491« 
foL  North;  i5tg.  Fol.,  welches  auf  Verlangen  des 
Lords  Berkeley  febon  1398  Jemand  insEnglifche  (C«-> 
tal  bibl.  Bank/.  1 .  p.  76.)  und  auf  Befehl  König  Karls  V. 
von  Frankreich  deffen  Kapellan ,  Joh.  Corbichon,  ini 
Franzöfifche  uberfetzte.  (Lyon  1482«  fol.)  Corbi* 
chon  ift  alfo  nicht  der  Verfaffer  felbft,  wie  behauptet 
worden.  (Milanges  tirts  düune  grande  bibl.  1  o,  20a.) 

Im  fiebcehnten  Buch  findet  man  die  Pflanzen» 
befonders  die  biblifehen.  Unter  andern  hält  er  fchon 
die  Dudaim  der  Lea  für  Mandragora ,  und  befchreibt 
den  Cyprus  (HoHel.  1,  14.)  fchr  gut.  Die  Schreib- 
federn ,  die  man  fonft  aus  Arundo  Donax  gemacht, 
waren  damals  nicht  mehr  im  Gebrauch.  (17,  3i.) 
Verfchiedenheit  der  Gefchlechter  nimmt  er  in  den 
Pflanzen  nicht  an :  fie  haben  felbft  in  fich  die  Kraft, 
ihres  Gleichen  zu  erzeugen.  Den  Prinus  ( Quere us 
Hex),  prunus  und  lentifcus  verwechfelt  er. 

Jakob  de  Dondi  aus  Padua,  Sohn  des  Johann 
de*  Döndi»  der  ein  Freund  Petrarca* s  war,  (rer.feniL 
6,  897»  i5,  io53.),  war  der  Verf.  eines  Werks  unter 
dem  Titel  t  Aggregator  practicus  de  fimplicibus.  Ve- 
net.  i499«  4*  Hierin  werden  die  Pflanzen  in  alpha, 
betifcher  Ordnung  aufgeführt,  ihre  Wirkungen  ange 
geben,  uod  durch  fohlechte  Holzfchnitte  erläutert." 
Für  Acorus  fteht  Iris  Pfeudacorus,  und  diefe  Figur 
wird  beym  Artikel  Ireos  wiederholt.  Unter  Arifto- 
lochie  longa  und  rotunda  werden  die  wahren  Pflan- 
zen abgebildet»    öranqa  urüna  ift  Heracleum  Sphoa* 

•  » 

•  i  .  • 


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Latin  ob  arbaren. 

dylium  :  Capillus  Veneris,  Afplenjum  Ruta  muraria. 
Der  Koriander,  die  Lavendel,  der  Cyperus,  das  Si- 
ler  montanum  (Ligufticum  apioides  Lam.  f.  124.), 
die  Serpentaria  (Arum  Dracunculus,  f.  127.)  zeigen, 
dafs  der  Verfaffer  die  Pflanzen  nach  der  Natur  gezeich, 
riet.  Die  Figuren  der  Erdbeere  und  der  Gentiana  lu% 
tea  find  gut.  Hedera  terreftris  ift  vielleicht  Veronica 
hecferaefolia:  Hermodactylus  beftimmt  Colchicum: 
Nafturtium  aquaticum ,  Sium  anguftifolium.  Die 
fchlechteften  Bilder  lind  die  vomDaucus  creticus,  von 
Mentha,  Mandragora,  (doch  nicht  fo  fabelhaft ,  wie 
in  andern  alten  Kräuterbüchern,)  von  der  Päonie, 
der  Spica  celtica  und  dem  Senf. 

Diefem  Mufter  folgten  im  vierzehnten  und  fünf- 
zehnten Jahrhundert  Mehrere,  die  als  herbarii  be- 
kannt wurden.    So  fchrieb  ein  Konr.  de  Megenberg, 
Kanonikus  zu  Regens  burg,  ein  Puch  der  Natur,  Augsb, 
.  »475- 

Das   fünfzehnte  Jahrhundert. 

Ungeachtet  fich  fchon  in  diefem  Jahrhundert  die 
Liebe  zum  klaffifchen  Alterthum  in  Italien  mächtig 
regte  und  die  fchönften  Früchte  trug,  fo  nahm  doch 
die  Naturkunde  keinen  Theil  daran«  Auf  der  Bota- 
nik befonders  laftete  noch  der  Druck  der  alten  Bar- 
harey,  und  der  gröfste  Theil  der  Literatur  beftanrf 
aas  herbariis  oder  Kräuterbachern,  die  alle  nach  ei« 
nem  Zufchnttt  gebildet,  auch  unter  dem  Titel:  Hor- 
tus  oder  Ortus  lanitatis,  herauskamen.  Die  drey  Aus* 
gaben,  welche  ich  kenne  und  zum  Theil  felbft befitze, 
find  die  lateinifche  zu  Mainz  von  Meydenbach  1 4'D  1  - 
foL,  die  med  er  fächüfc  he  zn  Lübeck  *492»  fol.,  und 
die  hochdeutfche  zu  Augsburg  1488.  4-  von  Schon* 
fperger  herausgegeben.  In  der  Lübecker  Ausgabe 
sannt  fich  (e.  568.)  ein  Meifter,  Joh.  van  Cube ,  als 
Verfaffer,  und  rühmt  fich ,  in  Gefellfchaft  eines  Ma- 

16  * 


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244>  Drittes  Buch«   Fünftes  Kapitel. 

lers  durch  Griechenland  und  den  Orient  gereifet  zu 
feyn,  um  die  Pflanzen  der  Alten  an  Ort  und  Stelle 
zeichnen  zu  laffen.  Allein  dies  Vorgeben  erfcheint 
als  völlig  aus  der  Luft  gegriffen,  wenn  man  die  elen« 
den  Figuren,  die  aus  andern  entlehnt  find,  nur  flüch- 
tig anfleht.  Wir  wiffen  aus  der  Frankfurter  Ausgabe 
von  i533,  dafs  Job.  Cuba  Arzt  in  Frankfurt  war,  und 
dafs  der  Burgemeifter  Arndes  von  Lübeck  die  Koften 
der  Herausgabe  getragen.  In  Schönfpergers  Ausgabe 
erzählt  der  ungenannte  Verf.  ebenfalls  von  feiner  Rei« 
fe  nach  dem  gelobten  Lande,  dem  Berge  Sinai,  Ae- 
gypten und  Candia,  nennt  aber  keinen  Beförderer  des 
Werks. 

Vergleichen  wir  diefe  drey  deutfchen  Ausgaben, 
fo  haben  fie  alle  übereinftimmend  fchlechte  Figuren 
und  gleiche  alphabetifcbe  Anordnung.  Aber  fie  wei- 
chen in  manchen  Stücken  ab. 


Mainzer 


Lübecker  Augsburger 


c.  14*  Bey  Allium 
wirdVincenkBel- 
lov.  citirt. 

c.  34.  Apium  fylre- 
ftre  fey  Hippofe- 
linum  (Smyrni- 
um  Olusatrum). 

c.  40.  Ariftolochia 
rotunda  ift  Fu- 
maria  bulbofa. 

c.  7.  Affodillus  ift 
Iris  florenüna. 

C.  6.  Acorus  ift  Iris 
Pfeudacorus :  die 
Figur  abfcbeu- 
lich. 

c.  s6.  Anacard us, 
eine  aus  der  Luft 
gegriffene  Figur. 


Ort  US  fanitatis. 

c.  4.  nichts  da- 
von» 

C.  7.  wird  mit 
dem  Card i leben 
Ranunkel  ver- 
wechfclt. 

c.  10.  eben  fo. 


c.  303.  Statt  det- 
fen  Wilhelm 
von  Saliceto. 

c.  6.  richtig  Sel- 
len. 


». 


c.  u.  Hohl  würz 
ebenfalls. 


c.  so«  ebenfalls.  e.  so»  eben  fo. 

c.  st.  die  Figur  c.  si.  die  Figur 
beffer.  gut* 

*  • 

... 

c.  33.  eben  fo«  €»34,  gleichfalls. 


»  . 


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Mainzer. 

c.  ig.    Alo€  eine 

Ich)  echte  Figur 

mit  vier^lättrig«r 

Blume  und  glatt- 

randigen  Blättern. 

IQdorns  wird  an- 
geführt, 
c.  aa.  Anaomnm  ift 

Geranium  rober- 

tianum. 
c.  13a«  134«  Con- 

folida  maipr  oder 

Symphytum  fehr 

fehl  echt  darge- 

ftelit/ 
c.  256.  257. 

wird  die  Mandragora,  weiblich  und  männlich,  ab» 
gebildet.  Die  Mönche  fchnitzten  aus  der  grbfsen 
Wurzel  ein  Männlein  oder  Fräulein ,  und  verkauften 
folche  künftlich  geformte  Wurzel,  als  fey  es  natürli- 
che Bildung,  für  3o  Goldgülden.  (Amat>  Lufiu  in 
Diofcor.  p.  4^2.)  Die  Johannisbeeren  (Johannis- 
träublein)  kommen  Augsb.  c.34i.,  Mainz  0.392., 
Lübeck  c.  427-  vor;  aber  es  wird  fälfchlich  auf  lie 
bezogen,  was  die  Araber  von  ihrem  Ribes  fagen. 

Aus  der  genauem  Vergleichung  fieht  man  wirk« 
lieh,  dafs  die  Lübecker  Ausgabe  des  Ortus,  als  die 
neuefte,  auch  am  meiften  von  den  beiden  andern  ab- 
weicht. Ihre  Figuren  kommen  auch  etwas  mehr  mit 
der  Natur  überein,  als  die  der  Augsburger. 

Werthlos  find  ferner  das  Arzneybuch  Oriolfs 
von  Bayerland  Heydenberge r ,  Augsb.  1488.  4- >  und 
das  Mejfterlich  Büchlin  der  Arzney  und  Krütter  i497- 
4-  von  Job.  Tollat  von  Vochenberg ,  Prof.  in  Wien. 
Beide  enthalten  die  Arzneyen  in  alphabetifcher  Ord- 
nung. 

An  diefe  Kräuterbücher  fchliefsen  (ich  die  zahl- 
reichen Commentatoren  des  Mefue  an.  Unter.ihnen 


Latinobarbarea.  245 

Lübecker.  Augsburger. 

c.  55.  diefelbeFi-  c.  36.  diefelbe  Fi- 

gur,  aber  Bar-  gur,  aberVin- 

tholomäus  cent.  Bellorac. 

(Glanville)  wird  ange- 

wird  citirt.  führt« 


c  51.  eine  ganz   dies  Kapitel  fehle 
andere  Figur.  ganz. 

c.  107.  viel  befler.    c.  9  5.  Walwnrz, 

fehl  echt. 


c.  jo6.  307.  c.  257.  25g. 


246  Drittes  Buch,   Fünftes  Kapitel. 

nennen  wir  als  einen  der  älteften ,  Chriftoph.  de  Ho~ 
neftis  aus  Florenz,  Prof.  in  Bologna.'  Seine  Com« 
mentarien  Ober  Mefue  find  mit  deffen  Werk  Venedig 
i562  fol.  gedruckt.  Sie  enthalten  nicht  viel  der  Aus* 
Zeichnung  Werthes.  Statt  des  Sekakul  der  Araber 
gebrauchte  man  damals  fchon  Sigillum  Salomonis  oder 
Convallaria  Polygonatutn. 

In  der  genannten  Ausgabe  des  Mefue  findet  man 
auch  des  jOrf gern  Matth.  Platearius  Commentarien  aber 
das  Antidotarium  des  Nicolaus.  Er  citirt  Oberall 
den  Matth.  Sylvaticus  und  Simon  He  Cordo.  Zu  fei- 
ner Zeit  ward  noch  in  Sicilien  und  Spanien  Zucker- 
rohr gebaut,  (f.  374.  c.) 

Jo.  Jac.  de  Man  Iiis  de  Bofco  aus  Aleffandria  fchrieb 
Luminare  maius,  Venet.  1 49^.  fol.,  zur  Erläuterung  des 
Mefue.  Die  Schreibart  ift  fchon  viel  reiner  und  rich- 
tiger, als  die  der  frühem,  und  die  Kenntnifs  der  Na- 
tur zeigt  fich  fchon  viel  deutlicher.  Er  citirt  und  wi- 
derlegt den  Chriftoph.  de  Honeftis:  auch  den  Joh.  de 
Concorezzo,  woraus  fein  Zeitalter  genau  zu  beftitn- 
roen  ift  (1460 —  1470).  F.  5.  b.  kommt  die  Erwäh- 
nung der  Nelken ,  gariofili,  vor,  die  in  der  Lombar- 
dey  fehr  häufig  und  von  Manfred  de  Monte  Imperiali 
unter  dem  Namen  tuflici  abgebildet  feyn.  Diefes  Man« 
fred  Werk  de  limplicibus  ift  noch  handfchriftlich  in 
der  parifer  Bibliothek.  (Fabric.  bibl  med.  et  inf.  /a- 
tin.  12,  38.)  Auch  komme  auf  den  Wiefen  ein  Kraut 
vor,  welches  man  filius  ante  patrem,  oder  ocidus 
Chrifci  nenne.  Damit  kann  Inula  Oculus  gemeint 
feyn,  weil  die  Seitenzweige  frflher  blühn  als  der  Haupt- 
ftamm.  Allein  es  wird  wiede  r  zweifelhaft,  wenn  er 
f.  42»  a*  diefeJbe  Pflanze  herba  Sti  Chriftophori 
nennt,  und  ihr  fchwarze  Blütben  giebt.  Sollte  Actaea 
fpicata  wegen  der  fchwarzen  Frflchte  gemeint  feyn? 
F.  5.  a.  Calarninthum  rrjontanum  fey  wirklich  Nepe- 

w  Cataria;  Araber  und  Arabiften  verwechfeln  die 

■ 

< 


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Launobar  baren.   .        -  . 

Pflanzen  unaufhörlich.    F.  36,  c.  wird  noch  vom  Bau 

des  Zuckerrohrs  in  Sicilien  gefprochen.  F.  09.  d. 
heifst  es,  die  wahre  Calendula  fey  die  erba  bJanca  der 
Lombarden:  Primula  veris  oder  herba  paralefis  fey 
ganz  ein  anderes:  und  f.  4».  b.  unterfcheidet  er  Pri- 
mula veris  maior  und  minor:  die  letztere  komme  auf 
allen  Wiefen  vor,  und  heifse  auch  herba  Margarita, 
oder  el  primo  fiore.  {Belli*  perennis.)  F.  44.  b.  Von 
der  Scabiofa  (Succifa?),  die  bisher  übergangen  fey* 
F.  57.  d.  Unter  Cardo  befchreibt  er  die  Weberkarde, 
„et  ifta  frutex  gerit  quamdam  rem  qua  utuntur  fuJlo- 
nes  ad  garzandum  pannos  et  biretas.,,  F.  72.  b.  Ge- 
naue Befchreibung  von  Taufendgüldenkraut.  Diefe 
und  dergleichen  Erläuterungen  fammelte  aus  dem  da* 
inals  fchon  fehenen  Werke  der  Herausgeber  von 
Brunfels,  und  hängte  fie  dem  Kräuterbuch  des  letz- 
tern an.'r.- . 

In  Italien  regte  fich  der  Unterfuchungsgeift 
zuerft.  Aber  Deutfchland  hat  das  Verdienft,  zuerft 
die  Bahn  zur  Erforfehung  der  vaterJändifchen  Pflan- 
zen gebrochen  zu  haben. 

Ein  Wundarzt  zu  Strasburg,  Hieronymus  Braun* 
fchweig,  war  es,  der  in  feinem  „  Deftillirbuch  „, 
Strasb.  i5oo.  foh,  zwar  Anfangs  die  Pflanzen  fo  ab- 
bildete, wie  fie  in  den  ortis  fanitatis  fich  zeigten. 
Aber  bald  arbeiteten  Euchar.  Rhodion  und  Chrift. 
Egenolf  zu  Frankfurt  an  beffern  und  der  Natur  ge» 
treue/n  Bildern.  Sie  gaben  fie  1 535  und  1  536.  4*  in 
der  neuen  Auflage  jenes  Buches  von  Braunfchweig, 
Hier  findet  man  nun  fchon  folgende  Pflanzen,  von 
Br.  befchrieben  und  abgebildet : 

Iris  Pfeudacorus  f.  64.  a.  .  •  Lipf actis  fullo* 
num  f.  73.  a.  .  .  Plantago  maior  f.  45.  a.  ♦  AU 
chemilla  vulgaris  f.  107.  b.  .  .  Cynogloffum  ofßcina* 
le  f.  65.  a.  .  .  Solanum  Dulcamara  f.  88.  b«  .  .  Hyos» 
cyamus  niger  f.  37.  b.  .  .    Convolvulus  fepium  f.  t  iö. 


0 


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248 


Drittes  Buch.    Fünftes  Kapitel. 


b.  .  .  Ahchufa  officinalis  f.  91.  a.  .  .  Borago  offi- 
cinalis  f.  07.  a.  .  .  Vinca  minor  f.  72.  b.  .  .  Sani- 
cula  europaea  f.  107.  a.  .  .  Angelica  Archangelica  f. 
35.  a.  .  .  •  Phyfalis  Alkekengi  f.  71.  b.  .  .  Sambucus 
Ebulus  f.  65.  a.  .  .  Convallaria  multißora  (Diptam, 
f.  48.  b.)  .  .  Rumex  Acetofa  f.  19.  b.  .  .  Erica  vuU 
garis  f.  68.  a.  .  .  Stellaria  media  Smith  f.  69.  a.  .  . 
Agroftemma  Githago  f.  100.  b. .  .  Afanim  europaeum\ 
f.  68.  a.  .  .  Geum  urbanum  f.  46.  b.  .  .  Nymphaea 
alba  et  lutea  f.  1  o5.  a.  .  .  Delphinium  Confolida  f. 
ioo.  a.  .  .  Aquilegia  vulgaris  f.  19.  b.  .  .  Paeonia 
officinalis  f.  102.  b.  .  .  Ranunculus  Fioaria  f.  60. 
a.  .  .  Betonica  officinalis  f.  4*-  b.  .  .  Marrubium 
vulgare  f.  17.  b.  .  .  Glechoma  hederaceum  f.  63.  a.  .  ; 
Verbena  ofricinalis  f.  70.  b.  .  .  Cheiranthus  annuus 
et  Cheiri  f.  43.  b.  63.  a. .  .  Sifymbrium  Näfturtium 
f.  39.  b.  .  .  Corydalis  bulbofa  W.  f.  68.  b.  . .  .  Tra* 
gopogon  pratenfis  f.  42>  b.  .  .  Cichorium  Intybus  f. 
20.  a.  .  .  Carthamus  tinetorius  f.  122.  a.  .  .  Bei* 
Iis  perennis  f.  85.  a.  .  .  Centaurea  Cyanus  f.  43.  b.  .  . 
Ariftolochia  Clematitis  f.  90.  b.  .  .  Aurum  maculatum 
f.  24.  b.  .  .  Afplenium  Trichomanes  f.  io5.  b.  .  , 
Afplenium  Ruta  muraria  f.  85.  a. 


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Wieder  erweckte  Pflanzenkunde» 


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Erftes  Kapitel. 

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Erneuertes  Studium  der  Alten. 


Seit  einem  Jahr  taufend  gewohnt,  die  Naturkun- 
de nur  in  den  Schriften  der  Alten,  nicht  in  der  Na- 
\ur  felbft,  zu  erlernen,  war  man  durch  die  Barbarey 
der  Zeiten  dahin  gekommen,  kaum  den  Plinius  ,  ge- 
fchweige  die  Griechen  lefen  zu  können.  Die  Ara- 
ber und  ihre  Nachtreter  hatten  den  arabifirten  PJinius 
und  Diöfkorirles  an  die  Stelle  der  ächten  gefetzt. 
Weil  es  nun  den  Latinobarbaren  an  aller  Kenntnifs 
der  Natur  felbft  fehlte,  fo  fchlichen  fich  eine  Menge 
grober  Irrthömer  ein,  die  der  eine  immer  forglofer 
als  der  andere  nacHfchrieb. 

Wenige  beffere  Köpfe  fühlten ,  da  auch  fie  an 
Aoctoritäten  hingetf,  das  Bedürfnifs,  zu  den  erften 
Schriftftellern  Ober  Naturkunde  felbft  fich  zu  erheben. 
Mit  wahrer  SehnTucht  fah  man  fchon  im  vierzehnten 
Jahrhundert  nach  dem  Morgenland»  wo  die  Schätze 
der  alteirWiffenfchaft  undKunft  verborgen  lagen,  und 
von  wo  Manuel  Chryfolöras  zuerft  einen  kleinen  Theil 
derfelben  'nach  Italien  brachte.  Die  Sprache  der  Al- 
ten zu  verftehn  und  ihre  Kenntniffe  fich  anzueignen, 
ward  von  jetzt  an  das  höchftö Ziel,  wornach  gebilde- 
te Italiener  ftrebten.'  Ihr  rühmlicher  Eifer  ward  mit 
felflcklichem Erfolge  gekrönt:  denn  der  ausgebreitet^ 
Handel  der  italienifchen  Freyftaaten  und  die  Vorliebe 
dtr  Fflrften  Und  Oberhäupter  der  Staaten  für  klaffi- 


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$$a  Viertes  Bach.   Erltes  Kapitel. 

fche  Gelehrfamkeit  und  Kuoft  des  Alterthums  begün- 
ftigten  jene  Beftrebunjren  eben  fo  fehr,  als  die  durch 
die  Eroberungen  der  Türken  vertriebenen  griechi- 
fchen  Flüchtlinge,  die  die  Lehrer  Italiens  wurden. 
Unter  den  letztem  verdanken  wir  dem  Theodor  Gaza 
aus  Theffalonich  die  erfte  und  leider  bis  jetzt  die  ein* 
zige  Ueberfetzung  des  Theophraft.  Sie  ift  zwar  in 
gutem  Latein,  aber  ohne  gründliche  Sachkenntnis 
verfafst. 

Diefen  Beyfpielen  der  Griechen  folgten  mehrere 
Italiener,  'die  zürn  Th eil  das  Morgenland  befuchten, 
um  die  köfüichen  Ueberrefte  des  Alterthums  zu  fam- 
melo,  zum  Theil  auch  den  Text  der  Urfchriften  kri- 
tifch  bearbeiteten  und  fie  durch  Anmerkungen  und 
Ueberfetzungen  erläuterten. 

Unter  den  erftern  nennen  wir  nur  den  Schwie- 
gerfohn  des  Cbryfoloras,  Filelfo,  der  fieben  Jahr  in 
Konftantinopel  gelebt,  den  Joh.  Aurifpa,  der  a38, 
den  Niccolo,  welcher  gar  800  Handfchriften  aus 
Griechenland  nach  Venedig  brachte,  die  die  Grund* 
läge  der  Marcus*  Bibliothek  wurden.  Der  edle  Lo- 
renz von  Medici  fchickte  den  Joh.  I.afcaris,  nach  er* 
littenem  Schiffbruch  ungemein  grofsmüthig  aufge- 
nommen, zweymahl  an  ßajazeth  nach  Konftantino* 
pel,  um  griechifche  Handfchriften  zu  fammeln.  Hin- 
durch und  durch  anderweitige  Anftrengungen  ward 
der  Grund  zur  Mediceifchen  Bibliothek  gelegt. 

Unter  denen,  die  die  alten  Handfchriften  kri- 
tifch  zu  bearbeiten  anfingen ,  nennen  wir  zuerft  den 
flermolaus  Barbaras,  aus  einem  adligen  Gefchlecht 
in  Venedig,  der  Gefandter  feines  Vaterlandes  beym 
römifchen  Kaifer  und  dem  Papfte,  und  dann  Patriarch 
in  Aquilegia  war,  (f  i49^)»  Er  unternahm  es,  den 
von  Arabern  und  Arabiften  verdorbenen  Text  des 
Plinius  wieder  herzuftellen,  Indeffen  tragen  feine 
Cafiigationes  Plinianae>  i4g2,fo]„  die  Merk  mahle  der 


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Erneuerte«  Studium  der  Alte*.  151 

■ 

Eil  und  des  Mangels  an  Sachkenntnifs  deutlich  genug 
an  ßch.  Ungeachtet  er  fich  rahmt,  in  zwanzig  Mo- 
naten ,  die  er  diefer  Arbeit  gewidmet,  mehr  als  fünf* 
taufend  lrrthümer  im  Texte  des  Plinius  aufgedeckt 
zuhaben;  ungeachtet  er  den  glücklichen  Oedanken 
verfolgte,  diefen  Schriftfteller  aus  feinen  Vorgängern 
verbeffern  zu  wollen :  fo  war  es  wohl  natürlich,  dafs 
er  eben  fo  oft  im  Finftern  tappen  mufste,  wo  ihn 
der  Mangel  an  Kenntnifs  der  Natur  verleitete» 

Unter  andern  fah  er  wohl ,  dafs  Plinius  die  Bri- 
tannica  mit  der  Betonica ,  das  vqx<tov  mit  dem  irgwrtw 
verwechfelt  habe.  Aber  er  wufste  eben  fo  wenig  als 
Plinius  Xanthium  von  Aparine  zu  unterfcheiden,  und 
brachte  fogar  die  herba  fardoa  mit  Coronopus  zufam- 
,  men.  Nach  den  Herbarien  frühererZeit  befchrieb  er 
die  herba  paralyfis  (Primula  veris),  das  Margaritum 
(Bellis  perennis)  und  die  Rofa  mofeheutos  (Althaea 
rofea). 

Noch  weit  weniger  Werth  haben  die  Erklärun* 
gen  des  Plinius ,  die  Robert  de  Valle ,  aus  Rouen, 
herausgab:  Explicationes  difßcilium  Plinii.  Paris 
i5oo.  4*  Man  fieht  deutlich ,  dafs  er  den  latinobar* 
barifchen  Plinius  vor  ßch  hatte.  Auch  George  Val- 
la's  aus  Piacenza  Verdienft  um  das  Studium  der  Alten 
ift  nicht  hoch  anzufchlagen.  Zwar  war  er  griechifch 
gelehrt,  und  über  fetzte  mehrere  griechifch  e  Werke 
überMedicin  und  Materia  Medica.  (Venet.  i5oi.fol.) 
Aber  die  Kenntnifs  der  Pflanzen  war  ihm  fremd» 

Wichtiger  waren  die  Bemühungen  des  Marcellus 
Vergiliusi  eines  Florentiners  und  Staatsfeh reibers  je- 
nes Freyftaats,  (f  i5ai).  Sorgfältig  arbeitete  er  an 
Wiederberftellung  des  ächten  Diofkorides:  und*, 
wenn  auch  die  Grammatik  und  Wortkritik  ihn  mehr 
befchäfftigten  als  die  Sachen ,  wenn  er  auch,  wie  Ma- 
li ardus  ihm  vorwirft,  die  Widerlegung  des  Hermo- 
laus fich  zu  febr  angelegen  feyn  liefe;  fo  mufs  mau 


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4S,  vf*k»Bucfa.    Erfte,  K.Phel. 


doch  zu  feinem  Ruhm  geftehn ,  dafs  er  oft  cfie  Natur 
um  Rath  fragte,  und  dadurch  manche  Fabeln  und  Un- 
richtigkeiten verdrängte.  So  war  er  der  erfte,  der 
die  menfchenähnltche  Geftalt  der  Wurzel  der  Man- 
dragora verlachte,  und  der  die  Naturgefchichte  meh- 
rerer Pflanzen,,  des  Arum  Dracunculus,  der  Veil- 
chen) der  Vinca,  der  Agrimonia,*  des  Xanthium  auf* 
bellte:  fogar  an  den  A penninen  entdeckte  er  zwey 
bis  dahin  unbekannte  Narciffen:  N.  calatkinus  und 
biflorus.  Doch  kannte  er  die  Schminkbohnen  (<rj*iX*£ 
des  Diofki)  nicht. 

Vorzüglichen  Ruhm  erwarb  fich  in  diefer  Rückficht 
der  treffliche  Nico).  Leonicenus  aus  Vicenza,  der  faft 
bis  in  fein  hundertftes  Jahr  in  Ferrara  lehrte,  (f  i524). 
Die  Unzuverläffigkeit  der  Araber  und  felbft  des  PH- 
nius  zeigte  er  zuerft  mit  eben  fo  rühmlicher  Frevmü* 
thigkeit  als  ausgebreiteter  Gelehrfamkeit.  (Opuscula, 
Venet.  i53o.  fol.)  Er  fah  wohl  ein,  und  zeigte  es 
ah  mehrern  Beyfpielen,  wie  wenig  felbft  Plinius  die 
Natur  gekannt,  und  wie  viele  Irrthümer  er  durch 
flüchtiges  LeTen,  unrichtiges  Ueberfetzen  und  Ver» 
fehen  feines  Schreibers  verbreitet,  ja  wie  noch  weit 
mehrere  auf  Rechnung  der  ungelehrten  Copiften  des 
Mittelalters  und  der  Arabiften  zu  fchreiben  feyn ,  die 
alle  arabifche  Arzneymittel  auch  im  Plinius  und  Dio- 
fkorides  finden  wollten.  Aber  in  der  Würdigung  der 
Araber  ift  Leonicenus  um  fo  weniger  gültiger  Rich- 
ter, je  fremder  ihm  die  Sprache  war:  daher  er  fie 
mancher  Fehler  zeiht,  die  doch  nur  ihre  unwiCfen* 
den  Ueberfetzer  begangen  hatten. 

Diefe  Unterfuchungen  mufsten  in  einem  Zeital- 
ter, welches  die  Feffeln  der  Auetori  tat  trug,  Wider» 
fprücheAtnd  Streitigkeiten  veranlaffen.  Mit  feinem 
Landsmann  Hermolaus  hatte  Leonicenns  öftere,  aber 
nur  freundfehaftliche  Unterredungen  über  diefe  ihnen 
beiden  gleich  wichtig  erfebeinenden  Gegenftande: 


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Erneuertes  Studium  der  Alten.  253 

Hercules  von  Efte  ladete  fie,  wie  andere  Gelehrte 
feiner  Zeit,  öfter  in  diefer  Abficht  an  feinen  Hof. 
Hier  in  Ferrara  war  es  auch,  wo  fpaterhin  Alfons 
von  Efte  als  Beförderer  der  Botanik  durch  Anlegung 
von  Gärten  und  Unterftützung  der  Gelehrten  glänzte. 

Aber  auch  gegen  Leonicenus  erhob  lieh  zur  Ver- 
teidigung des  Plinius  ein  Diener  des  Herzogs  von 
Ferrara,  Pandulf  Colletiucci  aus  Pefaro ,  den  Sforza 
i5o4  hinrichten  liefs.    Wir  lefen  feine  Verteidigung 
des  PJinius  gegen  Leonicenus  hinter  dem  Werke  von 
Brunfels.     Wiewohl  er  offenbar  Unrecht  hat,  wenn 
er  behauptet,  PJinius  habe  nicht  aus  DiofUorides  ge- 
fchöpft;  fo  kann  man  doch  manchen  ^uten  Gedanken 
in  feiner  Schrift  nicht  verkennen.    So  fagt  er:  es  fey 
nicht  hinlänglich  zur  Erwerbung  der  Pflanzen  •  Kennt- 
nifs,  dafs  man  die  Alten  ftudire,  die  grieebifchen  Na- 
men wiffe,  und  die  Abbildungen  in  den  Herbarien 
kenne:  nein,  auf  den  Feldern  und  Bergen  muffe  man 
Pflanzen  aufiuehen  ,  un«f  ihre  Natur  von  Landleuten 
zu  erfahren  fuchen.    So  unterfcheidet  er  richtig  die 
faliunca  des  Plinius  von  x(er  nardus  celtica,  welch»'. 
Leonicenus  für  eins  gehalten  :  fo  hatte  er  in  einer  von 
'  Guarino  aus  Verona  durchgefehenen  Hancffchnft  des 
PJinius  gelefen,  dafs  die  Hypocifcis  auf  den  Wurzeln 
des  Ciftus,  nicht  aber  der  Hedera  {xicr<rc$)  wachte. 
Aber  im  Ganzen  hatte  doch  Leonicenus  tli e  öffentli. 
che  Stimme  für  fieb  gewonnen,  daher  Amatus  von 
Portugall  verächtlich  genug  fdgt :    Collenucci  müffe 
zu  feinen  Junften  zurückgefchickt  werden. 

Zu  gleicher  Zeit  lebte  Job.  Manardus  aus  Ferra- 
ra, Leibarzt  des  Pico  von  AJirandola ,  dann  des  Kö- 
nigs Ladislaus  von  Ungern,  (geb.  1462,  f  i53*>).  Mit 
gründlicher  Gelehrfamkeit  verbelferte  er  die  Ueber- 
fetzung  des  Diofkorides,  die  Marcellus  Vergilius  ver- 
anftaltct,  und  erläuterte  den  Mefue  durch  Commen- 
tarien.    Wir  nennen  hier  vorzüglich  feine  Epiftoluq 


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254  Viertes  Bach.    Elftes  Kapitel» 


medicinales,  Bafil.  i54o-  fol.   Er  greift  befonders  die 
Araber  wegen  ihrer  erborgten  und  äufserft  dürftigen 
Kenntnifs  der  Pflanzen  an,  und  zeigt  an  mehrern  Bey- 
fpielen ,  wie  man  die  Alten  durch  die  Natur  felbft  er- 
läutern möffe.    Den  Halimus  zeigte  ihm  UlyffesLan- 
ziani  am  Strand  in  Umbrien.  {ep.  Üb.  9,  3.)  Centau- 
rea  Rhapontica  und  Rheum  Rhaponticum  unterfchei- 
det  er  gut.  (5>  5.)    Er  hatte  von  den  Aerzten  des 
Königs  Siegmund  I.  von  Polen  gehört,  dafs  in  dem 
Kriege  gegen  die  Ruffen,  wo  Smolensk  von  den  letz- 
tern  erobert  wurde,  das  ächte  Rheum  pontkum  der 
Alten  gefunden  fey.    DasPanax  Heracleum  fah  er  im 
Garten  der  Jefuaten  zu  Ferrara.  (9,  3.)    Das  Lilium 
convallium  befchreibt  er  genau,  da  es  mit  der  jj^pc- 
x*XX<$  des  Diofkorides  verwechfelt  worden;  aber  die 
letztere  verbindet  er  irrig  mit  FraxinelJa  ,  Polygona- 
tum  und  Secacul.  (9,4«)      Der  Hermodactylus  des 
Mittelalters  fey  Colchicum,   welches  in  Pannonien 
fehr  häufig  fey»     Azarolus  fey  unter  dem  Mefpilus 
der  Alten  verborgen.      Das  Turbith  des  Mefue  fey 
von  der  gleichnamigen  Pflanze  der  Araber  ganz  ver- 
fchieden.   Die  neuere  Bedeutung  von  Anthera  kommt 
fchon  bey  ihm  vor.  (4i  3.)    Begreiflich  aber  ift,  d»(s 
auch  er  fich  Verwechfelungen  erlaubt.     Den  Acan- 
thus  der  Alten  wirft  er  mit  der  «käv-9-ä  und  mit  Bran- 
ca  urfina,  die  Ervilia  mit  dem  fcoX/p£o$  zufammen  :  wun- 
derbar genug,  dafs  er  weder  den  Jotus,  noch  die  ty» 
pha,  noch  den  paliurus  kennt. 

Zu  diefen  Schriftftellern  gehört  auch  Joh.  Ruel 
(Rnellius)  aus  Soiffons,  Prof.  in  Paris,  franzöfifcher 
Leibarzt,  zuletzt  aber  Kanonikus  in  Parts,  (geh.  *474> 
^  i537.)  Seine  auf  die  Verbefferung  und  Erklärung 
des  Diofkorides  verwandte  Mühe  wurde  von  der  Mit  - 
und  Nachwelt  dankbar  anerkannt.  Seine  Ausgabe 
diefes  Schriftftellers  erfohien  zuerft  zu  Lyon  i546*  *2~> 
und  dann  mit  Valer.  Cordus  Erläuterungen  zu  Frack- 


Erneuertes  Studium  der  Alten.  255 

furt  1?49-  fol«  J°n-  Sarracenus  benutzte  fie  fpäter* 
bin,  und  man  fieht,  da  fs  RueJ  viel  weitergegangen, 
als  Marc.  Vergilius.  Seine  hiftoria  ftirpium,  Venet. 
i538.  vol.  I.  2.  8.,  ift  ebenfalls  blofs  zur  Erläuterung 
der  Alten  gefchrieben.  Arn  meiften  bemüht  er  fich, 
die  Nomenclatur,  die  damals  äufserft  verwirrt  war, 
zu  berichtigen.  Doch  war  er  nicht  immer  glücklich, 
weil,  fo  fehr  er  feine  botanifche  Wanderungen  rühmt, 
doch  die  Natur  ihm  grofsentheils  unbekannt  war. 
Verwechfelungen  der  Colutea  mit  der  Senna,  des 
Cardamomum  mitCapficum,  des  Smyrnium  mit  Li- 
gufticum,  des  Nardu*  mit  Lavandula,  des  Tanacetum 
mit  Artemifia,  der  Celtis  mit  Nymphaea,  des  Cyprus 
fogar  mit  Curcuma  kommen  bey  ihm  vor;  daher  fei- 
ne  Nachfolger  Gelegenheit  nehmen,  ihn  häufig  zu 
tadeln:  doch  urtheilt  Fuchs  in  der  Zueignungsfchrift 
vor  feiner  hift.  ftirp.  noch  am  unparteylichften.  Den 
Coronopus  Rueliii  befchrieb  er  doch  üb.  2.  c.  64. 
zuerft. 

Durch  Benutzung  einer  fehr  guten  Handfchrift 
und  durch  feltene  kritifche  Spürkraft  erwarb  fich 
Andr.  Lacuna  aus  Salamanca,  wo  er  auch  Prof.  war, 
grofse  Verdienfte  um  den  Diofkorides.  Seine  Aus- 
gabe deffelben  mit  der  fpanifchen  Ueberfetzung  er* 
fchien  zuerft  zu  Salamanca  i56o.  fol.  Suarez  de  Ri- 
bera gab  fie  mit  manchen  wichtigen  Erläuterungen  zu 
Madrid  ij52.  fol,  wieder  heraus.  *  Die  wichtigften 
Verbefferungen  der  Lefearten  rühren  von  ihm  her. 
Sarracenus  hat  fie  auch  benutzt.  ' 

Gleiche  Verdienfte  erwarb  fich  Lon.  rVrez,  Apo- 
theker in  Toledo,  ein  gelehrter  und  fachkundiger 
Mann,  der  felbft  Griechenland  und  Kleinafien  durch- 
zogen war,  um  die  Pflanzen  der  Alten  an  Ort  und 
Stelle  aofzufuchen.  Er  befchrieb  die  letztern  in  fei« 
nern  Werke  de  la  theriaca,  Toledo  i5y5.  8.,  und  un- 
tersuchte die  Synonytrue  der  Pflanzen  in  feinem  Buch: 


35&  Viertes  Ruch*    Erltes  JCapitel» 

de  medicamentorum  delectu ,  welches  Fran*  Penia 
zu  Toledo  1 5go  herausgab.  (Cavan,  anaL  4*  cienc*  naft 

n»  20.  p.  110.)  .  ♦  /  . 

In  Deutfehbnd  nahm  das  Studium  der  Botanik 
bald  eine  andere,  minder  gelehrte,  aber  meb*j>raj«, 
tifche  Richtung.  Indefs  gab  es  auch  unter  denp<wta 
iqhem,'  einzelne.  Gelehrte,  die  die  Pflanzen  der  Alten, 
zu  erläutern  fochten,  ohne  eben  die  Natur  zir  Rath* 
zu  ziehn. 

Unter  ihnen  nennen  wir  Hermann,  Graf  von 
Neuenaar  9  deffen  epiftola  de  expjicandis  fimplicM>u$ 
i529  gefchrieben  ift,  ehe  er  des  Leonicenus  Werk 
yoilftändig  kannte.  Diefen  Brief  findet  man  io»tzwf|y- 
ten  Theil  des  Brunfelfifchen  Buchs.  Es  werden  dia 
Pflanzen  der  Neuem  mit  den  lernen  verglichen  ,  die 
in  den  Altep  vorkommen ,  und  manche  nützliche  Be- 
merkungen beygebracht  ;  aber  auch  grofse  IrrthOmef 
begangen.  Die  Velken, unter  a^de/n  hält  e*  für  den 
vifHtGtrof  des  Diofkorides. 

Auch  Euricius.  Gor  du*  gehört  hJeher.  Ami  Sira> 
jnqrsbaufen  im  HeOjfcben  gebürtig,, war, er  er ft Schul* 
lehrerin  Erfurt  ,/d*nn  legte  er,  fich  auf  Arzney  -  und 
Pflanzenkunde,  erhielt  von  der, Univerhtät  zu  Ferra- 
wo  er  untqr  Leonicenus  und  Manardus  ftudirte, 
diu  Doktorwürde^,  ward  Prof.  in  Erfurt,  dann  in  Mar- 
burg r  und  euc^ien  praktischer  Arzt  in  Bremen« 
(t  i535.)  Sejp  Botanologicoo,  Colon,  1 5 54.  12.,  ift 
artig  und  witzig  gefchrieben.  Er  unterhielt  felbft-.ei* 
nen  Garten ,  und  fah  wohl  ein,  dafs  viele  Pflanzen  in 
P&utfcbland  und  dem  Norden  vorkommen ,  die  die 
Alten  nicht  gekannt,  und  ditfs  dagegen  die  im  Dio- 
fkorides befchriebenen  Gewächfe  nioht  alle  in  Ueut feh- 
lend gefacht  werden  dürfen»  So  fah  er  wohl  ein* 
dafs  die  Lavendel  und  die  Lin^e  vergeben»  im  Diofk, 
gefucht^werden ,  dafs  wenigstens  die  celtiXehe  Narde 
und  die  von  ihnen,  fehr  verfeWede^n 


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.Erneuert*  Stadium  der  Alten.  £s? 

DlfXtß&v&rit  unterfcbied  er  recht  gut:  die  eine  fey 
Rosmarin,    die  andere  Gachrys,  weiche  nicht  in 
Deutfchland  vorkomme.  'Ahccx/*  fey  nicht  der  Schle- 
hendorn.  Ariftoiochia  roturda  fey  von  CorydaJis  bul- 
bofa  verfchieden.    Das  A/x^utrov  des  Diofk.  fey  offen* 
bar  Gnapbaiium  Stoechas.    Aber  den  hxwos  Hörntet 
hielt  er  irrig  für  Meum  athamanticum ,  das  aua^ov 
fälfchJich  ftkr  Anaftatica  hierochuntica.    Den  KvVpo? 
verwechfelt  er  mit  Liguftrum :  den  x*t**&ew  pdX*; 
mit  dem  Carduus  arvenfis:  das  yvatyolXiov  des  Diofk. 
mit  GnaphaJium  uliginofum :  das  av&pocrax«;  mit  Cu- 
feuta:    das  iröXvrQiXov  mit  Afplenium  Trichomanes. 
Aber  dergleichen  Irrtbümer  waren  ihm  zu  verzeihen, 
da  er  feibft  gefteht,  im  Griechinnen  nicht  bewandert 
Zu  lejaAx 


Zweytes  Kapitel.  m'm 

•  > 

Unterfuchung  vaterländifcher  Pflanzen. 

Wenn  Iulien  die  Wiege  klaffifcher  Gelehrfam- 
keit  und  des  erneuerten  Studiums  des  Alterthums  ift, 
fo  hat  Deutfchland  den  höhern  Ruhm,  die  Pflanzen- 
kunde auf  dem  einzig  richtigen  Wege  der  Natur  ge- 
gründet zu  haben. 

Schon  im  fünfzehnten  Jahrhundert  hatte  Hieron. 
Braunfcbweig  den  erften  Verfuch  gemacht,  die  alten 
Kräuterbücher  durch  Abbildungen  nach  der  Natur  zu 
verbeffern,  und  fo  war  der  Anfang  gemacht,  (ich 
nach  vaterländifchen  Pflanzen  umzufehn,  und  an  ih- 
nen vielmehr  Botanik  zu  ftudiren,  als  diefe  in  die 
Kenntnifs  des  Alterthums  zu  fetzen. 

Dafs  man  mit  einheimifchen  Arzneymitteln  die 
ausländischen  zum  Theil  erfetzen  könne,  hatte  fchon 
Sympborian  Champler  (Campegius)  gefühlt.    Er  war 

Geich,  d.  Bot^ik.  i.B.  17 


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Viertes  Buch.   Zweytex  Kapitel. 


zu  S.  Saphorine- le- Cbdteau  im  Lyonnais  i472  gebo* 
ren,  ward  Burgemeifter  (echevin)  der  Stadt  Lyon, 
legte  dort  ein  Collegium  medicum  an,  ward  dann 
Leibarzt  des  Herzogs  von  Lothringen  und  ftarb  i535. 
Ein  höchft  paradoxer  Schriftfteller ,  deffen  Campus 
ehßus  Galliae,  hu^d.  i5~-8.8.,  hieher  gehört,  da  dies 
Buch  mancherley  Rathfchläge  enthält,  wie  inländi- 
fche  Arzneyen  die  Stelle  der  fremden  vertreten  kön* 
nen.  Colutea  könne  für  Senna ,  Lavendel  für  War- 
den, Mercurialis  für  Caffia,  Agaricus  für  Rhabarber, 
Attich  für  Aloe  gebraucht  werden. 

Hiemit  war  indefs  der  Botanik  fo  wenig  aufge- 
holfen, als  mit  Cornel.  Petris  annotatiunculis  in  Di- 
ofcoridem,  Antverp.  1  533.  8.,  worin  die  feltfamften 
Verwechfelungen  inländifcher  Pflanzen  mit  den  Ge- 
wächfen  der  Alten  vorkommen.  Arundo  arenaria 
foll  das  Papierfchilf  der  Alten,  Hex  AquifoJium  die 
Myrte,  Arctium  Lappa  «Tp«>truX/$,  der  Holiunder 
a^otßi^  Geranium  rotundifolium  «/uwuöv  feyn.  Indef- 
fen  beschrieb  er  doch  einige  vaterlandifche  Pflanzen, 
unabhängig  vom  Diolkorides.  Veronica  longifolia 
und  officinalis,  Chenopodium  olidum  Smith.,  Sanicu- 
Ja  europaea,  Drofera,  Ribesnigrum,  EpiJobium  an- 
guftifolium,  hirfutum  und  tetragonum ,  Pyrola  ro- 
tundifolia,  Spergula  arvenfis,  Ranunculus  Thora, 
Aiuga  reptans,  Scutellaria  galericulata  und  Grammi- 
tisCeterach  kommen  zuerft  bey  ihm  vor. 

.  -.mi#ito&3+:'  Ii      nffLfoi  r 

Deutfche  Väter  der  Pflanzenkunde. 

Dies  waren  zum  Theil  verunglückte  Verfuche; 
aber  dankbar  nennt  die  Gefchichte  den  Namen :  Otto 
Brunfels,  weil  er,  der  erfte,  eine  etwas  vollständi- 
gere Sammlung  von  Abbildungen  vaterländifcher  Pflan- 
zen nach  der  Natur  herausgab.    Aus  Mainz  gebürtig, 


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■ 

! 

I 

Untetrftfehung  vateriändi&Jber  Mauzen.  259 

war  er  etfft  Schullehrer  in  Strasburg*  dann  Arzt  in 
Bern,  +  i534*  Die  unendJiche  Verwirrung  der 
Pflanzen*  Namen  und  die  Unbekanptfchaft  mit  einbei- 
mifchen  Gewächfen  bewog  ihn,  feine  Herbar  um  vivae 
eicones,  Argent.  i552.  fol.,  in  zwey  Tbeil  en  heraus« 
zugeben,  wozu  nach  feinem  Tode  noch  der  dritte 
Theil  i536  kam.  Die  Figuren  der  Pflanzen  find, 
bJofs  den  Umriffen  nach,  in  Holz  gefchnitten,  der 
Natur  grofsentbeils  getreu.  Aber  der  Verleger,  Joh. 
Schott,  übereilte  deo  Druck  fo  febr,  dafs.  manche 
Verfehen  und  Unrichtigkeiten  vorkommen.  So  wird 
Ungula  cabailina  (Huflattig)  mit  der  Klette;  Arifto- 
locnia  rotonda  mit  CorydaJis  bulboia  verwechfelt. 
Arum  Dracunculus  wird  mit  Cbenopodium  Bonus 
Henricus  und  Polygonum  Bistorta  verbunden.  Dafs 
diefe  Verfehen  nicht  auf  feine  Rechnung  zu  fchreiben, 
bevorwortet  er  ausdrücklich  i*  den  cörollar.  in  to- 
mos  priores,  tom.  3.  p.  4*  Die  den  Druck  in  Stras- 
burg beforgten ,  fetzten  willkührlich  die  Namen  un- 
ter  die  Figuren. 

Die  Einrichtung  ift  diefe.  Unter  dem  Holz* 
fcbnitt  ftehbder  deutfche  Name.  Dann  folgen  die 
griechifcben  und  lateinifchen  Benennungen:  darauf 
die  Zeugniffe  des  Theophraft,  Diofc. ,  Plinius,  Sera? 
pion,  Platearius,  Matthäus  Sylvaticus,  Hcrmolaus 
Barbarus,  Marc.  Vergilius,  Nie.  Leonicenus:  end- 
lich die  Kräfte  der  Pflanzen  und  ihre  Wirkungen. 
Im  dritten  Theil  bindet  er  fich  weniger  an  die  Vor- 
gänger, und  vertheidigt  fich  gegen  feine  Kuoftrichter, 
befonders  gegen  Cbrdus.  In.  diefer  intereffanten  Apo? 
logie  fucht  er  unter  andern  die  Synonymie  der  Nel- 
ken zu  berichtigen;  allein  fo  fehr  man  ihm  Recht  ge- 
ben mufs,  wenn  er  von  Hermolaus  Barbarus.  Mei- 
nung abweicht,  der  das  j8aV.x*p  des  Diofkorides  für 
die  Nelken  hielt,  fo  wenig  kann  man  doch  mit  ihm 
abereinftimmen ,  wenn  er  Levkojen,  Goldlack  und 

»7* 


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26o  Wertes  Buch.    Zweyte*  Kapittib  'j 

Veilchen  zufammenwirft,  und  das  iov  des  Diofk.  für 
die  Nelke  nimmt. 

Es  folgt  nun  ein  fyftematifches  Verzefcbnifa  der 
jm  Brunfels  vorkommenden  Pflanzen: 

V er omca  Chamaedrys  1 ,  1  25.  .  .  V.  profirata, 
Chamaepitys  3,36.  .  .  V.  Anagallis,  Sion,  3,  169.  •  . 
Salvia  Verbenaca,  Eupatorfum,  2,  26. 

Trüicum  Spelta  3,  2o5. 

Scabiofa  Columbaria  2,24.  -  •    Afpcrula  odora* 
Sa  2,  11.  82.  .       Plantago  craffa  Willd.  1,  25. 
PU  media  1,  24* 

Myosotisfcorpioides,  Cynogloffa minor,  1,176... 
Echium  vulgare,  Buglo/fa  fyWeftris,  1,  111.  .  .  Sym* 
phytum  ofßcinale  1,  7.5.  .  .  frimula  veris  et  elasior 
1,96.97.  .  .  Anagallis  arvenßs  1,2. 58.  .  ♦  Sola" 
num  nigrum  2,  29.  .  .  Campanida  Ranunculus  2, 
84.  .  .  Verbafcum  Thapfus  3,  67.  .  .  Erythraem 
Centaurium  Perf.  3,  126.  .  .  Viola  odorot a  et  pa/u- 
/iri*  1,  137.  .  .  V.tricolor,  Herba  trinitatis,  2,  69... 
Heder a  Helix  2,  10.  11.  .  .  Geniiana  Cruciaia  2, 
52.  .  .  Chenopodium  Bonus  Henricus  1,62.  260.  .  • 
Li gußicum  Levifiicwn  3,  i  16.  .  .  ImperatoriaOftru* 
thium  3,  65.  .  .  «Si/on  Anifum  Spr.  3,  to5.  .  .  Co* 
riandrum  fativum  1,  2o3.  .  .  Apium  graveolens  3, 
107.  .  .  i*.  Petrofelinum  3,  121.  .  •  Meum  Foeni- 
culum  2,  20. 

Narciffiis  Pfeudonarciffus  i,  129.  .  .  L&ucoium 
Vernum  ib.  .  .  IMium  Manag on  et  chalcedonicum  3, 
43.  .  .  Sci//a  bifoliaf  Hyacinthus  martius,  1,  184.  •  • 
Allium  urfinum  3,  137.  .  .  Convallaria  maialis  1, 
211.  •  .  C.  61/0/16  2,  68.  .  .  Rumex  Patientia  3, 
i56.  .  .  Ä.  acutus  3,  84.  .  .  Umlarim  dmplexU 
folia  3,  96.  97.  •  .    Colchicum  autumnale  3,  11 5. 

Polygonum  Perficaria,  Pulicaria,  2,  14»  .  .  JP* 
Bistorta  1,  61.  1  » 


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Unterf ucbtog  Titerlindifehör  Pftaszt*.  a6i 

Ruta  graveolens  3,  74.  •  •    Pyrola  rotundifolia 
3,  88.  *  .     Saxifraga  granulaia  ii  i85.  .  .  Dian* 
ihus  Gafthufianorum  2,  58.  .  .      Cucubalus  Beton, 
Sxnilax,  3,  125.  .  .    Oxalis  Acrtofella  3,  5o.  .  .  SeS, 
dum  Ttlephium  1,  214.  .  •     Agroftemma  Githago  1^ 

2*41  *  v  .  •  /\ 

Agrimonia  Eupatoria  3,  68.  .  •  Poriulaca  öle- 
raceaZ,  61  w 

Pocc  flC  ill d  recta,  Pcntaphyllutn  inaiiis,  2,  33.  .  V." 
P.  repians  2,  34«  *  .  .  -P«  Anferina  3,  45.  .  .  To/v 
mentilla  trecta  1,  8S.;  *  \      .  '-x 

Papaver  Rhoeas  3,  52.  .  .  Chelbdonium  maius  1 , 
2  36.  „  .  Anemoner  Nemorofa  2,  &o.  .  -  A.  Pulfa- 
iilla  1,217...  if.  Hepatica  l,  190.  ^  .  Helleborus 
viridis,  Ji*  niger,  1,  3o.  * 

Ahtgn  reptans ,  Confolida  media  v,  95.  •  .  Äff»: 
tonicaftrictai}8R.  .  .  Lamium  album,  Urtica  in ers 
roaa,  1,  t5&  .  .  I.  laevigatumj  Urtica  in  ers  femin  a, 
1,  i5su  .  .  Leonurus  Cardiaea  1,  160»  •  .  Meiiffa 
officinalis  3,  61.  .  .  Mentha  Pulegium  1,  227.  .  . 
Af.  rufcra  Smith.  2,  76.  .  ;  Thymus  Serpyllum  2,  22. . . 
Origanum  imlgare  3,  i5g.  *  .  Ocimum  Bafilicum  1, 
20.6.  .  *  Linaria  vulgaris  2,  39.  .  .  Melampyrum 
arvenfe  2,  54*  3,  47-  •  *    Scrofularia  nodofa  1,  21 3.  . 

Thlafpi  Burfa  3,  3o.  .  .    Draba  verna  3,  34*  •  • 
Lepidium  ruderale  3,  3o.  .  .    I.  latifolium  3,  120. 
Sifymbrium  Sophia  3,  170.  .  .     Cardamine  praten/u}< 
1,218.  .  .    Raphanus  Raphaniftrum  Z,  139. 

Geranium  Robersianum  2,  37.  .  .     Maha  ro~ 
sundifolia  2,  70.  .  .    M.  fyhefiris  2,71.  .  . 
cea  24,72.  .  .    AUhaeß  officinalis  3,  182. 

fumaria  officinalis  i>  99.  .  .  Glycyrrhiza  gla* 
bra  3^  1 23.  .  •  Melilotus  officinalis,  Fragaria,  3, 49.  •  • 
Trifolium  hybridum  3V  48.  .  .    Medicago  lupulina  ib. 

Hypericum  perforatum  3,  81. 


„ 

26?  ■  Viertes  Buch.    Zweytcs  Kapitel. 

Leoneodon  Täraxacum  3,  70.  .  .  Cichorium  En* 
divin  5,  38,  .  .  Carlina  acaulis,  Cardo  parisr3>  35. . . 
Carduus  marianus  3,  4*-  •  •  Onopordon  Acanehium 
5,  io4.  .  .  Arctium  Lappa  3,  54.  2,  61.  .  .  Cni- 
cus  oleraceus  2,  67.  .  .  Artemißa  vulgaris  ^  81.  .  . 
A»  Apfy ntlüum  3,  i42-  •  •  Senecio  vulgaris  ,  VeFbe» 
iKtfemina,  1 , 120.  .  •  S.Iacobaea  2,  56.  .  .  Inula 
Helenium  3,  99.  .  .  Anthemis  Cotula  1,  255.  .  » 
Tanaceeum  vulgare  1,  25o.  2,  87.  .  .  Chrysanthe* 
mum  Leucanthemum  1,  256.  .  .  Pyrethrum  Part  he- 
rtium  3,  62.  .  .  Achillea  Mille folium  3,  175.  .  .  Cen» 
taurea  Calcitrapa  3,  57. 

Orchis  militaris,  Satyrium  1.,  1,  io3.  .  .  (k 
mascula,  S.  mas,  i,  104.  .  .  O.conopfea,  S.  femina, 
1,  106.  .  .  Opkrys  myodes,  S.  iv.,  1,  10 5.  .  .  Ne* 
ottin  fpiralis,  S.  v.,  1,  io5.  .  .  Epipactis  ovata,  Per- 
foliata  mascula,  1,  182. 

Arum  Dracunculus  3,  i3i.  .  .  Xanthium  ftru* 
mar  tum,  Lappa  minor,  3,  55.  .  •  Urtica  dioica  1, 
i5i.  .  .    U.urens  1,  i54- 

Parietdria  officinalis  2,  19.  3;  72. 

Equifetum  limofum  5,  144.  .  .  Seohpendrütm 
officinale  2,  4o.  .  .  Polypodium  vulgare  3,  110.  .  . 
Märthantia  polymorpha  1,191, 
•  ■  Auf  Brunfels  laffen  wir,  nach  der  Zeitfolge,  fo- 
gleich  einen  fehr  gelehrten  Schriftfteller,  trefflieben 
Kritiker  Und  genauen  Kenner  vaterländifcher  PÄan« 
zen  folgen.  Dies  ift  Leonb.  Fuchs,  aus  Wembdingen 
in  Schwaben»  *5oi  geboren,  anfangs  Schullehrer  in 
feiner  Vaterftadt ,  dann  Prof.  der  Medicin  in  Ingol- 
ftadt  und  endlich  in  Tübingen  ,  f  »565.  Der  Haupt- 
zweck feiner  Bemühungen  war,  der  Herrfchaft  der 
Araber  ein  Ende,  zu  machen,  in  der  Arzneykunde 
auf  die  grofsen  Mufter  des  alten  Griechenlandes,  in 
der  Botanik  aber  auf  das  Studium  der  Natur  zu  ver- 
weifen. 


uign 


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Unterfuchung  yaterländifcher  Pflanzen«  263 

Schon  im  Jahr  i532  fchrieb  er  Adnotationes  ali- 
quot herbarum  et  fimplicium  a  medicis  hactenus  non 
rite  cognitorura,  welche  im  zweyten  Theil  von  Brun- 
fels S.  129—  i5o,.  abgedruckt  find,  und  die  er  bald 
vermehrt  in  den  Paradoxis  medicinae,  Bafil.  i555. 
fol.,  herausgab.  Hier  fucht  er  die  groben  Irrthömer 
aufzudecken,  die  durch  das  Nachbeten  der  Araber 
entftanden  feyn,  und  tadelt  befonders  diejenigen, 
welche  die  alten  Pflanzen- Namen  auf  deutfclie  Ge- 
wächfe  ohne  Unterfchied  anwenden.  Dafs  der  Zu- 
cker der  Araber  und  Griechen  fehr  verfchieden  fey; 
dafs  die  Cubeben  ganz  etwas  anderes  als  das  xct^rrrfctov 
des  Galen;  dafs  die  Caffia  Fiftula  von  der  Siliqua 
dulcis  fehr  verfchieden  fey;  dafs  die  Araber  unfere 
weifse  Pappel  eben  fo  wenig  gekannt,  als  wir  *las 
-8-XaoTr/  der  Griechen;  dafs  das  Eupatorium  des  Avi- 
cenna  durchaus  nicht  mit  unferer  Agrimonia  einerley 
fey:  dies  und  mehr  anderes  fah  er  fehr  wohl  ein,  und 
zog  daraus  den  Schlufs,  dafs  man  den  Arabern  und 
Latinobarbaren  den  Abfchied  geben,  und  die  Natur 
in  der  Natur  felbft  ftudiren  raüffe,  wie  es  Otto  Brun- 
fels angefangen. 

In  diefem  löblichen  Unternehmen  ward  er  felbft 
Mufter,  indem  er  (ich  mit  dem  Künftler  Rod.  Speck- 
lin  in  Strasburg  und  dem  Buchhändler  Ifingrin  in  Ba- 
fel verband,  von  vaterländifchen  Pflanzen  treue  Abbil- 
dungen ,  mit  den  blofsen  Umriffen  in  Holz  gefchnit- 
ten,  zu  liefern  und  die  Befchreibungen  hinzuzufügen. 
Er  hatte  i5oo  Zeichnungen  dazu  beforgt  (Conr.  G<*s- 
ner  epifc,  f.  1  i5.  b.) ,  wovon  ein  grofser  Theil  in 
Joh.  Gesners  Sammlung  aufbewahrt  wurde.  Einen 
Theil  gab  er  unter  dem  Titel :  Hifeoria  ftirpium%  Ba- 
fil. 1 542.  fol.,  heraus,  worin  zwar  die  Abbildungen 
grofsentheils  richtig,  die  Befchreibungen  genau  find, 
der  meifte  Raum  aber,  der  Sitte  der  Zeit  gemäfs,  auf 
die  Angabe  der  Kräfte  und  Wirkungen  aus  den  Alten 
verwandt  wird. 


i,$4  Viert«.  Baoh.   Zweyt«  K.piul.  ■ 

Intereffant  ift  das  Verzeichnifs  von  Kunftaus* 
drücken,  welches  dem  Werke  vorgefetzt  ift,  weil 
man  darin  zuerft  die  Staubfäden  Apicesf  die  BJüthe 
der  Gräfer  GLuma  genannt  findet:  Petiolus  und  Pe- 
dunculus  wird  ohne  Unterfchied  gebraucht. 

Die  hier  zuerft  abgebildeten  Pflanzen  find  in  fy* 
ftematrfcher  Ordnung  folgende;  0 

Blitum  virgatum  174»  , 
Ligufer um  vulgare  480.  •  .  Veronicaqfßcintilis 
166.  .  «  V*  Beccabunga,  Sium,  72.5.  .,  .  ..  CÄa- 
maedrys  871.  .  .  ^.  Teuer  tum  8j  2.  .  .  /£agre> 
jtis*  Alfine«  media,  22.  •  •  Rosmarinus -cfßmnali^ 
4?8.  .  .  Safoia  qfficinalist  cum  var.  aurua^  248. 
$49.  .  .  S.Sclarea,  Orminum,  268.  .  ?  S.prateu* 
^69.  :1 

•  Valeriana  officinalis  85j.  .  .  ^.  P/iw  856.  .  . 
Iris  germanica  5 17.  .  .  Crocus  fativus  44 l«  •  •  ^7m 
perus  longus  453.  .  .  Panicum  italicum  254-  •  •  P* 
miliaceum  4.1.  .  .  Sorghum  vulgare  77 1 .  .  .  ifi>e- 
na  fativa  1 85.  .  .  TruicumZea  Hoft.  283.  .  .  I/-.  äj* 
kern  um  648.  .  .  Tr,  aeßiyum  649.  •  .  JV.  mono- 
coecon  284.  .  .  Hordeum  vulgare  438.  .  .  i/.  <tf« 
ftichon4Z$.: 

Scabiofa  Succifa  yi5.  .  .  Sc.  arven/is  716..  . 
Dipfacus  fylveftris  2  25.  .  .  Galium  verum  1O9.  .  . 
(7.  fyhaticum  281.  •  .  Valantia  Aparine  5o.  • .  /to* 
fcia  tinetorum  280.  .  .  Cufcuta  europaea  348.  .  . 
Plantago  Coronopus  449-  .  .  P/.  P/>//i«/n  888.  .  . 
Potamogeton  na,tans  65 1. 

Anchuja  italica  343.  .  .  Cyclamen  europaeum 
45 1.  .  .  Convolvulus  arvenfis  720.  .  .  Verbafcunt 
Lychnitis  847.  .  .  ^.  nigrum  848.  .  .  ^.  Blatta- 
ria  i83.  849.  .  .  Lyßmachia  Nummularia  4oi.  .  . 
JL  vulgaris  492.  .  .  Datura  Metel  690.  .  .  Cfl/j/I- 
d*77z  annuuni)  longum  Decand.  et  grofjum,  Siliqua« 
ftrum,  752  —  734.  •  •  kittwfpermum  ofßcinale  489.,. . 

1 

y 

/ 

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Unterfucliunß:  vatei-ländircber  Pflanzen,  afic 

«  * 

Campanula  Tracheljum  fäz.  •  •  ;  Lonkera  Periclymßi 
mm  64S.  •  Impatiens  Baifamina 190. .  •  Cheno* 
podium  album  119. .  .  C/r.  rubrum  653.  .  .  Cft, 
#**0?  179.  .  .  Geutiana  lutea  200.  .  .  Celoßa 
margarifacea,  Amaräntus  purpureum,  100.  .  .  Ä6<?x 
,  Uva  crifpa  187.  .  .  Beta  Cicla,  Raputn  rubrum, 
21 3.  .  *  Tferium  Oleander  54 1  •  •  •  Creffa  cretica^ 
Chamaepjtys  prima,  885.  .  .  Eryngium  campeßre 
296.  .  .  Afirantia  mainr,  Sanicula  femioa,  670.  .  . 
Daucus  Carota  682  —  684.  .  .  Ammi  Vifnaga*  Sc- 
feji  maffilienfe,  786. . .  Heracleum  Sphondylium  53.  M 
Angelica  fylveßris  1 25.  ,  •  Smyrnium  Olus  atrum. 
327.  ;  ,  Carum  Cßrvi  396.  .  .  Ligußicum  Cerva- 
riaSpr. ,  Daucus  23^.  .  .  Selinum  Oreofrliauji^ 
534.  .  .  Athamanta  Libanotis ,  Daucus  m.,  233.  .  ^ 
Peucedanum  officinale  599.  .  •  Meum  athamanticum 
Jacqu.,  Daucus  creticus,  23 1.  .  .  Ferula  graveolens, 
Spr.  5o.  .  .  Amomum ,  PetrofeJinum  peregri- 

Bum,  655.  .  .  Sitfm  anguftifolium,  Apium  paiuftre, 
270.  .  .  S,  Sifarum  75t.  .  •  Chaerophyllum  fyWe~s 
ftre,  ^lyrrhis,  520.  .  .  Ck.  fativum,  Gingidium,  216..* 
Pimpinella. nigra,  Sifer  fylveftre,  753.  .  .  P.  magna 
608.  .  .  P.  Saxifraga  6Q9.  .  .  Bupfeurum  rotundb* 
folium  632.  . .  Paftinacajativa,  Sifer  fativi*m,  752..  , 
Tamarix  germanica  5 1  3.  , 

Lilium  -candidum  Z64.  .  .  L*  bulbiferum  365. 
Allium  Schoenoprafum  635.  .  .  i*.  arenarium,  fyl^ 
veftre  i.,[737.  .  .  if.  carinatum,  fylv.  11.,  738.  .  . 
Scilla  maritima  782.  .  .  Sc,  amoena  807.  .  .  fi#v. 
nithogalum  luteum,  Bulbus  fylv.,  165).  .  .  Hyaoin* 
thus  racemofus  836.  .  .  H.  comofus  835.  .  .  Conm 
vallaria  verticillata  586.  .  .  Berberis  vulgaris,  Oxy 
acantba,  543.  .  .    Alijma  Plantago  42. 

Calla  palußris,  Hydropiper  r  übe  um,  844* 
Epilobmm  roßum  Schreb.  49 1 .  .  . .  Daphne  Me+ 
zereurn  227.  .  .    Parts  quadrifolia,  Aconitum  ParoV 


266  Lettes  Bncn.   Zweytes  Kapitel; 

lianches,  87.  .  .     Polygonum  Convohuhis  2S8.  . 
P.  Hydropiper  843«  •  •    Cardiofpermum  HaHcacabum 
688. 

CaJJia  Genna  447-  •  •  Dianthus  fuperbus,  Be- 
tonica  fylveftris,  352»  .  .  Saponaria  officinalis>  Stra- 
thium,  780.  .  .  Stellaria  Holoftea,  Gramen,  i  36,  .  ^ 
Arenaria  fetpyllifolia  23.  .  .  Sedum  rupeftre*  33.  .  . 
S.  album  35.  .  •  S.  acre  36. .  .  S.  Rhodiola  Willd. 
665. 

Euphorbia  Lathyris  455.  .  .        Peplus  60 3.  . 
2?.  heliofcopla  811.  .  .     E.  Cyparifftas  812.  .  . 
platyphylla  81 3.  .  .  Semper visrum  tectorum  32. 

Prunus  fpinofa  4o4«  •  •  Sdr*i/x  domefeica  5y6.  •  • 
Pyrus  Cydonia  374.  •  •  Spiraea  Amncus,  Barha  ca- 
pri,  181.  .  .  <S/».  Füipendida,  Oenanthe,  562.  .  . 
Rubus  fruticofus  1 52.  .  .  Geum  intermediuni  Ehrh., 
Caryophyllata  fylveftris,  385.  .  .  PotentUU  alba 
623.  .  .    P.  argentea  625. 

Glaucium  luteum  5 20.  .  .  Delptenium  Staphis 
agria  784«  .  •  Aconitum  Lycoctonum  88.  .  .  ATl- 
g eWfl  /att'va  5o3.  .  .  ifV.  damafcena  5o4.  .  .  2V.  ar- 
iren^x  5o5.  .  .  Clematis  Vitalba*  Vitis  nigra,  97.  .  • 
Anemone  ranunculoides  >  Ranunculus  rv. ,  162.  .  . 
Ranunculus  polyanthemos,  Chrysanthemum,  879.  .  . 
Ä.  auricomus,  Ran.  1.,  i56.  .  .  R.  acris>  bort.  t57. . . 
R.  fceleratus ,  11.,  i5g.  .  .  R.bulbofus,  in.,  160.  •  . 
Helleborus  foetidus  2.j5. 

Aiuga  Ckamaepitys  886.  .  .  Teucrium  Botryst 
Chamaedrys  femina,  870.  .  .  T.  Scordium  776.  .  . 
T.  yZavum  829.  .  .  T  Chamaedrys  869.  .  .  Bullo- 
sa nigra  i54-  .  .  Betonica  officinalis  35o.  .  .  Hyß 
/opus  ofßainalis  84  t.  .  .  Satureia  hortenfis  3o4«  •  • 
Stachys  germanica  766.  .  .  St.'recta,  Si dentis,  i, 
769.  .  .  Lavandula  Seoechas  778.  .  .  L.  fyica  890, 
891.  .  .  Mentha  aquatica,  Sifymbrium,  722.  .  .  M. 
fativa  288.  .  .    M.  rotundi/olia  289.  .  .    M  wruft* 

♦ 


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I 

I 

UnteiTuphtmg  vaterländifcker  Pflanzen.  §#f 

290.  .  .    M.  gentüis  .  .    M.fyfocftris  292. 

Thymus  Calamintha  Scop.  4^4-  •  •  Th.  Acinos  896. 
Melictis  Meliffopfiyllum  498.  ,  .  Prunella  vulgaris 
62.1.  .  .  Öcimum  Bafilicum  var.?  +  O.jexiguum,  547.  .i 
Origanum  Maiorana  6üj .  .  .  Linaria  fpuria,  Vero^ 
.uica  feratna,  167.  .  .  Digitalis  purpurea  895. . .  Du 
?tt£££  8g4*  .  .  Scrofularia  aquatica,  Galeopfis,  194*  •  » 
Acanthus  moüis  52.  1 
.  .  .  Lepidium  fativumZgz.  . .  Thlafpi  arvenfi  3o6. 
J/*a*w  tinctoria  33 1.  332.  .  .  Braffica  Näpus  176- . ; 
J5r.  campe/er is  177.  .  .  Jßr.  Rapa  212. .  .  fir.  «EVm» 
ca,  Eruca  fativa,  262.  .  .  Sijymbrium  tenuifolium 
Smith.,  Sinapis  alteriim  genus,  509.  .  .  Sifymbrium 
fyheftre,  Eruca  fylvefcris ,  a63.  .  .  S.Löfelii,  Ver-. 
benaca  mas,  5g 2.  .  .  Eryfimum  Alliarla  io4«  •  • 
napis  arvenßs  267.  .  .  &  fl/6a  538.  .  .  Cheiranthus 
incanus  5i4-  3i5.  .  .    Rapkanus  fativus  65$. 

Erodiumcicutarium,  Geramum  f.,  204.  .  •  Ge- 
raniiim  molle,  n.,  2o5.  .  .    G.  disfectumy  tvn  207. 
G.  pratenfe,  v.,  208.  . .     G.  fanguineum ,  Vi.,  209. 
Goßypiumherbaceum^  Xylon,  58 1.  .  .    Althaea  rofea 
507. 

Spartium  fcoparium  j58.  .  .  Genifta  tinttoriar 
808.  .  .  G.  germanica^  Geniftelia,  220»  .  .  Onqnis 
fpinoja  So,  .  .  Lüplnus  albus  3o9»  .  •  Lathyrus  tu* 
berofus ,  Apios,  i3i.  r  .  L.  fativus,  Ervom,  571.  •  • 
L.  annuus,  Ervum  fativum,  672.  .  .     Phafeolus  vul* 

garis,  Smilax  hortenfis,  708.  .  .    Cicer  Lens  85g  

L.  anennum  267.  .  .  Vicia  Faha  38g.  .  .  V.  fe\ 
piunty  Aphace,  110.  •  .  V.  fativa  172.  .  .  Colutea 
orientalis  •  •  Trigonella  Foenum  graecum  798..» 
Trifolium  arvenfe,  Lagopus,  494-  •  •  Tr.  montanunk 
818.  .  .  Tr.  campeftre  Schreb.  819.  .  .  MMilotus. 
italicä  628.  .  .  Lotus  corniculatus ,  Melilolus  ger- 
manica, 527. 
■ 

■ 

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261  Viertw  Buch*  Zweytes  KapiteL  , 

„  .   *  Hypericum  hlrfutum        .  .    H.  montanum  76. 

.  .  Sonchus  arvenßs  3  t '9.  .  •  5.  oleraceus9  afper 
tt  kteris,  674«  675.  .  .  Lactuca  faeiva  299«  5 00.  •  . 
L.  Scariola  3oi.  .  .  Hieracium  Pilofella  6o5.  .  . 
Apargia  aucumnalis  Z20.  .  .  Carlhna  vulgaris,  Afra- 
cty  Iis  mitior,  121..  .  Eupatorium  cannabinum  265. .  • 
Sansolina  Chamaecyparijfus  874.  .  •  Artemifia  Abro*. 
Canum  6.  .  .  A.pontica  7,  .  .  Gnaphalium  arenariwn, 
Amarantus  luteus,  99.  .  .  <//i.  dioicum  222.  606.  .  . 
Tujfilago  Peta fites  644»  •  •  7\  Far/ara  i4o.  .  . 
Matricaria  Chamomilla  2.5.  .  .  Pyrethrum  inodorum, 
Buphrhajmura,  i44-  •  •  Inula  dysenterica,  Calamin- 
fha  m.f  436.  .  .  Achillea  Ptarmlca  63g.  .  .  An- 
ehemis  Pyrethrum  64  •  •  ^  tinctoria  26.  .  . 
izfeczo  farracenicus  728.  .  .  if/?er  Arne  II  us  i34«  •  • 
Centaurea  benedicea,  Atractylis  hirfutior,  122.  .  . 
Eehinops  fphaerocephalus,  Coamaeleon  niger,  883* 

Orchis  maculosa?  555.  71 3.  .  .  0.  pyramida- 
lis 556.  .  •  Q.fambucina  55y.  .  .  ö.  Morio  55g. . . 
Qrbifolia,  Satyriam  trifolium,  710« 

ZeaMays  8  2  5*  .  .  Typha  atiguftifolia  823.  .  . 
Poteriurn  Sanguiforba  788.  789,  .  .  Urtica  bälearica 
146.  .  .  Fägus  Caftanea  377.  •  .  Iuglans  regia 
379.  •  •  .  Piaus  Larix  496-  •  •  Cucumis  fativus 
697*  .  .  C.  Dudaim  699.  .  .  C.  Colocynthis  872... 
Cucurbita  Pepo  368. 370. 690.. . .  C.  Citrullus  700: • . 
C+verrucofa  701.  ,  .  C.  lagenaria  36g.  .  .  Mo* 
mordXca  Elaterium  705.  .  .  M.  Baifamina  18g.  .  , 
Ricinus  communis  34o.  .  .    Bryonia  alba  g4* 

Sa /ix  rubra  334.  •  .  5.  vitellina  535.  .  .•  & 
H*/*x  336.  .  .  /'(/cum  a/Äam  32g. . .  Mercurialis  an- 
nua  475.  476.  .  .  Af.  perennis*  Cynocrambe,  444«  • 
Spinacia  oleracea  66g.  .  .    Smilax  afper a  71g. 

Equifetum  arvenfe  323.  .  .  Ophiogloffum  vul* 
gatum  5-T7.  .  .  Botrychium  Lunaria  482.  .  .  Adian- 
tum  Capillus  82.  .  .  Pteris  aquilina  5g6.  .  ,  Pur- 
?rt£/za  pulmonacea  Achar.  63a. 


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«Jnterfucbcmg  vaterländischer  Pflanzen.  969 

Den  richtigen  Weg,  den  diefe  Männer  betraten, 
▼erfolgte  ein  anderer  Deutfcher,  Hieron.  Bock  (Tra^ 
gas),  aus  Heydesbach  im  Zweybrückfchen,  i49^  g** 
boren,  der  anfangs  Scbuliehrer  zu  Zweybrücken  und 
Auffeher  des  herzoglichen  Gartens,  dann  Prediget  % 
und  Arzt  in  Hornbach ,  hierauf  Arzt  des  Grafen  von 
Naffau  in  Saarbrück  war ,  und  endlich  in  Hornbach, 
nach  fecbzehnjährigen  Leiden ,  an  der  Schwindfucht 
i554  ftarb. 

Er  hatte  fich  durch  botanifche  Wanderungen  auf 
dem  Hunesrück ,  in  der  Eyfel,  den  Ardennen,  den 
Vogefen,  dem  Jura,  auf  den  fchweizer  Alpen  und  in 
den  Rheinländern  gebildet.  Mit  unermüdlicher  Sorg* 
falt  fpürte  er  der  Natur  der  Pflanzen  nach,  und  bracht 
te  ganze  Nächte  im  Walde  bey  angezündetem  Fener 
zu ,  um  den  Saamen  vom  Farrenkraut  zu  holen,  den 
man  damals  fürunfichtbar  hielt.  {Kreuterbuchf  f.  206. 
b.  deutfche  Ausgabe  von  i55i.)  Er  baute  die  Pflan- 
zen  in  eigenem  Garten,  um  ihre  Verwancltfchaften 
zu  entdecken ,  und  liefs  fie  durch  Dan.  Kandel  aus 
Strafsburg  zeichnen. 

Voll  Eifers  für  dfe  Schätze  des  Vaterlandes,  ver- 
nachläffigte  er  das  Studium  der  ausländifcben  Gewäch- 
fe.  Da  es  indefs  an  Namen  fehlte,  fo  wählte  er  frey- 
lich die  Namen  der  Alten  für  einheimifche  Gewäcbfe, 
und  beging  darin  grofse  Irrthümer.  Schon  im  Jahr 
i53i  fchickte  er  eine  Epiftel  voll  Cenftiren  über  die 
Pflanzen  desPlinius  an  Brünfels,  die  diefer  dem  zwey- 
ten  Theil  feines  Werkes,  S.  i56  —  i65.  einver- 
leibte. 

Dann  gab  Tragus  i53g  ein  neu  Kreaterbuch 
in  deutfcher  Sprache  ohne  Figuren,  i55i  aber  daffel- 
be,  mit  Kandels  Holzfchnitten  zu  Strasburg  vermehrt 
heraus.  Nach  diefer  Ausgabe  citire  ich.  Derrn  die 
fpätere  Jateinifche  i552^  von  Conr.  Gesner  beförgte-, 
enthält  aufser  den  Pflanzen,  die  Tragus  befchriebea, 
viele  Gesner'fche.. 


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$7&  Viertes  Buch.   Zwey tes  Ke pitel. 

In  diefem  Werke  öndet  man  Xchon  eine  gewi ff e 
Ordnung,  die  weder  Brunfels  noch  Fuchs  beobachtet 
hatten.  Er  fängt  mit  den  NeffeJn  an,  weil  er  eine 
Neffel  im  Petfchaft  fahrte.  Die  Labiaten ,  die  mei- 
sten Cruciferae  und  Compofitae  bringt  er  zufammen» 
aber  er  irrt  fich  fehr,  wenn  er  (f.  84.)  mit  dem  Ver- 
bafeum  die  Centaurea  montana,  mit  den  Gräfern  (f. 
»58.)  Ranunculus  Lingua  und  Triglochin,  AJifma  mit 
Plantago  (f.  87.  a.),  Polytricbum  mit  Drofera  und 
Herniaria  (f.  200.  a.)  verbindet. 

Der  iHang,  die  alten  Pflanzen  •  Namen  auf  in- 
jändifche  Gewächfe  anzuwenden ,  verleitete  ihn,  Pe- 
ganum  Harmala  mit  Ruta  montana  (f.  26.  b.),  Arifto- 
lochia  Clematitis  mit  longa  (f.  67.  b.),  Herniaria  gla- 
bra  mit  Empetrum  (f.  200.  b.),  Gomphrena  globofa 
mit  Circaea  (f.  220.  a.),  Trifolium  medium  mit  Cyti- 
fus  (f.  229.  a.)  zu  verwechfeln,  und  Genifta  tinetoria. 
für  Ferula  (f.  23o.  a.),  Buchweizen  für  Ociraum  (f. 
248.),  den  Dotter  für  Sefam  (f.  z5o.  b.),  Briza  me- 
dia für  Aegilops  (f.  256.  b.) ,  Eriophorum  für  Gna- 
phalium  (f.  261.  b.),  Lilium  Martagon  für  den  Hya* 
cinthus  der  Alten  (f.  299.  b.)  zu  halten. 

Aber  fein  Hauptverdienft ,  die  Entdeckung  und 
genaue  Befchreibung  vaterländifcher  Pflanzen ,  wird 
dadurch  nicht  verringert.  Folgende  Gewächfe  hat  er 
zuerft  entdeckt: 

Lycopus  europaeus  f.  4- 

Valeriana  dioica  f.  z3.  b.  .  .  Iris ßbirica  f.  286. 
a.  ,  .  Cyperus. flavefeens  f.  259.  a.  .  Eriophorum 
anguftifolium  f.  261.  a.  .  .  Phalaris  canarienfis  L  t 
266.  b.  .  .  Aira  caefpuofa  f.  261 .  b.  .  .  Briza  me- 
dia f.  56.  b.  .  .  Arundo  Phragm'ues  f.  258.  a.  .  . 
Bromus  fecalinus  f.  255.  b. 

Plantago  ianceolata  f.  86.  b.  .  .    Cornus  Jan- 
guinea f.  379.  a.  .  *   Hex  Aquifolium  f,  402.  a. 


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Unterluchune  vaterldndifcher  Pflanzen.  A*rw 

Myosotis  Lappula  f.  74.  «...    Anchufa  angu* ' 
Jsifolia  f.  89.  b.  .  .    Hyoscyamus  albus  f.  5o.  b.  .  . 
Atropa  Belladonna  1 1 4*  b.  .  .    Phyteunia  fpicatum 
SL77.  a.  .  .    Lonicera  Capri/olium  3n.  b.  .  .  $o&*- 
num  infanum  ZZj.  a.  .  .    i^i^  Groffularia  368.  a. 
jR.  rubrum  £75.  b.  •  •    Impatiens  Noli  längere  112. 

a.  .  .  Gomphrena  globofa  220.  b.  .  .  Herniaria 
ßlabra  200.  a.  .  .  Rhamnus  catharticus  369.  b.  .  • 
ÄA.  Frangula  370.  b.  .  •     Caucalts  daucoides  3 18. 

b.  •  .  Bupleurum  falcatum  160.  a.  .  .  •Si/b»  Po* 
dagraria  Spr.  169.  b.  .  .  Viburnum  Opulus  078.  b. . . 
Sambucus  racemofa  377.  b.  .  .  Staphylea  pinnata 
4t  3.  b.  .  .    Dro/era  rotundifblia  200.  a. 

Allium  vineale  285.  b.  .  .  Narciffus  poeticus 
287.  a.  .  .  Triglochin  palußre  25g.  a.  .  .  Rumex 
Acetofella  119,  b. 

Scellera  Pafferina  2o3.  a.,  bey  Alzey  am  Dürft* 
berge.  Vergl.  GmeJin  fl.  bad,  2,  162.  .  .  Vaccinium 
Myrtillus  067.  b.  .  .  Polygonum  Fägopyrum  246. 
b.  .  .  Dictamnus  albus  u,  a.  .  •  Ruta  montana 
26.  a.  .  .  Scleranthus  annuus  148.  a.  .  .  Stellaria 
graminea  124.  a.  .  „  Lychnis  flos  cuculii.  i52.  a... 
Ägroftemma  Coronaria  48.  a. 

Refeda  Luteola,  Ofyris,  i36.  b.  .  •  Euphorbia 
exigua  112.  b.  .  .    2?.  dulcis  ib. 

MefpÜus  germanica  f.  382.  b.  .  .  M.  Oxyacan* 
tha  f.  371.  a.  •  .  Sorbus  aucuparia  f.  38o.  b.  .  . 
Pyru*  ilria  f.  38o.  a.  .  .  P.  torminalis  f.  38 1.  a.  .  . 
Rubus  idaeus  f.  367.  a.  .  •  Comarum  palufere  defcr* 
f.  190.  a. 

Capparis  fpinofa  f.  364«  b.  .  .  Helianthemum 
vulgare  f.  85.  4.  .  .  Aconitum  Napellus  f.  95.  a.  .  . 
Adonis  aejtivalis  et  autumnalis  f.  48.  b.  .  .  ^f.  Ver- 
na Zi;  f.  i53.  a.  .  .  Anemone  pratenßs  f.  i56.  a.  .  . 
Caltha  paluftris  f.  54-  a.  .  .  Ranunculus  Lingua  f. 
258.  b.  .  .    Hellebor us foetidus  i.  i5s.  b. 


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1  ♦ 


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ifflf  Viertes  Buch.   Zweytes  Kapitel;  ' 

Nepeta  tatärla  f.  8.  a.  .  .  Stachys  Jylvatiea 
f.  2.  b.  .  .  Origanum  Dictamnus  f.  n.  a.  .  .  Pe- 
dicularis  fylvatica  f.  96.  a. 

Thlafpi  campeftre  f.  32.  b.  .  .  Alyffam  fativum 
f.  25o.  b.  .  .  Cochlearia  Artnoracia  f.  280.  b.  .  ; 
Sifymbrium  Barbar ea  f.  38.  a. ' .  .  Hefperis  matro* 
nalis  f.  21 5.  b.  / 

Hibifcus  Trionum  f.  347.  b. 

Polygala  vulgaris  f.  2 1 6.  b.  •  .  Genifta  figit* 
talis  f.  23o."ai  .  .  Cytifus  Laburnum  f.  236.  b.  .  . 
Aftragalus  glycyphyllos  f.  228.  b.  .  .  Melilotus  coe* 
rulea  f.  223.  a. 

Hypericum  humifufum  f.  27.  a.  .  .  H*  pulcrum 
f.  28.  a. 

Hypochoeris  maculata  f.  1  o5.  b.  .  .  Cynara 
Scolymus  f.  327.  b.  .  .  Gnaphalium  germanicum  f.% 
1  25.  a.  .  .  -  Erigeron  acris  f.  63.  a.  .  .  Baifamita 
vulgaris  f.  62.  a.  .  .  Chryfocoma  Linofyris  f.  i35. 
a.  .  .  InulcL  germanica  f.  1 85^  a.  .  .  Achillea  no~ 
bilis  f.  180.  b.  .  .  A.  Ageratum  f.  195.  a.  .  .  An- 
themis  nobilis  5S.  a.  .  .  Centaurea  Rhapontica  f. 
5 1 .  b.  .  .     C  montana  f.  84.  b. 

Ariftolochia  rotunda  292.  b.  .  .    Orchis?  odo- 
ratijjima  f.  297.  b.  .  .  Epipactis  Nidus  avis  f.  298.  a. 
Carex  vulpina  f.  258.  b. 
Rufbus  H'ypogloffum  f.  347«  a. 
Afpidium  fpinulofum  f.  207.  a.  .  .  Polypodium 
Dfyopteris  f.  204.  a.  .  .      Afplenium  fepeentrionale 
ib.  .  .    Grammitis  Ceterach  f.  206.  a.  .  .  Ofmunda 
regalis  ib.  .  .    Blechnum  boreale  f.  208.  b.  .  :  Ly- 
copodium  clavatum  f.  210.  b.  .  *     L  complanatum 
f.  2 1 1 .  b.  4 

In  fo  ehrenvolle  Gefellfchaft  bringen  wir  einen 
deutfchen  JüngHng,  der  viel  geleiftet,  aber  noch  weit 
mehr  hätte  leiften  können,  wenn  nicht  das  Schick- 
fal  noch  vor  feinem  dreyfsigften  Jahr  über  ihn  gebo* 


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Unterfuchung  Titerlajidifcher  Pflanzen.  373 

ten.    Valerius  Cordusf  der  Sohn  des  oben  angeführ- 
ten Eurici us,  1 5 1  5  zu  Erfurt  geboren  ,  ward  von  fei- 
nem Vater  zum  Studium  der  Natur-  und  Arzneykun- 
de  angeführt.    Brunfels,  Fuchs  und  Tragus  wurden 
feine  Vorbilder  in  Durchfuchung  der  vaterlä'ndifchen 
Pflanzenwelt.    Nachdem  er  Sachfen ,  auch  die  reiche 
Gegend  um  Halle  bis  Stasfurt  hin,  den  Harz  und 
Böhmen  durchzogen,  ging  er  durch  Oeftreich  nach 
Italien.    Ein  Jahr  hatte  er  dort  zugebracht,  als  er 
i544  zu  Horn  ftarb.     Er  hinterliefs  Anmerkungen 
zum  Diofkorides,  die  aber  von  unbedeutendem  Werth 
find,  da  erden  griechifchen  Text  nicht  kannte.  So 
verwechfelt  er  Afpalathus  mit  Caffia  lignea,  den  Lo- 
tus mit  Sandelholz ,  die  Phillyrea  mit  Liguftrum :  fo 
fucht  er  die  griechifchen  Eichen  in  Deutfchlaud. 

Diefe  Anmerkungen  gab  C.  Gesner  mit  deffel- 
ben  Cordus  hiftoria  plantarum  und  fylva  obfervatio- 
num  i56i  zu  Strasburg  fol.  heraus.  Wir  finden  hier 
die  erfte  Bemerkung  (f.  1 70.) ,  dafs  die  Farrenkrau- 
ter  durch  Staubhäufchen  auf  der  Rückfeite  der  Blätter 
fich  fortpflanzen.  Neue  Pflanzen  fcheinen  folgend© 
zufeyn: 

Toriiis  Anthrifcus>  Daucoides  minus,  f.  159.  b. 
Sei  In  um  paluftre ,  (Jlfenichium,  f.  149.  a.  Meny- 
anthes  trifoliata,  Trifolium  paluftre,  f.  96.  b.  .  .  Pha- 
langium  ramofum  f.  149*  a.  .  .  Phalangium  Liliago 
f.  190.0.  .  .  Adoxa  Mofchatellina,  Mofchatella,  f. 
172.  b.  .  .  Vaccinium  Oxycoccos  f.  i4o.  b.  .  .  Sa* 
ponaria  Vaccaria*  Thamecnemum,  f.  104.  a.  .  .  Sa* 
xifraga  Aisoon,  Aizoon  ferratum,  f.  92.  b.  .  .  Eu- 
phorbia Peplus  f.  106.  a.  .  .  Rofa  arvenfts,  Cynor- 
rhodos  tertia,  f.  19.  b.  .  .  Thalictrum  minus  f.  97. 
b.  •  •  Ranunculus  arvenßs  f.  i2o.  a.  .  .  Ranuncu* 
Jus  Flammula  f.  1 2  f .  b.  .  \ .  ;  Dentaria  enneaphylla  et 
bulbifera,  Co  raUoi  des,  f.  J  ji.  a.  .  .  Cytifus  au* 
ßriacus  f.  187.  b.  .  .  Cytifus  nigricans,  Pfeüdocy- 
.Geich,  d.  Bcujaik.  I*  Bfl  1  $ 


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I 

274  Viert«  Buch.    Zweytei  Kapitell 

flfui  f.  188.  i: ' .  Laeiucajaligna ,  IxopuY,  f.  lo^. 
a.  .  .  Eplpactis  latlfolia,  Alifma,  f.  i5o.  b.  .  .  Sa- 
gittaria  fagittäefoüa  f.  87.  a.  .  .  Hippophae  rÄa- 
mnoides,  Oleafter  germ.,  f;  186.  b. 

Im  fünften  Theil  diefer  Pflanzen  •  Gefchicbte, 
den  Conr.  Oesner  aufbewahrte  und  Schmiden  mit  des 
letztern  Werken  herausgab,  findet  man  febr  genaue 
'Befchreibungen  von  2.5  italienifchen  Pflanzen i  als Cen« 
taurea  Centaurium  {Centaurium  maius),  Arternifia 
'Dracunculus  {Draco  facivus) ,  Ciftus  falvifolius  (Ci* 
fius  foemina),  Cytinits  Hypociftis,  Zizyphus  Paliu- 
rus  (Rhamnus  montana),  Euphorbia  Cbamaefyce, 
Gnaphalium  Stoechas  [Elichryßts  tenuifolia) ,  Vitex 
Agnus,  Afparagus  amarus  ( Corruda) ,  Coix  Lacrima, 
Clematis  Vitalba  {Iafme  alba),  Rhus  Coriaria,  Zi- 
zypbus  Jujuba,  Pyrus  torminalis  {Mefpilus  Aronia)% 
Tamus  communis,  Rufcus  Hypogloffum ,  Quercut 
Cerris,  n.f.f.  '       V'  *         1  ■<  i«»nr  roi,  < 

Wenn  die  Schweizer  ficb  zu  den  deutfcben  Völ- 
Icerfchaften  üblen ,  fo  können  wir  ftolz  darauf  feyb, 
einen  der  gröfsten  Gelehrten  feines  Jahrhunderts  und 
einen  der  trefflichften  Naturforfcher  auch  unter  den 
deutfcben  Vätern  der  Pflanzenkunde  auffahren  zu 
können:  Conrad  Gesner.  Diefer  Mann,  ans  Zürich, 
fi5i6  geboren,  wo  fein  Vater  Kurfebner  war,  hatte 
Von  Jugend  auf  mit  Mangel  ünd  Widerwärtigkeiten 
aller  Art  zu  kämpfen.  Denn  Glücksgüter!  befafs  er 
nie;  aber  er  hatte  einen  Schatz  von  unermüdlicher 
Forfcbbegierde,  von  redlicher  Frömmigkeit  und  von 
tbätiger  Menfchenliebe  in  6ch,  der  ihn  wahrhaft 
glücklich  machte.  Die  Dürftigkeit  feiner  Jugend 
nötbigteihn,  wie  alle  Botaniker  feiner  Zeit,  Sohul- 
lehrer  zu  werden  und  -Gorrecturen  zu  beforgen. 
Aber  die  Liebe  zu  den  Pflanzen  trieb  ihn  nach  Ba- 
fel,   wo  *r',    fchon   verheiratet ,    Mediein  ffu- 

.* '  >  « 

•        .  , 


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Unterfuchung  vaterländifclier  Pflanzen.  975 

1 

c/irte;  dann  befuchte  er  Strasburg  und  das  füdliche 
Frankreich,  kehrte  als  Doctor  zurück,  und  übte  die 
Kunft  in  feiner  Vaterftadt  aus,  gab  auch  Unterricht, 
und  befuchte  alljährlich  die  herrlichen  Gebirge  fei- 
nes Vaterlandes ,  oft  in  Gefellfchaft  junger  Freunde 
der  Pflanzenkunde,  befonders  der  Bauhine,  unter- 
hielt auch  beftändige  Verbindungen  mit  allen  Pflan- 
zenforfchern  feiner  Zeit,  befonders  mit  den  Helve- 
tiern,  Bened.  Arrtius ,  Prof.  in  Bern,  (f  1678,)  und 
Joh.  Fabriciusy  Geiftlichen  in  Chur,  die  ihm  alles 
mitfheilten ,  was  fie  auf  ihren  Wanderungen  gefam- 
melt  hatten.  Ein  redlicher  Freund  feiner  Freunde, 
fuchte  er  zuerfr  ihre  Namen  durch  Benennung  der 
Pflanzen  zu  verewigen.  Calceoiaria,  Cortufa,  Oc» 
cona,  Voiiatj,  Aretiff  hielt  er  für  fchickliche  Namen, 
wenn  ilie  Alten  diefe  Pflanzen  noch  nicht  gekannt 
hatten,  (rpi/i.  Wolf.  f.  7Ü.  a.  120.  b.)  Als  Moibanus 
ohne  Vermögen  gefforben,  ül)ernahm  er  die  Heraus- 
gabe der  euporifta  des  Diofk.,aus  feines  Freundes  Nach- 
lals.  Der  Buchhändler  11 1  Ii  ei  zahlte  einen  Thaler 
für  den  Bogen,  und  Gesner  liefs  dies  Gehl  grofsen» 
theils  den  Kindern  auszahlen,  {epiß*  Wolf.  f.  28.) 
Wegen  feiner  Befcheidenheit  und  Herzensgüte  wähl- 
ten ihn  oft  feine  Freunde  zum  Schiedsrichter  ihrer 
Streitigkeiten.  Er  bauete  Pflanzen  in  einem  eigenen 
r Garten,  ftellte,  um  ihre  Kräfte  zu  erforfchen  ,  Ver* 
fuche  an  feinem  eigenen  Körper  an,  unterhielt  fogar 
einen  Künftler,  der  für  ihn  bis  i5oo  Pflanzen  meifter- 
haft  zeichnen,  zum  Theil  in  Holz  fchneiden,  zum 
TbeiHn  Kupfer  ftechen  mutete,  gab  unaufhörlich  die 
Werke  der  Alten  und  feiner  Freunde  heraus,  und 
hätte  noch  lange  diefe  arbeitfame,  nützliche  Wirk» 
famkeit  forlfetzen  können,  als  ihn  i565  der  Tod  an 
der  Peft  überrafchte. 

,  Diefem  wahrhaft  grofsen  Manne  gebührt  der 
fchönClt  Kranz  des  Vtrdieufteg  um  unfere  WiCfen- 


18 


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276  Viert«  Blieb,    Zweytet  Kapitel. 

fchaft,  weil  tr  der  erfte  war,  der  den  Vorzug  der 
wefentlichen  Befruchtungstheile  anerkannte,  diefe  un- 
terrichte und  abbilden  Jiefs,  und  darnach  die  Ver* 
wandtfebaften  der  Pflanzen  zu  ordnen  fuchte.  {epifi. 
f.  65.  b.  ii3.  a.)  Ueberdies  find  feine  Abbildungen 
die  genaueften  und  fchönften,  die  man  bis  dahin  ge- 
fehen.  Er  erlebte  ihre  Herausgabe  nicht.  Auf  fei- 
nem Sterbebette  vermachte  er  feine  Schätze  demKafp. 
Wolf,  der  fie  wieder  an  Joach.  Camerarius  für  i5o 
Gulden  verkaufte.  Der  letztere  zierte  feine  epitome 
mit  den  GesnerYchen  Figuren.  Endlich  fielen  die 
lange  verborgen  gewefenen  Platten  dem  Trew  in 
die  Hände,  von  dem  fie  Schinidel  erbte,  und  die- 
fer  endlich  gab  fie  1754  und  1771  fol.  unter  dem 
Titel:  opera  botanica ,  heraus.  Früher  wurden  we- 
nige Entdeckungen  Gesners  durch  feine  Anmerkun- 
gen zum  Tragus  und  Cordus,  fo  wie  durch  feinen 
Tractat:  de  hortis  Germaniae,  bekannt.  Auch  feine? 
Epifteln,  von  Wolf  zu  Zürich  1577.4.»  von  Bauhin 
zu  Bafel  1 59 1 .  4-  und  zu  Wittenberg  i5S4  heraus- 
gegeben, enthalten  manche  Nachrichten  von  vorher 
unbekannten  Pflanzen. 

Wir  geben  ein  fyftematifches  Verzeichnifs  der 
von  ihm  zuerft  entdeckten  Pflanzen  ,  wo  wir  die  Ab- 
bildungen,  nach  der  Schmiderfchen  Ausgabe,  fo  be- 
zeichnen ,  dafs  lign*  die  Holzfchnitte  und  aen.  die  Ku« 
pferftiche  bedeutet. 

Canna  indica  kommt  zuerft  in  epift.  Wolf.  f.  52. 
b.  vor.  •  | 

Veronica  bellidioides  lign.  4«  t*  32.  .  ,*  "P.  perc- 
^grina  lign.  4.  f.  33.  .  .    V.  triphylla  aen.  16.  f.  140. .  • 
V.  fpicata  aen.  ia.  f.  106.  .  .    V.  hederatfolih  12.  f« 
•loo.  •  .    Salvia  cerntophylla  lign.  12.  f.  i'o4. ,  ca/y- 
tina  Sibth.  fl.  graec.  16.  lign.  12.  f.  io5. 

Lappasto  racemofa  lign.  3.  f.  20.  .  .  Hordeum 
inurinam  lign.  2.  f.  18.  .  .       Trkticum  iunceum 


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UntetluebuDg  vatetländifcher  Pflanze«*  377 

lign.  t.  3.  f.  17.  .  .  Phleum  Böhmer i  et  Sticheln  t. 
3.  f.  19.  .  *  Lagurus  ovatus  t.  3.  f.  21.  .  .  I'a/e* 
riana  angußifolia  Jen.  t.  9.  f.  74. 

G  lobular  ia*  Alypum  lign.  t.  6.  f.  5o.  .  .  GV.  cor* 
difolia  ib.  f.  5*.  .  .  Svmbiofa  integrifolia  f.  52.  .  . 
Scabio/a  prolifera  lign.  4-^56.  .  .  Afperula  tincto- 
ria  aen.  t.  18.  f.  1.57-  .  .  yCrucianella  maritima  aen. 
t.  16.  f.  »56.  .  .  Hypecoum  procumbens  t.  i5.  f. 
109.  .  .  Plantag o  maritima  lign.  t.  3.  f\  26.  .  .  P/. 
Bellardi  t.  3.  f.  28.  A.  .  .  Potamogeton  denfus  Ugn. 
t.  i.f.  9.  .  .  P.  perfoliatus  aen.  t.  17.  f.  145.  .  .  P. 
pectinatus  ib.  f.  14Ö.  .  .  P.  pufülus  ib.  f.  147.  .  . 
P.  comprejfus  ib.  f.  i48.  .  .  P.  ferratus ,  Lapathi 
genus  fylveftre  minus,  bort.  Germ.  f.  263.  b. 

Afperugo  procumbens  aen.  t.  16.  f.  i42-  .  .  PuU 
moriaria  ofßcinalis  ad  Cord.  i3i.  a.  .  .  Hyoscya- 
mus  reticulatus  lign.  t.  10.  f.  85»  .  •  Plumbagq  eu- 
ropaea  ib.  f.  83.  .  .  Nico  da  na  Tabacum,  detten 
Blätter  er  felbft  verflicht  hatte  zu  rauchen,  epift.  Wolf, 
f.  79.  b.  .  .  Androface  villofa  opp.  aen.  9.  f.  76.. . 
Primula  Auricula  hört.  f.  274.  a.  .  .  Pr.  margU 
nata  opp.  tab.  aen.  9.  f.  77.  .  .  Pr.  integrifolia 
aen.  t.  8.  f.  67.  .  .  Pr.  minima  ib.  f.  69.  .  .  Pr./a- 
rinofa  lign.  t.  22.  f.  190.  .  .  Lyßmachia  nemorum, 
Nummularia  fylvatica,  bort.  f.  268.  b.  .  .  Convol- 
vulus  Nil  hört.  f.  2,55.  a.  .  .  Conv.  lineatus  lign. 
t.  9.  f.  73.  .  .  C.  Soldanella  ad  Cord.  f.  2o5.  b.  .  . 
C  Scammonea  ib.  f.  210.  a.  •  .  Campanula  faxatilis 
lign.  t.  9.  f.  75.  •  •  C  Speculum  ib.  f.  76.  .  .  Lo* 
helia  Dortmanna  lign.  1 3.  f.  117.  .  .  Lonicera  alpl- 
gena>  Chamaecerafus ,  ad  Val.  Cord.  f.  a/3.  b.  .  . 
Solanum  Pfeudocapßcum  hört.  f.  282.  a.  .  .  Rha- 
ninus  infectorius  opp.  t.  19.  n.  167.  .  .  Swertia 
perennis  opp.  die  erfte  gemahlte  Tafel.  .  .  Gentia- 
na  bavarica  opp.  t.  22.  f.  84-  •  •  Gent,  afclepiadea. 
lign.  t.  9.  f.  80.  .  .    Gent,  punctata  t.  28.  f.  92.  .  . 


37 8  Viertes  Buch.    Zweyles  Kapitel., 

Cent,  purpurea  ib.  .  .    Gent,  eiliata  lign.  t.  9.  f.fl  1 . . . 
Gent.  Antatella  t.  2*,.  f.  ig3.  k.\  .    Gent,  pannonla 
t.  II.  f.  99.  .  .    Eryngium  alpinum,  mont.  fract.  .  . 
Ugufticurn  peloponnefenfe  ib.  .  .    Armeria  fcorzone- , 
raefoliu  Willd.  lign.  t.  7.  f.  55-  .  .    Statice  reäcula-' 

$a  1.  18.  f.  r/58. 

jTk/*><  Gesneriana  ad  Cord.  f.  21 3.  i559  bane 
fie  zuerft  in  Augsburg  geblüht.  .  .  AUlum  ro- 
feum  aen.  t.  2.  f.  19.  .  .  A.  defeendms  lign.  t.  1  1. 
f.  96.  ,  .  A.  tiigrum  ib.  f.  97.  .  .  A.  Moly  ib.  f.  <,8. 
.  .  Scilla  hyacinthuides  ib.  f.  93.  .  .  Ornitho^a- 
lum  arabicum  ib.  f.  y5.  .  .     Tofieldia  paluftris 

t.  17.  f.  i45.  3. 

Epilobium  anguftijßmum  ad  Cord.  f.  21 5.  b.  .  . 

Daphne  Tartonraira  lign.  t.  18.  f.  i54-  •  *  D.  villo- 
fa  t.  2  1.  f.  18^. 

Rhododendron  rrugine um  lign.  21.  f.  181.  .  • 
Saxifraga  autumnulis ,  Sedi  mirioris  genus,  floribus 
luteis  maculofis,  mont.  fract.  .  .  &z.r.  caefp'uofa  L. 
lign.  t.  17.  f.  147.  •  .  Dianthus  barbatus  %  Lychnis 
monaohorum,  hoft.  f.  266.  a.  .  .  Cucubalus  catho- 
licus  lign.  t.  18.  t  *56.  .  .  Gypfophila  rrpens  aen. 
t.-  11.  f>  93.  .  .  G.  muralis  ib.  f.  95.  .  .  G./aßigia- 
tu  t.  1 2.  f.  107.  .  .  Ceraßium  alpinum  t.  i  1 .  f.  96. .  . 
C.  vulgatum  ib.  F.  97.  .  .  Arenaria  verna  ib.  f.  98. . . 
Trianthema  pentundrum  lign.  t.  17«  f-  »5o.  «  . 
phorbia  Characias  ib.  f.  i52.  .  .  E.  Chainaefyce  ib* 
f.  i53.  .  .  E- verrueofa  aen.  t.  1 4-  f.  122.  •  •  E. 
ferrata  ib.  f.  123.  .  .  E.  fegeialis  t.  f.  i3i.  .  . 
E.Paralias  ib.  f.  i3a.  .  .  £.  amygdaloides  t.  i5.  f. 
112.  .  .  £.  fylvatica  ib.  f.  11 3.  .  .  E.dendroides 
t.  16.  f.  109.  .  .    Refeda  Phyteuma  aen.  t.  8.  f.  66. 

Grj/m  montanum  aen.  t.  2.  f.  21.  .  .     G.  reptans 
lign.  t.  16.  f.  137.  .  .      Dryas  octopetala  opp.  aen. 

0.  f.  22. 


► 


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Unterfockung  vaterländtfcntV  Mauze».  *7t. 

» 

Glauciüm  hybridum  Smith,  lign.  t.  16.  f. 
Gf.  Cluf.  2,  92.  .  .     Gapparis  qvata  t.  16*  f.  »44-  •  - 
Actaek  fpicatay  Chriftopboriana,  hört.  f.  253.  a.  .  . 
C iß us  linearis  Cav.  lab.  3.  aen.  f.  25.  .  .    Cifi.  hali- 
mi/olius  ib.  f.  26.  .  .      Cifi.  guctatus  ib.  f.  27.  . 
Cifi.  thymifolius 'lign.  t.  16.  f.  i43.  .  .    Cl/t.  albidus 
aen.  t.  2.  f.  22.  .  .    Thalicerum  feetidum  liga.  t.  17. 
f.  148.  .  .    Tä.  tuberofum  ad  Cord.  f.  98.  a.  * .  Th. 
ßavum  aen.  t.  9*  f.  79.  .  .      Anemone  baldenfis  et? 
apiifolia  lign.  t.  16.  f.  -i  58.  .  .    A.  palmata  ib.  f.  1 3g* 
•  •    Ranunculus  falcatus  ib.  f.  i56. 

Teuer iumScorodonia  lign.  t.  1*2.  f.  1 00.  aen.  1. 1  o» 
f.  85.  .  .  T.  Achaemenis  lign.  t.  12.  f.  107.  .  .  Sta* 
chys  hirta  aen.  t.  10.  f.  84-  •  •  Thymbra  fpicata 
lign.  1. 12.  f.  106.  melioT  quam  Barrel.  i23o.  .  .  iVe- 
peta  tuber ofa  ib.  f.  102.  .  .  Mentha  cervina.  Pu- 
le gi  um  angufrifolinm ,  ib.  f.  274.  a.  aen.  t.  10.  f. 
89.  .  .  Phlomis  Herba  venti  aen.  t.  io>  f.  83.  .  . 
Origanum  fyriacum  t.  12.  f.  io3.  .  .  Pedicularis 
foliofa  lign.  t.  9.  f.  77.  ...  P.  incarnata  Ib.  f.  78.  . 1  • 
Scrofularha  canina  et  lueida  aen.  t.  16.  f.  i44« 

Bunias  Erucago  lign»  i3.  t.  11 3.  *  .  Lepidium, 
per/oliatum  lign.  \3.  f.  110.  .  .  Dr«6a  aizoides  ib. 
f.  11 2.  .  .  Bifcutella  coronopi/olia  ib.  f.  11 4«  •  • 
Myagrum  rugofum  ib.  f.  11 5.  t.  14.  f«  *a5.  •  •  Af. 
per/oliatum  ib.  f.  124.  .  .  Coronopus  Ruellii  Smitb. 
ib.  f.  119.  .  .  Alyffum  maritimunt  ib.  f.  120.  .  . 
Sifymbrium  vimineum  aen.  t.  i3.  f.  m.  .  *  Cheir* 
anthus  ßnuätus  et  Utoreus  lign.  t.  i5.  f.  1 1 1. 

Geniftä  lufuuhica  lign.  t.  i4*  f.- IM«  »•  •  •  S< 
änglicä  ib.  f.  i»3.  .  .  Corydalis  capnoides  et  Fu* 
maria  J$?foua  aen.  t.  9.  f.  81.  .  .  Hippocrepis  muU 
tifiliqua  lign.  t.  14.  f.  i*6.  1. 1.  f.  3.  .  .  Or- 
nithopue  comprefflii  lign*  t.  i5»  £  i52.»  .  r  Aftra* 
galüs  humifnfus  W.  lign.  t.  i5.«  f.  *a7*  •  •  ^ 
denßfolhus  ib;     4*8.  .  <     4.  ib.  U  129.  .  . 


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*§o         r  VtartB  Buch.   Zweytes  Kapitel, 

4.  Erianthus  f.  Eriocephalus  Wtlld.,  Poieriotn  Rau- 
wolf.,  lign.  10.  f.  119.  aen.  1.  f..i.  .  .    17/cx  na- 
hmj  aen.  1.  f.  2.  .  .      Lathyrus  Aphaca  ib.  f.  5-  •  • 
Lath.  fetrfolius  tab.  2.  f.  11.  .  .      LafA.  angu latus 
t,  2.  f.        .  .     Heia  lutea  aen.  t.  1.  f.  4*  •  •  H** 
dyfarum  caronarium  ib.  f.  7.  .  .     Trigonella  poly* 
cerata  t.  2»  f.  10.  .  .    Lotus  peregrinus  lign.  t.  i5» 
£  i3o.  ,  .    L  rectus  ib.  f.  i33.  .  .    Z»  hirfutus  aen* 
t.  1.  f.  6.  .  .    Trifolium  ftellatum  t.  i5»  f.  i34«  •  • 
Tr.  tomentofum  ib.  f.  i35.  .  .     %Medicago  Murex  » 
lign.  21.  f.  i85.  .  .    M.  tornata  ib.  f.  i#6.  •  .  M.. 
Ittcini&ta  aen.  t.  1  •  1.  9. 

Lactuca  augujtana  lign.  t.  7,  f.  57-  •  •  «Scor- 
«o/iera  orientalis  ib.  f.  58.  .  .      Thriocia  hirta  ib. 
£  59.  .  •    Crepis  albida  ib.  f.  63.  .  .    Sonchus  dicho- 
tomus  Willd.  ib.  f.  56.  .  .    Hieracium  villofum  aen» 
t.  4'  £  52.  .  .     Scolymus  hifpanicus  t.  7.  f.  62.  .  . 
Onopordon  rotundifolium  ib.  f.  57.  .  .    0.  illyricum 
f,  6-1.  .  .      Cacalia  alpina  t.  8.  f.  70.  .  .  C. 
/ro/2J  ib.  f.  71.  .  .      Cnicus  tuberofus  lign.  t.  5. 
4o.  ;  .    Santolina  fquarrofa  Willd.  lign.  t.  6.  f.  49'  •  • 
Jrtemißa  aiiftriaca  ad  Gord.  f.  107.  b.  .  .    A.  glacia- 
Us  aen.  t.  5.  f.  28.  .  .    A.  vallefiaca  ib.  f.  35.  .  .  A* 
wiutellina  lign.  t.  6.  f.  47«  •  •    Onaphalium  luteo-aU 
hum  lign.  t.  8.  f*  68.  .  •    Xerantliemum  Orientale  ib. 
f.  72.  .  •    Tuffilago  discolor  t.  4*  f*  42.  .  •  Conyza 
rupeßris  ?  ib.  f.  44«  •  -      Erigeron  tuberofus  t.  8. 
f.  67.  .  .    E.  alpinus  t.  4.  £  45.  .  .    Inula  vifcofa 
Ait.  lign.  t.  8.  f.  66.  .  .    /.  britannica  aen.  t.  7;  f.  55* 
.  .     Arnica  Bellidiaftrvm  lign.  tv  8.  f.  64.  •  •  A 
q  facialis  aen.  t.  4*  f-  53.  •  •     Senecio  Roria  t.  8.  f« 
65»  •  •    Senecio  carniolicus  t.  5«    38.  .  *  Pyrcthrum 
maritimum  t.  5.  f.  39.  .  .    P.  corymbofitm  ad  Cord« 
f.  i4o.  a.  .  .    Achillea  tovientofa  aen.  vt.  4*  &  37*  »  • 
^.  no/ia  ib.  f.  58.  .  .    Zoegea  Leptaurea  aen».  t.  -y. 
63. . .    Ceaiaurea  Centaur'mm  ad  Cord»  /•  2tii.  b» .  • 


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C  Seabiofa  lign.  t.  5.  f.  41.  .  .      C.  fplendens  ib. 
f.  42,  .  .     C.  muricata  ib.  f.  43.  .  .     C.  IfcAe«  ib., 

*•  44.  '  ,  f 

Epipactis  rubra  aen.  t.  12.  f.  io5^  .  .    Neotti*  } 

repens  ib.  f.  io3.  . 

Zoftera  marina  lign.  t.  1.  f.  7.  .  .    Coix  LacrV 

ma  t.  2.  f.  i5.  .  .     Ceratophyllum  demerfum  t.  -2.  f. 

10.  .  .    C  fubmerfum  aen.  t.  16.  f.  r38.  .  .  Afy; 

Tiophyllum  verticillatum  ib.  f.  i4i.  .  .    ifrum  crzwi- 

/um  Ait.  lign.  t.  10.  f.  89.  .  .      Croion  iinctorius 

lign.  t.  4«  ^  3o. 

Pteris  cretica  lign.  t.  2.  f.  12.  .  .  Afpidium 

Halleri  aen.  t.  18.  f.  i55.  .  .    A.  fragile  ib.  f.  i3/. . . 

A/plenium  germanicum  ad  Cord.  f.  127.«. 


Der  Harz  zog  bald  die  Aufmerkfamkeit  der 
deutfchen  Botaniker  befonders  an  fich.  Er  ward  in 
diefem  Jabrbundert  von  einem  Arzt  in  Nordhaufen, 
Job.  Thal  (f  1587)  durchfucht.  Die  Entdeckungen 
und  Bemerkungen  diefes  würdigen  Pflanze nforfchers, 
der  keinen  andern  Lehrer,  als  Lorenz  Hiel%  Prof.  in 
Jena,  nennt,  wurden  unter  dem  Titel :  Sylva  Her» 
cynim,  Frcf.  i588.  4.,  bekannt,  da  fie  Joach.  Came- 
ra rius  herausgab.  Kein  anderes  Land  kann  Och  rüh- 
men, fchon  in  jenem  Jahrhundert  die  Flor  einer  be~ 
fcbränktanLandfchaft  befeffen  zu  haben,  als  Deutfch- 
land und  wenn  auch  in  Italien  ähnliche  Verfuche  ge- 
macht wurden,  fo  waren  fie  auf  keine  Weife  diefec 
gründlichen  und  faft  erfchöpfenden  Arbeit  gleich  zu 
ftellen.  Unter  der  Menge  der  hier  befchriebenen 
Pflanzen  zeichnen  wir  als  neu  oder  bis  dahin  wenig 
bekannt  folgende  aus: 

Veronica  triphyllßs  und  verna,  Dactyliobotanon 
coeruleo  flore,  maius  et  minus,  38.  3g.  .  .  Jffrio« 
phorum  alpinwn,  Gramen  iunceum  lanigeruns,  55. .  . 


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2H         •  Vitrtcs  Buch-   Zwfeytci  Kapitel. 

Scabiofa  Columbaria,  ochroleuca  und  aryenpi ,  108. 
109.  .  .  Potamogeton  perfoliatus ,  /LweXoxövJ^XXov, 
86.  .  •  Myosotis  palußris  ,  Echium  paluftre,  4<>*  •  • 
Campanula  thyrfbidea,  Cervicaria  tenuifolia,  32.  t.  4. 
.  .  Camp,  glomer ata  %  Rapunculus  fyJveftris  umbel- 
latus,  94*  t.  8:  f.  i.  .  •  Theßum  Linophyllum,  Li» 
naria  montana,  72.  .  .  Phyeeuma  hemijpkaericum, 
Räpuncülus  fylveftris  umbellatus,  94.  t.  8.  f.  3.  .  . 
Lithofpermum  purpureo  •  coeruleum,  L.  virgatum,  74. . . 
Cicuta  virofa,  C.aquatica,  33.  .  .  Caucalis  daucoU 
des,  Daucus  «x4V^R*?7ro?  minor,  38.  .  .  Laferpuium 
latifolium,  Libanotis  Theopbrafti,  71..  .  Sefeli  an* 
nuum,  Libanotis  v«p£ijKori&fc ,  71.  .  .  Myrrhis  hir- 
futa%  M.  bforcceubergenfis,  77.  .  .  Linum  cathani- 
cum,  \svok*fXO{9  72.  .  .  Iuncus  triglumis ,  Lych- 
nanthemus  tenuis,  60.  .  •      Rumex  crijpus ,  minor, 

102.  .  .  Ifaccinium  uliginofum,  Myrtus  tenuifolia» 
18.  .  .    V.Oxycoccos,  Oxycoccon  Cordi,  82. 

Trlentalis  europaea,  *\(nvdiv§'Siuov,  i5.  .  .  Gypfiy 
phila fafiigiata,  Syniphytum  petraeum,  1  1 3.  .  .  Sa- 
xifraga  tridactylites ,  Dactyliobotanon  niveo  flore, 
39.  .  .  Lychnls  Vifcaria,  i^oKauXo?,  59.  .  .  »W<?#i* 
Otites  Smith.,  K^Äupo$#Xov ,  68.  .  .  Euphorbia  Cy- 
parifßas  mit  dem  Aecidium  auf  den  Blattern ,  1 26.  .  . 
Euplu  amygdaloides  127.  .  .  Rubus  fax a Ulis  102. 
.  .    Ranuticulus  aconwfvlius  101. 

Galeopfis  Ladanum,    Sideriti  1.,    congener  11. , 

103.  .  .  Lamium  amplexicaule ,  Marrubium  ^^uäi- 
ir«Tfc?,  76.  .  .    Scutellaria  galerlculata ,  Sideritis  nr., 

104.  .  .  Mclampyrum  fyhaticum  79.  .  .  Euphra* 
fia  lutea,  Ericoides  luteum ,  5g.  .  .  Euphr.  Odönti* 
tes,  Eric,  purpureum,  4o.  .  .  Draba  Verna,  Pilo- 
fella  filiquata,  84.  t.  7.  f.  E.  .  .  Lu  naria  rediviva 
74*  •  .  Arabis  Thaliana,  Pilofella  filiquata,  84*  t.  7. 
f.  D.  .  .  Turritis  glabra,  Braffica  fylveftris  longi- 
folia,  16.  .  .  6 er anium  lucidum,  faxatile  iyqotrxi- 
* 


1 


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UoferfiicfcüilgTAtierlänclirctiir'Jlanzcii.  iffj 

i 

tf€>.ov ,  "4-i-  •  •    üenifiä  jhlofa ,  minoris  fpecies,  5?). .  ^ ' 
Anfhyllis  Vulnefafia*   ArthetJca  Saxonum,    10,  .  .' 
Orobus  iuberofus  >  Aftragalus  fylvatit us,  7.  t.  1.  Bey* 
diefer  Gelegenheit  bemerke  ich,  dafs  die  Kaledonier, 
nach  Dio  Caffius  76,  \  i. ,  zur  Vertreibung  des  Jiun- 
gers  undDurftes,  die  Knollen  ?u  kauen  pflegten':  eja 
Gebrauch,  der  noch  bey' den  Bergfchotten  Statt  fin« 
det ,   die  das  Kraut  Karemyfe  nennen/  {Sibbald.  fiot. 
illüftr.  P.  I.  Hb.  1.  c.  17.  18.)    Örobus  verntts  80.  .  . 
Lathyrus  latifolius  74.  .  .     £.  pratenßs,  floribus  \u» 
teis,  74-  •  •     Aftragalus  microphyllus9  Cicer  fylye- 
ftre  minu$,  $7. 

Scarzonera  glaftifolia  f.  humilis  117.  ?Cr*- 
pi*  teclorurrii  ChondrilJae  alia  fpecies ,  22.  .  .  Hy-' 
pochoeris  glabra,  Chondrilla  altera,  22.  .  .  Hypo» 
choeris  maculata ,  Pilofella  maior  Gallorum ,  85.  .  . 
Apargia  hifpida,  Chondrilla  altera  Dodonaei ,  23.  .  . 
Hieracium  alpinurh  57.  .  .    Hier  actum  cymofumt  In- 
tybi  fpec,  5,  64.  •  .    Hieracium  fabäudum^  Iritybi 
fpec. ,  7,  65.  .  .      Hieracium  praemorfum9  Intybus 
«Cf wXXcK*uXb$ ,  9,  66.  .  .    Hieracium  murorum,  Int. 
nigrifolius  lanuginofus,  ii,  67.  .  .     Hieracium  pa-> 
ludofunty  Int.  uliginibus  familiaris,  i3,  67.  .  .  $on+ 
chus  alpinus,  Int.  7tXätJv£ vXko$ ,  62.  .  .  Chondrilla 
iunoea,  Int.  fpecies,  3,  64.  .  .    Prenanthes  purpurea% 
Lact,  fylv.  i£it$Q<ivs[Ao$>  j5.  .  .    Serratula  tinctoria* 
Centauroides ,   26.  .  .     Senecio  paludofus\  CQnyzi1 
aquatica  maxima,  2*. .  .  .    Senecio  farracenicuS,  Con- 
folida  farracenica,  27.  .  .    Conyza  ßjuarrofa ,  maior 
montana,  20.  .  .    Centaurea  montana%  Cyanus  in-" 
tegrifolius,  29.  .  .    Centaurea  phrygia,  Cyanus  xu- 
vc7Xwcr<ro(puXXö$.  .  .     Centaurea  paniculata,  Cyanus* 
fylveftris  tenuifoliuS.  .  .      Orchis  bifolia>  Candida, 
82.  .  ;     Epip actis  pdllens,  Alifma  npßafai&epw* 
i3.  .  .     Cypripedium  Calceolus,  Alifma  Ko/Xiv^juov, 
i3.  .  .    Betula  pubefcens,  pumila ,  20.  .  .  ßmpe- 


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4*4  Viertes  Buek   Zwejte*  Kapitel«  . 

irum  mgrum,  Erica  baccifera,  4i.  .  .  Plananthus 
Selago  Palif. ,  Selago  tertia,  116.  .  ,  Afplenium 
4diantum  nigrum,  Adiantum  pulcerrimum ,  5. 


Jak.  Theodor  von  Bergzabern  im  Elfafs,  der. 
fleh  Taberna emontanus  nannte ,  gehört  ebenfalls  zu 
«lie(en  deutfchen  Vätern  der  Botanik«    Er,  ein  Scha- 
ler des  Tragus ,  hatte  fo  viele  neue  Pflanzen  gefam- 
melt,  dafs  er  feines  Lehrers  Werk  fortzufetzen  fich 
vornahm.    Oer  Bifchof  von  Speyer,  de  (Ten  Leibarzt 
er  ward,  wollte  die  Koften  dazu  hergeben;  aber  da 
diefer  geftorben  und  Tabernämontanus  inzwifchen  an 
den  Hof  des  Pfalzgrafen  Joh.  Cafimir  zu  Neuhaufen 
gekommen,  fo  ^ab  er  mit  dem  Buchdrucker  Nicoh 
Baffäus  in  Frankfurt  auf  gemeinfchaftliche  Kotten  zu* 
erft  den  erftenTheil  feines  Neuen  Kreuterbuchs  1 588 
heraus.    Er  ftarb  aber  i5<)o,  ehe  es  vollendet  war, 
und  Nie.  Braun  fetzte  es  i5<)2  fort.    Eine  neue  Aus- 
gabe beforgte  G.  Bauhin  zu  Frankfurt  16 13;  die  neue- 
fte  Ausgabe  ift  von  Hieron.  Bauhin  zu  Bafel  170t. 
Es  enthält  beyläufig  58oo  Arten,  worunter  2480  ab- 
gebildet find.      Sehr  viele  hatte  er  felbft  entdeckt; 
andere  von  feinen  Zeitgenoffen  Clufius,  Lobeliug. 
nnd  Andern  erhalten.    Nach  der  Sitte  feiner  Zeit  ift 
er  am  umftändlichften  in  der  Nomenclatnr  aller  Spra- 
chen und  in  der  Angabe  der  medicinifchen  Kräfte. 

Was  er  Neues  oder  Eigentümliches  hat,  folgt 
hier  in  fyftematifchem  Verzeichnifs,  wobey  die  letzte  . 
Ausgabe  von  1731  citirt  ift: 

Ftronica  Anagaliis,  Berula  feaior,  1094.  •  • 
lf.  hederaefolia ,  Alfine  hederacea,  1088.  .  .  F.  ar- 
venfu,  Alf.  foi.  veronicae,  1089.  .  .  V.  agreftis, 
Alf.  fol.  triffaginis,  daf.  .  •  Salvia  hifpanica,  Scla- 
«a,  764. 

»    '  «  «  * 

t 


■ 

• 


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ttaterfuchuäf  tatert  Südlicher  PJant««^       3$  5 

Valeriana  dioica,  Phu  minus,  455.  .  .  Iris 
pattida,  dilute  coerulea,  io36.  .  .^Scirpus  Taber- 
naemontani Gmel.  fl.  bad. ,  Iuncus  fylvaticus,  566..  j 
Phalaris  arundinacea  $  iGtfam  en  arundinaceum  maius, 
525.  •  •  Panicüm  verticillatwh  ,  Gramen  genicula» 
tnmTtt.,  5i6.  .  .  Andropogon  Ifchaemum  534.  .  , 
Stipa  vaplllata,  A*&\ops  iv. ,  545.  .  .  folycnemum 
arvenfe,  Camforatau«,  5j. 

Dipfacus  lacihiatus  >  11.,  1071.  •  *  Afperula  tin+ 
ctoria ,  Gallium  albutn  m.,  433.  .  •  1  Galium  luct* 
dum  Allion . ,  MoJiugo  montana  n. ,  484.  .  .  0.  pa- 
lußre ;  O. album  11. ,  433.  -  > 

Cönvolvulus  lineatus ,  Scammbnemo  minu*  Plinft 
t.,  1^69*  •  •  Campanuta  patula ,  Rapuncuhis  fylve- 
ftris  minor,  794»  •  .  Chenopodium  murale,  n.,  812. . . 
Cnidium  pyrenaeum  Spr.,  Sefeleo*  thäffilienfis  icon  ve» 
rior,  3d4. . Unumänftriacum ,  fjfreftre  ni.,  *io?. 
.  » *  L.  tenuifulium  Jacqu. ,  iv*  ,  daf. 

Iuncus  fylvaticus,  Gramen  iunceum  i«,  535-  • 
Bptiobium  pubefcens  Hofm.,  LyfimachiaY.,  1237.  .  . 
Isp.  rofeum  Schreb.,  m.,  daf.  .  .    Bp*  hirjutum,  tt.% 
daf.  .  .    £p.  tetragonum ,  n.1,  1  a38.  •  .    Up.  pa  lu- 
ßre y  vnv,  daf.  .  •    Polygonum  aüvttiare,  n.,  1216. 

Dianthus  pinlfoUut  Smith.»  Cafyophvllus  nitt#- 
tanus  albus,  668.  f.  i3.  .  .  Scieräntkus  annuu*  untt 
perennis*  Pölygonum  rr.,  v.,  1217.  .  •  Stellaria  ull- 
ginofa,  Alfine  fontana,  1089.  .  .  Ceraßium  aqua* 
ticum,  Alfine  palrifai*,  llaf. 

Nigelia  fegetalis  MB. ,  Melanthinm  Yi. ,  1 82. .  V* 
Rammculus  polyanthemos  9  R,  fylveftris,  107. 

Erodium  pimpinellifolium ,  Geranium  anrenfe  Hf;, 
n3.  .  .     Geranium  radicacum  MB. ,  TU. ,  124. 
AUhaea  ficifolia,  Malva  rofea  fimplex,  1 149. 

Spärtiummultijhrum,  GenJfta  alba,  i5*g.  .  . 
Wcia  dametarum,  Cracca  maior,  8$«,  '  1 


- 


* 


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%,v  —Viertes  Buch.    Zwey,tt$  Kapitel. 

v  •  .*  Hiera  dum  foludqfum,  ]  VlU. ,  49,3,  ;  im/- 
summ  %.  Pulmonaria  gaiiica  roas  v  5o4»  .  H.Jylva- 

iicum,  P.gali.  tenuifolia,  5p5.  VergJ.  Smitb  in  Trans- 
it, ofLinn.  focwty,  vol.f9op.  a39.  .  ,  Cr^isDio- 
Jsoridis,  Hieracium  u,  491.         C.  ^nst  ir?  cfa f.  * . 

C.  nempufeafat,  vr„  49 a-  •  *  Helianthus  indicus,  Co- 
sr,oi*a  folis  f.,  .1 1 47.  .  .    H.  muhiflorus,  Corona  foiis 

,r,;>  Unbedeutend,  ift  feine  .Schrift  des  Bifchofs  von 
.Pomefanien  in  p/tpreufse«,,  Joh.  Wigand,  worin  er 
die  preufsifchen  Pflanzen  aufzählt.  Sie  heifst:  Vera 
biftoria  de  fuccino  pruffico  et  de  herbis  in  Borul Im 
nafeentibus.  Jen.  t590.  8.  IV^a  fcno>t  hier  die  alten 
Namen  auf  nordifche  Pflanzen  angewandt.  Indefs  be- 
fchreibt  er  doch  faft  zuerft  folgende:  Stratiotes  aloi ■ 
jdes  ,  Melampyrum  criftatum,  Ca^lJa  paluftri*,  GJaux 
■lariUma,  QlaojoJus  communis  und  einige  «ädere v  f 

*  -      •)  •  •  •  \ 

1  «  ....   1 

»•«  »  1 1        *  '  '    '  ^ "  k" 

Vtrdlenfte  der  Italiener» 

-V     •  .  .  .  .":    '  \  .  •       ;;no  v  \     .  , 

Näcbft  denkDeutfchen  erwarben  Geh  die  Italie- 
»er  die  gröfsten.  Verdienste  um  die  Auffuchung  und 
Beftimmung  <Jer.  yaterländifchen  Schätze. 
.  *.     Gering  und  nicht  fehr  acht  ungs  würdig  war  der 
Anfang,  den  jlie.  Minoriten -JVlönche  Bartholomäus 
Vrbeveeanus  und  Angelus  Pa//a  tiirvenatien(i.s  machten, 
Jndem  fie  einen  Commentar  über  Meine  i&i3  Venet. 
fol.  herausgaben»    Sie,  hatten,  wirklich  auf  dem^£jpeij- 
nin  Pflanzen  gelammelt,  jJw  fie  folgen  faft  do/chge- 
jiends  in  ihren  Beftimmungei?  dem  Leonh.  Fuchs,  pn<jf, 
wo  fie  von  ihm  abweichen»  machen  fie  Fehler.  Meum 
atbamanticum  halten  fie  für  das  ächte  Meum  der  Al- 
ten :  die  Würz*  Jvon  Cyperu&  odpratus  für  Qa^ng«; 
Äe  verwechfeln  Carum  mit  Carota,   Colchicum  mit 


« 


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Unter  fuchung  jaterlJudifch er  Pflanzen.       ;  087 

Hermoclactylus ,  Matricaria  mit  Artemifia,  und  zogen 
lieh  dadurch  den  verdienten  Tadel  des  Matthiolus  zu. 

Mehr  Nutzen  ftiftete  Anton  Mufa  Brafavola,  ein 
Edelmann  aus  Venedig,  der  Leonicenus  und  Manar- 
dus  gehört  hatte  ,  und  in  Dienften  des  trefflichen  Al- 
fons von  Efte  zu  Ferrara  ftand,  mit  dem  er  Reifen 
durch  Illyrien  und  Aber  den  Apennin  nach  Frankreich 
gemacht  hatte.    Auf  feinen  Vorfchlag  legte  der  Her- 
zog auf  einer  Infel  im  Po  einen  botanifchen  Garten 
an,  und  fchickte  alljährlich  nach  dem  pflanzenreichen 
Kandia,  um  feltene  Gewächfe  von  dort  einzuführen. 
Dem  Brafavola  fchenkte  der  Herzog  ein  Landgut,  wo 
ebenfalls  ein  botanifcber  Garten  eingerichtet  wurde. 
Bey  einer  aufserordentlichen  praktifchen  Thäti^keit, 
indem  er  jährlich  an  i5oo  Kranke  zu  beforgen  hatte 
(Amac.  Lußtan.  in  Diofcor.  3o7.),  erfparte  er  immer 
noch  fo  viel  Zeit,  dafs  er  botanifche  Wanderungen 
vornehmen  und  die  Werke  der  Alten  ftudiren  konnte. 
Er  fammehe  das  reichfte  Herbarium  feiner  Zeit,  und 
ftarb  i555. 

Sein:  Examen  omnium fimplicium  medicamento- 
rwm,  Lugd.  i537.  8.,  Sft  ein  treffliches  Werk,  worin 
der  Text  des  Diofkorides  und  die  Ueberfetzung  ver- 
beffert,  auch  die  franzönfchen,  italienifchen  und  deut- 
lichen Namen  der  Pflanzen  beygebracht  werden.  Sehr 

.richtig  bemerkt  er,  dafs  im  Diofkorides  und  Plinius 
nicht  der  hundertfte  Theil  der  Pflanzen  vorkomme, 
die  wirklich  vorhanden  feyo.  Daher  führt  er  fchon 
mehrere  neue  auf  und  berichtigt  die  Meinungen  fei- 
ner Vorgänger  Ober  die  Pflanzen  der  Alten.    So  fand 

-er  das  wahre  avSpco-axe?  in  Iftrien,  und  zeigte  es  dem 

-Amatus  (in  Diofc.  376.).    So  fah  er  die  wahre 
(Th.  Afclepium)  auf  dem  Apennin,  die  Mandragora 
auf  dem  Gargano :  den  Con volvulus Imperati  befchrieb 

tmr  als  Braftica  marina,  und  zeigte,  dafs  Centaurea 
Rhapontica  febr  weit  vom  Rha  ponticurn  unter  fchie« 


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igt         -VlÄfte»  »neb.  Zw«rytM  Kapital. 

iten  fey.  Er  bemerkte  fchon ,  dafs  der  Coftus  der 
'  Alten  den  Neuern  ganz  unbekannt  fey  (p.  »58.).  Dia 
Valeriana  Phu  konnte  er  doch  nicht  recht  von  V.  of- 

•  «cinalis  unterfcheiden.  Den  Acorus  des  Diofk.  hielt 
erför  dieOalanga  der  Araber:  das  wahre  Xwtm  glaub* 

»  te  er  irrig  auf  den  Bergen  bey  Bologna  gefunden  zu 

«haben. 

Obgleich  Lucas  Ghlni  kein»  fchriftliche  Denk- 
«  iniler  hinterlegen ,  fo  wirkte  er  doch  durch  Beyfpiel 

<  und  mündlichen  Vortrag  febr  wohlthätig  auf  die  Aus- 
breitung deil  tfkndtnifs  vaterländifcher  Pflanzen.  Er 
war  aus  Imola*  gebartig,  wa*d  Prof.  in  Padua,  dann 
in  Bologna 'und  endlich  in  Pifa,  wo  er  i556  ftarb. 
In  Padua  und  Pifa  gründete  er  botanifebe  Gärten,  und 

'  theüte  feine  reiche  Sammlungen  mit  der  rühmlich- 
ften  Freygebigkeit  dem  Mattbiolos  mit. 

Sein  Schaler,  Bartholom.  Maranta,  aus  Venu- 

.  fia  in  Apulien  ,  durchwanderte  die  reichen  Gegenden 
feines  Vaterlandes,  und  hielt  fich  fpa'terbin  in  Neapel 
auf.  Wir  haben  von  ihm  ein  treffliches  Werk:  Afe- 
tlwdus  cognofeendorum  fimplicium ,  Venet.  l55<).  4*» 
worin  die  Regeln  bey  Unterfuchung  der  Pflanzen,  die 
in  den  Alten  vorkommen ,  angegeben ,  und  mit  glei- 
chem Scharf  finn  und  Gelehr famkeit  Erläuterungen 
derfelben  beygebracht  werden.    Er  kannte  den  wah- 

:  ren  Cytifus  der  Alten,  p.  36. ,  hatte  die  Verbenaca  in 
Apulien,  p.  173.,  die  Thymelaefa  bey  Gagta,  p,  175., 
die  Piftolocbia,  p.  23.,  und  Ammi,  p.  27.,gefehn.  Vom 
Afphodelus  komme  im  Diofk.  nur  Eine  Art  vor:  er 

\  hatte  auf  dem  Gargano  drey  Arten ,  zehn  Arten  Ra- 

<  xrankel,  elf  Geranien  -  und  zwanzig  Klee  «Arten  ge- 
»  fehn.    So  fey  klar,  dafs  es  unendlich  viel  mehr  Pflan- 
zen gebe,  als  im  Diofk.  vorkommen.    Selbft  nicht 
alle,  die  Theophraft  anführe,  habe  Diofk.  gekannt. 

1  Viele  habe  er  auch  befchrieben ,  da  fie  noch  nicht 
vollkommen  ausgewachsen  gewefen  :  daher  feine  Be- 


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,  .        .  .  •  * 

Uriterfuchung  vaterländifcher  Pflanzen. 

fchreibungen  nicht  auf  die  erwachfenen  Pflanzen  paf- 
fe. So  -habe  der  Dictamnus  in  Kreta  allerdings  Blü- 
then,  die  ihm  von  Diofk.  abgeläugnet  werden.  Ue- 
berall  nimmt  Maranta  auf  Verderbtheit  des  Textes 
Rückficht,  und  fucht  diefen  zu  verbeffern.  Man 
mufs  geftehn,  dafs  wenig  Schriften  des  fechzehnten 
Jahrhunderts  fo  viel  Geift,  ScharfGnn  und  Sachkennt- 
nifs  zeiget. ,  als  diefe. 

Aber  noch  übertreffen  ward  Maranta  von  einem 
Börner,  Ludwig  Anguillara,  der  eine  Zeit  lang  Ghi- 
ni*s  Nachfolger  in  Padua  war,  dann  in  Ferrara  lebte 
und  1570  ftarb.  An  Gelehrfamkeit  kam  ihm  keiner 
feiner  Zeitgenoffen  gleich;  denn  er  hatte,  bis  auf  dia 
Handfchriften  vom  Kratevas  und  der  Geoponici ,  al- 
les gelefen,  was  die  Pflanzenkunde  der  Alten  betrifft, 
und  die  Codices  von  Theophraft,  Diofkorides  und 
Plinius  verglichen.  Aber  auch  die  Natur  felbft  kann- , 
te  er  beffer,  als  die  meiften  feiner  Zeitverwandten; 
Ganz  Italien  hatte  er  durchreifet,  felbft  Korfika  und 
Sardinien.  In  Ulvrien  und  Sclavonien,  in  Macedo* 
jiien  ünd  auf  den  griechifchen  InfeJn,  befonders  auf 
Kreta,  hatte  er  lange  gelebt,  und  von  einem  Rhizo- 
tomen  auf  der  letztern  Infel,  Robert  Conftantini,  viel 
gelernt. 

Wir  haberi  eine  kleine,  aber  gehaltreiche  Schrift 
Von  ihm,  unter  dem  Titel:  femplici  delV  eccell.  Mi 
Luigi  Anguillard,  mandati  in  luce  da  Giov.  Marinello. 
Vineg.  i56i.  Ohne  Ordnung  werden  hier  in  14  pa- 
reri ,  öder  Gutachten  ,  die  Pflanzen  der  Alten  aus  der 
Natur  erklärt,  ünd  viele  neue  Entdeckungen  beyge- 
bracht.  Valeriana  tuberofa  unter  andern  p.  23.  24* 
als  Nardö  möntanä,  wobey  der  Text  des  Diofk.  ver- 
beffert  wird.  (S.  oben  S.  137.)  Das  £<rotpcv  fey  einer- 
lei mit  der  j8«jtx«f'$;  denn  diefelbe  Beschreibung 
werde  wiederholt :  Woraus  klar  hervorgeht,  dafs 
Änguill.  einen  andern  Diofk»  als  wir  vor  fich  gehabt. 
Geich,  d.  Botanik,   1.  B-  1 9 


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I 

I 


Viertes  Buch.   Zweytet  Kapitel 

Dabey  wird  p.  27.  aus  einem  Bruchftück  des  Krate« 
vas  gezeigt  ,  dafs  jene  Befchreibung  des  ic^w  aus 
diefem  entlehnt  fey.     M«X*j3«Vv  und  (fvUav  feyo 
verfchieden :  dies  fey  Piper  Beile,  p.  3o.    Das  £1**1*0* 
fey  Ciffus  vitiginea,  p.34.  Coftus  fey  mit  Zedoaria  ei- 
nerley.     Das  lignum  rhodium  komme  von  Genifta 
canarienfis,  wie,  ihn  Conftant.  Rbodiota,  Apotheker 
in  Kandia,  gelehrt  habe,  p.  36.    Iuniperus  Oxyce- 
drus  wird  p.  46. ,  Rhamnus  infectorius  p.  54- ,  Atri- 
plexHalimus  p.57.  befchrieben.  Es  wachfe  am  Stran- 
de des  adriatifchen  Meers  eine  ähnliche  Pflanze,  wel- 
ches vermutlich  Atriplex  veneta  Willd.  ift.  Was 
tfuaW»*  fey,  wiffe  er  nicht,  p.  59-     Der  kutt^ 
fcheint  ihm  der  conaftrello  der  Italiener  zu  feyn,  p. 
60.    Spartium  fpinofum  fand  er  (p.  62.)  in  Korlika, 
und  hält  es  für  die  zweyte  «x«Jtw  des  Diofk.  lmTbeo- 
phraft,  hift.  4,  1 1-,  wo  vom  i\w*yvo<;  die  Rede  ift,  und 
die  Blätter  mit  Apfelblättern  verglichen  werden, 
fcblägt  er  ftatt  ^jjXia?,  ju*X/«?  vor,  und  vergleicht  alfo 
die  Blätter  mit  Efchenblättern.    Die  Frucht  des  kou- 
auo^epov  Theophr.  (f.  oben  S.  84.)  hatte  er  zuerft  ge- 
fehn,  p.  70.     Cbamaerops  humilis  befchreib,t  er  als 
cefagiioni,  p.  71.    Dafs  der  des  Theophr.  und 

des  Diofk.  verfchieden  feyn ,  fah  er  wohl  ein ,  p.  74. 
Pyrus  Aria  p.  81.  Sambucus  racemofa  p.  82.  Spar« 
tium  iunceum  p.  84.  Dies  wird  für  den  Cytifus  der 
Alten  genommen  :  er  hatte  es  von  Hermodor.  Liftar- 
chus  aus  Scio  bekommen.  Das  Siler  der  Römer  hält 
er  p.  86.  für  Salix  caprea.  Dafs  ifcßiyxn  Theo- 
phraft  und  Diofk.  verfchieden  feyn,  bemerkt  er  p.89. 
fehr  richtig.  Aber,  wenn  er  den  pnfyaryop**  des 
Theophr.  für  Atropa  Belladonna,  die  ä^htou  vrotQuhq 
des  Galen  für  Vaccinium  Vitis  idaea  und  das  Secacul 
der  Araber  für  Echinophora  fpinofa  nimmt:  fo  irrt 
er  eben  fo  fehr,  als  wenn  er  die  X<0«v«t/V  des  Theo- 
phraft  für  den  gemeinen  Liebftöckel  hält,  da  lie 


•1 


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Unterfuchung  vaterländifcher  Pflamsen.  491 

Athamaota  panacifolia  ift,  und  den  Kopxooo«  mit'*»«- 
ymXkiq  zufammeDwirft.  Was  Chryfocoma  und  Aco- 
nitum der  Alten  feyn  ,  gefteht  er  nicht  zu  wiffen. 

Daucus  Gingidium  wird  p.  106.  gut  befchriebeii 
und  durch  ein  Fragment  des  Kratevas  erläutert.  Die 
xov&f fckj  des  Diofk.  wird  für  Lacttica  perennis  (Cac- 
cialepre  der  Italiener)  genommen,  p.  >og,  Rumex 
aquaticus  nennen  einige  Mönchsrhabarber,  weilTze- 
tzes  in  feinen  Scholien  zum  Hefiodus  zuerft  das  Aaura- 
mit  $ov  verbunden.    AnguiJlara  kennt  noch  ei- 
nen  andern  Rumex  mit  runden  Blättern  ,  welches  R. 
alpmus  ift,  p.  in.    Afparagus  amarus  Decand.  fah 
er  in  Sclavonien  häufig  p.  n3.:  die  wahre  Scilla  auf 
Cefalonien,  p.  1 19.     Vom  ßubon  macedonicus  um- 
ftändliche  Nachricht  ,  p.  122*    Kratevas  fchon  nenn« 
das  9r«rp**iA./Vdv,  xovhpivTöv.    Das  kann  nicht  feynt 
fondern  ift  wahrfcheinlich  ein  Zufatz  der  Abfchrei- 
ber  im  Mittelalter.  (Vergl.  oben  S.  ig*,)  *  Caebfya 
Morifoni  (Finocchio  falvatico  p.  124.)  gut  befchrie- 
ben.    Ueber  die  Colocafia  p.  1  27.  gegen  Ghini:  die 
Wurzel  von  Arum  werde  in  Sclavonien  gegeflen.  Bu- 
nicum  copticum  beschreibt  er  p.  i3o,  aJs  wahres  appu 
Ueber  den  vKcXvpös  des  Theophr.  und  Diofk.  p.  i35.t 
die  er  für  einerley  hält»  Acarna  cancellata  wird  p.  1 36. 
gut  befchrieben;   fo  auch  Acarna  gummifera,  i£ivjj 
Theophr.,  p.  137.    Von  Carthamus  corymbofus  und 
Sempervivum  arboreum  kommen  Holzfchnitte  p.  i4o. 
277.  von    Centaureä  Crocodilium  aus  dem  Kratevas 
erläutert,  p.  14 1.    Carduus  arvenfis  p.  141,,  siIsks*- 
v*£ö<  Theophr.  Dipfacus  pilofus  und  Echinops  Ritro 
p.  142.  Carduus  ieucographus  und  Spartium  Scorpius 
p.  145.  Euphorbia  fpinofa,  als  iVröCß««*,  p.  144.  Den 
*h(*»föt  des  Kratevas  hält  er  für  Ononis  fpinofa  p, 
i45.    Centaurea  benedicta  wachfe  fehr  reichlich  auf 
der  Infel  Lefina  bey  Dalmdtien,  p.  146.    Drypis  fpi* 
Hol«  wirdp.  147.  und  Artemißa  maritima  p.  i65.  gut 

19  * 


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292  Viertes  Buch.     Zweytes  Kapitel. 

* 

befchrieben.  Carthamus  lanatus  fey  «k«v$*  des  Kra- 
tevas  oder  drgxnruXi^  des  Diofk.,  p.  i49* 

Ein  Bupleurum,  das  er  auf  dem  Wege  von  Ve- 
rona nach  Brefoia  fand,  p.  169. ,   könnte  wohl  B» 
baldenfe  feyn.    Das  -9^»?7r/S/sv  des  Kratevas  p.  171. 
glaubte  er  in  Sclavonien  gefunden  zu  haben.    Wir  ha- 
ben oben  (S.  io5.)  bemerkt,  dafs  es  wahrfcheinlich 
Roccella  tinctoria  ift.    Die  Mithridatia  des  Kratevas 
(p.  174)  kam  ihm  bey  Friaul  vor:  Erythronium  Dens 
canis.     Die  herba  fardoa  meinte  er  in  Tofcana  an 
Marmorbrüchen  gefunden  zu  haben,  p.  178.,  und  be- 
schreibt fie  als  Ranunculus  hirfutus.    LuzuJa  maxima 
Decand.  ift  ihm  das  Combretum  Plin.  p.  179.  Glo- 
bularia  vulgaris  wird  als  Aphyilanthes  p.  186.  be- 
fchrieben.     Sehr  übel  berichtet  war  er,   wenn  er 
Rheum  ponticum  und  barbarum  für  eins  nahm,  p.  187. 
Aber  von  Salvia  pomifera  ( vf acxc^ojX/«  der  Neugrie- 
chen), von  Nepeta  Nepetella  und  Camforofma  mons- 
peliaca  (Chamaepeuce  p.  202  ),  fo  wie  von  Gnapha- 
lium  galJicum  (Impia  Plin.  p.  2o3.),  Alchemilla  alpina 
(Pentaphyllon  Xfuxov  p.  2o5.)  kommen  gute  Nachrich- 
ten vor.  Auf  dem  Apennin  und  in  Abruzzo  fand  er  eine 
Pflanze,  die  ich  für  Heracleurn  Panaces  halte;  Anguill. 
zweifelt,  dafs  fie  ir<xvuxt$  fystKkeicv  fey,  p.  209.  Hordeuin 
murinum  (Olco  Plin.  p.  2 1  o.),  Ferula  nodiflora  (Panace 
di  Afclepio  ebendaf.),  Tenoriafruticofa  (Sefeli  ethiopi- 
co  p.  212.),  Centaurea  nigra  (flyofiiis  Plin.  p.  216.), 
Cnidium  Silaus  (Silao  Plin.  p.  2  1  9.),  Saccharum  Raven- 
nne  (Tiffa  p.  229.)?  Cynanchum  nigrurn  (Circea  eben- 
daf.), Aiuga  Iva  (Anthillide  p.237.),  Salfola  Kali  (Kali 
p.  2:8.),  Sanguiforba  officinalis  (Siderite  feconda  p. 
cSy.)  werden  gut  befchrieben.    Die  Naturgefchichte 
des  Kermes  des  Mittelalters  wird  p.  261.  aufgeklärt. 
Unter  Doricnio  p.  270.  wird  eine  Pflanze  befchrieben, 
die  beyZara  und  auf  Lefina  wachfe;  es  ift  Dorycnium 
herbaceum  Vill.    Unter  Apocino  p.  274.  befchreibt 


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Unterfuchu*g  Yaterländifcber  Pflanzen.  393 

er  erft  Apocynum  venetum,  dann  Periploca  graeca 
und  Cynanchum  acutum.    Was  er  unter  Gaiiopfi  für 
eine  Pflanze  aus  Bosnien  p.  378.  befohreibt,  und  ob 
der  phuco  con  föglie  fimili  aJ  finorchio  p,  279.  nicht 
Buppia  maritima  ift,  wage  ich  nicht  zu  beftimmeq. 
Die  wahre  Salvia  Aethiopis  fand  er,  p.  281.,  in  Scla- 
vonien  und  Abruzzo.  .  Unter  Epipactide  p.  282.  wird 
Herniaria  glabra,  unter  Loto  faJvatico  p.  283.  Pfo- 
ralea  palaeftjna,  unter  Cacalia  p.  286.  Conyza  Candi- 
da, unter Poligala  p-29o.  Polygala  flavefcens*  Decandv 
unter  Titimalo  petreo  p.  294.  Euphorbia  dendroides 
b^fchrieben. 

Je  wichtiger  und  zahlreicher  die  Bereicherungen, 
find,  die  die  Pflanzenkunde  durch  diefe  $chrift  er- 
hielt, defto  mehr  ift  zu  verwundern,  dafs  man  fie 
bisher  fo  wenig  benutzt  hat,  woran  aber  zum  Theil 
die  Seltenheit  derfelben  Schuld  ift.  Mein  Exemplar 
habe  ich  als  Gefr-henk  meines  Freundes  und  Colle- 
gen,  Dr.  Ciro  PoJlini  in  Verona,  aus  der  Biblio- 
thek des  Grafen  Rizzo-Patarolo  in  Venedig, 

 ■ —  ■  ■  ■  ■  —  — 

* 

Gleichzeitig  mit  Anguillara  arheitete  der  be- 
rühmte Peter  Andreas  Mattioli  an  Erklärung  des  Dio- 
Xkorides  und  Bereicherung  der  Pflanzenkunde.  In 
Siena  ipoo  geboren,  lebte  er  Anfangs  in  Rom,  ging 
alsdann  nach  derLombardey  und  dem  Oeftreichfchen, 
war  i555  —  1 565  Leibarzt  am  kaiferJichen  Hofe  in 
Prag,  dann  in  Wien,  und  ftarb  zu  Trident  x577« 
Ein  fehr  arbeitfamer,  gelehrter,  fcharffinniger  Bota- 
niker, der  felbft  viel  entdeckt  und  durch  feine  Ver« 
bindungen  mit  dem  öftreichfchen  Gefandten  in  Kon- 
ftantinopel  ßusbeq  und  deffen  Arzt  Quakel^een,  mit 
Lucas  Ghini,  Franz  Calceolari ,  Cortufi,  Aldrovandi, 
Conr.  Gesner  und  den  meiften  übrigen  Botanikern 
feiner  Zeit,  eine  grofse  Menge  Pflanzen  kennen  ge- 
lernt hatte.  Uqa  den  Diofkprides  zu  erklären,  nahm 
er,  wie  Anguillara ,  zu  Handfchriften  feine  Zuflucht, 


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^94  Viertes  Buch.    Z  wertes  Kapitel. 


von  denen  Busbeq  eine  im  Morgenlancfe  erkaoft  und 
nach  Wien  gebracht  hatte.  Er  errieth  mit  feltener 
Spürkraft  die  Pflanzen  der  Alten,  war  aber  dabey  ein 
To  ehrgeiziger,  felbftfüchtiger  Mann ,  dafs  fogar  der 
milde*  menfchenfreundliche  C.  Gesner  über  ihn  zu 
klagen  Urfach  fand. 

Seine  Commentarien  aber  den*  Diofkorides  er- 
schienen zuerft  italienifch  i544*>  Vened.  fol. ,  dann 
vollftändiger  i554-  Eine  der  berühmteften  Ausga- 
ben ift  die  Valgrififche,  mit  kleinen  Figuren,  Vener. 
i5ßo.  fol.  Die  grofsen  Figuren  erfchienen  zuerft  in 
der  böhmifchen  Ausgabe,  die  unter  dem  Titel:  Her» 
harz  ginak  Bylinar.  Leiha  Panic.  i562.  fol.  heraus- 
kam. Ich  befitze  fie  als  Gefchenk  meines  verdorbe- 
nen Freundes,  des  altern  Mikan  in  Prag.  Diefelben 
grofsen Figuren  hat  man  in  den  fpätern  Ausgaben  wie- 
derholt, von  denen  ich  die  von  C.  Bauhin»  Baßl.  1674» 
fol.,  als  die  vollftandigfte  anführe. 

Die  Abbildungen  find  die  fchönften  Holzfchnitte, 
die  man  bis  dabin  gekannt:  fie  find  mit  mufterhafter 
Treue  und  feltener  Zierlichkeit  ausgeführt.  Einige 
erdichtete,  als  Auricula  muris  470.,  Rheum  barba- 
rum  478.,  Sideritis  in.  und  |V,  712.,  nehme  ich  aus. 
Mattioli  klagt  darüber,  dafs  der  Künftler  in  Venedig 
die  Zeichnungen  verloren  und  fie  dann  durch  Einbil- 
dungskraft erfetzt  habe.  (Matth,  ep.  p.  169.) 

Die  Pflanzen,  welche  er  zuerft  entweder  ent- 
deckt oder  beffer  befchrieben  als  feine  Vorgänger» 
find  folgende : 

Phillyrea  latifolia%  media,  und  angußifolia  i55. .. 
Sahia  Honninum  64o.  .  .  Lycopus  eurupaeus  71 l«, 
Sideritis  1.  .  .  Crypfis  aculeata,  Gramen  aculeatum, 
709.  .  .  Syringa  vulgaris ,  Lilac,  854«  Busbeq 
hatte  die  Zeichnung  gefcbrckt.  .  .  Piper  Betle  42. .  • 
Valeriana  cehica  33.  Saliunca  wird  als  verfchieden 
erklärt.  .  .    Valeriana  dioica  39.,  Phu  minimum. .  . 


> 

1 


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* 


Unterfrichung  Taterl äncKf eher  Pflanzen.  395 

llex  Aquifollum  \47-*  Paliurus.  .  .  Elaeagnus  an* 
guftifulia  174.  .  .  PlantagoWulfenii  fl.  hal.  n.  54., 
Coronopus  f.  Serpentina,  383.  .  .  Hypecoum  pro* 
cumbens,  Cuminum  fylveftre  u» ,  556.  .  .  Epime* 
dium  alpinum  700.  .  .    Globularia  Alypum  880. 

Ofiofma  echioides,  Anchufa  Iii.,  p.  704.  •  .  ty* 
copfis  pulla ,  Buglolfum  alterum  flore  nigro,  826. . . 

h/lufa  paradifiaca  189.  •  .  Cordia  Sebejiena  218.  .  . 
C  Myxa9  Perfea,  237.  .  .  Convolvulus  Soldanella 
et  Imp^rati  568.  .  .  Gentiana  Pneumona  nthe  48 1 . . . 
Campanüla  Medium  699.  .  •  C.  perficifolia ,  Pbyteu-~ 
ma,  827.  .  .  Salfola  Tragus  .  .  Hydscyamus 
Scopolia%  Solanum  iomniferum,  755.  .  .  Atropa 
Belladonna  j56.  .  .  Coris  monspelienfis,  Synlphytum 
petraeum,  682.  Verbafcum  pulverulen tum,  Verb, 
u.,  800.  .  .  Verb*  finuatum  801.  .  .  Hottoniapa* 
lufiris,  MyriophyJJum  alterum,  812.  .  .  Cortufä 
Matthioli  698.  .  .  Primula  Auricula  685.  .  .  Lj- 
pmachia  Ephemer  um  780.  .  .  Chenopodium  glaueum, 
Atriplex  fylv.  11.,  362.  .  .  Cynanchum  erectum,  Apo- 
cynumi.,  774.  .  .  Periploca  graeca9  Apocynum  u.t 
ib.  .  .  Salfola  Soda>  Kali  raaius  coohleato  femine, 
364«  •  •  Paßinaca  Opopanax ,  Pfeudocoftus,  54*  P*> 
nax  Heracleum,  544*  •  •  Echinophora  fpinofa  38 1... 
Athamanta  Matthioli,  Meum,  24.  .  .  Meum  Mu- 
tellina Gärtn.,  Meum  alpinum,  25.  .  .  Scandix  aw- 
ßralis,  Sc.  italica,  4o3.  .  .  Toriiis  nodofa  Gärtn. 
4o4-  •  •  T.  Helvetica  Gmel.  fl.  bad.,  Gauealis,  298. 
cd.  Valgrif.  .  .  Eryngium  maritimum  5o5.  . .  Tha- 
pfia  Afilepium ,  Panax  Afclepium,  545.  .  .  Th.foe* 
tida  85 1.  .  .  Loferpitium  peucedanoides  $  Ligufti- 
cum  1.,  547*  •  •  L*  Libanotis  Lam»,  Sefeli  aethio- 
picum,  55o.  .  .  Tenoria  frutieofa  Spr.,  Sef.  aethio- 
picum  n.,  55 1.  •  .  Ligu/ticum  peloponnefenfe,  Sef. 
peloponnef.,  55 1.  .  .  Lagoecia  cuminoides,  Cumi- 
num fylveftre,  556.  .  .     Sefeli  Ammoides9  Ammi, 


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I 

?96  Viertes  Buch.   Zweytes  Kapitel,  .  ? 

558.  .  •  Bubon  macedonicus  y  Petrofelinum  mace- 
don.,  563.  .  .  Smyrnium  perfoliatum ,  Smyrniuni 
creticum,  566.  Aber  man  wird  in  den  verfchiede- 
nen  Ausgaben  zwey  abweichende  Arten  unterfchei- 
den:  nämlich  Sm.  creticum  ed.  Valgrif.  i565.  p.  774«j 
die  auch  Dalechamp  p.  707.  wiederholt,  itt  eine  ganz 
andere  als  Sm.  creticum  Matth,  ed.  germ.  Camer.  p.  268. 
Die  letztere  nenne  ich  Sm.  Dodonaei ,  da  diefer  fie 
zuerft  hat.  .  .  Cahiys  Libanotis,  Libanotis  i.,  575f 
Ferula  communis  5j8.  .  .  Oenanthe.  pimpinelloides, 
Oenanthe  n. ,  627.  .  .  Oen.  crocata^  Oenanthe  in.f 
628.  .  .  Oen.  ßßulofa,  IV. ,  ib.  .  .  Dondia  Epipa- 
ctis  Spr. ,  Epipactis,  806.  .  .  ■*  Viburnum  0pulus9 
Samb.  aquatica ,  874*  .  .  Linum  maritimum  334-  •  • 
hin,  tenuifolium  ib.  .  .    Statice  Limonium  696. 

Oryza  fativa  346.  .  .  Hyacinthus  Mufcari,  Bul- 
bus VQtnitorius,  452.  .  .  Pancratium  illyricum^ 
Narciffus  \u. ,  conftant. ,  819.  .  .  Ailium  Victoriaiis* 
anguinum,  422,  .  .  All.  Jubhirfutum ,  Moly,  544«»* 
Iuncus  bufonius,  Holoftium,  687.  .  .  Leontice  Le- 
oneopetalum  596.  .  .  Anthericum  Liliaftrum,  Pha- 
Iangium,  607. 

Aefculus  Hippocafianum  ward  dem  Mattioli  zu- 
erft durch  Ouakelbeen  i5$7  bekannt.  {Matth,  epift, 
lib.  3.  p.  101.)  .  .  Epilobium  anguftifolium ,  Cha- 
maedaphne  ,  842.  ..  Daphne  Cneorum  46.  .  .  Ani)~ 
ris  Opobalfamum  54-  .  .  Euphorbia  Characias,  myr- 
ßnites  und  Paralias  864.  .  .  Euphorbia  Apios  876.  .  • 
Styrax  qfficinale  89.  .  .  Diospyros  Lotus  211.  .  . 
Melia  Azedarach,  Pfeudo  -  Sycomorus ,  232.  .  .  Lc- 
dum  paluftre,  Rosmarinum  fylveftre,  576.  .  .  Ana" 
gyris  foetida  665.  .  .  Silene  Saxifraga  694.  .  •  Se- 
dum  dafyphyllum,  Sempervivum  minus  femina,  785... 
S.  Cepaea  666.  .  .  Sempervivum  arboreum  786.  .  . 
Cotyledon  ferrata  787.  .  .  Saxifraga  Cotyledon  788. 
>  .    Saponaria  Ocimoides,  Cneorum  Theophrafti  872. 


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Untertaching  vaterJändifc^er  Pflanzen.  ^07 

.  .  feeanum  Harmala  542  >  von  Quakelbeen  ue* 
TchicKt.  .  •  Prunus  lufitanica  197.  .  .  Pr.  Chajvaer 
cerafus  i.9'8.'  .  *  Eugenia  caryöphyllea  435. ,  von 
Calceolari  gefchiclu.  .  .  Cifius  viUofus,  mas,  1 58.  .  . 
'Ciß.  faloifolius ,  femina ,  ib.  .  .  Cifi.  Ledon9  Ler 
dura,  160.  . Ranuncuhis  hirfiitus,  Ran.  u.,  4.')«% 
...  Äa«.  Gouaniy  Aconitum  V.,  765.  .  .  Ran» 
Thora,  Pfeudo  -  Aconitum  ,  766.  .  .  Anemone  nar- 
ciJJißora%  Han.  IV. ,  4^8.  .  .  Trollius  europaeus^ 
Ran.  vi.,  45q.  .  .  Clematis  Flammula  680.  .  .  4co- 
niium  pyrenaicum,  Aconit,  iv. ,  764.  .  .  Ac.  volu- 
büey  Aconit,  vii.,  765.  .  .  '  Ac.  Anthora,  Aconit,  ix., 
769.  .  .  Ac.  Napeltus,  Napellus,  768.  Mit  dem- 
selben ftellte  er  Verfuche  an  Verbrechern  an,  die 
zum  Tode  verurtheilt  waren. 

Origanum  heracleoticum  und  Onitis  522,  .  „ 
Thymus  Tragoriganum  020.  .  .  1  Moluccella  laevis, 
Me]iffa  cönftantinop. ,  602.  .  .  Di\acocephalum  Molj 
davica,  Melifia  moldavica,  6o3.  .  .  Teva  ium  mon* 
tanum,  Polium  alterum,  612.  .  .  X.  capitatum^ 
Polium  I. ,  612.  .  Phlomis  fruticofa^  Verbafcuai 
iv.,  800.  .  .  Satureia  iuliana,  Saxifraga  1.,  693. 
$.  moneana,  Saxifr.  11.,  693.  .  .  S.  capitata,  Thy» 
in  um  i.,  53 1.  .  .  Sideritis  fyriaca,  Stachys  ii>  60&.. . 
Orofxanclie  elatior  4°9*  •  •  Digitalis  Thapß,  Bac» 
charis,  538.,  von  Lacuna  gefchickt.  .  .  Lathraea 
Squamariciy  Dentaria  rnaior,  685.  .  Linaria  Ela* 
tine  71  0. 

Cochlearia  Draba,  Arabis  f.  Draba ,  53o.  .  , 
Iberis  umbellata ,  ThJafpiiV. ,  428.  •  .  Thlafpi  fit* 
xatile^  Thlafpi  in. ,  427*  •  •  Sifymbrium  polycerq- 
ton,  Irio  altera,  43i.  .  .  Sif.  ßrktifßmumt  Draoa 
lutea,  43o.  .  .  Dentaria  pentaphylla  684.  .  .  Ge* 
ranium  tuber oj "um ,  Geran.i. ,  621.  .  .  G.  rotundi* 
fol'mmy  Geran.  11.,  621...    G.  reßexum,  Geran.  V., 


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»  *  '  *  *    *  i 

398  Viertes  Buch*    Zweytes  Kapitel« 

623.  ,  .  Erodium  malacoides*  Geran.  VU ,  624.  .  • 
Spartium  fpinnfum,  Acacia  altera ,  172.  .  .  Aftra- 
gnlus  Cicer>  Cicer  fylveftre,  335.  .  .  Qlycyrrhiza 
echinata  48b*.  •  •  Aftragalus  Poterium  4g5. ,  von 
Busheq  gefebickt.  .  .  Pforalea  bituminofay  Trifo- 
lium afpbaltites,  608.  .  .  Coronilla  Securidaca  641- 
.  .  Trigonella  polycerata,  Securidaca  minor,  641. 
.  .  Hippocrepis  uaifiliquofa,  Sferra  cavalJo,  648:.. 
Medicago  arborea,  Cytifus,  810.  Von  Barthol.  Ma- 
ranta  gefchickt.  .  .  Galega  officinalis  836.  .  .  Or- 
nithopus  fcorpioides  895.  .  .  Hypericum  Androfae- 
mum  6*fc8.  .  .    Hypericum  Coris  669. 

Zdcyneha  verruc  fa  389.  .  .    Apargia  tuberofa, 
Cichorium  conftantinop.»  388.  .  .    Lactuca  quercina 

4oo.  .  .    Scorzonera  glafiifolia  >  •  Scorzone- 

ta  hifpanica  ep.  5,  210.  .  .  Carthamus  lanatus, 
Atractylis,  $93.  .  .  Santolina  maritima*  Gnapha- 
lium,  625.  .  .  Serratula  alpina,  Cirfuim,  817.  .  . 
Cacalia  alpin a  823.  .  .  Gnaphalium  Leontopodium 
8  ? 8.  .  .  Inula  crlthmifolia  382.  .  .  Inula  vifcofa 
f.  Pulicaria,  Conyza  major,  629.  .  .  Inula  odora% 
Conyza  minor,  629.  .  .  TuJJilago  alpina,  Afarfna, 
370.  .  .  Xeranthemum  annuum*  Ptarmica  altera, 
4  +l  ■  •  •  Carthamus  corymbofu St  Chamaeleon  niger 
Marantae ,  49».  .  .  Artemifia  Sautonica*  AbGnth. 
Seriphium,  Sil.  .  .  Artemifia  coerulefcens  f  Ab- 
finth.  marin  um  509.  .  .  Artemifia  pontica9  Am- 
brofia  11.,  619..  .  Chrysanthemum  italicum  9  Heli- 
fcbryfum,  753.  .  .  Doronicum  plnntagineum*  Alifma, 
666.  .  .  D,  fcorpioides*  Aconitum  Pardalianches, 
762.  .  .  D.  auftriacum,  alterum ,  ib.  .  .  D.  Par- 
dalianches 763.  .  .  Achillea  aegyptiaca9  Abfinihium 
feriplitum  aegyptiacum,  5ii.  .  .  Buphthalmum  fpi- 
nofum  ,  After  atticus  alter,  818. 

Orchis  coriophora,  Teft.  Y. ,  63 6.  .  .  0. 


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Unterfucjtung  vaterländifcher  Pflanzen.  '399 

gra9  Palma  Obrffti  minor,  637.  .  .     Ophrys?  an- 
tkropopkora,  Tcft.  v.,  mai.  fig.  636. 

Ar  um  italicum  448.  •  •  Ar  um  probofcideum 
Arum,  ib.  .  .  Ar  um  Art far  um  45o.  .  .  Arum  te- 
nuifoliuM)  Arifarum  a  herum,  ib.  .  .  Pinus  Mughas, 
Ccmbra ,  halepenßs  und  maritima  98.  .  .  Quercus 
Pfeudofuber  181.  .  .  Pifiacia  Terebinthus  108.  .  . 
Fu niper us  phoenicea  und  lycia  12-24  .  .  Acacia  vera 
17  t.  .  .  Myrißica  Nux  mofchata  224.  .  .  Hydro* 
charis  Morfus  ranae,  Nymphaea  parva,  644»  •  •  Smfr 
lax  Sarfaparila  838. 

Märßiea  quadrifolia,  Lens  palufrris  altera,  783., 
von  Cortufi  erhalten.  .  .  Afpidium  Lonchitis ,  Lon- 
chitis afpera  maior,  661.  •  .  Acroßichum  Marantae% 
Lonchitis  Marantae,  ep.  p.  168.  Lucas  Ghini  hatte 
es  gefchickt  und  Mattioli  verwechfelt  es  mit  Afpi- 
dium Lonchitis.  (Murant.  meth.  p.  21.) 

Unter  den  herrlichen  Gebirgen  Italiens  zog  der 
Baldo  fehr  früh  die  Aufmerkfamkeit  der  Botaniker  in 
Verona  und  Padua  an.  Dies  Gebirge,  6860  Fufs  Ober 
der  Meeresfläche,'  nördlich  von  Verona,  öftlich  vom 
Garda  See,  befteht  gröfstentheils  aus  Flötzkalk,  und 
ift  unglaublich  reich  an  Gewächfen  aller  Art. 

Der  erfte  Botaniker,  der  den  Monte  Baldo  durch- 
föchte, war  ein  Apotheker  in  Verona,  Franz  Calceo* 
lari,  rfefTen  Gefährte  Aldrovandi  war.  Die  Reife 
wurde  i554  unternommen,  und  der  Vf.  gab  zuerft 
die  Befchreibung  unter  dem  Titel :  iter  Baldi  montis, 
Venet.  \5y  1.,  heraus.  Dann  aber  gab  Job.  Bapt.  Oli- 
vl  Nachricht  davon  in  einer  Schrift:  de  reconditis  et 
praecipuis  collectaneis  a  Franc.  Galceolario  adferva- 
tis,  i584*  Franz  Seguier  liefs  in  feinen  plantis  vero- 
nenfibus ,  vol.  2.  p.  445  f.,  jene  Schrift  des  Calceolari 
wieder  abdrucken*  Die  Pflanzen  werden  blofs  ge- 
sannt, und  es  ift  fchwer,  manche  herauszubringen. 
Doch  fallen  folgende  auf:  /. 


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I  < 

ggp  Viertes  Buch.    Zweytes  Kapitel.1 

Valeriana  cehica  und  montana*  .  .  Planta go 
Wulfenii,  Coroaopus  ferpentinus  Matth.  .  .  Hype" 
coum  prorumbens»  »  .  Campanula  faxatilis* .  .  Atha- 
manta  crft^rtfis ,  Daucus.  .  .  Laferpitium  Libanotis, 
Se'eJi  jfttiiofn.  nm.  .  .  Ligufticum  peloponnefenfe.  .  . 
T^ordyltum  nffianale ,  Seleli  creticum.  »  •  Sejinum 
rablcnfe  ipt.  ,  •  Thapfia  garganica.  .  .  Erythro* 
ntttm  Dans  vunis^  MithriJatica,  .  .  Saxiftaga  ad' 
ß  'ndevs  Vöhl.  .  .  Refeda  Phyteuma.  .  .  Prunus 
Sfptunuocnujus.  .  .  itfri/tfi  An  für  um,  .  .  Anemone 
baldmjis.  .  .  Arnica  Jcorpioides.  .  .  A  cordatq 
\V<ilff.,  Pfeu  jp  -  Doronicum.  •  ,  Empetrum  nigrumf 
Acacalis.  \   ...  .  ,    .  . 

„v    Ein  anderer  Apotheker  in  Verona , -Job.  Powa, 
feani?  f u  verfchiedenen  Mahlen  den  Baldo,  und  zwar 

in  (releilfchaft  mehrerer  Liebhaber  der  Botanik,  un- 

•  >'.»•-  * 

ter  arulorn  Joh.  Jnngermann's ,  durchreifet,  auch  zu- 
gjejqh  dm  fchonen  Gewächshäufer  befucht,  welche 
^äQr  Nich  fola-zu  Pontini' angelegt  hatte.  Er  fandte 
zuerit  eine  Nachricht  von  den  auf  diefer  Reife  ge- 
dachten Entdeckungen  an  CluGus:  dann  kam  unter 
$ejn  Titel:  Plantae ,  fcu  ßmpiicia,  quae  in  Baldo 
monte  reperiuntur ,  Bafii.  1608.  4«>  eine  vollftändige 
Befchreibung,  nebft  in  Holz  gefebnittenen  Abbildun- 
gen der  Pflanzen  heraiis,  die  auch  italienifch  unter 
dem  Titel:  Monte  Baldo  deferitto  per  Franc.  Pona% 
Vene'.  1  h Ii  7.  4-  erfchien.  Hier  kommen  folgende 
neue  Pflanzen  vor: 

Veronha  faxatilis  p.  74.  der  Jat.  Ausgabe.  .  . 
Wulffenia  Buonarota  Smith.,  Veronica  petraea  fem> 
pervirens,  p.  72.  .  .  Campanula  petraea  %  Trache- 
lium  maius  petraeum ,  p.  62.  .  .  Phyteuma  comu- 
fumx  Tracheiium  minus  petraeum,  p.  70.  .  .  Bit* 
pl»urum  g  ramin  i/o!  iuniy  Sedum  petraeum  bupleuri 
folio,  p.  111.  .  .  Saxifraga  Ponae  Sternb.,  S.  alba 
petraea,  p.  76.  •  .    Cherleria  Jedoides ,  Qcimoide$ 

■ 


* 


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■ 

St  m 

Unterfuchung  vaterländifcher'  Pflanien.  jo'i 

r 

mufcofum,  p.  89.  .  .  Arenaria  buvarina  .  Saxifra^a 
bavarica ,  p.  60.  .  .  Geum  montanum  ,  Caryon'nl- 
Jata  ,  p.  91.  .  .  Cifcus  guttatus,  p.  8.  .  .  Atra- 
gene  alpitta,  Clematis  crucia»*  p.  h8.  .  .  Ranun- 
cuhis  rutaefolius,  R.  alpinus  cor)  mdri  folio,  p.  87. . . 
Bartßa  alpina,  Clinopodium  alpinum,  p.  95.  .  . 
Alyfjum  rupeftre  Willd. ,  Thla^p»  petraeum  myagro- 
des,  p.  7^.  .  .  Geranium  argenteum,  pt  91.  .  .  • 
Trifolium  alpinum  p.  84.  .  .  Artemißa  Mutellina, 
Abtinthimn  alpinum  11.  .  .  Senecio  incanus ,  Ao- 
finth.  alp.  in.  .  .  Serratula  Rhapontica  Spr. ,  Cen-~ 
taureum  maius,  p.  65.  .  .  Afpidium  alpinum,  Filix 
faxatilis  crifpa,  p.  101. 

Auch  in  Neapel  lebte  ein  trefflicher  Pflanz^n- 
forfcher  als  Apotheker,  Ferrante  Imperati,  der  man- 
che feltene  Pflanzen,  befonders  Meei  eewärhfe ,  fei- 
nen Freunden  Columna  und  Clufius  rnittheilte,  auch 
fie  felbft  in  dem  Werlte  befchrieb,  welches  /nerfr  un- 
ter dem  TiteJ:  DelV  hißoria  naturale,  libri  28,  A\a- 
pol.  i599-foJ.,  dann  aurh  läteini'ch  ?u  Kölln  1695. 
4.,  erfclnen.  Hier  kommen  folgende  neue  Pflan- 
zen vor: 

Valeriana  itallca,  V.  bulbofa,  p.  8^9.  .  .  Cru- 
cianella  monspeliaca,  Rubia  fpirata,  p.  880.  .  .  Con* 
volvulus  Imperati,  marinus,  886.  .  .  .  Phyteuma 
pinnatunt,  Rapunculus  creticus ,  88/.  .  .  Thapfia 
garganica,  884.  .  Telephium  Imperati  87::.  .  . 
Gypfbphila  Struthium,  871.  .  .  Euphorbia  muuri- 
tanica,  Tithymalus  aphyllus,  876.  .  .  Argemone 
mexicana,  Papaver  fpinofum ,  87^.  .  .  Ranunculus 
illyricus  888.  .  .  Cichorium  fpinofum  88  .  .  .  Czr- 
fium  Acarna  885.  .  .  Parmelia  fuciformh ,  Fucua 
capillaris,  85o.  •  .  Roccella  tlnctoria,  Alga  fucus, 
85 1.  .  .  Fucus  barbatus ,  Abies  rnarina,  849.  .  . 
F.  natans,  Acinaria,  844«  •  •  F.  lumbricalis ,  Für- 
cellaria,  842.  .  .  F:  Plocamium,  Palmula  marina, 
844*  •  •    Ulva  ifUeßinalisy4Cway  858« 

» 

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joi  Viertes.  Buch,    Zweytet  Kapitel. 

Als  den  vorzüglich ften  Forfcher  einheimifcher 
Pflanzen ,  als  den  forgfältigften  Beobachter  der  ver- 
fchiedenen  Formen  des  Gewäcbsreiches,  ab  den  ver« 
ftandigften  Befolger  der  von  G.  Gesoer  zuerft  vorge- 
tragenen Grundfätze  Ober  die  Wichtigkeit  der  Früchte 
und  Saamen  müffen  wir  Fabius  Columna>  einen  Nea- 
politaner von  hoher  Geburt,  nennen.  Er  war  zu 
Neapel  1.567  geboren,  hatte  fich  der  Recbtswiffen- 
fchaft  gewidmet,  war  aber,  durch  die  FalJ facht ,  der 
er  von  Jugend  an  unterworfen  war,  bewogen,  um 
ein  Heilmittel  dagegen  aufzuziehen,  unter  dem  Lefen 
der  AI4  ^n,  auf  das  <ßou  des  Diofkorides  gekommen, 
und  giaubte  dies  in  dem  gewöhnlichen  Baldrian  zu 
finden.  Auch  ward  er  durch  den  Gebrauch  diefes 
Mittels  auf  eine  Zeit  lang  von  feinem  Uebel  befreyt. 
(phytobaf.  97.)  Doch  entftand  nachher  Aber  diefe 
Pflanze  zwifcheo  ihm  und  dem  Evangelifta  Quatrami 
ein  Streit  (ecphraf.  1,210.),  der  wenigftens  dazubey* 
trug,  dais  der  Jüngling  fich  mit  allem  Fleifs  dem  Stu- 
dium der  Pflanzen  ergab.  Er  war  25  Jahr  alt  und 
hatte  Neapel  noch  nicht  verladen,  als  er  fchon  feinen 
$vToß*<r*vo$  f.  plantarum  aliquot  biftoria,  Neapol. 
1.592.  4o  herausgab.  Diefe  erfte  Ausgabe  machte 
fich  bald  fo  feiten,  dafs  fchon  bey  Lebzeiten  des  Ver» 
faffers  in  Italien  kaum  ein  Exemplar  zu  finden  war. 
Janus  Plancut  beforgte  daher  zu  Mailand  1744«  4* 
eine  neue  Aasgabe.  Die  in  diefem  und  dem  folgen- 
den Werk  erläuterten  Pflanzen  find  von  Coiumna  felbft 
gezeichnet  und  in  Kupfer  geätzt;  man  bewundert  die 
Richtigkeit  der  Zeichnung  und  die  genaue  Angabe  der 
wefentlichen  Tbeile.  Die  Pflanzen  der  Alten  hat  er 
übrigens  nicht  immer  richtig  erklärt. 

Späterbin  ward  er  Statthalter  in  Calabrien  Und 
Stellvertreter  des  Duca  de  Zagarola ,  Marzio  Colon- 
na;  hier  hatte  er  Gelegenheit,  die  Natur  forgfaitiger 
zu  ftudiren  und  die  Pflanzen  feines  Vaterlandes  beffer 


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tWudmng  v.teriändifch«-  Pfl**en.  & 

kennen  zu  lernen.  Mit  grofsem  Eifer  fetzte  er  fein 
Studium  fort,  und  gab  die  Früchte  deffelben  in  der 
Ecphrafis  ftirpium  minus  cognitarum ,  Horn.  1616.  4» 
P.  I.  IL,  einem  klafGfchen  und  unentbehrlichen  vVer- 
ke,  heraus.  Zu  gleicher  Zeit  ward  er  zum  P<of.  in 
Neapel  ernannt,  wo  er  noch  feinen  ßechen  Körper 
bis  ums  Jahr  16 40  erhielt. 

In  beiden  trefflichen  Werken  find  folgende  Pflan- 
zen zuerft  genauer  beftimmt: 

C'ircaea  alpinay  minima^,  ecphr.  2,  80.  .  .  Ve- 
ronica  montana,  AJyffum  montanum,  ecphr.  i,  28^..  • 
Fedia  echinata ,  Valerianella,  ecphr.  1,  208.  .  .  F. 
coronata,  femjne  fcabiofae ,  daf.  209.  .  .  F.  dcntuta* 
altera,  daf.  , 

Scabiofa  palaeftinay  Phyteuma  maius,  phytob. 
t.  22. . .  Sc.  crenata  Cyrill.,  Phyteuma,  phytob.  t. 
Sherardia  erecta  Sibth.,  Afpernla,  ecphr.  1,  000.  .  • 
Ajperula  cynanchica,  Galium  T*Tj«(f  uXkov,  daf.  i,  297. 
.  .  Vodantia  hifpida,  Cruciata,  daf.  .  .  Plantugo 
Serratia*  pilofa  laciniata  apula,  ecphr.  1,  259. 

Lithofpermum  apulum%  Fchioides  lutea  minima, 
ecphr.  1,  i85.  .  .  Cynogloffum  apenninum^  Cvno- 
gloffa  montana  maxima,  daf.  170.  .  .  C.  fytvaticurn, 
C.  media  montana  rubro  flore,  daf.  175.  .  .  C.  pi~ 
ctum,  C.  altera  media,  daf.  178.  .  .  Primula  Pa- 
linuri  Petagn.,  Alifma,  phytob.  t.  5.  .  .  Pr.  Co- 
lumnae  Tenor. ,  Paralytica  rotundifolia  montana ,  ec- 
phr. l,  256.  .  .  Androface  Vitaliana,  Seilum  alpi. 
num  1.,  ecphr.  2,  65.  .  .  Andr.carneay  Sedum  alpi- 
num  u. ,  daf.  •  .  Campanula  graminifolia ,  Trache* 
lium  montanum,  phytob.  t.  34«  •  •  Phyteuma  orbi~ 
culare9  Rapuntium  corniculatum ,  ecphr.  1,  224* 
Gentiana  ciliata,  Gentianella  coerulea  fimbriata,  ec- 
phr. 1,  221. .  .  G.  utriculofa,  G.  altera  coerulea  cor- 
data,  daf.  .  .  Hj drocotyle  natans  Cyrill.,  Kanuneu« 
lus  rotundifolius  aquaticus,  ecphr.  1,  3 16.  .  .  Qdon- 


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jo4  Viertes 'Buch.    Z*veytes  Kapitel. 

T 

Utes  tenuijfima  Spr.,  Bupleurum  minimum,  ecpbr.  i9 
2i+7-  •  •  0.  luteola,  Perfoliatum  anguftifolium  mon- 
fanum,  daf.  .  .  Smyrnium  Diofcor'uUs  Spr.,  Hippo- 
felinum,  ecphr.  2,  21.  .  .  Echinophora  tenwfoIia> 
£aftinaca  echinophora ,  daf.  101.  .  .  Tragium  Co- 
lümnae  Spr.,  phytob.  t.  17.  .  .  Caucalis  latifolia^ 
Echinophora  iv.,  ecphr.  1,  97. . .  C.  platycarpos,  Echi- 
nophora 7rXaTüK«p7ro$,  daf.  94.  .  .  Daucus  muricatus, 
E.  ?ruxvoKflcpTO$ ,  daf.  .  .  Tordylium  apulum,  daf.  124. 
.  .    Thapfia  Afclepium%  Panax  Afclepium,  daf.  86. 

Ornithogalurti  villofum  MB„,  O.  bulbiferum  lu- 
teum minimum,  ecphr.  \ ,  520.  .  .  AUium  pallens% 
Gethyoides  fylveftre,  ecphr.  2,  7.  .  .  A.  Chamaemo~ 
Jy ,  daf.  1,  02.6.  .  .  Rumex  bucephalophorus ,  Aceto- 
fa,  ecphr.  1,  i5o.  .  .  Chlora  feljilifolia  Desv.,  Cen« 
taureum,  luteum  novum,  ecphr.  2,77. 

Scleranehus  polycarpos  L.,  Vermiculata  nova, 
ecphr.  1,  294.  Saxifraga  bryoides,  Sedum  alpi- 
jiüm  rv.,  ecphr.  2,  67.  .  .  S,  androfacea,  in.,  daf... 
S.  bulbifera  ecphr.  1,317.  .  .  Saponaria  bellidifo* 
IIa,  Globularia  lutea  montana,  ecphr.  1,  i53.  .  .  Ce* 
rafiium  repens  (ColumnaevTenor.),  Ocimoides  lychni- 
tis,  phytob.  t.  01.  .  .  Sedum  ftellatumt  Sempervi- 
vum  111. ,  phytob.  t.  1 1. 

Agrimonia  Agrimonoides,  ecphr.  1 ,  1 44«  •  •  Re~ 
feda  Phyteuma,  Erueago  apula,  daf.  269.  .  .  Euphor- 
bia epithymoides,  Tithy malus,  ecphr.  2,  5i.  .  .  E. 
Jylvacica,  lunato  flore,  ^laf.  5j.  .  .  Sempervivum 
arachnoideum ,  ecphr.  1,291. 

Ranunculus  chaerophyllus ,  montanus  leptophyl- 
lus,  ecphr.  i,5ti.  .  .  R.  parvulus,  minimus  apu- 
lus,  daf.  3i6. 

Teucrium  Pfeudhyfjopus ,  Hvffopus  apulus,  ec- 
phr. 1,67.  .  .  Sideritis  montana,  ecpbr.  1,  i  '.  . 
Scutellaria  Cotumnae,  Caffida,  ecphr.  1,  189...  Rhi* 
nanthus  Elephas,  dat.  1 88. . .  Rh.  Trixago,  daf.  1 97. .  * 


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Uoterfuchung  Taterländifcher  Pflanzen,  3^5 

Euphraßa  latifolia,  daf.  302.  . .  Totzia  alpin*,  Aug* 
Dyma  S.  Gregorii,  ecphr.  2,  5o. 

Lepidiumpetraeum*  CarHamine  pufilJa  faxatilij, 
•ecphr.  1.  1273.  .  .  Draba  muralis  daf.  272.  .  .  TAAt» 
yjw  perfoliatum  daf.  270*.  .  •  Thl.  faxatile,  IonthJa* 
fpi  montanum,  daf.  277.  .  .  Clypeola  Ionehlafpi, 
Jonthtafpi  minimum  fpicatum ,  daf.  284*  «  •  Bijvu* 
teUa  apula  (B.  Columnaa  Tenor.),  , Iondraba  apula 
alyffoides,  daf.  285.  •  .  B.  laevigata,  LeucoYum 
alyffoides,  daf.  .  .  Ä.  hifpida  DecAud.,  LeucoTuni 
montanum  flore  pedaro,  ecpur,  0,61*  Farfetia 
tieUoia>a,  Litoreo.-  leucoYum  fupinura,  ecphr.  1,  284. 

Sifymbrium  /rio>  ecphr.  1,  2b'5.  *  ^.jS.  Columnac, 
Bapiftrum  fylveftre,  daf.  268. 

Erodium  ciconium,  Oeraniutn.  apukim ,  ecphr. 
I,  i35.  •  .  Spartiurn  radiaium,  Sp.  Aequicolorum, 
daf.^0,4..*-  •  Ononis  Columnae,  daf.  3ojl;.  •  •  öro» 
bus  iw^i/s,  .  Aftragalus,  phylob* ,U  i4*  •  *  Hifipo* 
crepis  comofa,  Ferrum  eifiiinum  capHatum,  e^ephr.  |, 
3oi.  .  .  Ajtragalus  fefameus,  Vicia  fefamea  apula/ 
daf. 

Hypericum  hlrfutum^  AndroXaemum ,  ecphr«  i> 
74.  •  •    H  montanum,  daf. 

Geropogon  hirfutut ,  Tragftpegon,  ecphr.  t, 
23 1. .  .  Tragopogon  crocifolius,  daf.  23o.  . .  Soor' 
zonera  hirfuta ,  Tiagopo^on  apulum ,  .  .daf.  233.  •  • 
Ptenanthes  viminea ,  Ciiondrilla  vifrofa,  daf.  s4o« 
Pr.  Hiera  i/o  {ja  .  Hieracium  lf  ptomacrocaulon,  'daf. 
249.  .  .  Ihrinria  hirta  Roth.  ( Apargia  faxatiiis  Te- 
nor^ ,  Hieracium  moufanum  faxatile,  daf.  243. 
Hypochocris  minima*  Hieracium  minimum,  ecphr«  2, 
27.  .  .  Hieracium  cymofum ,  Pilöfelja  macrocaulof, 
ecphr.  1,  249.  .  „  H.  alpinum  W.  (pilifermn  Hopp.), 
Hier,  pumilum  ,  ecphr.  2,  00.  .  •  H*  aurantiacu*% 
H.  eermanicura ,  daf.  •  .  Crepis  corymbofa  Tenor«, 
Cichorium  fylveftre  alterum  ,  ecphr. ,  aotj. . .  ofjj. 
Geich,  d.  Botanik.  i.B,  2o 


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~%66  Vierte«  Bucn*    Zweytes  Kapitel* 

'fcariofa,  Cich." pratenfe  feßcarium,  daf.  237...  Tot 
pisbatbatay  Hieracium  calyce  barbato,  ccphr.  a,  27. 
.  .  Lapfana  fortida,  Hier.m.,  daf.  3i.  .  •  Carlina 
iunata,  Acanthoides,  ecphr.  1,27.  .  .  C.  corymbo* 
Jäy  Acarna  apula  um  bei  lata,  daf.  .  .  Cirfium  arven» 
/e,  Ceanothus  Theophraft.,  ecphr.  1,46.  .  .  Ar* 
temifia  coerulrfcrns  *  Abfinthium  latifolium,  ecphr.  2, 

'76  .  .  Carpofium  cernuum,  After,  ecphr.  i,252. .. 
Anthemis  montana  y  Abfinthium  montanum,  pbytob. 

;t.  53.  .  .  Doronlcum  Columnae  Tenor.,  Dor.  nigra 
radice,  ecphr.  2,  36.  .  .    Helianthus  tuberofus,  Flos 

•fölis  FarneGanuS,  ecphr.  2,  i3.  .  .     Centaurea  Cru- 

ipinoy  Senecio- Carduus ,  ecphr*  - 1 ,  34»  •  •  C*  cerar 
tophylla  Tenor.?,  Iacea  montana  tenuifolia,  daf.  35. 
.  .  C.  ctntauroldes,  Iacea  laevis  maxima,  daf.  .  ♦ 
C.  folfiUialis ,  Spina  folftitialis,  daf.  3i.  . 

Orchis  anthropophora  ecphr.  1,  32o.  .  .     0,  te* 

'phrosanthrs >  cercopithecophora,  daf*  .  ♦  Serapias 

Lingua,  O.  macrophylla,  daf.  322. 

-■..,...».  » 

».  • 

III. 


. . . 


Niederlander. 


•  *      Unter  öfrreichifehem  Zepter  blühten  Freyheit, 
'Handel  und  Rünfte  in  den  niederländifchen  Provinzen 
frölich  empor«    Sie  waren  unter  dem  Namen  des  hur* 
'jgundifchen  Kreifes  dem  <leutfchen  Reiche  einverleibt, 
♦und  doch  von  der  Gerichtsbarkeit  der  deutfchen 
Reichsgerichte  befreyt.    Es  Tollten  diefe  Lande  nach 
•Kaifer  Karls  V.  pragmatischer  Sanction  auf  ewig  un» 
-zertrennt  bleiben,  und  bürgerliche  Freyheit  genie* 
ifsen,  wiewohl  die  proteftantifclu-  Religion  unterdrückt 
wurde.     Unter  feinem  Nachfolger,  Philipp  II.,  da 
■  die  Freyheit  aufs  härtefte  beTchränkt  wurde,  erhoben 
<£ch  die  Niederländer,  onter  Anführung  der  herrli- 
chen Helden,  Egmpnt  und  Oranien,  und  errangen 


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Unterfuchung  vaterländifoher  Pflanzen.  joj 


io  blutigen  Kämpfen,  die  vierzig  Jahre  dauerten 
(i56^ — 1609),  endlich  ihre  Unabhängigkeit.  WaW 
read  diefer  Zeit  erhob  Geh  die  Seemaxht  der  Nieder«  , 
länder,  nnd  breitete  üoh  der  Handel  in  den  entlegen* 
ften  Läodern  . und  Meeren  dergeftalt  aus,  dafs  Ant«t 
werpen  und  bald  auch  /Vmlterdam  «das  wurden ,  was 
früher  Venedig  gewefen. 

In  diefen  Stapelplätzen  der  Wäaren  fremder 
Welttheile  konnte  die  Pflanzenkunde  um  fo  mehr  ge» 
deinen,  da  der  WohJftand  der  Niederländer  die  Aus* 
führung  koftbarer  Werke  geftattete.  Nicht  blofs  po- 
Jitifch  waren  bis  i555  die  Niederlande  mit  Deutfch» 
land  verbunden:  in  der  gründlichen  Bearbeitung  der 
Wiffenfchaften  zeigte  Geh  aueb  rühmliche  Verwandt« 
fchaft  des  Geiftes. 

Einer  der  älteften  und  vornehmften  Väter  deC 
Botanik  war  Remb.  Dodo^ms,  oder  Dodonäus,  i5\y 
zu  Jankema  in  Friesland  geboren,  ward  öftreichfehee 
Leibarzt,  und  dann  Prof.  in  Leiden,  wo  er  i58G 
ftarb.    Obgleich  mit  Ausübung  der  Arzneykunft  un- 
gemein befch  äfft  igt*  bereicherte  er  die  Pflanzenkennt« 
Ulfs  doch  mit  (ehr  vielen  neuen  Arten,  die.  er  forg* 
faltig  unterfuchte  und  befchrieb.     Er  gab  zuerft  in 
hol  ländlicher  Sprache  fein  Gruydeboek»  Antverp. 
l563.  fol«,  heraus.    Dies  ward  voif  Clufius  ins  Fran- 
zöGfche»   Anvers  1667,  und  aus  die  fem  von  Henr. 
Lyte  ins  Englifche,  Lond.  1678  und  1^19.  fol.,  her- 
ausgegeben.   Do^onäu^  felbft  vermehrte  darauf  dio 
früher  befebriebenen  Pflanzen  mit  denen,  die  Clufius, 
Lobelius  und  Andere  fpäter  entdeckt  hatten,  und 
gab  das  Ganze  unter  dem  Titel:   Stirpium  hiftoriae 
pemptades      Antv.  ».583.  fol.    Diefe  Ausgabe  ward 
.1616.  fol.  noch  etwas  vermehrt  abgedruckt.  Nach 
der  letztern  führe  ich  die  ihm  eigentümlichen  Pflan- 
zen auf:  ^ 


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jog       .    Viertes  Buch.   Zweytes  KapiteL  " 

Iafminum  fruticanSy  Trifolium  fruticang,  $70. 
Veronica  longifolia  et  maritima,  Pfeudoly6machium 
#  eoeruleum,  8b.  .  .  V \  fcrpyllifolia,  V.  pratenfis,  4*« 

Valeriana  rubra  36 1  • .  .  Crocus  nudißorus  Smith. 
214.  •  •  Iris  graminea ,  Chamaeiris,  ^4?-  •  •  4** 
gi/opx  triariftata  Willd.  53g.  .  .  Plantago  graminea 
Pourr.  108. 

Hctliotropium  fupinum  70.  .  .  Capßcum  longum 
716.  .  .  Campanula  Sptculwn ,  arvenfis  minima, 
168.  .  .  Ce/o/fa  coccinea,  Amarantus  purpureum 
i85.  .  .  Atriplex  portulaeoides ,  Portulaoa  marin«, 
771.  »  ♦  Cheno podium  Scoparia,  Ofyris,  101.  •  • 
Tordylium  Jyriacum,  Oingidium  1. ,  702.  .  .  T.  of- 
ßcinale  3t4»  .  .  Laferpklum  SUer,  .Siler  montanum, 
3 10.  .  .  Myrrhis  odorata  701.  .  .  Cnidium  Silaus 
Spr. ,  Siler  aiterum  pratenfe,  3io.  •  •  Thapfia  vil- 
lofa>  Sefeli  peloponnefenfe,  3i3.  .  .  Cynanchum 
acutum,  Periploej  prior,  4°8*  •  •  Hydrocotyie  vul- 
garis, Cotyledon  paJuftris,  i53.  .  .  Bupleurum  ri~ 
gidum,  B>  aJterum  latifolium,  633.  .  *  Bupleur.  bin» 
c*um  et  falcatum,  anguftifolium ,  ib.  .  .  Selinum 
Orpofelinum*  Veelgutta  >  f -96.  .  *  Ferula  Ferulago 
3.2t.  %  .  Luferpitium  Chironium,  Panaces  peregri- 
nuffl,  3oQ.  »  »  Cicuta  viro/ay  Sium  aiterum,  589.,  . 
Arthula  Arnmi,  Ammi  aiterum  parvum  ,  001. 

Aliium  Ampploprafum  690.  .  .  Fritillatia  Im» 
perialis  20?.  1576  Viennae  innotuit.  .  .  FritilL 
prrßca,  LiJium  perficum,  220.  .  *  FritilL  Meleagris 
255.  .  »  Tulipa  fyforfiris,  minor  narbonenfis,  23'2... 
Ornithogalum  narbonenft  222.  .  *  Ornith.  ftachyoir 
d<*s>  AfphodeJus  bulbofus  Galenl,  209.  %  •  Lanaria 
plumola>  Bulbus  eriophorus,  692.  .  »  Anlhericum 
ofßfragum^  Afphodelus  Jüteus  paluftris,  208.  *  • 
Hyacinthus  nön  feriptus  2  t  5.  216.  .  .  Hmerocallit 
ßava,  Lilüiui  non  bulhofum,  2o4»  »  *  Ilemeroc. 
fulva,  L.  obfoleto  colore  rubens,  ib.  .  ,  Rumex 


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üntftrfudbling  vateriändifcher  Pflanze».  309 

fcutatus,  Oxalis  rotundifolia,-  649«  •  •  Rum.  tobt* 
rofust  OxaJis  tuberofa,  649. 

Erica?  cinerea*  altera,  767.  .  •  Er.?  me- 
diterranea,  E.  tertia,  768. 

Rata  angußifulia  Perf.  119...  Chryfofplenium 
oppofuifolium ,  Saxifraga  aurea,  3 16.  .  .  Dianthus 
virgineus*  Armerius  flos  ui. ,  176..  .  Lychnis  chal- 
cedonica ,  Flos  conftantinopolitanus,  178.  .  *  Ce» 
rafiium  vifcofum,  Alfine  fpuria  iv. ,  3i.  . ,  Euphor* 
hia  officinarum  378. 

Capparis  ovata  746.  .  •  Glaucium  phoeniceum 
et  violaceum  Smith.  449.  .  .  Delphinium  elatum, 
Lycoctonum  florc  delpbinii,  44 l-  •  •  Anemone  tri* 
folia  436. 

Teucrütm  fupinum,  Pottum  tenuius,  ?83.  .  • 
Teuer,  gnaphalodes*  Pol.  reperis,  ib.  •  .  Leonurus 
Galeobdolon,  Urtica  iners  in.,  i53.t.  .  Phlomis 
Lychnitis,  Verbafcum  fylveftre,  i45.  •  .  Thymus 
Maßichina»  JVlarum  vulgare,  271.  .  .  Mentha  ro* 
tundifolia  96.  .  .  Pedicularis  fafeiculata ,  Filipendo- 
la  monta.ua,  56.  .  .  Linaria  purpurea  i83.  .  . 
Anarrhhum,  heUidifolium ,  Linaria  odorata ,  1 84-  •  • 
Acantlius  fpinofus,  A.  fylveftris,  719. 

Ibetis  uwhelltta,  Draba  f.  Ära  bis  aut  Thlafpi 
Candiae,  7i3.  .  .  Lunaria  cane/cens  Willd.,  Alyffum 
Diofcoridis,  89.  . .  I*  redhiva,  Viola  latifolia,  161, 
.  .    Dentaria  pinnata*  Viola  dentaria  altera,  162. 

, . Fe/raria  pavonia ,  Tigridis  flos,  693.  .  .  Hir 
hifeus  palußris  %  Althaea  hortenüs  f.  peregrina,  653. 

Ulex  europaeus,  Genifta  fpinofa,  769*  •  •  ^nm 
thyllis  lotoidesy  Coronopus  e  cod.  caef.,  109.  Pa-  .  r 
hidanus  hatte  fie  am  Libanon  gefunden.  .  .  Orobus 
Biger ,  Aftragaloides,  55 1.  .  .  Vicia  narbonenßs, 
Bona  fylveftr«,-  5 16.  .  .  Scorp'turus  fulcata ,  Scor- 
pioides  K,  71,  .  •  Jlftragalus  ariftatusy  Tragacan- 
iba,  75 1.^  ^    Trifolium  tubeutt  Lagopus  major 

> 


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gip  Viertes  Buch.   Zweites  Kapitel. 

578.  .  -  *  Tri  f.  agrarium  5^6.  .  .  Triponflla  cofni* 
culatdy  Trifolium  cornicolatum  11.,  575. 

Lactuca  prrennis,  CbondrilJa  prior,  637»  . 
Crepis?  teccorum,  Dentis  leonis  111. ,  fpec.  636.  •  ; 
Hypochoeris  radicata*  Hieracium  ni. ,  63g.  •  .  Cata* 
nancti*  corrulea,  ChondrilJa  in. ,  638.  .  .  Cirfium 
mqnsprjjulanum.,  Cirfion,  737.  .  .  C.  italicum  738. 
f.  2.  .  .      Onopordon  Acanthium  .  .  Cacalia 

-An Euphorbium  378.  .  .  Artemißa  vamforata,  Abro* 
tanum  o  ioratiim  humile.  22.  •  .  Areem.  maritima^ 
Abfinthium  feriphium,  20.  .  .  Gnaphalium  arven- 
fe,  Fila^o  minor,  66.  .  .  Senecio  vilcojus,  Erige- 
ron  maius,  641.  .  .  Aftrr  Tripolium  379.  .  .  Inu- 
Ja  t  rithmijolia ,  Oithrnum  Chrysanthemum,  706.  .  . 
Cfintaurea  nigrefcpns  W . ,  laeea  nigra,  124.  Vergl. 
J,  Baun.  3,  j8.  .  .  C/>nt.  murb  ata,  Cyanoides  flos, 
25».  ..  EcMnops  fpinofust  Carduus  fphaerocepha- 
lus  acutus ,  7  ^2. 

Or  hU  hircinay  Tra^orchi«,  237.  .  .  Cypripe* 
dium  Cyf'folus-    Cj!c»-o!u*  Marianus,  v8o. 

Thu'a  occideiftalisy  Arhor  vitae,  858.  .  •  Md- 
ntordica  Bal/amma,  Charantia,  670.  •  .  Cucumis 
ß*j'uofus    o>>!ongus,  6^2. 

S  fix  ßifca,  pumila  prior,  843.  .  .  Stratiotes 
ahidrs,  >e  tum  ^qnatiJe,  589.  .  Myrica  Gate, 
Chamaelpagnus  78«*». 

Afplm'tum  lancrolatum  Smith.,  Dryopteris  can* 
dHa,  4~i6.  .  .  Funus  nodofus*  ma ritimns  in.,  480., 
filiquojüsy  IV.,  jbM  /otpi/x,  u. ,  479» 

Matth.  Lobelius*  aus  Lille  (Ryffel)  in  Flandern 
gebürtig,  war  ein  ü*r  trpffJicher  Pflanzen forfcfaer. 
Er  hatte  Geh  durch  Reifen ,  befonders  im  füdJichen 
Frankreich  ,  wo  er  zu  Narbonne  fich  mit  Peter  Pen* 
zur  Herausgabe  f*in*»r  vVurkp  o-rband,  ferner  in  der 
Schweiz,  in  Italien  und  Deutle!) land  eine  fo  reiche 


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I 


Vnterfuchüng  vaterländifchtr  Pflanzen.  31t 

- 

Kenntnifs  erworben,  wie  Wenige  feiger  Zeit  gen  offen." 
Durch  Umgang  mit  den  erften  Botanikern  feiner  Zeit, 
und  durch  Studium  der  Alten  fucbte  er  feine  Kennt«»? 
nffs  noch  zu  vermehren.  Er  lebte  eine  Zeit  lang  aJa\ 
Arzt  zu  Antwerpen  und  Delft.  DurchTurners  Freuod-: 
fchaft  nach  England  gezogen ,  übernahm  er  die  Auf** 
ficht  Aber  den  königlichen  Garten  in  Hackney,  und- 
bekam  den  Titel  eines  königlichen  Bora  nie us.  Sö- 
tern er  zu  Highgate  bey  London  1616  im  78ften  Jahr; 
feines  Alters. 

Sein  e rft es  Werk  waren :  Stirpium  no-va  adver- 
faria,  Lond.  1570.  fol.  P,  II.  Lond.  i£o5.  fol.,  worin, 
nach  einer  gewiffen  natürlichen  Methode  neue  Pflan-. 
zen  aufgezählt,  in  kleinen  artigen  Kupferftichen  ab- 
gebildet, aber  etwas  fchwerfällig  befchrieben  wer* 
den.     Dann  folgte:   Plantarum  f.  ftirpium  hiftoria*. 
Antverp.  1676.  fol.,  worin  viele  Pflanzen -Befchrei-. 
bungen  aus  den  Adverfarien  wiederholt,  noch  mehr, 
erläutert,  und  andere  Abbildungen ,  oft  weit  rohere,* 
hinzugefügt  werden.    Endlich  wurden  diefe  Figuren,, 
nebft  allen  übrigen  aus  Dodonäus,  Matthiolus  n.  f.  f. 
nochmals  wiederholt  in:  leonibus  ftirpium,  Antverp«) 
1591.  4»>  worin  mehr  als  2000  Abbildungen  enth&Ut 
ten  lind. 

Das  Verzeichnifs  p'er  von  Lobelius  zuerft  bt* 
fchriebenen  Gewächfe  ift  folgendes: 

Lemna  trifuha,  Hederula  aquatica  ,  ic.  2T  36. t 
Svffrenia ßliformis  Bellard. ,  adv.  227.  ic.  4i6\  f.  1.: 
.  .     Circaea  lutetiana  ic.  *66.  .  .     Veronvrn  longi-i 
foliay  Lyfimachia  coerulea  hortenfis,  hift.  186.  ic. 
344-  •  •    V.  fiuteltata,  ic  4^7-  •  •    ^  Chamacdrys, 
ic.  490.  .  .    Ucricularia  vulgaris,  Millefolium  aqua« 
ticum,  ic.  791.  .  .    Salvia  gluänofa,  Coius  lovis, 
ic.  5 

Cro-us  fußanus  Ker.,  adv.  2,  497«  •  •  Schorn* 
nus  mucronatuSf   luncus  nuritimus,  adv.  44-  « - 

r 


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jia  Viertes  Buch.    Zweytes  Kapitel. 


Nardus ßrieta,  Spartum  noftra*  parvum,  ic.  90.  .  . 
Aiopecurus  geniculatus ,  Gramen  aquaticum  fpica* 
tmn,  ic.  i5.  .  .  Aira  canefeens  adv.  2,  466.  .  .  Me* 
lira  unißora  Retz.,  Gramen  avenaceum,  rariori  pra* 
ik>,  cidniciim,  adv.  2,  4^5.  .  .  Holcus  bulbofus% 
Gramen  buJbofum,  ic.  20.  .  .  Poa  uquatica,  Gra- 
Dfif»  maius  aquaticum,  ic.  4«  •  •  P*jluitans  Sin'th., 
Giamen  aqnix  innarans,  ic.  1 2.  .  .  P.  maritima, 
Gi ameo  genicuJatnm  marinum,  ic.  21.  .  .  P.  dura% 
adv.  2,  .  ,     P.  alpina,  a«*v.  2,  i*)3.  .  .     Ave  na 

nuda,  ic.  3s..  Arundo  arenaria*  Spartum  noftras, 
bift.  45.  fr.  89.  .  .     4.  Phragmites  hift.  28.  ic.  5i. 

•  .    if.  Donax  hift.  28.  ic.  5i. 

Scabiofa  alpina  adv.  33.  .  .  AfperuJa  tauri» 
nenfis  *  Ruhia  laevis  taurinenfium  ,  ic.  800.  . .  Plan* 
tago  fubulata  Serpentine  omnium  minima,  ic.  4^9. 
.  .    PI  albicans*  HoJofteum  monspelienfe,  adv.  18. 

Alchemilla  Apbanes,  Percepier  Angl.,  adv.  024.  •• 
Cam/orofma  acuta >  AnthyiJis  marina  Narbonenlium, 
ic.  4^8. 

Anchufa  fe.mpervirens ,  Bugloffum,  adv.  247.  .  . 
ÜynogloJJum  omphalodes ,  Symphytum  pumilum  re- 
pens  ,  ic.  077.  .  .     Syntphytutn  tuber  oj um,  ic.  584» 

•  .  Cyclamen  hederaejulium ,  ic.  6oj.  .  .  Verba- 
feumvirgatum  Witb.,  ttiattaria  magno  flore,  ic.564- 

•  .  Samolus  Valernndi  Anagalli.s  aquatica  tertia, 
ic.467.  .  .  Ulecebrum  capitatum  ,  Poly^onum  mon- 
tan um  niveum,  adv.  180.  .  .  Herniaria  frutirofa% 
Polvg.  berniariae  foln«?  ic.  2,  85-  .  .  Chenopodium 
olidum  Smith. ,  ic.  255.  .  .  Ch.  polyfpermum.  ic» 
a5^.  .  .  Apocynum  venetum>  Efula  rara  e  Lio  Ve- 
net. ,  adv.  100.  .  .  Hei acle um  Tordylium  ^pr. ,  Se* 
feli  creticum  maius,  hifr.  425.  .  .  Angelina  Carvi- 
folia  cpr. ,  SaxifVaga  Anglorum,  adv.  55 1.  bift.  456.- 

Thapfia  f*et\da%  Thapfia  carotae  effigie,  hift. 
4?2.  .  •    Lajerpuium  gaflicum,  Laferp.  uiafülienfe, 


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• 

Unterfuchung  ? aterländifcKcr  Pflanzen.  313 

adv.  3i3.  .  .    Ca  hrys  Dbanotis  >  Thapfia  Turbeth* 
adv.  35o.  .  •    Phyfofprrmum  com  mu  tat  um  Spr.,  Li- 
gufticum  alterum  Beigaium,  hift.  457.  ic.  -78^.  .  . 
Caucalis  grandißora*  hifr.  420.  .  .    Toriiis  An thri- 
Jcus  Spr.,  CautaJis  rubello  flore,  hift.  4-o.  .  .  Sium 
Sulbocaftanum  Spr.,  Nucula  terreftris,  hift.  429-  •  • 
Oenanthe  prucedanifolia ,  Oenanthe  anguftifolia,  hift« 
•  •     Oen*  crocuta,  adv.  326,  .  .  Pimpinella 
diaica,  Peucedaoi  facie  pufilla  planta,  adv.  33i.  '.  , 
Sejeliglaucum*  Caucalis  AnguiJJarae,  adv.  325.  ic. 
727.  .  .    Sefeli  tortuofum,  S.  maffilienfe,  folio  foe- 
niculi  craffiori,  adv.  Z$o,     .    Bunium  aromaticum% 
Ammi  creticum,  ?c.  724.  .  .    Myrrhis  aurea  Spr.> 
M.  altera,  ic.  735.  .  .     Ugußicum  Cervaria  Spr., 
D-uous  felinoides  fecuodus,  hift.  4>4*  •  •  Ammi 
daucifolium,  Cicutaria  maxima  Braocionis,  hift. 422« 
0  .    Staticc  oleaefolia*  Limonium  maritimum,  adv. 
l«3.  .  .    Radiola  Millegrana  Smith.,  Herba  turca, 
aidv.  180.  .  .    Linumßrictum,  Pafferina  Jinariae  fo- 
lio, ic.  411*  •  •    k  campanulatum,  Campanula  lu- 
tta  linifolia ,  ic.  4*4- 

Tillandfia  utriculata*  Peruviana  altera,  aloSs 
facie,  ic.  2,  204.  .  .  Yucca  Gloriofay  adv.  2,  5o8... 
Lilium  pomponium,  adv.  2,  5o4-  •  •  Harmanthus 
caccineus ,  adv.  2  5o3.  .  .  Panrmtium  amoenumy 
adv.  2  5o2.  .  .  Crinum  americanum,  adv.  2,  5oi, 
,  .  Tulipa  fuaveotens  W. ,  T.  pumilio,  ic.  127.  .  t 
Scilla  Lihohraci/ithus ,  Hyarintbus  ftellaris,  ic.  101... 
AUium  carinatum ,  Ampeloprafum  proliferum ,  ic. 
i56.  .  .  Apkxllanthes  monspplienßs ,  adv.  190.  .  . 
Frankenia  laevis  Polvgonum  alterum  pufillum,  adv. 
180.  .  .  luncus  obtußßorus,  Gramen  aquaticum  al- 
terum,  ic.  '2.  .  .  /  glaucus,  acutus  vulgatus,  ic. 
85.  •  •  conglomeratus ,  laevis  glomerato  flore, 
ic.  84*  •  •  Luzula  pilofa  Decand.,  Gramen  hirfutum 
nemprofum» ic.  lü.  .  .    %uz.  campefiris,  Gramen 


JI4  Vierte*  Buch.   Zweytei  Kapitel. 

exile  hirfutum  cyperoides>  ic.  i5.  .  •  Triglochiit 
rharitimum  i  Grannen  fpicatum  alterum,  ic.  17.  .  . 
Alifina  Damafonium,  Plantago  aquatica  minor  altera, 
ic.  3oi.  .  .  A*  ranunculoides ,  Plant,  aqu.  humilis, 
ic.  3oo. 

Polygonum  maritimwn  ic.  4*9-  •  •  P»  lapa- 
thifolium  je.  3i5.  .  .  Coccoloba  nvifera>  Pöpulus 
xiovi  orbis,  ic.  2,'ig.S.  .  .  Rhododendron  hirfutum^ 
Balfamum  alpinum ,  ic.  5^7«  •  •  Saxifraga  Bur/e- 
riana,  SeHum  min  im  um  tertium,  ic.  376*.  .  Gyp/b- 
•philo.  Saxifraga .  Saxifraga  antiquorum ,  adv.  i83.  .  . 
Dianthus  proUfer ,  Armeria  prolifera,  ic.  449«  -  * 
D.  deltoides,  Caryophvllus  mmimus  pulchellus,  ic. 
444-  •  •  Silene  conoidea,  fylveftris  altera,  ic.  338. 
.  .    S  maritima ,  Lycbnis  marina  anglica ,  ic.  337« 

Rejeda  alba*  maxima,  ic.  222.  .  .  Cactus 
mammillaris ,  Echinomelocactus,  adv.  373.  .  .  <7. 
perüvianus  y  Euphorbii  arbor,  ic.  2,  25.  .  .  Papa* 
ver  Argenirtne,  ic.  276.  .  .  Paeonia  humilis,  P.  pro» 
jnifcua,  ic.  683.  .  .  P.  coraUi/ia  Uetz.,  P.  mas,  ic. 
684-  •  •  Ranunculus  polyanthemos ,  hift.  080.  .  . 
R  gramineuS)  ic.  671.  .  .  R.falcatus,  Perpufillum 
Melampyrum ,  ic.  07. 

Aiuga  Iva*  Iva  mofehata,  adv.  164.  .  .  Side- 
ritis  fcordioidesy  adv.  225.  .  .  Marrubium  creticum, 
adv.  222.  .  .  Phlomis  italica*  Verbafcum  fylveltre, 
adv.  241.  .  •  P hl.  Herb a  ventiy  ic.  532.  .  .  Afo- 
luccpJla  fpinofa^  Molucca  afperior,  adv.  221.  .  .  Ori- 
ganumfyriacum*  Marum  fyriacum,  ic.  499«  •  •  Me* 
liffa  cretica,  Calamintha  ir.,  incana,  ic.  5i4-  .  .  An- 
tirrlünum  Afarina,  ic.  601.  .  .  Scrofularia  canina9 
Kuta  canina,  ic.  55.  .  .  Digitalis  ferruginea,  ic.  573. 

Cochlearia  danica,  Hederaceum  thJafpi,  ic.  61 5." 
•  .     C.  anglica ,  britannira,  ic.  294.  .  .  Alyffum 
fpinofunty  Thlafpi  frutieofum  fpinofum,  ic.  217.  .  . 
d*campefire,  fupinum  luteum,  ic.  220.  .  .  Vella 


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Ünterfuchung  vaterJändifcher  Pflanzen«  jrjj 

Pfivdocytifus ,  Cytifi  facie  Alvffon  fruticans,  ic.  2, 
49.  •  •  Bifcueella  coronopifolia  Thlafpi  parvum 
hieracifolium,  adv.  74.  .  .  Iberis  pinnata ,  Thlafpi 
minus  uuibeJJatum,  adv.  75.  .  .  Eryfimum  dijfufum, 
Eruca  fylveftris  anguftifolia ,  ic;  2o5. 

Erodium  gruinum,  Geranium  creticum  annuum, 
io.  662.  .  .    Lavatera  olbia,  Althaea,  adv.  294. 

Genifta  an glica.  GenifteIJa  aculeata,  ic.  2,  93.,. 
Cnonis  antiquorum ,  O.  Aegipyros,  ic.  2,  28.  •  .  0. 
rotundifolia.  Cicer  fylveftre  verius,  ic.  2,  73.  . .  Cy+ 
tifus  argemeus ,  Lotus  afperior  fruticofa,  ic.  2,  41...  . 
Ornithopus  compreffus ,  Srorpioides  leguminofa,  adv. 
4<>3.  •  .    Pforalea  americunay  Trifolium,  ic.  2.  3i... 
Aßragalus  Stella,   Stella  leguminofa,  ic.  2,  g5.  .  p 
Trjfttt'um  angußifolium,  Lagoptis,  adv.  384.  .  .  Lo- 
tus  filiquofusy  adv.  385.  .  .     L  hirfutus ,  Oxytri- 
pl»vlluin  alterum  Scribonii,  adv.  38i.  .  .  Dorycnium 
mons  pelle  nfey  adv.  38^.  .  .   Trigonella  elatior  Smith,, 
Mfhlotus  l'ynaca  odora,  ic.  2,  42«  •  •    M&dicago  ra- 
diata,  Lunaria  ra  liata  ftalorum,  ic.  2,38.  .  .  Af. 
marina,  a  lv.  383.  .  .    Af.  turbinata,  Medicae  fpec.n.,. 
adv.  o83. 

Hypericum  elodes,  tomentofnm,  ic.  4oo.  •  . 
H.  Jerpyllifolium,  fyriacum  et  alexandrin  um,  ic.  2; 
390. 

Hieravium  bulbofum,  Chondrüfa  pufilla  marina, 
adv.  83.  .  ,  Apa) gia  rrifpa  Hi*»racium  folio  et  flore 
taraxaci ,  ic.  2  j8.  .  .  Helminthia  echioides,  Bu- 
gloffum  eehioides,  ic.  577.  .  .  Stähelina  fruticofa, 
Cyanus  reppns,  ic.  54#.  •  •  Serratula  dubia  Spr., 
Stoechas  citriua  altera,  adv.  2o3.  .  .  Carduus  acan- 
thoides,  a<Jv.  ^71.  .  .  Clrfium  eriophorum >  adv. 
370.  .  .  C.  disjectum*  C.  maius,  ic.  582.  .  .  C. 
pratenfe*  anglirum,  ic.  583.  .  .  C.  Cafabonaey 
Acarna  Theophrafti,  ic.  2,  16.  .  .  C.  italicum,  Phe- 
jiixiao  Carduus,  ic»  2,  i5.  .  •    Carthamus  Cmrdun» 

1 


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-• 


316  Viertes  Bueku    Zweytes  Kapitel. 

eeUus*  adv.  074.  •  •  Baifamita  ag  erat  i/o  lia  Defcf0 
adv.  2,  ^09.  .  .  Art*>rn ifia  ar bor* /hens ,  Abfintbium, 
ic.  713-  •  •  Gnuphalium  alpinum,  Leontopodium 
parvum ,  ic.  4#4-  •  •  afterifcißorum  ,  Leonto- 

podium, ic.  4^4»  •  •  Gif»  minimum,  ic.  481.  •  • 
G/i.  fylvaticum*  tertipm  anglicuoi,  adv.  202.  .  •  Eri* 
geron  graveolens  Conyza  minor  vera,  adv.  »46-  .  :. 
Xeranthemum  Orientale  <  lacea  pufilla  incana,  ic.  545. 
.  .  Cineraria  patußris>  Cony7a  helenitis  fol.  laci* 
niatis  ,  »c.  047.  •  •  Cin.  campeftris,  Con.  heien. 
mellita  incana,  daf.  •  .  Cin.  maritima^  Iacobaea  ma- 
rina,  adv.  80  After  acris,  minor  Narbonenfiura, 
adv.  147...  Inula  montana ,  After  montanus  hir- 
futus,  adv.  i4&  •  .  Senecio  artemifiaefolius  Perf. 
aiv.  333.  .  .  Anacyclus  aureus*  Herbariorum  An» 
themis  chrysanthemos ,  adv.  343.  .  .  Anthemis  ma- 
ritima. Cotula  f.  Parthenium  maritimum,  adv.  345... 
Centaurea  conifera^  Chamaeleon  non  aculeatus,  adv. 
3b7.  .  .  Cent,  pullata,  lacea  humijis  ferpens,  adv. 
235.  .  .  Echiwps Ritro ,  adv.  36g.  .  .  E*  firigo- 
fus,  Spina  alba,  daf. 

Orchis  variegata ,  ftrateumatica  minor,  ic.  184. 
.  .  0  militaris  maior ,  daf.  .  .  Ophrys  Monorchis, 
Orchis  minor  leodienfis,  ic«  »87.  .  .  0.  apifera,  Me» 
littias,  ic.  180.  •  .  0.  aranifera*  Tefticulus  vulpi- 
nus  ii.,  ic.  179.  .  .    Malaxis  Löfelii  adv.  2,  5o6. 

Carex  ovalis>  Gramen  cyperoides  parvum,  ic. 
19. .  .  C.vulpina,  Gramen  paluftre  cyperoides,  daf. 
.  .  C  elongatas  Gramen  paluftre  maius,  ic.  11.  .  • 
C.  Pfeudocyperusy  ic.  76.  .  .  Typha  minor*  adv. 
4i.  -  •  Ofyris  alba*  Cafia  poetica,  adv.  i85.  .  . 
Ambro f\a  maritima*  fativa  hortenfis,  ic.  766. 

Piftacia  retinulata,  Terebinthus  minor,  adv.  41 *• 
.  .  Coriaria  myr ti/olia ,  Hbus  Plinii  myrtifolia,  adv. 
4 12.  .  .  Atriplex  laciniata9  filveftris  Jatifolia,  io. 
254.  •  .    4«  patulüi  filveftris  finnata,  daf.  .  .  .  A 


> 


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Unterfucfcung  vaterländtf eher  Pflanzen.  317 

rnnguftifolia  Smith.,   filveftris  polyjgoni  foliis,  ic. 

Afplenium  marinum>  Chamaefilir  marina,  Sc. 
Si4.  •  .  Fucus  barbat us  ic.  2,  2*54*  •  •  F*  anna* 
rius  ic.  2,  266.  .  .  F.  nafa/?*- adv.  256..  .  Viva 
Lmceuca  hift.  647.  .  .  17.  umbilicalis,  Liehen  mari« 
11  us,  ic.  2,  246. 

Nach  feinem  Tode  erfchienen  ,  von  WiJb.  Horn 
herausgegeben:  ftirpium  iJluftrationes ,  Lond.  i655» 
4.  >  voll  Streitigkeiten  mit  Parkinfon,  Tabernämon* 
tanus,  Gerard  und  den  Bauhinen:  auch  manche  da* 
mals  feltene  Pflanze  ift  befchrieben  ,  als  Aquilegia  et* 
nadenfis,  Anamenia  Ventenat.,  aber  nicht  abgebildet. 

m  «  * 

<  ■  1 

Mit  Bewunderung  und  Dankbarkeit  nennt  die 
Nachwelt  den  unfterbJichen  Namen  Kar]  Clufius,  die- 
fes  Märtyrers  der  Wiffenfchaft ,  diefes  gröfsten  und 
verdienteren  Pflanzenforfchers  feiner  Zeit.  Auch  er 
war  ein  Niederländer;  das  reiche,  blähende  Antwer- 
pen feine  Vaterftadr.  Im  Jahr  i5n5  geboren,  fing  er 
feine  akademifchen  Studien  in  Löwen  an  und  fetzte 
dein  Marburg  fort,  um  ße  in  Montpellier  zu  vollen* 
den,  wo  er  i55p,  die  höchfte  Wörde  in  der  Arzney- 
kunft  erlangte.  Dann  ging  er  in  feine  Vaterftadt  zu- 
rück,  ward  aber  bald  von  den  edeln  Fulgers  nach 
Augsburg  berufen»  um  mit  diefen  eine  Reife  durch 
die  Niederlande,  durch  Deutfchland ,  Frankreich, 
Spanien  und  Portugal!  zu  machen.  Was  er  auf  die* 
fer  Reife  mit  grofser  Anftrengung  gefammelt,  das  zu 
ordnen  und  zu  befchreiben  verwandte  er,  nach  fei*» 
ner  Rückkehr  i  565,  fflnf  Jahre.  Im  Jahr  i5jo  ging 
er  nach  England,  \5yd  ward  er  an  den  kaiferlichen 
Hof  nach  Wien,  als  Auffeher  der  Garten,  berufen. 
Hier  lebte  er  neben  Jahre,  indem  er  zugleich  Oeft> 
reich  und  Ungern  durchreifete.  if>8o  ging  er  wie* 
der  nach  England*  wo  er  fieben  Jahre  blieb:  k  dann 


• 


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£U       . ,  Vi»**  Buch.    Zweytes  Kapitel,  j 


lebte  er  fechs  Jahre  lang  von  einen?  Jahrgehalt  de« 
Landgrafen  von  Hellen  ,  in  Frankfurt,  ward  endlich 
1093,  al$  er  fcbon  68  Jahr  alt  war*  als  Profeffox  nach 
leiden  berufen,  wo  er  1609  ftarb.  .  >r\ 

j  Durch  einen  ßecben  Körper. mufste  er  den  brebr 
senden  Eifer  für  die  Pflanzen kupde  büfsen.  1  Kno* 
chenbrüche  am  Arm  und  Schenkel,  .Verrenkung  de* 
XJnterfufses,  ein  Darmhrunh  und  beftändige  Unpäfs- 
Jichkeit  erlaubtet)  ihm  fchon  in  Frankfurt  und  noch 
mehr  in  Leiden,  fich  nur  mit  Krücken  unterfttttzt, 
dann  und  wann  mühfam  umherzufchleppen.  Aber 
in  diefem  gebrechlichen  Körper  wohnte  ern  herrli^ 
eher  Geift  und  eine  fchöne  Seele.  Denn,  dar  er, ;  als 
äJtefter  Sohn  ,  gemächlich  von  feinem  väterlichen  Er» 
he,  dem  Gute  Watenes,  leben  konnte,  zog  er  vor,  in 
rühmlicher  Befchränktheit  der  Wifienfchaft  dies  Opfer 
xlu  bringen,  und  trat  das  Gut  förmlich  feinem  jüngem 
Bruder  ab.  Nichts  konnte,  auch  im  höhern  Alter» 
feine  literarifche  Thätigkeit  hemmen.  Der  meiftea 
Heuern  Sprachen  mächtig,  gab'  er  Ueberfetzungen  un4 
Auszüge  aus  Garcias,  d'Acofta's  und  Mooardes  Be? 
richten  über  die  Pflanzen  bej  ler  Indien,  aus  Belon't 
trefflichen  Nachrichten  über  die  Levante,  mit  fernen 
eigenen  Bemerkungen  Aber  ausländifche  Erzeugniff* 
fies  Pflanzenreichs:  Exoticorum  linri  10,  Antverp, 
*6o5.  fol.  Er  überfetzte  des  Dodoens  Kräuterbuch 
ins  Franzöfifrhe.  Aoer  wichtiger  als  diefe  Schriften 
find  feine:  Rariorum  ftirpium  per  Hifpanias  obferva* 
tarum  hiftoria,  Antverp.  .576.  8.,  feine:  Rariorum 
ftirpium  per  Pannoniam,  Auftnam  et  alias  provinr 
das  obfervatarum  inliorb,  Antv.  i58j.  8.  Beide 
Werke  erfchienen  /ufammengezogen  und  mit  neuern 
Bemerkungen  bereichert,  in  der:  Rariorum  pj  an  ta- 
rum hiftoria,  Antv.  1601,  fol.,  wozu  noch,  nuch 
feiuem  To'le,  kamen:  Curae  poftenores,  Antv.  161  r. 

£.  In  dieien  Schriften  iii  eine  ip  groise  Menge  neuer 


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Unterfuchupg  yaterländifobe*  Pflanzen*  p$ 

Pflanzen  befchrioben,  und  trefflich  abgebildet,  als 
xioch  Niemand  vor  ihm  gefehn  hatte.  Sie  waren 
theils  von  ihm  feJbft  gefammelt,  theils  von  feinen) 
Freunden,  Lobelius,  Thom.  Penney  in  London,  Jak» 
Plateau  in  Tournay,  Joh.  Dortmann  in  Groningen 
und  dem  Friefen  Bern.  Paludanus,  der  den  Orient  be* 
fucht  halte,  ihm  mitgetheilt  worden. 

Hier  ift  ein  Verzeichnis  der  zuerft  von  ihm  bflfr 
f ehr j ebenen  Gewachfe: 

Feronkafpuri«,  recta  vulgaris ,  hift.  1,  347.  ,„ 
F.fpkata,  recta  minima,  V.  Ii.,  pann.  $19.  hift.ii 
347*  •  •  *lpina*  Teucrium  vi.,  hift.  1,  35o.  .  • 

V*  aphylla,  Teuer,  minimum,  daf.  •  .  V.  latifolia^ 
Teuer,  iv. ,  pann.  61 5.  hift.  1,  349«  . .  Vm  dentatap 
Teuer,  quarti  tertia  fpee.,.  ib.  .  .  V,  prqftrata.  Teuer* 
V.,  pann.  6i5.  quintum  hift.  1,  55o.  .  .  Salvia  Ver* 
henaca  pann.  58z.,  Hormini  fylvrV.  fpee.  prior  hift. 
2,  3i#  .  .  Sm  auftriaca  pann.  579. ,  Horm.  fylv.  IV, 
fpee«  altera  3o.  •  .  S»  verticillata  pann.  678.,  Horm« 
fylv.  in.,  29.  . .  S.  gluiinofa,  Horm.  fylv.  a.',  29.  .  . 
5.  triloba,  cretica  non  pomifera,  hift.  i,  343  *  • 
tingvicula  vulgaris  et  alpina  pann.  36 1.  hift.  1, 
3 10.  Beide  mit  rother  und  weifser  Blume. 

Feäia  Cornucopiae ,  Valeriana  indica,  hift.  2^ 
54-  •  •  Crocus  autumnalis  Pall.,  .  Crocum  monta- 
oum  1.,  hifp.  a6»5.  hift.  \y  208.  .  .  Cr.  moeßaeus  Ker. 
pann.  ,227.  •  .  Ixia  Bulbocodium  hifp.  239.,  Cror 
cus  verpusanguftifolius  hift.  i,  208.  .  .  Iris  varie» 
gata>  latifolia  maior  xv.,  hift.  1,  221..  .  L  Jufiar 
na,  latifoJia  maior/  217.  .  .  L  aphylla>  fpee.  XXV., 
223.  . .  L  iuncecL,  mauritanica,  cur.  poCt.  1 16.  47« 
f.  lutefeens  Lam.,    Chamaeiris  latifolia  V«. ,  hilt.  1, 

227.  .  .  /.  microptera  Vahl.  hifp.  274. ,  Iris  bulbo- 
fa  hjft.  1,  210.  .  .    /.  fpuria,  I.  anguftifolia,  hift. 

228.  ,  .  /.  pumila*  1.  latifolia  minor,  ib.  225.  .  . 
Lfambucinq,  1.  major  latifolia  Vin. ,  hift.  1,  219.  t  , 

1 


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J20  Vierte«  Bach.   2weytes  Kapitel. 

Moraea  Sify rinchium  Ker. ,  Sifyrinchium,  hifp.  2o*i. 
hift.  i,  216.  .  .    Cyperus  efculentus,  Orobus  paano- 
nicus  ii.,  7^8.  .  .    Lygeum  Spartum  hifp.  5oj.%  Spar« 
tum  n.  hift.  2,  220.  .  .     Panicum  fanguißale*  Ifchae- 
moQ  PJinii,  hift,  2,  217.  .  .      Pan.  Uactylon  hifp, 
498.,  Gramen  leghimum  hift.  2,  217.  .  .  Arundo 
arenaria,  Spartum  in. ,  hift.  2,  221.  .  .    Stipa  penna- 
ia,  Spartum  auftriacum  pennatum,  pann.  726.  hift. 
2,  221.  .  .    St.  tenaciffima,  Spartum  i.f  hift.  2,  220... 
Melica  ciliata,   Gramen  montahum  avenae  femtne, 
hift.  2,  219.  .  .     M.  nutans,  Gramen  montanum  fpi- 
catum,  daf.  .  .     Poa  megajtachya  Schrad.,  Gramen 
ÄmouretteS ,  hifp.  5oo.  hift.  2,  218.  .  .     Ortegia  hfr 
fpanica,  Imicaria  falmanitcenfis,  hifp.  5o3.  hift.  2,  174. 

Protea  nereifvlia  Brown  ,  exot.  38.  f.  XV. 
Clobularia  cordifolia,  Scahiofa  X.,  hift.  2,  5.  .  .  Sra* 
Tjiofa  fylvatica.  Sc.  Iii. ,  hift.  2,  2.  .  .      Sc.  fiel  lata 
"hifp.  ^65.,  Sc  1.  hift.  2,  1.  .  .    Sc  atropurpurea,  Sc. 
Vi.,  hift.  2,  3.  .  .      Galium  rubrum  hift.  2,  175.  .  . 
Crwianella  latifolra,  Rubia  fpicata ,  hift.  2,  177.  .  .  ' 
'Cr.  maritima  .  R  i  "a  marina ,  hifp.  4^4«  hift.  2,  176. 
.  .    llantogo  Bellardi^  Holofteum  falmantic.  minus, 
hift.  2,  1  1   .  .  .    PI  cretica,  Leontopodium  creticum, 
hift.  2,  111...     PI  albicans ,  Holofteum  falmantic. 
prius,  hifp.  487.  h-if«.  2>  iio.  .  .      Cornus  fuecica, 
pa  >n.  8-S. .   C^amarp-riclymenum ,   hift.  1,  60.  .  • 
Fagara  Avi%ennae  exot»  18  5.  .  .     Alchmnilla  alpina* 
Ii-  ptaphy  iion  ,   hifp.  4^o.  .  .    Potamogeton  denfus, 
Trinulus  aquaticus  minor  alter,  pann.  714.  hift.  2, 

2Ö2. 

Cynogloffum  chfirifolium,  cretirum  t. ,  hift.  2, 
162.  .  .     C.  pl  tum%  11  ,   ddf.  .  .      Cerinthe  afper  a. 
hift.  2,  167.  .  .  C  minor  i'8.  .  .   Echium  violaceum 
p;>nn.  68 1.,  E.  ruüro  flore  hift.  2,  164...  Andro» 
face  ldctea>  SeJutn  minuc  alpinum  Vi. ,  pann.  49*- 
^  xi.  hift.  2,  62.  .  .     A.  villofa,  Sedam  aJpinum  iv., 


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ttatferfacBtag  ▼ateriändifcher  Pflanfcen.  gai 

pann.  4^9«  S.  minus  X.  hift.  2,  62.  .  .     Primula  in- 
tegrifölia ,  Auricula  urfi  iv.,  pann;  349*  h^**  l>  3o4- 
.  .     Pr.  minima,  Auricula  urfi  Vi.,  pann*  55o.,  vui. 
bift.  1,  3o5.  .  .    Pr.  farinofa,  Pr.  veris  rubro  florc, 
pann.  640.  bift.  1,  3oo.  .  .      Soldanella  alpina  YV., 
minor,  hift;  1,  5og.  .  .    5.  montana  vV.  pann.  554«i 
xnaior,  daf.  3o8.  .  ;     Cyclamen  coum,  C.  byzantinum, 
daf.  264.  .  .    Lyfimachia  tfyrßflora,  lutea  m.t  hift.  2, 
53.  •  .    Lyß  punctata,  altera,  52.  .  .  AnagallisMo- 
nelliy  app.  alt.  exot.  .  ;    Azalea  procumbens >  Ano- 
11  y  mos  altera,  pann.  58.,  Chamaeciftüs  vn.  hift.  1, 
75.  .  ;    Solanum  tuberofum  hift.  2,  79;  i588  fchick- 
tc  5hm  Phil,  de  Sivry  die  erften  Knollen.  .  ;  ConvoU 
vulüs  althaHtoides  hifp.  384.  bift.  2,  49.  .  .    C.  Ca/»- 
tabrica  bitp.  385.  hift.  2,  49.  •  .     Ipomo&a  Bona  nox, 
Buenas  noches»  exot.  44*  •  •    Ip*  Quamociu  cur.  poft. 
8.9.  .  :     Lonicerä  nigra,  Periclymenuin  rectum  11. , 
hifp.  g3;  hift.  ij.58.  .  .      Lycium.  afrutn,  Rhamni  1. 
fper.  n. ,  hifp.  68.  hift.  r,  109.  .  .;■ -  Jtihatnnus  lycioV* 
des ,  m.\  hifp.  70.  hift.  i,  110.  .  .     Rh  Alaeernus 
hifp.  57.  58.  hift.  l,  5o.  .  .      Ev'onymus  latifoliut 
app.  ad  pann.  hift.  i,  56.  .  .    Ev.  >verrucofus  5y.  .  . 
Viola  grandißora,  montanä  in.,   pann.  3.5g..  hift.  i± 
3 10.  .  .     Vi  bißora  pann.  Z5j.  .  .    V.  pinnala,  la- 
ciniato  folio,  hift.  ,1,  009.  .  .    Cynanchum  nXonspe* 
iiacum*  Scamraonea  Valentina,  bifp. .&a6.  Apocy 
oom  IV.  latifol.  hift.  I,  126.  .  ;     Gantiana  pannönU 
ca,  maior  purpureo  flore,  pöon.  278*  bift.  1,  3 12.  ... 
<7.  afclepiadea,  G.  n.,  pann.  281.  hift;  1,012...  G* 
acaiilis,  G.  v#>  pann.  285,  .  .     <7.  verna,  Vi.,  pann. 
287.  hift.  1,  3i5.  .  .    <?.  nivalis,  xi.,  pann.  291.  hift. 

1,  3l6.  ;  •  Etyngium  pufdlum  hift.  2,  i58.  .  . 
E*  tenueham.,  E.pumilum,  hifp.  456.  hift.  2,  i5g... 
Caucalis  maritima  Gouan.  cur.  poft.  71.  .  .  AthtX- 
manta  panacifolia  Spr.,  Thapfia  iv,,  hifp.  43 1.  bift. 

2,  192.,  ohne  Abbildung.  .  •    ,  Punpinella  disfectUi 


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3*2  Vierte»  Buch.    Zweytet  Kapitel. 

Pimp.  germanica  minor,  daf.  197««  •  Selinum  au- 
firiacum,  Sefeli  montanum  1.,  pano.  690.  hift.  2, 
193..  .  Siler  aquilegifolium  Gärtn.,  Sefeli  aethio- 
pici  alterum  genus,  daf.  190.  .  .  Sejeli  Hippomara- 
thrum,  Saxifraga  pannonica,  pann.  698*  hift.  2,  196. 
.  .  Peucedanum  arenarium,  panno^cum,  daf.  .  . 
Caffine  capenßs,  Celaftrus  Theophr.,  cur.  poft.  4-  .  . 
Telephium  Imperati  hift.  2,  67.  .  .  Uttum  hirfutum, 
fylv.  1.,  pann.  299.  hift.  x,  317.  .  .  L  tenuifolium% 
ui.,  pann.  3oi.,  iv.  hift«  1,  3 18.  .  .  L*  a/pinum,  IV., 
pann.  3o4«>  v»  hift.  1,  3 18. 

Leucoium  aefiivum,  bulbofum  maius,  pann.  184« 
hift.  1,  168.  .  .    L  autumnale,  bulbofum  ferot.  te- 
nuifolium,  hifp.  272.  hift.  1,  170...    Narciffus  mir 
nor,  Pfeudonarciffus  minor,  hift.  1,  i65.  .  •  2V. 
Bulbocodium,  Pfeudonarciffus  iuncifolius  u.,  hift.  i9 
166.  .  .    N.feroeinus,  hifp.  252.  hift.  1,  162.  .  .  iV. 
Tazetta,  latifolius,  hift.  1,  i55.  .  .    2V.  mofchatus, 
Pfeudonarciffus  in.,  hift.  1,  166.  .  .    N*  calathinus, 
ix.  anguftif.,  hift.  1,  i58.  ...    Pari  er a dum  maritimum, 
HemerocaiJis  Valentina,  hifp.  288.  hift.  1,  167.  .  . 
Bulbocodium  Vernum,  Colchicum  Vernum,  app.  alt. 
exot.  .  .    B.  aucumnaie  Lapeyr. ,  Colchicum  monta* 
num,  hifp.  267.  hift.  1,  200.  201.  .  .    AmaryUis  lu> 
tea,  Narciffus  autumnalis  maior,  hifp.  253.  hift.  1, 
•164.  .  •    Am.  formofijfima ,  Narciffus  latifolius  flore 
rubro,  hift.  i',  \5y.  .  .    Allium  rotundum,  Moly  V.t 
hift.  1,  195.  •  •    AIL  oleraceum,  Moly  in. ,  194»  •  • 
Ail  vineale,  Ii.,  daf.  .  .    AU.  paniculatum,  IV.,  daf... 
All.flavum,  A.  montani  iv.  fpec.  1.,  dafi  .  ,  All.fc- 
Hefeens,  nareiffinis  foliis  1. ,  pann.  221.  hift.  1,  195. 
.  .    Ali  arfgulofum ,  pann.  222.  hift.  1,  196...  AIL 
Clufianum,  Moly  minus,  hift.  1,  192.  .  .  AIL  nigrum, 
Moly  Theophrafti,  hift.  1,  191.  .  .    AIL  Mvly,  app# 
alt.  .  .    Liüum  chalcedonicum,  byzant.  miniatum,  hift. 
i,  i32.  .  .  Lil. pyrenaicum  Qouan.,  montanum  flavum, 


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Üjiterfuchung  vaterländifcher  Pflanzen«       32  j 

hift.  2,  256.  .  •     Tulipa  Clußana  Red.,    cur.  poft.  , 
17.  18.  .  •      Fritillaria  pyrenaica  bift.  2,  257.  .  . 
Ornithogaluni  pyrenaicum  app.  alt.  ad  exot.  .  ♦  0. 
comofutn,   pannon.  albo  flore,   pann.  189.  hift.  i, 
187.  .  .    0.  pufillum  Schmidt.,  O.  pannonicum  luteö 
fiore,  pann.  190.  hift.  ij  18g.  ;  .    0.  nutans,  nea- 
jolitahum,  app.  alt.  ad  exot.  .  .    Scilla  italica,  Hya- 
ciDthus  ftellatus  cioeracei  coloris,  hift.  1,  184.  ;  . 
Sc.  peruviana  182.  .  .    Sc. verna  Ornithogaiüm  hifp. 
minus,  188..;    Sc.  hyacinthoides ,  Bulbus  eriopho- 
rus,  172.  .  .    Sc.  autumnalis,  Hyacinthus  autumna- 
lis  minor,  i85.  .  ;    Afphodelus  ratnofus  hift.  1,  196. 
4  •     A.  albus ,  a.,  197.  .  ^     ^.  ßßulofusy  minor, 
hifp.  296.  hift.  1,  197.  .  .     Afparagus  acutifolius, 
Corruda  i.,  hifp.  458.  hift.  2,  177.  .  .    A.  aphyllus*  - 
ii.,  hifp.  459.  hift.  2,  178.  .  .     A.  albus ,  111.,  hifp. 
46t«  hift.  2,  178.  .  .     A.  amarus  Decand.,  A.  m a ri- 
11  us,  hift.*2,  179.  .  .     Convallaria  tatifotlä%  panri. 
264.  hift-  i,  276.  . .    Polianthes  Tuber ofa,  Hyacin- 
thus indicus,  hift.  1,  176.  ;       Hyacinthus  cernuuS} 
hifpanicus,  hift.  1,  177.  .  .    H.  romahus,  comofus  al- 
bo flore,  180.  i  .    H.  ciliatuf  Marfch.  Bieb.  j  como- 
fus byzantinüs,  daC  .  .    Lacherialid  feroeina,  Hyacin- 
thus obfoleti  coloris,  hift.  ij         .  .    Tucca Dtacontsf 
Tacon,  exot.  48.  .  ;    Toßeldia  calyculata  Wablenb., 
Pfeudo- afphodelus  11.,  pannj  262.  bift.  t,  198.  .  . 
Seernbergia  colchicißora  Kitaib. ,   Colchicum  panno- 
nicum, hift.  1,  199.  .  i    Franke nia  pulverulentat  An> 
thyllis  Valentina,  hifp.  480.  hift.  2,  186« 

Chlord  perfoliatai  Centauriunt  ltlteüm,  hitp. 
356\$  parvum  flavum  hift.  2,  180.  .  i  Erica  med> 
terraneat  coris  folio  ui.%  hifp.  11 2.  hift.  i,  42... 
Er.  arboredj  coris  folio,  hifp.  109.  nift.  1,  41***  Er* 
äußralisf  11.,  hifp.  1 10.  hift.  1,  42.  .  .  Er.fcoparia*. 
iv.j  hifp*  Ii5.  hift.  i,  42«  •  •  umbellata,  vM 

hifpi  t  i5<  bift.  l,  43. .  4    fr.  cinerea*  vi.,  hifp.  1 16* 

at  •• 


1 

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324  Viertes  Buch.    Z'veytes  KapheL 

0 

• 

hift.  1,  43.  .  .  Er.  purpurafeens,  viu'  Hift.  1,  4I.  /. 
£>.  herbacea>  vni. ,  44-  •  •  ciliar  is  hifp.  119., 

Xii.  hift.  1,  46»  •  •  Pafferina  iuniperifolia  Lapevr., 
Sanamunda  1. ,  hifp.  175.  hift.  i,  88.  .  .  P.  polyga~ 
laefoüa  Lapeyr. ,  Sanamunda  11.,  hifp.  176.  hift.  1, 
89.  .  .  P.  Jürfuta,  Sanamunda  111.,  hifp.  178.  hift. 
l,  89.  .  .  Polygonum  viv'parum ,  Bistorta  minor, 
pann.  479»  hift.  2,  69.  .  »  Lauras  Perfea  hifp.  16. 
hift.  i,  3. 

ttuta  montana  hift.  2,  106.  .  .  Rhododphdron 
Chamaeciftus ,  iv.,  pann.  64.,  vni.  hift.  1,  76. 
Ar b  11  tu s  alpin ay  Vitis  idaea  11.,  hifp.  79.  hift.  1,  6d. 
.  .  A.  Uva  urß  hifp.  ^9.  hift.  i,  63.,.  .  Pyrola 
fecunda  pann.  5o6.  hift.  2,  117.  .  .  P.  umbellata 
pann.  5oj.  hift.  2,  117.  .  .  P.  unißora  pann.  5otj. 
hift.  1,  118.  .  .  Saxifraga  cae[tä>  Seüum  alpinum  111., 
pann.  4^8.,  minus  ix,  hift.  2,  61.  .  .  &  Hircutus 
cur. poft.  11...  «S.  aizoidesy  SerfUm  alpinum  1.,  pann. 
485.,  minus  vi.  hift.  2,  60.  .  .  Dianthus  caeßus$ 
Caryophyllus  i. ,  hift.  1,282...  D.arenarius,  v., 
pann.  020.  hift.  i,  283.  .  .  D.plumarius,  v.  fpiic« 
altera,  daf.  284.  .  .  D.ulpinusy  Caryophyllus  11. , 
pann.  3i8.,  fylv.  111.  hift.  1,  283.  ..  Silene  coni'a, 
Lychnis  fylv.  111.,  hifp.  oZ^. ,  11.  hift.  1,  288.  .  . 
Mufcipula,  iv.,  hifp.  34o.,  111.  hift.  1,  289.  .  .  S.  po* 
lyphyUa,  1.,  hifp.  336.,  vni.  hift.  1,  290.  .  .  «S.  tri- 
dentata  Desf. ,  vi.,  hifp.  343.  hift.  i,  290.  .  .  S.  Ar- 
mer ia,  1.,  hift.  1,  28S.  .  .  $.  alpeferis y  x.,  hifi.  i, 
291.  .  .  S.Pumilio,  Caryophyllus  via.,  panh.jzS  , 
fylv.  vii.  hift.  1,  285. 

Sedum  Atiacampferos ,  Telephiüm  vi.,  hifi.  2, 
G7.  .  .  S.villofum,  Sedum  palitftre,  pahh.  4S7.,  r:,i- 
nus  in.  hift.  2,  59.  .  .  S.  collinum  W.,  minus  iv\, 
hift.  2,  60.  .  .  5.  virefeens  W.,  minus  v.,  daf.  .  . 
Ceraftium  dkhotomuin,  Alüne  corniculata,  hifp.  4*6* 
hift.  2,  1.84*  '    ?  * 


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VnUrfucbung  vaterländifcher  Pflanze».       325  ' 

Refrda  purpurafcens ,  Sefamoides  parvum  fal- 
inant.,  hift.  i,  29?.  .  .  Euphorbia  ferratat  Tithyroa- 
3us  myrtites  vajent.,  hift.  2,  189.  .  ,  Eupfu  hibtrna, 
Tith.  pJatyphylJos,  hifp.  4^8.  hift.  2,  190.  .  .  Euph, 
Characias  hifp.  4^6.  hift.  2,  188. 

Philade/phus  coronarius,  Frutex  coronarius*  hift. 
1,  55.  .  .  J*jr¥S  Amelqnchier ,  Vitis  idaea  in.,  pann, 
8i.,  11.  hift.  1,  62.  .  .  Spiraea  falicifolia  hift.  1, 
84.  •  •  Rofa  fpinoßjfima,  campeftris  odor.,  panor 
in.  114.  hifi.  1,  1  iG.  .  .  '  R.  fempervirens  app.  alt. 
^uct.  .  .  Rubus  Chamaemorus  pann.  1  *8.  hift.  1,118. 
„  ,  füfentilla Jupina,  PentaphylJon  fupinum,  hift.  2, 
107.  .  .  P.  inclinata  Vi  11. ,  iv.  fpec.  n.,  pann.429- 
hift.  1,  iq6.  .  ,  P.opaca,  iv.  fpec.  11.,  pan  11.428.  hift. 
3,  106.  ..  P.  aurea,  'in.,  pann,  427,  hift.  2,  106..  t 
P.  Qlußana,  11,,  pann.  4^5.  hift.  2,  io5. 

Sarracenia  p\trpureax  Limonio  congener*  hift.  2, 
$2.  .  .    Bixa  Ortllana,  fructus  echinatu$,  exot.  j?).  . . 
Cifius  lavandulifülius  hifp.  147.  hift.  i,  72.  .  •  C  elon* 
gatus  Vahl.,  fol.  fampfuci ,  hifp.  148.  hift.  ^72.  •  • 
C.  thymifolius  hifp.  i5o.  hift.  l,  72.  .  .      C.  oelandi- 
cust  Chamaeciftus  n.,  70.  .  .    C.  canus,  Chamaec.  111., 
74-  •  •      C*  pHofiis  hifp*  i5.2.,  iv.  hift.  1,  74-  •  • 
C.  Clufü,  C.  humilis,  hifp.  i5i.,  v.  hift,  1,  75.  .  . 
C.  Fumana,  vi,,  hift.  1,  75.  .  .    C.  ledifohus,  annuus, 
hifp.  \54*  hift,  1,  76.  .  .     C.  ladaniftrus,  Ledon  i., 
hifp.  1 56. ,  anguftifolium  hift.  1,77»  C.laurifa; 
lius,  Ledon  u.,  hifp.  1 58.  „  JatifoJium  11.  maius  hift. 
1,  78.  .  .     C.  falvifolius ,  feminax  hifp.  i4i*  hjft. 
70.  .  .    C.  populifolius latifolius  n.,  78..  .  .     C  /a- 
ari/Xi  Ledon  iv.,  hifp.  i6p>  hift.  1,78...    C.  mo/?$- 
jjelirrtßs ,  v.,  hift.  1,  79.  .  .     C.  Libanotis>  v.,  hifp. 
162. ,  vu  hift.  1,  79.  .  .     C  umbellatuS)  x. ,  hift.  i* 
§1.  .  .     C  crijpus\  mas  v. ,  hifp.  1S9.  hift.  1,  69.  t  . 
Ct  incanusy  mas  11.,  hifp.  i37.  hift.  1,  €9.  .  .  C. 
i«fcff,  mas  \.x  hifp.  i55.  hift.  1,  G8.  .  .    ^.  halimi- 


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2,a6      *   Viertes  Back    Zwcytel  Kapitel. 

- 

folius  hifp.  i44-  »45.  hift.  1,  71.  .  .  Illicium  phi* 
lippinarum  bift.  2,  202.  .  .  Drlphinium  ambiguum, 
elathis  fimplici  flore,  hift.  2,  20S.  .  .  D.  intermedium, 
Aconitum  Lycoctqnum  flore  Delphin.,  2,  g4.  •  •  Aco* 
nitum  cauricum,  pann.  4o7»  hift.  2,  96.  . .  Ac.  neo* 
montanum,  neubergenfe,  pann.  4^8-  hift.  2,  96.  .  • 
4^  cernuum  pann.  4*51m  vixi«  hift.  2,  97.  .  .  ifc* 
Cammarum*  iudenbergenfe,  pann.  4l2a  hift.  2,97..  f 
ifc«  variegatum  %  Thora  italica,  pann.  4 1 4*  hift.  29  ' 
g8.  .  .  Rhizubolus  butyrofus  Gärtn.,  Gaftanea  peru- 
viana, hift.  t,8...  Anemone  patmaea,  hortenfis  Ja* 
tifolia,  bift.  248.  .  .  A.  pratenfis ,  PulfatiJIa  vul- 
garis faturatiore  flore,  daf.  246.  .  •  A.  hortenfis  daf. 
249*  •  •  apennina  daf.  2.5  die  untere  Figur.  •  . 
40.  coronaria  daf  257.  .  .  Cfrmatis  cirrhofa%  altera 
baetica,  hifp.  222.  hift.  1,  1*3.  .  .  C.  integrifolia, 
coerulea  pannonica,  pann.  294.  hift.  i,  1  23.  .  .  Ra- 
nunculus  amplexicaulis^  pyrenaeus  albo  flore,  append. 
alt.  auetar.  ad  exot.  .  .  R.  bullaeus,  autumnalis, 
hifp.  3i6. ,  grumofa  radice  1.  fpec.  11.  hift.  1,  238.  .  . 
R.  creticus  239.  .  .  R.  illyricus,  grumofa  radice  iv., 
240.  •  .  R,  alpeftris,  montani  fpec.  1.,  pann.  364*  hift. 
1,  234t  •  •  /?•  muricatus,  R.  praecox  in.,  hift.  i? 
233.  .  .  Ifopyrum  thalictroides,  Flamme.  thaJictri  fo* 
lip,  pann.  379.,  praecox  n.  hift.  i,  2^2. 

feucrium  fruticans ,  baeticum,  hifp.  229.,  Iii. 
hift.  348.  .  .  T-  montohum,  Polium  yn. ,  563.  .  . 
T.  gnaphahdrs ,  Polium  iv. ,  hifp.  243.,  V.  hift.  if 
362,  .  .  Nepeta  tuberofa*  Mentbaftrum  11.,  pann.  587., 
Iii.  hift.  2,  33,  .  .  Lavandula  d?ntatay  Stoechas,  hifp. 
s35.,  crifpo  folio  hift.  1,  34^.  .  *  L.  muhifida  hifp. 
«35.  hift.  1,  345.  .  .  Sideritis  hirfura,  berarlea,  hifp. 
3go.,  in.  hift.  2,  4<>.  .  •  5.  hyßopifolia>  vii.,  hift. 
s,  41-*»  Lamium  Orvala 9  Galeopfis  maxinia  panno- 
»ica,  pann.  5g  1.  bift.  2,  36.  .  .  Betonica  Alopecu- 
rosy  albo  flore,  hift.  2,  5g.  •  •    Stachys  hirta,  Oci* 


V 


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I 

< 

Untertaching  vaterländifcher  Pflanzen.  327 

* 

maftrum  valentinnm,  hifp.  392.  hift.  2,  4^-  •  •  Mar- 
rubium  peregrinum ,  alterum  pannonicum,  pann.  589. 
hift.  2,  34*  •  •  Thymus  pannonicus,  Serp^llum  pan» 
*ion.  in.,  pann.  627.  hift.  1,  36o.  .  .     Th.  Zygis  hift 

1,  558.  .  .  Th.  alpinus,  Clinopodium  auftriacum, 
pann.  623.  hifr.  1,  353.  .  .  T.  Marfchallianus  YV., 
Serpyilum  angufto  glabroque  folio  pannonicura,  pann. 
628.  hift.  1,359.,  °hne  Abbildung.  .  .  DracocepJia» 
lum  auftriacum,  Chamaepitys  auftr.,  pann.  632.  hift. 

2,  i85.  .  .    Prunella  grand'iflora ,  1. ,  pann.  607.  hift. 
43.  .  .     Pr.  alba  Pal).  MB.,  11.,  pann.  608.  hift. 

2,  43.  •  .  Pedicularis  afparagoides  Lapeyr. ,  Alecto- 
rolophus  alpina,  pann.  708.  hift.  2,  210.  ..  .  JP.  ro- 
Jtrata,  in.,  pann»  709.  hift,  2,  21 1.  .  .  Linaria  tri- 
phylla,  Linaria  Valentina,  hifp.  55i.,  hifpan.  1.  hift. 
1,  32o.  .  .  L./upina9  hifp.  T. ,  32 1.  .  .  L.  fimplcx, 
iv.,  323.  .  .  L.  alpina,  m.,  322..  .  L  ßeniftaffo- 
lia,  pannonica  1. ,  pann.  3o8,  hift.  1,  322.  .  .  Sero* 
fularia  tanacetifolia  WiJlrl.  hört.  bero).  t.  55. ,  creti- 
ca  1.,  hift.  2,  209.  .  .  Scrof,  pernalis,  Lamium  pan- 
nonicum  iL ,  pann,  59?.  hift.  2,  38.  ,  .  Orobanche 
ramofa  Sutton.,  fii.,  polyclonos  hift.  1,  271. 

Vella  annua,  Nafturtium  fylveftre  valentinum, 
hift.  2,  i3o.  .  .  Lepidium  alpinum,  Cardamine  alpi- 
na 111. ,  hjft.  2,  128.  .  ,  yeßcaria  finuata,  Eruca 
peregrina,  hift.  2,  i33.  .  .  .  Thlafpi  montanum,  11., 
i3i.  .  .  Tialpeftre,  Iii.,  daf.  .  .  Iberis  odorata, 
Thlafpi  iv.,  |32.  .  .  Peltaria  alliacea,  Thlafpi  1., 
pann.  466.  hift.  1,  *3o,  ,  ,  Bifcutella  picridifolia  La- 
peyr., Thlafpi  clypeatum,  pann.  4*71»  hift.  2,  1 53.  .  . 
Cardamine  trifolia  hift.  2,  1  27.  .  .  Cheiranthus  *ry* 
fimoides,  Leucoium  fylv.,  hift.  1,  299.  .  .  C.  lito- 
reust  marinum  minus,  298.  .  .  Hefperis  trißis,  i., 
daf.  296.  .  .  H.  inodora,  in.,  daf.  297.  •  .  Arnbis 
alpina,  Draba  n.,Jiift.  2,  125.  .  .  A.  bellidifolia, 
Piantula  Cardamines  alterius  aemula,  pann.  458.  hift. 


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3*8  Viertes  Buch.    Zweytes  Kapitel. 

2,  129.  .  .  4*  Turrita,  maior  Plateau,  126.  . .  Braß 
fica  arvenfis ,  camp^frris  11.,  127. 

Gerahium  pharum,  1. ,  pann.  4*6-  hift.  2»  99«  • 
(j.  nodofum,  hift.  2,  ioi.  .  .  G. /yhaticuntj  11.,  pann. 
4*8.  hift.  2,  99.  .  .  Lavatera  maritima,  Althaea  fr;z- 
tex,  hifp.  9  1.  hift.  2,  24-  •  •  Althaea  cannabina,  hift. 
2,  25.  .  .  Hibifcus  Sabdariffa ,  Alcea  americana,  hift. 
2,26. 

Polygala  maior  hift.  1,  324.  •  .  Erythrina  Co* 
tallod^ndron ,  Coral  arbor,  hift.  app.  253.  .  .  Spar,* 
tium  fpkaerocarpon,  11.,  hifp.  2o5.  hift.  1,  io2..  .  . 
Sp.Scorpius,  Afpalathus  alter  in.,  106...  Genifi* 
ßorida,  tinetoria  hifpan.,  hifp.  200.  hift.  i,  ^oi.  .  . 
G.  fagittalis,  Chamaegeuifta  11. ,  104.  •  •  Cv  cana- 
rienßs,  Cytifus  z.,  hifp.  191.  hift.  1,  94.  •  •  Cytifu^ 
divaricatus,  11.,  hifp.  192.  hift.  1,94«  •  •  &  capita- 
tus,  11.,  pann.  38.,  v.  hift.  1,  95.  .  .'  C.  aujtria- 
cus9  fecundi  fpec.  alt.,  pann.  39.,  v.  fpec.  alt  hift.  1, 
96.  .  .  C.fupinus,  111. ,  pann.  4**)  vn.  hift.  1,  94. 
.  .  C.  irißorus,  iv.,  hifp.  195.,  in.  hift.  1,94.  .  - 
Anthyllis  eyeifoides,  Cytifus  vi.,  96.  .  .  4*  Erina- 
cea  107.  .  .  VMa  pififormis,  Pifum  fylv\,  hift.  % 
£29.  .  .  V.  oroboides ,  Orobus  pannon.  iv.,  pann. 
741.  hift.  1,  23 1.  .  .  V.  amphicarpa ,  Theophrafti 
agotHu  opoiov,  exot.  88.  .  .  V.  pannonica,  fylv.  alba 
jflore,  pann.  745.  hift.  2,  2,35.  .  .  Coronilla  Valenti- 
na, Polygala,  hifp.  197.  hift.  1,98.  .  .  C.  glauca* 
Colutea  fcorpioides  1.,  97.  .  .  C  coronata,  n.,  98. 
•  .  Phaca  baetica,  Aitragalus,  hifp.  4^7*  hift.  2> 
234.  .  .  Aßragalus  hamofus,  monspeliacus,  hift.  2, 
204.  •  .  Am  Glaux  hifp.  470.  .  .  A.  auftriaqus,  Ono- 
brychis  11.,  pann.  7o3.  hift.  2,  239.  .  .  4*  afper, 
Qnobrych.  in.,  pann.  756.  hift.  1,  23g.  .  .  Trifo- 
lium alpeftre,  maius  in.,  245.  •  .  T.  montanum, 
maius  1. ,  daf.  .  .  T.  fragiferum  cur.  poft.  7.3.  .  . 
T.  fquarrofum,  Lagopus  anguftifoJia  hifp.,  hift.  2, 


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Unterfuchung  vaterländifcher  Pflanzen«  339 

247«  •  •  T.  refupinaium,  pratcnfc  falm^ntioum,  ljifp, 
474.  hift.  2,  247.  •  •  Lotus  tecragonolobus,  fihquo- 
fus  rubello  flora,  hift.  2,  244«  •  •  L-  cytijoide^^  Do- 
rycnio  congener  planta,  bilp.  2o4-  hift.  1,  icq. 

Hypericum  balearicum>  Myrto  -  ciftus  Pennaei, 
hift.  l,  68.  •  •  H-  hwnifufumy  fupiqum  in.,  hift.  2, 
181. 

Scorzonera  purpurea,  anguftifolia  iv.,  pann.  6^9. 
hift.  2,  109.  .  .  Sc.  hwnilis,  humilis,  panp.  635.1  pan- 
non.  11.  hift.  2,  108.  .  .  Sc.  rofeay  anguftifolia  in.,  s 
pann.  637.  hift.  2,  i38.  .  .  Sonchus  uliginofus  MB., 
Soochus  laevior  vulgaris  i.,  hift.  2,  146.  .  ,  Apargia 
incanay  Hieracium  vi.  mont^nqm,  hift.  2,  •  . 

Lapfana  pufilla,  Hieracium  ix.  minimum,  hift.  2,  142. 
.  .    Scolymus  maculatus  hifp.  447.  hift.  2,  i53.  .  . 
§c.  hifpanicus  daf,  .  ,      Serratula  discolor,  Carduus 
mollior  11.,  hift.  2,  i5».  .  .    Carduus  deßoratus,  Cir- 
fium  in. ,  hift.  2,  i49-  •  •    C  pannonicus,  Cirtluta 
pannonicum  1. ,  pann.  60G.  hift.  1,  148.  .  .     C.  tt?o/- 
]«,  mollior  1.,  i5o.  .  .    Carlina  racemofa,  fylv.  mi- 
nor hifpanica,  hift.  a,  167.  .  .     Carthamus  coeruleus, 
Cnicus  alter,  bift.  2,  i52.  .  .     Cacalia Kleinia,  Arhor. 
lavandulae  folio,  exot.  7.  .  .    C.  alpin     glabro  foJio, 
^ift.  2,  n5.  .  .     C.albifrons,  incano  folio,  daf.  .  . 
Santolina  fquarrofa^  Abrotanum  femina  vulg.,  hift.  1, 
54*  •  •  •     S.  rosmarinifüiid\  iv.,  342.  .  .  Tanane» 
(um  annuurrij  EJichrylon,  hift.  1,  026.  .  .  Artrrnifia 
fcoparia,  Abfyntbium  montanum,  pann.  55H. ,  tenuir 
folium  hift.  1,  539.  .  ,     A,  auftriaca,  Abfynthium 
auftriacum,  hift.  i,.359.  .  .    Erigeron  vifcofus,  Cony* 
za  maior,  hift.  2,  20.  .  .    Gtiaphalium  margaruaccum, 
f  americanum,  hift.  1,027.  .  .      Cineraria  campeftris, 
Iacobaea  paononica  fecunda,  pann.  573.  hift.  2,  22. 
Tuffdago  discolor  pann.  497.  .  .    Scbpcio  carniolicusy 
Chrysanthemum  alpinum  1.,  hift.  i,  333.  .  .    &  abro* 
tonifoluiS)  11,,  334.  .  .     S.  alpinus,  Iacobaea  111.,  , 


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I 


3^0  Viertes  Buch,    Zweytes  Kapitel. 

bift.  2,  23.  .  .     5.  Doronicum  f  Doron.  auftr.  in., 
hift.  2,  17.     .      lnula  Oculus,  Conyza  xn.,  aoftr, 
hift.  2,  20.  .  .     In.  Bubonium,  After  montanus  iv., 
hift.  2,  14«  •  •    In*  enfifolia  i  After  Tl. ,  i5.  .  .  Ar~ 
aica  montana ,  Doronicum  V.  Tl.,  pann.  522.  hift.  2, 
4  8.  .  .    ^-  Doronicum ,  1.,  pann.  5 18.  hift.  2,  17.  .  • 
/}.  gtacialis,  in.,  pann.  52  1.  hift.  2,  17.  .  .  Doro- 
nicum fcorpioides  W. ,  latifolium,  hift.  2,  16.  .  .  Z). 
auftriacum,  i.,  pann.  524.  hift.  2,  ig.  .  .  Chrysanthe» 
mum  coronarium,  creticum,  hift.  1,  335.  .  .  Pyrc* 
thrum  alpinum,  Leucanthemum,  daf.  .  .    Achillea  Cla» 
vmnae,  Abfinth.  alpinum  umbelliferum ,  pann.  553. 
hift.  34o.    Sie  hat  den  Namen  von  Nico).  ClavennOf 
Apotheker  in  Belluno,  deffen  Tr.  de  Abfintbio  um- 
bellifero  Venet.   1610.  4.  herausgekommen  ift.  .  . 
A.  atrata>  Parthenium  alpinum,  336.  .  .     A.  tomen* 
to/a>  Srratiores  miüefolia  flavo  flore,  33o.  .  .    A.  /a« 
nncpüfölia%  Millefolium  rubro  colore,  33 1.  .  .  Bu» 
phthalmum  maritimumy  After  u. ,  hift.  2,  i3.  .  .  B. 
falicifolium ,  After  iu.,  daf.  .  .    Centaurea  erucaefo» 
Ha,  Stoebe  falmantica  11.,  bift.  2,9.  .  .    C.  armorach 
faiia  Smith.,  Gentaurium  maius  11.,   hift.  2,  11.  .  . 
C.  alba,  Stoebe  IV.,  daf.  9.  .  .    C.  fplendensy  Iii.,  hifp. 
56i.  hift.  2,  io.  .  .     C.  Calcitrapa  hift.  2,  7.  .  .  C. 
V-rutum*  Iacea  luteo  flore,  hifp.  368.  hift.  2,  8.  .  . 
C.  falmantica ,  Stoebe  falmantica  1.,  hifp.  36o.  hift.  2, 
9.  .  .      Micropus  erectus9  Gnaphalium  m. ,  Plateau, 
hift.  1,329. 

Cymbidium  Corallorrhiza ,  Dentaria  coralloide 
radice,  hift.  2,  120.  .  .  Limodorum  abortivum,  Pfeu- 
do  Leimodorum,  hift.  1*270.  .  .  Arißolochia  glau- 
ca  hift.  2,  71. 

Myriophyllum  verticillatum  hift.  2,  252. .  .  Quer» 
cus  humilis  Lam.,  Robur  V.,  hifp.  24.,  vn.  hift.  i, 
19.  .  .  Qu.  coeeifera  hifp.  34-  .  .  fi«  auftriaca  Wil Id., 
Gerrits  1.,  20.  .  .     Qu.  lufuanica  Lam. ,  Robur  irt| 


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Vnterfnchung  tatcrländifcher  Pflanzen.  331 

hifp.  23.  hift.  i,  18.  19.  .  «    ßw«  pubffcenSf  Robur 

1.  et  in.,  daf.  .  .  Corylus  Coluraa;  AveiJana  pumila 
byzantina,  hift.  1,11...  Cor.  tubulo/a  daf.  .  Arum 
Orientale  MB.,  A.  byzantinum,  hift.  2,  70.  .  .  Hura 
erepitans,  Baruce  ex  Hura,  exot.  47-  Manicaria 
faccifera,  Palma,  exot.  4*  •  •  Pinus  Pumi/io,  Pina* 
fter  iv.,  hift.  1,  32.  .  .  Forßera  mufcifolia  ,  ?Amo- 
mum,  ad  Gare.  199.  Er  konnte  die  Pflanze  von  Ma« 
geibaens  oderDrake's  Begleitern  bekommen  haben. 

Empetrum  albumy  Erica  coris  folio  x.,  hifp.« 
117.  hift.  1,  45.  .  •  V'ifcum  Oxycedri  MB.  hifp.  102. 
*o3.  hift.  1,  3g.  .  .  Smilax  nigra  hift.  1,  11 3.  .  . 
Sm.  Pfeudochina  exot.  83.  J  .  Dorßenia  Drakena 
exot.  83.  .  .  Mercurialis  tomentofa,  Phyllum  mari- 
ficum ,  hifp.  398.  ^99.  hift.  2,  48. .  .  Carica  Papaya, 
Mamoera  Lufitanorum,  cur.  poft.  78  —  81.  .  .  S'h'f 
nus  Molle,  Monard.  ed.  Cluf.  p.  47.,  Antverp.  1579. 
3*>  cur.  poft.  $4* 

Polypodium  calcareum  Smith.,  Filix  pumila  fa* 
xatilis  1. ,  hift.  2,212.  .  .  P.  quereffolium,  indicum, 
exot.  89.  .  .  Afplenium  palmatum,  Hemionttis  per- 
egrina,  hifp.  494»  •  •  Botrychium  rutaceum  Sw., 
Lunaria  minor  ramofa,  3,  119.  .  .  Lycopodium  den* 
ticulatum ,  Mufcus  terreftris  iufit. ,  hifp.  4g6.  hift.  2, 
24g.  •  •  Fucus  veßculofus,  Quercus  marina,  hift.  1, 
21.  .  .    F.  Plocamium,  Mufcus  marinus,  25o._ 

Auch  in  Uoterfcheidung  der  Schwämme  ver- 
fechte Geh  der  treffliche  Mann.    Peziza  Aurl.ula  hift. 

2,  276.  .  .  Phallus  impudicus  288.  .  .  Meruitus  lo*- 
batusy  Fungi  alii  E.,  294*  •  •  Morchella  efiulmca 
264.  .  •  Clathrus  ruber ,  Fungus  cancellatus  in  app, 
alter,  auetar.  ad  exot. ,  find  neu* 


33*  Viertes  Buch.    Zweytes  Kapitel, 

iv.  . 

Franzofen. 

*  * 

Unter  den  Franzofen  des  fechzehnten  Jahrhun- 
derte hat  fich  Niemand  bedeutende  Verdienfte  um  die 
Botanik  erworben.  Ruel  hatte,  wie  wir  fahn  (S.  254*)> 
die  Pflanzen  der  Alten  zu  erklären  gefacht.  Peter 
tctia  aus  Narbonne  arbeitete  gemeinfcliaftlich  mit 
Lobelius.  Jac.  Dalechamp,  Arzt  in  Lyon  (geb.  i5i3, 
i5ö'S),  fammelte,  mit  Hülfe  Jo.  Bauhin's  und  Mo* 
Ivneux,  alles,  was  bis  dahin  entdeckt  war,  liefs  die 
Abbildungen  aus  feinen  Vorgängern  copiren,  und 
gab  eigene  Befchreibungen  dazu.  Doch  ift  die  Hi«? 
ftoria  generalis  plantarum,  vol.  1.  2.,  Lugd.  1587. 
fol.,  von  dem  Verleger  Rouille  herausgegeben,  mjt 
grotser  Vorficht  zu  gebrauchen,  weil  manche  Be- 
itreibungen nicht  auf  die  nebenftehenden  Holz- 
frbnitte  paffen.  Doch  find  einige  Pflanzen  hier  zu- 
erft  befchrieben : 

Vvronica  urticarfolia,  maxima,  11  §5.  .  .  Aar 
ihoxanthum  odorätum  426.  ♦  .  Saccharum  cyiindri- 
cum,  Gramen  tomentofum,  43o.  .  •  Elymus  arena* 
rius,  Oxya^roftis  maritima ,  432*  •  •  Knappia  agro* 
ftidra  Sm. ,  Gramen  minimum ,  424-  •  •  Dactylis 
glom?rata>  Gr.  fpicatum,  427-  •  •  Polycarpou  tetra- 
phyllumf  Paronychia  altera,  12 13. 

Globularia  nudicaulis*  Aphyllantbes  111. ,  8B4- 
+  •  Plvntago  alpin a>  Holofteum  quorumdam,  1  i83, 
^  .    Camforofina  glabra,  Chamaepeuce  Plinii ,  1179.. 

Androjace  Chamaeiafme,  lafme  rnontana^  1204. 
„  .  fio/a  calcarata,  Melanium  montanum,  ib.  .  . 
Convolvulus  faxatilis ,  Lychnidis  fylyeftris  fpecies  My» 
coni,  S17.  .  .  Verbafcum  Myconi,  Auricula  urfi, 
957.  -  .  Eryngium  rigidum  Lam. ,  Spina  alba,  1462. 
.  .  Ferula  nodiflora,  Narthecium  Theophrafti,  7.54. 
, .    Angelica pyrenaicq,  Spr?  Libanotis  minima,  766, .  « 


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Unterfüchung  vaterländifcher  Pflanzen. 

'Cauöälis  platyoarpos,  Lappa  boaria;  762.  .  .  Myrrhts 
äromatica,  Myrrhis,  760.  .  .  M.hirfuta,  Cicuta- 
ria  alba  et  rubra,  789.  .  .  A7.  Bunium  ^pr. ,  Ofnart- 
thes  fpecies,  780.  .  Meum  heteruphyü/m  Mönr  h., 
Daucus  nr.,  717-,  ßunium  775.  .  •  Sejrli  mouta» 
num9  Meum  aliud,  7^0.  .  .  &  glaticum,  S.  mafti- 
'lienO,  749.  .  .  5.  gracüe  Kit..  Pyrethrum  0*  n'  ri, 
•i  170.  .  .  Oenanthe  gfobulbfa,  Sifer  paluftre,  7^4. 
Sijbn  verticillatus ,  Daucus  pratenfis,  718. 

Ornithogalum  latifolium^  magnum  MycomT  i58"5. 
.  .    Mbhringia  mufcofa  >  AJfine  mufcofa,   1  ji 35-  *  • 
'ifcer  mönspfiffulctnum  9 

Saxifraga  Aizoon,  Pbyllon  thely^onon,  1 1  g/J. .  * 
Gypfophila  rigida ,  Tunica  minima,  1191. 

Sedum  dafyphjllum,  Aizoon  dafyphy  Hürh,  n33* 
Euphorbia  verrucofa,  Tithy  malus,  1  S5o. 
Sarracenia  flava ,  Turis  limpi  fi  folium,  171 J.  .  . 
Cifius  Tuberar la^  rraior  Myconi,  1099.  •  •  Anemo- 
ne apiiJolia9  Pulf««tilla  in,,  85i.  .  ,  Ranunculus  he- 
-dtracpui  io3i;  .  i  /i.  platanifolius ,  mantanus  al- 
tous,  ib. 

Lamium  incifuni,  Bailote  crifpa  maior,  1253. 
Srinus  alpinus,  Ageratum  purpureum,  1 184. 

Cakile  maritima,  Eruca  maritima,  1394.  •  ;  Ibe^ 
ris  fempervirens,  Thlafpi  montanum  clndidum,  1  180* 

Alehaea  hirfuta,  AIcea  villofa,  5g4« 

On onis  pinguis^  lutea  nön  fpinofa,  449«  •  •  £0* 
tonilla  minima ,  Lotus  önneapbylios,  5 10.  .  .  O.per- 
pufilliiSy  Ornithopo  tium  tuberofum,  486.  .  .  dfera* 
galus  montan us  iö+j.  .  i  Medicago  minima ,  Tri- 
buiuS  minor  rectus ,  5*3.  ( 

Arnopogon  Dalechampiiy    Hieraciüm  magnum-, 
56g.  male.  .  •    Sonchus  picroides,  CrepiS,  562.  . 
trenanthes  muralis,  Sonchus  dendroides,  573*  i  1 
Andryala  intpgrifölia>  Soncb.  lanatus,  1116.  .  .  CnU 
cus  Erifithales  Jog4»  •  •    Qnaphalium  lutea  •  albumj 


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r 

I 

t 

3 34  Vierte*  Buch.    Zweytes  Kapitel. 

A^eratum  aliud  quorumdam,  778.  .  •  Conyza  Jbr? 
diday  Ageratum  aliud  quorumdam,  778.  .  .  Er  ige- 
ron  glutinofus ,  Conyza  montaoa,  1201.  .  .  Anüie- 
mis  maritima*  Ohamaemelum,  1394.  .  .  Chrysan? 
themum  Myconi  87.3. 

Orchis  globojtti  rotundus,  \55S. 

Acrofcichum  Marantae  1-321.  .  Polypodium 
ifop.nfe  i2  3o.  .  .  Marfdea  quadrifolia,  Lemma,  1014. 
ioi5. 

Die  Irrthümer  in  diefem  Werke  deckte  zum 
Xheil  Jak.  Ports  in  feinen  Animadverßonibus  in  hifto- 
riam  pldntarum  generalem,  Lugd,  1600.  8.,  zum 
Jheil  C.  Bauhin  in  einem  gleichnamigen  Buch«,  Frcf. 
1601.4*)  auf.  .Sie  zeigten,  dafs  unzählige  Pflanzen 
zwey  -  bis  dreymahl  unter  demfeJben  Namen  vor- 
kommen. 

-  v.  •  ••• 

Britten. 

- 

Auch  in  England,  wo  die  Belgier  Lobeliüs  und 
Glufius  die  Botanik  mit  fo  grofsem  Eifer  und  Erfolg 
trieben,  fand  diefe  Wiffenfchaft  wenig  ausgezeichnete 
Beförderer. 

Wilh.  Turner,  zu  Morpeth  in  Northumberland 
.gehören,  ein  Geiftlicher,  fammelte  und  unter  Füchte 
aufs  eifrigfte  die  Pflanzen  feines  Vaterlandes.  Von 
■der  \Vahrheit  der  Lehren,  die  die  Reformation  ver- 
breitete, aberzeugt,  hatte  er  diefe  mit  fo  grofsem 
Eifer  vejrtheidigt ,  dafs  er  Landes  verwiefen  wurde« 
Er  ging  nach  Deutfchland,  und  lebte  bald  in  Kölln, 
bald  in  Strasburg,  bald  in  Bafel.    Der  Umgang  und 
die  nähere  Verbindung  mit  den  grofsen  deutfchen 
Pflanzenforfchern  erleichterten  ihm  feine  Verbannung. 
Er  ging  darauf  nach  Padua j  wo  er  mit  fo  glücklichem 
Erfolg  die  Arzneykunde  ftudirte,  dafs  ihm  die  höch- 
fte  Würde  in  derselben  ertheiit  wurde.  Dann  kehrte* 

1 


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Unterfucbung  vaterläridifcher  Pflanzen.  3^ 

er  unter  der  Regierung  Eduards  VI.  als  Arzt  wieder 
in  fein  Vaterland  zurück,  wo  ihn  der  Herzog  von 
Somerfet  zu  feinem  Leiharzt  ernannte:  auch  ward  er 
Dechant  von  Wells  und  Kanonikiis  zu  Windfor.  Die 
Gärten  zu  Kew  und  Wells  waren  von  ihm  angelegt. 
Er  ftarb  i56>3.  Sein  new  herball  erfchien  zuerft  Lon- 
don i55i.  fol.  und  dann  in  drey  Bänden  zu  Kölln 
i5b'8.  Die  erften  beiden  Theile  enthalten  die  Pflan- 
zen der  Alten:  die  Abbildungen  find  aus  Fucbfius  ent- 
lehnt. Der  dritte  enthält  Zufätze,  worunter  aber 
fehr  wenig,  wirklich  neue  Pflanzen  vorkommen: 
Afperula  arvenfis,  Aliffon.  .  .  Ruta  anguftifolia  Perf. 
#  .  Sedum  reßexum,  S.  minus..  .  Crambe  mariti- 
ma, Braffica  fylveftris.  .  .  Afiragalus  glycyphyllos, 
Glau*. 

Job«  Gerard,  zu  Nantwicb  in  Chefhire  i545 
geboren,  ward  Wundarzt  und  Auffeher  des  Garten« 
eines  Lords  Burleigh.  Auch  legte  er  zu  Holborn  ei* 
nen  eigenen  botanifchen  Garten  an.  Er  ftarb  im  Jahr 
1607.  Wir  haben  von  ihm  ein  Werk  unter  dem  Ti- 
tel :  The  herball,  or  general  hiftorie  of  plantes,  Lond. 
1597.  fol.,  welches  Thom.  Johnfon ,  mit  Zufätzen 
bereichert,  i653.  fol.  herausgab.  Die  meiften  Pflan- 
zen find  aus  Dodonäus  und  Tabernämontanus  ent- 
lehnt. Die  Befchreibung  foll  von  einem  Prielt  her* 
rühren,  den  ein  gewiffer  Norton  dafür  bezahlte«  Als 
Prieft  geftorben,  gab  Gerard  deffen  Arbeit  für  die 
feinige  aus.  (LobeU  illuftr.  2.  p.  i3.)  Durch  John- 
fon's,  eines  Arztes  in  Oxford,  Bemühung  ward  dies 
Werk  brauchbarer«  Es  enthält  ungefähr  folgende 
neue  Pflanzen: 

Amomum  Cardamomum,  verum,  i54^.  f.  6.  .  . 
Rynchofpora  alba  Vahl.,  Gramen  iunceum  leu- 
canth.,  3o.  *  .  Panicum  verticillatum  i5.  f.  1.  .  • 
P.  viride  17.  .  .  Feftuca  Myurus  29.  .  .  Arundo 
arenaria,  Spart  um  angiicanuin,  42»  •  •     Horde  um 


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335  '         Viertes  Buch.    Zweytes  Kapitel. 

fecalthum  29.  .  .  Potamogeton  heterophyllus  Schreb* 
821.  .  .  P.  perfoliatus  822.  .  .  Ruppia  maritima, 
Fucus  ferulaceus,  1  573. 

Campanula  latifolia  44$.  .  .    C.  hybrida,  Spe- 

♦  culum  veneris  minus,  4^9*  •  •  Chenopudlum  poly- 
fpermum  325.  ;  .  Ajclepias  variegata ,  Vincetoxi- 
•cutn  indicum,  100.  .  .  Aethufa  Cynapium*  Cicu- 
taria  tenuifolia,  io63:  .  .    Myrrhis  temula,  Cere- 

•  folium  fylveftrej  io38.  .  •    Pimpinella  fege  tum  Spr., 
'Selinum  fii  folio,    10        .  .      Drofera  longifolia 
i556.  > 

Polygonufri  minus,  Perficaria  pufilla  repeds, 
446:  .  .  Arenaria  peploides  *  Antbyllifc  lentifolia, 
»622.  .  .    Roja  ntbiginofa  1269. 

Mentha  gracilis  fcSo.  .  .  Stachys  fylvatica>  Gä- 
leopfis  vera,  784«  •  •  $?•  paluftris,  Panax  Goloni, 
^oo5.  ..  Scutellaria  minor ,  Gratiola  latifolia»  58  i. 
'.'  Teesdafia  nudicaulis  R.  Br..  Burfa  paftoria  mini- 
ma, 276.  ;  .  Trifolium  maritimum,  ftelJatum  glabrum, 
1208.  .  .    T.  filiforme  1186. 

Cineraria  integrifolia  Smith.  Linn,  trdnsact. 
Vol.  9.  p.  ^37.,  Pulmonaria  aurea  f.  anguftifolia,  3o4- 
.  .  Cnicus  eriopJiorus  1152.  .  .  Ariftolochia  Ser- 
-pentaria,  Snakeweed,  848,  ;  .  Salix  aurita  et  acii- 
minata  1390. 

vi. 

■  ■  k 

Spanier  und  Portugiefen; 

t)er  Verdienfte  des  Andr.  Lacuna  ünd  Perez 
üm  die  Erklärung  der  Pflanzen  der  Alten  haben  wir 
fchon  oben  erwähnt.  (S.  255.) 

An  ße  fchliefst  fich  ein  Portugiefä,  Jo.  Roderich 
de  CaftelJo  Blanco,  gewöhnlich  Amatus  Lußtanus 
genannt  ,4  da  er  die  Unterfuchung  vaterJändifcher 
Pflanzen  mit  kritifchen  Forfchnngen  über  die  Ge- 

■ 


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Upterfuclfung  vaterländifcber  Pflanzen*  337 

wächfe  der  Alten  zu  verbinden  wufste.  Aus  Beira 
in  Portugall  gebartig,  lebte  er  zu  Antwerpen ,  Fer- 
ra ra ,  Ancona,  Ragufa  und  endlich  zu  TbeffaJonich. 
Seine  Enarrationes  in  DiofcoriHem ,  Argentor.  i554* 
4. ,  enthalten  manche  Aufklärungen  Ober  verkannte 
Pflanzen.  Zu  Antwerpen  unterfuthte  er  die  China  - 
Wurzel,  die  Narde,  den  Coftus,  die  Bataten  und 
Culocafia.  Zu  Ancona  zeigte  ihm  der  Gefandte  des 
römifchen  Kaifers  bey  der  Pforte  das  wahre  Rheum 
ponticum,aus  dem  Pontus  felbft  mitgebracht,  (p.  2S8.) 
Dort  fand  <!r  Salfola  Tragus  (41$ ),  in  Spanien  hau- 
fig  Lygeum  Spartum  (471.),  AtripJex  Halimus  (1 10.) 
und  Erica  baccans  (log.)* 

Ein  Freund  von  Paradoxieen  und  Zänkereyen} 
zog  er  (ich  viele  Feinde  zu,  und  wird  von  feinen  Zeit- 
genoffen  mit  geringer  Achtung  behandelt. 

Jak.  Pet.  Eßpve%  der  die  theriaca  des  Nikander 
herausgab,  hatte  Valencia  durchforfcht.  Seine  Samm- 
lung von  Pflanzen  aus  diefer  Provinz  hat  blofs  Escola- 
do  gefehn.  (Cnva/i.  anal  de  hift.  nat  n.  20.  p.  1 16.) 

Jo.  Fragoß,  aus  Toledo,  Leibwundarzt  Phi- 
lipps iL,  hatte  mit  Franz  Hernandez  die  Provinz  Se- 
villa durchreifet.  Es  ift  indefs  davon  keine  Ausbeute 
bekanntgeworden.  (Cava*,  a. a.  O.  p.  111.) 

Bern.  Cienfuegos,  aus  Tarragona,  Prof.inAlca- 
la  de  Henares,  hatte  ganz  Spanien  durchreifet,  und 
hinterliefs  lieben  Bände  Befchreibungen  und  Abbil« 
düngen  fpanifcher  Pflanzen ,  die  noch  im  Efcurial  auf- 
bewahrt werden.  (Cava/u  a.a.O.  p.  ia3.) 


VII. 


\  Polen. 

Selbft  die  Polen  gewannen  die  Pflanzenkunde 
Heb:  doch  beftand  ihre  Bemühung  blofs  in  Compi- 
latton. 

©•Ich,  d.  Bottnik.  ifB,  2.2 


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338  Viertes  Buch.    Zweytes  Kapitel/  : 

Von  Marc.  Urzedowa  haben  wir  ein  Herbarz 
Polski,  Krakow  lSgS.  fol.,  welches  gröfstentheils 
aus  dem  Matthiolus  flberfetzt  ift.  Manche  Pflanzen 
find  erdichtet  *  wie  Lanaria  herba  p.  180.,  Levifti- 
cum  p.  186.,  Paliurus  p.  23 1.,  Sinapis  p.  286.  An- 
dere haben  ganz  verdorbene  Namen.  Die  Garten- 
Nelke  heifst  Antipater  p.  ö5. ,  Ranunculus  bulbofus, 
After  atticus  p.  4».>  Parietaria  ift  Melampyrum  ne- 
in orof  um  p.  2Cj3. ,  tt.f.  f. 

Ein  anderer  Compilator  ift  Andreas  Kobylina, 
deffen  Nauka  lekarska%  oder  Arzneykunfr,  nach  dem 
Zeugnifs  meines  Collegen  Beffer  in  Krzeminiec,  viele 
gute  Pflanzen  *  Abbildungen  enthält» 

Drittes  Kapitel. 

Botanifche  Gärten. 

Durch  Anlegung  und  Unterhaltung  botanifcher 
Gärten  hat  die  Pflanzenkunde  fehr  gewonnen.  Nicht 
blofs,  dafs  aus  allen  Welttheilen  die  verfchjedenften 
Formen  unter  die  Augen  eines  Beobachters  gebracht 
werden ,  fondern  dafs  man  die  befte  Gelegenheit  hat, 
die  Arten  zu  prüfen  und  zu  unterfcheiden ,  macht 
die  botanifclien  Gärten  zu  wichtigen  Lehranftalten 
der  Kenntnifs  der  Pflanzenwelt. 

Wir  haben  erzählt,  dafs  Theophraft  den  erften 
botanifche n  Garten  anlegte  (S.  54-) ;  dafs  Attalus  Pbi- 
lometor  in  Pergamus  und  Mithradat  Eupator  giftige 
Gewächfe  zogen  (S.  io3.);  dafs  Antonius  Caftor  zu 
PJinius  Zeit  einen  Pflanzen  -  Garten  unterhielt  (S. 
i64*)>  dafs  Karl  der  Grofse  die  Anlegung  von  Garten 
verordnete,  worin  viel  fremde  Gewächfe  gezogen 
wurden  (S.  196.);  dafs  Matth.  Sylvaticus  zu  Anfang 
»des  Vierzehnten  Jahrhunderts  in  feinem  Garten  zu  Sa- 
lem morgenlandifche  Pflaneen  zog  (S.  257%);  und 


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Viertes  Bach.    Drittel  Kapitel.  339 

endlich,  dafs  die  Republik  Venedig  im  Jahr  *533  ei- 
nen öffentlichen  medicinifchen  Garten  anlegen  liefs 
(daf.). 

Im  fechzehnten  Jahrhundert  leuchtete  Italien 
wieder  in  diefer  Hinficht  mit  rühmlichem  Beyfpiel 
vor.  Herzog  Alfons  von  Efte  (er  wird  ewig  in  un- 
terblieben Gefangen  leben)  erwarb  (ich  auch  das 
gro/Ve  Verdienft,  dafs  er,  von  Leonicenus,  MufaBra- 
favola  und  Manardus  angefeuert,  mehrere  Gärten  an- 
legte,  und  aus  dem  Morgenland  Pflanzen  und  Saamen 
kommen  liefs.  (S.  255.)  Den  fchünften  Garten  iiefs 
er  auf  einer  Infel  am  Po  einrichten,  und  nannte  ihn 
Belvedere.  (Brafavol.  exam.  p.  2cSb\  289.)  Vorfte- 
herdiefes  Gartens  war  eine  Zeit  lang  Panci,  Prof.  in 
Ferrara.  {Fantuizi  vita  di  Aldrov,  p.  237.)  Andere 
begüterte  Einwohner  von  Ferrara  folgten  diefem  Bey- 
fpiel. So  hatte  der  Oheim  Mufas,  Joh.  Brafavola, 
ein  Gewächshaus.  {Brafasr.  exam.  p.  3 16.)  So  fah 
man  in  dem  Garten  eines  Acciajuoli  zu  Ferrara  fehr 
viel  ausländifche  Gewächfe.  (Amat.  Lufit.  iQ  Diofcor. 
p.  290.  375.)  In  Ferrara  war  damals  die  befte  Gelegen* 
heit,  Pflanzen  Sammlungen  anzulegen :  derEngJän» 
der  Joh.  Falconer  kam,  wie  mehrere  Ausländer, 
dorthin,  um  die  Gelegenheit  zu  benutzen.  {Amat.  in 
Diofc.  p.  537.) 

Eben  fo  zeichnete  fich  Venedig  aus.  Die  Cor- 
naro's,  Micheli's,  Morefini's  begüofügten  das  Stu- 
dium der  Botanik  durch  ihre  grofsen  Handels  -  Ver- 
bindungen, wie  durch  die  Anlegung  von  Gärten. 
(Brajavol.  fimpl.  p.  3i  6.  322.  Amat.  in  Diofc.  p.  24o.) 

In  Padua  und  Pifa  zugleich  wurden  akademifche 
Gärten  eingerichtet.  Dort  hatte  fchon  i533  Franz 
Bonaßde  die  «rfte  Profeffur  der  fimplicium  ,  oder  der 
Botanik.  (Tiraboschi  letterat.  ital.  vol. 7.  P.2.  p.  5o.) 
Auf  Anfuchen  deffelben  liefs  Dan.  Barbaro,  Patriarch 
von  Aquilegia,  ein  Gewächshaus  bauen,  und  Aloyf. 

22  • 


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< 

340  Vierte«  Buch.   Drittes  Kapitel« 

Mundella  ward  der  erfte  Auffeher  des  Gartens.  (Be~ 
Ion  in  Cluf.  exot.  p.  239.)  Kafpar  de*  Gabrieli  ward 
der  vorzüglichfte  Wohlthäter  des  Gartens.  (Stephan, 
de  re  hört,  p.  45.  Oesner  de  höre.  Germ,  f.  23g.  b.) 
Drey  andere  Garten  »Beßtzer  in  Padua,  Priuli,  Pa- 
fqualigiund  Bern.  Tri vifano,  rahmt  Anguillara.  (fempL 
p.  34*  80.  90.) 

Die  Univerßtät  zu  Pifa  erhielt  auf  Befehl  des 
Cofmus  von  Medici,  unter  der  Aufficht  des  Lucas 
Ghini ,  einen  botanifchen  Garten ,  wozu  der  Fürft  im 
Jahr  i544  am  Arno  ein  Grund ftück  einräumte.  Auch 
der  Nachfolger  des  Cofmus,  Ferdinand,  febickte  ei- 
nen Jofeph  Benincafa  (Cafabona)  nach  dem  Orient, 
um  Pflanzen  und  Saamen  zu  fammeln,  und  machte 
ihn,  nach  feiner  Rückkunft,  zum  Auffeher  des  Gar- 
tens. (Calvi  comment.  hiftor.  Pifani  viretu  Pif.  1777. 
4*)    Diefer  legte  auch  den  Garten  zu  Florenz  an. 

Zu  Bologna  ward  i568,  auf  Aldrovandi's  An* 
rathen,  der  akademifche  Garten  eingerichtet. 

Berahmt  war  auch  der  Garten  des  Cä'far  Nicle- 
fola  1  wo  viele  griechifche  Pflanzen  in  zwey  grofsen 
Gewächsbäufern  erhalten  wurden.  (Pona  her  in  Bald. 

P-  90 

In  Neapel  war  der  Garten  des  Pinelli  reich  und 
berühmt:  Maranta  preifet  ihn  ungemein. 


In  Frankreich  wurden  botanifche  Gärten  erft 
fplt  angelegt:  denn  noch  1 558  hatte  die  parifer Uni- 
verßtät keinen  botanifchen  Garten.  (Belon  negL  cult. 
p.  240.)  Doch  war  der  Privat- Garten  des  Ren. Bei- 
lay, Bifchofs  von  Mans,  zu  Touvoy  bey  Mans  fchon 
früher  der  reichfte  in  Frankreich.  (Belon a.a.O.  216. 
C.  Stephan,  de  re  hört.  p.  3 1 .) 

Der  erfte  akademifche  Garten  inJYankreich  war 
der  zu  Montpellier,  den  Pet.  Richter  de  Belleml  zu 


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JBotahiiche  Gärten.  '  341 

Ende  des  fechzehnten  Jahrhunderts  anlegte,  nach- 
dem die  Regierung,  anf  des  Herzogs  von  Ventadour 
Betrieb ,  das  Grundftück  dazu  gefchenkt  hatte.  Er 
fafste  zuerft  den  Gedanken,  den  Boden  des  Gartens 
zu  ändern,  nach  der  Verfchiedenheit  der  Gewächfe; 
er  fandte  auf  feine  Koften  fechs  Jünglinge  durch  Lan- 
guedoc  und  Guienne,  um  Pflanzen  forden  Garten  za 
iammeln:  unter  diefen  Jünglingen  war  auch  derPreu- 
fse  Löfel.  Ja,  als  der  Garten  bey  einer  Belagerung 
von  Montpellier  fehr  gelitten ,  foli  Richier  aus  eige- 
nen Mitteln  100,000  Livres  an  die  WiederherfteJiung 
deffelben  gewandt  haben.  (Amoureux  recherches  für 
la  vie  de  BellevaU  1786.  8.  Hifioire  de  Languedoc, 
tom.  5.  p.  4t>7»  5o$.) 


Was  in  Deutfchland  für  botanifche  Gärten  int 
fech zehnten  Jahrhundert  waren,  erfahren  wir  aus 
Conr.  Gesners  Schrift :  de  hortis  Germaniae,  beyVa« 
ler.  Cord.  Es  find  lauter  Privatgärten:  des  Aretius 
zu  Bern,  des  Cord us  zu  Marburg,  des  Coudenberg 
zu  Antwerpen,  des  Curtius  zu  Lindau,  des  Fuchfius 
zu  Tübingen,  des  Minkel  zu  Strasburg,  des  Scholtz 
zu  Breslau  und  des  Zwinger  zu  Bafel.  Auch  Chri- 
ftoph  Leufchner  hatte  zu  Meifsen  einen  berühmten 
Garten.  (Fabric.  rer.  misnic.  Üb.  3.  p.  21 1.) 

Der  wichtigfte  unter  allen  war,  den  Joach.  Ca* 
merarius,  Arzt,  in  Nürnberg  befafs,  (geb.  i534, 
f  1598.).  Sein  Neffe,  Joach.  Jungermann  aus  Leip- 
zig, war  fein  Gehülfe:  ditfer  ftarb  auf  einer  Reife  in 
den  Orient  im  Jahr  i59 1 .  Camerarius  gab  eine  treff- 
liche Befchreibung  der  Pflanzen  feines  Gartens  mit. 
Abbildungen  heraus:  Hortus  medicus  et  philofophi- 
cus,  i588.  4.»  worin  folgende  Pflanzen  neu  find:  „ 

Montia fontana ,  Portulaca  exigua ,  p.  i3i.  .  . 
Sherardia  arvenßs ,  Rubeola  arvenfis,  x49-  •  •  Phy* 


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34* 


Viertes  Buch.    Drittes  Kapitel. 


falis  angulata,  Halicacabutn ,  t.  17.  .  .  Gentiana 
bavarica  r.  1 1.  .  .  Gent,  imbricata  ib.  f.  2.  .  .  Eryn- 
gium  amvthyftinuni,  tot  um  roeruleurq,  p.  5&.  •  . 
Bupleurum  lonsifolium,  Perfoliata  montana,  t.  38.  .  . 
Cachrys  dhhotoniu  Spr.,  Caucahs  hifpanica,  t.  11,  .  , 
Silenz  fruticofa,  Ocirnouies  fruticofuin,  t.  53.  .  .  & 
noctißora*  0( .  noctiflorum ,  t.  34.  .  .  Euphorbia 
Gerardiana,  Tithymalus  linifolius,  170. 

Scrofularia  po.regrina  t.  43.  •  .  Burdas  Jyriaca9 
Rofa  hierocbuntica  aiia ,  t.  4a.  .  .  Cheiranthus  tri- 
cufpidatus*  Leucoion  marinum,  t.  24.  .  .  Sidain- 
dica,  Abutilon,  t.  1.  .  .  Hibifcus  fyriavus ,  Alcea 
arborefceos,  t.  4«  •  •  Anthyllis  tetiaphylla.  Trifo- 
lium baJicacabum ,  t.  47«  •  •  Trifolium  italicum, 
Mt-iilotus  italica,  t.  29.  .  .  Lotus  ornithopodioides 
t.  2*).  .  .  Medicago  maculosa  t.  27.  .  .  liieracium 
dubium*  Lactucella  fylveftris  repeos,  p.  82.  .  .  C//i- 
cus  fyriacus*  Carduus  Iacteus  fyriacus,  t.  10.  .  .  Ate- 
ottia  repens^  Orchis  radice  repente,  t.  55.  Das  Kei- 
men der  Dattelpalme  ift  t.  36.  dargeltellt. 

Auch  können  wir  hier  nicht  umbin,  der  treff- 
lichen Kpitome  P.  A.  Mattbioli  de  plantis,  Francof. 
*586.  4»>  zu  erwähnen,  zu  deren  Ausarbeitung  er 
die  von  G.  Oesner  ererbten  herrlichen  Abbildungen 
benutzte.  Man  mufs  geftehn ,  dafs  nicht  leicht  bef- 
fere  und  zierlichere, HoUfchnitte  herausgekommen, 
als  in  diefem  Werk.  Auch  mehrere  neuö  Pflanzen 
enthält  daffeibe: 

Echium  italicum,  flore  albo,  738.  .  .  Celoßa 
caftrenfis,  Amarantus  criftatus ,  792.  .  .  hnperato- 
riaatiguftifolia  ßellard.  553.  .  .  Athamanta  annua, 
Daucum,  555.  .  .  Buniurn  copticum,  Ammi,  522. 
.  .  Agave  americanoy  Aloe,  45  u :  viel  beffer  in  horto 
t.  5,  ,  .  Ballota  alba  572.  *  .  Cardamine  hirfuta, 
Sifymbrium  aquaticum  alterum,  270...  Sifymbrlum 
ftrict{ßimum>  Arabis  quibusdaoi,  042...  Tragopa- 


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Botanifche  Gärten.  343 

gon  orten  talis>  Barbula  hjrci,  3 12.  .  .  Sonchus  coo 
ruleus  Sm.  281.  •  .  Artemifia  gallica,  Abfinthium 
feriphium  vulgo  dictum,  458.  ...  Tuffdago  alba, 
Petatites  fl.  aibo,-  593.  .  .  Viva  plicata  Roth.,  Mil- 
ieus marinus  alter  Plin. ,  872. 

In  Leiden  wurde  der  akademifche  Garten  \5j7% 
durch  den  Betrieb  des  Ger.  Bontius,  angelegt.  Der 
erfte  Auffeher  war  Theod.  Augeriuß  Clutius ,  deflen 
Sohn  auf  feinen  Reifen  durch  das  füdliche  Europa  und 
Africa  viel  Schätze  ffir  den  Garten  zufammenbrachte. 
Dem  Clutius  folgte  i589  Pet.  Paaw,  zugleich  aber 
führten  Car.  Clußus  und  Bern.  Paludanus  die  Auf- 
ficht. {Boerhaav.  in  ind.  alt.  horti,  LB.  1720.  40 

Viertes  Kapitel. 

Reifen  in  fremde  Länder,   die  die 
Pflanzenkunde  erweiterten. 

Von  der  Mitte  des  fünfzehnten  Jahrhunderts  an 
hatten  die  Portugiefen  die  VVeftköfte  von  Africa  be- 
fahren. Henrich  Navigator,  Prinz  von  PortugalJ, 
ward  befonders  durch  die  Menge  trefflicher  Waaren, 
welche  die  Canarien  lieferten,  bewogen,  diefe  Ey- 
lande  unterfuchen  zu  laffen.  So  entdeckte  man  zu- 
erftMadera»  1 456  auch  die  Infein  des  grünen  Vor* 
gebirges ,  die  weftliche  Küfte  Africa's  bis  zum  Sene- 
gal und  dem  rothen  Vorgebirge  hin.  Ein  junger  Aben- 
teurer, Ludwig  Ca  da  Mofto,  aus  Venedig  gebürtig, 
kam  zufällig  nach  Cap  Si  Vincent  in  Portugall,  wo 
fich  damals  der  Infant  Don  Henrich  aufhielt.  Die 
Begierde  nach  Gewinn  und  die  Verfprechungen  des 
Prinzen  vermochten  ihn,  fich  1455  auf  einer  Cara- 
velle  einzufchiffen  und  die  neuen  Länder  zu  befuchen. 
So.  gelangte  er  bis  in  den  Gambia.    Auf  der  zweyten 


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344  Viertes  Buch«   Viertes  Kapitel« 

Keife  im  folgenden  Jahr  wurden  die  In  fein  des  grÜ* 
«en  Vorgebirges  entdeckt ,  und  man  kam  b\s  zum  ro- 
then  Vorgebirge  und  dem  Rio  grande.  Ein  Portu» 
giefe,  Peter  de  Cmtra,  fegelte  im  Jahr  i46a  bis  nach 
Sierra  Leone  und  dem  Cap  de]  Monte,  (faft  5°  NB.). 
Diefe  drey  Reifen  befchrieb  Ca  da  Mofto:  fie  find  die 
erften  weitern  Seereifen,  die  in  neuern  Zeiten  unter- 
Bommen  worden.  (Ramußo,  vol.  i .)  Man  fand  un- 
ter andern  bey  Puerto  fanto  auf  Madera  den  Dra- 
chenblutbaum: und  ein  damals  gefundenes  Exemplar 
foll  noch  jetzt  auf  Teneriffa  in  einer  Höhe  von  fech- 
zig  Fufs,  und  im  Umfang  72  Fufs,  vorhanden  feyn. 
(hQru  voyagfi  aux  lies  de  Tentriffe ,  Paris  18 10.) 
Man  fand  die  Laurus  indica,  deren  rothes  Holz  den 
Portugiefen  gar  fehr  gefiel:  auch  die  Orfeille.  Am 
Senegal  fand  Ca  da  Mofto  ein  Bäumchen  mit  rothen, 
fchwarz  gefleckten  Bohnen  ( Abrus  precatorius) ,  und 
am  grünen  Vorgebirge  einen  Ungeheuern  Baum,  17  El« 
len  im  Durchmeffer  (Adanfonia  digitata). 

Da  die  Portugiefen  fpäterhin  unter  Alf.  Segueira 
und  Pet.  de  Cintra  das  Reich  Sanguin  auf  der  Küfte 
Guinea  befuchten  ,  fo  lernten  fie  auch  die  Malaguete 
( Araomum  anguftifolium  Sonner.)  kennen;  da  diefe 
Frucht  fonft  von  den  Mandingo's  durch  die  Wöfte  Za- 
harah  nach  Tunis  gebracht  worden.  (Barros  decada  1. 
da  Afia  portugueza,  f.  33.  d.) 

Alf.  Aveira  führte  die  Portugiefen  i4t>4  weiter 
über  den  Aequator  hinaus  nach  Benin  und  Congo. 
Hier  fanden  fie  eine  Pfefferart,  die  fie  Rabo  pola 
nannten.  (Barros9  f.  4<>.a.  4<-d.) 

Nachdem  dann  (i486)  Barthol.  Diaz  das  Vor- 
gebirge der  guten  Hoffnung  entdeckt,  umfegelte  Vafco 
da  Gamma  daffelhe  zuerft  im  Jahre  1488,  und  zeigte 
den  Europäern  den  Weg  zur  See  nach  Oftindien.  Die 
Portugiefen  gründeten  nun  mächtige  Reiche  in  In* 
dien;  fie  wurden  dieBefitzer  jener -gewürzreichen  Kö- 


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Reifen  in  fremde  Linder. 


345 


ften  und  In  fein.  Dadurch  erregten  üe  zuerft  die  Ei- 
ferfucht  der  Venediger,  in  deren  Händen  bis  dahjn 
der  oftindifche  Handel  gewefen:  diefe,  in  Verbin* 
dung  mit  den  Alexandrinern,  liefsen  i5o8  von  Suez 
ans  eine  kleine  PJotte  auslaufen,  die  den  Handel  und 
die  Niederlaffungen  der  Portugiefen  in  Indien  beun- 
ruhigen  follte.  Aber  diefe  kamen  ihnen  zuvor.  Sie 
bemächtigten  fich  der  Infel  Succotora,  kamen  da- 
durch in  den  Belitz  der  beften  Aloe*,  und  glaubten 
Herren  des  rothen  Meeres  geworden  zu  feyn.  Tri- 
ftan  d'  Acunha,  der  tie  anführte,  fand  indefs,  dafs  'die 
Vortheile  diefer  Eroberung  nicht  den  Erwartungen 
entfprachen.  Die  Venedig  -  agyptifchen  Flottillen 
liefen  ungehindert  aus  dem  rothen  JVleer,  und  fahrten 
unaufhörlich  den  kleinen  Krieg  mit  den  portugiefi» 
fchen  Gefch wadern.  Indefs  war  Albuquerque's  Klug- 
heit und  Entfchloffenheit  hinreichend,  um  die  Herr« 
fcbaft  der  Portugiefen  in  Indien,  im  per fi fchen  und  ara« 
bifcben  Meerbufen  zu  fichern.  Man  erftaunt  Uber  die 
bewundernswürdigen  Portfehritte  der  portugieiifchen 
Waffen,  wenn  man  vollends  weifs,  dafs  ihre  ganze 
Macht  kaum  4o,oooMann  betrug.  Aber  derGeift  des 
Ritterthums  hefeehe  fie;  es  war  die  Zeit  ihrer  Blüthe. 
(Raynal  hift.  du  commerc.  des  Europ.  1,  i2o  f.)  In- 
defs bald  wurden  fie  von  den  Spaniern  beneidet,  die 
mit  Freuden  das  Anerbieten  des  von  feiner  Regie- 
rung beleidigten  Portugiefen,  Ferdinand  Magelhaens, 
annahmen,  ihnen  einen  andern,  weftlichen  Weg  naoh 
Indien  zu  zeigen.  Er  umfegelte  zuerft  das  füJliche 
America  (i52o),  und  wollte  die  Molucken  für  Spa- 
nien in  Belitz  nehmen,  weil  Tie  weltlich  von  der  Li- 
nie lägen  ,  wodurch  der  Papft  die  Erde  zwifchen  Spa- 
nien und  Portugall  getheilt  hatte.  Allein  in  der  Süd- 
fee fiel  Magelhaens  auf  der  Infel  Sebu  in  einem  Ge- 
fecht mit  den  Eingebornen. 


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344  Vierte*  Blieb.   Viertes  Kapitel. 

Unter  Lope  de  Soarez  hatten  die  PoYtugiefen 
i5i9  Oylan  entdeckt,  und. waren  fo  in  den  Belitz 
der  ZimmtwäJder  gekommen.  Die  Entdeckung  der 
Malediven  verfchaffte  innen  dieKenntnifs  der  maldi« 
trifchen  Kokosnufs.  {Barrps,  3,  70.)  Die  Molucken 
und  Sumatra  fetzten  fie  in  den  Belitz  der  Gewürznel- 
ken, Mufcatnüffe ,  des  Baros •  Kamfers,  der  Benzoe 
und  unzähliger  köftlicher  Spezereyen.  {Barros,  3,  1  i4- 
127.)  Bald  richteten  fie  ihre  Blicke  auf  China,  dies 
wunderbare  Land,  von  dem  man  feit  Marco  Polo  we- 
nig erfahren  hatte.  Die  Schwierigkeiten,  welche  die 
chinefifcbe  Regierung  ihren  Planen  entgegenfetzte, 
fiberwanden  fie  dadurch,  dafs  fie  die  Unternehmun- 
gen eines  Seeräubers  auf  die  chinefifchen  Häfen  fcbeU 
fern  machten.  Aus  Dankbarkeit  fchenkte  ihnen  der 
Kaifer  Macao,  und  von  der  Zeit  an  kam  der  Handel 
mit  Thee,  Porzellan  und  andern  chinefifchen  Waaren 
in  ihre  Hände.  {Raynal*  1,  162.)  Von  Macao  aus 
befuchten  fie  Japan  (i542)>  wurden  anfangs  fehrgün- 
ftig  aufgenommen ,  und  gewannen  aufserordentlich 
durch  den  Handel  mit  diefem  Staate. 

Herren  der  unermefslichen  VVeftküfte  von  Afri- 
ca,  der  höchft  wichtigen  fOdlichen  Spitze  jenes  Welt- 
theils,  eroberten  die  Portugiefen  mit  leichter  Mühe 
auch  die  reichen  öftlichen  Küften.  Die  Infel  Mo« 
zambique  ward  der  Sitz  ihrer  dortigen  Herrfchaft,  die 
fich  von  Sofala  bis  nach  Melinda  erftreckte.  Aber 
in  Goa  waren  alle  Zweige  der  Verwaltung  der  reichen 
Besitzungen  vereinigt:  von  dort  aus  regierten  die 
Statthalter  unumfchränkt ,  und,  den  einzigen  Juan 
de  Caftro  ausgenommen,  wetteiferten  fie  miteinan- 
der in  Graufamkeit,  Treulofigkeit  und  Habfucht. 
Ueberall  verabicheut  fpotteten  he  der  Verschwörun- 
gen, bis  endlich,  nach,  dem  Tode  des  Königs  Seba» 
ftian  in  der  Schlacht  bey  Aleaoar  (  1578),  Portugall 
an  Spanien  fiel,  und  die  fämmtlichen  Niederlaffungen 


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Reifen  in  fremde  U«dar.  347 


der  Portugiefen  in  Indien  die  Herrfchaft  Philipps  IL 

aoerkcHiiitett.  l  •  • 

Wahrend  des  glänzenden  Zuflandes  der  portu- 
gienfchenBefitzungen  in  Indien  unternahmen  eszwey 
Aer/te,  die  wichtigen  Erzeugniffe  des  Pflanzenreichs 
in  jenem  Welttbeil  zu  unterfuchen.  k 
Garcia  Hei  Huerto  (ab  Orto) ,  Leibarzt  des  Vice; 
ltönigs  von  Goa,  der  in  Bombay  auf  feinem  Landgut 
die  iri'fifchen  Arzneygewächfe  gezogen,  gab  zu  Goa 
Coloquios  das  fimples  e  droguas  he  confas  medicinais 
da  lmiia  i.5(i3.  4*  heraus.    CIuGus  machte  daraus  ei- 
nen lat e:i'ifchea  Auszug,  der  zum  fünften  Mahl  in 
deffen  Exoticis  p.  i45 —  242>  mit  Vop.  Fort.  Plem» 
piusCommeotarien  abgedruckt  ift.    Hier  werden  die 
Arzneypflanzen,  weJche  man  bisher  nur  aus  denAra* 
bern  fehr  unvollkommen  gekannt  hatte,  genauer  un- 
terfucht.      Es  kommen  folgende  intereffante  Pflan* 
zen  vor:  : 
Nyctanthes  Arbor  triftis  p.  225.  Cluf.  .  .  Stry* 
chnos  i\fux  vomica  2 i4*  •  •    Str.  colubrinus  daf.  .  , 
Ophioxylun  ferpentinum  daf.  .  .     Convolvulus  Tur* 
petkum  2 06.  .  .     Cariffa  Carandas  227.  .  .  lambo- 
lifera  pedunrulata  235.  .  .    Terminalia  Benzoin  i5ö. 
.  .    7\  Chebula  *94»-  •    Boswellia  turi/era  1.57.  .  . 
Afgle  Marmel os  233.  .  •    Mangifera  indica  228.  .  . 
Curtinia  Mangoftana  233.  .  .    Eugenia  lumbos  daf. 
.  .    Averrhoa  Carambola  ü34.  .  .    Annona  murica- 
ta  227.  .  .     Vitex  Negundo  226.  '.  .  Phafeolus 
Mungo  2jS.  .  .    Indigofira  Anil  23<).  <.  .    Durio  zi- 
bethinus  201.  .  .    Areqa  Catechu  187.  .  .  Excue- 
caria  Agallocha  172.  .  .    Smilax  China  208.  .  .  Aca* 
cia  Catechu  i63. 

Ein  anderer  Portugiefe,  Chriftoph.  da  Cofia*  der, 
in  Africa  geboren,  Wundarzt  in  Mozambique  und 
Goa  war,  gab  ein  ähnliches  Werk  fpanifch  heraus: 
Tractado  de  Jas  drogas  y  medicinas  de  las  Indias  ori* 


348  Viertes  Bach.    Viertes  Kapitel. 

entales,  con  fus  plantas,  Burgos  1578.  4m  welches 
Clufius  ebenfalls  überfetzt  feinen  Exotiris,  p.  253— • 
294.1  einverleibte.  Er  wiederholt  faft,  was  Garcias 
hat;  doch  find  eigentümlich  die  Befchrei  Hungen  von: 
Pavetta  indica  266.  .  .  Q erber a  Manghas  284.  .  . 
Hyperanehera  Moringa  248.  •  .  Mimofa  pydioa  290. 
.  .    Pandanus  odoratiflimus  285. 


Als  die  Niederländer  (ich  vom  fpanifchen  Joch 
711  befreyen  anfingen ,  fafsten  fie  den  grofsen  Gedan- 
ken, Philipps  II.  Macht  in  Indien  felbft  zu  fchwä-  ' 
chen.    Unbekannt  indefs  mit  den  Meeren  und  den 
europäifchen  Niederlaffungen ,  die  fie  bey  jedem  er- 
ften  Hefuch  vermeiden  mufsten ,  hätten  6e  einen  fol- 
chen  Verfuch  nie  gewagt,  wenn  nicht  ein  in  Liffabon 
Schulden  halber  verhafteter  Kaufmann,  Cornelius 
Houtman  ,  für  Bezahlung  feiner  Schulden,  einer  Ge- 
fellfchaft  Kaufleute  in  Amfterdam  feine  Kenntniffe  von 
der  Schifffahrt  in  jenen  Meeren  mitgetheilt  hätte.  Im 
Jahr  1590  ging  er  zuerft  mit  vier  Schiffen  nach  Ma* 
dagafcar  und  den  fundifchen  Infein ,  wo  der  Pfeffer 
ihn  befonders  anzog.    Ihm  folgte  1598  van  Neck  mit 
acht  Schiffen,  der  (ich  fchon  auf  Java  feftfetzte,  und 
den  Hafs  der  Eingebornen  gegen  die  Portugiefen  be- 
nutzte, um  auch  auf  den  Molucken  holländifche  Nie- 
derlaffungen zu  errichten.    So  gründete  fich  die  hol- 
ländifch  -  oftindifche  Gefellfchaft ;   fo  wurden  nach 
und  nach  die  Holländer,  nach  Vertreibung  der  Por-  • 
tugiefen,  Herren  des  oftindifchen  Handels.  (Äiij- 
naU  200.) 

Joh.  Huygens  von  ünfchoten ,  aus  Enkhuyfen 
gebürtig,  (f  1601,)  war  der  erfte  Holländer,  der  ei- 
nen Reifebericht  nach  jenen  Gegenden  herausgab. 
(Navigatio  et  ieinerarium  in  Indiam  or\enta\em.  Hag. 
1599.        Itinerarium  of  de  fchip-vaert  naar  Oße  0/ 


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Reifen  in  fremde  Länder.  349 

defortugaels  Indien.  Franek.  1601.  fol.)  Hier  £n- 
der  man,  von  PaJodanus  erklärt,  faft  alle  Pflanzen 
aufgeführt,  die  Garcias  und  da  Cofta  befchrieben: 
aufserdem  Rhizophora  Mangle  p.  82. ,  Datura  Tatu* 
la  p.  86.,  Aquilaria  ovata  p.  96.  Palndänus  erwähnt 
noch  zuerft  der  Tuberofe,  die  i5$4  bekannt  wurde. 


Ein  neues,  unendliches  Gebiet  eröffnete  Flora 
ihren  Verehrern ,  feit  dem  America  entdeckt  wurde. 
Indien,  das  gold-  und  gewürzreiche,  fachten  fie,  die 
zuerft  den  weftlichen  Ocean  befchifften :  Indien  nann* 
ten  6e  die  zuerft  entdeckten  Lander:  Indiens  Pflan» 
zen  glaubten  fie  dort  zu  finden.  Selbft  europäifche 
Pflanzen  nennt  der  Dichter  Ercilla  (la  Araucana,  cant, 

17.  p.  176.)  :  . 

El  blanco  lirio  y  encaraada  rofe, 
junquillos,  azaharea  y  mofquctaa, 
aeucenaa,  jazmioet  y  violetai. 

Kartoffeln  fogar  hielt  Cortufi  für  das  jruKvoxojuav  des 
Diofkorides  (Leonurus  Marrubiaftrum ,  J.  Baun.  3, 

625.) 

Schon  auf  der  erften  Entdeckungsreife  des  gro- 
fsen  CoJumbus  wurden  die  vegetabilifchen  Schätze 
Weftindiens  bekannt:  der  Mais,  die  Yamwurzeln, 
die  americanifche  Baumwolle,  der  Toback.  (Barcia 
hiftoriadores  primit»  de  las  Indias  occident»  1,24.) 

Was  die  letztere  Pflanze  betrifft,  fo  fcheint  es 
freylich,  dafs  fie  nicht  allein  aus  Weftindien  einge- 
führt worden,  da  die  morgenländifchen  Völker,  die 
nicht  leicht  fremde  Sitten  annehmen,  feit  undenkli- 
chen Zeiten  Toback  rauchen.  (Chardin  vöyage,  4>  33.) 
Weifs  man  überdies  noch  ,  dafs  Nicotiana  fruticofa  in 
Cochinchina  und  China  für  wildwachfend  gehalten 
und  von  den  Einwohnern  mit  vaterländischen  Namen 
belegt  wirds  (Loureiro  flor.  cochinolu  p.  1 57.) ;  fo  follte 


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350  Viertes  ftich.    Viertes  Kapitel. 

man  wirklich  meinen,  der  Toback  fey  im  fernften 
Morgenland  wenigftens  einheimifch ,  und  das  Rau- 
chen der  Blätter  urfprüngliche  Sitte. 

Auf  der  zweyton  Reife  Coluirthus  fanden  die 
Spanier  auf  Gadeloupe  Ananas,  (Barria,  1,  43.) ,  «iie 
bald  nach  Europa;  gebracht,  die  Lieblmgsfrurht  Kö- 
nig Ferdinands  des  Katholifchen  wurde,  \fetr  Marc 
rer.  ocean.  dec.  2.  39.  b.)  In  Hifpaniola  entdeckten 
fieZimmt,  welches  vielleicht  die  Rinde  von  LauruS 
montana  war,  (Barcim,  1,61.):  Myrobalanen  (Termi* 
nalia  latifolia)  bey  Veragua  (daf.  10b.):  eine  n^ue 
Palme,  aus  deren  kirfchenäbnlichen  Früchten  Wein 
bereitet  wurde  (Bactris  maior,  daf.  112.):  Mammea 
•mericana:  Iatropha  Manihot,  woraus  das  Brot  den 
Spaniern  beffer  benagte  als  Weizenbrot,  (daf.  118* 
Pein  Mart.  epifi.  8,  i56.). 

Nach  und  nach  wurden  die  übrigen  Lander  je- 
nes Welttheils  entdeckt,  mehrere  nicht  ohne  Blut- 
vergiefsen  und  grolse  Schwierigkeiten  erobert:  ande- 
re konnten,  wie  Chile,  nie  ganz  bezwungen  werden. 
Auf  die  Entdeckung  der  Antillen  folgte  die  von  Bra- 
filien  i5oo  durch  Cabral;  dann  die  Eroberung  M*xi- 
co's  durch  Cortes ;  Peru's  und  Quitos  (,\5^  — 
i53o)  durch  Pizarro;  die  Anfiedelung  iMendoza's  in 
Buenos  ayres  ( 1 535 ) ;  Valdivia's  Eroberungskriege 
in  Chile  (i540;  Soto's  Befitznahme  von  Florida 
(i55o)  und  die  Unterwerfung  der  phiJippirhfchen  In- 
feln  (i564),  die  fchon  Magelhaens  entdeckt  hatte. 

Dererfte*  welcher  die  Oewächfe  des  neu  ent- 
deckten Welttheils  genauer  befchrieb,  war  der  tpa- 
nifche  Statthalter  von  Hifpaniola  und  Darien,  Oon- 
zalo  Hernandez  Oviedo  de  Valdes.  Seine  Gefehichte 
von  America  fchrieb  er  indefs  nach  feiner  Rückkehr 
x5a5  aus  dem  Gedächtnifs,  da  er  das  frühere  Werk 
durch  Schiffbruch  eingebüfst  hatte.  Sie  ift  in  Barria 
hiftoriad.  1.  abgedruckt,  auch  im  dritten  Theil  von 


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Bei  fen  in  fremde  Länder»  351 

Ramufio  und  im  zweytenTheil  von  Purchas  überfetzt» 
Er  erwähnt  folgender  Gewächfe: 

Mammea  americana  p.  37.  Bare.  .  .  Annona 
muricata,  Guanabano,  daf. ,  Pfidium  pomiferum 
und  pyriferum,  Guaiaba,  daf.,  Cocof  nUclfera  uud/u- 
fiformis  p.  58.,  Chamaedorea  graciHs  Wilid.,  palmi* 
tos,  que  tienen  la  hoja  como  Ja  de  los  palmitos*  dei 
Andalucia,  p.  3g.  .  Elais  occidentalis ,  otras  pal* 
mas  altas,  daf.  •  •  Thrinax  Jpinöjh,  palmas  muy 
efpinofas,  daf.  .  .  Areca  oUrac&a,  palmitos  muy 
excelentes  para  comer,  daf.  .  .  Quercus  falicifoUat 
encinas  buenas  de  comer,  daf.,  Vitts  indicu,  parrae, 
daf.  .  .  Carica  caulifiora,  higos  del  maftueroo,  p. 
4o.  .  .  Chryfobalanus  leacoy  membrillos,  daf.  .  * 
Laurus  Perfea,  perales,  daf.  Vergl.  Petr.  Martyp 
ocean.  f.  4l»  •  •  Crefcentia  Cujete,  higuero,  que 
eeban  calabacas  redondas,  daf.  .  .  Spondias  Mont- 
bia>  hobbs,  daf.  Vergl.  Lopez  de  Gomara  p.  60; 
Petr.  Mart.  f.  59.  .  .  Gualacum  officinale,  palo  fan- 
to,  daf.  .  .  Gu.  Xagual  p.  42«  •  •  Hippomane  Man« 
cinella  p.  4a-  .  .  ßambufa  Guadüa  Humb.,  cafia, 
p.  44*  •  •  Convolvulus  Batatas  p.  45«  .  .  Cectopia 
peltata? ,  platanos,  p.  46«  .  .  Caans  Tuna  p.  37* 
,  .    Heliconia  Rihai  daf. 

In  derfelben  Sammlung  des  Barcia  findet  fieb  die 
Befchreibung  des  Nunez  Cabeqa  de  Vaca  von  Florida, 
worin  Cafjia  Fifeula9  Limonia  acidijfima^  Hedwigia 
balfamifera ,  Canella  alba-,  Inga  fagifolia  Willd.  er- 
wähnt werden.  •     '  '\ 

Die  mexicanifeben  Pflanzen  berührt  Lopez  d* 
Gomara  nur  wenig:  Agave  americana ,  Maguay,  Bar- 
cia, tom.  2.  p.  211.  .  .  Tohifera  Baljamum:  Ca* 
ctus  coccionelUfer ,  nuchtli,  p.  79.  .  .  Theobroma 
Cacao  p.  82.  209. 

parate  erwähnt  unter  den  Pflanzen  Peru's  auch 
der  Kartoffel  unter  dem  Namen  Papas«  {Barcia,  5» 


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35«  Vier»*  Buch.    Viertes  Kipttel. 

f.  to.  477«)  Humboldt  hält  (von  Neu-  Spanien»  B.  3. 
S.  70.  71.)  die  Maglia,  welche  Molina  v /ti/>.  ««^  <fo 
Chile  y  p.  102.)  in  den  Gefilden  von  Chile  wild  fand, 
für  die  urfprüngliche  Kartoffel. 

Hieron.  Benzoni,  ein  Italiener,  der  von  i54a 
bis  i55ö  in  America  gewefen ,  gab  eine  Nova  novi 
Orbis  hiftoria,  Geoev.  1578.  8.,  heraus.   Darin  wird 
unter  andern  des  Tobacks  umständlicher  erwähnt. 
Schon  i559  ward  die  Pflanze  um  (j)ffabon  gebaut,  und 
als  ein  Mittel  gegen  böfe  Gefchwüre  gepriefen.  Der 
franzüfifche  Gefandte  am  portugieft fchen  Hofe.  Joh. 
Nicot,  empfahl  fre  feinem  Monarchen,;  daher  gab 
man  der  Pflanze  feinen  Namen:   Nicotiaua.  (U agri- 
cuhure  et  maifon  rufeique  par  CA.  EJ nenne  et  J.  Li- 
chatte,  p.  208.)    Es  war  aber,  wie  aus  der  ßefcbrei- 
bung  des  N.  Monardes  (Cluf.  exot.  Z07.)  erhellt,.  N.. 
Tabacum.    AbeijeJN.  fruticofa,  glutmofa  und  ruftica 
waren  dem  Glufius  auch  fcbon  bekannt.    C.  Gesner 
machte  die  erften  Verfuche,  Tobaok  zu  rauchen  und 
zu  kauen;  aber  fie  bekamen  ihm  Obel,  (epift.  med* 
f.  79.  b.)    An  einem  Hunde  prüfte.  Aegid.  Everard 
die  gepriefenen  Kräfte  des  Krauts*  (Cömm.  de  herba 
panaceäy  Antv.  1507.  Benzoni  erwähnt  auch 

zuerft  der  Coca,  einer  Art  von  Ery throxylon  ,  deren 
Blätter  die  Peruaner  beftändig  im  Mün  te  führen,  um 
fo  keinen  Dürft  noch  Ermattung  zu  fühlen.  In  einer 
Provinz  von  Peru,  Yungas,  follen  allein  aus  dem  Han- 
del mit  diefen  Blättern  jährlich  7  bis  800,000  Piafter 
gelöfet  werden.  (Lamarck  encycL  2,  593.)  Hier 
kommtauch  zuerft  der  Tbeeftrauch  von  Paraguay  vor, 
den  man  für  Hex  Gaffine  gehalten,  und  mit  deflen 
Blättern  in  ganz  Südamerica  ein  höchft  einträglicher 
Handel  getrieben  wird.  {Raynal,  vol.  4*  P«  *^7«) 

Ein  Garmeliter  Mönch,  An  ir.  Ttievet,  der  lan- 
ge in  Brafilien  gelebt,  befcbrieb  zuerft  die  Pflanzen 
disfes  Landes.  (Le*  ßrrgularUes  de  la  France  aruar- 


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Reifen  in  fremde  Länder,  353 

ctlque,  Antir.  i5^8.  8.)  Aber  feine  Nachrichten  fol- 
Jen  zum  Theil  fjanz  unrichtig  feyn  ,  wie  ein  reformir- 
ter  Miffionar,  Joh.  Ltry,  aus  Burgund  ,  zu  erweifen. 
fucnte,  den  der  grofse  Coligny  i55b  nach  BrafiJien 
fcln>kte,  um  die  reinere  Lehre  dort  auszubreiten. 
(Hiftoire  (Vun  voyag&  fait  au  Brefd.  i5j6.  8.)  Hier 
kommen  tinter  an. lern  folgende  Pflanzen  vor. 

Zamia  furfuracea  und  Cupaifera  o/ßcinalis  p. 
202.  .  .  Amxris  bulfamifpra  und  Cerbera  Alinvai  daf. 
•  .  Anacardium  orridentale  ,o5.  .  .  Mufa  fapipn* 
tum  2ofi.  .  .  Caladium  tfculentum  uod  Convolvulus 
pLatamff>Hus  214.  .  .     Arachis  hypogaea  21  5. 

Thevet  gab  noch  ein  grölseres  Werk  heraus: 
La  Cofmographie  univerfelJe,  1.  2.,  Paris  i575.  fol., 
worin  mehrere  Pflanzen  ziemlich  unrichtig  befchrie- 
ben  un.l  abgebildet  find.  SmiJax  China  4 1 5.  ift  am 
beffen  abgehandelt.  Aber  derToback,  vol.  2.  f.  927, 
a.,  die  Manjoc  f.  948.  b.,  Cerbera  Ahovai ,  f.  922. 
a.,  Convolvulus  plaranifolius,  f.  921.3.,  und  die  Rha- 
barber, vol.  1.  f.  i2fi.,  find  kaum  zu  erkennen. 

Nie.  Monardes,  Prof.  in  Sevilla ,  fammelte,  was 
Andere  über  die  Pflanzen  der  neuen  Welt  beobachtet. 
D/e  ürfchrift:  De  las  cofas,  que  fe  traen  de  las  In- 
dia<c  Occidentales,  que  firven  al  ufo  de  la  medicina, 
Sevilla  i58o.4.,  wurde  von  Ciufius  überfetzt,  und 
feinen  Exoticis,  p.  29  5  —  355,  einverleibt.  Es  kom- 
men hier  vorzuglich  folgende  Pflanzen  vor: 

Hymenaea  Courbaril  Cluf.  297.  ,  t  Fagara  octan* 
dra>,  Tacamahara,  208.  ,  .  Iatropha  Curcas  099. 
.  .  Tolvifera  Balfamum  5o4-  .  .  Dorftenia  C0/2- 
trayerva 'Sil.  .  .  Guaiacum  officinale  012.  .  .  Smi- 
lax  China  und  Sarfaparila  3i5.  .  .  laurus  Sa/Ja« 
fras^zo.  .  ,  Canella  alba  023.  .  .  latröpha  mul- 
tifida  354*  .  t  Convolvulus  Mechoacanha  dal'.  .  .  Ca- 
pficum  annuum  und  frutefeens  J40.  .  .  PaJJßßora, 
incarnata  47.  .  ,  Helianthus  annuus  daf*  .  ♦  I>*- 
paeolum  maius  und  minus  3484 

Otich.  d.  Botanik,    i.  Bs  2  j 


354 


Viertes  Euch.    Viertes  Kapitel. 


Einen  Auszug  aus  Monardes  Schrift  machte  Jo. 
Fragefi  in  den:  Difcurfos  de  las  cofas  arorrjaticas  der 
Jas  Ind.  occid.  Madr.  i5j2.  8.  (Denn  Monardes 
Werk  war  in  zweyen Theilen  fchon  1570  allgemein 
bekannt.   Cluf.  exot.  p.  2gG.) 

Auch  Gauffred  Linocier's  Hiftoire  des  plan- 
tes  aromatiques,  qui  croilfent  dans  Tlnde  tant  occi- 
dentale  qu'  Orientale,  Paris  i584*  16.,  enthält  nichts 
Eigenes. 

Auch  das  Morgenland  fand  feine  Pflanzenfor- 
fcher,  die  zum  Theil  die  Gewächfe  der  Alten  vor- 
trefflich aufklärten. 

Unter  ihnen  war  Pet.  Belon  aus  Mans  der  erfte. 
Im  Jahr  i5i7  geboren,  ward  er  vom  Kardinal  Tour- 
non  empfohlen  und  nnterftützt,  um  eine  Reife  in  den 
Orient  machen  zu  können.  So  durchreifete  er,  mit 
Kenntn^ffen  aller  Art  ausgeriiftet ,  von  i54b — *549> 
Griechenland,  Kleinatien,  Syrien  und  Aegypten,  be- 
obachtete Pflanzen  und  Tiiiere  mit  befonderer  Sorg- 
falt, und  ward  nach  feiner  Rückkehr  i563  von  ei- 
nem römifchen  Banditen  erftochen. 

Seine  treffliche  Reife  -  Befchreibung  hat  den  Ti- 
tel: Les  obfervations  de  plufieurs  fingularitez  et  cho- 
fes  memorables,  trouvees  en  Grece,  Alie,  Judee, 
Egypte,  Arabie  et  autres  pays  eftranges.  Paris  i554. 
4-  Clufius  machte  einen  bteinifchen  Auszug  in  fei- 
nen Exoticis  bekannt.  Hier  kommen,  unter  ^ieh- 
rern ,  Befchreibungen  folgender  Pflanzen  vor: 

Platanus  orientalis*  .  .  Salvia  pomifera.  .  . 
Ariftolochia  baetica  Cluf.  p.  9.  .  .  Carthamus  corym- 
bofus  p.  34«  •  •  Euphorbia  Apios  p.  43>  •  •  Coeyle- 
don  Umbilicus  p.  5(>.  .  .  Acacia  vera  p.  123.  .  . 
hiwfonia  inermis  i55.  .  .  Caucalis  orientalis  200.  .  . 
Lphedra  altijfuna  206.  .  .  Prunus  Laurocerafus  2oy. 
'1       ^^^^  ^  •  •  9%i  v«.wc .  n 


Reifen  in  fremde  Länder.  355 

Ihm  folgte  Melcliior  Wieland  (Guilandinus) , 
ein  Preufse,  der  i55g  um!  i56o  in  der  Levante  war, 
in  die  Hände  der  Seeräuber  fiel ,  durch  FaJoppia's 
Hülfe  befreyt,  und  dann  als  Prof.  in  Padua  angeftellt 
wurde,  (f  1589.)  Seine  Schrift :  de  papvro,  Venet. 
1572.4»)  Jft  die  einzige  Frucht  feiner  Reife.  Denn 
feine  Streitigkeiten  mit  Mattioli  {Theon  adv.  Matthaeo- 
lum,  Patav.  i558.  4»)  find  mit  Recht  der  Vergeffen- 
heit  Übergeben. 

Ein  trefflicher  Deutfcher,  Leon.  Rauwolf,  aus 
Augsburg,  (f  i5o,H,)  trat  in  ßelon's  Fufstapfen.  Drey 
Jahrelang  (i57-> — durchreifete  er  das  Mor- 
gpnland,  und  brachte  unter  andern  5i 3  getrocknete 
Pflanzen  mit,  welche  in  der  Leidener  Bibliothek  auf- 
bewahrt werden.  Sie  befchrieb  J.  Fr.  Gronovius  in 
feiner:  Flora  orientalis ,  LB.  1755.  8.  Zwey  und 
▼ierzig  diefer  Pflanzen  find  in  Rauwolf's  Werk  felbft 
abgebildet.  Es  führt  den  Titel:  Aigentliche  Be- 
fchreibung  der  Reyfs ,  fo  er  gegen  Aufgang  in  die 
Morgenländer  felbft  vollbracht.  Laugingen  1582.4* 
Die  Abbildungen  und  Befchreibungen  find  in  Dale- 
champ  hift.  gener.  vol.  2.  app.  p.  19  —  56\  wieder« 
holt.    Auch  C.  Gesner  machte  mehrere  bekannt« 

Die  neuen  Pflanzen  find  folgende: 

Plantago  Lagopus %  Catananche,  n.  6.  .  .  Co/z- 
volvulus  Imperati  n.  54«  b.  .  .  Echium  italicum  var. 
ß.  n.  120.  .  .  Solanum^  Melongena  n.  70.  ;  .  Sol. 
fanctum  n.  73.  b.  .  .  Anabafis  nphylla^  Kall  Ara- 
bum,  n.  38.  .  .  Artedia  fquamata,  Gingidium  Diofc.,» 
n.  287.  i  •  Pafcinaca  Secacul  Ruffel,  n.  74»  b.  .  . 
Statte  finuatay  Limomi  fpecies,  n.  3i4-  •  •  Leon* 
tice  Chryjogonum  n.  119.  .  .  Michauxia  campanu* 
loides ,  Medium,  24^- >  wie^  zierlicher  in  Gesneri 
opp.  ed.  Schmiedel  tab.  lign.  4«  fig-  3(5.  .  .  Lawfo* 
nia  inermis  n.  60.  .  .  Rheum  Ribes  n.  266.  .  .  Reaii* 
fnuria  vermiculatä,  Kali,  n.  37.  .  *  Zygophyllurrt 

*3  • 


r 


356  Viertes  Bucli.    Viertes  Kapitel.  ttt 

Fabago,  Morgfani,  n.  n3.  .  .    Acantlms  Dhfcori- 
dis  n.  285.  .  .    Hibifcus  Trionum  nt  i93.  .  .  He- 
dyjarum  Alhagiy  Agul,  n.  94.  i73-  •  •  Aftragnlus 
chriftianus  n.  1 16.  .  .    Afirag.  denßfolius,  Tragium 
alterum,  n.  29.  .  .    Aftrag.  coluteoides ,  Tragacan- 
tha  altera,  n.  281.  .  .    Scorzonera  tuberofa>  Chon- 
drilla  altera,  n.  117...    Artemifia  iudaica,  Scheha, 
n.  456.  .  •    Gnaphalium  JpnguineifM,  Baccharis,  Ui 
285.  .  .     Baccharis  Diofcoridis ,  Conyza,  n.  54-  •  • 
Ertgeron  tuberofus,  Chondrilla  altera ,  n.  117.  b.  .  . 
Centaurea  Bellen,  Beben  album,  n.  288.  ..  Gunde- 
l'ia  Tournefortii,  Silybum ,  n.  71.  .  .  Ariftolochia 
maurorum,  Raufut  et  Rumigi,  n.  121.  .  .  Poterium 
fpinofum,  Bellan,  287.  .  .    1  Salix  aegyptiaca,  Zar- 
aab,  n.  112.     ?  Elaeagnus  fpinofa*  .  .     Sal.  baby- 
lonicaj  Garb,  n.  160. 

Im  Werke  felbft  S.  98.  ift  vom  Kaffetrinken, 
auch  von  mehrern  feltenen  Pflanzen,  als:  Calla  orien- 
lalisy  Arum  Carfaami,  p.  n5.,  Tragopogon  lanatus^ 
p.  2 1 9.,  die  Rede. 

Seine  Vorgänger  in  der  Durchforfchung  des 
Morgenlandes  übertraf  Profp.  Alpini.  In  Maroftica, 
1 553  geboren,  ging  er  1 580  mit  dem  venedigfehen 
Conful  nach  Aegypten,  lebte  drey  Jahre  in  Kahirab, 
durchzog  auch  die  griechifchen  lnfeln,  befonders  Can- 
dia  ,  ward  nach  feiner  Rückkehr  Leibarzt  des  Fürften 
Doria  ,  und  dann  Prof.  in  Padua,  wo  er  1617  ftarb. 

Die  vorzüglicbfte  Frucht  feines  Aufenthalts  im 
Morgenland  ift  das  Werk:  de  plantis  Aegypti.  Patav. 
1640.  4.  In  Gefprächen  werden  noch  nicht  iunfzig 
Pflanzen  befchrieben  und  abgebildet:  worunterZJa- 
ctyloctenium  aegyptiacum  W.  122.  .  .  Cyperus  Pa- 
pyrus 111»  •  •  Plantago  fquarrofa  127.  .  .  Zizy- 
phus  Spina  Chrifii  19.  .  .  Secamone  aegyptiaca  R. 
Brown.  124.  .  .  Sarcoßemma  vinünale  96.  .  .  Ca- 
htropis  proccraSQ.  .  .    Ximenia  aegyptiaca  L.  (Ba- 


•  » 


r 


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Reifen  in  fremde  LSnder.' 


35? 


V/ 


Janitis,  Delile  mem.  für  l'Egipte,  3,  p.  326.)  p.  09... 
Lycium  europaeum  43.  .  .  Amyris  Opobalfamum  60. 
.  .  Caffia  Abfus  97.  .  .  C.  Sophera  84.  .  .  Cor- 
chorus  oluorius  g3.  .  .  Origanum  aegypeiacum  95.  .  . 
Sefamum  Orientale  100.  .  .  Pifeia  Stratiotes  108... 
Adanfonia  digüata  67.  .  .  Gofjypium  arboreum  71 . . . 
Uibifcus  ficulneus  91..  .  Abrus  precatorius  77.  f  . 
Coronilla  Sesban  82.  .  .  Trlgonella  hamofa  124.  •  • 
Acacia  Senegal  i5- 

In  der  diefem  Werk  angehängten  Schrift:  cte 
balfamo,  erzählt  Alpini  die  Naturgefchichte  der  ßal- 
famftaude,  die  er  felbft  im  Garten  gezogen:  doch 
wird  nicht  klar,  ob  Amyris  gileadenfis  und  Opobal- 
famum wirklich  verfchiedene  Arten  feyn. 

Ein  anderes  treffliches  Werk  entftand  aus  den 
Beobachtungen,  die  er  an  feltenen  morgenländifchen 
Pflanzen  im  botanifchen  Oarten  zu  Padua  angeftellt 
hatte.  Der  Conful  Capello  in  Candia ,  der  ReGdent 
der  Republik  Venedig  inKahirah  und  mehrere  Freun- 
de hatten  den  Garten  vorzüglich  bereichert.  Das 
Werk  führt  den  Titel:  De  planeis  exoticis,  Venet. 
1627.  4->  unc*  enthält  die  Abbildungen  und  Befchrei 
bungen  folgender  feltener  Pflanzen  : 

Syringa  perftca  laciniatay  Liguftrum  nigrum, 
178.  .  .  Cenchrus  frutefcens ,  Arundo  graminea  acu«* 
leata,  p.  io4*  »  t  Scabioja  lUnonifolia,  Sc.  arborej, 
p.  04. 

Galium  graecum  p.  166.  .  .  Lithofpermum  fru- 
iicofum>  Anchufa  arborea,  p.  68.  ,  ,  Onofma  ßm- 
pliciffima,  Echium  creticum,  129.  .  .  Convolvulus 
paniculatuSy  arabicus ,  i85.  ,  .  Campanula  Alpfni} 
pyramidalis  minor,  34o.  .  .  Peucedanuni  nodofum, 
Meum  alexiterium,  328.  .  .  Ferula  tingitanay  La* 
ferpitium,  210.  .  .  Oenanthe  prolifera  004.  .  .  Fe- 
rula  orientalis,  Hippomarathrum  fphaerocephalum , 


£3 


*S9-  •  •    Statice  Echinus  5S. 


Linum  arboreum 


• 


■ 


■ 


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358  Viertes  Buch.    Viertes  Kapitel. 

18.  •  •    Oenothera  bienniSy  Hyoscyamus  virginianus, 

324. 

Daphne  oleoides^  Chamaedaplinoides  cretica,  43. 
.  .    Acer  creticum  S. 

Suponaria  cretica ,  Saxifraga  altera,  291.  .  . 
Dianthus  iuniperinus ,  Caryophyllus  fylv.  arboreus, 
38.  .  .  Euphorbia  aleppica,  Titliymalus  Cypariffius, 
64-  •  •     E'  fpinofa  5oj. 

Pyrus  cretica,  Cerafus  iclaea,  2.  .  .  Nymphaea 
Lotus  p.  2i5 —  22g.  .  .  Cifcus  creticus,  Ladanum 
creticum,  p.  8rf.  .  .     Ranunculus  jnuricatus  p.  262. 

Teucrium  creticum ,  Ro^marinurn  ftoechadis  fa- 
cie,.p.  102.  .  .  Satureia  graeca,  Clinopodium  cre- 
ticum, p.  264.  .  .  Nepeta  Srordotis  p.  283.  .  .  Ori- 
ganuin  Maru  p.  288.  .  .  Scrofularia  fambucifolia, 
Sidentis,  p.  202.  .  .  Celßa  Arcturus,  Verbalen  1  um 
fylveftre  creticum,  p.  122.  .  .  Bunins  fpinoj'a,  Braf- 
fjca ,  p.  200. 

Alyffum  creticum ,  Leucoium  luteum,  utricula- 
to  femine,  p.  118.  .  .  Cardamine  Jmpatiens,  Sium 
minimum,  33 1.  .  .  Cleome  pentaphylla ,  Quinrjue- 
folium  filiquofum ,  322.  .  .  Hibi/cus  Abelmofchus 
p.  196. 

Genifta  lußtanica  oder  S partium  horridum>  Echi- 
nopoda,  p.  i4-  •  •  Anthyllis  cretica,  Ebenus,  p. 
£78.  .  .  Anth.  Hermanniae ,  Spartium  fpinofum,  p. 
26.  .  .  .  Coronilla  argentea,  Colutea  fcorpioides  ar- 
gentea,  p.  iG.  .  .  Coron»  globola>  Hedyfarum  ar- 
genteum  ,  p.  5i4*  •  •  A/tragalus  echioides,  Traga- 
cautha  altera,  p.  54-  •  .  Trifolium  cfypeatum  p.  3ob\ 
.  .  Tri/,  uniflorum,  Spica  trifolia  ,  p.  1  ft8.  .  .  Lo- 
tus edul/Sy  Trifolium  corniculatum  ,  p.  268. 

Catananche  lutea  ,   Stoebe  plantaginis  folio,  p. 
286.  •  .     Acama  gummifera>  Carduus  pinea,  p.  124.' 
.  .     Ac.  cancellata  T   Carduus  minimus,   p.  2D4-  •  • 
Serratula  arborea  Spr.,  Cyanus  arborefeeos  altera, 


""Jfc^.  Aigitized  by  G< 


I 


Reifen  in  fremde  Länder.  J59 

« 

p.  32.  .  .  Baifamita  ageratifolia ,  BelJis  fpinofa,  p. 
5i6.  .  .  Chrysanthemum  trifurcatum  Desf. ,  Bu- 
pbtbaimum  peregrinum,  32o.  .  .  Achillea  cretica,. 
Stratiotes  tnillefoiia  cretica,  p.  83.  .  .  Centaurea 
fpinofa,  Cyanus  fpinofus,  i63.  .  .  Cent,  babyloni- 
ca,  Iacea  maxima,  281.  .  .  Cent,  eryngioides^  Car- 
duus, i58.  .  .  Datifoa  cannabinay  Canapis  lutea, 
295  — 3oi.  .  •  Ephedra  fragilis,  Ecjuifetum  mon- 
tanum  creticum,  140.  .  .  '  Pteris  enfifolia,  Phylli- 
tis,  66. 

Mehrere  noch  nicht  beftimmte  Pflanzen  enthält 
überdies  noch  diefes  Werk. 

Mit  Alpini  mufs  Honor.  Belli  aus  Vicenza  ge- 
nannt  werden  ,  ein  trefflicher  Pflanzenforfcher,  der, 
als  Arzt  zu  Cydonia  auf  Candia,  die  befte  Gelegen- 
heit hatte,  die  Pflanzen  Griechenlands  zu  unterfu- 
•  chen.  Seine  Briefe  an  CluGus  {hift.  2.  p.  299.  f.)  be- 
fchafftigen  fich  hauptfächlich  mit  Erklärungen  der  von 
Belon  und  Alpini  entdeckten  Pflanzen.  Sie  find  vom 
Jahr  i5g4  an  gefchrieben.  Hier  kommen  unter  an* 
dem  Cachrys  cretica  La m.  (Rosmarinus  foliis  felino 
fimilibus,  p.  299.),  Stachys  fpinofa  (Gaiderothymo  )t 
Scandia  auftralis  (Zilimonida)  vor.  Auch  Pona  fügte 
feiner  Befcbreibung  des  Monte  Baldo  mehrere  Erläute- 
rungen morgenländifcher  Pflanzen  bey,  die  er  dem, 
Belli  verdankte. 

- 

Fünftes  Kapitel. 

Erfte  Spuren  einer  Anordnung 
der  Pflanzen. 

Je  mehr  ich  die  Anzahl  der  bekannten  Pflanzen 
vermehrte,  defto  ftärker  fühlte  man  das  Bedürfnifs, 
fie  auf  gewiffe  Weife  anzuordnen.    Denn  weder  die 


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360  Viertes  Buch.   Fünftes  Kapitel« 

■ 

alphabetifche  Folge,  noeb  die  Anordnung  n*6h  dem 
Gebrauch  konnten  denkenden  Männern  genügen.  An 
ein  gewiffes  durchgreifendes  Princip  dachte  man  frey- 
lich noch  nicht:  fondern  die  ältefte  Eintheilung  mute- 
te auch  die  natOrlichfte  oder  die  feyn,  welche  fieb  ' 
auf  das  äufsere  Anfehn  und  die  allgemeinen  Aehn- 
lichkeiten  bezog.  Diefe  kann  man  alfo  kein  Syftem, 
fondern  nur  den  Anfang  einer  Methode  nennen. 

Lobelius  (S.3io.3i  1.)  warder  erfte,  der  157010 
feinen  adverfariis  eine  folche  Anordnung  wagte.  Er 
fing  von  den  Grafern  an,  von  denen  er  die  Getreide  - 
Arten  unterfchied;  dann  folgten  die  Acori,  zu  denen 
er  die  lriden  und  Scitamineen  zählte:  ferner  die  lunci 
und  Cyperoiden:  dann  die  Afphodeli,  Hyacintheny 
Narciffen  ,  Lilien  und  Orchideen  ;  woraus  man  fieht, 
data  er  die  Monokotyledonen  fchon  als  allgemeine 
wefentlich  verfchiedene  Ordnung  anfah.  Auf  diefe 
liefs  er  die  Siliquofen,  doch  ohne  allgemeinen  Na- 
men folgen,  und  zu  diefen  zählte  er  Hefeda  und  felbft 
Seneclo«  Hierauf  die  Cichoraceen,  unter  ofe m  Na- 
men Serides:  dann  die  Brafncae,  welche  offenbar 
den  Siliquofen  beygezählt  werden  mufsten:  die  A tri» 
plices,  Glaucia,  zu  denen  die  Anemone  kommt: 
die  Lapatha,  mit  einer  Menge  ganz  verfchiedener 
Pflanzen:  die  Leucoia ,  Tithymali,  Perfoliata  und  die 
Bupleura:  die  Labiaten  in  fchicklicher  Ordnung:  die 
Afperifolien :  die  Nymphäen,  Cucurbitaceen,  Rubia- 
zeen: die  Farrenkräuter  (hier  fehr  an  unrechter  Stel- 
le): die  Leguminpfen,  Rofaceen  und  andere  Bäume 
ohne  Ordnung. 

Diefem  Ueyfplel  einer  gewiffen  methodifchen 
Anordnung  folgten  Mehrere.  Aber  feitdem  G.  Ges- 
ner  und  Fab.  Columna  auf  die  Wichtigkeit  der  we- 
fentlichen  Theile  aufmerkfam  gemacht,  mutete  die 
Unzulänglichkeit  jener  Methoden  und  die  Notwen- 
digkeit eines  Syftems,  auf  den  Unterfchied  derFrüch- 


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Erfte  Spuren  einer  Anordnung  der  Pflanzen.  36* 

te  gegründet,  immer  einleuchtender  werden.  Da-  1 
her  wagte  Andr.  Cefalpini,  aus  Arezzo,  (geb.  i5tc), 
f  i6o5,)  Ghini's  Schüler,  und  Prof.  in  Pifa,  zuerft 
einen  folchen  Verfuch  einer  fyfrematifcben  Anord- 
nung,  der  in  feinem  unfterblichen  Werke:  De  pl(in- 
iis,  Florent.  1 583.  4.,  enthalten  ift, 

Von  phyfiologifchen  Principien  ausgehend,  ver- 
gleicht er  die  Saamen  mit  den  Knofpen ,  und  fucht  zu 
zeigen,  dafs  der  tvefentliche  Theil  des  Saamens  an 
der  Stelle  zu  fachen  fey,  woher  die  Kotyledonen  ih* 
ren  Urfprung  nehmen.  Diefen  Indifferenzpunkt  des 
Pflänzchens,  von  dem  nach  pben  und  unten  entgegen- 
gefetzte Richtungen  Statt  finden,  nennt  er  corcuturru 
Darauf  komme  es  an,  ob  das  corculum  nach  aufsen, 
oder  nach  innen  ftehe ,  und  was  die  Saamen  für  eine 
Lage,  was  fie  für  Hüllen  haben.  Indefs  gebe  es 
Pflanzen,  die  nur  einen  Schein  von  Saamen,  oder 
gar  keinen  haben,  unc^  fich  durch  Päulnifs  erzeugen: 
zu  diefen  gehören  die  Schwämme,  2;u  jenen  die  Far- 
renkräuter.  Die  Blüthen  feyn  nichts  anderes  als  die 
Hüllen  der  Befruchtungstheile;  fie  werden  vielmehr 
durch  geiftige  Beftandtheile  als  durch  Findigkeiten 
ernährt.  In  den  Blüthen  finde  man  fiamina  (Fort- 
fätze  der  Saamen  ,  unfere  Piftille)  und  fioccos  (  unfere 
Staubfäden).  Es  gebe  zwar  einen  Unterfchied  der 
Gefcblechter,  wie  bey  dem  Hanf,  der  Neffel,  dem, 
Bingelkraut  und  Wacholder;  aber  im  Allgemeinen 
dürfe  er  nicht  bey  den  Pflanzen  gefucht  werden,  weil 
fie  einen  einfachem  Bau  haben.  Der  Kelch  fey  Fort- 
fatz  der  Rinde;  daher  bleibe  er  nach  der  Blüthe 
ftehn. 

Bey  der  Claffification  müffe  man  nun,  aufser 
den  wefentlichen  Verfchiedenheiten  der  Frucht,  auch 
auf  die  Blüthen  und  den  Kelch  fehn;  aber  die  F^rbe, 
der  Geruch  und  Gefchmack  feyn  aufserwefentliohe 
Din^e,  welche  faft  gar  nicht  in.  Beimbt  tarnnen, 


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36a  Viertes  Buch.    Fünftes  -Kapitel. 

Seine  Anordnung  ift  demnach  das  erfte  Fructifien* 
Syftem.    Folgende  Ueberficht  wird  es  Klar  machen : 
L  Bäume.    (Man  fieht,  dafs  die  empirifche  Methode 
doch  noch  zum  Grunde  liegt.) 

A.  ,  Einfaamige. 

a.  Nüffe-  und  Eicheln  -  tragende,  bey  denen  das 

corculum  nach  aufsen  geht  oder  aus  der 
Spitze  des  Saamens  hervorkommt. 

b.  Fröchte  -  tragende: 

1.  Das  corculum  geht  nach  aufsen.  Man* 
dein,  Pfirfichen,  Pflaumen,  Lorbeer, 
Pfeffer  u.  f.  w. 

2.  Das  corculum  geht  nach  innen ,  oder 
kommt  aus  der  Balis.    Rofen,  Flieder  u. 
f.  w.    (Hier  aber  find  fchon  vielfaamige 
Früchte.) 

B.  Zwiefache  Behälter  des  Saamens.  Weiden,  Pap-* 
peln ,  Periploca.  ^ 

C.  Dreytheilige.    Buchsbaum  und  Myrten. 

D.  Viertheilige.  Evonymus. 

E.  Vieltheilige. 

a.  mit  gemeinfchaftlicher  Frucbthülle.  Apfel- 
v  bäum. 

b.  mit  eigener  Fruchthalle.    Zapfen  •  tragende 
Bäume. 

II.  Staudengewächfe  und  Kräuter. 

A.  Einfaamige. 

a.  nackte  Saamen.  Valeriana. 

b.  bedeckte.  Getreide  •  Arten,  Jafmin  u.  f.  f. 
(Hier  kommt  unter  andern  (üb. 8.  c.  56.)  die 
Caffia  Senna  vor,  welche  um  Piftoja  gebaut 
werde.) 

B.  Zweyfaarnige,  oder  zweytheilige  Früchte.  Um» 
bellaten,  Siliquofen. 

'  C.  Dreyfaamige,  oder  dreytheilige  Früchte.  Tha- 
lictrum,  Euphorbia,  Crotonund  alle  Liliaceen. 


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Ürfte  Spuren  einer  Anordnung  der  Pflanzen.  36} 


D.  Vierraa mige.    Labiaten  und  AXperjf 

E.  VieJfaamige.  \\      ./^  , 

a.  mit  oberer  Blüthe.    Compofitae  und  Aggre- 

gntae. 

b.  mit  unterer  Blüthe.    Ranunculus,  Malya. 

c.  mit  vielen  Saamen  in  einzelnen  Behältern. 
Goffypiurri,  Oxalis. 

III.  Endlich  die  faamenlofen,  als:  Farrenkräuter, 
Moofe  und  Algen. 

Man  ßeht,  wie  unvollftändig  diefer  erfte  Ver- 
fach  eines  Syftems  war,  ja,  wie  viele  Unrichtigkei- 
ten er  enthielt.  < 

Adam  Zaluzanius  von  Zaluzansky,  ein  Böhme, 
bemühte  fich,  in  feiner  Methodus  herbaria,  Jib.  5., 
Frcf.  i6o4-  4->  die  natürlichen  Methoden  dadurch  zu 
verbeffern,  dafs  er  mehr  Rückficht  auf  die  QefchJecbts- 
theile  nahm.  Er  nannte  die  Piftille  ebenfalls  fcami' 
na>  die  Staubfäden  ligulas,  die  Antheren  apices.  Den 
Unterfchied  der  Gefchleehter  erkannte  er  /war  an: 
aber  fie  feyn  bey  den  Pflanzen  vereinigt,  und  diefe 
alfo  Zwitter. 

Seine  Methode  ift  natürlich.  Auf  die  Schwä'm* 
me  und  Flechten  folgen  die  Moofe  und  Gräfer.  Ujnn 
die  Scitamineen,  Liliaceen  und  Orchideen.  Auf  djef^ 
läfst  er  die  Leguminofen  folgen,  zu  denen  er  auch 
Raute  und  Sefam  zählt.  Dann  die  Ferulaceen  >  und 
Umbellatenj  auf  einmahl  Farrenkräuter:  ferner  die 
Compofitae»  und  nun  ein  Chaos  von  Pflanzen,  die 
durch  nichts  verbunden  find. 

Wie  fehr  er  ins  Einzelne  geht,  ßeht  man  au$ 
feiner  Anordnung  der  Orchideen.    Diefe  h'nd: 

1.  Satyria  legitima,  uns  weniger  bekannt.  Ery* 

thronium  und  Hyacinthus  orientalis, 

2.  Cynosorchides,  mit  yieltheiligen  Knollen, 
a.  Oreaden ,  mit  gefleckten  Blättern. 


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t  I 

364  Viertes  Bach.   Fünftes  Kapitel* 

b.  Nereiden,  Sumpfpflanzen, 
a.  mit  fchmalen  Blättern, 
j8.  mit  breiten  Blättern. 

3.  Serapiades,  mit  runder  Knolle. 

a.  mit  zweyen.    Ophrys  myodes.  Orchis  varie- 
gata.  r\ 

b.  mit  drey  oder  vier. 

4.  Daetylides:  roediae. 

* 

Glänzend  Gnd  die  Verdienfte  des  unfterblichen 
Brüder- Paars  der  Bauhine  um  die  kritifche  Sichtung 
der  gekannten  Oewächfe,  wie  um  Verbefferung  der 
bekannten  Methoden.  Beide  waren  die  Söhne  Joh- 
Bauhin's,  eines  Arztes  in  Bafel.  Der  ältere  Bruder» 
Johann,  war  \5^\  ,  der  jüngere,  Cafpar,  i55o  gebo- 
ren. Fuchfius  war  Anfangs  und  dann  C.  Gesner  ihr 
Lehrer:  Jöh.  Bauhin  begleitete  den  grofsen  Züridher 
auf  feinen  botanifchen  Wanderungen.  Dann  durch« 
fuchte  er  den  Schwarz wald,  das  Elfafs,  Hochburgund 
und  das  füdliche  Frankreich ,  ging  felbft  nach  Italien, 
hielt  fich  dann  eine  Zeit  lang  in  Ifferten  auf,  bis  er 
1566  nach  Bafel  gerufen  wurde.  Von  dort  zog  er 
vier  Jahre  fpäter  nach  Mömpelgard,  wo  er  Leibarzt 
des  Fürften  bis  an  feinen  Tod  161 3  war« 

Er  gab  zuerft :  Hißoria  mdmirabÜis  fontis  et  bal- 
liei  Bollen fis ,  Montebeligard.  1698.4.,  heraus.  In 
dem  vierten  Buch  befchreibt  er  die  Pflanzen  in  der 
Nachbarfchaft  des  Bades»  Es  kommen  wenige  neue 
vor. 

Er  hatte  den  rühmlichen  Plan  gemacht,  aus  al- 
len Schriftftellern  die  bekannten  Pflanzen  in  einem 
grofsen  Werke  zufammeln,  fie  gehörig  anzuordnen, 
beffer  zu  befchreiben,  gute  Abbildungen  zu  geben, 
und  die  Synonyme  zu  berichtigen.  Einen  Vorläufer 
(üefes  grofsen  Werks  fchtfeb  er,  mit  Hülfe  feines 


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fiifte  Spuren  einer  Anordnung  der  Pflanzen.  365 

Schwiegerfohns,  Job.  Henr.  Cherler>  unter  dem  Ti- 
tel: Hifcoriae  plantarum  generalis  prodromus ,  wel- 
cher erft  nach  feinem  Tode  Ebrodun.  1619.  4-  her* 
auskam»  Hier  findet  man  die  natürlichen  Pflanzen  - 
Familien  faft  in  derfelben  Ordnung,  als  Lobelius  Ge 
aufgehellt  hatte. 

Faft  vierzig  Jahre  nach  feinem  Tode  erfcbjen 
endlich  die:  Hifcoria  plantarum  univerfalis*  tom.  1  — - 
5.,  Ebrod.  i65o.  1601.  fol.  Domin.  Chabräus  hatte 
den  Druck  beforgt,  und  Zufätze  gemacht.  Zwar  ift 
das  Werk,  wegen  Vollftändigkeit  der  Nachrichten 
über  Pflanzen,  brauchbar:  aber  die  Holzfchnitte  find, 
nach  den  trefflichen  Vorgängern,  fchJecht,  befon- 
ders  zu  klein.  Manche  Abbildungen  ftehn  am  un- 
rechten Ort.  So  Pulfatilla  3,  4l°-  So  Salvia  ftatt 
Chamaedrys  3,  290.  Centaurea  ftatt  eines  Farren- 
krauts  3,  754.  Ein  Gras  ftatt  Thlafpi  2,  927.  Hy- 
pericum ftatt  Lychnis  5,  544-  Coronilla  Securidaca 
ftatt  eines  Gräfes  2,  459. 

Die  Ordnung  ift  die  natürliche.  Erft  Bäume, 
dann  Sträucher,  darauf  Kräuter,  die  mit  Gräfern  und 
Getreide  -  Arten  beginnen  und  lieh  mit  Meerge wach* 
fen  und  Schwämmen  endigen. 

Eine  bedeutende  Anzahl  neuer  Pflanzen  kom- 
men vor : 

Veronica  auftriaca,  Chamaedrys  tenuiffime  la- 
ciniata,  3,  2S7.  .  .  Scirpus  paluftris ,  luneus  capi- 
tulis  longis,  2,  52J. .  .  Sc.  fyfoaticus9  Cyperus  gra* 
xnineus,  2,  5oi.  •  .  Crypßs  aculeata,  Gramen  fupi- 
num  aculeatum,  2,  461.  .  .  Alopecurus  utriculatus 
Schrad. ,  Gramen  tenue  duriusculum,  2,46j.,  exeluf. 
fynon.  .  .  Melica  nutans ,  Gramen  avenaceum ,  2, 
434.  .  .  Avenafatua,  Aegilops  quibusdam,  2,435« 
♦  .  Holüfieum  umbellatum,  Caryophyllus  arvenfis  um- 
belliferus  ,  5,  36 1.  .  .  Triclcum  loliaceum ,  Gramen 
minimumCherleri,  2,  465. 


«r. 


*     :    ■  r  * 


ä66  Viertes  Buch.   Fünftes  Kapitel« 

;       Gatium   rotundifolium ,   Rubia   quadrifolit;  3j 

Cerinthe  maculata  Allion.,  Ifatis  f.  glaftura  mon^ 
tanum,  3,  6o3.  .  .  Anagallis  tenella^  Numfoularia 
frubra,  3,371.  .  .  Campanula  fpicata,  Tracheliurii 
altiffimum  foliis  anguftis,  2,  801*  .  ✓  C.  linifolia  2< 
797.  .  .  C.  rhomboidea,  alpina  glabrä,  2,  80&  .  . 
C.  bononienfis  2,  8o4«  .  i  f.  hederacea  2,  797.  ;  ;  . 
fhyreuma  pauciflorum,  Rapunculus  alpinus  parvusr, 
Ö,  8  1  1 .  .  «  Heraiaria  hitfuta  5,  37g.  .  ;'  Thapßa 
garganica  3,  5o.  .  .  Caucalis  maritima  Gouan.  3,  81. 
*  .  Toriiis  nodo/a  Spr.  5,  83.  .  .  Myrfhis  bulbofa 
-Spr.  3,  1 83.  .  .  Tenoria  pyrenaea  Spr. ,  Perfoliata 
magna  alpina  Jongifolia,  3,  199.  .  .  Meurh  Mut? Hin a 
^Gärtn.,  Mutellina,  3,66.  .  .  Ligufiicum  nodißorum, 
L.  quorumdam  folüs  angelicae,  3,  i47«  •  •  Cnidium 
alfoticum,  Umbellifera  alfatica  magna,  3,  106.  .  .  Fe* 
rii/a  glauca  3,  45.  .  .  Lafrrpiuum  anguftiffimum,  La- 
ferpitio  Lobelii  firnilis  anguftifolia ,  3,  107.  .  .  L. 
aureum  W. ,  Daucus  in.  folio  coriandri  ,  flore  lnteo  j 
3,57.  .  .  Sejeli  glaucum,  Daucus  glauco  folio,  3, 
16.  .  .  S.  Hippomarathrunt,  Daucus  petraeus  glau- 
cifolius ,  3,  58. 

Scilla  uni/6Hay  Bulbus  rnonophyllus  flore  albo, 
2,  622.  .  .  Culamus  Zalacca,  Baly  infulae  fructus, 
1,  4oi.  .  •  luncus  acutus ,  pungens,  2,  520.  .  . 
Lmaximus,  Gramen  Luzulae  maximum^  2,  49^.  .  . 
/.  capitatus ,  foliatus  minimus,  -2,523.  .  .  Rumex 
puicher,  Lapathum  pulcrum  bononienfe,  2,  988.  •  ; 
R.  Lunaria  994» 

Andromeda  poUfolia ,  Viti  idaeäe  adfinis  polifo- 
lia,  1,  527.  .  .  Saxifraga  ftellaris  et  cuneifolia,  Co- 
tyledon  altera,  5,  684.  •  .  &  mofchata  Wulf,  j  Tri-* 
dactylites  alpina,  3,762.  j  .  S.  afpera,  Sedum  al- 
pinum  hifpidum,  3,  695.  .  .      Arenaria  trinerviaj 

Alfine  plantaginis  folio  >  5j  364*  *  .    A*  tinuifolia§ 

# 

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»  I 

Erfte  Spuren  eise*  Anordnung  der  Pflanzen.  367 

Alfide,  daf.  •  •    A.  firiata,  Auricula  muris  pulcro  Hö- 
re ,  3,  36o.  .  .     S*dum  faxatile,  luteum  minimuni  . 
non  acre,  5,  695. 

Lythrum  Ttiymifolia,  Hyffopifolia  minor,  3, 
792.  .  .  Prunus  femperßorens,  Cerafus  racemofa, 
1,  223.  .  .  Pyrus  Pollveria  1,  5g.  Von  Pollwiler 
im  EJfefe.  .  .  P.  dioica,  Malus  non  florida,  1,21... 
Höfa  tomertiofa  Smitb.  2t  44«  •  •  pumila  Jacqu., 
H.  fylreftns  rubel  Ja,  2,  55. 

Ciftus  nummulär ius  2,  20.  .  .  C.  fampfucifolius, 
daf«.  .  ?  C.  glutinofus,  thymi  folio  incano,  2,  19.  .  . 
Ranunculus  plantagineus ,  angultifolius  bulbofus,  3, 
866.  .  .    jR.  pyrtnaeus,  pumilus  gramineis  foliis,  daf. 

R„  glacialis  3,  86 1 .  .  .  R.montanus,  minirnus 
alpinus  luteus,  daf.  .  .  disfectus  MB.?  montanus 
tenuifolius  Juteus,  3,4*6* 

Teucrium  Mar  um  3,  243.  .  .  Nepeta  nuda9 
Mentha  Cataria  hifpanica,  3,  226.  .  .  Siderieis  ro* 
mana,  Sfderitis  genus  fpinofis  verticilJis,  3,  428.  .  • 
Ocimum  monachorum  3,  260.'  .  •  Scutellaria  aibida, 
teucrii  facie,  3,  291.  .  .  "  Linaria  Pelijferiana^  Li- 
naria coerulea  calcaribus  longis,  3,  461. 

Thlafpi  peregrinum  2,  927.  .  .  T.  alliaceum^ 
folio  alliariae,  2,  g32.  .  .  Bunias  cochlearioides , 
Myigrum  monofpermum  minus,  2,895.  .  .  Sifym- 
brium  obtusangulum,  Eruca  inodora,  2,  862.  .  .  Cheir» 
anthus  maritimusy  Leucoium,  2,877. 

Polygala  monspeliaca  3,  588.  .  .  Spartium  pur- 
gans  1,  4o4-  •  •  Genifta  Jylveftris,  GenifteIJa  mon-  « 
tis  ventofi  fpinofa,  1,  4°o-  •  •  Ononis  Cherleri  2, 
394.  .  .  Orobus  canefcens,  Araci  vel  Apios  legumi- 
nofae  fpecies,  2,  326,  .  .  Lathyrus  Jylv#firisy  maior 
narbonenfis,  2,  3o4*  *  •  L.  hirfutus  2,  5o5.  .  .  I« 
NiJJblia,  Catananche  leguminofa,  2,  309.  .  .  Vicia 
platycarpos,  Aracus  fabaceus ,  2,  286.  .  .  V.  angu- 
fii/pliai  V.  vulgaris  fylveftris,  2,  3 12.  .  .  Cytifus 


■ 

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368 


Viertes  Buch.    Fünftes  Kapitel« 


bißorus,  glaber,  filiqua  angufta ,  1,373.  .  .  Corö- 
nil}a  iuncra,  Colutea  caule  geniftae  fungofo,  i,  385.  .  . 
Afcragalus  monspeffulanus ,  2,  358.  .  .  A.  piIofusy 
A.  recticaulis  hirfutus,  2,  535.  .  .  Trifolium  tomen- 
tojum  2,  079.  .  .  T.  refupinatum,  foJJiculaceum,  daf. 
,  .  Lotus  anguftijßmus  2,  35 6.  .  •  Medicago  coro- 
nuta  2,  586.  .  .  M.  tuberculata,  magna  turbinata, 
2,385.  .  .  M.  turbinata,  fcutellata,  2,584-  .  .  M. 
rigidula,  hirfuta,  echinis  rigidiorihus,  2,  585.  .  * 
M.  pubefcens  Decand.,  M.  echinata  magna  hirfuta,  daf. 

Laciuca  auguftana ,  longo  et  angufto  folio,  2, 
5399.  .  .  Leontodon  obovatus  Willd.,  Hieracium  nar» 
bo-  -nfe  rotundifoJium,  2,  1057.  .  .  HieraiiumfyU 
vaticum,  Pilofellae  maioris  five  Pulmonariae  lnteae 
fperies  anmiftifolia ,  2,  io43.  .  .  Hierac.  ftaticae* 
fo/iwn,  Chon.fnlla  folio  non  disfecto ,  2,  104*.  .  . 
Crppls  Sprengeriana*  Hieracium  pulcrum  ramofum, 
2,  102Ü.  .  .     Rhngadiolus  edulis,  Hierac.  ftellatum, 

2,  10*4.  •  •  Carduus  crifpus  3,  5g.  .  .  C.  tenuU 
jlorus  Sm.,  acanthoides,  3,  56.  .  •  Cirfium  canum, 
Cirfium  tomentofutn,  5,44«  •  »  C*  ferox ,  Carduus 
lanceolatus  ferocior,  j,  58.  .  .  .ConyZa  ftcula ,  fo» 
Iiis  virgaureae,  2,  1049.  •  •  Inula  fpiraeaefolia,  Co- 
nyzae  mediae  monspel.  adfinis ,  2,  1049.  .  .  Senecio 
nemorenßs  Virgaurea  latifolia,  2,  io65.  .  .  S.  aqua- 
tiruSy  lacobaea  latifolia ,  r^,  1057.  .  .  Cotula  aurea, 
Cliamaemelum  aureum ,  5,  119.  .  •  Anthemis  re+ 
panda,  Chrysanthemum  latifolium,  5,  io5.  .  .  Achil- 
lea  herba  rota  5,  i44«  •  •  A.  nana,  Millefolium  al* 
pinum,  3,  1 58.  .  .    Centaurea  galactites,  Carduus, 

3,  54»  •  •    C,  nigra  3,  28: 

,  Epipactls  cordata,  Bifolium  minimum,  3,  534* 
.  .  Caulinia  fragiüs  et  Naias  monofperma  Willd.  > 
"Fluvialis  pifana,  3,  779. 

Salix  Amaniana  Willd. ,    latifolia  non  hirfuta, 
1,216'.  .  4    S»  arbutif olia  ^  pumila  folio  utrinque  gia- 


■  '  '  V: 


■ 

t       4  «1'  *  Digitized  by  Qpo 


1 

Erlte  Spuren  einer  Anordnung  der  JWanzen.  369 

bro  1  217.  . ..  5.  retieulata,  pnmila  folio  rotun- 
do,d  af.  . 

>         Aus  dieretn  Werke  lieferte  Domin.  Chabräus  ei* 
»en  Auszug;  Omnium  ßirpium  fciagraphia  et  ico,,e, 
Genev.  1677.^.,  worin  p.389.  Imperataria  Chabraei 
Spr.  unter  dem  Namen  Carvifolia  vorkommt. 

I 

Gröfser  als  fein  Bruder  war  Cafe.  Bauhin-  er 
hatte  fein  Vaterland,  Deutfchland,  Italien  und  Prank- 
reich mit  Sorgfalt  durchforscht,  ward  Prof.  in  Bafel 
«nd  ftarb  ,624.  Seine  unübertreffliche  Gelebrfam' 
ke,  ,ft  eben  fo  bewundernswert!,,  als  der  krieche 
acnarH.nn,  womit  er  die  Syoonymieen  prüfte,  und  als 
der  grofse  Reicbthum  von  Pflanzen,  der  ihm  bekannt 
war.  D,efen  batten  feine  Freunde,  Nie  Agerius  ia 
Strasburg,  Honor.  Belli  in  Candia,  Fern.  Impera«  ia 
Neapel,  Franz  Pona  in  Verona,  Job.  Fleifcher  in  Bres- 

A  '  c ^  T  iD  H»B,burg»  Cargillaos  Abe* 
deen  in  Schottland,  Fabios  Columna ,  ßafil  Be^r  i. 

focht.     Vorzügbch  rühmt  er  den  Laufitzer,  Joach 
.    d«      *uf  friaea  ,anSen  Reifea  Europa 

2 i  lZTH  ge;rme,i'  B°d  Herbarien,  L 

25  Banden  der  Umverfität  Upfala  gefehenkt  war 
Drey  Bande  d.ffelbe.  wurden  ein  Ra^b  der  groTea 
Feuersbrunft  .702.    Auch  -die  Abbildungen,  die  die 
Kudbeke  von  diefen  Pflanzen  beforgt  hatten    '  ver 
brannten  mit     Linne  machte  die  feltenen  Oewäohfe" 
diefe,  Herbariums  bekannt,  (JmMH.  aeaM.  ™] 

Iche  Pflanze,  wieder  ans  Licht  gezogen:  z.B.  Gentia- 

pyrtn.  p.  1 3a.  Selbft  ans  America  erhielt  Bauhin  Pflan- 
Brafili^i  °v<!,:n,,erJd"  Lan<1°erT<>pinambn's  und 

ÄtSSf wo  es  doch  ^t*"  *■ 


• 


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9 

f 

- 

t 

%  370  Viertes  Buch.    Fünftes  Kapitel. 

♦ 

Ein  ausserordentliches  Unternehmen  wagte  Bau- 
hin, woran  er  Zeit  feines  Lebens  gearbeitet,  nämlich 
eine  gründliche  und  vollftändige  Sichtung  aller  bis 
auf  ihn  bekannt  gewordenen  Gewächfe,  wobey  nur 
wenige  ältere  Schriftfteller  abergangen  find.  Von 
diefem  Werk  er  fehlen  der  Vorläufer  unter  dem  Titel: 
Phytopinax  f.  enumerat'io  plan  Carum  ab  hrrbariis  no- 
fero  faeculo  deferipearum.  Bafil.  1596.  4»  Dann  er- 
fchien:  Pfodromus  cheatri  botanici ,  Frcf.  1620.  4-> 
worin  25d  neue  Pflanzen  befchrieben  und  zum  Theil 
in  gar  vortrefflichen  Holzfchnitten  abgebildet  und. 
C.  Bauhin  arbeitete  an  einem  thracrum  bocanicum,  wel- 
ches alle  bekannte  natürliche  Familien  enthalten  foli- 
te.  Es  erfchien  aber  nach  feinem  Tode  nur  der  erfte 
Theil  Bafil.  i658.  fol.  Dann  kam  auch  der  Pinax 
cJwacri  botanici,  Bafil.  1620.  4*>  felbft  heraus:  die 
Yollftändigfte  Synonymie*  welche  es  in  ünferer  Lite- 
ratur giebt:  daher  noch  jetzt  einem  jeden  Botaniker 
unentbehrlich.  Auch  die  Flor  von  Bafel  befchrieb  er 
iß  dem  Catalogus  plan  Carum  circa  Bafdeam  nafeencium? 
Bafil.  1671.8, 

Damit  nun  einigermaßen  klar  werde,  welche 
grofse  Menge  von  Pflanzen  C.  Bauhin  entdeckt,  we- 
nigftens  befler  befchrieben,  als  feine  Vorgänger,  fo 
folgt  hier  ein  fyftematifches  Verzeichnifs  derfelben: 

Blitum  capiCatum,  Atriplex  fylv.  lappulas  ha- 
ben s,  ad  Matth.  365.  .  .  Syringa  perftua,  Ligu- 
ftrum  Ii«,  prodr.  i58.  .  .  Veronica  bellidioides prodr. 
116.  •  .  ,  V.  fcutellata,  Anagallis  aquatica,  daf.  119. 
.  .  Salviä  fyriaca,  Horminuxn,  prodr.  1 14»  •  •  «£• 
grandißara  >  i. ,  prodr.  1 1 3. 

Valeriana  Tripceris*  alpnia  prima,  prodr.  86. 
V.  moncatia,  alpina  profulariae  folid,   daf.  87*  .  . 
Cladiunt  germänicum  Scbracl.,  Cyperus  lbngus  inodo- 
rus,  theatr*  221.  *  •.      Schöenus  mucronatus\  Gra- 
men cyperoides  maritittium>  theatr.  giv  %  .  ScirpuS 


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Erfte  Spuren  einer  Anordnung  der  Pflanzen.  3-1 

'cafifpitofus ,  Gramen  iunceum,  foliis  et  fpica  iuhcl 
minus,  theatr.  79.  .  .  Sc.  aricuiaris.  Innen«;  inuti* 
Iis,  daf.  i83.  .  .  Sc.  lacußris,  Iuncns  maximus> 
daf.  178.  .  .  Sc  Holoßjho^nus ,  Iuncus  acutus  mari- 
timus,  daf.  174»  •  •  Sc.  triqwier 9  Iunc.  acut,  marit. 
caule  triangulo,  daf.  17S.  prodr.  22.  .  .  Sc. ßuitans> 
luncellus xxvn.,  prodr.  2.Z.  .  .  Eriophorum  caefpitofurfi 
Hoft.,  Iuncus  alpinus  capitulo  lanu^inofo,  theatr. 
188.  prodr.  23.  .  .  E.  latifolium ,  Gramen  tomento- 
fum  pratenfe  panicula  fparfa,  daf.  61.  .  .  Alopecuruä 
agreftis ,  Gramen  typhoides  fpica  anguftiore,  theatr. 
53.  .  .  Phleum  pratenfe,  Gramen  typhoides  maxi- 
tnum,  theatr.  49«  •  •  Panicum  Crus  galli,  Gramen, 
panicum,  theatr.  137.  .  Aira  caryophyUea,  Caryo* 
phyllus  xi. ,  prodr.  10  5.  .  .  Pollinia  dißaehya,  Fe» 
ftuca  iunceo  folio,  prodr.  19.' .  .  P.  Gryllus,  Feftuci 
dumetorum,  theatr.  149. .  .  Erianthus  Ravehnae,  Gra- 
men plumofum  alburn,  prodr.  14.  •  •  Holcus  lana- 
tus,  Gramen  pratenfe  paniculatum,  theatr.  27.  .  . 
Arundo  epigeios ,  Gramen  arundinaceum  fpicatum^ 
theatr.  94-  •  •  Polypogoti  monspelienfis ,  Gramen  alo- 
pecuroides,  theatr.  58.  .  .  Lagurus  ovatus,  Gramen, 
alopecuros  fpica  rotundiore,  daf.  56.  •  Sefsleriä\ 
coeruleay  Gramen  fpica  varia,  theatr.  )58.  -.  & 
echinaca,  Gramen  fpica  fubrotunda  echinata,  prodr. 
16.  .  .  Poa  compreffa ,  Gramen  V.  ,  prodr.  ±.  >.* 
P.  bulbofa>  Gramen  arVenfe  panicula  crifpa,  prodr? 
6.  .  .  Poa  liioralis  Gouan.,  Gramen  caninum  mari- 
timum  fpicatum  ,  prödr.  2.  .  •  'Cynosurus  crifiatus* 
Gramen  pratenfe ,  prödr.  8.  .  .  C.  echinatus^  Gra- 
men alopecuroides,  fpica  afpera,  theatr.  09.  v  .  feriza 
maxima  prödr.  5.  .  •.  Dar Iis  glometatä.  Gramen 
fpicatum  folio  afpero,  prodr.  $.  theatr.  4$.  •  *  ^rtjr" 
mus  velutinus  Schrad.  ,  Fe  ftuca  ^raminea  glümis  hir- 
futis  s  theatr.  •.  .      Triticurh  Yigidum  Schrath) 

Oramenanguftifolium  fpica  tri  tici  mnticae  nmili,  prodr. 

* 

« 

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37a  Viertes  Buch.   Fünftes  Kapitel. 

17.  .  .    T.  pinnatum  mihi,  Gramen  fpica  brizae  ina- 
ius,  daf.  18.  .  .    Truicum  repens,  Gramen  caninum 
arvenfe,  theatr.  9.  .  .      Lolium  eemulenium  theatr. 
,  121. 

G lobular ia  fpifiofa,  Bellis  fpinofa  coerulea,  prodr. 
121.  . .  Scabiofa  graminifoHa>  argentea  angufto  fol., 
phytopin.  528.  t.  4»  prodr.  127.  .  .  Afperula  pyre- 
naica\  Rubia  viii.,  prodr.  i46.  .  .  A.  laevigaia, 
Rubia  111.,  daf.  i4*>. .  •  Galium  pufülum,  Rubeola  vi., 
prodr.  i45.  .  .  G»  glaucum,  Rubia  1. ,  daf.  •  .  G. 
boreale,  Rubia  11.,  daf.  .  .  Valantia  glabra,  Ga- 
lium latifolium  glabrum,  prodr.  146.  .  .  Crucianel* 
lafpicata*  Rubia  iv.,  prodr.  i45.  •  .  Cornus  cana- 
denßsy  Pyrola  alfines  foJio  braGIiana,  prodr.  101. .  . 
Aichemilla  pentaphylla  prodr.  1 58*  .  .  Potamogeton 
pectinatui,  11. ,  prodr.  101...  P.  frtaceus?  1.,  daf. 
.  .  P*  pufillus,  in. ,  daf.  . .  Ruppia  maritima,  Gra- 
men maririmum  fluitans  cornutum,  theatr.  41. 

Pulmonaria  fuffruticofa  ,  Lithofpermum  angufti* 
folium  umbellatum,  pin.  5ai-  •  •  Lyßmachia  Linum 
Jtellatum,  Linum  Iii.,  prodr.  107.  .  .  Anagallis  te- 
nella,  Nummularia  purpurafcente  flore,  prodr.  i36. 
4  .  Convolvulus  copticus,  in.,  prodr.  i34.  •  •  C. 
tricolor,  n.,  daf.  .  •  Campanula  ftylofa  Lam.,  fo- 
)üf  fubrotundis,  prodr.  35.  . .  C.  caejpitofa  Scop., 
v.,  daf.  34.  .  .  C.  barbata,  foliis  echii  floribus  vil- 
loßs,  prodr.  36. .  .  Lobelia  urens,  Draba  11.,  prodr. 
53.  4  •  Mirabilis  dichotoma,  Solanum  iv»,  prodr. 
91»  .  «  Chironia  fpicata,  Centaurium  minus  fpica« 
tum,  prodr.  i3o.  -  .  Rhamnus  alpin us,  Frangula 
altera,  prodr.  160*  •  .  Ribes  alpinum,  montana, 
daf.  .  .  Herniaria  lenticulmta,  Polygonum  iv.,  prodr. 
i3w  •  .  Chenopodium  ambrofioides ,  Botrys  ambro- 
fioides  mexicana ,  pin.  5äo.  .  •  Velezia  rigida ,  Ly- 
chnis  11.,  prodr.  io3.  .  .  Aßrantia  minor,  Hellebo- 
rus  niger  fauiculae  folio,  prodr.  97.  .  .  Bupleurum 

1 


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I 


Erlte  Spuren  einer  Anordnung  der  Pflanzen.  373 

fiellatum,  Perfoliata  ih.%  prodr.  129.  .  .  B.  pe- 
traeum*  Perf.  iv.,  daf.  .  .  B.  angutofum,  11.,  daf.  .  . 
B.  ranunculoides ,  v. ,  daf.  .  .  Cachrys  ficula,  Hip- 
pomarath rum  creticum  ,  prodr.  76.  .  .  Lajerpitium 
Qquitpgifolium ,  Libanons  1. ,  prodr.  83.  .  .  Hera* 
cleum  anguftifolium,  Sphondylium  iv>  daf.  .  .  H* 
auftrlacum,  11.,  daf.  .  .  H.alpinum,  in.,  daf,  .  .  - 
Sefelt  pyrenaeum%  Carvi  alpinum,  prodr.  84.  .  . 
Scandix  pinnatißda  Vent.  prodr.  78.  .  .  Rhus  ty* 
pliina,  virginianum,  pin.  5 17.  .  .  Rhus  glabra, 
Sumacb  anguftifolium,  prodr.  i58.  .  .  Corrigiola 
Utoralis,  Polygonum  in.,  prodr.  i3i.  .  .  Seatice 
cordata,  Limonium  1. ,  prodr.  99.  .  ,  St.  minuta, 
Ii.,  daf.  .  •  Linum  vifco/um,  vi.,  pin.  214.  .  .  L. 
narbonenfe,  n.,  prodr.  107.  ..  Craffula  rubens,  Se- 
dum  vi.  ,  prodr.  i32.  .  .  Sibbaldia  pracumhens,  Fra* 
,   gariae  adfinis,  prodr.  i3g. 

Tradefcantia  virginica,  Alllum  f.  Moly  virgin., 
pin.  5 16.  .  .  NarciJJus  dubius  Gouan.  prodr.  27.  .  • 
Uvularia  perfoliata,  PoJygonatum  11. ,  prodr.  i36. 
Iuncus  glaucus,  acumine  reflexo  maior,  theatr.  i83. 
.  .  /  trifidus,  acumine  reflexo  trifidus,  daf.  i84«  •  • 
I.albidus,  Gramen  xlvii.  ,  prodr.  16.  ..  L  triglu- 
miSy  11.,  prodr.  22.  .  .  Frankenia  hirfuta,  Polygon 
num  11.,  prodr.  i3i.  .  .  Rumex  veficarius ,  Aceto- 
fa  1.,  prodr.  54«  .  .  R.  tingitanus,  Lapatbum  mari- 
timum,  prodr.  56.  .  .  R.  digynus,  Acetofa  n.^rodr. 
55.  .  .  R.  fpinofus ,  Beta  cretica,  57.  .  .  R*  acut 
leatus,  Acetofa  iv. ,  prodr.  55,  .  .  Scheuchzerapa* 
lufiris,  Iuncus  rx.,  prodr.  2  3.  ,  .  Trillium  erectum, 
Solanum  in.,  prodr.  91. 

Epilobium  angufciffimum ,  Lyfimachia  in.,  pr. 
116.  .  .  E.  parvißorum,  Lyfimachia  1. ,  daf.  .  . 
Daphne  Thymelaea ,  Sanamunda  viridis,  pr.  160.  .  . 

Elatine  Alßnafirum>  Ecjuifetum  1.,  pr.  24« 

■ 


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374  Viertes  fiueh.   Fünfte*  Kapitel. 

Monotropa  Hypopitys ,  Oxobancbe  in, ,  pr.  3  f . 
.  .  Saxifraga  Cotyledon,  Cotyledon  minor,  pr.  1 33. . . 
&  oppofuifolia :,  Sedum  m.,  pr.  i32.  .  .  S.  petraea, 
Vahl. ,  i.,  pr.  x  3  ^  •  >  .  $.  caefpitofa,  n.,  daf.  .  , 
Dianthus '  fylveftris,  CarypphylJus  in. ,  pr.  i  o4-  «  • 
DK  arborefeens  v  i. ,  daf.  .  .  SUene  rupefiris  ,  Ca- 
ryophyllus  vi*. ,  daf.  .  .  Arenaria  tetraquetm^  Ca- 
Tyop.hyllua  xii.  ,  daf.  io5.  .  .  A.  iuniperina,  Alfine 
iv,,  daf.  118.  •  •  Sedum  atratum,  vn.,  daf.  102. 
Ceraftium  latifolium%  Caryophyllus  iv.,  daf.  104.  ... 
C'tomentofum,  Caryophyllus  ix.,  da(.  .  •  Spergula  n.o-. 
4ofa,  Alfine  viii.9  daf.  \  i8. 

Euphorbia  rubra,  TUhymalus  in»,  daf.  1,33. 

Spiraea  hypericifoliay  Pruao.  fylv.  fimilis,  pin^ 
5i7.  .  .  Potentilla  intermedia  ,  Qujnquefolium  111., 
pr.  13g.  .  .    P.  Qaulefcensy  \.%  daf. 

Papaver  alpinum.  Argemone  alpina,  pr.  93,  .  , 
P*  cambricum^  erraticum  pyrenaicum,  daf.  92.  .  . 
Delphinium  peregrinum%  ConfoJida,  regalis  latifolia, 
pr.  74.  .  .  Aquiiegia  vtfcofa,  11. ,  daf.  7$.  .  .  A. 
tlpina,  1.  ,  daf.  .  .  Nigella  hifpanicay  1.,  daf.  .  . 
iV.  orientalis.,  11.,  daf.  .  ..  Anemone  patensx  Pulfa- 
tilla  v.,  pr.  94*  •  •  4,  vernalisy  11.,  daf.  .  .  A.  baU 
denfis%  11.,  daf.  .  .  Clematis  maritima,  pr.  i55.  .  • 
Thalham  angufiifolium  pr.  146.  .  .  TV  foetidum 
daf.  l47«  •  •  Ranunculus  lanuginofus ,  vuM  pr, 
96.  .  ^  Ifopyrum  aquilegioides^  Aquiiegia,  11.  ^ 
pr.  75, 

Teucrium  fpino/umr  Chamaedrya  fpinofa,  pr. 
.  .  Stachys  cretica%  Pfeudoftachys  pr.  11 3. 
,  .  St.  arvenßs,  Sideritis  n.,  pr.  111.  .  .  Scutefc 
laria  alpina  y  Teucrium  alpinum  inodorum,  pr.  1  \6« 
,  .  fylelampytwn  crißa,tum>  luteum,  pr.,  412.  .  ^ 
Linaria  monspeffu{ana ,  iyM  pr.  106.  .  . 
avvanfuy,  y.,  107,  ,  ,  Z*  origanifolia^  Antfrrh*- 
PMm  taxatile,  *o6,  .  t      k  ialmaticc^        daf.  ,  . 


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Erfte  Spuren  einer  Anordnung  der  Pflanzen.  375 

L.  linifölia^  11.,  dak  ,\  Scrofularia  vernalis,  i.t 
pr.  112.  .  .  Unnaea  borealis ,  Campanula  ferpylli- 
folia,  pr.  35. 

Myagrum  perenne,  Rapiftrum  monofpermum , 
pr.  37.  .  .  M.  perfoliasum ,  iv. ,  5a.  .  .  Af.  /wwi- 
culatum,  in.,  daf.  .  .  Bunias  Erucago,  Eruca  vn., 
pr.  41.  .  .  Draba  ftellata,  Burfa  paftoris  m. ,  pr. 
5i.  .  .  Thlafpi  hirtum,  111. ,  pr.  47«  •  •  Alyffum 
montanum,  Thlafpi  vii.»  pr.  49*  •  •  Cardamine  re* 
Jedaefolia,  Nafturtium  iv.,  pr.  45.  •  •  parvifio» 
ray  11.,  44.  .  .  C.  amara  prodr.  45.  .  .  Sifym- 
brium  terreftre^  Raphanus  aquaticus  fol.  laciniat.,  pn 
38.  .  •  «S.  amphibium ,  alter,  daf,  .  •  S.  arenofum9 
Eruca  v. ,  4<>«  •  •  &  ofperum^  Sinapi  parvum  fili- 
gua  afperd,  41  •  •  •  Eryfimum  hieracifoüum,  Leu» 
coium  in.,  pr.  102.  .  .  Cheiranthus  trilobus^  Leu« 
coium  vi.  §  pr,  io3.  .  .  Hefperis  Verna ,  Rapiftrum 
1.,  pr.  Oy.  .  .  Arabis  Halleri,  Nafturtium  vii.,  pr* 
46.  .  •  Turritis  hirfuta,  Eryfimo  finailis  hirfuta, 
pr. 

Lavatera  trimeftris ,  Malva  n.,  pr.  i32. 

Genifta  hifpaniea  y  Geniftella  monspeliaea  fpi» 
aofa,  pr.  157.  .  .  Orobus  luteusy  alpinus  )<*tifolius* 
i49-  .  .  Lathyrus  fetifolius  pr.  148.  .  .  Vicia  ono* 
brychioides  pr.  149.  •  .  Hedyfarum  Caput  gallit 
Onobrychis  n.,  daf.  .  .  Oxytropis  pilofa  Decand,, 
Cicer  11.,  148.  .  .  Aftragalus  incanus ,  Onobry- 
«his  in.,  149.  •  •  A  exfcapusy  Cicer  1.,  i47-  •  • 
Trifolium  creticum,  xiv. ,  pr.  142.  .  .  T.  CherlerU 
xviii.,  i43.  .  .  T.faxatile,  vii.,  i4o.  .  .  T  fca* 
brumy  viii.,  daf.  .  .  T.  fpumofum-,  iv.,  daf.  .  . 
T.  lappaceum  phy topin.  t.  5.  .  .  T.  fpadiceum% 
in.,  pr.  i4o.  .  .  Lotus  diffufus,  Trifolium  xxi., 
pr.  i44«  •  •  Medicago  orbicularis ,  Trifolium  ix., 
pr.  140. 


Uigitiz 


376  Viertes  Buch,   Fünftes  Kapitel. 


Hypericum  Ajcyr um  pr.  i3o.  .  •  H.  nummulä- 
rem rlaf. 

Arnopogon  picroides,   Sonfchus  I. ,   pr.  60.  .  . 
Sonchus  maritim  us  t  iv. ,  pr.  6t.  .  .     S.  tenerrimus* 
in.,  daf.  .  .      Lactuca  faligna,  Chondrilla  u. ,  pr. 
68.  .  .      Hieracium  fiorentinum,  xxu. ,  pr.  67.  .  . 
H.  chondr Moides ,  xn. ,  64«  •  .     H.  grandißorum% 
xvi. ,  65.  .  .    H  glutinofum,  iv. ,  63.  .  .  Crepis 
foetida*  Chondrilla  in.,  pr.  68.  .  .    Andryala  cheir- 
anthifolia%  Sonchus  vi.,  pr.  61.  .  .    Hyoferis  radia- 
£a>  Dens  Jeonis  m.,  pr.  62.  .  .    Hypochoeris  Helve- 
tica, Denfi  leonis  1.,  daf.  .  .    Carduus  Perfonata,  i.f 
pr.  i55.  .  .      Artemißa  glacialis ,  Abfinthium  iu.f 
pr.  71.  .  .    Gnaphalium  Orientale ,  Helichryfon,  pr. 
12  3.  .  .     Conyza  faxatilisy  H«*licbryfo  fylv.  fimilis, 
daf.  .  .     Erigeron  alpinumy  Conyza  1. ,  pr.  124.  .  • 
Senecio  Unifolius*  Linariae  aureae  adfinis,  pr.  107.  .  . 
After  alpinus  pr.  124.  adMatthiol.  8i8.  .  .  Solidago 
mexicana,  pin.  5 17.  .  .     Cineraria  cordifolia9  Iaco-  . 
baea  aJpina,  pr.  69.  .  .  Inula  britannica,  Conyza  in., 
pr.  124.  .  •    /.  provincialis ,  lacobaea  11. ,  pr.  69.  .  • 
Chrysanthemum  atratum ,  BelJis  1. >  pr.  120...  Py- 
rethr um  Haller i>  BeJJisn.,  daf.  .  .     Anthemis  mix- 
tay  Bellis  v.,  121.  .  .    A.  altifjima,  Chamaemelum  i., 
70.  •  .    Achillea  magna,  Millefolium  1.  y  72.  .  •  A. 
ianacetifolia,  u. ,  daf...     A.  macrophylla,  Dracun- 
culus  alpinus,  pr.  3g.  .  .    RudbekiaJaciniata,  Doro- 
nicum  americanum  ,  pin.  5 16.  .  .     Centaurea  alpina 
pr.  56.  .  .    C  pectinata,  Iacea  v.,  pr.  128.  .  .  C« 
Cineraria ,  Tacea  vu. ,  daf.  .  .    C.  fonchifolia,  iv.,  daf. 
.  .    C.  axillaris ,  u.,  1 27. . .    Filago  pygmaea,  Gna« 
phalium  rofeum,  122. 

Orchis  viridis,  Tin.,  daf...     Ophrys  alpina, 
Chamaeorchis  iv. ,  pr.  29. 

Zannichellia  paluftris*  Potamogeton  rv.,  pr.  toi« 
.  .    Chara  hifpida,  Equifetum  foetidum  fub  aqua  re- 


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Erfte  Spuren  einer  Anordnung  der  J>fitnzen«  37^ 

pens ,  pr.  a5.  •  .  Car&x  baldenßs ,  Gramen  XXXVI., 
pr.  i3.  .  .  C.  digitata,  xxuu,  9.  .  .  C.  ornithopo- 
da,  xxu.,  daf. .  .  C.  ampullacea ,  Gramen  cyperoi- 
des  rv. ,  tbeatr.  84.  •  .  Myriophyllum  fpicatum,  Mil- 
lefolium  iv.,  pr.  75.  .  .  Thelygonum  Cynocrambe  pr« 
5g.  .  .    Bryonia  cretica  pr.  1 55. 

Sa/ix  herbacecty  "VH.,  i5c)  .  .  .         retufa,  V., 

daf. 

Afpidium  aculeatum,  Filix  ir.9  i5i.  .  .  Adlon- 
tum  pedatum ,  fruticofum  brafilianum ,  i5o.  . .  «Sa/- 
vinia  nata/is,  Lenticula  paluftris,  phytopin.  t.  7.,  viel 
beffer  pr.  i53.  .  .  Neckera  pennata,  Mufcus  1., 
l5 1 .  •  .  Trichoßomum  ericoides*  MuCcus  vii.,  daf. . . 
Mnium  rofeum*  vin.,  daf.  .  .  Fucus  bulbofus  Turn.f 
n. ,  i54-  F.  faccharinus,  iv. ,  daf.  .  .  'F.  pa I ma- 
lus,  viM  i55.  . .  F.  Fi/wm,  yjii.,  daf.  .  .  Ulva  pa« 
vonia,  Fucus  vu.,  daf.  Diefe  hatte  ihm  Gargill  aus 
Aberdeen  mitgetheilt« 

  ' 

1 

r 

Endlich  dürfen  wir  die  Compilatoren  nicht  un* 
erwähnt  laffen ,  obwohl  fie  der  Wiffenfchaft  keinen 
Gewinn  brachten. 

Unter  ihnen  ift  der  berühmte  Kritiker,  Jul.  CS« 
{&r Scaliger,  aus  Verona,  (geb.  1484,  f  i558,)  der 
erfte.  Er  machte  fich  zuerft  bekannt  durch  feine  Wi- 
derlegung des  Cardanus,  der  aus  Oviedo,  Monarde^ 
und  Andern  die  Befchreibungen  der  Pflanzen  Ameri- 
ca's  im  2iften  Buch  feines  Werks  de  fubtilitate  wie-  ' 
derholt  hatte.  Scaliger  handelt  jene  Pflanzen  auch 
ohne  Sachkenntnifs  in  dem  i5ten  Buch  feiner:  Exer- 
citationes  exotericae  de  fubtilitate,  Frcf.  1.582.  8.» 
ab.  Auch  gab  Scaliger  Commentare  über  Theophrafts 
Werk:  de  cauffis  plantarum,  heraus,  die  blofs  gram- 
matifchen  Inhalts  find. 


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Viertes  Buch.    Fünftes  Kapitel« 


Auch  Ulyffes  Aldrovandi,  Prof.  in  Bologna, 
(geb.  1^22,  f  i6o5, )  gehört  hieher.  Er  hatte  fech- 
zehn  Bände  getrockneter  Pflanzen  gefammelt,  die 
noch  in  der  Mitte  des  achtzehnten  Jahrhunderts  in 
Bologna  vorhanden  waren.  OviJ.  Montalbani  gab 
Aldrovandfs  DendroJogia  Frcf.  1690.  fol.  heraus. 

Theod.  Dorfien,  Arzt  in  Caffel,  (f  i552,)  ver- 
fchmähte  felbft  die  alten  ortos  fanitatis  oder  herba- 
rios  nicht  (S.  2440  >  um  fie  wieder  aufleben  zu  laf« 
fen.  Sein  Botanicon,  Frcf.  i54o.  fol.,  ift  ein  fol« 
ches  verjüngtes  Kräuterbuch,  ganz  nach  dem  Zu- 
fchnitt  der  alten,  in  alphabetifcher  Ordnung,  mit 
elenden  Figuren,  doch  mit  einigen  Commentarien 
verfehn. 

Ein  ähnliches  Werk  arbeitete  Adam  Lonicet, 
Arzt  zu  Frankfurt  am  Main,  (ge*b.  i5*8,  f  i586,)  aus. 
Sein  Kräuterbuch  erfchien  zuerft  Frkf.  1  573.  fol.  und 
ift  felbft  noch  1  jöj  von  Ehrhart  neu  aufgelegt  worden. 

Joh.  Coßäus  aus  Lodi  in  Mailand,  Prof.  in  Tu» 
rin,  (f  i5o3, )  gab,  ziemlich  unbrauchbare  Anmer- 
kungen zum  Mefue,  Yenet.  1602.  fol.,  und  ein  Werk: 
de  univerfali  fiirpium  natura*  Aug.  Taurin.  1578.  4«> 
heraus ,  worin  die  Phyfiologie  der  Pflanzen  peripate* 
tifch  abgehaadelt  wird. 

Wir  fchliefsen  mit  Caftor  Durante%  Leibarzt  des 
Papftes,  (t  l599>)  deffen  Uerbario  nuovu ,  Venet. 
1 636.  4*9  e*np  unbrauchbare  Com pilation  ,  voll  un- 
richtiger, fchJechter  und  fabelhafter  Figuren  ift. 


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Verzeichnifs 
der  griechifchen  Pflanzen  -  Namen. 

- 

Am  ax«*«iU*<  67. 

«xax/«  161  —  fr/iijt  i56- 

«^'wo*  83,  109.  —  ^xw,         Te«xwrfe«  —  *We« 

«f5»v  i58.  160. 
aß$»T*  3o.  ax*v5«  roüq  xxprtv*  tat  Tifc 

a-ya'^x^  162.  W  ^t^i'vij  72  —  Xf«W 


«7aavUi<  143.  So«  82  —  Aiimi?  — 

«y^uV*  192.  t  »57  —  «e*ß<Ä,i *58. 

^•yq'iiarov  l59*  ax«»3iov  i57« 

•ryXxtt«  1 89.  *x*v3»<  f&iXotivac  —  >«vst})  —  «i- 

£7™«  79.  i54.  y^ti*  88  —  aASiff*  109 

^«Heowv«»  77*.  „  —  *           vre»«  *54-. 

e'WWX«  i5o.  «cx«i*<82. 

aWliV»«.  »53,  83. 

£7e«aTi<  62      fcf?  n«*»**-.  i53. 

crf  144.  **MjflrT«  108. 

ZyfW*  63.  l39    —    5#>**«-  77-  108.  x  59  —  «Tf- 

*tö  106  —  re/rn  —  «Wf*  ew»,  AiomktiW 

1^9  —  cWXtl*  173.  ^  ^l-.' 

«iiWov  89.  162      <tee«*«  •"•«ov  '45- 

ho,  67, 144  —  *«f**'&*n 

«l,'£«*v  73  —  fUXfoV  —  Tf/-  67- 

w  149  —  pry«  i5o,  84. 

*$tffxßa,  491.  flfca/'»*4  166. 

eryfigo^  40.  87      ^Kisjjrjj  87^  <£&*im%  80»  i56, 

*'/7»Ao«  81.  xXjiutxxjjfe*  140, 

«iV^e*  65.  «^«s  88.  161. 

*hfrm$  62.  85,  10&  \3B*  170^  rfAiovrr*«  ^ 

«M»"*««  8i.  *A*<r|u*  147. 

«J^iottk  i3r,  «jXi$Xo<o«  85t 

38.  i56, 

mwlmpiv  79.  «Xxtftatljo*.  17^ 

62,  l38,  or'Axva'viov  ir^t*r(»  |62. 

«"x*x«A*C  149,  ^Afljj  145, 


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ftA*  Mixif  146. 

«  A1/790V  1 1 1  •  1 55* 
*X»ni%ovQH  62. 
«p«'{«x0v,  »tuipnof  78.  101. 
109  —  68« 

a/u*u  «föiomxov  i44a 

a/utrfAff  64  —  —  ayg/« 

87.  161  TTOvr/ot  89  — 
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o^v8tYv^i(  148. 

ava 71*^04  (ixnoiuv  108» 

«vx£up<(  146» 
avoc<7Tota7a  1 5o» 
V»£pa9«{f<  88. 
«»dpx'xvy)  58.  71.  79.  149. 
«väp0<a*|uov  i57* 

cfvfpoxofro*  194« 

—  A«p«iu«  76. 

«vjjiu»vj)  j)m*po<  —  ofyff«  i5i« 
a'v^*u40v  83* 
«v5f ui<  .  5q« 

«^tpix^,  av3#pi{  68«  ll4* 
«vSpja-xoc  67* 

«v3uAAi<  142  —  fTfgat  l52« 
a»»ian  107.  i44* 
•tvvicrtv  101. 
«vr 79«  l54* 

«vi» wc  i56. 

^tr*{7<*  82» 

«VxpivM  *>3.  10&  139« 

«m«<  72,  74. 149  —  f«*k  74* 

«Trs'xvw  142, 

«e***t         8u  170. 


*QV%t9vK  80.  I77. 

•cpytAAj«  189. 

flt^nrc/UMvf)  i5i. 
olgm  74. 

apiVapov  161  • 

ffljw  109. 
c£fi*To\o%(aL  84  —  juaxg«  — 

ctpotyvAjj  — -  xA»}(uotTlrJ{ 

160. 
apxfjov  157. 
«pxfbSof  87. 

OC^xriOV,  a£XT0V£4{  14°* 

apvoyAttffffov  63  —    p*'£oy  — — 

<Xp9*   77*  84»  101.  l6l* 

a^*vo79v«v  87. 
a^fffvix  sv  1 94  • 

T07T0JC    AtTTTCTip*    « jgfV- 

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aa/vjj  63« 

a<7xA*;7Hjt$  142« 

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*\x7r*Aa$o$  80.  l56  *—  fTfooc 

i5b. 
«>7:aAa{  69. 
«taTTotoetfici  l8Qf 
o£ <T TT X(>a*fO$  68. 

aafrA^vQ^  162« 
ataTpxyotAoc  i56*« 
«?T»]g  octtjxVc  i59*  173* 
aV^xAriov  i3i* 
•t<r$Äp*7/i{  xpapjSijc  102« 
era^oif Ao<  68»  107.  l45« 
oca^ü  88* 
«Vaäiv  12* 
*rp*7r»l)  77. 
«ttfaxrvAif  82«  i58« 


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der  griechifchen  Pflanzen  -  Namen.  381 

•ilf»'*«!«  161.  .  ßov3*y*«».i73»         :  • 

a$*xn  82.  i56.  ßo^Xwraoy  .39. 

a>aPKy  58.  /W*>a<;  gl. 

*V*  77-  ßoUAOcV^Ot   103.  ,         "  . 

*Qq9<txoqo&0¥  129*  ßovutl,x  59. 

a^ffio<  38.  j8öuvi«<  102. 

ctx*e*'<4o.  0oJw«ov  144. 

«VAÄfiat,  «v5>j  ^ffi^ovr«  —  ßoi/VXfu^ov  107. 

«\3jj  A*vx*  159.  j3owVejj(7Ti<  67.  . 

«Xu  148.  0oJ*3*A^o«  i5> 

c*\J,iv3<ov83  —  cr«vTovi«i»  i58.  Qjy'AA«  m. 
•t^v^iov  1 58  —  SaAaVenov  1 59.       *'j3uA«  Iii.  1 5o* 

P^ra>vix>j  146. 
ßK*  61.  173. 

ßocx^ofe^  159.  ße*/4*  6?.  »38  —  i38. 

ßjc'/.av^  71.  j3oc'Aotv©i  <T«^»*v«4  ßf-Jov  58.  5g.  —    Xftyl**  — . 

^ixifc  148.  Mnxf<;  xoti  $o*W<w  162, 

ß«AAe»r>]  l53*  #  ßftuwi«  109. 

•W«  »47-  r.  •  > 

j3a^ß*x«ov  194. 

ß«<r*A»xo»  192.  ^otX;«^*«  J  54.  . 

P*to<  38.  75.  108.  l5o  —  «V  7«AAiov  139. 

5o*wfc  75  —  i5o.  7fH*«A«;  i37.  j 

ß*Tt*x>°*   xog/ou   Qi/AAoj?    —  Tri»n«y»j  j42. 

T«^TOV  l52.  f**1"!«  »55.  .  m 

ßf?ix«xx«  45.  192.  ,  tmü™  »43.  , 

)3iTTcvixrf  146.       ,  .  7^> 

ßuTTiroeTixov  »94-  7>j'3vov  ,  7>)r#i0v  68. 

ßXaaroa  9».  1T***t  »56. 

/3A?t?pv  ttoA^x^  no.  7^*«»  78.  i52  —  froAv«v3ijc 

ßA/rov  84.  »o& 

ßoAß/vi]  68.  7^  "V-  * 

j3o>.ßd<  77  —  JiitfiMaC  1»8.  i45  7**""1*        ******  Bu 

—  ^«tiko'*  145  —  ßoAßpv  ^Awxoxa'A«^  194. 

xctfiov  68.  7Avxw'e?\£*  i56»^ 

60 t«v»j  «Ar*  *I fPa'noAtf  7»f/*fv>3  7Avxv<x/to)  108  —   9q'Aff« — 

i5».  «Wv  i5».  f 

ßorei*  142^  ,  7»*f«'A<w  i58. 


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l%2  "  Verreiclmik 


tciraflat-y»*  1 9**  fiXafic'  1 94- 

fo/<x  i55.  tl^uaifJLOv  109. 

707-/UAK   7C,.   102.  tKTOflOV  101. 

^voxe^^ivKarrTToe^x/*  173.  *A«,a  3*.  58  —  «B/OiriX»'  1^, 

iXxia.yv<K  63. 

)Lt>jxf<xT#^ov  89* 

148.       •  iXomfco»  16U 

aa^«^xy;v«  11&  fAaTiwj  1 54- 

i«nxf<o»  107.  n**oßovxov  143. 

aauxo;  66.  107  —  —  tAf.oaiW  144. 

*e„T<«o<  143  —  to/to*  —  *A«o'*euaoc  83. 

£r*Po<  .44.  *AfAAr$«*0<  58  —  «'AS*«*  löft. 

3*>v>l  147  —  Ät$iWfti*  B&  iAfviov  83.  105.  159  —  äi'yv'- 

lb»  —  twtj*  89.  .    7rn©v  152. 

&x$vof<äf<  i5i«  fA*|  87*  142. 

ifA*.viw  -  fT^pov  i5n  tti'*everov  83.  109.  ^59. 

df  ■  a**A#*v<K  1 92.  iAAtfop.V*)  77-  1 6a. 

todw«A*xn  192.  iAAtfoeo«  *fU*«<  69-  >4t  M 


Ä.vo^v  Ii  KtAnxjJ  i5lv  «Wo«  69  —  jutA**  77.  i52 

Mtfjri)  84.  —  <n5<r«|uo«a>fc  77  —  m%rr- 

tfcrafft*  78.    .     .  »e*»«  »49-  . 


eixTAt^vac  —  «%(J  KtfriK  »53.  «At^i  »06.  i38.  i54- 

üio«  iv3o?  72.  *Avfio<  173. 

Aioa  ß«A«vo<  85.                 '  {fffrtrfto  «Avxo\  14* 

a<oo,7r&fl0(  71.  ivru'ßjo*  189. 

*ty*xo«  i38.  ifffrfidi  9a. 

ao'Aifco«  80.  101.  ür*Ti*ox«vA«  9fr. 

ao%«t  35.  61.  i38.  141. 

ioovxviov  103.  106.  fTT^/ur^iov  162. 

*e«'/3>l  i55.  iTrmotxri«  160-. 

aßaxovriov  84.  101.  l6l*.  intmtpv  46.  72. 

aeo<xioßoT«»ov  194.  iofß<v3o<  38.  80.  i56  tfye«- 

a$vpffTI$K  l62.  TfßO{  t09. 

afuirK  67.  ipi*n  7V.  >4?  *•  Wfrtto« 

*pS<  3q.  85  —  &  ^vAAov  jtfvji»  108. 

X«Ä*ffTigov  Xttt  Af 7TT0»  89.  f 0« v3f äavov  63- 

g  foivo?  101.  106.  l4<3- 

ioie^ooa  Shfyx  80. 

7 1 .  80.  ^^«a«xrwAot  1 94; 

ißivo«  147.  **rrvAA#<  77.  i53  —  vtyifcia«  «• 

iyxm^iOt  92»  xf^or^c  109. 


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der  griecliircheii  Pflanten .  Namem  383 


fy£f9*ecvo<  63.  189» 

frrpf«rixov  1*2* 
•££c*uav  79.  l55. 
#J»T(ua  3o. 

ffv^a^SjOf  149* 


e. 


*  «  « 


2. 


3ä/uvJ^>j  90. 

4.  5«V«6U.  >4^  J/a  . 

iftr>0o«  107.  i45  —  104-  KÄ  " 

xov 145.  4",w  ,07- 

P0v  106.  81. 1 56.  »79  «re** 

ljßi*oiw<  vi  4.  »56- 

ix.- 139.  •    v  V>vVTB4.      •      <  .-•< 

.  t  -         ^  3r,Äbxg«i«j«  t>3>  * 

d»i<rf<t»  68. 

5A«*wi  io5.  i55.  17K  *72* 

82.  i5t-  178». 

9gw«AAi<  i4<>» 
3ptfV0i)  191. 
5gv#v  39.  i40fc 

3£i>'o£OV  64»  >r- *c 

3vA«x7ri«  i37«  ^ 
5i»fiaXi<  104«  u-',;  c 

3«Vße«  77*  10^*  **** 


£•1«  (^«)  36.  6ow  i38. 

£«vt©y«Aj)  104. 
£f0irV£*r  173* 

£f>«  191- 

£i£x'vi«  177» 

£vTi*  84.  l32»  lfy; 


•  •  1  ? 


«  » 

jj3u0<r|uov  32. 

qävcfffuoc  —  «7gidC  l$2k 

^vcrapow  »56.  5w(ywA«i«  147.  • 

MtAioio  TP0?rac7<  iVwvujuof  cgvdt   5u>««  7?«  j52.  - 
10f>.  &w  39*4^86  - 

if  Aaxomt  93.  1 

63.  i3$  ■«*  i. 

1  b  l  • 

lipfpoxaAAiC  67«  14^*  *' 
i]  £17710»  65. 

yjpj7«g«v  83.  i59*  * 


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«dor/oc  p^*  l4$* 

0OT»Vl|  i52k 
«'fpx'xw  (urydt  —  HJÄfov  l57> 


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384  VerseiQfanifs 


7vt?  qi.  .    x«>9r«^i<  75.  l5o. 

#$iw)  83.  Kor^amivjj  i55.  < 

87.  ,  xccfijcjui«  loq.  4 

lov  36.  1424  x«äÄ«/uov  -9.  x55  —  äVp  Mjf. 
7ovAo{  58«                        -V  Ä«M>  loq. 

3Trrv«v  58*  xa^*iu«M«v  58.  137.  178. 

iirnoykufvoiß  161.  xx^x3*$w  192.  ,  .  v  - 

Iwwo^Äfx^o»  66.  101.  143  —   x«^o^  144. 

xfrtfov  144.  x*e**y*«..i72. 

JirrroafAivov  66.  107.  1^3*  xx^to»  102. 

iCTTOlfg«  ,   iTtt*  162.  X«e»X^J$«xAl»T<xj  8  4  ~  *If  * 

iirnofxiflrw  i57-  xx'fvx  3«'<riof  84  «—>  friTWNe  10* 

;'en  59. 106.  i38  —  «fy**  «4&     —  x«<xT«*«ix*  86  — 

«Vx'r«  i55.  —  rfre1'«  l49«  W  102  —  x^cwx  189  — 

iaompv  i56%  zfmuxTixoc  192» 

frxaup«  6*.  x«fVO>uAA«  192. 

fr*««  72  —  o  x«A*w#j  «wuk  x*pmro<  88. 

72.  xx^trroV  102^  , 

frf«  40  —  IfMo}  —  pf'Ax««  x«<r/x  71. 

87«  xxroift  —  fxovulfrn  147  — . 
7f  v#»  78-  Ai^viSv  68. 

Jtyo«  74.  xct«»«'?*"   -  tript  i56. 

imvi*  f*«A«<vx  64.  •  xxtxwvx»*  77. 

xxvxxAt*  67.«  I9i*  I07.  143* 

1^  .  xavA«ov  ofi«xAsjr04O  tg«xm«$ 

.        v  109. 

xx'yxftjMv  147,  f  MmjtvpL  192.  aftf*f«<  /J»rx» 
xxdwr«*  71.  vi»  194, 

xxxxA/«  l58.  Kx^ft»«  5t.  58« 

**'xto«83.  *«Vt£3>66. 

XxA«|u«y^t^  l38.  xryxpec  60. 

xxA*^),  77  —  tp1™***  —  88. 

r^irn  ^-j?rAif^i»vi*o<xf  i53.  xtd{o<  87.  100.  161» 

KaA«V»3o<  itf^Ay]  109.  Kcvr«w'e<«v  83.  17t  —  fUX£*r  * 
x«A«juo<  bo.  146  —  «SA»  60       A^Iott  141. 

—  «JAHTncofc.   {nry/mc  61  xm^u^ivM  88« 
_  x«{xk/x<,  hrtymc  6b—-  x«foc'a*x  102. 

1 5ocrju*<  68  —  pupi|<iX0C  68  x«{a*9<  73,. 

—  <rvprrf*t  »38  —  «f«p«»  x#e*T*©v  i33» 

tixo«  145.  Xffavw«v  90% 

16*  —  «Tf<«  *56.  »  n^xi«  7t, 


- 


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der  griechifchen  Pflanzen .  Namen. 


^85 


xfflwv/a  64, 

XMTTfO»  I  53. 
XtQxttuTOV  102. 

xjjAaffTfov,  xqAaoTfOt  63» 

x^ivSos  6  ). 

X;,3o'oKx  l88. 

X1X1  22.  ' 
XiVVOtUMjUOV   71.  l474 

Xm/0Ot  189. 

x/pxa/«  142. 

Xiß(7<0V   HO.  l57. 

xiao-avStjUOv ,  xio-a-o^uAAav  140. 
xia-ao'c  —  &o>Jcno<;  1 4^. 
xiora*  «PfV  75.  1 5 1  —  3?Av 

i5l  —  x/arou  *<&0f  Ajjäov 

i5i. 
xi'tp«  189. 
x<rpjov  1 

XiTTO«  64. 

XlTTtoJ  148. 

MJgMgtO»  —  ayqiov  82.  I78. 

xA£3p«  ]q.  84. 

KA».uotrft<  142  —  «TfP*  i52. 

x).r,"*TiT^  i5i. 

xAivo7roi<ov  1 53» 
xAu£«rj<  106. 
x/.Cixnov  1 56. 

XVX(p01r  72. 

xvfwps<  A*uxo{  —  (Uf'Aoec  71. 
xvijxos  —  bxauac.  gaAxtjoc 

82. 

xv/£)i  1 09. 

XO^/fUfVTOV  I92. 

xoil  89. 

xoxaAtc  reu  virau  194* 

xoxxxXoi  86. 
xoxxoc;  ßa$<x»f  16L 
X3xxd'u>:>  a  1  1  3. 

xoxxuurAf«  71.  73.  i5a.  1-90 

—  x<7Ufrr/a  63. 
x»AXvß«r«ix  106. 
xoAox*a7a  77. 

Geich.  <1.  Botanik.  1.  B, 


1   *  * 

koA»xv'»3>j,  xoAoxvv$k  161.64. 
XoAowf'a  «rr#i  T*V"l3)jv  74  — . 

XoAvjußx«  ,7J, 
xeX^ixo»  147. 

XoVä^o<;  71.  « 48. 

xov3c/AA>)  -  ?rip«  157/ 
xov/A>j  109. 
xovväco;  114. 

xovi/£a  ^«7*  A>j  —  jufxfat'  —  rp /. 

TJJ  1  5q. 

XOVU&  xß'c'iv  xai  3£>v  83  —  A«. 

irröfioc  —  *«i"*'£>iAp$  109/ 

X0flJ»WO>  66. 
XO0IOV   IOI.  l43* 

xoflxopo«  108. 
xop^opo«  75. 
xo(ii*»snovi  63.  i57# 
xoo*/uoo-av$aAov  114, 
xorjvatc  58. 
xorivoq  58. 

xorvA>5^»v  108.  149  —  erfge 

149.  . 
xouxio^spov  84. 
xou(t3*0««  178. 

xpajufo  42.  48  —  aA/uufltc,  o**- 
A/vouo-iog  5o  —  ^aAso-aY« 
i39  —  ^«fPO« —  «701a  l55# 

xex'vf ix  36.  hd» 

Xf>XTOLl"fOVOV  87. 

xpar  0^705  -4» 
xparaio^ovov  i47« 

Xpi^/UO*  l43. 

xeiSri  (xp7)  36—  ^xtiJ»  TVjuvo- 
<rrrfp|u*TA»y  —  6t7Ti%o^  f|ae. 
o-ti^o«  61. 

xp/3/uoi»  143. 

xp/vov  —  67  —  j3aa> 

A4xov  145. 
X0i<j{  O0o/9ia<6{  80. 
xooxoöf/AiOv  Iba. 

25  " 


1 


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^gjS  Verzeichnis 

xpoxo«  1 38  —  «>«v3ifo  vpt-  X«X*v* ,  90.  h 

avfyt.  59.  ;  Aotx*v*)pp\  «vaTO/tnir  x«i  oapov 

'xgoVjuMv  *8.  l45.  66* 
xpPTaXp«  67.  •  ^  "  teiju<r»Mv  83- 

xpo't«*  87*  106.  161  —  AfiPiov  63.  1 13» 

tu  109.  .  Xf<x»)v  162. 

xuV«c  8o*  170  —  *«iV7T*fl«  81. 

28.  7^»-  *5i.  179.  sv'a^oi  A^v«  89. 

jutAaup'xpoff  3g«  AfpvTpfff'r«^«»  146. 

xv^tJv/0^74,  AfouTPrro'awv  159. 

xv'i*  89.  Af?r i3«ov  i55. 

xJxa*  89.  ^  Anmax«vSa  8».  157. 

xvxX*><vt<  1^9  r—  «i*tp«\J*K  Aiy*ou  108.  l53. 

106  —  Jr*p*  140.  Wxn  87* 

xwV'vov  66.  107.  i43—  «Ve0'-  Afwxp'lpv  67.  79.  I12.  i55 — 

Tfpov  to?  —  «7{*0v  142.  piA«'  64« 

xvvapot  11 4*  Aij8*vpv  ifvfyow  147, 


xwe^Xw^ov  i39* 
xvvoxp*V|8i)  161  • 
xwvp\3«rdv  i5o« 
xwo\߫Td{  75.  114*  l3o.  167 
xuvo<o0;gf(  l6o. 
xvn*\}/  67. 

xv?ratpiTTP<  4°*  86.  107. 

xwt#*ppv35  —  *x  KvxAi&i*  6<h  A<vo'£«kttk  16  w 
xun«ipe(  60.  l.rö.  AlvpawapTPv  62» 

xunpp«  70.  147. 

xJ-np-pt  81.  104*  109.  i5y 

xcJdiPv  io4* 


A*ß«V«T*<   58     l37    X«P7TI- 

X?v^cpp<  107  —  triff«  142 
—  Trpof'r))  143. 
A«|8vxij  107. 
A^uormov  144. 


X4»^dtxpv  88» 
xMviiov  66»  101.  144* 

A. 

Aa3*vT»<  78. 

Aa3i/pi{  149« 
A*9v£04  8o» 

A«x>$)j  58.  .<» 

Aä7t*3ov  a?{|Pv  69%  146 

X«ttä5o{  69» 
Aa'p//uvpv  17. 


Ainapoc  t^itp«  140« 
Aptj^t«  »60  —  #t#p*  162. 
Au?*«  38  —  iroXv**$n  109*  - 
Auxk4?p«  op|u«ve#4$  106. 

Af'xjOV  12.   l40  r—    l»*4Xo'v  l62. 

Avxp*  59* 

Auxp'^ävpv,  Avxp'$«vp»  114, 

Avxp\)/k  139. 

Av^vk  72.  108.  112  —  «typ/« 
—  UTC$*vupatrJX»)  149. 

Av%wn$  14°* 

Xt*>T*QlOL  1  88« 

A»Wc-3q*  58.  76.  141  —  AijSw- 

XP\  64.  l5"7  —  «  AtyllTT* 

$go/mjjx>j$  157* 


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der  griechifchen  Pflanzen- Namen.  3g* 


Af. 


66.  lujXm  iJ^en^A  23  -  *«. 
76.  W  -  i5o. 

^«xfdoviffio»  aitiytx  194.  '  *  T 

p«a*0-V»  ,48.  »»Atirfir««  86.  178. 

80. 101. 189  —  «7^/«  fuu'uxvSo«  63. 

80  —  xijTTfVTJj  —  xffcrai«  ^jfr^a  92. 

'56;,  f»*'»J  173. 

^«W3aAA>j  60.  ^  gg. 

M«^«7oe«C  63.  ^juou'xuAow  7  u 

fumq  Ai3»oi/  147.  ju^a/xuA«  .02. 

tixpoäov  101.  107.  juiv9„,  HMo<  78.  152. 

^«e«^ov  67.  144-  <uiva,«v3*<  109. 

f*«*0?  «52-  f*v«'<riov  60. 

«4o.  ^(xruxov  62. 

fifAx^«^  60.     ^  |*.<r%o0OT«irM  194. 
H«A«^v?e»,    ftfAflt^m/^  79.  i55. 

ftf Xocpf  u> Xov  1 54.  ftw*  0 S| ,  fiVHßtU  1 3g. 

^tXatv^ov  108.  i5i.  p*$im&, 

p.>i»  34.  35  .59.  pufften  36.  107.  144. 

tuU«r«i>«  109.  fiv^nn  |6u 

*******  109  —  iv  Kifirr«»«'«  pvMß«'^  JunAir?  iq/L 

-  «TT4X0«  i56.  1*^.88. 

^wo,^  «09.  ^  6fi- 144- 

fu*.-™«  109.  %  ^1x^,04. 

^AiWAov  109.  ?J# 

*"'ov  ,44-  #  pvcro«  85. 

pfeife)  «vS^u»  —  *qr««j0(  p£A*  37.  68.  145. 

jU>j3<XJJ  81.  l57.  N* 

fujxwv  38  —  foi«<  xotAöJ/ufvjj  v«-yrv  7Q.  i55. 

75-   l5o    fuAäUVflt           Xf-  »«£$0$  tZoTQtJCUS  lo6  —  Xf)r:- 

ff^T/Ti«  75.  l5l-  173—  3ü-         X){  —  0Pfl»9}    |3?  —  /vd,x,f 

Aaxij  —  irnnjAtt  108  —  ,  38.  # mQJmj  Ä{2f  *v 
^fP^K  «49  —   «7C*«  —      A«uW*  106. 


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388 


Verzeichnis 


yx^vil  ^  '42»  143  — 
v«gxx$3ac  88' 

va'e*i »aot  67.  Ii 3»  l44  **A" 

A/3ot^v<  07. 

188. 

VTQIOV  142. 

1  IO.   »  3?. 

vv/uf«i*  76»  i5i  — fc  *Aa»i  151, 


6t  v. 


|/^4?v  59.  i38. 


o£a<  58.  93* 

odowa  i59* 

oiW»3ii  64.  66.  144* 

olvoSyqx  147« 
eivo$>)p«{  71« 

0«Xf<XT«OV  i3q» 

eAoa^oive«  60  —  er«  £  Köstorf- 

ii8. 

«Äff«  36«  60.  i38. 
o/u<pa>c<;  t{<x%u<  4&* 
«vocypae  i47* 
«vy  ti<  1 53. 

108. 

evc'jSpfX'c  56. 

0V0<7(U«    1  O^. 

©v*v<<  80  —  7TO>Jy«W0$  109. 
egaAic  107.  146. 
c|uax*v3«  74*  l5o« 
e{bif  «7£<at  85« 
e'gJxfdfc$  88.  ' 


o{u0XO(VO&  l38.  \ 

orroxÄATraffov  173» 

<>(3f0<7f Xf*OV  6G.  143* 

ogfyavoc  Acuxy}   —  pfAarjvft  78 

—  ^«xA^arnxjj  i53. 
o^YÄVOfaa«  ^Jn'**}  iü8. 
optjUOcAidcf  /u*Aj£(«i  74» 
O£|UfV0C  102. 
o^wjjvev  59* 
o^mivov  106.  i37* 
egw3»$  107.  o^Syat^v 

145. 

opaßxy^ij  64»  )54° 

o£»3o$  8t»  i56. 

©£v£ov  S9.  146* 

ö£*:K  84.  160  —  iupq  160* 

COTTQHL  90* 
*OaTTOoAf'«V  64* 

0<TV£J{  l54« 

oua  i5o. 
oCffv  74» 
outyyov  84. 

e$&aAjuo<  58.  93«  > 
o^ioerxogo^ov  145» 

n. 

tta'foc  73. 

m*.t&fQ»s  1 54* 

ttaA/oi/psg  64«  107.  l4<>' 

*Hß«xAf<©;/  65.  143  — 
Xfitfwwov  66.  14*  —  'AffXAjj- 
9N0Y67*  144  —  $a*jwj*0» 
107.  v 

TTOtTVCOf  60. 

wot^iaAiaY^  48« 
itotoSitto*  109. 
vrggttvi'xAi  14' 


t2« 


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der  griechifchen  Pflanzen  -  Namen. 


3*9 


rstfuCivo^  81. 

K.8. 

\  f 

7Tt\ftOi^uXX0V  75.  l50. 

-7rf7Tf^t  58.  1^7. 
letnXit  149» 

TTfTT>.0< 

7r*7r«v  87t  ibl« 
TTtQ&ixtOv  71. 

TTf  CiX/UUfVOV     I '.)'). 
TT*£iöTf£faiV   )05*  l5j. 

•7r*periov  bJ. 

TT  » £  ff  1 0  V  l40« 

t:*t«Ajti?  1  10. 

7TIT*ffiTI!<  1 

rr*uxf3*vov  65.  l42  —  ßot^u- 

ffVMJ  107. 

rrfiiKj]  .*<>  M  —  *iit##fe(  — 

na^xA/04  —  'liSaict  86. 
Tir'/ÄViOv  108.  * 
-mj^otvow  71.  ill.  148»  — 

cpa-Av  148  —  «yoiov  149» 
•rrjxf«;  20.  b"  j. 

-TTKTtfC  81. 

m'jTAX'.x  110.  l6l. 
TriTvovaot,  i5o. 

WiTV*  3q»86  —  ^3f^97F91&4  8b. 

9rA*?it*o4  85. 
?rAarü0vAAos  85. 
TiAoxauos  6l • 
9TAo'|U0<  4$- 

67    «\3o;   ££MV   OpQiOV  T>J 

l/0tX(v2ck/  67« 

iro).((yiuivjdv  14°* 

itikm  77.  171  —  ßx^ifjißv 

lo3 —  C§«*VOV—  iT^OV  1Ö2» 


TroAi/ycvccro»  145. 
7ro/u'7ovov  t^9  —  a^'f»  —  Sjf- 

Av  147." 
7TOAVXvjf;,aow  108.  152. 
iroAuviueo»  ihfi, 

7TO/.UTc3,0v  89. 

*rovnxov  88. 

iror  a/uo^firMv  139. 

TtCVÄ  Jyovov  108. 
TTpaiXOXlot  i5o. 
Tr^ao-iov  78.  102.  108.  l53. 
rriQxaov  68.  107.  145  —  torir* 

rtiov  84. 
n&ot,  84.  85. 

TTTfAf*  37.  65. 

fTTfgJC    Ib2.  *  * 

?rrf{i{  89  —  /uf-p'A>]  $94 
*rWpw{  83, 
mtKvoxofuav  i5j. 

«nfibc  84. 

rrupaxavSx  10  b. 
7Ti/^>(3^ov  159. 

m/p/nc  i37  —  |3A»3^oc  109. 
ttv^o«  35  —  %f*|uor7ro^oJf4«vo^ 
xai  Tf/ju^o;  60. 

p* .  pft*  *48. 

p*u>o;   107-  l4°  — — 
piAauva  64  — *  3*/uv/t*{  107 
—  *t*£«  —  Tp/nj  140. 
£*$xvK  48  —  «fgi«  i5S 
£*>av»<  42.  48.  58,  79. 

fco*  58. 

£*ov  ßxpjSagov  194« 
^ox  ID". 
pov^oacu^a  189* 


Google 


390 


Verzeichnis 


74- 

fo3i*  p7£*  149. 
%oöo6x<Q*i\  142. 
<)o&6mo<io{  76. 
^oi«i  38. 

£VTJf   I08.  III. 

iCr^  84. 


X. 


«ax*«»  146. 
o**x*t»  145. 


CiA^iOW   107  —    XlßvKOV  —  f*JJ. 
$1X0  V  l42« 

a/Hjrn  109.  i55  —  ttipaixo» 

io5. 
ff/o»  144. 

ai*-t»Vße«ov  78.    i52.   182  — 

oVf*ijflo»78.  —  »rfgo»  i55. 
ai<rv(ui3flov  108. 
ffiavo^iov  59. 
aiiTjoa,  ?jrojJj)  90. 
*<to<  «xu'ttooo«  189. 
177. 

0>X«MjU»»j'a  63.  l39. 


*a|U  4,01/^70.  <rdii^ov%n  109.  oxa\3#|  66. 
<r«p^i/;g0v  i53.  cr«/i*^vxo<  101.  i44' 

<r* 60.  /  axi*  $  101. 

ffÄTVJIO»  —  *Pv5oo'wOV  145.  OxAX*  68.  145.    »4f0«V  ffxAAjJ^ 

«rxi^ij  79.  x«e>j  107. 

eoLVQ&iov  79.  ffxoXoTrfvigftov  89.  HO. 

afXivov'36. 67.  144—  *A«io»  67  «rxo'Ai/jußoo«  33- 

—  iAf«d^c77rov  107.  axoAv/tio<  83.  i57. 

ffiqxntxq  110.  160.  cxoqitov  i52. 

atyc  i32  7-  «y^x  —  jujimu-  axo'ooJov  68. 145. 189 —  «Vxo> 

tij  157.  AttfjKov  —  ?x<0to'v68« 

ettffyoy  169.  ffxopoJo'noxo'O*  145. 

ata/X<  65  —  x^Ttxo*  142  —»  a*o%mout  109.  . 

a<5jo*rixov  —  ju«ff?«A»«r*-  rxooirfOfjdrc.  l3g. 

xo'v  —  7rcXorrow))ff<xxty  144,  ax^'oTno«  80.  83. 

*wtAi«  102.  ?xv'o«  tety*  107. 

a#üTXo/u©Ao^o«  192.  cju*A«J  87.  i56.  l6*  «—  ir«oi 
trjjfuv*«  85.  UoxolöVav  85  —  Af/«  140  — 

c»]j«^o#^f;  MO'*    —    Aiuxov       toäxiIoc  161. 

149  —  jumoo1*  i56.  cjuvpva  88. 

owxfxov  79.  rpvouTov  106  —  etfißfues  107. 

<r/i>)  7b  —  4"4>**5xi<  108.  o>i>owov  107.  143. 

ttäisomc  i5.i  —  ij^äxAii«  io5.  *oyxo*  82.  157. 

'  _  fT^«  1  ^58  —  TP>nj  154.  ffouo-o*  14. 

*4xux  —  iv&g))  86.  102.  vnxQTto*,  an*  pro*  x56» 

C*XU>)  87.  OlTttQXl  96. 

aixvoc,  o-txvoc  —  tJu'&jKOC  —  fffri^«««  74. 
7rf7r«v  86  —  a'yfo'rftfoc  lo9'  162. 


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der  griechifchen  Pflanzen -Namen.  391 

»  * 

ernohxt  f3.  T. 
arottpic  xy^orf^x  108  — 

l5t.  T*Q%0V  IQ2. 

<7tä^uA>i  a^xou  173  —  <rra$v-  t#^3<v3o<  87.  45. 

Aal  189.  Tf£|Ujv3oc  87.  ,i6l. 

aTa^uAivog  10I.  102.  I07.  128  TiTftxyyöuQix  192. 

—  «7£<o<  143.  Tfi/'x-^ov  1Ö2. 

o-täj:^  i53.  TtJrAiov,  tjutAk,  rtvr&lj  65t* 

OTfX«   68  T*VT>0££»£ov  lCf'2. 

<TT*X$QoC(>Ot  fil.  T>jA*$<OV   I08.  l39. 

aTf$avwjUOtT0i ,   «rn  $avwuaTiXx  T>jA<<  8l.  182. 

90.  T'Sv/uaAAov,  i£  »v  To  'tt7Td|uarvf{ 
ari%x\  l52.  72- 

are/3>)  l6l«  173.  t£v/u***°<  7ra£*Aio<  72.  l  10 
ar^xT^:^  l55  —  ;&iAi9$u*Uo$  *oxxo$  —    fl*££»fV  ~  /uu^ 

i3q.  T<rr?    —   *V7*«Y"1<   108  — 

<TT(iov5iov  71.  74.  i4o»  jjAiOffxoTTio?  — .  TtA«rt/$wAo( 

63.  106  —  u*7rvi*T*xov       —  xv7rotp<aa7«s  -    &**Auc  — 
140.  r«r<  ff/?T^a^  tyup'ju'"?*  i5o. 

(TT^u^vo;  föio^uoc  —   VTTvJ^JX  T/0)  35.^48»  6l.  1^3. 

63  -~  xiJTalo^  —  pavixof  ti'^vov  -8.  ' 

140.  TopivAiov  142* 

trTvßo»  72.  t^«7«x*v*)x  156  —  «S> 
(TTU^al;  71.  148.  x^jfa-ffiof  otJ-       hiat  —  iv  K^r>j  81. 

^ax§<  7I.  TQxytOV  IÄ7  —  «Tt^ov  144* 

<7uxa  189.  s  T^a^ov  148. 

cvxxuivot  62.  86.  T(*70frM7ttv  82.  l57» 

ovxrj  kvamüp,  ?v5ix>i  62  —  i&x/oc"  mvy^^f«!^  10Q  —  Aitttox*^ 

  rr c-;TiX  8v).  7T0{Xai  AfTTTO^l/A).0<  l5'2.  l53 

avxofxo^oq  i38.  —  •tf*£vfo*r*£a  xai  TrAaru» 

au/u^i/Tov  139  —  srrrpalov  i52.       $t<AAo<  i53. 

ff^J^CV  89.  9O.  142. 

a$axo<  58.  59.  rg  j'3aAo<  7 1  —  » vvi«0{  1 3q  — 
a^^vi«f*vo<  3g.  71«  X*£<y«7o<  148  —  *v  to<$  fA«- 

a^o/duAiov  142.  ö«eri  t»v  noTafxmv  63» 

axhot        161.  T£mfT)i*Vov  109. 

ff^otvcrrAoxxxjJ  «"rraOTOC  f>2.  TP<rro/<ov  139. 

#^o7vo<  35.  60  —  iZoaruot  f>o.  Tg^vXAov  109   —  Tg/$vAA0v 
—  o^üq  60  —  )5x*P7rov  i5fi. 

pfAflcv*        —  Af/*  l38.  Tfix°lu<tv*<  89.  162. 

tv^>)  84.  l6o# 


1 


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39*  .Verxeichßifc 

$ou  I37. 

ifexlvSo*   145  —   ff0^q»H-  $e*7*^'  194* 

9^v7«»«f  $pv-y«vjx*  90. 

vhm  qo.  /  (p5X0<  40  —  T^f  ^marih  Ifiu- 

vipnimy  147.  «,  84  —  *A«tvV*Aov  -  tp*- 

*X>)pa  i'iidv  *r«*t  Mf'n^iv  88.  89  —  9otw'*<70v  a*Ao$ 

llo^tvV^  127—  UTTOTT^-  t  IO  ~  f?X*TV  162. 

*ue«  ?fp«v  —  ov  t«  a*3n  <poX;>)  34.  58. 

fijjXifiAj  140.  ^  $  Ja  Act  188  —  IxXi  wor#p*  76. 

ifrrtyxo»  157.  171.  fvXXlrn  162. 

W"^  fvAX^  148  —  rft  ifriiovov  89. 

ihroxioTK  160.  fvrfvp*  149. 
Iflrojgaipif  82. 

»cr(wro$  108»  152  —  ofliivo< 

152.  %  *  .  * 

t*).|3«vjj  66. 

0#  īAx>jc  io3. 

jgapauotxrj)  144« 

$«xo<  r8o.  81.  l56  —  o'.iiri  x«ttot*d«<pv>)  161. 

twv  tiA(u«t«v  160.  X«P««fyvf.77*  *52*  171* 

^otXayyiov  145.  #a^a«Xfpa<ro;'  102. 

^«<r7«vov5q.  x0^*^«0«  I»4  —  {o$of/$iXe$ 

ffXXof,  f  «XAoipv<  85<  *   —  «t»pp<  109. 

$>1Y°V  3q>  05.  x«^«<Xi«w  p«X«;  82.   l58  — 

*^<*f<  86.  Xtuxos  83.  i58.  * 

fjXo&Xfpv  tiSm  %*|u«i7r«/'xa  i58. 

f<AAt/p«t  i3;.  x«fi«i*<rvc  171.  108.  152  — 

^An'xij64.  tpHtj,  «Ve>—  «Wf«  i52. 

$/Avpa  76.  89. 

^Afßf«  91.  x*v*wi*n  149. 

$Afi«t  fXf«,  $Xf«<  61.  84«  X«|Uf>ot*«  147. 

^AoVf*ev  «yp<pv  67.  £«juiX«/>j  a^*Xjfc  108. 

9*0jui<  Tfiri)  140  —  «ye/Ä—  «*e*X4'*<  *5o. 

Avxwth,  $Aop*'df  <  J«7rAou  i53«.  X^$97r«  qo. 

$Xwo<  xv'pipc  92  —    X<j3*vou  X*/0MV9(  p'/£*  107. 

i47»  fctXiic'wov  75.  I08  —  xwaw*» 
fXtfppf  48.  Io5  —  «p'pSj*  —       75  —  fieyx  i$i  —  /uixgo» 

5t(Afia  -  p«A«j»oi  140.  x52. 

$Xo$  72.  itff.  £*v3p/XAjj  82. 

poUt  40.  88.  i38.  189—  «WM-  ;cp^*v3*«o»  159. 

*W  83*—  tro^Ti*  89.  ^PVfroßaÄavps  i;3. 


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der  griechifchen  Pflanzen .  Namen, 


393 


2?v<7c>v*v  147. 

XfVffOXOjUI)  »58. 

XfvaoAot^avov  161. 

■ 

>J/fv5oSeuwov  144* 


\]/i>«3*o»  109. 


1 

»xfjuouifc  149* 
MVJjuov,  mxiJmiv  78«  l54* 
i»>xv3o0y  TfliTTfTjjAov  120* 
<wxuSoe$  wo*  r£j$uÄA0{  i2o« 
81, 


.  Digitized  by  Google 


I 


Verzeichnifs 

1 

der  Pflanzen  -  Namen  nach  dem  Syftem. 

A.  Acorus  Calamua  14.  fio*  145. 

Ab  ras  precatorius  544.  557.  Acrojiichum  Maramae  399.  554. 

Acacia  vera  35.  ftfl.yiaö.  161.135.  Actaea  fpicata  i6q.  379. 

a9Q  354.  myrr  hifera  ab.  3».  88-  Adanfonia  digirata  344.  3<7. 

Senegal  g&  357.    arabtea  88.  Aäiantutn  Capillus  89.  110.  1E2. 

Stepbaniana  RH-    Cateshu  itia.  015  3Ö8-    pedaium  577. 

34?.    gummifera  325.  Adont*  aeftivalia  87t.  vernalia 

Acanthus  DiofcoriHis  356.   mol-  37t. 

Iis   iog.   124.   igo.    154,  267.  Adoxa  Mofcnarellioa  175. 

fpinofua  309.  Aegi/ops  ovata  ba,  i38.  triari- 

Acarna  gu nam ifera  83  109.158.  itata  303 

358-    cancellata  33  358.  Aegle  Marmelo»  321.  347. 

Acer  creticum  14.  21  •  358-    ob-  Aefculus  Hippocalianum  396. 

tufifolium  Sm  7_i.  Opalut  iao.  Acthufa  Gynapium  33Ö.  Arami 

il>7 <    Pfeudoplatanua  123.  167.  508- 

monspelfulanum  333.  platanoU  Agarictu  deliciofui  50.  campe- 

des  167.  campeltre  167.  itfis  90. 

Achlllea  Ageraium  159  27a.  cre-  Agave  americana  34a.  351. 

lica  559.    tornemofa  159.  280.  Agrimonla.   Agrimonoidet  504. 

330.    Clavennao  330.     atrata  Eupatoria  103.  i4Q» 

3^0.  ,  tanacetifolia  330.  376.  Agro/iemma  floa  Iovia  7a.  Cc- 

iiguftica   i^jj.     Ptarmica  i^q.  ronaria  7».  108.  149.  271.  GU 

,  268.    Herba  rota  36*8.    Mille-  thago  149.  134.  a48. 

folium  262.    oobilis  373.    ma-  Aira  caefpitofa  370.  cenelceaa 

crophylla  37Ö.    nana  a8o.  3r,o.  3ia.  caryopbyllea  37i. 

568.    magna  376.    aegyptiaca  Ainga  raptani  aöi.  CharaaepU 

298.  tys  108»  15*'  s66.  Iva  153.  314. 

Aconitum^ ipeüui  108  133.271,  Alckemill*  vulgaria  248.  Apba- 

397.     Lycoctonum    151.   266.  nes  3ia»    alpina  3ao.  petita« 

Anrhora  297.  pyrenaicum  397.  phylla  37a. 

solubile  397.     taiiricum  326»  Alcyonium  cotoneum  162. 

neomonranum  326*    cernuum  Alectoria  Arabum  2a£. 

526.    Cammarum  316.   vario-  A/ectoroiopkiu  Crifta  Galli  169. 

gaium  526.  Aleuriies  moluccana  223. 


Verzeich nifs  d.  Pflanzen  -  Namen  nach  d.  Syftem.  395 


Alifmn  Damafonium  31 4*  ranun-  Amygdalus  communii    16.  73. 

culoides  514.  Plamago  147. 165.  129.    Perüca  129.  150. 

jillium  faiivum  14.  68»  1*9.  123.  Amyris  balfamifera  353.  gilea- 

145.    Porrum  14.  6$.  107.  129.  denliJ    15.  70.  147.  396. 

145.    Cepa  14.  145.    Scorodo-  Kafal  For§k    15.  69    123*  i>9* 

prafum   14«  >45*     Diolcoridia  147.  118-    Opobalfamum  357. 

37.  68.  145.    nigrum  37.  16%.  Anabafi*  aphylla  13.  355. 

145.  278.3*2.   aicalonicum  6%.  Anacardlum  occidentale  553. 

Schoenoprafura   68.   129.  265.  Anacyclus  aureus  316. 

Ampeloprafum  145.  308.    are-  Ana.gaJ.lis  arvenüs  139.260.  Mo- 

narium  145.  265.  rotunduro  322.  nelli  321.   lenella  366.  373. 

Cluüaoum  322.     flivum  322.  Anagyris  (oetida  108.  i48-  296. 

oleraceum    322.    pauiculatum  Anarrhinum  bellidiiolium  309. 

322.    anßulofum  322.   urünum  Attchufa  tinctoria  63.  139.  ita- 

2bo.    carinatum  265.  313.    vi-  lica  106.  264.   paoiculata  139. 

neale  271. 322.  delcendens  278.  fempervirens   512.  officinalia 

rofeum  278-  Moly  278-  322.  Vi-  248-    angultifolia  %jt. 

crorialis  296.   lubhirfutum.  296.  Andromeda  polifolia  366. 

palleus  304.  Chamaemoly  304.  Andropogon  Nardus    10.  215. 

Ainus  oblongata  39.  84*  126.  Kchaemum  61.  285.  Schoenan- 

Aloe  luccotoriaa  217.    vulgaris  thus  i38-  214. 

1,5.  Androface    Cbamaeiafme  532. 

Alopecurus  agreßis  37 r.  genicu-  Vitaliana  303.  carnea  303.  Ja- 

latus  312.    utricularus  365.  ctea  320.    vi  Höfa  277.  520. 

Aipinia  Cardamomum  58.   137.  Andryalm   cbeiranthifolia  376. 

335.  integritolia  333. 

AUhaea  officinalis  go.  124.  156.  Anemone  coronaria  76.  151.  526. 

261.    ficifoiia  222.  285.    can-  nemorofa  76.  261.  vernaJi'5574. 


nabiua  156.  328-     rolea  156. 

267.  251.    birfuta  533. 
Altingia  excelfa  223. 
A/yffum  maritimum  279.  rupe- 

lire  301.  lativum  79«  155.  272. 

montanurn  375.  fpinofum  314. 

creücum  358*   campeftre  314. 
Amaramut  tricolor  170.  Blitum 

84- 

ImaryllU  lutea  67.  322.  formo- 

lillima  322. 
Ambrofia  maritima  160.  316. 
Ammi  dauciioliuro  313.  Viluaga 

265. 

Amqmnm  aoguilifolium  344. 


hortenüa  151.  326.  patens  374. 
palmata  326.  baldenßs  374. 
apeanina  326.  narcifüflora  297. 
tritolia  309.  Hepatica  261.  Pul- 
latilla  261.  Ranunculoides  266. 
pratenlis  27 1.  326.  baldcnlis 
279.  300.  apiifolia  »79.  333. 
palmata  279. 
Ann h um  graveoltna  123.  128* 
i43- 

Angelicm.  pyrenaica  332.  Carvi- 
lolia  312.  Archangelica  24g. 
iylveftris  265. 

Annona  mu/icata  547.  351. 

Anthcmis  Cota  «3«    Cotult  262. 


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396  V«w. 

alufüma  gj.  576.   irven/is  85- 

Pyrcthrum  109  159.  ab£.  chia 

150.    rol>a  159.   repanda  368. 

tioctoria   159    a68-  ,  dtfrotdea 

1^9  mon  tana  306.  maritima  3*6. 

354   mix-a  57b.  nobilit  27a 
Anthcricum  graecum   6ft.  145. 

LMiailrum  296    ofülragum  508. 
Anthoxanlhum  otioratum  33a. 
Anthrijcus  vulgaris  67. 
Anthyüis  cretica  ge.  348.  cyü- 

ibidea  3a8  Efinacea  32g  Her- 

xnanniae'3i8     tetrapliylla  343. 
.  Vulaeraria  383-    lotoidea  309. 

Barba  lovis  169. 
Antirrhinum  Oromium  79.  154. 

maiut  130  Marina  154*  3  »4« 
ji partim,  tuberofa  %2.  157.  298. 

btfpida  &%.  383*'  incan*  329. 
,  crüpa  314     autumnalis  a6g. 
Aphyllanlhct  monspeUenfia  313. 
Apiurn  gr*veo\eoi  36.67. 107.  133» 

138.  i44-  ai7.  abo.  Petrofeli- 

num  67.  144*  260. 
Apocynum  venetum  51a, 
Aquilaria  ovata  aao.  349* 
Aquilegia  alpina  374.  vulgaris 

348-    vilcola  374. 
Arabis^  alpina  5a7«  bellidifolia 

337.  Haileu  375.  Turrita  338. 

Thalian»  a8a. 
Arachis  hypogaea  353. 
Arbutiw  Unedo  71.  133*  Audra- 

chne  71.  i48>  alpina  5*4'  Ufa 

urß  3»4« 

Arctiam  Lappa  135.  157.  363. 

Bardaoa  194. 
Ardifia  humilia  315. 
Areca  Catecfau  333.  547«  olera- 

ceA  35'» 

'Arenaria  peploidea  j£o\  iunipe- 
rina  574,  bavarica  300.  Ariata 
367.   lerpyllifolia  26Ö.  triner» 


via  366.  tenutfolta  36«.  »etra- 
«jueira  374.    verna  »78» 

Argemonc  mexicana  301. 

Ari/ioiochia  baeiica'  354.  creti- 
ca  84*  rotunda  84.  109.  160« 
173.  longa  109.  160.  mauxo- 
rura  356.  glauca  330.  Serpen« 
taria  336.  Clematitia  160.  348- 
Pütolochia  169. 

Armeria  vulgaris  167.  fcoreone* 
raefolia  378. 

Arnica  (carpioides  109.300.  cor- 
daia3oo.  montan a  330.  Doro- 
nicuro  330.  Bellidiaitrum  a8o. 
glacialis  38o.  530. 

Amopogon  picroides  157.  576» 
Dslechainpii  333. 

Artedia  fquaraata  355. 

Artemißa  iudaica  ao.  aa5.  356. 
Ablynthium  ao.  83-  »58»  *ba« 
Abrotanum  109.  158.  atig.  co- 
ryrabofa  Lara.  133.  158*  arbo- 
refceos  158*  3-6»  pontica  158« 
a6g.  398.  fpicata  15g.  campeftrie 
158«  maritima  159.  310.  icopa* 
ria  339.  aultriaca  380.  339.  gal- 
lica  343.  Santonica  398.  coe- 
rulelceos  398*  3<>6.  camforata 
310.194*  vulgaris  362.  glacia~ 
Iis  280. 376.  va.leüeca  280.  Mu- 
teüioa  280.  301. 

Ar  um  raaculstoro  77.  348*  Colo« 
calia  84*  |a5  »69*  >83*  Dra- 
cootium  84*  l0>*  ,09*  Orien- 
tale 331.  er i nimm  381  •  p*o- 
boicideum  399.  Dracuncultia 
161.  169.  sbs.  Arifarum  t6r. 
169.  299.  3°°*  italicum  i6i. 
169.  399.    trnuifoltum  169.  299. 

Arundo  Donau  35.  61.  138«  3ia* 
Fhragmites  55  6a.  370.  Sia. 
Ampelodefmos  61.  166.  epi« 
g  cioa  6a.  37 1 .  arenaria  3 1  a.  Jao. 


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der  Pflanzen  »Namen  nach  dem  Sjftem«  397 

- 

jjfarum  europaeam  149.  248*  jlfl.rantia  maior  265.  minores.. 

jtfctepias  variegata  33*>.  slihamania  panacilolia  biL  107. 

Ajpara»  us  aphyllua  6g.  3a».    fyl-  321.   cretenüs66  107.143  flno. 

tatictiaiLS  oiScioalis  129.  acu-  Matthioli  144. »95.  annua  543. 

tifoliua  323     albus  513.   ama-  Libanons  gfifc 

iua  391    323.  Jtthyrium  Filix  femina  gg.  ifia» 

jffperugo   procumbena  63.   106.  Jttm^ene  alpina  301. 

lÜiL  177.  jltriptex  hortenfia  8ft«  i33-  lfil» 

jffperula  arvenfia  335.   cynanchi-  167.  3l6.    veneta  2t)Q.    \  ortula- 

ca  303     laevigata  3?  2.    tauri-  coidea  308.    anpufUJolia  317. 

neniis^ia    pyreoaica  ^2.  odo-  laciniata  5r6.   patula  316.  Ha- 

rara  21.0.    tinrtoria  377.  285.  limua  25  88-  16t.  21Ü. 

^jphodelus  ramoius  37.  6g.  107.  Atropa  Mandragora  63.  215.  34a» 

i2q.  145.  313.    filtulofu6  bß.  322.  343.353.    belladonna  27J  IQfc 

albus  323  Jivena  iterilis  106.  133.  fativa 

jljpidlum  Filix  maa  no.   ifa.  133.  364.   nuda  313.  fatua6a- 

Halieri  2gi     fragile  38».    acu-  138-  565. 

learum  377    alpinum3or.  Lon-  Averrhoa  Carambola  45-  347« 

chitia  1Ü2  299.  fpinulofum  273.  Aialeafiooumben»  S»i»  pomica 

Afp  Uni  um  Trichomanes  gg.  163.  IÖÖj 

348.   palraatum  33t.  germani- 

cum  28*.     Adiantum  nigrum 

284»    lanceolatum  310.    mari-  Baccharit  Üiolcoridi« 

num  3'7.    Ruta  muraria  24g.  Bactris  maior  350. 

feptenrrionale  37»»  Ballota  nigra  266.    alba  542. 

After  Amellus  125.  132.  159.  173.  Baljamita  vulgaria  «73.  agcrati- 

368»  Tripolium  310.  acris3iö.  folia  316.  359. 

alpinui  376.  Bambufa  arundinacea   69.  145» 

Aftragalus  ariftatua  8i.  156.  3oq.  218.    Guadua  341. 

chrilitanu*  3^6.    creticua  gi_.  Bartfia  alpina  3oi. 

denfiloliua  356.  Glaux  136.528-  Belli*  perennia  169.247.  248-  *ST«. 

279.    echioides  358.    fefameus  Berberis  167.  26.4. 

i^6. 305.    tncanus  37,4.    pugni-  Beta  vulgaris  65.  i3ft.  Cicla26^. 

formis  156.   exfeapua  574.  Po-  Äefo/i/caAlopecurua  133.«  5**>-  oii- 

terium  156.  2q8     hamofua  328.  entalia  194    oÜIcinalia348. 2bt\ 

auOriacus  328.  afper  328.  mona-  ßricta  261. 

pefTulanua  368-   montanua  333.  Betula  alba  85-   pnbefeent  283. 

mirropliyllua  383     Cicer  298»  Bixa  Orellana  323. 

coluceoides  336.  Stella  315    pi-  Bijcutella  coronopifoiia  279.  gig. 

lolus368.  emarginaruaaii  gly-  apula  305.  laevigata  305.  bifpi- 

cyphyljoa  27»»  555-   burrHiufua  da  305.    picridifolia  527. 

»79.  denütolius  379,  Erianthua  Bifermla  Pelecinua  gl. 

«80.                            *  Bitahn  um  boreal«  »73. 


39* 


Verzeichnils 


BlUum  capttfttum  570. 

264. 

Boletus  Lancia  162. 
Bombax  goffypinum  go« 
Borago  oificinalis  ig6-  248« 
Boräffu*  flabelliformis  29. 89. 
Botrychium  Lunaria  368.  suta- 

cflum  331. 
Bofwellia  turifera  15.  69.  147. 

ai8.  333.  347» 
Braffica  oleracea  4s.  50. 13  t.  155. 
Eruca  79  119.  131.  155.  183. 
367.  NapobraiHca  79.  Rapa 
131.267.  Napus  131.267.  cre- 
lica  155.  caropeßria  267.  arveo- 
fi*  3»8. 

Briza  maxima  371.  media  270. 

Bromfelia  Anaoaa  350. 

Bromus  lecalinua  270.  Telutinua 

37*. 

Brouffbnetia  papyrifera  87. 

Bryonia  alba  109.  133  161.  268- 
cretica577.    «hoic*  r6i. 

Bubo n Galbanum  66.  125.  mace- 
donicus  12g.  172. 192.  194.  296. 

Bulbocodium  Vernum  322.  au- 
tumnale  522. 

Bunias  cochleanoides  367.  Eru* 
cago  279.  375.  rpinofa  35g.  fy- 
riaca  342. 

Bunimn  copticum  144.  342.  aro- 
maticoro  144.  313. 

Buphihalmum  fjunolum  298«  ma> 
riümuro33o.  ialicifoKum  350. 

BupUurum  rotundifolium  67. 265. 
Jongifolium  107. 167. 542.  Cal- 
cet um  271.  308-  gramioifolium 
300.  angulofum  373-  petraeura 
373«  ranvaculoides  375.  ftelle- 
tum  573.  tigidum3og.  tone« um 
3o8. 

Butomus  umbellatua  7t. 
Buxus  fempenrirena  20.  84*  126. 


C. 

Cacalia  verbafctfolia  15g.  alpin« 

280.  298.  329.    albifrons  230. 

539.  AoteuphotbiumSio.  Kici- 
nia  529. 

Cachrys  cretica  359.  Heule  66. 
375-  rnaritima  12g.  143.  Liba- 
nons 143.  296  313.  Morifonü 
M3    dichotoma  342. 

Caetiu  Opuntia  75.  maimmlieria 
514-  P«ro?ia«u»3i4.  Tun a  351. 
coccioneljjier  551. 

Caefalpinia  puieberriraa  168. 
Sappan  220.  233.  241. 

Cakile  maritima  221.  333. 

353. 

146.  rudentum 
21$.  Rotaqg2ig.  Zaiacca366. 
Calendula  oiücinalis    125.  152. 

Calla  orientalit  556.  paluftrie  365. 

CalotropU  procura  65.  556.  gi- 
gaotee  65.  216. 

Calt ha  palufiris  271. 

Calyfiegia  lepium  63.  140.  248. 

Campanula  Alpini  357.  Ertnua 
101.  106.  140.  bononienfis  366. 
lacioiara  140.  faederacea  366. 
Rapunculus  260.  barbata  372« 
Trachelium  265.  caelpitofe372. 
laxaülie  277.  300.  Aylofa  372. 
SpecuJum  277.50g.  thyrfoidea 
28a-  plomerara  283.  fpicata366\ 
patula  285-  Medium  295.  lini- 
foiia  366.  perüeifolia  295«  pe- 
traea3oo.  rhomboidea  386.  gra- 
minifolia  303.  latü olia  336.  hy- 
bride 336. 

Camphorofma  acuta  312.  glabra 
332. 

commune  224* 
Canella  alba  351. 
Canna  indica  276. 


1 


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1 


der  Pflanzen- Namen  nach  dem  Syftem,  399 


a  Sich  lut«a 


358- 
Caucali* 


67-  3o4- 3i  S- 
platycarpos  101.  107.  504.  53s 
mauritanica  143.  daucoides  371. 
aga.  maritima  3ai.  3b6. 
talis  554. 


Cannabis  Tativa  135.  aa4. 
CapparU  fpinola  17.  75  130. 150. 

183-  ai7.  ovata  379.  309. 
Capßcum  aonuum  107.  at>4.  353. 
hutefcent  353.  longum  264. 303. 
groffum  364. 
Cardamine  pratenfia  a6i.  re(e- 

daeiolia375  uifolia  3*7.  par^  Caulinia  fraÄili$  368. 
vifldra  375.  birluta  543.  Impa-  Cecropia  peitata  351. 
tiena  35g.   amara  375.  Ce/ojia  crUtata  167.  margaritacea 

Caräiofpermum  Halicacabum  205.   coccioea  308.  cafiieafia 

atib.  34*. 
Carduus  Jeacograpbua  8a.  parvi-   Celßa  Arcturus  358. 

üorua  110.  Perionata  131.376.    Celtis  auitraiia  133.  ia8*  141. 
•r&entatus  157»  tenuiflorua  157.    Cenehrus  irutelceus  357. 
568.    marianua  157-  1^9.  a6a.    Centaurea  Centauroidea  £3.  506» 
crilpua  368*    acamboidea  315. 
defloratua  339.  pannouicus  339. 
mollia  339. 
Carex  acuta  ia£.    baMenfia  377. 
ovalia   516.  orsithopodioidea 
577,  vuipina  516.  dipitat«377. 
•longata  316.    ampullacea  377. 
Pieudoryperut  $16.  .1 
Carica  Papaya  33 1  •  cauliflora  35 1 . 
Cariffa  Carandas  347' 
Car/^Mcoryrobofa  83  5Ö6*  acau- 
li»  aoa.  yulgaria  aöj.  raceanofa 

3^9. 

Carpr/lunt  cernuura  $06. 
C arp in Betulua  84*  '3a. 
Carihamus  tioctoriua  8  a.  13a.  182. 


babylonica  359.  arraoracifolia 
83-  33'-  eryogioidea  359.  bene- 
dicia  83  abs>  galactiiea  8<>8» 
Centauriura  135.  380.  alpina 
376.  Crocodiüum  160.  aiilla- 
ria  376.  nigra  169  Säg.  pecti- 
nata  376.  ßeheo  335,  a8t.  556. 
Cyanua  348.  Cioetaria  576.  Cal- 
citrapa  aoa.  330.  Rhapoptica 
373  287.  ot^refcena  510.  rou- 
ricaia  38«-  5'°.  cootftra  516. 
puiiata  5*6.  «rocaefolia  33°' 
alba  33°*  Jplendena  38 1.  53°* 
Verutum  33°*  montana  273. 
383«  Scabiofa38t.  pbrygiaa83« 
ioiicliifolia  37b.  panicujata 
383-  Crupina3o6.  ceratophyl- 
la  306.  (olAitialts  $06-  fpiuo- 
fa  359« 

391.  398. 354.  Carduoc«llua3i5.  Cerajtium  alpinum  27g.  Tulga- 
Carum  Carvi  107.  ia8.  144.  18a.    .  i«n»  »78-  latttolimn  374,  aqua- 

365.  ticum  385*  tomentoiui»  574.  re- 

CaJJfia  Abfut^57.  S«nna  9<^.33o.       peoa  304.  vilcoium  309.  -dicbo- 

366  36a.  Sopbwa  357.  fittul«       tomuoi  324.« 

194.  3f9.  351.  Tora  230.  Ceratonia  Sili*rua  25.  64.  133. 

Cäffme  eapeofia  535.  Ceratophylium  ^emerfum  agr. 

Cafffta  fiktforanu  71, 


leuco« 


348*   coeruieus  83  529. 
cauloa  fta.  1 58   Manama  8a.  398« 
corymbofua  8S  104.  I09.  158* 


'    '  /  Digitized  by  Google 


400      '  Verl 

Cerbcra  Afaotai  553.  Manghaa 

216.  343- 
Cercis  Siliquaftrum  71. 
Cerinthe  afpera  63.  310.  macula- 

ta  366.  maior  125.  minor  159. 

5*o. 

Chaerophyllnm  lativura  66.  128- 
»65.  fyiv«ftrea65. 

Chamaedorea  gracilis  351, 

Chamacrops  bumiiis  89. 

CKara  bifpida  376. 

Cheiranthut  Cheiri  79.  n*.  24«, 
incanus  124.  15t*  155-  »67-  an- 
nuue  131.  248.  Jioiiatus  179.  Ii- 
toreus  279.  3»7-  tricufpidaiua 
342.  eryfimoides  527.  mariü- 
uius  367.  trilobua  575. 

Chr!id*niumm*\ut  75.  108.  i$u 
26  f. 

Ckcnopodium  Börry*  142.  265. 
Scoparia  167.  308»  Bonus  Hen- 
ricu*  260.  albam  365.  ambro- 
fioidee  372.  rubrum  265.  mu- 
rale 285*  glaucum  295.  olidum 
512.    polyfpermum  51»- 

Cherleria  Sedotdes  3°°« 

Chironia  fpicata  372. 

Chlor a  [eßilttolia  304.  perfoliata 
3»3- 

Chon drill a  ramolifltma  157.  iuo- 

, cea  283* 

Chrjjanthemum  cotonät'ium  157. 
330.  Leucantberaum  262.  tri- 
furcatum  359.  atratum  376.  ita- 
licum  298-  Myconi  334* 

Chry/obalanus  Icaco  35ta 

Chryjocoma  Linolyris  158-  272. 

'ChryfvfpUuium  oppoütifolium 
309. 

Cicer  arietinum  12.  38.  80.  109. 

131.156.187-267.  Lena  iß.  131. 

156.  267. 
Cichorium  Intybut  20.  62.  125. 


UiHlll  t  ■  f 

■57-  178.  «13.  »48-  Endiwaga. 
125.  132.  157.  26a.  fpiooium 
301. 

Cicuta  virofa  125.  282.  308. 

Cineraria  palußris  mariti- 
ma 31&  campefiris  516.  329* 
corditolia  57b.  inteariioUasgÖ. 

Ci>caeaa]pina3o3.  Jutatiana 31  r. 

Cirfium  fyriacum  157.  ,  Acatna 
157  301.  Irellacum  157.  Exi- 
Jithales  169.  335*  «riopborunst 
247  315  oleraceum  262.  tnbe- 
rolum  280.  arvanfeSob.  canurm 
568*  monapeüuianum  3co.  ita- 
Ucum  310.  315.  pratenfe  315. 
ferox  568*  disfectum  315.  Ca- 
fabonae  315.  rivuiaxo  8».  ijwa- 
cum  54». 

Cijfus  vitigtoea  122. 214.  290.  ro- 

.  tundifolia  214« 

Ci/ttu  creticue  17.  151.  358.  Tu- 
beraria  333.  villolut  75.  151. 
2597.  tneanus  75.  76.  325.  al- 
bidua  76.  279.  325.  (alvüoüua 

•  »5*-  »97  3»5*  linearis  279.  ha- 
limifolius279.325.  guttatus27g. 
50t.    Ledon  297.  thymifoliu* 

•  27/9.  325.  iavandulifotiua  325. 
oelandicua  325.  pilofua  5»5«  Fu- 
mana  525.  Udaniferus325.  po- 
pulifolius  325.  iamptucifolius 
367.  tnonspelienfis  325.  nuin- 
roularius  367.  umbeUatus  3a5« 
elongatus  325.  glutioofus  367. 
canus  325.  Ciufii  525.  ledüo- 
lius  325.  laurifolius  3»5*  l**us 
325.  Libanotis  325.  crilpua  325. 

Citrus  medica       125.  i85* 

rantium  81. 
Cladium  germanicum  370« 
Clathrut  ruber  53  *• 
ClematU  cirrbofa  76. 77. 151-326- 

Yitalba  151,  266.  integrUoüa 


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1 

de*  Pflanzen  -Namen  nadi  dem  Syftem.  401 

15».  5*6.  Vmcella  15  t.  in  tri-    Cordylocarpua  laevigatus  155. 
tima  374   Fl.mmula  251.397-     CoriWr«m  fatirum  t  >  66.  101« 


■«•■  j-nraphylta  368-  12*.  «43.  «8*.  «85  «78-  *6o. 

Cimopoätum  vulgare  155.  Coriaria  myrtifolia  316. 

C^eo/«  lorabJ.ipi  305.  Cor/t  montpelienfis  395. 

:um  366.    Silaua  Cor««,  canadenüa  373.  niaacuU 


283.  36.  63.  133.  117.  fanguinea  63. 

3*4«  270.  luecica  320. 
Coqhiraria  Arn. oracia  113    131.    Cörotiilla  Settiridaca   156.  298- 
i55.  2  2   ür-ba  i65.  ,72.  397.      Seabanfc?.  gUuca328.  «gen- 

danua  314.  aogh  a  514.  UM         Valentinas,  globolt 

Cocw  nur.ifer.  8y  Ig9.  a23.  35,.  ^    COTÖBW  ^  iuncea368 

fuüformia  35t-  mioirae  333. 

Cofiea  arabica  314.  Coronopu*  Ruellü  255.  279. 

60/r  La.mnd  as,.  Corrigiola  Hioralis  373. 

Colchicum   dutumnate  69.  107.  Cortufa  Matthioli  295. 

_  1  *  Coryda/is  bulbofa  34$.  Cipnoi- 

Cdiuiea  axborelcens  8«.  onenta«  des  27a 

at>?*  Cörylus  Avellana  34.  ia6.  133* 

Cornaron  paiulire  271.  tubulofa  84-  33«.  Colurna  531. 

Conferva  glomerata  170.  toftus  arabicus  127.  137. 

Coniutn  mactilatum  66.  101.  144.  Cotula  aurea  368- 

Convail+ria  veruciilata  145  265.  Cotyledon  Umbilinjs  108.  149, 

niritiQora  145.  248   biiolia  167.  -  554.  ferrau  149.  396. 

260.  maiaJia  260   Uufolia  322.  Crambe  maritima  535. 

Convolvälus  paniculatua  27.557,  Crajfula  rubeos  573.  , 

plaiaoiioiiua  353.    Öcarcmonia  Crepis  albida  2gö.  tectorum  283. 

65.  277.  Bacataa  $5«.  arvenlia  3,0.    Diofcoiidia  38&  virena 

-  139»         SoldanelU  139.  277*  ag6.  foeüda  376.  nemaufenfi« 

«95.  farinofut  139  Caotabrict  3g6.    corymbola  305.  Icariof* 

167.  521.    Mecboacanba  353.  3o6.  Sprengeriana  368. 

Turpeihum  314  347.  Nil  377*  Ctrfcentia  Cüjete  35r. 

copücua  37a  Itneam.a77.2g5.  Crejfa  creiica  142.  265. 

tricolor  372.  Imperati  28730'«  Cri In  um  aliaticum  68-  «meric«- 

355.  aithaeoidea  321.  laxaüiia  num  513. 

33»  Crocus  veroui  35.    aureus  35* 

Conyta  ficola  36g.  Iquarroia  283-  nudifloru.  59.  308.   fauvut  59. 

laxauli.  376.  Iordida  334.  12a.  I37.  Ij8.  a6<j  |uGanua 

Copaifera  officinsli,  353-  511.  autumnalia  319.  moelia- 

Corchorsu  oliioriua  75.  108.  221.  Cua  319 

557'  Croton  tinctorius  161.  281.  Ti- 

Cordia  Myxa  29. 65.  73  «28.  M4-  güum  223. 

»»5  a95.8ebettena63.215.395.  Cructanella  maritima  277.  330. 

Geich,  d.  Botanik,  i.B.  ag 


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4Q* 


Verzeichnifs 


monspeliaca  30f«  Iitifolit  3204 
fpicata  571. 

Crypfu  aculeata  294.  36& 

Cucubalns  baccifer  16$. 

Cucumis  Dudairo  23.  234.  a6$. 
fativue  g6.  126,  itii.  224.  ifto. 

.  268»  flexuofua  3*o.  Melo  86. 
161.  224  igo.  Golocynthia  87* 
268.  Propheiarum  161.  Chate 
178.  224.  anguinui  178.  224. 

Cucurbita  Ciirullua  32.  &6.  224. 
268*  Cbate  23*  224.  Pepo  86. 
161.  224»  i8°*  Melopepo  224* 
lageoaria  268»  verrucosa  s68> 

Cuminum  Gyroinam  13.  107« 

138-  '43»  »9*- 
Cupreffus  feroperviren«  21.40«  86. 

126. 

Curcuma  longa  9.  2x2*  235*  Ze« 

doaria  2ix.  » 
Cufcuta  europaea  6^  a64«  Epi- 

thymum  i4i. 
Cyathus  Olla  22$. 
Cycaj  circinalit  89 


i38*  »54*  faRlgiattia«  60.  «Ten« 
lentut  6a*  330.  flaveteesi  270, 
Cypripedium  Calceolua  285  3 »o. 
Cytinui  Hypocüiia  r6o. 
Cyiiju*  Laburoum  i6q.  27a.  an- 
rtiracus  273«  5*8«  aigricana  275. 
argen  tea  •  biflorna  365. 

capitata*  g28-  Inpintta  528.  dn 
taricatua  Sig.  tnflorus  323. 

1 

4  ■ 

A 

Dactylls  glomerata  53a.  37*. 
Dactj  loctenium  aegyptiacum. 

138.  356. 
Daphne  Gnidiam  71.  147.  dtow 

ca  2i_.  oleaefolia  108. 147. 558» 
Goeorum    108.  123.  129.  296. 
Mezare  um  265.  Tariooraira 
378.   Tbymelaea  373.  t/iliofai 
»78. 

DatifcA  cannabina  87-  359- 
Datura  Taiula  349.  Metel  2154 
»64. 

Cyclamen  europaeum  106.  264.  Daucus  murlcatu»  504.  Garotta 
hederaefolium  159.  3ia«  P«*-  I.Q2*  265  bicolor  105.  Gingi«* 
Jicum  214.   caum  521.  dium  145.  guttatus  145.  gum« 

Gymbidium  Corallorrhiaa  ggq.         rnrfer  217.  231. 
Cynanchum  Vincetoxicum   142.   Delphinium  elaiam  309.  arobi« 
194»  sigrum  14».  erectum  295.      guum  ga6.    ioterrnedium  526. 
acutum  508.  monapeliacum 
321. 


Cynara  Garduncvlut  83*  Scoly- 

mua  1 14-  i3a*  »72. 
Cynogioffiim  ofilcinale  159.  248« 

apeoDraum  303.    pictum  303. 

fylvaticum  3o5-  omphalodee 

512.  cbeirifolium  320. 
Cynosurus  crilUtue  57t.  echi- 

natua  571. 
Cyperus  Papyrua  m«  28.  35» 

365  Ioogua  35.  264.  co- 

molua  5%,   rotuadua  Ga*  127« 


Stapbia  agria  10^  151.  2664 
.    peregrinum  124.  131  574.  Aia- 

cia  1S0.         Confolide  248» 
Dentaria  pentaphylla  297«  pin* 
rjata  509.  enneapbylla  169. 273. 
bulbifera  275 
Dianthus  virgiuerü  509."  arborfr» 
feens  574»  Caefiua  324.  iunU 
perioul  353.  prolifer  314.  fyl- 
veltrrs  574  areaaritrs  3^4.  del- 
toides  314.  plumariui  524.  ai- 
pinus  324.    CaryopbyNus  246* 
CarihuHaoorum  261.  fuperbut 


■ 


359- 

Epdobium  rqfeum  265.  285:  an- 
guüiffimum  378.  3/3«  pube- 


der  Pflanzen  -  Namen  nach  dem  Syriern«  403 

366.   barbatu»  078.  pioiloiius  Bl*eagmu  anguftifolia  65.  135. 

3*5.»  295.  fpinofa  356. 

T>ictamnus  albus  371.  Efais  occidentalia  351. 

Digitalis  Thapfi  »97.  ferroginea  jE/Ä*/«e  Alüoaftrum  575. 

514.  purpuree  367.  lutea  367.  Elymtu  arenariu*  332. 

sDiospyros  Eben  um  14.  123  147.  Epipetrurn  pigruro  283»  3<>0<  al- 

Lotua  71.  396.  Ebenafter  71.  bum  331.  altiffima  354. 

Dipf actis  futtonum  13s*  248.   pi-  Epheira  dülachya  170.  Cragilia) 

lofoa  166.  fykeürU  264.  Uci-  359- 
niatus  285* 
Dolichos  Catiang   ßo.  Lablab 

aaa.  fceoa  285  hirlotum  285«  tetra- 

Donäia  Epipactia  296.  gonura  ag5-  paluifre>a85.  p*r- 

Doronicum  plantagincum  298-  viflorum  373.    montaaum  70, 

Icorpioidea  2  «H  330.    auftria-  anguÜifolrum  147.  296. 

cum  298  33o.  Columnae  3q6.  Epimedium  alpin  um  295% 

*  Pardalianches  4b.  8$.  i«8«  «59»  Epip actis  cordata  36g.  oyata 

29g.                      \  262.  Nidu»  avis  272.  latifolia. 

Dorjtenia  Contra  yerv.a  553.  Dra*  274.  rubra  281  •  pallens  282. 

keua  33 >•  Equijecttm  arvenle  268*  flovianV 

Dorycnium  monipelienfe  £15*  le  162.  limolum  162.  262. 

Draba  muralia  3°5»    verna  261.  Erianthus  Ravennae  371* 

232   aiaoides  278»  ßillaia  375*  Erica  cinerea  309.  323.  mediter- 

Draeaena  Draco  344-  ranea  309.  323.   auftralit  323« 

DracQQffphaiura  Moldavica  397*  fcoparia  323.    umbellata  323« 

aultriacum  327.  purpurafceos   324*  herbacea 

Drofera  longifolia  336.  rotundi-  524.  ciliaiia  324.  vulgaris  248» 

foJia  271*  arborea  71.  108.  f47*  Sa3* 

J)ryas_  octopetala  378*  Erigeron  acris  272.  tuberofua  28ow 

Drypis  fpinofa  67.  -  356.  alpinus  280.  376.  glutioo* 

Dario  aibetbiaut  547.  Jus  354.  vifcolus  83*  *o$.  »59« 

329.  graveolens  83*  109. 159*  5*6? 
Erinus  alpinus  333* 

Echinophoroi  fpinofa  395«  WBUl-  Eriophorum  anguftiFollum  165. 

folia  66.  107.  144*  3°4»  270.    latifoliurn  371,  alpinum 

Ecliinops  fphaerocephalus  368*  281«  caeffJitofura  371.  • 

.  fpinofua   310.    ftrigolu*.  3*6«  Erodium  mofchatum  194.  cicu* 

Ritro  84.  316.  tarium  267.  pimpinellifolium> 

Echium  vulgär6  260.  vtoUceum  245.   ciconium  305.  gruinum 

520.    creticum  103.  106.  139.  315.  malacoidea  1 55,  298. 

173.  diffufom  103.  106.  iiaU-  Ervum  tetrafpermum  81.  firviiia 

cum  106.  i3ft,  342.  555«  *»-  8*.  U4  131.  «86. 

brom  1394  Eryngium  alpinum  378.  puüJLum 

26  • 


5ii.  teune  Jai.  rigidum  53a. 
amethyliiuum  34«.  maritimara 
65.  295.  campeftre  107.  265, 
planum  128.  14a- 

Erjfimum  Aliiaria  367.  difiu- 
fum  315.  bieracitolium  575. 
oflicinale  109. 

Erythraea  Centaurium  141.  347. 

Erylhrina  Corallodendron  528- 
Erythro  nium  Dens  Caoia  105, 

Eugenia  caryopbyllea  19a.  an. 

233  197-  I*n>boi  347. 
Evonymut   latifolins  3*>«  ^4* 

vertu  cofat  321. 

Eupatorium  canoabinum  268* 
Euphorbia  nereifolia  2a  1.  alep- 
pica  358«  Peplua  266.  exigua 
271.  dulcis27i.  verrucofa  333. 
278.  ferrata  278.  3*5«  kgeralie 
«78-  amygdaloides  278.  »8». 
fylvaüca  278.  504.  raauritani- 
cajoi.  epithymoides  304.  Ge- 
rardiana  34a.  rubra  374.  anti- 
quorum  16.  309.  7a.  Apioa  7a. 
149.  096,  354-  fpinofa  7a.  150, 
358-  Peplia  72.  149.  Myrfini- 
tei72.  104.  108. 129.  150.  296. 
v  nicaeenfi*  72.  Cypariflias  108. 
266.  28a.  oflicinarum  133.  149. 
Latbyria  143.  191.  »66.  falca- 
ta  149.  Charnaefyc«  149.  278. 
Pityula  150.  Paraliaa  150.  278. 
396.  heliolcopia  150.  266. 
dendroides  150.  278.  Chara« 
cias  150.  278.  396.  335. 

Euphrafia  Odontitea  169.  28a. 
lutea  283.  latilolia  305. 

Excoecaria  Agallocha  34«  335. 

547. 


Fagara   Avicennae    214.  320. 

octandra  355. 
Fagonia  arabica  16.    crettca  71. 
Fagus  Callanea  86«  fylv«i- 

ca  170« 
Farjciia  deltotdea  305. 
Fedia  echinata  303.  coronam 

303.    deoiata  305.  Cornuco- 

piae  319. 
Serratia  pevoB.ta  309. 
Ferula  linghana  30.  66.  tag.  14a. 

107.  357.  perfica  66.  tag.  14a.. 

Afa  foetida  66.  128-  >4*»  317* 

Communis  6b.  123.  142.  396. 

g)auca  306  tiodtflora  66.  14a. 

33a.  arieotalU  357.  Fanilego 

14a.  508. 
Fejiuca  Myuroi  35$. 
Ficus  Carica  11.  36.  Sycoraorue 

11.  39.  6a.  i38         indica  37* 

63.   Beniamina  313.  reiigiofa, 

313.  bengalenfia  313. 
Fiiago  pygmaea  376. 
Ftacourtia  lepiaria   Roxb.  17«. 

aar. 

For/lera  raufrifolia  331. 

Frasaria  velca  168*  194* 

Frankenia  laevi*  313.  pulveru- 
leoia  530.  , 

Fraxin us  Oroua  54.  .59«  1 23. 3 1 2.  - 
excelfior  59« 

Fritillaria    pyrenaica    67.  3a5« 
Imperiale  18a.    308.  porüca. 
308*  Meleagris  308* 

Fucut  bulbolua  89«  377*  aculea»». 
tua  89'  16a.  taroarifcitolius  89* 
filiquofut  89.  310.  voiubilia  89* 
turbinatua  89-  palmaiua  ^9. 
377.  menabranifoliue  89*  P*J* 
metta  105.  cartilagineus  1  io* 
t6a.  faccbaiinus  16a.  377.  fao- 
guineus    16a.    barbatus  301. 


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der  Pflanzen 


dem  Syftem.  405 


iumbriealU  Ijoi.    Filum  377.  Geropo%o*  hirktue  30$.  w 

Plocamiura  301.    oatana  50t.  Geum  ti?ale  »68..  urbanum  168« 

nodofua  310.    loreoa  310.  aeii  14«.  iniermedium  206.  raonta- 

nariua  5ir.  reficulofua  551.  num  «78-  301.  reptaoa  378. 

Fumaria  officio* Ii.  261.   parti-  Qimdiäius   com.nunia    31.  59. 

flora  156.  capreolata  156.  lpU  -  i#ö.  iaa.  127.  138. 

cata  179.  Glaucium  luteum  75.  108.  151. 

173.  aao.  abb'  phoaniceura  75. 

G-  15' .  ^09.  hybridum  »79. 

Gd/tfg«  o&cinalia  »98.  Glrchoma  bederaceura  248. 

Galeopfu  Teirabit  33a.  GMuiaria  Alypum   138  277» 

num  »8a.  -aetf.   cordifolia  377.  320.  (pi- 

Gatiam  Apaiioo  63.  ia£.   139.  «ofa  37a. 

106.  boreale  372.  cepillare  63.  Glycyrrhlza  alp*rrima  81  •  gla- 

graecum  347.    verum  139.  204.  bra  15b.  261.  ecliiaata  398* 

(ylvaticum  264.    rorundilolium  Gnaphalium  Stoecbaa  83*  109. 


366.  glaueum  37z. 
37».   lucidum   a85*  paluftre 
385*  tubrum  3ao. 

Gareinia  Maugoftana  331.  347. 
Gardenia  gumroifeia  316. 
Genifta  tinetoria  267.  germanica 

367.  fagittalia  27a.  328«  iuüia- 
nica  279.358*  anglica  279.315. 

hifpanica  375*  pilof*  283*  ö°* 


159.  faaguiacum  105.159.356.. 
gallicum  169.  germaoicum  »72. 
Uteo  -  album  280.  333.  Orien- 
tale 376.  Leontopodium  398. 
arvenle  310.  Jyfvaticum  316. 
ali«nfckfoltum  3a°*  alpinum 
316.  minimum  316.  margarita- 
ceum  3a9« 
Gomphrerta  globoia  271* 


rida  328.  caoarienfis  328*  fyl-    GoJJypiam  herbaceum  i8>  22t. 


.  veftna  307. 
Gent ia na  lalea  142.  265«  Burfe- 
rti  3°9*  Cruciata  260.  irobri- 
.cata  54**  afclepiadea  277.  3ai* 
punctata  277.  bavarica  277. 
342.  purpurea  278«  eiliata  278* 
303.  pannouica  278*  321.  Ama- 


267.   arboreum  8°*  ,a4«  357« 

religiolum  134- 
Grmmmttis  Ceterach  162.  37a. 
Guaiacum  oflicinale  351.  353« 

Xagua  35*« 
Guilandina  Bonduc  aao. 
Gandelia  Tourneiortii  35^« 


lella  378*  utriculofa  303.  acau-  Gypjophila  repena  278*  38a.  fa- 

Jja  321.  nivalii  331.  veroa3ai.  Itigiata  378*  38a.  muralis  378. 

Geranium  tubarofum   155. 297.  38a.  Struthium  301,  Saxifra- 

Robertianum  261.  roolle  267.  ga  314.  rigida  333. 
diaTectum  267.  faoguineum  267. 

pratenfe  267.    lucidum   282.  ^ 

tadicatvm  285*  rotundifolitun  Haemanthu*  coccineus  313. 

297.  reflexmn  297.  arganteum  Heder a  Helix  64.  125.  143. 

3or.    pbaeum  328*    nodofum  Hedwigia  balfamtfera  351. 

3»8-  ajtraticum  328.  Hedypnoi*  rhagadioloidea  82, 


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4C6 


B'dyfarum  Albagi  19.  169.  333. 

■  Caput  galli  375.  Onobrychii 

■  15b. 

Hetianthemum  vulgare  37?. 
Helianlhus  innuo»  353.  iodieut 

aH"-   multiflorua  386.  tubero- 

fos  30^. 
Heliconia  Itthai  351. 
Uetiotropium    europaeum  65. 

106.  139.  lupinum  30*. 
BelUborus  orientalis  50.  77. 101. 

15a.    ro«ttdua  77.    130.  149. 

366.  viridis  361. 
Helminthta  echtoidea  5*5- 
Bemerocallis  flava   308.  fulva 

30«.  ' 
HrracUxm    awpruftifolium  373. 

aultriacum  373.  aipinum  373. 

Panacea  65.    pyrcnaicum  65. 

Sphonriyltum  14a.  365.  Tordy- 

lium  31a 
Bemiaria  glabra  371.  lenticula- 

ta  37a    fruticofa  31a.  hirfuta 

3^6. 

Bef perlt  inodora  337.  trißia  79. 
327.  veroa  375.  roauooalis  3a. 

»72. 

Bihifcus  Abelrnofcbus  358»  S«b- 
dsriffa  328  fyriacus  34a.  ficul- 
neuft  aaä.  357.  efculentus  aaa. 
Tfionum  37a  356.  paluftria 
309 

Bieracium  bolbofum  315.  du- 
bium  34a.  Pilofella  368  vjHo- 
fum  48<>'  graodißorum  376* 
alp'ioum -283.  305.  glutinofum 
376.  cymolum  a83«  3P5-  t*- 
baudum  283  florentinum  376» 
praemorlum  383«  chondrilloi- 
des  376.  murorura  383.  286. 
paludofum  a83»  itaticifo- 
lium  368  auranüacum  505. 
fyWuticum  368. 


Hippocrepis    multifiliqua '  379. 

uniGüquoU  398.  corno/a  505. 
Hippomane  Maacinella  5$i. 
Hippophac  rhamnoidea  274. 
Bippuris  vulgaria  58* 
Halen*  bulbofui  313.  lanatu» 

37»- 

Holofieum  um  be  Ha  tum  565. 

Hordeum  fecaünum  336.  vulga- 
re 11.  36.264.  heaaAicbon  11- 
137.  nudum  61.  173  diiiichoa 
61.  36.  137.  364.  Zaocrithon 
137.  173.  murinum  166.  376. 

Houonia  paluftria  159.  395, 

Humulus  Lupulua  170. 

Bura  erepitana  331. 

Hyacinthus  cernuua  323. 
tua  333.  romanua  333« 
fua  68.  H8-  »45-  a€5.  orienta- 
Ii«  tag-  145*  aroetbyßinua  ia8- 
racemolua  365.  Mufcari  296« 
non  feriptua  308. 

HydrocharU  Morfua  ranae  399* 

Hydrocotyle  uataoa  303.  vulga- 
ris 308- 

Hymonaea  Courbaril  353* 

Byotcyamus  albus  127. 140«  1674 
371.  rer.iculatua.140.  315*  377«  ■ 
aureua  140*  muticua  3  »5»  pu* 
£11  ua  315.  nigtr  348-  Seopoüa 

Hyöferls  radiata  376. 
Hypecoum  procumbens  139.377* 

395* 

Hyperanther*  Moringa  71.  i48< 
168.  aao.  336.  348* 

Hypericum  nlodee  315*  IerpyIliJ 
folium  315.  balearicum  339. 
crifpum  157.  pertoratum  157. 
261.  perfoliatum  157.  Coria 
157.  398*  hircinwn  i57»  birta- 
tum  368-  305.  mootanum  368* 
305.  huiuiJEuIum.  272.339.  puj- 


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der  Pflanzen  *  Namen  näth  dem  Sjftem.  407 

trom  *^af  nummularium  ^76.  JWa  florentina  59.  106.  127  i38« 

foeudiifima  5q.  13g.  gramine* 
59*  S<>S*  Sifyrinchium  $9.  ger- 
manica 138.  264.  tuberolaic^. 
213.  Pfeudacoru«  »48.  fibirtca 
170.  pallidaasi-  *ariegata  31g. 
rufiaoa3i9.  apbjlla  319.  iun> 
cea  519.  lutelcens  319.  tut« 
troptera  319.  fpuria  319.  lara- 
bucioa  319;  pumila  319.  , 
Jfaiis  tinctoria  155.  169.  Ifta* 
ab7. 

Ifopyrum  aqulegioidea374.  tfatt 
lictroidea  326. 


Aadrolaemum   29$.  Afcyrum 

Hyphaen*  coriacea  Gartn.  94. 
Hy  fiochoeris  maculaia  27a,  285» 
glabra  283.  minima  505.  hel- 
vetica  376.  radicata  51a 

oÜicinalia   1081  tfr* 


Hyjierium  queiciüum  90« 
I. 

Iatnbolifera  pe*dunculara  347; 
lafminum  Sambac  27.  212  odo- 


212;  luglans.  regia  ai.  85»  «»5»  "33- 


ratüEmum  i85« 
fruticao»  308. 
latropha  Curcaa  353.   Manihot   luncus  triglumis 


373. 


350.  muhi6da  353. 

IberU  umbeliata  397.  509.  pin- 
aatasi5.  odorata  3*7«  fenap«- 
▼irena  333. 

Ignatia  amara  21$. 

Hex  Aquifplium  63.  «7.  166. 
370.  395.  Caffine  35*- 

UUcebrum  Paronychia  14a.  ca- 
pitata») 312. 

li/icium /pbüipr'inaTum  326. 

Imputiert*  Holt  längere  271*  Bal- 

famina  265. 
Imptratoria    Oftrutbidm  a6o. 

Chabraei  369.  anguftifolia  34a. 
Indigo f er  a  tia ctoria  156.  aaa. 

Anil  347* 
Inula  Helenittm  83*  13**  *59« 

131.  231*  262.  britannica  159* 

a8°  33°*  376*  Buboniom  169. 

330.  dysemerica  268»  germani-   Lächenaliä  ferotina  3^2l> 

ca  372.  vücofa  280.  298.  crith-   Lactuca  Scariola  157.  185«  s6g. 

mifolia  29s.  odora  298*  pro-  faligna  274«  376.  auguitan* 
-   tinciaJis  376.    mootana  316.      280  3^8*  quercina  398*  per* 

fpiraeaefolia  3b8>  Oculm  530.  ennia  310.  iatira  8>*  'S*«  a68* 
Ipemoea   Quamoclit  27.  gai.      virofa  1 

Bona  nox  521,  LmgQccia  Cuminoides  142.  995« 


bidu«  373.  lylvaticua  285*  c*- 
pitatua  366.  bufoniua  296* 
acutus  366.  maximua  566. 
obtuiiflorui  313.  glaucua  3r3. 
373.  trifidua  37$«  cooglomera- 
tut  513. 
luniperu*  Oxycedrua  25.  88- 
161.  communis  87-  pboenicea 
37.  299.  nana  88-  iycia  87' 
ino.  299.  Sabina  109.  110. 
161.  j 

Ixia  iBaibocydium  319. 
K. 

Kämpfer a  Calanga  an«  pandu- 

rata  ata. 
Knappt a  agroßidea  332. 


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408         -'  ■*/'.  'VerxeicbnÜev 


Lagurts  oVWie  377.  371« 

Lamium  aJbura  iog.  I53.  a€i. 
ßriatum  Sibth.  153.  macula- 
tum  169.  laerigatum  2Üi_.  im* 
ptexicaule  aga.    OrvaU  536* 

.  inrtfum  333- 

Lanaria  plumofa  508. 

JLappago  raeemofa  376. 

hapfana  foetida  go6.  puGlla 
3*?>- 

lioferpitium  latifolium  3ga.  peu- 
cedanoidei  295.  Libanotit  395. 

•  Siler  3og-  angottillimum  W. 
5GÖ.  Chironium  Jog.  aureum 
2^6.  gallicum  51».  aquilegifoM 
Huna  37g.  gummiferum  145. 

Lathräea  Sqpameria  297» 
I.atfiyrus  Aphace  146.  »8°'  Cly- 
meoum  156.  luberoius  267. 
■  aonuue  267.  aogulatua  ago. 
fetifoliua  ago.  575.  Iaiifolius 
afl3.  pratenfia  383«  faiivtia  $0. 
131 .  ift6.  ab7«  fjlvetlria  3t»7» 
amphicarpoa  go.  hirtutua  367. 
Cicere  131.  187.  Niflolia  507. 

Laurus  Camfora  19a.  119.  a3g. 

•  Perlea  329.  3£i.  irwtatana  330, 
Caflia  i£.  2±i  *47-  a  1 1>.  Cin- 
naraomttm  rj.  7J_.  147.  193, 
3  ig.  nobili*  31.  33.  14^  indi« 
ca  344»  Saflafraa  3^5. 

Lavandulä  Stoechas  152.  266. 
deniata  3a6.  multifida  326. 
Spica  7_g.  a66. 

havatera  otbia  315.  maritima 
328.  uimeüria  3? 5-  aiborea 
go.  i£ö.  19a. 

Lawfonia  iaermia  i£.  2P_.  147. 

3i8.  354  355. 
Ledum  paluttre  296. 
Lemna  minor  i6q.    trilulca  3n. 
Lctnurut    Marrubiaiiruin    1^3.  v 


Card! act  afii.  Galeobdokm 

Leoniice  Cbryfogonum  146.  Z£S± 
Leontopetalum  6g.  147.  296. 

Leontodon  Taraxacum  gl.  a6a. 
obovatus  36g. 

Lepidium  Iberia  155.  raderale 

•  aür.  perfoliatum  379.  petrae* 
um  505.  alpinum  317.  fatifum 
79-  109.  i3».  i55»  267.  latifo- 
lium 29.  i^fj.  a6i. 

Leucoium  Vernum  a6e.  autu- 
mnale  322.  aeflivnm  67^  tag. 
5aa. 

Ligufiicuni  Cetraria  365.  313. 
Levüiicam  13g.  144.  aüo*  api- 
oidea  i44«  nodiflorum  366.  pe- 
loponnefiacurn  144.  37g.  395. 

Uftujirum  vulgare  iaa.  137.  a64« 

Li  Ii  um  bulbiferuxn  26A»  porapo- 
nium  3 »3«  pyrenaicum  323« 
candidum  14.  67.  Lax.  1 29. 
i44«  3ig.  265.  chalcedonicum 
67.  i45-  ibj.  aßfi.  3a3.  Matte«. 

-  gon  67.  aün, 

Limodorum  abortirum  330. 

Limonia  acidlflima  351. 

Linaria  aegyptiece  1^4.  (ptiria 
i44»  367.  repeoi  154.  vadgerie 
3Ül_t  Elaüne  397.  purpurea 
309.  alpine  537,  lim p lex  337. 
geniftaefolia  337.  Peüfleriana 
507.  fupina  337.  tripbylJa  327. 
monapeßulana  374.  arveniia 
374-  origanifolia  374.  daimati- 
ca  374* 

Linnaea  borealit  375. 

Linum  catharticum  aga.  auJtrta- 
cura  3g5.  teouiiolium  285.  396. 
3aa.  arboreum  557.  roaiiti- 
mum  396.  ft  riet  uro  513.  cara- 
panulatum  31S.  birfutum  333. 
alpinum  332. .  vifcolum  375» 


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der  Pflanzen  •  Namen  nach  dem  Syf tenl.  409 


narbonedTe  37$.  ufitadJUmum 
13.  117. 

Lithbfpcrmum  angufiifolium  16. 
purpureo  -  coeruleum  aga  apu- 
lum  139  303.  fruticofum  139. 
357*  officio« le  139.  364. 

Lobelia  DortroaiiDa  377.  urena 

37»- 

Loliunt  teroulentum  63.  133.  138. 

'373.  aerenne  1331 
LöniCera   alpigena   377.  nigra 

%i\    Caprifolium  140.  371. 
Loranthas  europaeu«  bj* 
Lotus  ornithopodioide*  157.  54a* 

peregrinus   330.     edulit  35g. 

fectus  380.    hirfutua  3flo.  315 

aogußiffimua   368-  üHqtiofua 

$15.  tetragooolobua  339.  cyü- 

foidea  339.  difiuCua  375.  cor- 

aiculatua  39  134.  367. 
Lunaria  ca»e(cens  155.  509.  re- 

divira  105.  a83.  309 
Luptnut  albus  134.  367.  rariua 

131.  anguftifolius  156. 179.  pi- 

lofua  81  131.  156. 
Luzula  m*x\m\  167. 
Lychnis  fyheßria  i6fc.  Ploa  cu- 

cuii  371.  Vilcaria  sßs.  chalca* 

donica  3°9* 
Ljrcium  afrum  33t.  Rauvrolfii 

I3.3i5  ««ö.  tatbarum  63.  eu* 

ropaeum  140.  357. 
Lycopodium  Stlago   170.  384« 

clavatum   373.  complanatum 

373.  denticulatum  3314 
Lycbpfupull*  395. 
Ljrcopus  europaeua  370.  394« 
fygeum  Spartutn  330* 
Ljfimachia    Nummularia  364. 

nemomni    3771  Epherberuni 

«95.  ibyrfiflora  331.  punctata 

531.     Linum  itellatum  573» 

Tulgari«  139.  364. 

#e(cba  dl.  Botanik.  1.  B, 


Lythrum  Thymifolia  3674 
M. 

Main  seit  Löfelii  316. 

Malva  (ylveUria  tot.  156. 
abi.  Tournefortiana  156.  ro- 
tundifolia  333.  361.  Alcea  3614  . 

Mammea  americana  551,* 

Mangifera  indica  347. 

Manicaria  faeeifor*  55t. 

Marchantia  ppjymorpha  363* 

Marrubium  ruJgare  78«  «08- 130* 
»53  a48  Pfeudo-Dictamnuf 
78  i53*  aceubololum  78.  153* 
AJyflon  in.  ciaiicum 514.  p«, 
egrinum  337. 

Marsdenia  erecta  14a*  ^ 

MarfiUa  quadrifoiia  89»  163« 
3i>4" 

Macricaria  Cbamomilla  368. 
Msdicago  lati?a  8«  130.  ig*« 
157.  a/boroa  81. 109.  iao.  134* 
133.  i$7-  »98.  Jupuiini  36t«  . 
Murex  380.  tornata  380  lad« 
niacaa$o.  radialis  marin« 
515  turbioata  315.  minima 
353  macuiaia  541.  oibicuiaria 
375- 

Mclampyram  arrenfo  79.  361* 

fylvaiicum         ciiitamm  374, 
Afetia  Aaedaracb  139.  330.  396. 
Melica  uniflora-313.  ciliata  3304 

uutana  330  365. 
Meliiotus  crettca  109.  rnellan«** 

Iis  1  §6    italica  15Ö.  169.  a6?* 

34a.  officinalia  15b.  361.  indi« 

ca  333.  coerule«  37a. 
Mcliffa  officinaiia  109.  iaö;  $34. 

154.  361.  altiflima  109, 

ca  514- 

Melhtis  Meliflophyllum  3674 
Memecjlon  tinetorium  319. 
Mcnifpermum  Cocculua  334« 


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410 


Veraeiciwifs 


Mentha  fylvefliU  78.  log.  130» 

152.  267.    fativa  73.  130.  15a. 

a66.     Pulegium  73.  103.  130. 

152.  261*    cer  vina  103»  15a. 

»79     gentilia  i£a.  167.  rubra 

a6i.   aquatlca  266.  rotundifo* 
.  Ii»  266«  309.  viridii  20Ö.  gra- 

cilis  336. 
Menyanthes  trifoliata  63.  173. 
Merulittr:iobk\u%  331. 
Mcrcurialit  annua  87.  161.  268. 

perennia  a6fl.  tomeotofa  531. 
Meßiii  tu  monogyna  38.  taoace- 

tifolia  74.  150..  Aiarolua  74. 

Pyracaoiha  74.  108.  150.  Go- 

toneaßer  74    germanica  150. 

271.   Oxyacaniha  271. 
Meum  Foenicufutn  67.  101.  iafl. 

144.  260     atharnanricum  265. 

Mutellina  agji  366.  faetero- 

phylium  333. 
Michauxta  campanuloidei  355. 
Mieheila  Tfiampaca  16. 
Micropu*  erectua  159.  330. 
Mimo/n  polyacantha  45.  88«  Pu" 

dica  34». 
MtrabilU  dicfaotoma  37a. 
Mnium  rofeum  377. 
Msthringia  mufcoCa  333. 
Mo/uceeJU  laeria  297.  Ipinofa 

3«4. 

Momordica  Elaterium  »3.  to$> 
16t.  223.  268.  Luffa  18*.  Bai- 
(amina  26g.  310. 

Monotropa  Hypopilya  374. 

Montia  fontana  341. 

Moraea  Sifyrincbium  320« 

Morchclla  efeulenta  9«.  331. 

Morus  nigra  R&  13*. 

Afii/n  paradiüaca  69.  »17.  195. 
fapieotum  353. 

MuJJaertda  rroadofa  215. 

Mj  agrum  mgofum  279.  parfo- 


Hat  um  279.  575.  piniculatum 

375   pfrenne  375. 
Myosotis  Lappula  166.  271.  fcor- 

piotdea  260.  palußrii  232. 
Myrica  Gale  170.  310. 
Mj  riophjtlum  verticiliatum  28t. 

33°'  fpicatum  377» 
Myriftica  mofchata.88.  161,225. 

299. 

MjrrhU  odoiaca  66.  144.  508. 

bulbofa  144.  366.  fairiiua  282. 

333.  aurea  313.  aromatica  335. 

Buoium  535.  temula  336. 
Mjrius  commuma  16.  73.  150« 

N. 

Najas  mobofperma  568« 

PiarciJJus  oricntalis  14.  217.  Ta« 
•etta  31  67.  107.  129.  144. 
322.  poettcu»  125.  144.  271« 
ferotinua  123.  322  Jonquilla 
217.  calaihinua  252. 322.  bi- 
/Iorua252.  PieVonarciffua  260», 
minor  322.  ßulbocodium  32a. 
mofchatus  32a.  dubiua  375. 

Nardus  ioritca  Lour.  10.  i%jm 
138-  a»3-  tfncta  51a* 

Neckera  pennata  577. 

!\7c/umhium  ipeciofum  26. 28»  76. 

151-  "8B- 
Neoctia  fpirali«  160.  afia.  repona 

281.  54a. 
Nepvta  Cataria  130.  27a.  nud* 

367.  Scordoiia  169.  358*  tube- 

rofa  279.  326. 
IS  er  i  um  Oleander  13.  14a.  1904 

ai6.  a65.  ialicinum  216. 
Kicotiana  Tabacum  a77.  349« 

Nigelia  fativa  17.  10g.  151«  a66. 
damafcena  266.  arveofi»  266. 
otieotalia  374*  Ivgetalia  a86« 
hifpanica  374. 


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der  Pflanzen -  Namen  nach  dem  Syftem. 

Nyztaiukes  Arbor  triilit  547-  Pfe*         macuUu  fcm- 

Ttymphac*  Lotus  »7.  76.  15t.  buciua  a6g. 

188  5*8-    alb*  7«.  108.  151.  Origanmm  creticura  ig.  7g.  log. 

W  iutaa  -76.  151-  «48-  l53* ,85*        M*ior«0,^e,f  • 

.  7g.  toi.  109.  1a4.163.i85  ao7» 

O.  heratleoticum  78«    163*  *97« 

Oc/m«w  Balilicum  78-  13°.  *54^  .egypriacura  557-  Diciaronua 

.92.  mi.  a6i.  1*7.  Monacho-  78-  «4-  '53-  *«•  »«iß«« 

,  567.  gratiiTimuro  aai.  »og.  130.161»  Onitea  108.15^ 


Gdoniltt*  leouiflima  3°4-  'üte°-  a97-  fy»«um  a79.  514.  M*- 

j«  304.  ru  358- 

Oenanthe  crocat.  196.  5»3 *•<>-  Orniihogalum  villofum  304.  U- 

bulofa  533.  ßiiulof«  196.  peu-  titolium  535-  oarbopenfe  508. 

v   cedaaifolia  3«3.   pimpinelloi-  coniolum  3*3. 

de.  €6.  .07.  «44.  a96.  prolifera  3*5.  puüllum  5*3.  liacbyuU 

357.  PbelUndrium  ,o7.  107-  '45-  W  -45.5* 

O,nor/,era  bienni.  358-  lu"um  *Ä.b,.c.um 

OUa  eorop.e.  9.  34-  58-  fcorpioiH..  198.  per- 

Onouis  Columnae  3o5-  Charte-  pußllu.  333-    compreffu,  t56. 

fi  3«7.  pwg«»  553    rowodi-  *79-  3 «5. 

foli.  3.5  «liquorim  8*  109.  Orthanche  datier  i97-  raeier* 

,56.  315.  Natrix  169.  fp«ora  3i7-  «ryophyllea  79-  »54- 

a£  0/-o*«J  tuberolua  183-  mgerjog. 

Ono^orrfo»  rotunditolium  ago.  lucaui  37$-    vernua  15b.  1*3. 

illyricum  180.   Acamhium  81.  3°5  canefeen*  3b7. 

t57.^3«o.    .r.bicum,58.  Ortegta  ™P™*  *»' 

Vnofma   echio.dea    t39-   »95.  Oryza  (ante  69.  1.46-  «83. 

fimplictßima  357.  Ofmunda  ragalu  a7a. 

Ophiogloffum    vulg.com    «70.  ^  vulg.n,  «6. 

..1  0//r«  alba  3*6. 

Ophiorrhiza  Mungo,  at*.  ^teta   l6*  AertoWla 

Ophioxfion  terpentinum  547-  *6t. 

tyftjy*  Monorchis  S«&  ertmfa-  OxytropU  pilola  375- 

ra3i6.  apifera3t6.  *lpina376.  ■     ■  ' 

Ferrum  eqttinum  »15.  rnyode.  * 

^        ^  Paeonia  ofiBcinalia    leg.  *$u 

OrcM«  corioftora  198.    nigra  a48-  cor.lliua  15«.  3*4-  Hunrt- 

aqq.  antbropopbofa  399.  306.  H.  3>4« 

^«iegata  316.  glebof.  334-  Fencra^itm  maruimuni  67.  dH- 

tidie  376.  Morio  84-  t*°-  .€ö.  illyricum  a96.  amoeou*  3*3. 

aa3.  a68«  pyramidaJU  160.  a68-  Pandan**  odorauflimua  37.  88- 

tepbtosanihaa.5p6.     militaria  i85  *»4»  34S- 
aöa.  3t6.  mwcula  a6a.  cono-  Pa/i*c«m  italicum  60.  117.  "öb. 

27 


1 


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41*  Verzeichnis 


175-  »77»  *64«    imliaceum  &k  Phafraluj    vulgarta    go.  ioi* 

*37-    16&  127.  164.   Dactylon  136.  m  267.  Mungo 

lfifi.  jao.     verticillatum  iß6,  332,  547.  multiÖoru»  32a, 

afi£-  4anguioale  Sao.    viride  Philadelphia    coronarius  u£. 

534-  Crua  Galli  571-        ♦  315. 

Papaver   fomoUerum   38-    *»3i  Phillyrea   anguftifolia  ££.  294. 

150  Khoeaa  75-  «oft.  2&L1  du-  faüfolia        137^  394. 

bium  t£o  hybrid  um  151.  Ar-  Phleum  Böhmeri  x^li  Mlcaelii 

gomone   i^i.  314.     alpintim  377.  pratanle  371. 

574.  eimbrirum  374.  Phlomis  famia  l£3i  lunarifoii« 

Parietaria  officinalia  lofL  *38-  AA3  Lychnitii  143.  303.  f/uti- 

aöÄ  coia  153.  397   üerbafeati  379. 

quadrifoiia  263%  ^  31 4.  italica  514. 

Parmelia,  iubaia          pulmane-  Phoenix  dactyiifera  afi.  40.  gg. 

cea  »68-  lurifoirais  30!.  fhncogroftu  maior  40.  34. 

Parnaß,*  palulhis  144.  Phyllanihus  Eroblica,  1^.  aa3. 

Pafferina  iuniperifolia  3i4»   po-  ajf,4 

Jyaalaeiotia  524     hirfuta  324.  PhjfalU  lomnifera  63.  io&  i4ol 

Pajfijlora  iorarnata  Alkekeqgi  140.  a48-  acgulate 

PoJ  inaca  Opopaoax          107.  341 

i>8  »45  »95-  Catita  iai  Lfia*  /^j/oy>a^m«m  cornmutatum  £13. 

»o^  «38   143  36i,  lucidai43.  Phyteuma  rpicatum  271.  hemi- 

Secacul  217   2^0.  5ü-  fpbaericum  282.  comofum  300. 

Paveua  indica  548,  pinnaium   501,  pauciüorum 

feäicularis  fylvatica  272.    folio-  gGö.  orbiculare  3o3> 

fa  273  incarnata  273    fafvieu  P/crir  bicracioidea  ga. 

lata  309  afparagoidea  327.  ro-  fimpinella  magoa  265.  nigra 

ßrata  312.  263.  Saxifraga  263.  dioicaJi3. 

Peganum    Harmala    149.   221.  diifacta  321.  leftetum  336. 

*97«  Pinguicula  alpina  319.  vulgarii 

Peharia  «Dia cea  $27.  giq 

Peltidea  canina  lül*  Pinns  Cedrua  20,  86.   Pinea  39. 

Periploca  praeoa  295.  gb  ra^.  Abiea  30.  39.  g6.  132^ 

Peucedanum  officinale  65.  102.  Larix  39.  g6.  132.  268  orien- 

»4a«  264.  arenaxium  322.  00-  raits  56.  2 $5.   picea  g(i  ia£. 

dofum  352.  *3i  aiS    maritima  86,  299, 

petita  Auricttta  331.          ,  :  haJepenfi»  gt>  123.  299.  lylva- 

Phaca  baetica  528-  Jbia  ua    Cembra  1*70.  223, 

fhalangium,  ramofam  173.  Li-  299.  Mughas  399  Pumiiio 53r. 

liago  373.  Piper  longum  28  58.  213.  ,ni. 

fkalarit  equatica  138.  canarien-  grum  58.«  L52*  »S8«  »9°. 

fia  1194.  270   arundioace«  285.  Betle  212.  333.  294.  Guben* 

Phallus  irßpudicui  33 \.  212, 


■ 


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- 

* 

derPfl.Men.JJ.m«.nachde«Syftem.  4JJ, 

Terebiorhu..*,.  87-  «»6.  .35.      336.         ^  ^ 

16..  «99.  Leotifcu,  ,4.87.  ,35.  Pofrcdium  vu!g„e  89.  .6a. 

101.  reticulata  3.6.  .      ;     öy    1  • 

*y«  lau™» *.v och„.  ,      „:; ;,Tm  K- 

«r  ,UB       «»«»nie  554,  quercnolium  331, 

^«/flö.o  m„or  65.  a48.   Coro-  />o,«/«,  aJb.  a9  g7.  Ia6  *!' 

i.nm  ,39.   ,64..  c,.ff.   ,6c  p#rtI)ca  „ 

Sl»  ol.r.l  ,6.  ,9.  „9. 

«öl«.  a7o.  oam,ni,  a77.  Bei-      149.  a6i.  ^  9 

5»o.  „e,ic.  3ao  3  f7       °fu*  277>  5l°-  P"fo,i- 

«rfJK.  M  ^  „  ,81'  »*  "™P'^« 

344  »*•  39-  85-      a77.  fe„.,ui         h«t«o,.  y|. 

»«i^  e«op.„  ,39.  l6?.  ;^^.p^c,il",u*57,• 

Si«     n'icn.  «,!  •  *?'■  "e"  l6*-  Anrwi"  »6,. 

I :  £z ;  r  SÄ*?  5* inclin-  «•  »I 

u 1 37,.  ww.  57I.  Uu>aMf  medu  3?4  CÄülef;e3^7;— 

Pol™*»*  .  .JW/*i»  fpinofum  a4.  ,6,.  ,73. 

™«no«/»m  coerolwm  140.  356  Sanguiforba  ab8. 

JÄ-f?  JUuC,0ft  *r^«"*«  P^Pure.  a«a.  vimi- 

roUinia  diüacbjt  57I.  Gryllm      nea  305.  liieracifoJia  305.  mtt- 
57  *•  fali«  333. 

Pofycarpon  tetraphyllom  33a.  Primula  vulgaris  166.  ieri,  2Stm 
Polycncmum  arrenfe  335.  *6°'  e,Älio'  ^6o.  Auricula  »77i 

«  567.  ♦olg.ria  a7a.    Miof  »77- -Stf. 


7  ^»^»77,3»..  P.liouri3o3. 

».»                  .  .  Columna»  305. 

roijrgonum  n.numnm  7t.  3,4.  JV0,„,  n,rrifoij,  - 

-47.  »85.  Hydcopip,,  ,47-  «or.  5a7.  .fb.  3^  ^ 

■  ■ 


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4H 


Vereeichnir* 


Lrtiacwafai  554-  lempwOo- 

«0.567.  Ch.m.ee.r.ro.  .0».  RadloU  M.!leBr««.«  5»5- 

,6».  '-,7.  An—Ue.        .5«.  poly.nth«»«  .69. 

M.h.leb  .68.«.-  rPi»oha66.  »66.  lb6' 


lufitanica  197» 
rfidium  pomiferum  551. 
Pforalca  bituminofa   109.  i3r- 

126.  398«  americana  315. 
Pteris  acjuüina  89.  268-  cretica 

89.  a8i.   enfifolia  359» 
Pteroearptu  fantalinus  19.  22a. 

*53-  _ 
Pulmonaria  ©fficinaha  166. 277. 

luFfruticofa  37a. 
Punica  Granatum  16.  119.  »5©« 
Pyrethrum  Partbentum  109.  a6a. 

inodorum  268-  maritimum  280. 

corymbofum  280.  alpinum33o- 

Halleri  37*- 
Pjrrola  rotundifolia  261.  fecun- 
da$a4.    umbellata  324.  tini- 

flora  3*4- 
Pyrus  Cydonia  16.  3°«  74*  11 7» 
ia3.  130.  a66.  communis 


•«18266.  fcelaratut»  266.  plan- 
tagineus  367.    pyrenaeua  367. 
buibofus   a66.     Lingua  271. 
arvenGs  373.    Flammüia  373. 
falcatua  279   3»4-  acontliio- 
lius  282.  hiifutus  297.  Gouani 
297.  lanuginolus  374.  «5**  ro* 
taefoiiua  301.    Ulyrieus  301. 
326.    diafecrua  MB.  367.  thae- 
rophyllus  3°4-   parwilua  304. 
•mplexicaulia  5*6-  bullatua 
526.    alpeltria  326.  rauricatut 
15a.  326.  358.  hedfrar«?n«533. 
ptatanifoliu«    333  glacialia 
567.    montanus  367.  Frcin* 
77.  15a.  »48-  Thofa  77.  169. 
297.  creticua  ?34«  3-*6.  afiati» 
cut  152-  aquatilia  152. 
fla^AaniwRaphaniftrum  261.  fa- 

tivui  79.  i3l-  *^7» 


/„'  ia9.  ,50.    Poilveria   Reaumuria  veranicülatt  3*5- 
567  dio'ica  367.  Malus  38-  74-   M***  ptarpuralcens  3»5-  ^u- 
,30.  150.  Ari.  74.  27«.  Arne-      tepla  123.  a7i.  Pbyteuma  149. 
lanchier  74-  Z*$-    domeftica      278.  3«4; 
(Sorbu.)74.  117.  «9  »5o. Magmdtoim*  eduha  13».  3**. 
cretica  74.   358-    torminalia   Rhamnu*  catha«iwir-a«h .  Fta*- 
167.  271.   aucupaiia  (Sorbu.)      gula  271.  lycioidea  3*«. 

.»na  37I*    AAatermta  64.  i*7« 
167.  .311.  infectotiua  64.  iA0m 
@.  •»  «167.  277.  olcoides  64.  140.  *** 

(QuercuslUx  2«.  39-  84-   «'9-      xaiili.  .06  .40. 

125.  Aegilop.  2«.  85-  coccife-   Rheum  Khapooticum  tfe 

xa  2«.  85-  33o.  Efculus  39-  85-      «94-  P^atum  2.9.  23^  R»- 

bumilia  85-  33o.  Tournefortii      bea  219.  355- 

85.    f.ginea  85-    Suber   85-   Rhinanthus  Elephas3o4.  Trixav 

PfcudQfub'er8"5  »99  »nfectoria      go  304. 

g5.  Cerris  85-  "9-  Robur  125.   Rhtzoholus  butyro  us  3*6. 

auftriaca  3$o.    iuüianica  33o.   Rhizophora  Mangle  349- 

pubefecna  331.  falicifolia  35«.   Rhododendron  ferrugineum  278. 


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der  Pflanzen -Namen  nach  dem  Syftem,  415 


tjirfutum  314.    Cbarnaecißua   Ruta  angnftitolia  509.  335.  gra- 

524.  veolent  71.  108.  n«.  14&  a6i. 

Rhu*  typriina  57S    gl«»'«  373.      rnomana  148.  271.  324. 
>  Coriaria   67.   tag.  144«   ' 83«;  Rynckafpora  alba  335. 

Coünufl  167. 
JW«  Uva  crilpa  a65-  Groflula- 

ria  »71.  rubrum  271.   alpioum   Saccharum  cylindricum  62.  332. 

37a.  oigrum  167.  Ravennae    138-  officinarum 

Ricinus  communia  22.  87-  109-      *85«  »»3-  aao. 

161.  a68. 
Roccella  tioctorU  89-  l05*  301- 

344- 

Roja.  villofa  168.  tomentofa  367- 

rui>igin«la  336.  provincialia 

168.  fpinoGQiroa  168-  3»5«  a» 

venüa   275.    canioa  75.  13°. 

fempervirens  75.  130.  150.  325. 

damalceoa  ta3.  168.  gallica 

168.  «Iba  168.  pumila  367. 
Rosmarin«*  officinalia  laa.  127t 

137.  192.  ati4> 
Rubia  lucida  63.  tinctorura  139. 

264* 

Rubtis  faxatilii  28a.  Chamaemo- 


Sareoßemma  viminale  ai6. 
Sagiuaria  fagittasfolia  274. 
Salix  babylonita  25.  18$.  224. 
356.  lubferrata  25.  224.  alba 
87.  AmmaDoiaoa  368.  arbmi- 
iolia  368  nminalis  87-  Helix 
87  ia6.  133.  *<>8«  caprea  126. 
reitculata  369.  viieüioa  126, 
133  a68.  argentea  126.  pr«a- 
cox  133.  aegypiiaca  i85  224. 
356.  fufca  310.  auriia  336. 
acumuiata  336.  rubra  ab8« 
harbacea  377.  retufa  377. 

i  13.    Tragua  142. 


Saljola 
295.  falfa  142.  Sofia  295. 
rua  325.  faoctua  17    ffucico-   Salvia  craüca  $8-    triloba  58» 
i*ua  38»  75»  123.150.260.  idae-      319.  Hormmum  59   106.  i37« 

294.  officioälia  106.  264.  Aa- 
thiopia  137.  argaotea  137. 
haemaiodea  aia.  Verbenaca 
260.  319.  pomifera  354.  gluti- 
nofa  311.  519.  aullriaca  319« 
verticillata  319.  Sclarea  264* 
pratenfia  264.  ceratophylia  276. 
calycina  276.  bilpanica  284* 
fyriaca  570  grandiflora  370. 


na  75.  150.  27  t.  caefijia  75* 
108. 

Rudbekia  laciniata  376. 

Rumex  Aceiol*?lla  27r.  veuca- 
rius  3/3*  ciilpua  282.  tingita- 
nua373*  hucepbalophorus304* 
digynus  575«  Ccuiatua  509  fpi- 
nolus  373.  tuberofui  309.  pul- 
cher  3^6.  L»u Daria  566.  aculea- 


tua  573.   Acetofa  69.  107.  1294  Salvinia  oatans  377. 

146.  248    acutua  146.  obtufi-  Sambuau  nigra  67.  M4-  Ebulm 

foliu*  146.    Patientia  69.  »46.  67-  "*3-  «8-  i44-  »48-  '««* 

260.  aüaticus  103.  146.  »ofa  271. 

Ruppia  maritima  536.  372.  Samolus  Valeraodi  167.  312. 

JU/c«*aculeatua*8. 120. 133  161.  Sangniforba  oßicioaüa  106.  15g* 

Hypopbyllum  88*          Hypo-  182. 

gloffum  ifa»  272.  racemoTua  ißt.  SanUula  «uropaea  24$« 


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,416 


Verzeichnis 


Santo  Ii  na  Cbatoaecypariflua  gj.  Scilla  maritima  19.  68.  wj.  1*3. 


15g.  maritima  i$g.  293.  rot- 
marin ifolia  329.  fquarrofa  280. 

'Sag. 

Saponaria  ofEcinalia    21i  y29* 
149.  afck>.  ocitnoides  149-  396. 


i?9»  »45  af>£.  hyacintboidea 
t>8  a?8-  3a3»  b ifolia  afiö,  uoi- 
folia  366.  Liüohyacinthut  313. 
italica  333.  peruviana  323-  ver« 
na  323.  arnoena  265. 


cretica  358.  Vaccaria  1 49 .'  iög.    Scirptu  mtfritimus  3^.  612*  Holo- 


3-^.  beilidilolia  304. 
Sarcrjiemma  virninale  356. 
Sarraccnia  purpurea  325.  flava 

Satnreta  capitata  7Z:  **4»  LSPj* 
15a.  297.  Tnyrabra  2I1  IQ8- 
L51 


fchoenui  55  155.  571.  rhucro- 
natua  35.  bo  1 58»  paluftria  55. 
565.  fyivaticus  365.  Tabernae- 
montani  a8*3.  caelpitofua  371. 
acicularis  371.  lacaflrii  371. 
triqueter  371.  fluitana  371. 
hortend  130.  aüfL  grae-   Scleranthus   annuus    i85-  386"» 


ci  358»  iuliaoa 
montana  39$. 


15a.  297. 


Saxifraga  media  i4ft.  Hirculus 
148»  314.  granulata  261.  an* 
drofaca  504.     bryoidca  304. 

bulbifera  304.  Burferiaoa  314.    Scörpinrus  fulcata  309. 
caeüa  314    aizoides  344    Ai-    Scorzonera   tuberofa    13.  556. 


polycarpoa  3°4- 
Scolopendtium  ofiicinale  89.  tfo* 
ihz.  afia*    Hemioniria  89-  162. 
Seofymtu  hifpanicirt   ga.  157. 
a8o.  329  maculatua  319. 


toon  3£3  333.  autürpoalia  17$. 
caefpitofa  278.  374  tridacty- 
lites  aga.  CoiyJedon  296.  574. 
adfcendena  300.   Ponae  500. 


elongata  157.  hrrfuta  505.  hu* 
miiia  329.  porpurea  329.  ro- 
fea  Sag  orientalia  280.  glafli- 
folia  285  298-  hifpanica  29g. 


Itellaris  3#n  cuneifolia  3tU>,  Strojularia  lucida  154  279t  per« 
mofchata  366.  afpera  3'j6.  op-      egrina  154.  342.  tanacetifolia 


po&tifolia  374.  perraea  374. 
Scabiofa  Columbaria  aJbo.  28-» 
palaeiiina  303.  crenata  303. 
alptna  3t 2.  fylvatica  3ao.  itel- 
lata  320.  atropurpurea  320.  ar- 
▼enfis  264.  28a.    Succifa  264. 


527.  (ambucifolia  353  vernalia 
327.  375.  nodbfa  261.  aqoati- 
ca  2j>2  canitia  279  314. 
Scutellatia  Columnae  504.  mi- 
nor 55b.  gaJericulata  asa.  Alpi- 
na 374.  albida  367. 


integrifolia  377.  liroooifotia  Seeale  viilofum  fia.  cereale  166. 
357.  prolifera  177.     gramini-    Secamone  aegyptiaca  556. 


folia  372. 
Scandlx  Pectefl  167.  außralia 
*.         359»  pianatißda  3?g. 
Scheuchzera  palultris  3734 
Schinus  Molle  331. 
Sc  ho enus  Mar ilcua  60.  138.  ni- 

gricana  60.  158.  mucronatut 

3t  !■  370* 


Sedum  Anacampleroa  46.  52*4. 
Ochroleucum  7a.  i<»9-  Rbodlo- 
la  103.  t/|9.  aüE.  Cepaea  149. 
296.  acre  149  2Ü£L  Telepbium 
aÜJL.  iiellatum  504.  collinurü 
3a4.  virelccoa  324.  villofurtl 
324-  Halypriyllum  333.  296. 
tupetireaoö.  reflexum  355.  ai« 


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der  Pflanzen- Namen  nach  dem  Syftwn.  ajijf 


.  bnm  266,  arratum  574.  laaait- 

Je  567. 

Sctinutn  Oreofelinum  ^56.  i43- 
365.  308«  Anerbum66.  außria* 
cum  3aa»  p*l  ultra  373*  rabJen- 
f«  300. 

Seiltet  arpus  Aaacerdium  173.  217. 
Setnprrvivutn  tenuifoliurn  Sibih. 
75.   .arboreum  150.  391.  296. 

trrtorüm  206. 

Scnecip  vuiga/i*  83*  !5!>  3^3» 
ari*>mifiaeiolius  516.  abtotani- 
ioiiua  329.  alpinut  32p.  aqua« 


Mufcipula  304.  polyphylla  334. 

tridentata  324«  Armaria  524. 
.   alpeftris  334*  Pumilio  524* 

peftria  3"4'  fiuücofa  342.  no- 

ctiQora  54**  Beben  261«  catbo- 
*,  lica  (CucubaJua)  27g»  Otitet 

28.2.   Sa  xifraga  396. 
Sinapis  nigra  79.  13t.  155.  alba 

109  131.  267.  axveolia  155.267. 
Sirium  myrüfoJium  214. 
Sifon  Aoifum  10$.  12g.  444.  260. 

Podagraria  10 1.  271«  verücil* 

latus  333«   Amomum  265* 


ticus  3^8-  Dofonicum  330.  Ia-   StJjm6riumNaiiurtiuTn  151.155. 


cobaca  aca.    iartacenicua  afjfl. 
a83«  .  nemoreoii»  3^A  Doria 
ago.  carnioiicua  280.  3*9«  pa- 
]u dein« .283*  incanua  3°>»  vi- 
(rofus.3iO.  iinitoliua  576. 
Serapias  Lingua  ibo.  ^otou 
Surratula  dttb*«  3 1 5*  diseolor 
329.'  tinctoria   283*  aiborea 
553.  alpina 
Sejarnum.  Orientale  79.  130. 1 83- 
Sefeli  lortuofurn   67.    144.  513. 
caefpitofum  Sibth.   101.  -107. 
alaturc  144.  glaucuon  144.  315. 


»83«  s»48  polycefatam  155. 
297.  Sophia  361,  IM0305.  Co- 
lumnae  305.  terjuitoiium  267. 
fylvettre  267.  LöteJii  267.  Bar- 
barea  272.  Timineum  279.  Itri« 
ctilütnum  297.  342.  terreltre 
375«  amphibium  375.  areno- 
furn  375.  afperum  375.  obtui« 
angulum  3^7* 
Siurn  nodiflorum  105.  Sifarum 
12g.  265.  anguUifoliujn  144, 
265.  ferulaceum  144«  Bulboca- 
ßanuni  3l3* 


'  S35*   3f'°*     Hippomaaathrum  Smilax  afpera  87*  36g.  nigra 

322.  306.  gracilc  333.  annuum  531.   Pfeudochina ,551.  Chi- 

282.  Ammoidea  295.  pyrenae-  na  347.  353.  Saifaparila  299. 

•   «nr  375.  353- 

Setleria  coerulea  371.  echinata  Smjrnium  Olui  atrurn  66.  107. 


37'< 


Sherardia  erecta  303-  arvenGs 
5.« 

Slbbaldi*  procura beni  37$ 
8id<i  indica  34a. 
Slderitis  rnomana  304.  romana 

567.  lyriaca  397.  feordioidea 

5*4.  birfuta  326.  fayffopifolia 

5afck  .1  ' 

Silene  inflata  149.  conoidea  514. 
.    oiamiroi   314.      conica  324.  .Solidago  m 

Gefch.  d.  Botanik,  1.B4 


128.  143.  265.  pe/foliatum  106". 
107.  143.296.  Diofcoridis3o4. 
Solanum  fanctum  ra.  215.  355. 
infanum64-  103.  106.  140.371. 
nigrum  140.  260.  aetbiopicum 

215.  Melorigena  215. 355  *>ul- 
camara  248.    tuberofura  521. 
351. 35a.  PfeudoeapCcuro  277. 
SoldaneUa  alpina  321. 
na  521. 

376. 

*8 


418 


Verzeichnifs 


Sonckus  mtrtümus  8«.  37&  5*©-  pennata  510.  capilJata 

raceus  157.  308.  uliginofaa  3*9.  385» 

picroide«  553.     arvenüa  s6g.  Slratiotes  alotdes  51«, 

diebotomua  a8®.  alpinue  285«  Strychnos  cplubrinu»  «5.  &7J 
coeruleuf  345.  teneriimus  376.      Nux  vomica  215  347. 

Sorghum,  faccharatum  f.  vulgare  Styrax  otficinalei5  71. 148.396. 

10  61.  185-  »85«  214.  264.  Suffrent*  filiformi*  311« 

S partium  Scorpiua  80.  156.  318*  Stvertia  pereooif  277« 

vi  Hof  um  8«.  156.  borridam  Symp/iytum  officinaie  1S9.  a€o< 
114.  156.  358^   monofpermum      tuberofum  51a. 

124«  purgaoe  367.  radiatum  Syringa  vulgarie  394.  perüca 
124.  3°5-    iwncaun»  156.  233.      357.  57°« 


fpinofum  313.  293.  fpbaero- 
carpon  308.    fcoparium  267« 
multißorum  335. 
Spergula  nodofa  374« 
Sphaeria  raoriformis  89« 
Spinacia  oleracea  224*  268* 
Spiraea  falicilolia  74*  3*5« 
marta  168«    l'ilipeodula  231« 
366.  Aruncui  26Ö.  byporicifo- 

1«*  374« 
Sportdiät  Mombin  35** 


t. 

Tagetes  patula  159, 
Tamarindus  indica  194*  *3f» 
Tamartx  articolata  Vahl.  i3' 
3 »7.  gallica  36«         **5»  ia8« 
144*  orientalia  317.  germani- 
ca 365. 

Tamus  communis  87«  "09.  133* 
161* 

Ta  nocet  um  vulgare  231 .  anniram 
Stachys  palaaftina  1 53.  ghitinola  329, 

153.  alpina  153.  fylvaxica  373.    Taxus  baccata  88*  161« 
336.  palußris  536.   recta  266.    Tecsdalia  nudicaulie  336t* 
germanica  366.  birca  379.  326.    Telephium  Imperaii  301.  322* 
oretica  374.  arveoüs  374.  Ipi-    Tenori*  jnuicoia  395.  pyrenaaa 
nofa  359.  366. 
Staehelina  Chamaepeuee   158.   Terminalia  Chebuia  330.  236, 
fruueofa  3i5-  347-  Benzoin347.  Varaix  »36. 

.  Staphylea  pinnata  167.  271.  lÄtifolU  35°*  . 

.     ,  ..  ,        Tetracera  potatoria  134. 

Statice  oleaeloha  313.  rericulata 


278-  finuata  355.  Limonium 
296.  cordata  373.  minuu  373. 
Echioua  357. 

Stellaria  nemorim  '49*  media 
348*  Holoftea  266.  uliginofa 
385-  graminea  371. 

Stellera  Pafferina  37 r. 
Sternbergla  colchieifiora  523. 
Siipa  tenaciüim«  63.  iao.  166, 


eucrium  Polimn  77.  108.  tßM* 
Chamaedrys  77.  152.  266.  Ma- 
rum  105.  152.  367.  ftavum  152. 
366.  Pieudo-Ghamaepitys  153* 
Scordium  153.  3Ö&  lucidum 
152.  craticaro  358-  »ontanum 
152.  397.  336.  Pfeudobyflopua 
152.  304.  Scorodooia  169.  279. 
Bocrya  266.  Acbaemenis  279. 
capiutum  297.  lupin  um  300. 

1  •  *  1  i  .... 


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der  Pflanzen .  Narten  nach  dem  Syrtcin.  419 

faupbalodaa  309.  3*6.   fruti-  Tordylium   officinaU  65. 

c.o.  5>ö.  rpinofum  374-  ÄPulom  5°4*  fyrU" 

[Thalictrum  minua  273.    *0««-  eum  5°8- 

dum  279.  574.  tuberolum  «79.  Toriiis  Aotbrilcua  a73-  3»3.  »°- 

B.vum  379.  •nguUifoliuin  574.  *oU'*&.  366.    balvauca  295. 

[Thapfia  foetida  66.  5»-  «"g*  Tormentilla  arecta  a6i. 

■ica  66.  104.  «07.  5oo.  Sei.  Tozzia  alpin*  306; 

36H.  Alclepiu»  »43.  *87.  3o4.  Tradefcantia  virgimca  373- 

Tillofa  308.  JtV«ftem  peraartnum  144.  Co- 

Thea  Bohea  ao6  lumnao  144.  5°4* 

\rkely**num   Cynocramba    84-  Tragopogon  crocifolioa  ga.  1 57- 

1DI   377*  „        .  ■• 

iTWroma  Cacao  35l  366.  onentah.  34* 

Theßum  Linopbyllum  167.  aga.  Trapa  natans  63.  i3fr 

  _  —  o   I  «Iii« 


IVianfA«?"»«  fruücofum  149.  pen- 

tandrum  278* 
Tribulus  terrettria  71«  ,a3«  »49- 


{Thlafpi  Buxfa  166-  a6t.  •M*- 
ceum  367.  «»vanfe  267.  perc- 
|rtioum3b7.  campeRrea7a.  Ta- 
xatile  aQ7.  305.    perfoliatum    Trichoftomum  encoidea  377 

3*7-  alpeßie    Trientali*  europaea  aga. 


1.  t 


Trifolium  arvenfo  i57-  »67.  by- 
bridum  a6i.    carapeftre  167. 
montanum  267.  3»g-  itellatum 
ago.    tomontolum  ago»  568» 
ajpinum  301.    ag*arium  5»<*- 
angunüolium  3<5-  clypeatum 
55g.   uaiQorum  35g.  «lpeft» 
3a8.  fragilerum  3»8-  fq««"0' 
ium  3ag.  reIupioatum539.368. 
maritimum  336.  filiforme  336. 
creticum  575-    Cherl«i  375- 
laxaiile  375.  fcabrom  375«  lp*- 
worum  375.  37* 
larointna    \y:).    *<.>-.     iu^c-       lappaceum  375«  _    •  • 

leoaSibth.  ,63.   Acioo.  .53-    T^/ocÄi«  paluftre  a7«.  »«- 
»67.  alpiiiua3a7.  pannonicua       mura  3i4- 
^  Marfchalliaou.  W.  Trigonclla  Foenum  gr.acum ig«. 

SM*  platypbylla  76.  iaS.  n»«o-  ,    13*  »8«.  a67.  elatior  «57-  3»$- 
pbyUa  J  U  alb-  76.  b-o(a  357-    P*J~  >8<>. 

Tiltandfta  utriculata  3 ■  3-     »  *98<    corniculata  310. 

ToÄr/i/.a  paluOro  a7g.    calycn-    3Vi///«m  crectum  573. 

Uta  323.  ^ic"ro  SPcllÄ  ,0„  3  2' 

To/p/,  barbau  5o6.       .  -SB-  *77-  aettivum .  «0.  55- 

Toirttera  ataiiainuro  55'-  35*        Co.  117-  a64-  monoco 

20 


375. 

\Thrinax  fpiuofa  35'- 

hirr.  ago.  305. 

39.  «6.  «55-  oc- 
cidtmalia  3«Hv 
mjtnbra  fpicata  aai.  179-  vw* 

ticillau  aai. 
Shymu*  Nepeta  77.  incanua 
Sibih.  77.  109.  153.  Tragori- 
ganum  109.  i53  »97-  Zygia 
109.  iS3-  3»7.  Mafticbina  «4. 
509.  Serpyllum  124.  130.  i53. 
a6i.   vulgaria  124.  130  Ca- 

laroiniha    153.    267.  >**eO- 


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420  Verseichmli 

6t.  458*  173-  264.  Zea  36.  €0.  Salitinea  123.  Diofeotidif  157, 
137  »58»  «77«  364.  repena  6a.  offiinalii  »64.  Pba  364  <ü- 
57a.  hybernum  264*  iunceum  oica  370.  385.  anguftitotia  2-77. 
3176.  lotiaceum  365.  rigidum  italica  301.  rubra  30&.  Tri« 
371.  pin  natura  572.  pterts  370.  montana  370. 

Tro Iii us  -europaeut  397.  Velezia  rigida  3*?2.  - 

Tropaeo/um  rnaius  und  miaut  ,  fe//a  Pleudocytifat  314»  ansua 

553.  5*7* 

Tuber  cibarsum  90.  f^erairum  album  69«  »47*  n>" 
Tubularia   Acetabulura    Caral.       grum  133. 

163.  Verbu/cnm  Tfaaplna  .  4a  140. 
Tutipa  Clufiana  145.  333.  Ges.      a6o.   plicatum  140.  virgatum 

neriana  .378.     fylveßris   308.       31a.  linuatum  140. 295^  Lycli:- 

fuaveoleoa  315.  nitia  140.  364«  ferrueiheum 

Turriiit  jrlabra  353.  birluta  375.  140.  nigrum  364.  BlatiarU 
&uffUa;ro  Farfara  159.  169  368.      »64.   pulferulantum  395.  My-~ 

Porafifes    159.    36g.    diacolor       coni  332. 

a8a  349.  alba  343.  alpina  398.  Verbena  (upina  105.  109.  153. 
typha   latifolia  84-   125     160.       officinalia  1 34.  15a.  »48« 

anguftifolia  368.  minor  316.  Vcronica  pmiuaia  aöo.  Charoae- 
*  drys  260.  311.  Ana^allia.  3Ö0« 

V*  a84    aulfnaca  365.  ofiicinatti 

UieJt  nanut  ago.  europaeut  309.  »64.  Betcabunga  2*4.  Teu- 
«y/m<#3rcampellria  57.  65.  t38.  e(-      crium  af)4-    aarrHU»  364.  384« 

fufa  138.  beliidioidea  376  3?o*  petegri- 

Viva  Lactaca  89.  317.  intefiina-       na  376.  tiiphylia  37b.  ipicata 

üa  301.  plicata  343.  umbilica-      376.     hederaefolia  376.  384- 

Ii»  317.  Pavonia  377.  verna  381.   arvenfia  384- 

ürtica  urena  109.  160.  a6a.    ba-       tili«  300.  montana  503.  Ioogi- 

learica  368-  dioica  160.36a.  3<>8-  3"-  maritrma  508- 

üfn*a  Borida  89.  ferpyHifolia    3<*B.  fcuteltata 

-UiricuUria  vulgaris  311.  5«--37°-  urticaelolra/533.  ipu- 

Uvularia  amplexifolia  145.  361.       *»*  3'9-    alpina  319,  apitylla 

perfoliata  373.  5»9  latifolia  319.  dcntata  319. 

Vtficaria  fiouat*  337. 

y>  Viburnum  Lantaaa  67.  -1 35.  TU 
yaccinium  Arctoftapbylof   173.       nua  167.   Opulna  37a.  «96. 

Myrtillua  371.  Oxycocco*  273.  Vicia  Faha  19  39»  rSi..3i»7.  fa- 
yalantia  Aparine  264.   Hifpida       tiva  131.  267.  fepinan  267.  1"- 

303.  glabra  373.  tea  38o.   angulUrolia  $67-  dn- 

yaleriana   Jatamtnü  Jonet  9.       metorum  385«  platyttrpoa  367. 

cehica  106.  123.  127.  137. 165.      narbonenlia    5<>9*  piii'ormia 

294.    tuberofa  106.  137.  165.      32g.   oroboidet  318-  onobijr- 


^ 

« 


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der  Pflanzen -Namen  nach  dem  Syftem.  421 


- 


eli  Seide«.  575. 

pannonica  3a8.  X^loma  pezizoides  90. 
Wnca  maior  14a.  34$.  minor 

14a.  a4«.  y. 

Viola  odorata  3a.  36.  £4.  14a.  Yucca  Gloriole!  313.  Draconia 

360   palußrisaoo.  tricoloraöo,  ,     3*3.  » 
grandißora^ai.    biflora  321. 

calearata  53*-  pionata  $»1.  #n 

yifcum  aibum  87«  368«    Oxyce-  Zacyniha  rerrueofa  398- 

dri  331.                \  Zamia  furfuracea  3^3. 

Vitex  Agnus  38.  79    ,09-  *S4-  Zannichellia  palu/tris  376. 

trifoiia  169*  Negiindo  347.    .  Zingiber    officinale  ui? 

Vitts  vinifer*  ta.  37.  64.  indica  Zerumbet  137.  an. 

35»«                                       |  Zizyphus  Paliurua   1a.  64.  107. 

H3-I38  >4°-  aiü.  Spina  Chri- 

^  Iii  13.  316.  356.  Lotut  36,  64. 

JVulffenia  Buonarota  300.  133.  ia8-  .140.  ai6.  vulgaxic 

i  107.  157.  ai6.   Jujuba  114. 

^                     (  Zoegea  Leptaurea  ago. 

Xanthium  flruroarium  160.  363.  Zojiera    marina  4o;  84- 

Xeranthemum  annuum  133*  39 j.  a8i. 

Orientale  380.  316.  Zygophyllum  Fabago  330.  355-  • 


1 

- 

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r  m 

• 

Ve^zeich  nif  s 

der    Schriftf  teile  r. 

'Abdollarif  «o. 

J.  BaiTut  112, 

Abu  '1  Padli  aogi 

* 

Batuta  307. 

Abu  '1  Fed*  ao6. 

C.  Baun  in  360  —  377. 

Abu  M*rig  aog. 

J.  Bduhin  3t>A  —  ^60. 

Abu  Saher  203» 

Ebn  Beitar  no. 

Abu  Seid  205. 

Hon.  Belli  3^0. 

Albertus  M.  3^4* 

P    Belon  ^4. 

Ui   Aldrovandi  ^78. 

H  Rpnroni 

4.J1     a_#  cm  v ü  1    j  j •*»# 

Alexias  50. 

A.  M.  Braflavola  ailT^ 

Ali  Ahbas  ?.  OQ» 

• 

H    Braun Icnweifi  iAt* 

P  Alßini  <CA&  —  34Q. 

O    Brunlela    462 

Ehn  Aivaxdi  ao6. 

J    Hurfer  ^60. 

l?b  n  A 1  w  a  in  2  1 0. 

Amatus  Lufitanus  ^*,6* 

Ameriai    MareuO  IIS. 

T    ^imarariitl  StAT» 

Anacreon  EVhizoL  43. 

V-*«  III  UrrlUJ  -Äijy'» 

Anaxa^oras  Aii. 

Andreas  Pihiaot.  1 10. 

Pü(Ti«nii«  RaffuS  101. 

Androtion  Rbiiot.  5i. 

M   P   Catn  116  —  na« 

L.  Anguiüara  »89  —  393. 

A.  Cefalpini  56 

Antonius  Rbiaot.  Iii. 

D.  Cbabraeüs  369. 

Apollodor  45 

J.  H.  Ch  erler  365. 

Apoilonius  Mempbites  103« 

B.  Cienfuegos  357. 

L.  Apulejus  184. 

C.  Clufius  317  —  33i. 

Ariliophilus  Plataeenfis  50* 

P.  Collenucci  253. 

Ariftotelea  45  —  48* 

L.  J.  M.   Columella  136  -* 

Afclepiades  Myrleanus  103» 

i35- 

Alclepiodorua  Alex.  m. 

F.  Columna  302  —  3064 

Atbenaeus  113. 

Couftaotio  Afr.  230. 

Attalua  Philometor  103. 

Sim.  de  Cordo  240» 

Avicenna  309. 

B.  Cordut  256. 

V.  Cordua  273. 

Bakui  207. 

CoHaeus  207. 

Herrn.  Barbara*  a£o. 

• 

1 

m 

• 

Qu.  <U  Coßa  347* 

• 

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Verzeicknils 

X  Coßaeus  378- 

P#  de  Crefcentiia  235« 

3.  Dalechamp  35a  """  354« 
Dalion  herbar. 
Democritu»  44* 
Diode«  Caryßiue 
Diodotui  iij» 
Diopenel  Apollon.  5(4 
Dionyüut  Utic.  m.  r 
Diophane«  Nicaeenf.  ilr* 
Diefotfrides  154  ~~  x^a- 
Diphilua  Sipbniu»  101. 
R.  Dodonaea«  507  —  $19§ 
J.  de'  Dondi  34s, 
Th.  Dorften  378- 
C.  Dorante  378« 

Edriß  306. 
Empedoclea  4*' 
J.  P  Eileve  337. 
Euderana  Phannac  50.  ' 
Eumachua  Corcyr.  51« 
Euthydemu«  Athen.  ioaf 

* 

J.  Fragofi  337« 

L.  Tucba  26a  —  a6g< 

C  Galenne  170* 

J.  Gerard  335- 

C.  Geiner  274  —  2$1,  . 

L  Ghini  288- 

B.  Glanfille  242, 

GUnciaa  na. 

M.  Glycaa  195. 

M.  Guilandinua  35£ 

Abu  Hanifa  208. 
Heraclidej  TarenL  110. 
Herraolatis  ßarbarua  s£Oj| 
Hicefius  112. 
Hildegard  200. 
üippon  $1. 


der  SchriftTtelleitb  4*? 

Homer  33  —  40. 

Honain  aog. 

C.  de  Houeßia  2464 

■ «  > 
F.  Iniperati  $oi; 

Th.  Job  o  ton  335. 

.   Jolaa  iio. 

Ifidorua  Hirpal.  1894 

JubalL  tSS 

KJeidemua  Rhiaot.  $u 
A.  Kohylina  338. 
Kofmaa  Indicopleoitea  187* 
Kratevaa  Hbiiou  104. 

'A.  Lacuoa  255. 
Leo  Afric.  207. 
N.  Leonicenua  25a* 
Leophanea  51. 
G.  Linocier  £$4. 
J  H.  van  Liafchoten  348» 
M.  Lobeliua  3">  —  317; 
A.  Lonicer  378. 

A.  Macer  aoo; 
J.  Manardua  253^ 
J.  J.  de  Manliia  2464 
Birth.  Maranta  288- 

Marcellus  Bord.  18& 
Kaferdfchawaih  208- 
Maffudi  206. 

P.  A.  Mattioli  293  —  399/ 
JH.  neßor  51. 
Meoodorul  112. 
Mefue  I.  208.  U.  *°9i 
Metrodorua  112, 
Micton  52. 
Mitbradatcs  103. 
MneGtheus  112. 
W.  Monarde«  353. 
Mofes  Chorenenfi«  i84* 

H.  von  Neuen  aar  256« 
Nicander  Coloph.  105. 


424 


vVerzakhnits  der  Sehr iftftel  1er* 


Niceratus  115. 
Nicolau«  Myrepücus  19?. 
S.  Niger  ti^ 
Numenius  Hertel,  102. 

Orpheus  4r* 
GVe.  ab  Orto  347. 
G.  H.  Oviedo  350. 


>3.  C.  Scaliger  377, 
Serapion  209. 
Sextiua  Niger  113. 
Solon  Smjrn.  103. 
W.  Strabo  199. 
M.  Sylvaticus  241» 
Syroeou  Seih  1924 


A.  Palla  a86. 

Palladius  Rütiliui  ig6.  , 
Pam|ihilus  Alex.  11 1. 
P.  Peria  352. 
L.  Perefc  255. 
C.  Petri  258. 
Petrositis  HO. 
Phaoias  Ereliut  100. 
Pharnaces  52. 

M.  Platearius  I.  231.    II.  246. 
Pliniua  162  —  170. 
M.  Polo  333. 
X  Pona  300. 

*  ■  '- 

J.  Pona  334* 

Ptolemaeus  Evergetee  U.  93;  \ 
Pythagoraa  42. 

•  * 

L.  Raunolf  355. 
Rhaaes  208. 

P.  Richier  de  Belletil  340. 
i.  Ruelliui  254. 


J.  Tabernaemontanua  i84~ 

J.  Thal  281  —  284» 
Thalea  Milef.  41. 
Theophraß  Eref.  53  —  96» 

A.  Thevet  352. 
Tbrafya«  Mantia.  50. 
H.  Tragus  269  —  272. 
Tryphon  Alex.  112. 
W.  Turner  334. 

B.  Urbevetaojus  »86, 
M.  Uritdowa  339, 

M.  T.  Varro  119 —  Iii. 
M.  Vergilius  35 f« 
Vincenüua  Bellovac.  236. 
P.  Virgüiua  121  —  126, 

Wahab  205, 
J.  Wigand  236. 

A.  Zaluaanius  363. 


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ASiTOU  AIBTKOr.. 

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Kurt  Sprengeis 

Gefchichte 


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Zwcytex  Band 


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Neu  bearbeitet. 


In    zwey  Theilem 


Zweyter  Theil. 


Altenburg    und  Leipzig: 
F.    A.  ßrockbim. 


1  8  1  8* 


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Inhalt« 

Fünftes  Buch.  (1600  — 1700.)  Gründang  der  Lehre  vom 
Bau  und  der  fyfiemaüfchen  Anordnung  der  Füan« 
zenj  S.  1  — 154. 

Kap,  1,  Gründung  der  Lehre  vom  Bau  und  der  Natur 
der  GewacUfe  ,  S.  8 —  26.  Neuem.  Grew,  10. 
M.  Malpjgbi,  15,   U.J»  Cameraxiu«  ,  25«  - 

* 

Kap.  2.  Verfuche  metbodifcher  Anordnung  der  Ge- 
wäcbfe,  26 —  60.  Joacb.  Jung,  27.  R.  Morifon,  29. 
P.  Hermann,  36.  J.  Kay,  40.  A.  Q.  Riyinus,  47.  J.  P. 
de  Tournefort ,  5«. 

» 

Kap.  3.  Reifen,  wodurch  die  Pflanienkenntnifs  gewon- 
nen, 61  —  88-  Frans  Hernandez,  Gl.  Wilb.  Pifo,  64. 
A.  Cleyer,  67.  Abcede,  69.  ftumpb,  75,    H.  Sloane, 

Rap.  4.    Wacbtthura  der  botanifchen  Garten,  88—133- 

A.  In  Frankreich ,  88—96-   Ricbier  de  Believal,  88- 

B,  In  England»  96  —  1*5,    Paikinfon,  97.  Pluknet, 
99.  Petiver,  in. 

'  JC.  In  den  Niederlanden ,  115  — 123.    Job.  und  Ca*p. 
Commetyn,  116.    Jac.  Breyn,  121. 

D,  In  Deutfchland ,  Dänemark  und  Schweden,  123  — 
128.    BaGJ,  Bealer,  123. 

E,  In  Italien»  128—  133«  Zanoni,  129.  Cupani,  132. 

Kap  5,    Umerfuchung  vateTländifcher  Pflanzen,  134  — 
\5'+    Btrrelier,  134,   JBoccone,  157.    Grisicy,  142. 


Sechstes  Pti'h.  (tjoö—vrio.)     Grundlegung  des  Ge- 

Ichlechis^yftemi,  155—230* 

Kap  1.  Vorbereitungen,  155  —  178-  J.  H.  Burkhard, 
^7.  S.  Vaillant,  160.  S.  Morland,  164.  Reaa- 
mur,  164.  Bradley,  165.  Dillemus,  166.  Mcheoch- 
ze<,  171.   Jal.  Fontedera,  175.    P.  A.  Micheli,  176. 

Kap  2.  Ausbreitung  botanifcher  Kenntntfle  durch  Rei- 
fen,  178-  »«i-  Pl»mier.  r>8;  FeuiHee,  .87. 
Kämpfer,  190.  Buxbaum,  f)5-  J.  O.  T»meJ.nf  19b. 
Catriby.  205.  Shaw,  aoü.  J.  ßunnana,  au«. 
A.  Seba,  an, 

Kap.  3.   Unterfucbung  vaterländifd er  Pflanzen,  21a  — 
217.    Haller,  21^. 

Kap.  4.    Botanifche  Gärten,  ai8—  «5.  Dillenius, 
^19.    Mariyn,  222, 

Kap  5.    Unterfnrhnng«!  Ober  den  Bau  und  die  Verrich- 
tungen der  Tüeile ,2*5-  a^o,   öl,  Haies ,  22* 

. 

Steint*  Buch.  ( «740  -  »3'60    Dm  Zeiul- 
ter,  aig  — 3«*« 

« 

Kap.  1.   Karl  Linne,  231-243. 

Kap.  2.    Fernere  Ausbildung  und  Befchränkung  des  Sy- 
ftetns,  ay3  -  255« 
Unte  fiKliungen  über  nnvollkoromene  Pflanzen,  248  — 
»6*    fichmidtl,  *fc*   J.  G.GIedufch,  a4ö.  Vit. 
Donati,  249. 

Genauere  Unterfuchungen  über  die  Befruchtung,  264 

—  269. 

Ausbildung  einzelner  Theile  des  Sy&ems, 

und  Gattungen  ,  269  -  280. 
Bearbeitungen  des  Syftems  im  Ganzen,  280  —  235« 

Kap.  3.  Neuere  VcrHicbe,  die  natürlichen  Vervirandt- 
fchalten  der  Pflanzen  raetbodilch  abzuhandeln,  285 
—301.   Adanfon,  256.    Gäriner,  289.    Julüeu,  292. 


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Kap.  4»   Forrfchritte  in  der  Lehre  von  dem  Bau  und  der 
Natur  der  Pflanzen,  301  —  3^ 

I.  Lehre  von  der  Ent  Wickelung  und  Met  amorph  ofc,  301 

—  505. 

II.  Unterfuchungen  übet  den  Bau  der  Pflanzen,  305 

—  31a.  •  1 

III.  Lehre  von  der  Ernährung  der  Pflanzen*  tmd  allge- 
meine Begriffe  von  der  Natur  der  Gewichte,  31a 

321.  . 

♦  » 

Kap»  5.    Botanifche  Reifen  und  Kenntnifs  auslandifcher 
Pflanzen,  321  —  yn. 

I.  Kenntnifs  des  Morgenlandes,  311 — 324. 

II.  Kenntnifi  von  Africa  ,  324  —  327.  1 

III.  Kenntnifs  des  öftlichen  Afiens,  333—332. 

IV.  Kenntnifs  von  Notdamerica ,  332—336. 

V.  Kenntnifs  von  Weftindien,  35G.  337. 

VI.  Kenntnifs  von  Sudamerica,  537  — 541, 

VII.  Entdeckungen  in  der  Südfee,  541—344» 

Kap.  6.     Unterfuchung  vaterländifcher  Pflanzen,  345 
—  37«'  . 

I.  Dentfcbe  Floren,  345— 353- 

II.  Niederländische  Floren,  353. 

III.  Floren  von  Frankreich,  353  —  357» 

IV.  Italifche  Floren,  357  — 561. 

V.  Die  Pflanzen  Spaniens,  361.  562. 

VI.  Portogiefifche  Flor,  562. 

VII.  Grofsbritannien,  362  — 5^5' 

VIII.  Dänifche  Flor,  565.  $66. 

IX.  Schwedifche  Floren,  367.  368. 

X.  Das  enropäifcbe  Rufsland,  3^8»  * 

XI.  Polnifche  Länder,  56^. 


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XIL  Unfcern  und  Siebenbürgen,  ^6y.  370. 
X1IL  Europäifche  ♦lkkey>  370.  371. 

Kap.  ^   Bounifche  Glrten,  371  —  33^ 

I.  In  Deutfchland,  371—  376. 

II.  In  den  Niederlanden  ^  376. 

III.  In  Frankreich,  376.  377* 

IV.  In  Italien ,  377.  378. 

V.  In  Spanien,  378-  379» 

VI»  In  Großbritannien ,  379.  380» 
VII.  In  Dänemark  und  Schweden,  38a.  330 
VUL  In  Rnltland,  58 1. 
IX.  In  America,  38t.  382- 
Znßtze,  3öS.  384» 

Vereeicbnifc  der  Scbifriiellet  und  merkwürdigen  Perfo- 
nen,  355— 30,64 


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Gefchichte 

>  < 

der 

n 


k. 


Zweyter  Theil. 


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1 


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•  * 


f : 


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t€  '         Fünftes  Buch. 

Gründung  der  Lehre  vom  Bau  und 
der  fyftematifchen  Anordnung  der 

Pflanzen. 

i 

Welchen  Anfang  die  Pflanzen  •  Kenntnifs  genom- 
men ,  weiche  Fortfchritte  ße  unter  dem  gebildeten 
Volke  der  Erde  gemacht,  wie  ße  dann  in  der  Nacht 
der  Zeiten  untergegangen,  fo  dafs  kaum  noch  eine 
Spur  übrig  geblieben;  das  ift  in  den  vorigen  Büchern 
erzähJt:  es  ift  dann  berichtet  worden,' wie  die  Her- 
fteliung  der  Wißenfchaften  und  das  wieder  erweckte 
Studium  des  Alterthums  auch  die  Wiederbelebung  die* 
fer  Kenntnifs  zur  FoJge  gehabt  ,  wie  die  Entdeckung 
ferner  Länder  die  reichfte  Ausbeute  für  dies  Stu- 
dium gegeben,  und  endlich  ,  bey  dorn  grofsen  Reich« 
thum  an  Gegen  fr  ändeo  ,  welche  diefe  Kenntnifs  um« 
fafste,  das  ßedürfoiis  einer  fyftematifchen  Anord- 
nung gefühlt  und  zum  Theil  befriedigt  wurde. 

Jetzt  ftehn  wir  beym  Anfang  eines  Zeitraums, 
wo  ankere  Umffcände  fehr  ungünftig  auf  die  Wiffen» 
fchaften  wirkten.  Verheerende  Kriege  um  Glau- 
bensfreyheit  und  Selbständigkeit  wurden  den  gcö- 
fsern  Theil  des  fieb zehnten  Jahrhunderts  hindurch 
von  deutfcben  Völkern  und  Niederländern  geführt, 
an  denen  mehrere  Nationen  EuropeniTheil  nahmen, 


s. 


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4  Fünftes  Buch.    Gründung  der  Lehr« 


Wo  dies  «icht  dar  Fall  war,  wie  in  Gr  ofsbri  tan  nie  n, 
da  unterdrückten  innere  Unruhen  und  Bargerkriege 
das  Intereffe  an  Wiffenfcbaften ,  oder  der  Despo* 
tismus  hinderte  die  freye  Bearbeitung  derfelben,  oder 
die  durch  Kriege  und  fchlechte  Verwaltung  berbey- 
geführte  Geldrfotb  machte,  dafs  es  an  aller  Pflege  der 
Wiffenfcbaften  fehlte. 

lndefs  hat  die  Gefcbichte  aller  Zeiten  gelehrt, 
dafs  der  Geift  durch  äufsern  Druck  nur  mehr  an  in* 
nerer  Kraft  gewinnt,  und  dafs  oft  die  Zeiten ,  wel» 
che  äm  ungünftigften  für  die  Fortfehritte  der  Wiffen- 
fcbaften zu  feyn  fchieneo,  die  herrllchften  Früchte 
getragen. 

So  war  et  «auch  im  ßebzehnten  Jahrhundert. 
Während  ,in  Deutfchland  durch  Kepler  die  Planeten« 
bahnen  entdeckt  und  das  Verhältnis  der  Entfereun* 
gen  der  Himmelskörper  zu  den  Uralaufszeilen  erfun- 
den,  durch  Otto  v.  Guerike  die  Schnellkraft  der  Luft 
bemerkt,  durch  Sam.  v.  Pufendorf  das  Naturrecht 
gegründet  wurde:  legte  in  Britannien  der  groise  Baco 
den  Grund  zu  der  wahren  Experimental-Philofophie, 
entdeckte  Harvey  den  Kreislauf  des  Bluts:  erfanden 
die  Holländer,  Drebbel  das  Thermometer ,  Janfen 
das  Mikrofkop,  Huygens  die  Pendeluhr,  der  Italic« 
ner  Torricelli  das  Barometer.  Der  unfterbliche  Leh- 
rer des  letztern,  Galilei,  betUmmte  die  Geletzt  der 
Bewegung  und  des  Falls  der  Körper  und  ward  ein 
Märtyrer  feiner  Lehren  von  der  wahren  Einrichtung 
des  Weltbaues.  In  Frankreich  ward  durch  Gartefiua 
eine  neue  Methode  zu  philofophiren  eingeführt,  die, 
obwohl  die  Mutter  mancher  IrrthOmer,  dennoch  die 
Erfabrungs- Wiffenfchaften  mit  neuem  Leben  erfüllte. 
Denn  auch  der  Gründer  einer  beffern  chemifchen 
Theorie,  Rob.  Boyle,  erklärte  aus  der  Figur  der 
Atome  die  Wirkung  der  Salze.  In  der 
herrfchte  diefe  Vorftellungsart  allgemein. 


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I 

I 

vom  Btu  und  der  fyfteraat.  Anontn*  der  Pflanzen. 

Die  bedeutenden  Fortfehritte ,  welche  die 
menfchlicben  Kenntniffe  während  diefes  Zeitraums 
machten,  haben  wir  grofsentheils  den  Gefellfchaf- 
Jen  zu  verdanken,  die  in  den  meifteri  Ländern  zu 
dem  Ende  zafammentraten ,  um  die  Erfahrung*- Wif- 
fenfehafren  zu  bearbeiten.  Italien  gab  das  erfte  Bey* 
fptel  eines  folchen  Gelehrten- Vereins,  den  Fürft 
Friedrich  Cefi  unter  dem  Namen  der  accademia  de*  lin- 
cei  zu  Rom  i6o3  ftiftete.  Fab.  Columna,  Ant.  Recchi 
und  Joh.  Faber  waren  die  erften  Mitglieder  diefet 
Akademie,  die  fich  indefs  vorzüglich  nur  durch  die 
Ausgabe  von  Hernandez  Naturgefcbichte  von  Mexi» 
eo  bekannt  und  verdient  gemacht  hat.  s 

In  England  traten  unter  der  unglQcklichen  Re* 
gierung  Karls  1.,  während  des  fogenannten  Jangen 
Parlaments  und  der  von  Cromwell  erregten  Unruhen, 
mehrere  Freunde  der  Wiffenfchaften  in  eine  Verbind 
dung,  die,  entfernt  von  politifchen  Stürmen ,  die 
Erweiterung  der  Erfahrungs*  Kenntniffe  Geb  zum  Ziel 
vorfteekte.  Auf  den  Antrieb  eines  Pfälzers,  Theod. 
Haak,  kamen  von  i645  an  jede  Woche  die  Freunde 
der  Wiffenfchaften  Im  Haufe  eines  gewiffen  Goddard 
zufammen.  Joh.  Wilkins,  Franz  Gliffon  und  Rob. 
Boyle  waren  die  berühmteften  unter  den  erften  Mit* 
gliedern  diefer  Gefell fchaft ,  die  man  das  philotophi« 
febe  Gollegium  naonte.  Rob.  Boyle  fpricht  in  fei- 
Den  Briefen  an  Hartlib  (Sam.  Hartlieb),  Marco mbe 
und  TalJents  von  einem  unfichtbaren  Gollegium  (in* 
vifible  College),  und  Wellis  erzählt  ( P.  Langtofts  chro- 
mc/*,  i.  p.  161.),  dafs  Goddard  in  Woodftreet,  bey 
dem  fich  die  Oefellfchaft  wöchentlich  verfammelte, 
einen  Glasschleifer  unterhielt,  der  ihnen  Mikrofko- 
pe  undTelefkope  arbeitete.  Im  Jahr  1648  ging  zuerft 
Wilkins,  dann  Wallis  und  bald  auch  Goddard  nach 
Oxford.  Daher  theilte  lieh  die  Oefellfchaft:  die 
Oxforder  Mitglieder  eerfammelten  fich  Anfangs  bey 


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6  Fünftes  Buch,    Gründung  der  Lehre 


einem  Apotheker  in  Petty's  Wohnung,  dann  bey 
Wiikins  und  endlich  bey  Hob.  Boyle.  Die  Londo- 
ner Mitglieder  fetzten  ihre  Verbsamlungen  im  Cres- 
harn -College  fort,  bis  l663  nach  Wiederherftellung 
der  Stuarts,  die  GefelJfchaft ,  an  deren  Spitze  der 
berühmte  Baukünftkr  Wren  und  Rob.  Boyle  ftandert, 
von  Karl  II.  zu  dem  Rang  einer  königlichen-  Gefell» 
fchaft  der  Wiffenfchaften  erhohen  wurde.  Der  Köp 
aig  nahm  fo  vielen  Tbeil  an  der  GefeUfchaft  9  dafs 
er  oft  felbft  in  den  Verfammlungen  erfchien  und 
Preisangaben  beftimmte.  So  verahlafste  er  Unter* 
fuchungen  Über  das  Zusammenfallen  der  Mimofa  po- 
dica  bey  der  Berührung.  {Buch  hift.  of  ehe  roy.  foc. 
l,  34.)  Sehr  froh  richtete  die  Gefellfcbaft  ihre  Auf- 
merkfaihkeit  auf  die Natur  lehre  derGewächfe.  Schon 
im  Jahr  i663  ward  ihr  angezeigt,  dafs,  nach  Fällung 
eines  Buchenwaldes,  Weiden  aufgefchlagen  feyn,  ja 
dafs  man  einen  Baum  gefehn,  der  Efchenholz  gehabt 
und  doch  wie  eine  Eiche  ausgefehn.  {Birch  daf.  243«) 
Als  Ludolf  nach  Aegypten  ging,  gab  ihm  die  Ge- 
f eil  fchaft  die  Frage  zur  Unterfuchung  auf,  -ob  die 
weibliche  Palme,  ohne  Zuthun  der  männlichen, 
vollkommene  Früchte  tragen  könne.  l(daf.  298.)  Und 
Boyle  felbft  rieth  eioft,  das  Reis  eines  Hirnbaums 
auf  Rhamnus  cathacjicus  zu  fetzen, -um  zu  erfahren, 
ob  die  purgirende  Kraft  in  die  Birnen  abergehe,  (daf. 
3,28.) 

Freylich  lieht  man  hieraus,  wie  fahr  noch  die 
Naturlehre  der  Gewäcbfe  tu  ihrer  Kindheit  war. 
Aber  auch  die  nützlichsten  Verfuche  wurden  fchoo 
1668  gemacht.  Uebcr  das  Auf*  und  Ab  frei  gen  des 
Safts  io  den  Bäumen,  Ober  den  Nutzen  des  Marks 
und  Ober  die  Art,  Einfpritzungen  in  die  Saft  röhren 
der  Pflanzen  zu  machen,  wurden  Unter  fuchungen 
angeftellt.  Joh.Beaie,  Rector  von  Yeovil  in  Somen- 
fetfhire,  und  Ez.  Tonge  pflanzten  fcuon  damals  Bäu- 


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vom  Bau  und  der  fvftemat.  Anordn.  der  Pflanzen,  $ 

me  mit  den  Zweigen  in  die  Erde  und  Helsen  die  War* 
zelb  Aefte  treiben ,  um  den  vorgeblichen  Kreislauf 
zu  widerlegen.  (Phil,  tr  ansäet.  3.  n:  4o.  43.)  Franz 
WiHughby  und  Job.  Ray  bewiefen  febon  das  Auffin- 
gen des  Safts  im  Baft  und  Splint.  (Philo/!  transact.  4. 

n.4».)  • 

In  Deutfehland  ward,  weil  man  das  Berförfnifs 
einer  ähnlichen  Verbindung  fühlte,  fchon  i€52  eine 
Gefelifohaft  natu rforfch ender  Aerzte  geftiftet.  Jolu 
tor.  Baufch,  Joh.  Mich.  Fehr,  GeorgTBalth.  Metzger 
und  Wohlfahrt,  fämmtlich  Aerzte  in  Schweinfurt, 
ftffteten  die  Akademie  der  Naturforfcher,  welche  in* 
Jahr  1677  vom  Oberhaupt  des  dentfehen  Reichs  zü 
einer  kaiferlichen  Akademie  ernannt  wurde.  (Büch* 
rieft  acad.  nat.  cur,  hiß.  p.  25.  36.  99.)  Aber  auefr 
hier  verrietben  die  Liebe  zum  Wunderbaren,  die' 
herrfchende  Leichtgläubigkeit  und  der  Aberglaube 
den  kindlichen  Zuftand  der  Naturlehre.  Ein  polnf- 
fc her  Leibarzt,  Mich.  Bern.  Berniz,  fah  in  der  Wur- 
zel der  Pteris aquilinä  dfen  kaiferlichen  Adler,  (Ephi 
nät.  cur.  dec.  1.  ann.  2.  obf.  1.),  in  derSticta  pulmoJ 
tfacea  eine  Ma*ke,  (daf.  obf,  52.) ,  und  in  der  Wutha 
einer  Orchide  einen  Vogel ,  (daf.  t.  7.).  Georg  Sege* 
fand  in  dem  Oeaftrum  quadrifidum  die  Geftalt  einei 
Menfchen,  (daf,  obf.  55.),  und  verglich  die  Frucht 
der  Skis  guinfeenfis  mit  einem  Affenkopf.  Pauliini 
erzählte  ein  Mährchen  von  dem  Aufblähen  einer  Li« 
lie  aus  einem Hofenftraucb.  (dec.  5. ann.  3.  obf.  173.) 

Am  meiften  aber,  befc hä ff t igten  ßch  jene  Natur- 
forfcher mit  der  Wiederherftellung  (Palingenefie)  der 
Pflatizen  aus  ihrer  Afche.  Wenn  nämlich  die  Salze 
in  der  Afche  in  KryftalJen  an fc hoffen,  fo  glaubte  man 
darin  den  Bau  und  die  Geftait  der  verbrannten  Ge- 
wächfe  wieder  zu  erkennen  uettfo  die  Auferftehung 
der  Todten  beweifen  zu  können.  Solche  Verfucb* 
erzählten  Joh.  Da*.  Major,  (Eph.  not.  cur,  dec.  *% 

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f  Fünft«  Buch.  T 

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>  enn.  8.  9»  obf.  9.).  Ebrenfr.  Hagendorn  (4tc.  <*•  aap. 
3.  o.  3i.) ,  Ad*  Fr.  Petzold ,  (cent.  7.  8.  o.  42.),  und 
C.  F.  Frtok  voo  Frankenau  fcbrieb  eio  eigenes  Buch 
darüber,  (a>  palingenefia.  Hil.  1717.  4).  Kenelm 
Digby  {de  plant.  vege$.  p.  75.)  ,geftand  aber  aufrich- 
tig, dafs  die  Ver fache  ihm  feblgefchlageo,  und  zwei« 
feite  an  der  ganzen  Sache.         *  J  r  1 

In  Frankreich  wurden  mehrere  Privat  -  Gefell* 
fchaften  zu  befondern  wiilenfchaftlicben  Zwecken 
geftiftet.  So  errichtete  Peter  Michon,  Abbe  Bqusdev 
Jot  fchon  1643  im  Pallaft  des  Prinzen  Conde  eine 
gelehrte  Cefellfchaft ,  und  t65i  eine  Garte fianifche 
Akademie,  fpäterhin  Nie.  de  Blegnv  eine  chemiatri* 
fche.  Aber  der  Freigebigkeit  des  Minifters  Colbert 
verdanken  wir  die  Stiftung  der  Akademie  der  Wtffen- 
febafteu  im  Jahr  i665,  deren  erfte  Mitglieder,  Ci. 
Perrault,  Edme  Mariotte  upd  Denis  Dodart,  die  Na- 
turlehre  der  Gewächfe  mit  vielem  Glücke  bearbeite* 
tan.  Indefa  gerieth  man  auch  hier  auf  einen.  Abweg, 
den  die  Vorliebe  für  Chemie  veranlagte.  Man  glaub« 
te  nimlich ,  die  Salze  der  Pflanzen  -  Afehe  feyn  als; 
folebe  auch  in  der  lebenden  Pflanze  vorbanden:  ein 
Irrthum,  den  die  Engländer,  Dan.  Cox  (Philo/, 
$r*nsac$y9.n>ioi.\o7  108.)  und  Roh.  fioyle  (feepd* 
eal  chymift.  p.  4.1 2. )  widerlegten.  ,T  „  < 

DieCe  Gcgenftände  find  zu  wichtig,  als  dafs  wir 
fie  nicht  genauer  erzählen  folltan.  ,  4  . 

■  *  *  •  ■  _ 

Erfte's  Kapitel. 

Gründung  der  Lehre  vom  Bau  und  der 
Natur  der  GewaVchfe. 

Ehe  Vergrofseruoas ^.Glifer  erfunden  und  anga» 
wandt  wurden,  konnte  man  den  Innern  Baa  der  Qe» 
W&chfe  nicht  kennen  lernen.    Man  begnügte  fich  faft 


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Fünftes  Buch.  Erltes  Kapitel.  9 

dui*  mit  Hcrfl ,  was  Ariftoteles  und  Tbeophraft  aber 
die  Naturlehre  der  Gewächfe  gefegt  hallen,  Aber 
feitdem  durch  Gorn.  Drebbei  und  Zach.  Janfen  Hie 
Kunft,  GJäfer  zu  fehleifen ,  erfunden  war  (1620), 
fahen  die  Naturforfcher  die  Notwendigkeit  ein,  fich 
derfelben  zu  bedienen.  Anfangs  waren  es  blofse  er- 
habene Linfen,  oder  Kugeln;  bald  aber  brachte  min 
andere  Vorrichtungen  an,  wodurch  die  Lfchtftrahlen 
gefammlet  und  der  Gebrauch  der'  Gläfe»  erleichtert 
wurde. 

Rob.  Hook,  von  der  Infel  Wjght,  geb.  i635f 
Prof.  der  Mathematik  am  Gresham  -  College  und 
Schreiber  der  kön.  Gefellfchaft,  f  1702,  erfand  diefe 
Vorrichtungen,  und  fetzte  fchon  1HH0  ein  fo  gutes 
Mikrofkop  zufammen,  dafs  Nath.  Henßaw  1661  die 
Schraubengänge  in  dem  Holz  eines  Walnußbaums 
entdecken  (Biroh  1,  5.7.)  und  Hob.  Hook  die  Saamen 
der  Moofe  betrachten  konnte,  (daf.  /  2,  298.)  Die 
Saftgänge  entdeckte  derfelbe  und  befchrieb  ihre 
Scheidewände  als  Klappen«  (daf.  3t  1.) 

Dann  gab  Bob.  Hook  eine  Sammlung  mikrofko« 
pifcher  Beobachtungen,  unter  dem  Titel:  Microgra- 
phia.  Lood.  t667«fol.,  heraus,  worin  er  uoter  andern 
das  ZufammenfalJen  der  Blätter  der  Mimofa  pudica 
durch  die  Aushauchung  einer  fehr  feinen  Flöffigkeit 
zu  erklären  fuchte.  (p.  1 16.)    Diefe  Erklärung  fach- 
te Henr.  Regius  durch  idealifche  Abbildung  der  Gän- 
ge und  Klappen  in  den  Blättern  finnlich  darzustellen« 
[philo/*  aatur.  49  *7»)>   Hob.  Hook  unterfuchte  «uerft 
das  Zellgewebe,  befondera  im  Kork ,  den  er  auch  in 
mehrern  Rinden  fand1  ond  nahm  die  Zahl  der  Zellen 
in  einem  Quedratzoll  der  Rinde  auf  taufend  an.  (ft. 
ix3.)    Er  entdeckte  den  Bau  der  Staubpilze,  befoft- 
ders  der  Puccinia  mucronala,  auf  Hofen  blättern,  (p. 
12a.it.  .*-2.  f.  2.)    Auch  verfchie^ene  Staubfadenpil- 
ze ( Mucof es)  kommen  bey  ihm  fchon  yor.  Diefe 


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io   Fünftes  Buch.  Erltes  Kapitel.  Gründung  der  Lehre 

fowohl  als  die  Schwämme  läfst  er  ohne  Saamen 

durch  blofse  Fäulnifs  entftehen.  Das  Keimpulver  der 
Schlauchfchicht  der  Schwämme  gebe  keinesweges 
ahnliche  Schwämme,  (p.  127.)  Von  den  Saamen 
der  Moofe,  obgleich  er  das  Keimen  Herfelben  noch 
nicht  beobachtet,  fpricht  er  doch  mit  mehr  Zuver- 
ficht, dafs  es  wirkliche  Saamen  feyn.  Er  fah  das 
Säulchen  der  Kapfei,  den  Befatz  der  Mflndung  und 
die  Haube,  ^t.  i3.)  Das  Brennen  der  Neffel  erklärt 
er  aus  dem  Ausflufs  eines  ätzenden  Safts  aus  den 
Borften  der  Pflanze,  (p.  i43.)  Die  hygrometrifche 
Befchaffenheit  der  Saamen  von  Avena  fterilis  war 
ihm  recht  wohl  bekannt.  Derfelbe  Roh.  Hook  war 
es,  der  im  Jahr  i655  die  Nothwendigkeit  des  Sauer« 
ftoffs  zum  Athmen  derThiere  darthat,  {Birch  3,  454-)> 
obgleich  fchon  ein  Jahr  vorher  Nath.  Henfhaw  und 
Rad.  Barhurft  'den  Grundftoff  der  Salpeterfäure  als 
den  einzigen  athemfähigen  Beftamltheil  der  Atmo- 
fpha'i  e  angegeben  hatten.  (Sprats  hile.  of  che  roy.foc. 
264.)  Er  war  es,  dem  Rob.  Boyle  in  feinem  Teftament 
fein  beftes  Mikrofkop  und  feinen  heften  Magneten 
vermachte.  (Birclis  life-of  R*  Boyle ,  p.  34o. ) 

Ein  anderes  Mitglied  der  Gefell fchaft ,  Martin 
Lifier,  praktifcher  Arzt  in  London,  (f  1711,)  be- 
kannter durch  feine  Unterfuchungen  über  verglei- 
chende Anatomie,  fand  die  eigentümlichen  Saft* 
gange  der  Pflanzen  in  der  Rinde  und  im  Mark,  und 
verglich  fie  mit  den  Venen  der  höhern  Thiere.  {Phil, 
irans.  6.  n.  79,  7.  n.  90.)  Er  und  Ez.  Tonge  be- 
fchäfftigten  fich  mit  der  auf  -  und,  abfteigenden  Bewe- 
gung der  Säfte,  (Phil,  erans.ß.  n.  70.):  Tonge  bewies 
fchon  das  Abfteigen  derfelben  in  die  Wurzelzafern, 
(Phil,  erans.  3.  n.  44  ) ,  «nd  die  Entftehung  des  Baftes 
aus  dem  BildungsfaFt ,  (daf.  n.  43- )• 

Aber  alle  feine  Vorgänger  Übertraf  Nehem.  Grew, 
Schreiber  der  Gefellfchaft,  (f  1711,)  an  Gefchicklich- 


Gc 


vom  Bau  und  der  Natur  derGewächfe.  n 

keit  im  Gebrauch  der  Vergröfseruhgsgläfer,  *md  an 
Genauigkeit  der  Beobachtungen.  Vom  Jahr  1 668  an 
wählte  er  ausfchliefslich  den  Bau  der  Pflanzen  2um 
Gegeoftand  feiner  Unterfuchungen;  denn  ,  als  Mal-  / 
pighi  feine  Handfchriften  und  Zeichnungen  der  Ge- 
fellfcbaft  zufandte,  hatte  Grew  fchon  Jängft  Ähnliche 
Entdeckungen  gemacht.  Auf  Antrieb  des  Bifchofs 
von  Chefter,  Job.  Wilkins,  wurde  Grew  von  der  Ge- 
felifcbaft  zum  Lehrer  der  Phytotomie  gewählt  und 
ihm  ein  Gehalt  ausgefetzt.  (Birch  hiß.  of  the  roy.  foc. 
3,  47*)  Er  gab  erlt  einzelne  Abhandlungen  heraus, 
aind  dann  folgte  das  grofse ,  unfterbliche  Werk :  The 
anatomy  of  plant s.  Lond.  1 682.  fol.,  mit  83  Kupfern. 

Wenn  man  prew's  Vorftellungen  vom  Bau  der 
Pflanzen  (ich  deutlich  machen  will,  fo  mufs  man  be- 
merken ,  dafs  die  damalige  Herrfcbaft  der  Cartert» 
fchen  Philofophie  ihm  die  Pflicht  auflegte,  alles  durch 
Bilder  und  Vergleichung  mit  Kunftwerken  zu  erläu- 
tern. Dazu  kam,  dafs  man  die  Idee  der  Ariftoteli- 
fchen  Schule  fehr  bequem  fand,  aus  einfachen  Be- 
£tandtheilendasZufammengefetzte  hervorgeben  zu  lafc 
fen.  Daher,  wenn  Grew  die  Entftehung  des  Zellge- 
webes, als  der  Grundlage  des  organifchen  Baues  der 
Pflanzen,  erklären  wollte,  fo  verglich  er  es  mit  Kan- 
ten oder  Spitzen.  Es  fey ,  befonders  im  Marke,  ein 
Gewebe  von  Fafern,  welche  die  Wände  der  Zellen 
.bilden,  (p.  76. 121.  t.  4o.)  Aufser  dem  Zellgewebe 
.bringt  er  dreyerley  Gefäfse  zur  Sprache ,  die  t*\kymV 
pheduais*  roriferous  und  mükveffeh  nennt.  Die  1  en- 
tern ,  die  Saftgänge ,  bildet  er  dergeftalt  ab,  dafs  ihm 
Wände  zellig  feyn.  (t.  20.)  Die  lympheduces  beftehen 
aus  lauter  einzelnen  Fafern,  die  parallel  ftehn,  (t.  3g. ^: 
die  rori/erotts  vejfitls  aber  find  aus  fch  rauben  förmig 
gewundenen  Fafern  zu  fa  mm  enge  fetzt.  Jenes  find  die 
Saftröhren ,  die  er  ausdrücklich  im  Bafte  angiebt,  ( p. 
in«)-  diefes  find  die  Schrauben  gange,  welche  nach 


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IS    Fünftes  Buch.  Erftes  Kapitel.  Gründung  der  Lehre 

ihm  nicht  blofse  Luft,  aber  auch  nicht  eigentliche 
Säfte,  fondern  einen  Thau  fahren,  der  das  Mittel 
zwifchen  Luft  und  Waffer  ausmacht,  und  den  er  auch 
Pflanzen-  Luft  .{prgecablr  aer)  nennt.  Ihre  merk- 
wOrdtgfte  Eigentümlichkeit  befteht  darin,  dafs  Tie 
fich  nie  zeräfteln  ,  welches  er  fchon  dadurch  be wei- 
fet ,  dafc  man  durch  die  Seh  rauben  ein  ge  eines  fpani- 
fchen  Hohrs,  auf  einen  halben  Fufs  weit,  das  dahin- 
ter ftehende  Licht  fehen  kann.  (p.  117.)  Die  Wän- 
de  der  Schraubengänge  rollen  fich  bisweilen  band- 
förmig an  ;  aber  dies  Band  befteht  allemahl  aus  meh- 
rern Fafern,  die  parallel  gebn  und  durch  Queerfa- 
fern  zufammengehalien  werden,  (p.  1 17,  t.  4o.)  Ob- 
wohl er  den  Bau  der  Schraubengänge  dergeftah  rieh* 
tig  genug  aogtebt,  fo  befremdet  es  doch ,  zu  lefen, 
dafs  er  fie  aus  einer  Abänderung  der  Markzellen  her« 
leitet.  Wie  fich  Maden  in  Fliegen  Verwandeln,  fagt 
er ,  alfo  werden  mehrere  Reihen  von  Blafen  und  Zel- 
len, wenn  fie  reifsen  oder  zufammenfehrumpfen,  end- 
lich rührig  (Saftginge),  und  wenn  die  Fafern,  wel- 
che jene  Zellen  bilden,  fich  fpiral förmig  winden, 
fo  entfteht  ein  Scbraubengang.  (p.  i-tfc)*  vft}*  «p 
Dafs  der  Holzkörper,  der  vorzöglioh  die  Schrau- 
bengange enthält,  einen  Ring  bildet,  leitet  Or.  fehr 
richtig  von  der  entgegengefetzten  Stellung  der  Saa- 
menlappen  her,  welche  das  Pflänzchen  umf äffen  und  . 
dergeftah  zur  Bildung  diefes  zufammenhängenden 
Ringes  von  Luft*  und  Saftgefäfsen  Gelegenheit  geben, 
(p.  1a.)  Im  Hoizkörper,  und  zwar  in  den  Saftröh- 
ren deffelben  {lympht>ducts)$  fteigen  die  Säfte  auf, 
foh witzen  durch  die  Wände,  und  werden  tum  BiU 
dungsfaft,  und  der  Reft  fenkt  fich  in  der  Rinde  ab- 
wärts, (p.  i5.)  Der  Holzkörper  aber  befteht  nicht 
allein  aus  Saft  röhren  und  Schraubengängen,  fondern 
euch  au«  Strahlengängen  (infertiont) ,  welche  die  Ge- 
meinfehaft  zwifchen  Rinde  und  Mark  eröffnen*  zur 


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^onri  13fttt  uo^l  ^I^ir     tmr  ^loir  ^^d^ry&Oa^f 0#         2  «j. 

Zeitigfing  des  Saft«!  and  zur  Heftern  Verarbeitung 
(fermentmtion )  beytragen  und 'das  Wachst hura  in  die 
Dicke  befördern»  (p.  17.)  Das  Wachsthum  det. 
Holzkörpers  wird  bouptfäcblich  durcb  das  Mark  be~ 
gOnftigt:  deho  dies  ift  in  allen  jungen  Trieben  faft- 
reict),  und  füllt  lieh  nur  mit  Luft,  wenn  der  Antrieb 
der  Säfte  aufhört.  Es  fteigt  auch  zum  Tbeil  der  Saft 
im  Mark  auf,  und  macht  mit  der  aufzeigenden  zu* 
gleich  eine  Seiten  Bewegung,  (p.  26.)  t 

Die  verschiedene  Lage  der  Blätter  in  den  Knos- 
pen befehreibt  er  fchon  fehr  genau,  (p.  3i.)  In  den 
Blättern  bemerkte  er  zuerft  die  Spaltöffnungen  (ori- 
•  fice*)t  die  er  auf  den  Lilienblättern  mit  weifsem  Rand 
umgeben,  und  den  achten  Tbeil  eines  Zolls  entfernt 
fand.  Auch  zeichnete  er  fie  auf  den  Picbtennadeln 
ip  parallelen  Reihen,  (t.  43.)  Das  Parenchym  der 
Blatter  beftehe  aus  Zellen,  deren  Wände  oft  aus  kl  ei-  > 
nern  Zellen  zufammengefeta  feyn*  (r.  5q.)  Hier- 
durch widerlegt  fich  feine  Vorfiel!  ung  von  dem  EnU 
ftehen  der  Zellen  aus  Fafern.  Die  Nerven  und  Ve* 
nen  des  Blatts  beftehen  aas  Luftgefäfsen ,  welche  von 
Saftröbren  fcheidenartig  eiogefafst  feyn.  (p.  i54.) 
Sehr  gut  zeigt  er,  wie  belonders  im  Mittelnerven  die 
Scbraubenfafern  fchon  dem  blofseo  Auge  erscheinen, 
wenn  man  das  Blatt  gefchickt  bricht,  (t.  5i.  52.) 
Dafs  das  Hauptgefcbäfft  der  Blätter  in  der  Aus- 
dampfung und  Einbaucbuog  beftehe,  fchwebte  ihm 
allerdings  fchon  vor;  aber  die  mangelhafte  Chemie 
der  damaligen  Zeit  brachte  irrige  Vorftellurtgen  her* 
vor;  von  dem  falpeter- luftigen  Salz,  welches  den 
Pflanzen  unentbehrlich  fey,  von  dem  fauren,  alkali» 
feben  und  meerfahigen  Princip,  welche  fie  ernäh- 
ren, (p.  i58.)  Wie  diefe  Salze  die  vermiedenen 
Urformen  erzeugen,  erklärt  er  ganz  auf  Cartefifcbe 
.  Weife.  Die  Luftgefäfce  entftelien  aus  den  pyramida* 
lifchen  faurea  Theilehen>    Das  kubifche  Koch  .  oder 

> 


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14  Fünftes  Buch.  Erltes  Kapitel.  Gründung  der  Lehre 

Meer&Iz  erzeuge  mit  dem  fechsfeitigen  Salpeter  die 
Zellen,  und  die  Prismen  mit  zugefpitzten  Endflächen 
die  Fafern.  (t.  53.)  Die  grüne  Farbe  der  Blätter 
wird  dem  Ein  Aufs  der  Luft,  und  zwar  einer' gleich« 
roäisigen  Mifchung  des  Teuren  und  alkaiifchen  Prin- 
cips  zugefchrreben.  (p.  271.)  : 

Die  Mannigfaltigkeit  der  BlQthenfarben  leitet 
er  daher,  dafs  die  Saftröhren  in  der  Blütbe  rorberr- 
fchen,  diefe  aber  das  fcbweflige  Princip  führen. 
Der  Schwefel  nun  fey  der  Grund  der  Veränderlich* 
keit  der  Farben,  (p.  272.)  Bey  den  BiOthen  be- 
merkte  er  das  Vorherrfchen  der  Zahl  fünf,  und, 
meinte,  dafs  diefe  Zahl  zum  Grunde  liege,  wo  auch 
andere  Zahlen  erfcheinen.  (p.  i65.  166.)  '  Die  Luft» 
gefifse  in  den  Blumen  feyn  äofeerft  zart.  (p.  166.) 
In  der  Blume  findet  er  eine  doppelte  Vorrichtung 
(attire),  eine  faamenförinige  {feminiform)  und  eine 
blQthenartige  (florid).  Jene  befteht  aus  den  Staub« 
faden  (chiues)  und  aus  den  Antheren  (fernen).  Er 
bemerkt  (p.  38.  168.)  die  Verhälrnifle,  Zahl  und 
den  verfchiedenen  Bau  diefer  Theile,  und  oeht  bis 
auf  die  Formen  der  Pollen -Körperchen,  welche  er 
ziemlich  treu  abbildet,  (t.  58.)  Von  der  blathen- 
artigen  Vorrichtung  hat  er  fchwankende  Vorftellun- 
gen:  es  find  die  Biulbchen  {ßbrets,  thr  iuris)  zufam» 
mengefetzter  Blumen,  worin  der  Antheren  •  Cy  lind  er 
(jheath  oder  fuit)  bemerkt  wird.  (t.  59.)  Inner- 
halb deffelben  ift  das  gefpalteoe  Piftill,  welches  er 
hlade  nennt,  (p.  3g.) 

Es  fehlt  ihm  nun  zwar  an  deutlicher  Kenntnifs 
der  Bedeutung  diefer  verfchiedenen  Theile:  nament- 
lich äufsert  er  fich  nicht  Ober  das,  was  er  blade  nennt. 
Indefs  erzählt  er,  dafsThom.  Millington  ,  Savilifcber 
Profeffor  in  Oxford,  ihm  gefagt:  er  glaube,  der  at- 
ilre  (  welcher?)  «diene,  wie  der  männliche  Theil,  zur 
Erzeugung  der  Saamen.  (p.  »71.)    Er  fey  in  diefe 


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vom  Bau  und  der  Natur  der  Gewächfe.  15 

Idee  eingegangen,  und  habe  bedacht»  dafs  durch  die 
foliaiure  der  flüchtige  faünifohe  Schwefel  wegge- 
fchafft,  alfo,  wenn  der  auire  die  luftigen  Tbeile 
vermindere  und  zubereite»  fo  müden  die  Saamen  de- 
fto  öhliger  werden.  Daher  rieche  die  foliaiure  ftär* 
ker;  daher,  weil  der luftiger  fey,  habe  er  ge- 
wöhnlich eine  gelbliche  oder  weifsiiche  Farbe.  In, 
dem ßorid  auire%  fährt  er  fort,  (alfo  in  zufammenge-t 
fetzten  Blumen)  fey  dts  blade  dem  männlichen  Glie* 
de  zu  vergleichen,  (offenbar  falfch ! ).  Im  feedlike  at~ 
iire  feyn  die  checae  oder  fimets  die  Hoden :  die  Kü-. 
gelchen  feyn  der  männliche  Saame,  wodurch  der 
Eyerltock  befruchtet  werde.  Jede  Pflanze  fey  dem- 
nach ein  Zwitter,  (p.  ^72.)  Man  fleht  alfo,  dafs 
tfwar  eine  Ahnung  vom  Befrucbtungs  -  GefcbafTt  ihm 
vorich webte,  aber  dafs  er  durchaus  keine  klare  An- 

1 

ficht  davon  hatte«  . 

Seine  Unterfuchung  der  Fruchte  ift  ebenfalls 
merkwürdig.  Die  Luftgefäfse  nehmen  mqhr  und  * 
mehr  ab,  daher  herrsche  das  Parenchym  mehr  vor. 
Im  Saamen  bemerkte  er  zuerft  den  Eywetfskörper, 
den  er  aber  vUellus  nennt,  und  ihm  die  Verrichtung 
zu  fch  reibt,  die  erfte  Nahrung  dem  keimenden  Pflanz* 
chen  ,zu  liefern.  :(p.  202.  t.  75.)  Uebrigens  Aellte 
er  fchon  lehrreich«  Betrachtungen  Ober  die  verfehle«* 
dene  Stellung  des  Embryo  im  Eyweifskörper  und 
Uber  die  Verbindung  der  Saamenlappen  mit  dem 
Pflänzchen  an.  «  ,  ...  . 

Zu  gleicher  Zeit  mjt  Qrew  gründete  Marc,  Mal* 
pighi,  Prof.  zu  Bologna,  (geb.  1628,  f  1694)  die 
Pflanzen*  Anatomie.  Dafs  er  ganz  unabhängig  von 
den  Unterfuchungen  der  Britten  feine  Forfchungen 
angeftellt,  ift  daraus  klar,  dafs  er  Überall  feinen  ei- 
genen Gang  geht,  vieles  beffer  und  genauer  darfteilt 
als.Grew,  in  vielen  Stücken. aber  weit  geringere  Ein-- 
ficht  und  mehr  Vorurtheile  vtrtätb.    Sein  Werk: 


*  - 
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iß   Fünftes  Buch.  Erftes  Kapital.  Gründung  der  Lehr« 

Mnatome ptaatarum,  \6?5.  P.  2. 1679.  I*>nrl..<fb!.,  er- 
fühlen auf  Kotten  der  brittifeben  Oefellfcbaft  der 
Wiffenfchaften. 

Er  fängt  nicht  mit  den  Urformen,  fondern  mit 
den  Gnindtheilen  der  Pflanzen,  und  namentlich  mit 
der  Rinde  an ,  wozu  er  aber  offenbar  den  Baft  reeb- 
net: denn  das  Netz  von  Saftröhren,  von  horizonta- 
len Schläuchen  durchfe?2t,  gehört  vielmehr  zu  die* 
fem.  (t.  1.  2.  3.)  Er  bildet,  obgleich  nicht. fo  ge- 
nau als  Grew,  die,eigenthümlicben  Saflginge  in  der 
Rinde  ab.  (r.  3.  f.  1  2.)  Wie  die  BaftrÖhren  aus  blind 
fich  endigenden,  fchief  an  einander  liegenden  Kanä- 
len heftehen,  zeigt  er,  obwohl  fehr  roh.  (t.  4*  1 9- 
t.  5.  f.  21.)  Im  Nadelholz  bemerkte  er  zuerft  die* 
poröfen  Röhren,  mit  ihren  Zwifchengärtgen.  (t.  6. 
f.'*5.)  Doch  fcheint  es  nicht,  dafs  er  dfe  Poren  als 
folche  deutlich  erkannt  habe:  denn  er  fpriebt  von 
kleinen  Höckern  zur  Seite  der  Röhren,  wie  6e  fich 
auch  wirklich  darftellen.  {Ahl.  zur  Kenntn.  der  Gew. 
*te  Aufl.  Th.  t.  T.  7  F.  37.)  Die  Zwtfcbenginge 
der  Zellen  ftellt  er  richtig  auch  aus  andern  Pflanzen 
dar.  (t.  7:  f.  25.)  Von  den  Baftrdhren  glaubt  er, 
dafs  fie  zufammenmOnden.  (f.  11.) 

Was  die  Schraubauginge  betrifft,  fo  hat  fie  Mal- 
pighi  weder  zuerft  gefebn,  da  Natu.  Henfhaw  fie 
zehn  Jahre  früher  beobachtet,  noch  hat  er  ihren  Bau 
ganz  genau  angegeben.  Seine  Neigung  7u  VergleU 
chungen  verleitete  ihn,  ihren  Bau  ganz  fo  anzuge- 
ben ,  wie  die  Bildung  der  Luftröhren  der  infecten. 
Sie  beftehn  nach  ihm  aus  Schläuchen  und  Blafen,  die> 
fich  bald  erweitern ,  bald  verengen,  und  mit  zarte» 
Fäden  febraubenförrnig  umwunden  find.  (t.  5.  6.  f. 
23.)  Die  innere  Höhle  dieler  Kanile  ift  nach  ihm 
ron  Blafen,  wie  die  Lungen  Subftaoz,  ausgetollt.  (t.~ 
6.)  Dies  findet  man  böchftens  in  den  punktirten 
Röhren  beftatigt.  (Ki*fer  m4m.  t.  9.  f.  40.  U  i3.  f.  63.) 


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totn  Bau  und  der  Natur  der  Gewächffc  %*f 

Dafs  die  Spiralfafern  aus  fcnuppigen  Theilcfaen  zii* 
fammengefetzt  feyn,  {iamina  haec  fquamatim  particu- 
Iis  componitur,  p.  8.),  wie  dies  auch  in  den  Luft- 
röhren derlnfecten  der  Fall  fey,  beruht  auf  opti- 
fcher  Täufchung.    I£in  ähnlicher  Bau  zeigt  (ich  frey- 

,  lieh  dem  ungeübten  Beobachter  in  den  grofsen  punk- 
tirten  Röhren ,  wenn  man  dazu  das  dröber  liegende 

•Zellgewebe  rechnet.  (Kiefer  t.  14.  f.  68.)  Iri  den 
Knoten  nimmt  er  Zeräftelungen  der  Schratibengänge 
an ,  die  er  aber  fehr  fehlerhaft  abbildet,   (t.  7.  f;  29.) 

-  Das  Dafeyn  der  Schraübengänge  in  den  Corollen  be- 
merkte er  fchon  (t.  28,  f.  162.),  ft>  wie  er  von  deni 
Bau  des  corollinifchen  Ueberzugs  einige,  obwohl 
unvollkommene  VorftelJuhg  hatte,  (daf.  f.  i63  - 
166.)  Auch  in  den  Zwiebeln  zeigte  er  die  Anfange 
der  Schraubengänge.  (P.  2.  t.  36.  f.  i34»)  In  dem 
Hauptnerven  eines  Blatts  zeigt  er  das  Dafeyn  der 
Spiralgänge  ganz  richtig,  (t.  2o.  f.  104.) 

Von  den  Spaltöffnungen  in  der  Oberhaut  hat  et 
undeutliche  Ideen.  Was  er  aus  dem  Oleander  (t.  20* 
f.  106.)  abbildet,  hat  auch  noch  Krocker  (de  plane, 
e pider m,  t.  1.  f.  4»)  für  Spaltöffnungen  genommen; 
Es  find  aber  Gruben  in  der  Oberhaut,  mit  Härchen 
umgeben,  oder  Drüfen •  Oeffnungen,  wie  Rudolph! 
fagt.  (Anae.  der  Pß.  S.  94.)  Iti  andern  Blättern  fah 
Malpighi  zwar  etwas  Aehnliches,(t.  2 1  .f.  1  cf  — - 1  09.)^ 

.  Aber  er  verwechfelte  Spaltöffnungen  und  Drüfen. 

Von  dem  Gefchlechte  det  Pflanzen  zeigt  Mal- 
pighi gar  keine  richtige  Anficht.  Doch  kennt  er  die 
Geftalt  der  Pollen  -  Kugelchen ,  die  er  aber  fehl  ech- 
ter abbildet,  als  Grew*  (t.  3i;  f.  i38.)  Dagegen 
lind  feine  Unterfuchungen  Über  die  Bildung  det 
Frucht,  über  die  Entftehung  des  Eyweifskörpers  aus 
verdickter  Keimfeiichtigkeit  Und  über  die  Verände- 
rungen  derfeiben  beym  Reifen  gründlich«  (t.  37.  f.) 
Befonders  find  die  Darftellungen  auf  der  4often  T*«* 

Otlchi  d.  Botanik.  9.  Bi  % 


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j8    Fünftes  Buch.  Erltes  Kapitel«  Gründung  der  Lehre) 

fei  der  Natur  vollkommen  angemeffen.  Noch  b#» 
merken  wir  die  richtige  Anficht  der  Fruchtkapfein 
der  Farrenkräuter  (t.  5i.  f.  299.)  und  der  Lage  des 
Embryons  in  dem  Eyweifskörper  der  Corooarien  und 
anderer  Monokotyledonen  (t.  54*  f.  026.). 

Seine  Unterfuchungen  über  die  Wurzeln  der 
Pflanzen  find  meifterhaft:  befonders  find  feine  Dar* 
ftellungen  des  Keimens  der  Gräfer  auch  in  den  neue* 
fte&v  Zeiten  noch  nicht  übertroffen.  (Anat.  pl.  P.  2. 
t.  5.)  Auch  den  Bau  der  Haare  und  Dornen  fteJlte 
er  vortrefflich  dar.  (t.  23.)  Ferner  verdienen  fein* 
Unterfuchungen  Ober  den  Bau  der  Mittel,  (t.  26.) 
und  feine  rohe  Darftellung  der  Mündungsbefatzung 
der  Moofe  (t.  27.  Q.)  erwähnt  zu  werden. 

Als  den  dritten ,  welcher  den  Bau  der  Pflanzen 
zu  erforfchen  fachte,  nennen  wir  Anton  Leeuwenhoek, 
Bürger  zu  De  1fr,  (geb.  1 632,  f  1723).  Zwar  hat  man 
ihm  nicht  ohne  Grund  vorgeworfen,  dafs  er  in  der 
thierifchen  Anatomie  mehr  feiner  Einbildungskraft 
gefolgt  fey,  als  einem  Naturforfcher  ziemt:  indeft 
kantk  man  ihm  in  der  Pflanzen -Anatomie  weniger 
diefen  Vorwurf  machen:  ja  man  mufs  geftehn,  dafs 
er  manche  Gegenftände  gründlicher  unterfucht  und 
richtiger  gefehen ,  als  Grew  und  Malpighi.  Seine 
fämmtlichen  Werke,  worunter  uns  feine  arcana  natu» 
rae  und  epifiolae  phyfiologicae  vorzüglich  intereffiren» 
find  zu  Leyden  in  vier  Quartbänden  1722  herausge* 
kommen.  Hier  findet  man  zuvörderft  das  Zellgewe- 
be mit  fejnen  Zwifchengängen,  (tom.  1.  P.  2.  p.  22« 
vol.  3.  p.  001.  f.  i3.  i4«)i  dann  das  zufammenge- 
fetzte  Zellgewebe  (vol.  3,  p.  296.)  und  die  Bläschen 
oder  Niederfchläge  von  Stärkmehl  in  den  Saamen- 
lappen  befcbrieben.  (epiß,  phyf.  p.  26.)  Die  Schei- 
dewände der  Zellen  fteilt  er  als  Klappen  dar.  (arca*. 
nat.  p.  32i,)  Die  Sj^iralgänge^die  punktirten  Röh- 
ren, felbft  die  Ringfafern  der  SpiraJgange  unterfchei* 


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•  »  *- 

tom  Bau  und  der  Natur  der  Gewächfe.  19 

• 

det  er  fehr  wohl.  (daf.  p.  5io,.  f;  6  —  12.  vol.  2.  p.  „ 
268.)    Er  vergleicht  die  Schraubengänge  mit  Fäden, 
.  die  um  Stäbchen  gewunden  feyn.    In  der  Rinde  der 
Kokosnufs  fand  er  die  wurmförmigen  Körperchen, 
Anfänge  der  Schraubengänge,  (p.  278.  f.  18.)  Er 
glaubte  fogar  im  Embryo  der  Muskatnufs  diefe  Ka- 
näle gefehn  zu  haben,  (vol.  3;  p.  473.)    Auch  im 
Keimgang  der  Saamen  meinte  er  fie  zu  finden,  (vol. 
l.  p.  6j)0    In  den  punktirten  Gängen  nahm  er  ehe-_ 
dem  Klappen  an.  (vol.  1.  P.  2.  p.  i4«  ij).*  f.  n.G.) 
Die  poröfen  Röhren  am  Nadelholz  fah  er  fehr  gut, 
und  glaubte ,  dafs  ße  die  Gemeinfchaft  mit  den  hori- 
zpntalen  Gängen  eröffnen,  (vdl.  3.  p.  294»)  Diefe 
Strahlengängq.,   aus  Zellgewebe  beftehendv  kannte 
er  genau.    Durch  Hülfe  derfelben  wacbfe  das  Holz 
in  der  Dicke.    Gewöhnlich  glaube  man ,  das  lang- 
ferne  Wacbsthum  fey,  immer  mit  Härte  des  Holzes' 
verbunden,   aber  die  Elchen  in  Norwegen  haben 
fchwammiges  Holz,  obwohl  fie  fehr  langfam  wachfen.  1 
(voL  1.  p.  245.  vol.  4-  p*  i  65. ) 

Den  Bau  der  Saamen  und  das  Keimen  derfelben 
unterfuchte  er  genau.  Es  gebe  in  dem  Pflanzenreich 
keinen  Ünterfchied  der  GefchJechter,  fondern  in 
dem  Ey  fey  fchon  der  Embryo  vorgebildet,  (vol.  1. 
f>.  66.)  Das  Keimen  der  Weidenfaamen  beobachtete 
er  zuerft.  (daf.  p.  76.)  Dem  Keimgang  fchreibt  er 
befruchtende  Kraft  zu,  was  er  bey  der  Kaftanie  und 
Wällnüfs  zu  erweifen  fucbt.  (daf.  p.  224.)  Bey  Un- 
terfuchung  des  keimenden  Gerftenkorns  fckienen  ihm ' 
drey  Pflänzchen  fich  zu  zeigen,  welches  gleichwohl 
nur  die  warzenförmigen  Hüllen  der  Wurzelchen  find« 
(daf.  p,  22*. )  Die  Vorbildung  fämmtlicber  Theile 
der  Pflanze  in  dem  Saamen  meint  er  im  keimenden 
Gerftenkorn  nachweifen  zu  können:  doch  finde  fei- 
ne  Meinung  keinen  Beyfall.  (vol.  1.  p.  9,5.) 

*•  # 

— — 

2,  * 

*  • 
- 

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ao   Fünfte«  Buch.  Erltes  Kapitel.  Gründung  der  Lehre 


Das  Mifchungs-  Verhfiltnifs  der  Pflanzen  und 
den  dynamifchen  Theil  der  Naturlehre  der  Gewäch- 
h  machten  die  franzöfifchen  Naturforfcher  zum  Ge- 
genftand  ihrer  Unterfuchungen. 

Dem  berühmten  Claud.  Perrauls  (geb.  i6i3, 
1608)  verdanken  wir  vorzüglich  genauere  For- 
schungen über  die  Bewegung  der  Säfte  in  den  Pflan- 
zen. Die  wirkende  Urfach  des  Auffteigens  der  Säf- 
te glaubt  er  in  derpährung  der  Erdfeuchtigkeit  mit 
den  Säften  der  Wurzel  zu  finden.  Diefe  entftehe 
durch  Wärme  und  erzeuge  Ausdehnung  der  Flüffig- 
keiten,  wodurch  fie  zum  Auffteigen  gebracht  wer« 
den.  Da  Pflanzen,  die  nur  mit  einem  Thejl  ihrer 
Wurzeln  im  Waffer  ftehn,  doch  auch  mit  den  ^lbrl* 
gen  Nahrung  anziehn,  fo  glaubt  er  darin  einen  Be» 
weis  der  eigentümlichen  mit  der  ihierifcben  zu  ver* 
gleichenden  Lebenskraft  zu  finden.  Die  Wurzel 
ftelle  den  Mund  und  Nahrungs  -  Kanal  der  Thier«, 
das  Mark  aber  das  Herz  dar.  (Oeuvres  de  Perrault* 
tom.  1.  p.  77.  f.  90  107.)  Die  abfteigende  Be- 
wegung der  Säfte  fucbt  Perrault  aüs  dem  Wachs th um 
der  Wurzeln,  aus  der  wechfelfeitigen  Beziehung  des 
Laubes  und  der  Wurzeln  auf  einander  und  aus  dem 
Auffchwellen  der  Rinde  über  dem  angelegten  Bande 
2u  erklären,  (daf.  p.  90.)  Die  eigentümlichen  Saft- 
gänge fah  er  ebenfalls,  (daf.  jp.  99.  102.)  Da  Per- 
rault eine  allfeitige  Bewegung  der  Säfte  angenommen, 
und  den  Rücktritt  der  letztern  befonders  ans  dem 
Wachsthum  der  verkehrt  gepflanzten  Sträucher  ge- 
fchloffen  hatte,  fo  machte  Magnol  dagegen  einige 
Einwendungen*  (mäm.  de  Vac.  de  Paris,  1709.  p.  56<) 

Wir  haben  fchon  oben  bemerkt,  dafs  die  fran- 
zöfifchen Naturforfcher  um  jene  Zeit  das  Mifchungs  • 
Verhältnifs  der  Pflanzen  aus  dem  Salzgehalt  der  Afch^ 
zu  errathen  fachten«  Ein  gewiffer  Dedu  aus  Mont- 
pellier (de  tarne  des  plantest  Leid.  i685<  12.)  leitet« 

> 

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▼om  Bau  und  der  Katur  der  Gewächfe.  2* 

die  Erzeugung  und  das  Wachs th um  der  Pflanzen  al- 
lein aus  der  Gährüng  oder  dem  Aufbraufen.  der  Säu- 
ren mit  den  Laugenfalzen  her.  Denis  Dodan>  Mit«, 
glied  der  Akademie  der  Wiffenfchaften  zu  Paris,  (geb. 
|  634>  t  17<>7,)  wollte  freye  Säuren  im  Stamm  und 
den  Bltitben  gefanden  haben.  Um  das  Mifchungs- 
Verhältnifs  der  Pflanzen  zif  unterfuchen,  müffe  man, 
fie  langfam  verbrennen,  damit  die  zerftörende  und 
yer wandelnde  Gewalt  des  Feuers  weniger  Einflute 
habe.  Auch  gegenwirkende  Mittel,  als  Lakmus - 
Tinctur  und  Bleyfalz,  wandte  er  an,  und  mifctye, 
wieLeeuwenhoek>  die  Pflanzenfette  mit  Blut,  um  die 
"yVirkungen  derfelben  zi|  erfahren.  (Memoire*  pour 
fervir  ä  Chifioire  des  plantes.  Paris  1676,  f.  Amft. 
I75b\  4) 

Derfejbe  Dodart  fachte  einige  iotereffante  Auf* 
gaben  au,s  der  Naturlehre  der  Ge wachte  zu  löfen, 
Dafs  die  Wurzeln  derfelben  Richtung  folgen  als  die 
Aefte,,und  der  Fläche  des  Bodens  parallel  gehn,  fach« 
te  er  darzuthun.  (Mem.de  Vac.  deParis.,  1699.  P-72-) 
Die  Frage  *  warum  das  Pflanzchen  immer  fenkrecht, 
auf-,  die  Wurzel  aber  abfteige,  fuoht  er  dadurch  zu 
beantworten,  dafs  er  annimmt,  ,  die  Sonnenwärme 
ziehe  die  Fafern  zufammen ,  die  Feuchtigkeiten  aber, 
tfehpen  fie  aus :   dagegen  die  Fafern  der  Wurzeln 
flurch,  peuphtigkeiten  zufammengezogen,  durch  Warn 
jne  aber  ausgedehnt  werden.     Bringe  man  alfo  das 
Saamenkorn  fo  in  die  Erde,  dafs  die  Wurzel  nach, 
pbeq  ftehe,  fo  ziehe  die  Sonnenwarme  die  Fafern  des 
Pfläpzchens  zufaminen :  diefes  beuge  fleh,  werde  von 
den  Feuchtigkeiten  ausgedehpt,  und  komme  fo  aus. 
^em  Boden  hervor,  (mem.  1700.  p.  78.)    Das  Willv 
k  Uhr  liehe  diefer  Erklärung  fühlte  er  fpäterhin  fehr 
wohl.  (me'm.  \JQ2.  p.  61.)     Pie  unendliche  Ver- 
«mejiruugskraft  der  Pflanzen  fachte  er  zu  berechnen. 
Jp  ei^er  Ulme  ftnd  fo  viel  Keim* ,  dafs  1 584otyilli9- 


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%*X   Fünftes  Buch.  Erltes  Kapital»  Gründung  der  Lehr 9  ' 

nen  Ulmen  aus  einer  «einzigen  entftehh  können,  (daf. 
p.  85.)  Dies  fucbt  er  an  einem  andern  Ort  auch 
ans  der  Vorbildung  der  Embryonen  im  Saatnen  zu 
erläutern.  (mSm.  1701.  p.  3 1 5.) 

Die  chemifchen  Verhältniffe  der  Vegetation 
fuchte  Edme  Mariotte,  Prior  des  Kl  öfters  zu  S.  Mar» 
tin  fous  Traune,  (f  1684)  «us  einander  zu  fetzen. 
Wir  haben  ein  lehrreiches  Werkchen  von  ihm:  Bfi 
fay  für  la  vtg6cation  des  plantet*  Paris  1679.  8» 
Hierin  fucht  er  die  wahre  Theorie  der  Ernährung 
der  Pflanzen  dadurch  zu  begründen,  dafs  er  be weifet, 
die  verfcbiedenften  Pflanzen  können  aus  denfelben 
Beftandtheilen  des  Rodens  ihre  Nahrung  ziehn  ,  and 
fie  bilden  weit  mehr  Stoffe,  als  fie  im  Boden  finden, 
(p.  38  —  41»)  Damit  hängt  auch  zufammen  ,  dafs 
derfelbe  aufzeigende  Saft  im  wilden  Birnbaum  herbe, 
und  in  dem  darauf  gepfropften  edlen  Reife  wohl« 
fchmeckende  Frflchte  erzeugt,  (p.  37.)  Gegen  die 
Einfchachtelungs  -Theorie  macht  er  gegründete  Ein- 
wendungen: man  könne  in  keiner  Zwiebel  cfie  Saa- 
tnen der  daraus  hervorfproffenden  Pflanze  fehn.  (p. 
1 13.)  Intereffant  war  auch  fein  Verfuch ,  einen  Ro- 
fenftock  voll  Blüthenknospen  feiner  Blätter  und  Blatt- 
knospen zu  berauben,  wodurch  er  genuthigt  wurde» 
ftatt  der  Blochen  blofs  Blätter  zu  treiben,  (p.  121.) 
Auch  über  die  Ausdünftung  der  Pflanzen  kommen 
gute  Bemerkungen  vor;  (p:  89.  98.)  Vom  Abftei- 
gen  der  Säfte  überzeugte  er  fleh  durch  folgenden  Ver- 
fuch: Er  fägte  den  Zweig  einer  Haynbuche,  die  mit 
einer  andern  zufammengewachfen  war,  unterhalb  des 
Orts  der  Verwachfung  durch :  diefer  durchgefigte 
Zweig  trieb  aber  nachmahls  Aefte,  und  konnte  feine 
Säfte  nirgends  anders  woher  als  aus  der  nebenfte- 
henden  mit  ihm  verwachfenen  Haynbuche  erhalten 
haben:  diefe  waren  alfo  Jierabgeftiegen.  (p.  85.) 
Die  eigentümlichen  Saftgänge  fah  er,  befch reibt  fie 


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Tom  Bau  und  der 'Natur  der  Gewächfe.  ijf 

i 

aber  nicht  ganz  richtig,  wenn  er  fegt,  dafs  ein  fei- 
©er  weifser  Faden  in  ihrer  Mitte  ift.  (p.  64.)  Er 
rnachte  fchon  die  Erfahrung,  dafs  auf  ausgetrockne- 
ten Teichen  bisweilen  Pflanzen  in  Menge  auffchiefsen, 
die  weit  und  breit  nicht  vorkommen:  ein  Beweis, 
fagt  er,  dafs  in  der  Luft  Stoffe  find ,  die  zu  Saamen 
lieh  vereinigen  können,  {p.  118.)  Die  Beftandthei^ 
)e  der  PÄanzen  werden  von  ihnen  felbft,  vermöge? 
ihres*  eigenthamlichen  Baues  bereitet,  (p.  i4ö») 
Man  fieht,  dafs  Mariotte  einer  der  hell eften  Natur- 
forfcher  der  Pflanzenwelt  zu  feiner  Zeit  war. 

DaTs  ohne  Saamen  Geh  Pflanzen  erzeugen ,  hielt 
Mariotte  alfo  für  erwiefen.    Auch  Joh.  Bapt.  Trlum* 
fetfi,  Prof.  der  Botanik  in  Rom,  (f  1707,)  fuchte, 
obgleich  in  unreiner  Schreibart,  diefe  Art  der  Ent- 
ftehung  organifcher  Korper  darzuthun,  fp  wie  er 
Freylich  unerwiefene  Satze  von  dem  U ebergang  der/ 
Arten  und  von  der  Erzeugung  der  Pflanzen  aus  allen 
Theilen  der  Mutterpflanze,   felbft  aus  den  Saften, 
aufhellte.  {Obfery.  de  ortu  et  Vegetation?  plaatarum. 
Rom.  i685.  4«)    Unwürdig  ift  feine  Stfeitfchrift  ge> 
,    gen  Malpighi,  (Vindiciae  veritatls.  Rom.  17öS.  4«)i 
worin  er  diefen  gröfsen  Mann  um  den  Ruhm  feiner 
Entdeckungen  zu  bringen,  und  unter  andern  darzu- 
thun fucht,  dafs  die  Kotyledonen  nicht  den  Nutzen 
haben  können,  die  junge  Pflanze  zu  ernähren  ,  weil 
tnan  jene  abfehneiden  könne,,  ohne  dafs  die  Pflanze 
eingehe.     Auch  er  wiederholt  noch  das  Mährchen 
von  der  Palingenefie  der  Pflanzen  aus  der  Afche,  und 
Kramer  (tent.  bot.  p.  47.)  will ,  dafs  Malpighi  felbft 
fich  von  der  Wahrheit  der  Behauptung  feines  Gegners 
fiberzeugt  habe. 

-Dafs  Dan.  Cox  fich  durch  Widerlegung  des  Vor- 
urtheils,  als  könne  man  aus  den  Salzen  rter  Pflan- 
zen -Afche  auf  den  Salzgehalt  der  lebenden  Pflanze 
fchlie-sen,  Verdienfte  um  die  Naturlehre  der  Ge* 


*       ■  ,  Digitized  by  Google 


$ 4  Fünftes  Buch,  Erltes  Kapitel*  Gründung  der  Lehre 

wächfe  erworben»  haben  wir  fchon  oben  gefagt» 
Ihm  verdanken  wir  gleichfalls  intereffante  Unterfu-  « 
chungen  über  das  Vorkommen  der  Pflanzen  an  fol- 
chen  Stellen,  wohin  lie  durch  keine  Saamen  gelan- 
gen konnten  ;  über  das  Aufzeigen  des  Nahrungsfafts 
zwifchen  Rinde  und  Holz ;  über  die  Fruchtbarkeit 
der  Bäume,  ohne  Mark  ;  über  die  Möglichkeit ,  Na- 
delholz zu  pfropfen,  und  über  die  Saamen  der  Far- 
renkräuter.  (Birth*  vol.  2.  p,  5a.  f.) 

lieber  die  Ernährung  der  Pflanzen  wurden. die 
lehrreichften  Verluche  von  Joh.  Wuo4*ard,  Prof, 
am  Gresham  -  College  in  London,  (geb.  1  665,  f  1728,) 
angeftellt.  Da  es  nämlich  bis  dahin  zweifelhaft  war, 
ob  blpfses  Waffer *oder  auch  die  Erde  die  Pflanzen 
nähre,  fo  hatte  Joh,  Bapt.  van  Helmont  fchon  einen 
Verfuch  angeftellt,  der  zu  be weifen  fchien,  dafs 
Waffer  allein  *ur  Ernährung  der  Ge wächfe  hinreichet f 
feine  Weide  nämlich,  die  fünf  Jahre  in  einem  Gefafs 
mit  Erde  geftanden  und  gehörig  begoffen  worden, 
hatte,  nach  Verlauf  jener  Zeit,  über  einen  halben 
Zentner  an  Gewicht  gewonnen,  obgleich  die  Erde 
im  Topfe  nur  zwey  Unzen  verloren  hatte.  (Ori.  med. 
f>.  53.  82.)  Jetzt  machte  nun  Wood  ward  einen  an? 
dem  Verfuch.  Er  ftellte  Waffermünze  |n  Gefäfse 
fnlt  Waffer,  und  bedeckte  die  Oberfläche  des  Waffers 
dergeftalt,  dafs  die  Ausdünstung  nur  durch  die  Pflan- 
ze gefchehn  konnte.  Nun  fand  er  nach  drey  Mq- 
naten,'  dafs  46mahl  mehr  Waffer  durch  die  Ausdün- 
ftung  verloren  gegangen,  als  die  Pflanze  fich  angeeig- 
net hatte.  Daf$  aber  aus  dem  Waffer  feftere  Beftand- 
theile  (Extractivftoffe )  iq  die  Pflanze  Übergehn, 
ichlofs  er  daraus,  weil  folch es  Waffer ,  worin  keine 
Pflanzen  geftanden,  viel  mehr  Bodenfatz  bekomme, 
als  folcjies,  worin  Pflanzen  vegetirt  haben.  (Phil* 
trans.  vol.  2i.n«  255.)  Aehiiliche  Verfuche  machte 
Jph.  Beale.  {Phil.  $ransj  vqL  4«  »•  46*) 


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•  *  • 

vom  Bau  und  der  Natur  der  Gewächfe.  25 

»  .  • 

Höchft  wichtig  für  die  ganze  Pflanzenkunde  War  , 
ren  die  Entdeckungen  über  das  Gefchlecht  und  die 
Befruchtung  der  Pflanzen.  Wir  haben  gefehn,  wio 
mangelhaft  Grew's  Einfichten  über  diefen  Gegenftand 
waren,  obgleich  man  geftehn  mufs,  dafs  Milkngtba 
und  er  die  erften  waren,  welche  die  Bedeutung  der 
Antheren  ahnten.  Faft  zu  gleicher  Zeit  mit  Grew 
(1681)  bemerkte  Jak.  Bobart,  Auffeher  des  bo- 
tanifphen  Gartens,  zu  Oxford,  dafs  die  Saamen  der 
Lycbnis  clioica  L, ,  wenn  die  Staubfäden  keine  api- 
ces  (Antheren)  haben,  nicht  aufgehn.  {Fat.  Blairs 
bot.  ejjays,  p.  243.)  Diefe  Nachricht  hatte  Blair 
,von  Sherard.  Nicht  lange  nachher  (1686)  behau- 
ptete  auch  Joh.  Ray,  {hiß.  pl.  l.p.  17.  Synopf.fiirp* 
brit.  p.  i34*)>  die  apices  fchienen  ihm  allerdings  das 
männliche,  befruchtende  Princip  abzufondern* 

In  England  alfo  ward  der  GrunJ  zur  Sexual  - 
Theorie  gelegt,  aber  befeftigt  ward  diefer  Grund 
durch  einen  Deutfchen,  Rud.  Jac.  Camerarius*  Profc 
in  Tübingen,  (geb.  i6*65,  f  1721).    Diefer  gab  I'6g4 
ein  Sendfehreiben  an  Valentini  heraus ,  (Valentini 
polychr.  exot.  p.  226.  und  Gmelin  de  nov.  ueget.  exor> 
tu,  p.  83.  f.),  worin  er  mit  grofser  Gelehrfamkeit 
aus  der  Analogie  mit  dem  thiertfehen  Körper  und 
aus  andern  Gründen  die  befruchtende  Kraft  der  api* 
oes  zu  be weilen  fucht.     Die  Veränderung,  welch© 
die  Eyerchen  durch  die  Befruchtung  erleiden,  deute 
fcjion  darauf  hin  :  vorher  fey  alles  einförmige  Maffe: 
nach  der  Befruchtung  zeigt  Geh  der  Embryo  als  ein 
grünes  Pünktchen.    Ueberall,  wo  Hie  apices  fehlen, 
könne  der  Saame  nicht  vollkommen  werden:  nach 
weggefebnittenen  männlichen  Aehren  des  Mays  fal- 
len die  Körner  unfruchtbar  ab.     Wenn  die  männli- 
chen Pflanzen  des  Bingelkrauts  fehlen,  fo  tragen  die 
.weiblichen  keinen  vollkommenen  Saamen.  lndeffen 
verhehlt  er  einige  BedenklichJkeiten  nicht,  die  ihm 


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t6  Fünftes  Bucbv  Erftes  Kapitel« 

'S 

gegen  dfefe*Theorie  aufgefallen.  Es  fey  nicht  wahr- 
scheinlich ,  dafs  bey  manchen  Arten  die  weiblichen 
Individuen  vergeffen  feyn:  und  doch  finde  man  Ly* 
copodium  und  Equifetum  mit  fehr  reichlichem  Pollenf 
ohne  weibliche  Theile.  Auch  fey  ihm  wohl  vorge- 
kommen, dafs  die  weiblichen  Hanfpflanzen,  ohne 
fche  in  baren  Zutritt  der  männlichen,  dennoch  voll- 
kommenen Saamen  getragen.  Diefe  Einwürfe  wqr? 
den  fpäter  von  Kölreuter  und  Gleichen  fehr  gut  wi- 
derlegt, l^ebrigens  fuchte  er  zuerft  die  Meinung 
von  der  Erzeugung  der  Saamen  ohpe  Zuthun  glei- 
cher Pflanzen,  und  von  der  Entftehung  der  letztern, 
ohne  vorgängiges  Dafeyn  der  erftern  einzuschränken, 
indem  er  die  vorgeblichen  Kohlfaamen,  welche  bey 
anfangender  Fäulnifs  des  Kohl$  (ich  zeigen ,  für  das 
erklärte,  was  fie  find,  nämlich  far  Schwämmchen, 
(Sclerotium,  ßph^nat.  cur.  dec.  3.  a.  i.  obf.  io5.). 

Obgleich  P.  Boccone,  aus  Sicilien,  ein  gelehr- 
ter Ciftercienfer,  (geb.  i633,  f  1704?)  den  wir  noch 
oft  anfahren  werden ,  die  Erzeugung  der  niedern 
Pflanzen  ohne  Saamen,  namentlich  der  Waffer*  und 
Mejtrgewächfe  aus  blbfsem  Sehleim  ,  darzuthun  Füch- 
te, (Eph.  nat.  cur.  dec.  3.  a.  4.  app.  p.  142.)  5  fo  war 
er  es  doch,  der  Zeugniffe  für  die  Nötb Wendigkeit 
der  Einwirkung  männlicher  Pflanzen  der  Piftacie 
bey  brachte,  wenn  die  weiblichen  vqllkommene  Saa- 
men tragen  follten.  Er  fahrt  diefe  Zeugniffe  aus* 
drncklich  in  Beziehung  auf  Gamerarius  Schrift  an. 
(Mufeo  d\  plante  rare,  p.  139.  t4o.) 

■  * 

Zweytes    Kapitel..  , 

Verfuche  methodifcher  Anordnung 

der  Gewächfe. 

Wir  haben  gefehn,  wie  im  fechzehnten  Jahr- 
hundert die  Anordnung  der  Pflanzen  entweder  ga,n*  - 


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Fünftel  Buch.    Zweytes  Kapitel.  27 

willkübrlich  war,  oder  in  der  Befolgung  einer  ge- 
wiffen  natürlichen  Verwandtfchaft  beftand,  welche 
aber  noch  gar  nicht  befümmte  Regeln  befolgte ,  und 
dafs  Cefalpini  faft  der  einzige  war»  der  die  Verfchie- 
denheit  der  Früchte  als  Norm  der  Eintheilung  aner- 
kannte. Im  fiebzehnten  Jahrhundert  fuhr  man  fort, 
die  natürlichen  Verwandtfchaften  zu  prüfen  *  die 
darauf  zu  gründenden  Methoden  zu  verbeffern,  vor 

'  allem  aber  die  Kunftfprache  zu  läutern  und  die  Grund- 
begriffe von  Art  und  Gattung  genauer  anzugeben. 

Adr.  Spigeiius  aus  BrüffeJ,  Prof.  in  Padua,  (geb. 
1578,  f  1625,)  beförderte  durch  feine  Ifagoge  in 
rem  herbariam,  Patav.  1606.  4.,  die  wiffenfchaftliche 
Pflanzenkunde  auf  keine  Weife.  Denn  fein  Werk 
enthält  nichts,  als  allgemeine  Sätze  aus  der  Arifto- 
telifchen  Philofophie,  und  oberflächliche  Betrach- 
tungen über  einzelne  Pflanzen  -  Gattungen. 

Der  erfte  Begründer  der  wiffenfchaftlichen  Pflan- 
zenkunde, der  Urheber  einer  beffern  Kunftfprache 
und  richtiger  Begriffe  Über  das  Gefchlecht,  die  Gat- 
tungen und  Arten  der  Pflanzen  war  ein  Deutfcher, 
Joach.  Jung  aus  Iiübeck,  Prof.  in  Hamburg,  (geb. 
1687,  f  i657 >.  Vqn  feinen  Grundfätzen  Wurde, 
fo  lang  er  lebte,  wenig  bekannt.  Er  felbft  hat  nichts 
herausgegeben:  obgleich  Abfchriften  von  feinen  Di- 
ctaten  umliefen.  Eine  folche  Handfchrift  theilte 
Sam.  Hartlieb,  deffen  wir  oben  erwähnten,  i6fy> 
dem  Job.  Ray  mit,  wie  diefer  in  feinem  Index  plant, 
agri  cantabr.  p.  87.  erzählt,  und  es  war  von  diefer 

.  Zeit  an  in  den  Schriften  der  Engländer  allerdings  die 
beffere  und  klarere  Anficht  zu  bemerken,  welche 
Jungs  Grundfätze  veranlafst  hatten.  Erft  1 662 ,  fünf 
Jahre  nach  Jungs  Tode ,  gab  Mart.  Fogel  die  Doxo- 
fcopia  phyfica.  zu  Hamburg,  und  1678  Job.  Vagetiug 
die  Ifagoge  phytofcopica  heraus.  Beide  Schriften 
wurden  aber  auch  wenig  gelefen,  felbft  nachdem, 


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sg  funfus  Buch,  «weyte^Kipitch 

Ai  bracht,  90  Jahre  nach  dem  Tode  des  Verfaffer*» 
fmne  fämmtlichen  Schriften  zufa  mm  endrucken  liefe. 
(J.  Jungii  opuscula  jt(otanico*phyfica.  Coburg.  »747v 
4.)  Linne,  dem  nicht  leicht  etwas  in  der  botani- 
schen Literatur  entgangen  war,  hatte  doch  1771 
noch  nichts  vqn  Jung  gefehn;  aber  nach dem  ihm 
Gifeke  deffen  Doxofcopias  minpres  gefchickt,  ehrte 
er  in  dem  Suppl.  fein  Andenken  durch  Benennung 
einer  Pflanze  nach  ihm.  (Gifeke  de  merit.  Hamburg*, 
in  hiß.  not.  p.  16.) 

Jung  ift  Schöpfer  der  Kunftfprache,  die  nach- 
her durch  Linne  vervollkommnet  wurde.  Wenn 
Linne  feiner  nicht  erwähnt,  fo  war  dies  ganz  natür- 
lich eine  Folge  davon,  dafs  er  fei  neu  Vorgänger  nicht 
kannte,  fondern  Ray  ba,tte  die  Jijog'fche  Kunftfpra«\ 
c}ie  angenommen  ,1  ausgebreitet ,  und  fo  bedurfte  Ge 
zu  Lfnne's  Zeiten  blots  einer  feftern  Begründung 
und  beffern  Ausbildung.  Jung  betrachtet  die  Ver- 
fehl eden hei ten  jedes,  einzelnen.  Theils  der  Pflanze* 
und  beftimmt  fftr  diefe,  abweichenden  Formen,  die 
Ausdrücke.  So  erklärt  er  zuerit  das  foljum  comno? 
fit  um  >  pennatum  >  fo  erklärt  er,  y{BS  Jpfoa*  panicu« 
laf  umbeüa,  corymbus  ift.  So  gebraucht  er  zuerff 
den  Ausdruck  perianthium.  Flor^ßamu^ei  find  ihm 
folebe,  die  entweder  aus  blossen  fiqminibus  oder  au$ 
diefen  und  dem  fiilus  beftehn.  ■  Aber  aus  den  ange- 
führten Beyfpielen  des  Roclfens,  der  Smnguifprba 
u,  (,  f.  fieht  man ,  dafs  er  blofs  die  Länge  der  Staub- 
fäden Geh,  zu  diefer  Benennung  bewegen  lieb.  In 
einigen  Blumen,  fagt  er,  (opusc.  p.26.),  fehlt  der ßUuSf 
und  es  tritt  ftatt  deffen  etwas  Aehpljches  heryor,  wie 
hey  der  Iri$,  dem  Mohn  und  der  Tulpe.  Die  zu- 
fam mengefetzten  Blumen  betrachtet  er:»  mit  Rück- 
£cbt  auf  ihre  flache  und  röhrige  Form.  Pie  ßaminq 
und  den  JiUus,  obwphl  er  ihre  Verfcbiedeoheiten. 
fprgfeltig  angiebt,  .kennt  er  dqch^  noch  nicht»  in, 
KückGcht  ihrer  Verrichtungen. 

v  ■ 


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Verfuche  methodifclier  Anordnung  der  Gewächfe.  ^9  * 

Jung  ift  Urheber  befferer  Begriffe*  über  die  Ata- 
ördnung  der  Pflanzen.  Den  Unterfchied  der  Bäu- 
me, Sträucber  und  krautartiger  Pflanzen  zeigt  er  in 
feiner  Nichtigkeit.  Er  unterfucht  dann  den  Werth 
der  Charaktere,  die  zur  Unterscheidung  der  Arten 
weder  von  den  Dornen,  noch  von  der  Farbe,  dein 
Cnruch,  Gefchmack,  den  mediciniSchen  Wirkungen^ 
dem  Ort  und  der  Zeit  des  Blöhens  entlehnt  werden 
dürfen,  (p.  77.)  Er  zeigt  an  zahlreichen  Beyfpielen, 
welche  Pflanzen,  trotz  ihrer  gemeinschaftlichen  Be- 
nennung $  getrennt,  und  welche,  ungeachtet  ihre* 
verlchiedenen  Namen,  verbunden  werden  m offen. 
Artemifia  gehöre  z.  B.  zum  Abfinthium,  Cnicus  zum 
Carduus,  Cröcus  zum  Colchicum.  Nach  welchen  Re- 
geln fich  die  Benennung  der.Pflanzen  richten  müffe, 
giebt  er  ebenfalls  an.  Er  Widerlegt  ümftändlich  die 
Meinung,  dafs  Gewächfe  fich  ohöe  Saamen  fortpflan- 
zen, eine  Meinung,  die  nur  auf  mangelhafter  Beob- 
achtung beruhe.  Erzeigt,  dafs  der  Begriff  vöm  Un- 
terfchied  der  Gefchlechter  bisher  fehr  Schwankend 
gewefen,  und  dafs  mit  Recht  weiblich  nur  die  Pflan- 
ze genannt  werde,  welche  Früchte  trage,  männlich 
aber  die,  welche  blofse  Blumen  treibe,  (p.  i43.) 

Diefe  und  ähnliche  Qrundfätze  wurden  in  Eng*  ' 
land  aufgenommen ,  gepflegt  und  erweitert.    So  ver- 
anlassten fie  eine  beffere  Sprache  und  mehr  wilfed- 
fchaftliche  Ausbildung  der  Botanik. 

Ehe  wirRay's  Verdienste  in  diefer  Hinficht  wür- 
digen, müffen  wir  von  deSSen  berühmtem  Vorgänger^ 
Robert  Morifon,  reden,  der,  als  Nachfolger  Cefalpi* 
ni's,  vieles  zur  Vervollkommnung  der  natürlichen 
Methode,  So  wie  zur  Ausbreitung  der  WifSenSchaft 
beygetragen.  Aus  Aberdeen  in  Schottland  1620  ge- 
boren, Studirte  er  in  feiner  Vaterfradt ,  ward  16 38 
Ma gifter,  nahm  dann  unter  den  Königlidben  gegen 
Cromweli  Kriegesdienfte,  und,  nachdem  der  Prof* 


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30  Fünftes  Buch.   Zweytes  KapiteL 

»  « 
tector  fceGegt*  ging  er  nach  Frankreich»  wo  er  zu 
Paris  unter  Kobin  fich  mit  allem  Eifer  auf  Botanik 
legte.  Zu  Angers  ward  er  1648  Doctor  der  Medi- 
cio. Auf  Rdbiri's  Empfehlung  machte  ihn  Gaftoo» 
Herzog  von  Orleans,  i65o  zum  Vprfteher  des  kö- 
ßiglichen  Gartens  zu  Blois.  Nach  Gaftons  Tode, 
als  Karl  II.  wieder  eingefetzt  war,  folgte  ihm  Mofi- 
fon,  und  ward  1 666  zum  Leibarzt  und  königlichen 
Prof.  der  Botanik  ernannt.  Zehn  Jahre  drauf  über- 
trug man  ihm  eine  Lehrerftelle  in  Oxford:  i683 
ftarb  er  an  den  Folgen  einer  Verletzung  feiner  Bruft 
durch  den  Stöfs  einer  Wagendeichfel.  * 

Sein  erftes  Werk  war:  Hortut  regüis  Blefmfit* 
Lond.  1669.  8.  Dies  kam  als  erfter  Theü  der: 
Praeludia  botanica,  heraus,  deren  zweyter  Theil  den  \ 
Titel  hat:  tfallucinationes  in  C.  Bauhini  pinaee,  item 
Animadvcrfiones  in  J.  Bauhini  hiß.  plant.  Das  zuerft 
genannte  Werk  interefGrt  uns  weniger:  es  iCt  ein  al* 
phabetifches  Verzeichnifs  der  Pflanzen  im  Garten  zu 
Blois.  Aber  das  zweyte  ift  eine  grandliche  Kritik 
der  Anordnung  der  Pflanzen ,  die  die  Bauhine  ge« 
wählt  hatten.  Obwohl  Morifon  vorzüglich  C.  Ges- 
ners  und  Cefalpini*s  Gruridfätze  anerkennt,  fo  ift 
doch  zu  vermuthen,  dafs  auch  Jung's  Handfchrift, 
durch  Hartlieb  dem  Ray  mitgetheilt,  auf  ihn  gewirkt 
habe.  Indem  er  den  Pinax  Seite  für  Seite  durchgeht, 
zeigt  er,  welche  Pflanzen  eine  falfche  Stelle  dort 
einnehmen,  wie  wenig  z.  Bi  Rhaponticum  (Leuzea 
Decand.)  zu  Rheum,  Apocynum  fyriacum  zü  den 
Lapathis,  Tragacantha  zu  den  Carduis  paffe*  Die 
letztere  fey  ein  Aftragajus,  der  fich  durch  zweyfache* 
rige  Hülfe  von  andern  Leguminofen  unterfcheide. 
Die  letztere  Familie,  die  Labiaten  und  UmbeJlaten, 
geht  er  befooder§  mit  kritifcher  Gründlichkeit  durch. 
Angehängt  ift  ein  Gefpräch  zwifcben  dem  königlU 
eben  Botaniker  und  einem  MitglieJe  des  Greshem- 


< 


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Verfachfi  thethodifcher  Anßi-dnung  d«r  <?«wiclife.  3i 

College,  worin  Morifon  fortfährt)  die  natürlichea 
V erWand tfcnaften  der  Gattungen  aufzuftellen.  So 
giebt  er  (p.  47*-)  zuerft  den  Unterfchied  von  Atri- 
J>lex  und  Ghenopodium  in  der  Frucht  an. 

Es  ift  gewifs,  dafs  Morifon  in  diefen  praeludiit 
den  erften  Grund  zu  einer  beffern  Anordnung  der 
Pflanzen  und  zu  einer  würdigem  Gharakteriftik  der 
Gattungen  und  Arten  gelegt  hat.  Dies  wird  durch 
die  Zeugniffe  feiner  Zeifgenoffen  und  Nachfolger  be* 
ftätigt,  welche  Patr.  Blair  (bot,  ejffays,  p.  83.)  ge- 
fammlet  hat. 

Die  erfte  Probe  feiner  beffern  Methode  lieferte 
er  in  einer  denkwürdigen  Schrift:  Plantar  um  umbeU 
liferarum  distributio  nova.  Oxon.  1672.  fol.,  im  er- 
ften1 Theil  feiner'  Hift.  uniirerf.  wieder  abgedruckt. 
Hier  ftellt  er  ein  eigentliches  Syftem*  diefer  Familie 
auf,  deffen  Princip  die  Form  der  Frucht  ift.  Öhnei 
auf  die  Hüllen  zu  achten  j  theilt  er  die'  Doldenge»  ' 
wachfe  in  folgende  Ordnungen:  1.  die  Früchte  mit 
fchwammiger  Rinde  (Gachrys) }  2.  geftreifte  Früchte. ' 
Diefe  find  wieder  verfchieden:  a.  nachdem  fie  fen- 
chelartige Blätter  haben,  (Foeniculum,  Cumibum, 
Meum,  Saxifraga,  Pimpinella);  b.  nachdem  die  Blät- 
ter gelappt  ßnd,  (Sium,  Sifon);  c.  nachdem  die  Blät- 
ter vielfach  getheilt  find,  (Gicüta,  Sefeli,  Crithmum, 
Oenanthe,  Apium,  Carum,  Anifum);  d.  nachdem 
die  Blätter  ganz  abweichende  Formen  haben,  (Bupleu- 
mm).  3.  Geflügelte  Früchte, (Laferpitium,  Thapfia). 
4-  Behaarte  oder  ftachlige  Früchte,  (DaucuSj  Caucalis). 
5.  Blattartige  ruride  Früchte,  (Ferula,  Anethum,  Peu- 
cedanum,  Heracleum,  Tordylium,  Thjffelinum, 
Oreofelinum ).  6.  Gefchnäbelte  Früchte ,  (Myrrhis, 
Gerefolium ,  Scandix).  Hodenfdfmige  Früchte* 
(Coriandrum).  Hierzu  kommen  Uebergangs«  For- 
men, (Valeriana,  Tbalictrum,  Sangniforba),  welch« 
tbeils  nicht  glücklich  gewählt  find,  theil«  leicht  noch 


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1 

» 

32  Fünftes  Buch.    Zweytes  Kapitel« 

fchicklicher  hatten  vermehrt  werden  können.  $6 
viel  ift  gewifs,  dafs  jene  Ein  theil  ung  auf  richtigen 
Grundffitzen  beruht,  und,  wenn  ftatt  der  Blätter* 
den  Hüllen  mehr  Aufmerksamkeit  wäre  gewidmet 
worden ,  noch  jetzt  allgemeinen  Beyfall  verdienen 
würde.  Dabey  find  die  Abbildungen  der  Frachten 
der  Dolden  und  der  Blätter  fehr  lehrreich  und 
"  fauber. 

Ein  grofses,  noch  immer  febr  lehrreiches  Werk 
unternahm  er,  was  ihn  aber,  ungeachtet  der  Bei- 
träge des  Publicums,  in  grosse  Geld  «Verlegenheit 
brachte :  Hißoria  plantar  um  %univerfalis  Oxonienfis, 
wovon  der  erfte  Theil  die  eben  erwähnte  Ueberficht 
der  Dolden  •  Gewächfe  enthält;  der  zwtyte  er  fehlen 
1678»  und  den  dritten  gab  Jak.  Bobart  nach  Morl* 
fons  Tode  1699  heraus.  Das  Ganze  erfebien' noch- 
mals Oxdn.  1715.  fol.  Es  enthält  dies  Werk  zwar 
einen  grofsen  Theil  der  damals  bekannten  Pflanzen* 
und  eine  bedeutende  Anzahl  folcher,  die  hier  zum 
erften  Mahl  vorkommen.  Aber  wir  können  Mori- 
fons  Methode  nicht  vollftändig  beurtheilen,  weil  di* 
Bäume  ganz  und  die  Sträucher  zum  TheiJ  fehlem 
Die  Bacciferae  feandentes  machen  den  Anfang,  .wo-  ' 
zuBryonia,  Cucumis,  Convolvulus  und  Srailax.  Dann 
folgen  die  Halfen  -  Gewächfe ,  die  Cruciaten,  Lilia« 
ceen  und  mehrere  Ranunculeen,  Campanuleen,  Vi- 
tieeen,  Solaneen,  Malvaceen  und  Polygoneen.  Im 
dritten  Theil  die  Compofitae,  die  Gräfer,  die  ver- 
mehrten Umbellaten,  die  Rubiaceen,  Trikokken, 
Afperifolien ,  Gentianeen,  Orchideen,  viele  andere 
ohne  Ordnung,  endlich  die  Farrenkräuter,  Moofe* 
Lichenen,  Schwämme  und  Meergewachfe.  Die  An- 
ordnung ift  freylich  fehr  mangelhaft;  aber  das  Werk 
ift  unentbehrlich,  wegen  der  grofsen  Menge  guter, 
tum  Theil  erfter,  Abbildungen  ,  die  alle  in  verjüng- 
tem Mafsftab,  auf  beiden  Seiten  der  Blatter  abgedruckt 


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Verfucbe  metbodifoher  Anordnung  der  Gewächfe.  33 

#  ■ 

find,  fo  dafs  die  höchfte  Erfparung  des  Raums  be- 
merkbar ift. 

Wir  zeichnen  die  neuen,  oder  beffern, Darftel- 
lungen aus: 

Cunila  thymoides  tom.  3.  fect.  1 1.  tab.  19.  fig. 

6.  .  .    Salvia  colorata  tom.  3.  fecf.  1  1 .  tab.  1 6.  fig. 
ult.  •  .    S.  lyrata  3.  11,  i3.  27.  .  .    >S.  urticaefolia 
3.  1 1 .  1 3.  3i.  .  .    5.  indica  ib.  f.  16.  .  .   Fedia  mixta  -* 
Vahl.  3.  7.  »16.  55.  .  .     F.  dlfcoidea  ib.  f.  23.  .  •  , 
Cenchrus  cribulöides  3.  8.  5.  1.  fuprern.  fer.  .  .  Alo* 
pecurus  pratenfts  5.  8.  4-8.  .  .    Panicum  Iatifolium 

3.  8.  5.  4«  med.  fer.  .  .  Holcus  avenqceus  3.  8.7.  37. . . 
Aira  crifcata  3.  8.  4.* 7-  •  •  A.  jlexuofa  3.  8.  7.  f.  9. 
ult.  .  .  -4.  caryophyllea  3.  8.  5.  11.  .  .  Melica 
coerulea  3.  8.  5.  22.  .  .    M.  rarißora  Sqbreb.  5.8. 

7.  5i.  .  .  Chloris  radiata  3.  S.  3.  i5.  .  .  Poa  rZ- 
gida  3.  8.  '2.  9.  .  .  pefiuca  elatior  3l  8.  2.  i5.  .  . 
F.  loliacea  5.  8.  2.  2.  ,  .  Bromus  fecalinus  3.  8.  7. 
16.  .  .  flr.  3.  8.  7.  18.  ,  .  Br.  ramofus  ib. 
f.  19.  .  .  Br.  afper  ib.  f.  27.  .  .  Br.ßerilis  ib.  f. 
u.  ,  .  Br,  madruenfis  ib.  f.  i3.  .  .  Avenaßave* 
fcens  3.  8.7.  42. .  .  Triticum  caninum  3.  8.  1.  2.  .  • 
2>.  tenellum  3.  8.  2.  3.  .  .  Elymus  canadenßs  3.  8. 
10.  2.  .  .  Lolium  arvenfe  3.  8.  2.  1.  .  .  Hordeum 
maritimum  3.  8.  6.  5.  .  •  H.  bulbofum  3.  8.  6.  7.  .  • 
Scabtofa  transfylvanica  3.  6.  i3.  i3.  .  •  Plantago 
ftricta  Schousb.  3.  8.  17.  2.  .  .  Myosotis  virginiana 
3.  11.  5o.  9.  .  .  LUhofpermum  virginianum  5.  11. 
28.  3.  .  .  Anchufa  virginica  3.  11.  28.  4-  •  • 
Cynogloffum  linifolium  5.  1  1 .  3o.  1 1 .  .  .  EUifia  Ny» 
ctelaeaZ.  11.  28.  3.  .  .  Convofoulus  paniculatus  i- 
7.  app.  .  .  Campanula  perfoliata  2.  5.  2/  23.  .  . 
Cynanchum  hirfiuum  3.  i5.  3.  61.  .  •  Gentiana  Sa- 
ponaria 5.  1.  5.  4*  •  *  Eryngium  coeruleum  MB.  3. 
7.  37.  i3.  .  .  Angelica  atropvrpurca  9.  5.  .  . 
Jmperatoria  lucida  Spr.  9.  3.  .  .    Thapßa  garganiaa 

Geich,  d.  Botanik.  a.B,  3 


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34  Fünftes  Buch.    Zweytei  Kapitel» 

9.  18.  .  .  Laferpitium  angufrifolium  9.  19.  .  .  L. 
,    hirfutum  9.  i5.  .  •    L.  peucedanoides  9.  15.49.  .  . 

Cachrys  Libanotis  9.  1.  1.  .  „  C.  microcarpa  MB. 
ib.  {femine  fulcato  afpero).  .  .  Daucus  gummifer 
Lam.  9.  i5.  f.  7.,  .  .  D.  mauritanicus  ib.  f.  6.  .  . 
D.  lucidus  ib.  f.  3.  .  .  D.  pulygamus  Gouan.  ib.  f. 
5.  .  .  muricatus  9.  14.  f.  5.  •  .  D.  maritimus 
^  Lam.  9.  10.  f.  3.  .  .  Caucalis  platyoarpos  9.  14. 
f.  3.  .  .  Athamanta  ficula  9.  9.  f.  ult.  .  .  Bubon 
fictdus  Spr.  9.  7.  3.  .  .  Anthrifcus  nodofa  S.  9.  10, 
f.  1.  .  .  Myrrhis  colorata  S.  9.  10.  f.  ult.  .  .  M. 
Claytoni  Mich.  9.  11.  f.  1.  •  .  M.  canadenfis  Spr« 
ib.  f.  8.  .  .  Af.  procumbens  9.  11.  f.  ult.  .  .  Sium 
nodlßorum  9.  5.  f.  7.  . .  Sifon  inundatus  ib.  f.  ult.  .  . 
Oenanthe  pralifera  9.  7.  f.  10.  .  .  Bupleurum  ra» 
hunculoides  9.  12.  f.  6.  .  .  Narciffus  anceps  Decand. 
4*  9«  i3.  .  .  Iuncus  fubverticillatus  3.  8.  9.  4«  •  • 
J.  lampocarpus  Ehrh.  3.  8.  9.  2.  .  .  RiUa  chalepenfis 
2.5.  35.  8.  .  .  Saxifraga  punctata  5.  12.  9.  17.  .  . 
Euphorbia  fegetalis  3.  10.  2.  3,  .  .    £.  verrucofa  3. 

10.  3.  3.  .  .  »  Potentilla  Marifoni  Decand.  2.  2.  20. 

2.  •  .  Thalictrum  alpinum  3.  9.  20.  i4»  •  •  Tlu 
rugofum  ib.  f.  3.  .  .    Th.  calabricum  Spr.  ib.  f.  16.  .  . 

v  Teuer ium  Niffblianum  3.  11.  22.  19.  .  *  Cleonia 
lußtanica' Z .  11.  5.  4*  •  •    Pentaftemon  pubefeens  5.  . 

11.  21.  2.  .  .  P.  laevigatus  2.  5.  8.  6.  .  .  Oro* 
hanche  virgihiana  3.  12.  16.  9.  .  .    Barleria  criftata 

3.  ii.  22.  7.  .  .     Sifymbrium  pyrenaicum  ql.  3.  7. 

1.  .  .    Pajfiflora  lutea  1.  2.  3.  .  .    Lavatera  micans 

2.  5.  17.  9.  .  .  I»  cretica  2.5.  17.5.  •  •  Ononis 
mitljjima  2.  2.  17.  4-  •  •  P(/knt  maritimum  2.  2.  1. 
5.  .  .  Vicia  lutea  2.  2.  21.  5.  .  .  Scorpiurus  mu* 
ricata  2.  2.  1 1.  f.  xv.  .  .  Sc.  fubvillofa  ib.  f.  xx.  .  . 
Sc.  vermiculata  ib.  f.  zu.  .  .  Trifolium  Jquarrofum 
2.  2.  i3.  1.  ,  .  Medicago  elegans  2.  2.  i5.  4*  •  • 
Af.  intertexta  ib.  f.  8.9.,.  M.  muricata  ib.  f.  1 1 .  .  . 
A4  (wantt  ib.  f.  18.  .  .    Af.  Ttrebellum  ib.  f.  20.  . . 


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Verlache  inetbodifcber  Anordnung  derGewScbre.  ac 

*  ■  • 

A£  nigra  ib..  f.  13.  .  •    Hypericum  calycinum  2.  5. 

55.  f.  2.  .  .  ,  Scorzonera  lanata  MB.  3.  7.  6.  17.  .  . 

Liatris  fquarrofa  3.  7.  27.  10.  .  .     Cnicus  centau» 

roides  3.  7.  20.  2.  .  .     Carthamus  tingitanus  3.  7. 

34.  19.  .  .    Bidens  frondpfa  5.  6.  5.  21.  .  .  Gnupha» 

lium  obtufifolium  3.  7.  10.  19.  .  .    Xeranthemum  cy- 

,  Undraceum  ,3.  6.  12.   i.%  Smith,  prodr.  fl.  graec. 

vol.  *.  p.  172.  .  .    Conyza  cinerea  3.  7.  17.  '7.  .  , 

Tuffilago  nivea  3.  7.  10.  4*  ?  -    tielianthus  altiffimus 

3.  6.  7.  67.  .  .    Rudbekia  digitata  Ait.  3.  6.  6.  54. 

.  ♦    Coreopßs  Tripteris  3,  6.  3.  44.  .  .  Centaurea 

mofchata  3.  7.  25.  5.  .  .    Silphium  trrfoliatum  3.  6. 

3.  68.  .  •    Ophrys  Scolopax  3.  1  2.  1 3.  1 1 .  .  .  0. 

lutea  ib.  f.  \5.  .  .    Ariftolochia  anguicida  3.  12.  17. 

7.  .  .    Carex  diftans  5.  8.  12.  18.  .  .    C.  fylvatica 

Jh.  9.  .  .  C.ßacca  ib.  f.  1 4-  •  •    C  riparia  ib.  f.  1.  .  . 

C.  ampullacea  ib.  f.  8.  .  .     C.  A/ria  ib.  f.  10.  .  . 

Ambro fia  t  riß  da  3.  6.  1.  4*  •  •    Botrycläum  matri- 

carioides  Sw.  5,  14.  5.  26.  .  .    Polypodiut*  incanum 

3.  i4«  2.  5.  .  .    Afplenium  pojypodioides  ib.  f.  12.  . . 

AfpL  anguftifolium  Sw.  3.  i4-  2.  25.  .  .  Afpidium 

bulbiferum  ib.  t.  3.  10.  .  •    Lycopodium  alopecuroi» 

des  3.  i5.  5.  11.  .  .    Gymnoftomum  pyriforme  3.  i5. 

7.  16.  .  .  Encalypta  vulgaris  ib.  f.  12.  .  .  Splachnum 

ampullaceum  3.  i5.  6.  10.  •  .    Dicranum  fcopariurft 

5.  i5.  7.  11.  .  .     D.  pulvinatum  3.  i5.  6.  21.  •  # 

Necker a  crifpa  3.  1 5.  5.  10.  .  .    N.  viiiculofa  ib.  f. 

-7.  .  .v    CUmacium  dendroides  ib.  f.  3i.  .  .  Bryuni 

caefpiticium  3.  i5.  6.  i5.  .  .    Br.  capillare  ib.  f.  12. 

.  .    Mnium  pfeudotriquetrum  ib.  f.  20.  .  .    Hypnum  ■ 

fylvaticum  ib.  f.  36.  •  .    //.  rutabulum  ib.  f.  35.  .  • 

H.  fquarrofum  3.  i5.5.2.  .  .  H.  alopecuroides  ib.  f.  3o# 

.  .  H.  cur va tum  Sw.  3.  1 5.  6. 3. . .  Bartramiafontana 

ib.  f.  8.  .  .  JS.  pomiformis  ib.  f.  6. . .  FtfCH*  mufcouies 

ib.  t.  9.  f.  4*  •  •  F.  fanguincus  ib.  t.  8.  f.  6. .  •  F-  dulcis  ib. 

f.  1. . .  F,  tomentofus  ib.  f.  7. . .  F.  articulatus  ib.  f.  14* 

3  • 


Diaitize< 


2$  Fünftes  Buch.   Zweytes  Kapitel. ' 

Morifons  Methode  ward  von  Paul  Ammann, 
Prof.  in  Leipzig,  (geb.  zu  Breslau  i634,  f  1691,) 
dergeftalt  angenommen,  dafs  er -lieh  mehr  auf  die 
wefentlichen  Theile  befchränkte,  und  bey  den  Gat- 
tungen weniger  auf  die  Blätter  und  auf  andere  äufse- 
re  Dinge  Rück  (lehr  nahm.    Sein  character  plantarum 
naturalis,  Lipf.  1 685.  12.,  wozu  noch  Curae  'fecun- 
dae,  Lipf.  1686.,  kommen,  ward  von  Dan.  Uebel 
1700   mit  Hermanns   und  Rivinus  Vermehrungen 
neu  herausgegeben.    Beffere.  Grundfätze  Über  die 
Benennung  der  Pflanzen  find  bey  iUm  fchon  herr* 
fchend.    Nur  diejenige  Benennung  gilt,  weiche  den 
Charakter  ausdrückt.     Der  wefentliche  Charakter 
müffe  von  den  Fruchten  entlehnt  werden.     Es  fey 
kein  Einwurf,  dafs  viele  Pflanzen  keine  Safamen  zu 
tragen  fcheinen.    Schon  habe  man  diefe  in  mehrern 
GewächTen  bemerkt,  wo  die  Vorfahren  keine  ge- 
fehn,  und  im  Ganzen  müffe  man  fagen,  dafs  keine 
Pflanze  unvollkommen  fey,  als  nur  in  Rückficht  auf 
tinfere  Schwäche.     Hierauf  gründe  fich  die  wahre ' 
natürliche  Methode:     Indeffen  ftellt  Ammann  die 
Pflanzen  nach  alphabetifcher  Ordnung,  meift  mit  den 
Morifon'fchen  Charakteren  auf,  und  man  kann  nicht 
fagen,  dafs  die  Wiffenfchaft  durch  feine  Arbeit  ge- 
wonnen hätte. 

Wichtige  Verbefferungen  der  Morifon'fchen  Me- 
thode rühren  von  Paul  Hermann  her,  der  1640  in 
Halle  geboren,  acht  Jahre  lang  Arzt  bey  der  hollän- 
difchen  Factorey  in  Zeilan  gewefen  und  von  1679  an> 
Prof.  in  Leiden  war.  (*f  1695.)  Viel  hat  ihm  die 
Wiffenfchaft  zu  verdanken,  nicht  blofs,  weil  er  die 
indifchen  Pflanzen  bekannter  machte,  fondern  weil 
er  auch  die  damals  herrfchende  Morifon'fche  Metho» 
de  wefentlich  zu  verbeffern  fachte.  Was  er  darüber 
in  feinen  Vorlefungen  gelehrt,  liefe  Lothar  Zum bach : 
IJorac  lugduno-batavaeßores,  Leid.  1690. 12.,  dru» 

<  • 


1 

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Verfucbe  methodifcher  Anordnung  der  Gewäcbfe.  37 

ck.en.  Hier  wiref  ein  reines  Fruchtfyftem  geliefert« 
~>  fängt  mit  den  Angio-  (Gymno-)  polyfpermis  an. 

lier  ftehn  gleich  die  Ranuncuieen  mit  den  Malva- 
ceen  zufammen,  von  denen  jene  Gymno-,  diefe  An- 
giofpermen  find.  Dann  folgen  die  Umbellaten,  die, 
Angipmonofpermen  (Valerianella,  Statice):  die  Papr 
pefeentes  und  Lactefcentes  (Cichoreen),  die  Capi- 
tatae  und  Corymbiferae ,  die  Aggregaten ,  Stellaten» 
Afperifolien ,  Verticillaten  (Labiaten):  dann  Unica- 
pfulares  (  Caryophylleen  ) ,  Bicapfulares  ( Gentia- 
neen,  Scrofularinen),  Tricapfulares  ( Convolvuleen, 
Campanuleen,  Trikokken),  Quadricapfulares  (Ru- 
ta,  Datura),  Quinquecapfulares  (Geranium) ,  Mul- 
ticapfulares  (Delpbinium,  Aconitum):  die  Siliquo« 
fen,  Leguminofen:  ferner  Triqapfulares  flore  hexa- 
petalo  nudo  (Liliaceen,  Coronarieri),  Bacciferae, 
Pomiferae,  Epiphyllofpermäe ,  Culmiferae,  Iuliferae 
.und  Baume,  die  noch  unter  die  vorigen  Abtheilun« 
^en  zu  bringen  waren«  ^  :\ 

Die  grofsen  Mängel  rüefer  Methode  fan  dei 
treffliche  Mann  bald  ein  :  daher  arbeitete  er  an  eine* 
Verbefferung  derfelben,  wo  mehr  auf  das  äufsere 
Jlnfeba,  geachtet  und  die  Merkmahle  von  allen  Thei« 
Jen  der  Pflanze  entlehnt  werden  folgen.  Allein  er 
ward  vom  Tode  übereilt*  als  kaum  etliche  Bogen 
.der  neuen  Ausgabe  diefe r  Methode  gedruckt  waren« 
Ol.  Rudbek  der  jüngere  vertheidigte  inzwifchen  die« 
fe  Anordnung  in  der  Disf.  de  fundamentati  plantar 
rum  notitia  recte  acquirenda, „Traj*  ad  Rhen.  1690.  4« 
Hermann  unternahm  ein  grofses  Werk*  wel» 
ches  feine  botanifchen  Entdeckungen  in  ZeiJan  ent- 
halten follte,  und  wozu  über  4°°  Zeichnungen  in 
Indien  entworfen  waren.  Es  erfchien  nach  feinem. 
Tode  blofs:  Mufeutn  zeylanicum  ed.  2M  LB.  1726.  8., 
eine  unverdaute,  unbrauchbare  Arbeit^  woran  Her> 
mann  wohl  keinen  Tb  eil  gehabt.  Eine  reiche  Samm» 


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38  Fünftes  Buch.    ZweyteS  Kapitel. 

lung  getrockneter  Pflanzen  hatte  er  ausZeilan  an  Joh. 
CommeJyn  gefchickt;  diefe.  bearbeiteten  fpäterhin 
Linne  in  feiner  flor.  zeylan.  und  Joh.  Burmann  in  fei- 

0 

nem  thefaur.  zeylan.  Jetzt  ift  diefe  HermannTche 
Sammlung  der  grofsen  Banks'ifchen  einverleibt.  Ein 
Verzeicbnifs  von  600  Pflanzen,  die  Hermann  Km  Kap 
gefammlet,  welches  Sherard  herausgeben  wollte, 
ging  verloren. 

Was  er  in  dem  Leidener  Garten  för  Schätze  zu- 
fammengebracht,  befcbrieb  er  felhft  in  alphabeti- 
fcher  Ordnung  im:  Catalogus  horti  lugduno- batavl, 
LB.  1687.  8.  (  Nach  feinem  Tode  gab  VVilh.  Sherard 
das  Uebrige  in  dem:  Paradifus  batavus,  LB.  1705.  4« 
In  beiden  Werken  mufs  man  die  Genauigkeit  der  Be- 
schreibungen und  die  Richtigkeit  der  Abbildungen 
rühmen.  Hier  kommen  folgende  Pflanzen  zum  er« 
ften  Mahl  vor : 

Curcuma  longa  lugdb.  209.  .  .  Amomum  fyU 
1>eftr*  4b.  657.  .  .  holoßeum  cordatwn  par.  11. 
ficabiofa  prolifera  par.  2?3.  .  .  Azalea  indica  lugdb. 
i53.  .  .  Convolvulus  pentaphyUus  ib.  1 85.  .  .  C. 
Tes  tigridis  ib.  187.  .  .  Lobelia  Erinoider  ib.  109. 
..  .  Solanum  fudvmeum  ib.  575.  .  .  Impatvens  tri* 
Jlora  par.  io5.  .  .  Illecebrum  polygonoides  ib.  17. 
.  .  Afclepias  cumf/avica  ib.  36.  .  .  A.  mberofa. 
lugdb.  647.  .  .  Eryngium  foetidum  ib.  23?.  .  .  Fe. 
tula  tingitana  par.  i65.  .  .  Ligufticum  athaman* 
toides  Spr.  ib.  229.  .  .  Craffula  äichotoma  lugdb. 
553.  .  .  Amaryllis  equeftris  par.  194.  .  .  A.  Ion" 
grfolia  ib.  1 95.  .  .  Pancratium  zeylanicum  lugdb. 
693.  .  .  Cr  in  um  afiaticum  ib.  683.  .  .  Albuca  mi- 
nor  par.  209.  .  .  Afparogus  farmentojus  lugdb.  B5o. 
.  .  Gloriofa  fuperba  ib.  689.  .  .  Dracontlum  poly» 
phyllum  par.  93.  •  •  Acer  rubrum  par.  1.  .  .  Lau- 
rus  Cinnamomum  lugdb.  655.  656.  .  .  Sophora  to~ 
mtntofa  lugdb.  171.  .  .  Tribulus  cifioides  par.  206.  .  . 


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* 

* 

*  t 

Verfucbe  methodifcber  Anordnung  der  Gewächf*.  39 

Tiarella  cordifofia  ib.  1 3o.  •  .    Silene  viridißora  ib. 
19g.  .  .    Arenaria  Verna  ib.  12.  .  .    Cotyledon  or* 
biculata  lugdb*  55 i,.  .  .    Cactus  lanuginofus  par.  1 i5. 
.  .    Myrtus  zeylanica  lugdb.  435.  .  -    Pjtkj  arbu» 
-tifolia  ib.  699.  •  .     Mesembrianthemum  bicolor  ib. 
a4g.  •  .    AI.  edule  ib.  245.  .  .    Geum  virginianum 
par.  111..*    Liriodendron  Tulipifera  Jugdb.  fc  1 3.  .  . 
Anemone  vir giniana  par.  18.  .  .    Hyffopus  /cro/ula- 
riarfolius  ib.  106.  .  .     Phlomis  nepetaefolia  Jugdb. 
117.  .  .     Marrubium  cinereum  Lam.  par.  200.  .  , 
Origanum  ßpyleum  ib.  463.  .  .    Antinhinum  trior~ 
nUhophorum  ib.  377.  .  .     Scrofularia  frutefcws  ib, 
547«  •  •    Meliahthus  maior  ib.  4*5.  .  .  Cardam'-ue 
latifolia  Sb.  .  .    Heliophila  coronopifolia  lugdb.  067. 
.  .     Hefperu  larera  par.  193.  .  .     Sinapis  inen  na 
ib.  i55.  .  .    Cleome  triphylla  lugdb.  565.  .  .  P«/- 
ßßora  foetida  par.  173.  .  .     P.  hirfuta  ib.  176.  .  . 
Pe/argonium  coriandrifolium  lugdb.  280...    P.  cw- 
cullatum  ib.  275.'  .  .    P.  capitatum  ib.  278.  •  .  P. 
myrrhifolium  ib.  281.  .       P.  alchemilloides  ib.  283. 
- .  .     P.  gibbofum  ib.  285.  .  .    P.  grofftdarioides  ib. 
-289-.  .  .    «Si<fa  Napflea  ib.  23.  .  .     Malva  Tourne» 
Jbrtianftrptr.  7,  •  •    Crotaiaria  fagittalis  lugdb.  20 3. 
.  .    Cr.  wii/a  ib.  201.  .  .    Cr.  laburnifolia  ib.  197. 
.  .     Glycine  b'uuminofa  ib.  493.  .  .    ficia  bengalen* 
fis  ib.  625.  .  •     Aßragalus  pentaglottis  ib.  75.  .  . 
if.  epigloiiis  ib.  77.  ^    Pforalea  pinnata  ib.  273.  .  . 
Sonchus  tingitanus  ib.  659.  .  .    Hieracium  pyrenai* 
cum  par.  184.  .  •    Andr^afa  ragußna  Jugdb.  673.  .  • 
Carduus  cerinthoides  par.  1 90.  .  .    Eupatorium  ma- 
culatum  ib.  i5gi  ••    Ageratum  conyzoides  ib.  161.  .  .  * 
Tarchonanthus  camforatus  lugdb.  229.  .  . .  Äthan a- 
fia  annua  ib.  227.  .  .     Baccharis  Jtalimifolia  par. 
225.  .  .     Conyza  foetida  lugdb.  662.  .  .  Srnccio 
hieracißoliiis  par.  226.  •  .    After  dumofus  ib.  9S.  .  . 

A.  novae  Angliae  ib.  98.  .  •    A.  undulatus  ib.  96.  .  . 

\  1  ■  %.  - 


- 


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40  Fünftes  Bach«   Zweytes  Kapitel. 

A.  puniceus  lugdb.  65 1.  .  .  A*  mutabilis  lb;  67;  .  . 
A*  novi  Belgii  ib.  69.  .  .  Solidago  ßexicaulis  par. 
-244.  .  .  S.  minuta  ib.  245*  .  .  S.  rigida  ib.  243.  .  . 
Coreopßs  alba  ib.  124.  .  .  Centaurea  napifolia  ib. 
189.  .  .  C.  tingitana  ib.  160.  .  .  Calendula  plu- 
vialis  lugdb.  io5.  .  .  Amarantus  fpinofus ib.  53.  .  . 
Arum  macrorrhizon  por.  70.  .  .  Cucumis  africanus 
ib.  1 54.  .  .  Bryonia  laciniofu  ib.  97.  .  .  Br.  afri- 
cana  ib.  108.  •  .  Sicyos  angulatus  ib.  i53.  •  .  Za- 
tnia  furfuracea  ib.  210.  .  .  luniperus  bermudiana 
lugdb.  347. 

Morifoos  Fufstapfen  betrat  auch  Joh.ifay,  oder 
Wray ,  wie  er  lieh  Anfangs  fchrieb,  ein  Geiftlicher 
von  grofser  Gelehrfamkeit.  Er  war  zu  Black  Notley 
in  Effex  1628  geboren,  fiudirte  zu  Cambridge,  und 
machte  fowohl  durch  fein  Vaterland,  als  auch  in  Be- 
gleitung Willtighby's  durch  -einen  grofsen  Tbeil  des 
feften  Landes  mehrjährige  Reifen »  nach  weichen  er 
meift  in  feinem  Geburtsort  oder  in  London,  ohne 
Amt  lebte,  und  1705  ftarb. 

Als  der  Bifchof  Wilkins  von  Chefter  die  philo- 
jophifchen  Tabellen  zu  leinem  real  or  univerfal  cha- 
raccer  entworfen  hatte,  bat  er  feinen  Freund  Ray, 
dies  ins  Lateinifche  zu  aberfetzen,  und  die  Pflanzen 
auch  in  einer  natürlichen  Ordnung  vorzutragen* 
Schon  früher  hatte  Ray  das  Verzeich nifs  der  um 
Cambridge  wild  wachfenden  Pflanzen  herausgegeben, 
(CataL  plantarum  circa  Cantabrigiam  najcentium> 
Lond.  16G0.  8.),  und  Geh  fonft  als  denkenden  Bota- 
niker bekannt  gemacht.  Jetzt  gab  er  feine  Meihodus 
plantarum  nova,  Lond.  1 G82.  8. ,  heraus»  worin  er, 
mit  einigen  Abänderungen,  die  alte  Anordnung  des 
Lobelius  aufnimmt,  obgleich  er  mit  Cefa] pini  mehr 
auf  die  Frucht  ßeht.  Die  Baume»  zu  denen  er  auch 
die  Palmen  rechnet,  unterfcheidet  er  noch  von  den 
Sträuchern  2  und  diefe  von  dea  krautartjgen  Pflanzen, 


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Verf uche  Aitthodilcher  Anor dhnng  der  Gewäcnle.  4  t 

t 

Die  letztern  tbeilt  er  in  natürliche  Familien:  Grä*fer, 
Doldengewachfe,  Farrenkräuter  und  Labiaten,  Bac- 
eifaras,  Bulbofas,  Schmetterlingsblumen,  Siliquofen, 
Siliculofen  und  Monopetalas  uniformes  und  diffor mes. 

Diefclbe  Methode  wiederholt  er  in  einem  gro- 
Isen  Werke:  Hißoriayjflantarum,  Lond.  1 686.  fol.  - 
tom.  r.   1688.  tom.  2.   1704«  tom.  3.    Was  bis  da-  . 
hin  gefammlet  und  entdeckt  war,  ftellt  er,  als- Nach- 
ahmer der  Bauhine,  zufammen:  ein  Unternehmen, 
defTen  Gröfse  und  Schwierigkeiten  ßch  aus  den  zum 
Tbeil  fehr  .mangelhaften  Befchreibungen  beurtheilen 
-läfst,  die  er  vorfand.    Er  befteht  darauf,  nicht  die 
Frucht  allein  könne  die  Norm  der  Einteilung  her- 
geben: denn  diefelbe  Gattung  Spergula  habe  gerän- 
derte und  ungeränderte  Saamed,  diefelbe  Gattung 
Ciftus  ein  -  und  dreyfächtrige  Früchte.    Nach  Jungs 
Mufter  bedienter  fich  weit. fichererer  Benennungen  als 
feine  Vorgänger,  und  ftellt  diefelben  Grundfätze  über 
die  CHaraktere  der  Arten  auf.    Er  fängt  von  unvoll- 
kommenen Pflanzen,  Schwämmen,  MooCen  und  Far- 
renkräutern  an,  läfst  die  apeialas  (Hopfen,  Hanf 
-und  die  Palygoneen),  dann  die  compoßtas  und  aggre- 
>  gatas,  die^Umbellaten,  Rubiaceen,   Labiaten  und 
Afperifolien  (nach  dem  Blüthenftand  und  nach  an- 
dern Merkmahlen)  folgen.  T)iePölyfpermae feminenu* 
do  werden  nach  dem  Bau  des  Kelches  und  der  Gorolle, 
die  Pomiferae  und  Cucurbitaceae  nach  dem  Gefchmack 
der  Früchte  und  der  Farbe  der  Saamen  unterschie- 
den:  die  Baccifera*  nach  der  Frucht,  die  MultifdU 
quae  nach  der  Bildung  der  Blätter :  Monopeiqlae  capfu- 
lares  nach  der  Corolle;  hier  kommen  die  Scrofula- 
rinen,  Viticeen  und  Orobancheen  vor.    Dann  die 
Siliquofen  und  Leguminofen. 

Im  zweyten  Theil  ftebn  die  Polypetalae  vofculi- 
ferae%  welche  nach  den  Blättern:  die  Prntapetalol- 
äeaex  welche  nach  ihrem  Standort:  die  Bulbofae  und 


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4*  Fünftes  Buch.   Zweytes  KapitcL 


Tuberofae,  die  nach  der  Blüthe:  die  Frufnentaceae, 
welche  darnach  abget heilt  werden,  ob  die  Köroer 
efsbar  find  oder  nicht:  die  Gräfe r  und  endlich  Ano- 
modaey  unter  denen  viel  Verwirrung  herrfcht.  Die 
Baume  werden  nach  der  Einfachheit  oder  äftigen  Be- 
ichaffenheit  des  Stammes  abgetheilt,  und  im  dritten 
Theile  Nachtrage  geliefert.  Das  Werk  ift  heut  zu 
Tage  unbrauchbar,  und  verdiente  nicht  den  Vorzug, 
von  Linne  überall  angefahrt  zu  werden. 

Mehr  Fleifs  verwandte  Ray  auf  die  zweyte  Aus- 
gabe feiner  Methodus,  Hie  1703  erfchien,  auf  welche 
die  dritte  173.).  8.  folgte.  Da  unterdeffen  die 
fteme  von  Rivinus  undTournefort  erfchienen  waren, 
und  vielen  Beyfall;  fanden ,  fo  fuchte  er  den  Werth 
der  CorolJe,  ak  Norm  der  Eintheilnng,  herabzü* 
fetzen,  wie  er.  überhaupt  von  keinem  einzelnen Theil 
die  Norm  der  Clafufication  entlehnen  zu  müffen 
glaubte,  foadern  durchgehends  das  äufsere-  Anfehn 
am  meiften  gelten  liefs,  und  die  Charaktere  von  al- 
len Theilen  ohne  Unterfchied  entlehnte.  Zugleich 
gab  er  Regeln  der  Syftetnkunde ,  die  Linne  fo  aufge- 
nommen, wie  lie  Ray  vorgetragen:  dafs  man  näm- 
lich nicht  zu  ängftlich  an  einem  einzelnen  Charakter 
hängen ,  und  gleich  neue  Gattungen  bilden  müffe, 
wenn  diefer  Charakter  fich  ändere.  Der  Gefammt- 
Eindruck  der  Pflanze  müffe  vielmehr  entscheiden: 
auch  könne  wohl  ein  einzelner  Charakter  der  Fami- 
lie in  einer  Gattung  fehlen,  wenn  nur  diefe  fonft 
übereinfrimme.  Er  will  ferner,  dafs  man  die  Cha- 
raktere nicht  zu  zahlreich  angebe,  damit  das  Ge- 
dächtnifs  nicht  befchwert,  und  ftatt  der  Charäk- 
teriftik  eine  Befchreibung  gegeben  werde.  Die  Merk- 
mahle, welche  den  Charakter  ausmachen ,  müffen 
klar,  beftimmt  und  deutlich  ausgedruckt  werden. 
Die  von  der  Grüfte  und  der  Aehnllchkeit  mit  andern 
hergenommenen  Gnd  viel  weniger  zu  billigen,  wenn 

Ii  * 


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VeiTuche  m eth od if eher  Anordnung  der  Gewächf«.  43 

t.   _•  1    |-  *  . 

die  Vergleichung  nicht  Jedermann  einleuchtend  ift. 

Auch  dürfen,    lagt  er,   die  Theile  nicht  zu  klein 

feyn,  von  denen  man  Merkmahle  entlehnt,  damit 

man  nicht  immer  nöthig  habe,  ein  Mikrofkop  mit 

fich  herumzuführen.     Endlich  müffen  die  Namen 

fo  wenig  als  möglich  verändert  werden. 

Hier  fowohl  als  in  der  Disf.  de  variis  plantarum 
methodis,  Lond.  1696.4»?  verwirft  Ray  die  allgemeine 
F.intheiJung  in  vollkommene  und  unvollkommene 
Pflanzen,  weil  jede  in  ihrer  Art  vollendet  fey.  Es 
fey  beffer,  die  unvollkommenen  Pflanzen  niedere  zu 
nennen.  Den  letztern  fehle  irgend  ein  nothwendi- 
gerTheil,  befonders  dieBlüthe:  denn  von  der  Frucht 
fey  es  unentfehieden  ,  ob  fie,  aufser  den  Schwäm- 
men, einem  Gewächs  fehle.  Daher  theile  mau 
fchicklicher  die  Gewächfe  in  folcheein,  die  blühen 
und  die  nicht  blühen.  Zu  den  letztern  werden  die 
Meergewächfe,  Korallen,  Algen  u.f.  w.,  che  Schwäm- 
me, dieMoofe,  vielleicht  auch  die  Capillares  (Far- 
renkräuter)  gezählt.  Die  blühenden  werden  in  Di« 
kotyledonen  und  Monokotyledonen  eingetheilt:  die 
letztern  haben  weder  zwey  Kotyledonen,  noch  zwey 
Lappen  derfelben.  Jeder  lieht,  dafs  dies  der  Anfang 
einer  beffern  Anordnung  war,  die  Ray  auch  auf  die 
«Bäume  ausdehnte,  denn  die  Palmen  gehören,  wie 
er  ausdrücklich  fagt,  zu  den  Monokotyledonen.  Zu 
deirMeergewächfen  zähl*  er  auch  die  Thierpflanzen: 
zu  den  Moofen  die  Lichenen  und  Lycopodeen.  In 
den  Farrenkräutern  fchien  ihm  etwas  derBiüthe  ähn- 
liches vorzukommen,  wozu  die  Beobachtung  PJu- 
miers  von  dem  kelchförmigen  Schleyerchen  der  Cya- 
thea  Gelegenheit  gab. 

Die  Dikotyledonen  theilt  Ray  überhaupt  in  fol- 
che  ein,  die  blofse  Staubfäden  haben,  und  die  mit 
einer  Corolle  verfehen  find.  Hierbey  komme  es 
vorzüglich  auf  die  Unterfuchung  an ,  was  Kelch  und 


44  fünftes  Buch.    Zweytes  Kapital*  _ 


was  Corolle  fey.  Ray  Geht  zuerft  auf  die  Dauer  oder 

HinföUigkeit  diefer  Hüllen.     Hinfällige,  gefärbte 
Hüllen  feyn  corollinifch;  grüne  und  dauerhafte  aber 
icelejbartig ,   wie  bey  den  Polygoneen«    (De  variis 
plant*  metlu  p.  17.  18.  {Method.  plant,  ernend.  p.  17.) 
Ueberall  giejbt  er  die  Gründe  feiner  Abweichungen 
von  Tournefort  und  Rivinus  an,  und  beruft  ficb  auf 
die  genauem  Analyfen  eines  Dr.  Carl  Prefton,  der9 
unfers  Wittens,  blofs  durch Unterfuchungen  über  dem 
innern  Bau  der  Fifche  bekannt  geworden.  (PhiL 
Möns.  19.  n.  225.) 

Von  den  Oräfern  und  Cyperoiden  gab  Ray  eine 
fpeci eile. Anordnung,  die  das  Verdienft-hat,  dafs  (ie 
ebenfalls  ganz  natürlich  ift  und  die  Merkmahle  vom 
JJlüthenftand  und  vorj  dem  Gerammt- Eindruck  ent- 
lehne    Die  Gräfer  find  nämlich; 
iv •  Gramina  fpicata. 

a.  Spica  fimplici.  Tnticea,  Secalina,  Loliacea, 

Panicea,  Phalaroidea,  Alopecuroidea,  Ty- 
,  ..   phioa,  Echinata,  Criftata,  Avenacea  fpicdta, 
.   r  Singularia  ( Anthoxanthum,  Crypfis). 

b.  Polyftachya.  Dactyloidea,  Arondinacea. 
2.  Gramina  panieujata,  , 

a.  Locuftis  fimpliftibius. 

.  -  «,  Maxima,  panjeuja  lanuginofa.  Arundinetf 

&  Minora.  Milium,  Poa^  Feftuca. 
b*  Locuftis  fquamoft^. 
au  muücis* 
ß. ,  ariftatis. 

Die  gleiche  Methode  befolgte  Ray  in  einem 
klafAfcben  Werk :  Synppfif  methodica  jtirpium  bri- 
tannicarum>  wovon  die  erfte,  Ausgabe  1690,  die 
Sweyte  1696,  die  d*itte>  und  hefte  (von  Dillenius 
beforgt)  17^4-  8»>  mit  24  guten  Kupfertafeln,  er- 
fchien«,  Ray  rühmt  die  Hülfe,  die  ihm  die  ßotani» 
ftea  £ainer  Zeit  geleifteU    £r  nennt  befonders  Ad« 


> 

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Verfuche  methodifcher  Anordnung  der  Gewichte.  45. 

Buddle,  deffen  Herbarium  noch  vorhanden  ifr:  Sam. 
Dale ,  Apotheker  in  Bnintret ,  f  1739,  den  *Verf. 
der  Pharmacologia,  1693  und  1737:   Sam.  Doody* 
Apotheker  und  Auffeh  er  des  Gartens  zu  Ghelfea , 
•f*  1706:  Thom.  Lawfon,  Arzt  zu  Strickland  in  Weit* 
moreland,  deffen  Vcrzeichnifs  feltener'  Pflanzen  in 
Weftmoreland  und  Cumberlaud  in  Robinlon's  nat. 
hift.  of  Weftmorland,  p.  89.  abgedruckt  ift:  Ed. 
Lhwyd,    Vorfteher   des  Afhmole'fchen  Mufeums, 
17°9  >  Neffen  Beobachtungen  über  die  Pflanzen  von 
Wallis  und  Irland  in  den  Phil,  trans.  27.  n.  534-  338. 
28.  n.  337.  ftehn:  Jac.  und  Wilh.  Sherard,  von  de» 
nen  noch  öfter  die  Rede  feyn  wird:  -  Hans  Sloane: 
Jak.  Petiver:  Jak.  Newton  ( Vf.  des  Compleat  herbal. 
Lond.  1752.):  Tancred  Robinfon,  Arzt  in  London, 
deffen  Verzeichnifs  in  Wales  gefam mieter  Pflanzen 
Banks  befitzt,  (Bibl.  3,  i38.):  und  Wilh.  Vernon, 
der  Maryland  befucht  hatte.    Ray  ift  äufserft  forg- 
fältig  in  der  Angabe  der  Synonyme  und  der  Stand« 
örter :  weniger  genau  find  feine  Befchreibangen.  Ei* 
nige  Pflanzen  giebt  er  an,  die  man  fpäter  nicht  wie- 
der gefunden:  als  Echinophora  fpinofa,  die  Lawfon 
inLancafhire  fand.    Seine  Alfine  polygonoides  tenui~ 
folia  (p.  346.),  dieDoody  auf  Hounslow  Heath  fand, 
und  die  feitdem  für  Bufonia  tenuifolia  gehalten  wor- 
den, hat  fich  nicht  wieder  gefunden.    Banks  meint: 
es  könne  Bupleurum  tenuiffimum  damit  verwechfelt 
worden  feyn.  (Engl.  bor.  i3i3.)    Zuerft  erfcbeinen 
hier: 

Aira  praecox  t.  22.  f.  2.  .  .  Fefiuca  duriuscula 
t.  19.  f.  1.  .  .  F.  uniglumis  17.  2.  .  .  Avena  pui* 
befcens  21.  2.  .  •  A.  pratenfis  21.  1,  .  .  Galiam 
anglicum  u  .  .  Sagina  erecta  i5.  4«  •  •  Anthe- 
ricum  ferotinum  17.  1.  .  .  Sedum  auglicurn  12.  2. 
Cerajtium  femidecandrum  i5.  1.  ♦  ,  C.alpinwn  i5. 
2.  .  .    Euphorbia  ponlandjjca  24*  6*.  •  •  Kanuneu* 


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4$  Fünftes  Buch»   Zweytes  Kapitel. 

lus  parvißorus  12.  1.  .  .  Aftragalus  kypogtyuis  12. 
3.  .  %  Trifolium  Jtrimtum  \  3.  3.  .  .  IV.  orn'uhopo- 
dioides  14.  t.  •  .  Tr.  filiforme  14.  3.  .  ,  Pyre- 
ihrum  marUimum  7.  1.  .  .  Orchis  pyramidalis  18. 
*  .  Equifetum  limofum  5.  2.  .  .  *  palufere  5.  5. 
.  .  Jfottes  lacufiris  id.  1 .  t.  2.  .  .  Splachnum  owa- 
/tim  3,  2.  .  .  Conferva  gelatinofa  2.  3.  .  .  Fucus 
plumofus  8.  f.  5.  .  .  F.  amphibius  Turn.  2.  6.  .  . 
Geaßrum  rufefcens  1.1. 

Mit  Rivinus  und  Tournefort  fahrte  er  gelehrte 
Streitigkeiten  über  die  Vorzüge  der  verfchiedenen 
Methoden.  Jene  hatten  der  Corolle  einen  Werth 
gegeben,  den  Ray  nicht  anerkannte.  Auf  Rivinus 
Sendfehreiben :  de  mechodo  plantar  um  epijtola  ad  J. 
/forum,  folgte  des  letztem  refponforia  ad  A.  Q.  Rivi- 
num,  welche  beide  in  der  fynopf.  ftirp.  brit.  ed.  1. 
abgedruckt,  aber  in  der  letzten  Auflage  weggelaffen 
find.  Ergreift  hier  vorzüglich  Rivinus Eintheiiungs- 
grund  der  Regel mäfsigkeit  der  Gorolle  an,  und  zeigt 
an  dem  Beyfptel  des  Echium,  dafs  eine  Pflanze  wohl 
«ine  unregelmäßige  Corolle  haben  könne,  ohne  des- 
wegen zu  einer  andern  Familie  zu  gehören,  als  die 
mit  regelmäfsigen  Corollen. 

Ray's  Methode  ward  auch  von  Cbriftoph  Knaueh, 
Stadtarzt  in  Halle,  (geb.  i638,  f  1694,)  angenom- 
men.* Seine  Enumeratio  plantarum  circa  Halam  fpon- 
ie  propenientium,  Lipf.  1687.  8.,  enthält,  nach  Rays 
Methode,  die  Pflanzen  (der  hallifchen  Flor,  besonders 
der  weltlichen  Gegenden:  denn  den  Often  und  Sü- 
den fcheint  er  wenig  hefneht  zu  haben.  Manche 
Pflanzen  finden  (ich  auch  nicht  mehr  an  den  Orten, 
wo  er  fie  angegeben:  z.  B.  Ledum  paluftre  im  Papen- 
dorfer Holze  bey  Höhnftadt  (p.  64.):  Bupleurum 
latifolinra  ( p.  88. ) ,  wofür  Leyffer  B.  rigidura  genom- 
men, ift  nichts  anders  als  B.  faJcatum.  BuJbocafta- 
aum  p.  84.  ift  gewiCs  nicht  in  der  hallifchen  Flor. 


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» 


■ 

Verfuch*methodifdier  Anordnung  derGewächfe.  47 

Sed  um  Gepaea  p.  80.  bat  fich  auch  bey  Raisdorf  ver- 
loren. Sein  Tithy malus  amygdaloides  p.  5af,  den 
Leyffer  als  Euphorbia  amygdaloides  aufgeführt,  ift 
nichts  anders  als  E.  paluftris.  Hypericum  minus  ere- 
ctum  p»  61.,  welches  als  H.  pul  er  um  in  der  Leyffer« 
fchen  Flor  fteht^  ift  wenigftens  nicht  dieCe  Art.  So 
verhält  es  fich  auch  mit  Orchis  barhata  foetida  p.  72. 
(Satyrium  hircinum  Ley ff. )  und  Orchis  rotunda  Da- 
lechampii  p.  71.  (Orchis  gtobofa  Leyff.)* 

Auch  Üünth.  Chrift.  Schelhammer ,  Prof.  in 
Helmftedt,  dann  in  Jena,  und  endlich  in  Kiel,  (geb. 
1649,  t  1716,)  trat  auf  Rays  Seite  bey  dem  Streit 
über  die  Vorzüge  der  neuern  Methoden,  indem  er 
noch  die  Eintheilung  nach  dem  Gefammt- Eindruck 
in  Schutz  nahm  und  die  Bäume  von  den  krautartigem 
Pflanzen  für  wefentlich  verfobieden  angab. 


In  der  That  war  Ray's  Methode  die  einzige  na» 
türliche  jener  Zeit ,  weil  fie  nicht  von  einzelnen  Cha- 
rakteren, wenn  auch  der  wefentlichften  Theile,  ans» 
ging,  fondern  von  dem  äufsern  Anfehn  und  von  über- 
«inftimmenden  Merkmahlen  aller  Theile  die  Eintbei- 
lungsgründe  entlehnte.  Aber  weil  alle  feinere  Un* 
terfchiede  dabey  vernachläffigt  wurden,  und  es  über- 
haupt an  einem  leitenden  Princip  fehlte;  fo  konnte 
fie  auf  allgemeinen  Beyfall  um  fo  weniger  Anfpruch 
machen,  je  mehr  durch  Erfindung  und  Verbfefferung 
künftlicher  Syfteme  die  Erlernung  der  Wiffenfcbaft 
erleichtert  wurde. 

Wie  Cefalpini  das  erfte  Fruchtfyftem  fehuf ;  fo 
war  Aug.  Quirinus  Rivinus,  Prof.  in  Leipzig,  (geb. 
i652,  f  17^5,)  der  erfte,  welcher  der  Form  der 
Gorolie  einen  fo  hohen  Werth  beylegte,  dafs  er 
darauf  ein  zwar  folgerechtes  und  die  Forderung 
der  Vernunft  befriedigendes,  aber  der  Natur  ganz 


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48  Fünftel  Bück'   Zweytes  Kapitel. 


fremdes,  Syftem  gründete.  Dies  that  er  zuerft  in 
der:  fntroductio  generalis  in  rem  herbariom,  Lipf. 
1690.  fol.  Es  enthält  diefe  Abhandlung  zuvörrferft 
treffliche  Grundfätze  über  die  Benennung,  die  Cha- 
raktere und  Differenzen  der  Pflanzen.  Rivinus  (teilt 
zuerft  die  richtige  Regel  auf,  dafs  der  Name  der  ei- 
nen Gattung  nicht  einer  andern  beigelegt  werden 
muffe,  wie  dies  bisher  immer  gefchah,  wo  Alfine, 
Saxifraga ,  After  und  fo  viele  andere  Namen  von  den 
verfchiedenften  Gattungen  gebraucht  wurden*  Die 
Namen  mflffen  vom  Vaterland,  den  Erfindern  ,  der 
Form  und  dem  Gebrauch  entlehnt  werden.  Wo  die 
Pflanzen  in  wefentlichen  Theilen,  befonders  der 
Blüthe  und  der  Frucht,  abweichen,  da  müffen  fie  als 
eben  fo  viele  Gattungen  mit  eigenen  Namen  belegt 
werden«  Auch  über  die  Bildung  der  fpecififchen 
Namen  kommen  treffliche  Grundfätze  vor,  die  Lin- 
ne fpäterhin  angenommen.  Der  Gattungsname  m äf- 
fe bey  jeder  Art  wiederholt  und  der  fpecififche  als 
Adjectiv  zugefetzt  werden.  Diefe  Namen  müffen  fo 
kurz  als  möglich  feyn,  und  dürfen  nicht  in  Defini- 
tionen ausarten. 

Was  die  Eintheilung  feines  Syftems  betrifft,  fo 
fchaffte  Rivinus,  nach  Jungs  Beyfpiel,  die  Abtheilung 
der  Pflanzen  in  Bäume,  Sträucher  und  Kräuter  ab, 
und  warf  es  dem  Morifon  vor,  dafs  er  fchwankende 
Regeln  bey  Aufteilung  feiner  Methode  befolgt  habe» 
Er  ging  von  dem  Grundfatz  aus,  dafs  die  Blume 
wichtiger  als  die  Frucht  fey:  denn  jene  bezeichne  die 
Vollkommenheit  der  Pflanze ,  diefe  diene  zur  Erhal- 
tung der  Art.  Weil  Ray  der  Frucht  den  Vorzug  ge- 
geben, fo  feyn  in  feinem  Syftem  fo  viel  Anomalieen 
geblieben,  welche  auf  keinen  Beyfall  Anfpruch  ma« 
chen  können.  JJie  Corolle  betrachtet  er  nach  ihren 
Theilen,  die  er  petala  nennt,  wenn  fie  nicht  zufam- 
menhangeo,  laciniae  aber,  wenn  ein  Zufammenhang 


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Verfache  methodif eher  Anordnung  der  Gewächfe.  49 

da  ift.  Es  kommt  hauptfächlich  bey  feinem  Syftem 
auf  den  Begriff  der  Regelmälsigkeit  an.  Diefen  ent*  ' 
lehnt  er  nicht  blofs  von  der  gleichen  Oröfse  und  Ge- 
ftalt  der  Theile,  fondern  auch  von  dem  Stande  der 
Befruchtungstheile  in  der  Mitte  der  Corolle,  ja  fo- 
gar  von  der  Bildung  des  Kelches. 

In  dexnfelben  Jahre  folgte:  Ordo  plantarum  9 
quae  funt  ßore  monopetalo  irregulari ,  worin  Hie 
Labiaten,  Viticeen  und  Scrofularinen  abgehandelt 
werden.  Er  theilt  Oberhaupt  diefe  Pflanzen,  wie 
fpä'f er  auch  Linne  ,  in  die  Gymnofpermen  undAngio» 
fpermen.  Indelfen  macht  er  hier  mehr  Gattungen, 
als  nach  feinen  eigenen  Grundfätzen  Statt  finden  kön- 
nen:  fo  unterfcheiHet  er  Salvia  von  Horminum. 
Auch  6nd  die  Charaktere  der  Stachys  ,  des  Ciinopo- 
dium  >  der  Satureia  und  anderer  nicht  genau.  125 
gute  Abbildungen  von  Pflanzen,  die  bis  dahin  weni- 
ger bekannt  waren,  wie  von  Salvia  virgata,  Lonice- 
ra  fempervirens,  Teucrium  campanulatum ,  Orienta- 
le und  Linaria  chalepenfis  erhöhen  den  Werth  des 
Werkes. 

Dann  folgte:  Ordo  plantarum*  quae  funt  ßore 
irregulari  tetrapetalo*  Lipf.  1691.  fol.  Hier  find  die 
Leguminofen  nicht  nach  der  BlQthe,  fondern  nach 
der  Frucht  beftimmt.  Trifolium,  Colutea  und  Cro- 
talaria  bekommen  hier  zuerft  ihren  richtigen  Cha- 
rakter. Aber  Galega,  Lötus,  Laburnum,  Pfeuda- 
cacia,  Phafeolus  find  fchlecht  beftimmt.  So  find  He- 
dyfarum  von  Onobrychis,  Spartium  von  Genifta, 
Tragacantha  von  Aftragalus,  Cracca  von  Vicia  fefrr 
weit  entfernt.  Vicia,  Lathyrus,  Pifnm  und  andere 
unterfcheidet  Rivinus,  uneingedenk  feiner  eigenen 
Grundfätze,  mehr  nach  dem  Sufsern  Anfehn.  124 
Kupfertafeln  enthalten  mehrere  neue  Arten:  als  Lu- 
pinus  anguftifolius,  Hedyfarum  flexuofum,  Clitoria  - 
ternatea  u.  C.  f. 
Gtick.d.  gottoik.  a.  B»  4 

- 


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5*  Fünftel  buch.   Zweytes  Kapitel, 


■t     •        *  * 


Endlich  erfchien:   Ordo  plantarum>  quae  fürt* 
ßore  irreguluri  pentapetalo*  Lipf.  1699.  fol.,  mit  i38 
Kupfern,  welche  die  Umbellaten  enthalten.  Darun- 
ter bemerken  wir  kaum  eine  vorher  nicht  bekannte 
Art.    Noch  hatte  Rivinus  auch  die  Pflanzen  mit  un- 
regelmäfsigen  fechsblättrigen  Corollen  ,  worunter  die' 
Orchideen,  bearbeitet;  allein  diefe  find  nie  heraus- 
gekommen.   Er  hatte  auf  die  Kupferplatten  zu  den' 
erften  drey  Theilen  noch  Pflanzen  Abbildungen 
ftechen  laffen,  wovon  lieh  in  meinem  Exemplare  auf 
den  nicht  numerirten  Tafeln  folgende  finden:  tab.  2. 
Valeriana  flore  exlguo.  t.  6.  Locufta  minor,  t.  29. 
Brunella  minor,    t.  67.  Horminum  flore  variegato. 
t.  42-  Serpillum  montanum  hirfutum.  t.  67.  Hedera 
terreftris  minor,    t.  99.  Veronica  minima  repens. 
t.  100.  Beccabunga  minor.    Bey  andern  Exemplaren 
finden  fich  andere  Zulätze.    Noch  wollte  Rivinus  ein 
Tyrocinium  botanicum,   nach  Art  der  Tournefort*- 
fchen  Inftitutionen  herausgeben;  aber  es  fehlte  ihm 
dazu  theils  an  Gelde,  theils  befchäfftigte  er  fich  in 
den  letzten  Jahren  feines  Lebens  mehr  mit  der  Theo- 
logie  und  Aftronomie,  und  leider  kam  fein  Nachlafs 
an  folche  Erben ,  die  der  Welt  die  Fortfetzung  dos 
grofsen  Werkes  vorenthielten.  1  "  * 

Die  Streitigkeit  zwifchen  ihm  und  Ray  haben 
wir  fchon  berührt.  Auch  Ol.  Rudbek  der  jüngere 
trat  als  Widerlacher  diefcs  Syftems  in  der  Disf.  de 
fundamentali  plantarum  notitia  rite  acquirenda,  Aug. 
Vind.  1Ö91.  12.,  auf.  Zuerft  bemerkt  er,  da($  fchon 
Jung  die  Corollen  in  uniformes  und  difformes  einge- 
teilt habe,  dafs  aifo  der  Unterfchied  der  regelmä- 
ssigen und  unregelmäfsigen  Corolle  wenigftens  nicht 
neu  fey.  Dann  fuchte  er  zu  zeigen,  dafs  die  Frucht 
wichtiger  fey,,  als  die  BlQthe ,  wogegen  freylich  des 
Rivinus  Anhänger  immer  erwiedern  konnten:  die 
Frucht  fey  in  offenbar  verfchiedenen  Gattungen ,  ja 


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Verflicht  metbodifcber Anordnung  der  Gewächs.  51 

fogar  in  verfchiedenen  Familien  (Rubiaceae  und  Um« 
bellatae)  im  Wefen  fliehen  diefelbe.  Auch  tadelt  Rud- 
bek  mit  Hecht  die, Benennungen  der  Pflanzen,  die 
auf  Aehnlichkeften  mit  fchön  bekannten  b«ruhn; 
daher  er  befonders  die  Pfeudo  -  Acacia ,  Pfeudo -  Fu* 
maria ,  den  Pfeudo  Dictamnus*  das  PJeudo-Marru* 
bium  des  Rivinus  nicht  gelten  1  äffen  will. 

Später  noch  trat  der  nachmals  berühmte  Jo.  Jak., 
Dillenius  als  Gegner  des  Rivinifchen  Syftems  auf, 
(Catalog.  plant,  circa,  Giffarn  nafcentiutn*  1718.  8.) 
Scharf  wird  hier  die  Uoftatthaftigkeit  der  regel-  oder 
unregelmäfsigen  Eorm  derCorolle,  als  Eintheildngs-  , 
grund  ,  gerügt:  es  wird  befonders  ausgefetzt ,  dafs  in 
jenem  Syftem  verwandte  Pflanzen  getrennt,  und  die 
fremdartigften  verbunden  worden.  Als  darauf  Ri- 
vinus in  der  neuen  Ausgabe  feiner  Introductio  1720. 
8.  geantwortet,  fo  gab  Dillenius  in  dem  Anhang  zu 
feinem  catalogus,  der  1719  Frcf.  ad  Moen.  auf  dem 
Titel  hat,  ein  Examen  refponfionis  Rivinianae,  worin 
die  frühern  Vorwürfe  wiederholt  werden.  So  hat- 
ten freylich  Dictamnus,  Pyrola,  Viola,  Aefculus, 
Pelargonium  und  Geranium  mit  den  Dolden  -  Ge- 
wäcbfen  nichts  gemein,  als  fünf  Corollenblätter. 
Unregelmäfsig  wurde  die  Corolie  diefer  Pflanzen  ge- 
nannt, weil  die  Umbellaten  zwey  Piftille  haben, 
weil  in  den  Geraniis  africanis  (Pelargonium)  die 
Unregelmäfsigkeit  der  Gorolle  offenbar  ift,  in  den 
europäifchen  aber,  nach  Rivinus  Meinung,  durch 
die  Saffmäler  auf  den  Blättern  angedeutet  wird.  Von 
der  Gattung  Trifolium  find  einige  Arten  raonopeta- 
lae ,  andere  tetrapetalae.  Dies  alles  giebt  dem  Dil- 
lenius Gelegenheit  zu  Ausheilungen, 


Mit  diefem  Syftem  ftimmte  das  Tournefort'fche 
in  der  Hauptfache  überein,  da  es  die  Geftalt  der  Co- 

4  * 


1 


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5*  Fünftes  Buch.    Zwtytes  Kapitel* 

rolle  als  Norm  annahm.  Aber  es  war  (ich erer  be- 
gründet, allgemeiner  angewandt,  und  die  Gruppen 
und  Gattungen  waren  nach  feftern  Principien  auf« 
geftel!t. 

Der  Stifter  diefes  Lehrgebäudes,  Jofeph  Pikton 
deTournrfort*  aus  Aix  in  der  Provence  t656  gebo- 
ren, war  von  feinem  Vater  dem  geiftlichen  Stand  ge- 
widmet. Allein  das  Beyfpiel  feines  Oheim?,  der  ein 
gefchickter  Arzt  war,  erfüllte  ihn  mit  Vorliebe  für 
Arzney-  und  Naturkunde.  Durch  den  Tod  feine« 
Vaters  1677  ward  er  in  den  Stand  gefetzt,  feiner 
•Neigung  zu  folgen»  Nachdem  er  die  Provence,  Hoch- 
burgund  und  Savoyen  durchfocht  hatte,  ging  er  nach 
Montpellier,  und  von  da  nach  Barcellona.  Auf  bei- 
den hohen  Schulen  lebte  er  weniger  in  den  Hörfalen 
als  in  der  freyen  Natur.  Die  Pyrenäen,  welche  feit 
Clufius  Niemand  befucht  hatte,  durchforfchte  er  mit 
grofsen  Aufopferungen  und  in  einem  Aufzuge,  der 
ihn,  wegen  feiner  Aermliciikeit,  gegen  Beraubung 
ßcher  ftellte.  Seine  Baarfchaft  verbarg  er  in  fchwar- 
zem  Brot,  welches  er  bey  fich  trug.  Einmahl  fiel 
eine  Hütte,  in  der  er  Schutz  gefucht,  ein,  und  er 
lag  zwey  Stunden  lang  unter  dem  Schutt  begraben. 
1681  kehrte  er  nach  Montpellier  und  von  da  nach 
Aix  zurück.  Bald  erhielt  er  durch*  den  Leibarzt  Fa- 
gon,  einen  eifrigen  Beförderer  der  Botanik,  einen 
Ruf  als  Prof.  der  Botanik  nach  Paris,  wo  er  i683 
fein  Amt  antrat.  Allein  die  Neigung  zu  Reifen  er- 
wachte bald  mit  neuer  Stärke.  Er  durchzog  Spanien 
und  Portugall,  befuchte  auch  England  und  Holland, 
wo  ihm  Hermann  feine  Stelle  anbot.  Er  fchlug  6s 
aus,  und  ward  nach  feiner  Rückkehr  zum  Mitglied 
der  Akademie  der  Wiffenfc haften  ernannt.  1696 
ward  er  Doctor  der  Medicin,  und  1700  erlangte  er 
von  der  Regierung  die  Erlaubnifs,  Griechenland  und 
Kleinafieq  zu  befuchen,  um  vorzüglich  dia  Botanik 


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■  * 

♦ 

* 

-  ►  1 

Verfuche  raethodifcber  Anordnung  der  Gewächfe.  53 

der  Alten  aufzuklären.  ,  Begleitet  v.on  dem  deut- 
fchen  Arzte  GundeJsheimer  und  von  dem  trefflichen 
Pflanzen  Maler  Aubriet,  ging  er  dahin  ab,  und 
brachte  nach  zwey  Jahren  unter  vielen  andern  Schä- 
tzen des  Morgenlandes»  1 556  neue  Arten  von  Pflan- 
zen zurück.    Er  ftarb  1708  an  der  Bruftwafferfucbt. 

Sei»  Syftem  trug  er  zuerft  in  den  Element  de 
hotanique>  vol.  1  —  3.  Paris  1694.  8.  ,  dann  in  der 
Ep.  de  optima  methodo  inßUuenda  in  re  herbaria, 
1697.  8»,  vor.  Umftäncllich  entwickelte  er  es  in  den 
u nfter blichen :  Inftuutiones  rei  herbariae  t  vol.  \  — 
3.  Paris  1719.,  von  denen  die  beiden  letzten  Bände 
die  Darftellungen  der  Gattungs  -  Charaktere ,  nach 
feinem  Syftem  enthalten.  Dies  ift  unftreitig  im  Grun- 
de ein  künftliches:  denn  dieGeftalt  der  Blumen  liegt 
dabey  zum  Grunde.  Alle  Gewächfe  find  entweder 
apetalae  f.  ftamineaey  oder  petalodes.  Die  letz- 
tern find  entweder  monopetalae  oder  polypetalae. 
Diefe-  Formen  werden  nun  wieder,  nicht  nach  der 
Regelmäfsigkeit,  fondern  nach  der  Aehnlichkeit  mit 
gewiffen  Hauptforrrien ,  abgetheilt.  So  ftellt  er  fol- 
gende Klaffen  auf: 

1.  Flores  fimplioes  monopetali  campaniformes.  . 

2.  —    —    —     —    —  infundibuliformes. 

3.  —    —    —    —    —    anomali.  (Arum, 
Ariftolochia ,  Bignonia.) 

4-     —    —    —     —    —  labiati. 

m  9 

5.  —  —  —  polypetali  cruciformes, 

6.  —  —  —    —    —  rofacei. 

7.  —  —  —    —    —  umbellati. 

8.  —  —  —  —  caryophyjlei. 

9.  —  —  —    —    ~  liliacei. 

10.  —  — —    —  — —  — ■■  papilionacei. 

l».  —  —  — *    —    anomal),  {Delphi* 

nium%  Aconitum ,  Eumaria^  fiofa*  Qrchides.) 
12,  —   compofiti  capitati. 

♦ 

1 

4  « 


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54 


Fünftel  Buch.    Zweytes  Kapitel: 


13.  Flores  compofiti  femiflosculoG. 

14.  —     —    —  radiati. 

15.  —    apetali.  (Gramina.) 

16.  Stirpes  imperfectae.  (Filkcs.) 

17.  Herbae  et  fuffrutice*  fine  flore  et  fructu.  (Mu- 
ßt, Fungi,  Fuci,  Zoophyta.) 

18.  Arhores  et  frutices,  flore  apetalo  cum  fructu 
coniuncto.  (Fraxinus ,  Buxus,  Ttreobithus*) 

ig,  Arbores  amentjceo  flore. 
20.  Arbores  monopetalae.  (Laurus,  TafminUm.) 
ai.  Arbores  flore  rofaceo.  (F'uU9  Hedera.) 
22.  Arbores  fiore  papiJionaceo.    (Cyufus,  Ana* 
gyris.) 

Man  ßeht  fchon,  dafs  die  letzten  Klaffen  durchaus 
nicht  künftlich,  nicht  einmahl  natürlich,  fondern 
«völlig  willkührlich   find,    da  die  Scheidung  der 
Bäume  und  Sträucher  von  den  krautartigen  Pflanzen 
der  Natur  fowohl,   als  auch  den  Begriffen  wirfer. 
/pricht.    So  künftlich  an  fleh  die  Grundlage  ift,  fo 
wenig  bleibt  doch  Tournefort  diefer  Idee  getreu. 
Zwar  theilt  er  die  Klaffen  wieder  in  befondere  Grup- 
pen,  die  fleh  auf  die  Unterfchiede  der  wefentlichen 
Theile  beziehn.    Die  Labiaten,  zum  Beyfpiel ,  wer- 
den nach  der  Geftalt  der  Oberlippe  abgetheilt:  bey 
•inigen  fehlt  fie,  bey  andern  ift  fie  helmartig,  bey 
noch  andern  löffeiförmig,  oder  endlich  gerade  auf- 
recht    Auch  mehrere  Gattungen  werden  von  ein- 
ander durch  die  Merkmahle  wefentlicher  Theile  un- 
terfchieden,  und  hierin  verfährt  Tournefort  oft  mit 
befonders  glücklichem  Scbarffinn.    So  unterscheidet 
er  Murucuia  fehr  richtig  von  Pafflflora.    So  find  fei* 
»e  Gattungen  Rhagadiolus,  Hedypnois,  Zacyntha, 
.Cirfium,  Melilotus,  Urofpermum ,  Glaucium  u.a. m. 
durch  neuere  Unterfuchungen  beftätigt.    Aber  fehr 
oft  fieht  er  bey  Unterfcheidung  der  Gattungen  auf 
Wurzeln,  Stamm,  Blätter  und  das  ganze  äufsere' An- 


1 


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Verfuche  methodifcher  Anordnung  der  Gewächfe«  55 


f/ebo,  wodurch  fein  Syftem  den  Vorzug  eines  künft* 
liehen  verliert.  Xiphion  z.  B.  und  Iris  find  blofs 
durch  die  Wurzel  verfchieden :  Cruciata  von  Gal- 
lium blofs  durch  die  Blatter.  Bey  den  Scbmetter* 
lingsblumen  und  Umbellaten  bemerkt  man  befandet* 
diefe  Neigung,  unwefentliche  Dingein  den  Gattung^- 
Charakter  aufzunehmen.  Die  Gattungs  -  Charaktere 
erläutert  Tournefort  durch  4$9  Abbildungen,  von 
denen  manche  durch  keine  fpätere  übertröfFeix 
werden. 

Es  ift  nun*  ganz  klar,  dafs  diefes  Syftem  auf  je- 
den Fall  zwar  forgfältiger  ausgearbeitet  ift  und  all- 
gemeinere Anwendung  zuiafst,  als  das  Rivinifche, 
dafs  es  aber  eben  den  Fehler  hat»  einen  Theil  ab 
Grundlage  anzunehmen,  welcher  weniger  allgemein 
ift,  dafs  dabey  die  huchft  verfchiedenen  Formen  un- 
ter gewifle  Rubriken  gebracht  werden,  welche  bey 
weitem  nicht  erfchöpfend  find.  Denn  aufser  den 
monopetalis  campaniformibus  und  infundibuliformi« 
bus  giebt  es  ja  urceolatas,  hypocrateriformes  und  fo 
manche  andere  Formen  ,  die  hier  keinen  Platz  finden« 
Dabey  wird  bey  den  Unter- Abtheilungen  keine 
Rüokficht  auf  den  Unterfchied  der  wefentlichen  und 
unwefentlichen  Theile  gemacht.  Die  Staubfäden, 
aufweiche  fchon  Jung  aufmerkfam  gemacht,  werden 
ganz  vernachläffigt:  ja  er  hält  die ßamina  und  aplces> 
trotz  dem,  was  Engländer  und  Deutfche  fchon  über 
ihre  Bedeutung  gefagt,  nur  ftfr  Ausfondefirng** 
Werkzeuge.  (Introduce.  in  rem  herb.  p.  68.  70.) 

Dazu  kommt  nun,  dafs  die  Ausführung  feines 
vSyftems  grofse  Mängel  hat.  Wenn  zu  den  monope- 
talis campaniformibus  Tithymalus,  Oxys  und  die 
Malvaceen  gezählt  werden  ,  fo  widerfpricht  dies  der 
Wahrheit  und  der  Natur  eben  fo  fehr,  als  wenn  er 
zu  den  polypetalis  rofaceis  den  luncus,  Aiparagua 
und  die  Rivina  rechnet.  . 


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56  Fünftes  Buch.    Zweytes  Kapitel. 

Unter  den  Gattungen  werden  die  bekannten 
Arten,*  mit  ganz  kurzen  Definitionen  und  noch  kür- 
zerer Angabe  der  Synonyme  aufgeführt.  Unter  die- 
len Arten  find  aber  viele  Abarten:  denn  damals  hat- 
te man  noch  keine  feften  Grundfätze  über  den  Be- 
griff einer  Art. 

Uebrigens  hatte  Tournefort  die  bekannten  Ar» 
^en  durch  Peine  Reifen  febr  vermehrt.    In  dem  CoroU 
larium  inftitutionum  werden  i356  Arten  aufgeführt, 
wozu  Aubriet  treffliche  Zeichnungeo  gearbeitet  hat- 
te.   Da  die  Phrafen  in  den  Corollarien  fehr  kurz 
find,  und  oft  unrecht  angefahrt  werden ,  fo  erwarb 
vfich  Desfontaines  ein  grofses  Verdienft  durch  die  Be- 
kanntmachung der  noch  nicht  geftochenen  Abbildun- 
.gen.    Es  find  folgende:  Afphodelus  creticus  {anru 
du  muß  10.  t.  11.)$  Ophrys  mammofa  (t.  12.),  0. 
iricolor  (t.  i3.),  0.  villofa{t.  i4-)*  0-  umbilicata  und 
.Ferrum  e  quin  um  (t.'i5.),  0.  denßßora  (t.  16.),  Ari* 
Jiolochia  cretica  (t.  18.),  A.  lutea  (t.  19.),  Daphne- 
fericea  (t,  20.),  Phelipaea  Tournefortii  (t.  21.),  Teu- 
ctium  mirrophyllum  (t.  22.),  Nepeta  meliffaefolia  (t. 
23.) ,  Sideritis  rofea  (t.  24.) ,  Stachys  betonicaefolia 
(t.  25.)  i  Dracovephalum  lamiifolium  (t.  26.)  >  Hello* 
t  tropium  villofum  (t.  33.) ,  Bora  ff  0  cretica  (t.  ZA,  Stb- 
tborp  fl.  graec.  t.  176.),  Cynoglojfum  glaftifolium 
(t.  35.) ,  C.  ftamineum  (t.  36.) ,  C.  lanatum  (t.  37.), 
m  Linaria  grandißora  ann.  11.  t.  2.),  L.  corifolia  (t. 
3.)  ,   Verbafcum  beton iraefolium  (t.  4-1  >  Phyteuma 
lanceolatum  lt.  5  ),  Campanula  ptarmicifolia  (t.  6.), 
.  Cajnp.  paucißora  (t.  7.),  C.  calaminthifolia  (t,  12.), 
C.ftricta  (t.  i3,),  C  purvißora  Lam.  (t.  14.),   C.  co- 
-rymbofa  (t.  i5.),  C.  pelvif»rmis  (t.  16.) ,  C.  tubuloßt 
Lam.  (t.  17.))  C  pentagona  (t.  18.),  Lac  tue  a  cretica 
(t.  19.)»  Cnicus  cynaroides  (t.  20.  Sibth.  fl.  graec.  t. 
828.),  Tänacetum  incanum  (t.  21.),  Anacyclus  cre* 
ticus  (t.  22;),  Inula  conyzoides  (t.  n3.),  Scetbiofa  ar- 

- 

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Verflache  methodifcher  Anordnung  der  Gewächfe.  $7 

*  «■  < 

'gentea  (t.  24-  Sibtb.  fl.  graec.  t.  108.);  Sc  micrantha 
(t.  ^5.) ,  Valer iana  ßfymbriifolia  (t.  28.) ,  Cachrys  cre- 
tica (t.  29.),  Buniumferulaefolium(t.Zo.)i  Ranun- 
culus  gYandißorus  (t.  3 1 .) ,  Helleborut  orientalis  (t. 
32.  H.  officinali.s  Sibth.  fJ.  graec.  t.  523.),  Papaver 
ßoribundum  (t.  33.),  Hefperis  pinnatißda  (t.  34.), 
Alyffum  denfißorum  (t.  35.),  A.  famolifolium  (t.  36,), 
A.  paniculatum  (t.  37.) ,  Draba  pontica  (t.  38.) ,  TMa- 
fpi  cordatum  (t.  39.),  Hypericum  eil ia tum  (t.  41.), 
Rata  parvißora  (t.  4^.),   Cucubalus  fpergulifoliut 
(t.  4^0»  Lychnis  variegata  (t.  44-)»  Cotyledon  parvi- 
ßora (t.  4o.  Sibth.  fl.  graec.  t.  445.),  Crajfula  crena- 
ta  (t.  4^>.) ,  /y-w*  parvißora  (ann.  12.  t.  4.),  Af«»>i* 
lus  cretica  (t.  5.),  fanetus  (t.  6.),  hathyrus 

purpureus  (t.  7.) ,  Orobus  laxißorus  (t.  8.) ,  0.  cr*- 
cews  (t.  9.),  Vicia  variegata  (t.  12.),  Hedyfarum  ra- 
diafum  (t.  i3.),  Euphorbia  biglandulofa  (t.  i4)\  £• 
denticulata  (t.  i5.),  E  valer ianaefolia  (t.  16.),  Jlrjo- 
/?ia  cretica  (t.  17.).    Von  dielen  hat  Sibthorp  nur 
äufserft  wenige.  **Mks 
Aufserdera  hat  man  in  Hiefem  Corollarium  noch 
folgende  Pflanzen  wieder  erkannt:  p.  1.  Convolvulus 
fagittifolius  Smith.  (fJ.  graec.  t.  193.),    C.  lanatus 
Vahl.  (fJ.  graec.  t.  202.).  p.  2.  Euphorbia  aleppica  (iL 
graec.  t.  462.)*  p.  3.  Campanula  heterophylla  Sm.  (fl. 
graec.  t.  208.),  Phyteuma  limonifoliumSm.  (fl.  graec. 

*  t.  218.).  p.  4.  Campanula  collina  und  ruthenica  MB., 

*  PhytPuma  amplexicaule  (fl.  graec.  t.  219.),  Galium 
capillare  Smith.,  G.  coronatum  Sm.  (fl.  graec.  t.  125. 
Valantia  humifufa  MB.),  p.  5.  Hyoscyamus  orientalis 
MB.,  Primula  longifolia  Curt.,  Afperula  lutea  Sm. 
(fl.  graec.  t.  lao  ),  A.  tncana  Sm.  (fl.  graec.  t.  1  19.), 
A  nitida  Sm.  (fl.  graec.  t.  is4*)f  Ernodea  montana 
Sm.  (fl.  graec.  t.  i43.),  Crucianella  glomerata  MB. 
p.6.  Valeriana  macrophyllaMÜ.,  V.  Cardaminet  MB#I 
Aachufa  caefpitofa  Sm.  (fl.  graec.  t.  169.),  Aach,  fty- 


5$    *         Fünftel  Buch.  Zweytes  Kapital* 

iofa  MBv,  Aach  parvißora  W.  (fl.  grwc.  r.  167.), 
Aaclu  rojka  MB.,  Aach,  lutea  MB.,  Onofma  erecta 
(fj.  grase,  t.  173»),  0«.  orientalis.    p.  7.  On.  fericea 
.MB. r -Äii -,/W/n/afa  MB.,  Symphytum  tauricumW .  , 
Sftnphl  afperrimum  Mt,  Plumbago  lapathifoüa  MB., 
;Lyfimacklmxm*galloides  Sm.  (fl.  graec.  t.  190.),  Pero- 
nica  Amoena  MBf    p.  8,  Verbafcum  auriculatum  Sm. 
■(fik  graea.  t..2a5^).,  i^.  plicatum  Sm.  (fl.  graec  t.  226.), 
,p.  9.  Scrofularia  bicqlor  Sm.  chrysanthemifolia  Willd., 
Scr.  rfeuuina  MB.t  Euphrafta  glutinofa  MB.    p.  10. 
Qrobancbc  arenaria  MB.,   Phlomis  lunarifolia  Sm., 
Üulvia.  talycüta  f  (fl.  graec.  t.  16.),      crafßfolia  Sm. 
{fhigraec.  t.  26.) ,  5,  argentea  (fl.  graec.  t.  27.).  p. 
wi  n&ctiteflaria  hirjta  Sm.    p.  16.  Dentaria  quinquefo- 
iia  MlB.    p.  17.  Pari*  incompleta  MB.,  Arenaria  ho- 
fa/ara  MB.  p.  18»  Ceraßium  macranthon  Link.  p.20. 
.  Ceunt  coccineum  Sm.    p.  21.  Potentilla  Jpeciqfa  Sm. 

M/urca  MB. ,  ^mwi  aeaule  Spr. ,  Tragium  peregri- 
num  Spr.  p.  22.  Aßrantia  heterophylla  MB.,  Smjr- 
m'um  apiifolium  W.,  Heracleum  pyreaaicum  Lam. , 
.  Her.  apfy nthifolium  Vent.  p.  23.  Caucalis  orientalis, 
Sium  graecum ,  Peucedanum  nodofum ,  Ferula  meoides, 
Laferpuium  aureum*  Cachrys  microcarpa  MB.,  C. 
a/ata  MB.,  Seandix  grandifiora  MB.,  Eryngium  rnuU 
tißdum  Sm.  (fl.  graec.  t.  25g. ),  £V.  parvlßorum  Sm. 
u.  f.  f. 

Von  feiner  Reife  gab  er  einen  vortrefflichen  Be- 
richt heraus :  Relation  ******  voyage  duLevant,  tom.  1 . 
2.  Amft.  1718.  4«t  worin  folgende  neue  Pflanzen  ab« 
gebildet  find : 

Marina  perfica  2,  120.  .  •  Borago  orientalis 
2,  10.  .  .  Echium  Orientale  2,  107.  .  •  Campanu- 
la  Jaciiiuca  1,  99.  .  .    C.  heterophylla  2,  i54-  •  • 

'  Vei  bafcum  pinna  tißdum  1,  128.  •  .  JP.  Osbekii  2, 
83.  .  .    Ferula  orientalis  2,  1 54*  •  •  Laferpuium 

fcrulaxum  2,  121.  .  .    Vaccinium  Arotoftaphylos 


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Verfuche  mothodifcher  Anordnung  der  Gewächfe.  59 

-  > 

2,  1)8.  .  .  Daphne  pontica  2,  83.  •  .  Cehis  Tour* 
ripfortii  2,  170,  .  .  Saxifraga  Cymbalaria  2, 
.  .  Cucubalus  vifcofüs  ib.  .  .  Silene  bupleuroides 
2,  i54«  .  .  Calügonum  Polygonoides  2,  147.  .  . 
'Mefpilus  tahacetifolia  Smith.  2.  172,  .  .  Papaver 
"Orientale  2,  118.  .  .    Origanum  Tournefortii  i,  9  f. 

.  Seit te Ilaria  orientalis  2,  129.  .  .  Rhinanthus 
orten talis  2,  »26.  •  .  Dodartia  orientalis  2,  i45.  .  • 
Tjepidium  lyratum  2,  1 4  *  -  -  .  Aiyjfim  veficarium 
2,  109.  .  .  Ä.  lunarioldes  i,  92.  .  .  Cordylocar» 
"pus  laevißatus  Willd.  1,  98.  .  .  Hedy forum  cornw 
'*i/tt*"2,  fo8.  .  .  Aftragalus  chrifdanus  2,  109.  .  . 
Hypericum  Orientale  2.  97.  .  .  Scorzonera  elongata 
1,  8f>.  V  .  Gundeüa  Tourneforäi  2,  108.  .  .  il/i- 
fiolöchia  hirta  1 ,  1 47-  v 
Auch  kommen  In  den  Denkschriften  der  pari* 
fer  Akademie  mehrere  treffliebe  Abhandlungen  von 
ibrii  ^orr  :  befdnders  hher  die  Gattung«  -  Charaktere 
von  Hydröeharis,  Menifpermum,  Ofteofpermüm , 
Polygal'a  Chamaebuxus ,  Camforofma ,  Mesembrian» 
thetaum,  (mSm.  de  Vac.  de  Paris  9  17©5.  p.  3io.)/c 
über  Myrica,  Orpbanche,  Clitoria,  Vaiantia,  Lava« 
tera  and  Gloriofa  (jne'm.  1706.  p.  io3.)i 


Wenig  Beyfal)  erhielt  das  Syftent,  welches  Per. 
Magnol,  Prof.  in  Montpellier,  (geb.  i638,  f  1715,) 
bearbeitete«  '  Er  felbft  gab  bey» Lebzeiten  einen  Pro» 
dromu*  hiftörlae  generalis  plantar  um  y  MonspeL 
1689.  8.,  welcher  gföfstentheils  nach  Ray's  und  Mo- 
rifons  Grundfätzen  gearbeitet  ift.  Aber  fein  Sohn 
Anlort,  des  Vaters  Nachfolger,  (f  1769,)  gab  den 
.  Novus  character  plantarumf  Monsp.  1726. 8.,  heraus, 
wo  die  Pflanzen  alle  nach  dem  Kelche  abgetbeilt, 
die  Unterabteilungen  aber  von  der  Corolle  ent- 
lehot  werden.     Er  dehnt  den  Begriff  des  Kelches 


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6o  ~  Fünftes  Buch.  .  Zweytes  Kapital. 

JTo  weh  aus,  dafs  er  jede  Hülle  des  Saarnens  darunter 
begreift,  daher  denn  kaum  eine  Pflanze  ohne  Kelch, 
und  idiefer  häufig  doppelt  erfcheint.  Der  äuCsera 
hängt  in  diefetn  Falle  nicht  an  der  Frucht,  und  kann, 
wie  bey  Polygonum ,  gefärbt  feyn.  Es  giebt  alfo 
alrey  allgemeine  Klaffen :  folche ,  die  blofs  einen 
iufsern,  folche,  die  blofs  einen  innern,  und  endlich 
die,  welche  einen  doppelten  haben.  Farrenkräu- 
ter,  Moofe  und  Algen  fcheinen  ihm  blofs  einen  äu- 
ssern Kelch  zu.  haben.  Man  Geht,  wie  willkührlich 
jjierbey  verfahren,  und  da fs  das  Ganze  ein  biofses 
Spiel  ift,  welches  nie  auf  BeyfaJl  Anfpruch  machen 

konnte.  *  . 

Von  Macnol  haben  wir  überdies  ein  Botanicon 
mnnspallpnfey  Lugd.  1676.8.,  und  Hort us  monspe- 
UenfiSy  Mooflp*  <  690  8.,  worin  von  folgenden  Pflta* 
sen  ziemlich  rohe  Abbilaungen  vorkommen: 

Schoenus  nigricans  bot.  i4*>»  •  •  Stipa  iuncea 
ib.  121.  .  .  Lonicera  pyrenaica  hört.  209.  .  .  Crafi 
fula  Magnol'd  Oecand.  bot.  257.  238.  .  .  All  tum 
rofeum  ib.  10.  .  .  Saxifraga  hirfuta  hört.  87.  .  . 
Cucubalus  reßexus  bot.  170.  .  .  Arenaria  larici- 
folia  hört.  11.  .  .  Garidella  Nigellaferum  hört. 
i43.  .  .  Teuer ium  lucidum  ib.  5z.  .  .  Lepidium  % 
nudicaule  bot.  187.  .  ,  L.  procumbens  ib.  i85.  .  • 
Qnonis  tridentata  bort.  16.  .  •  0.  crifpa  ib.  17.  •  • 
Aftragalus  uralenfis  bort.  27.  .  .  M*dicago  lacinia* 
fa  bot.  270.  .  .  Conyza  ficula  bot.  76.  .  .  Chrys* 
ßuithemum  graminifoliwn  hört.  21.  .  •  Chf.  mons» 
pelienje  ib.  .  .  Vffibefina  alula  hört  fO.  .  .  Xan~ 
thium  fpinofum  hört.  208.  .  .  tolypodium  leptophyl* 
Ium  ib.  5.  .  .  Davallia  canarienßs  ib.  79,  .  *  Lia* 
kia  Nofioc  bot.  180. 


-  ■  « 


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Fünftes  Buch/  Drittes  Kapitel.  (i 

- 

Drittes  Kapitel. 

Reifen,    wodurch  die  Pflanzen  -  Kenn  t- 

nifs  gewonnen. 

Grofsen  und  koftfpieligen  Unternehmungen  war 
das  Zeitalter  des  dreyfsig?ährigen  Krieges  nicht  gon- 
ftig.  Indefs  \*.urde  America  von  Spaniern,  Nieder- 
ländern und  Britten,  Oftindien  von  Holländern  un- 
terfucht.  Ja  Linder  und  Infein,  die  his  dahin  ganz 
unbekannt  geblieben,  als  Japan,  die  Philippinen, 
China,  Madagafcar  und  fogar  das  bolarifche  Spitz- 
bergen öffneten  ihre  verborgenen  Schätze  den  Pflan- 
2enforfchern. 

Von  Spanfern,  die  America  befnchten ,  find 
zwey  befonders  zu  erwähnen,  Franz  Hernandfz  und 
Barnabas  Cobo.    Beider  Werke  find  nicht  vollständig 
auf  uns  gekommen.     Von  dem  erftern  wiffen  wir 
nur,  dafs  Philipp  II.  ihn  nach  Mexico  fchickte,  w.o; 
er  eine  Menge  Pflanzen  fammelte  und  1200  de* fei- 
ben  malen  liefs.    Er  foll  fieben  Jahre  ( 1 5^3  —  1600) 
in  der  neuen  Welt  gelebt  und  einen  Aufwand  von 
60,000  Ducaten  gemacht  haben.    {Joß  de  Acofia  na* 
$ur.  Ind.  occid.  hiß.  4»  29.  in  de  Bry  Americ.  P.  1X.)% 
Siebzehn  Bände  folcber  Abbildungen  und  Betrei- 
bungen brachte  er  zurück,  die  in  der Efcurial'fchen 
Bibliothek  aufbewahrt  wurden.    Zwölf  davon  wur- 
den ein  Raub  der  Flammen :  die  übrigen  fünf  ent- 
deckte'* nach  anderthalb  Jahrhunderten  Joh.  Bapt. 
Muüoz,   und  Obertrug  dem  bekannten  Ortega  die 
Herausgabe.  (Cavan.  anal,  de  cienc.  nat.  20,  ia5.) 
Diefe  ift  aber  nicht  zu  Stande  gekommen.  Dagegen 
erfchien  ein  lateinifcher  Auszug  von  Nardo  Anton. 
Recchi9  auf  Koften  des  Franz  *Ceß,  Präfidenten  der 
accademia  de*  Jincei:  Nova  plantarum  regni  mexica* 
ni  hißoria.  Rom.  i65i»  fol.    Neben  den  ziemlich  ro- 


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6»  Fünftes  Buch.   Drittes  Kapitel. 

hen  Abbildungen  ftehn  die  barbarifchen  mexicaolr 
fcben  Namen;  dazu  kommen  Noten  von  Recchi  und 
Terrenzi,  durch  welche  aber  die  Beftimmung  der 
Pflanzen  um  nichts  leichter  wird.  Was  fich  unter 
diefen  Umftanden  herausbringen  liefs,  find  folgende 
Arten:  1      •  ■ 

Salvia  formofa  io3.  .  .  Piper  geniculatum 
126.  .  .  Commelyna  tuberofa  253.  .  .  Ficus  citri- 
folla  81.  8a.  .  .  Cyperus  articu  latus  33.  .  .  Toi/r- 
ne/ortia^bicolor  292.  .  .  Convolvulus  luoralis  256. 
.  .  Lobelia  acuminata  210...  Mirabilis  longißora 
170.  .  .  Cerbera  Thevetia  443.  .  .  Ckenopodium 
Quinoa  26g.  .  .  Lifianthus  exaltatus  253.  .  . 
Eryngium  aquaticum  222.  .  .  Rhus  copallina  45. 
.  .  Paullinia  mexirana  289.  .  .  Myroxylon  pervi* 
/er um  5i.  .  .  Melafioma  fragile  4*3»  •  •  Copai- 
fera  officinalis  48.  .  •  Bocconia  frutefeens  i58.  .  , 
Cactus  Phyllanthus  3g2.  457«  •  •  Ferrariß  Pavonia 
276.  .  .  Chiroßemon  platanoides  383.  45g.  •  . 
Pajßßora  perfoliata  3oi.  .  .  Geranium  carolinia- 
num  293.  ,  .  Caroline a  Infignis  68.  .  .  Achania 
mollis  117.  .  •  Stevia  punctata  36o.  .  .  Gnapha- 
lium  domin genfe  202.  .  .  Epidendrum  bißdum 
.  .  A'crides  Hernandii  266.  .  .  Arißolochia  arbo- 
refeens  4^  •  .  Cymbidium  pulcheUum  283.  .  . 
Hura  crepitans  88.  .  ,  Liquidambar  Styracißua  56. 
.  .  Acalypha  cufpidata  090.  •  •  Schinus  Molle 
54-  •  •  Acacia  portoricenßs  58.  .  .  Mimofa  cor» 
nlgera  86. 

Barnabas  Cobo*  ein  Jefuit,  geb.  1570,  ging 
vi5g6  als  Miffionar  nach  America,  und  verweilte  zu- 
erit  auf  den  Antillen,  dann  in  Mexico,  am  längften 
aber  in  Peru,  bis  er  nach  57  Jahren  1 653  in  fein 
Vaterland  zurückkehrte.  Er  hinterliefs  eine  band- 
fehnfdiebe  Gefchichte  der  neuen  Welt»  wovon  aber 
nur  der  vierte  Theil  noch  vorhanden  ift .  den  Munoz 


<m  » 


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* 


Reifen,  wodurch  die  Pflanzen .  Kenntnifs  gewonnen.  ©J 

in  der  kön.  Bibliothek  zu  Sevilla  entdeckte-'  Ztba 
Bücher  follen  die  Natu rgefcbichte  von  Peru  enthalt 
ten.  Cavanilles  lobt  die  Treue  und  Genauigkeit  der 
Befchreibungen,  und  f Ohrt  als  Beyfpiele  der  Gut* 
derfelben,  die  Beftimmung  derTigridia  Pavonia  Juff., 
Pancratium  AmancaesKer»  und  der  Paffiflora  quadran- 
gularis  an.  .1 

Die  Hollander,  nachdem  fie  das  unerträgliche) 
Joch  der  fpanifcben  Tyranney  abgefchötteit ,  griffe« 
Ihre  Unterdrücker  in  den  entlege nften  Colonieen  an» 
BraGlien  >  von  Portugall  bezwungen  ,  war  mit  diefem 
Staate  zugleich  unter  fpanifche  BotmaTsigkeit  gekom- 
men.    Die  Holländer  richteten  ihre  Aufmerkfam- 
keit  auf  diefes  reiche  Land:  die  1621  errichtete  wefti 
indifche  Handelsgefellfchaft  fing-  ihre  Operationen 
mit  einem  Seezug  gegen  Brafilien  an.  Jakob  Willekens 
eroberte  1624  San  Salvador,   die  damalige' Haupt« 
ftadt  von  BraGJien:  i63o  unterwarf  Henri  Lonk  die 
Provinz  Pern am buco  der  holländifchen  Republik» 
Von  cfiefer  Zeit  an  dachte  man  in  Amfterdam.  nur  an 
die  Bezwingung  von  ganz  Brafilien :  denn  die  Reich- 
thümer,  die  man  feit  zehn  Jahren  von  dort  einge- 
führt, waren  unermefslich.    Dies  grofse  Gefchäfft 
ward  dem  tapfern  Seehelden,  dem  Grafen  Moritz 
von  Najfau  -  Siegen ,.  anvertraut.    Er  kam  1667  ia 
Brafilien  an ,  und  unterwarf,  trotz  des  hartnäckigen 
Widerftands  der  Portugiefen  und  Spanier,  in  den  fol- 
genden Jahren  die  braß  Ii  (eben  Küstenländer  von  San 
Salvador  bis  an  die  Mündung  des  Amazonen* Fl uffes 
der  holländifchen  Herrfchaft.    Erft  durch  die  Revo* 
lution,  welche  Johann  von  Braganza  auf  den  portu? 
giefifchen  Thron  brachte,  (i640>  durch -den  Waf- 
fenftillftand ,  den  diefer  mit  den  Holländern  fchlofs* 
und  durch  die  Empörung  der  Portugiefen  /in  BraGlien 
gegen  die  Holländer  ging  diefe  herrliche  Bef>tz«*g 
verloren,  (i653)l    Graf  Moritz  war  aber  fchoa  1.641 


■ 


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64  Fünftes  Buch.   Drittes  Kapitel. 

zurückgerufen,  und  (fand  fpäterhin  als  brandenburg*- 
fcher  Statthalter  den  weftphälifchen  Provinzen  vor. 
(t  l^73')  Au<?  ton*«  Seezug  nach  BrafiJien  nahm 
er  Wilb.  Pifo,  einen  holländischen  Arzt  und  Natur- 
forfcher,  mit.  Auch  kam  im  folgenden  Jahr  Georg* 
Marcgraf  aus  Liebftadt,  (geb.  1610 ,  f  i^44>)  nac^ 
BrafiJien;  beide  machten  es  fich  zum  Gefchäfft ,  die 
Natur*  Gegenftände  zu  unterfuchen  und  zu  beschrei- 
ben. Marcgraf  verliefs  fr  hon  nach  zwey  Jahren  Bra- 
filien  und  ging  nach  Africa,  wo  er  ftarb.  Der  Graf 
Moritz  hatte  indefs  Marcgrafs  Künftler  -  Talente  be- 
nutzt, und  vier  Bände  von  555  Oehlgemälden ,  die 
brafilifche  Pflanzen  und  Thiere  darfteilten,  zufara- 
mengebracht.  Diefe  fchenkte  er  nach  feiner  Rück- 
kehr dem  KurfQrften  von  Brandenburg.  Sie  werden 
in  der  kön.  Bibliothek  zu  Berlin  aufbewahrt,  und 
Mentze!  benutzte  fie  in  dem  Lexicon  polyglotten  un- 
ter dem  Titel :  Theatrum  rerum  braßlienfium.  Auch 
befchrieb  fie  Erndel  in  der  Ep.  de  ßora  iaponica  ad 
lo.  Phil.  Breynium,  Dresd.  1716.  4.  Noch  ift  eine 
Sammlung  ausgemalter  Pflanzen  -  Abbildungen  auf  der 
kön.  Bibliothek,  die  ebenfalls  Graf  Moritz  dem  Kur- 
fürften  gefchenkt,  und  wo  er  eigenhändig  deutfche 
Namen  hinzugefchrieben. 

»  *  Pifo's  und  Marcgrafs  Beobachtungen  erfcli jenen 
unter  dem  Titel:  Hi/toria  naturalis  Brafiliae,  ed.  lo. 
de  Laet.  LB.  1648.  fol.  Eine  fpätere  Ausgabe,  mit 
Bontii  hift.  nat.  et  med.  Ind.  or.  vermehrt,  führt  den 
Titel:  G.  Pifonis  de  Indiae  utriusque  re  naturali  et 
medica.  Amft.  i658.  fol.  Die  Abbildungen  uod  Be- 
fchreibungeo  find  mangelhaft.  Folgendes  find  die 
wichtigften  Pflanzen:  ^ 

Canna  anguftifolia  21 3.  •  •  Cuftus  fpicaeus 
214.  •  •  Thalia  gcniculata  224.  .  .  Piper  cauda- 
tum  et  peltatum  VanJ.  197.  .  .  P.  rugojum  Vahl. 
21 6,  .  .    Xjrris  americana  238.  .  •    Remirea  muri* 


■ 


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■  ■ 

Reifen,  wodurch  die  Pflanzen  -  Kenntnilt  gewonnen.  6$ 

itinä  »  Grämen  xi*.  ib.  •  •  Cyperus  Jurinamenfis-, 
Gramen  ni.  ib.  .  ;  Kyllinga  odorata,  Gramen  i. 
fc3i...  DichromenäciluuäVM.,  Gramen  xv.  258. 
Rynchofporä  aureaVM.,  Gramen  V.  239.  ...  Sper- 
fnacoc*  lini/olia  Vahl.  199.  .  .  Scoparia  du! eis  246. 
1  .  Dötftena  brafillenfis  232.  .  *  Callicocca  Mutifii 
Smith.  25 1.  .  *  C.  IpecäCUahha  Brot.  löi.  M  Phy- 
falis  pub+feens  22  3.  *  .  Solanum  paniculatum  181* 
♦  .  5.  bahamenfe  182.  *  .  5.  mäeroeärpon  2io.  .  . 
Schwenkfeldiä  cinerea  184*  •  •  Plumbago  feandens 
200.  4  1  ConVolvulus  bfafilienfis  258.  »  .  (J.  Aftf» 
choaranha  253.  .  .  Genipa  americänä  Perf.  l38.  .  * 
Atropa  arbotefeens  224*  .  .  Gomphreha  ttermicu* 
laris  24.3.  .  .  Hydroöotyle  umbellata  260.  .  .  Uro- 
melia  äcängä  293.  .  »  Är.  humilis  192*  .  • 
bracteata  1944  .  .  dmyris  ambroßaca  122.  • .  Pan£- 
/mi<t  pinnata  l5o.  .  .  Gomphia  labotapita  166.  1  4 
Perfoonla  Guareoidei  WiJId.,  lito  1.  169.  «  .  C*\0S* 
tongifiliquüi  Paioriariba  1.  i85.  .  .  C.  fericea,  it. 
ib.  .  .  Guareä  Trichilioidesi  lito  ix.  170.  .  .  A[y* 
tnenaea  Courbaril  12 3.  .  1  Sportdiät  Mombin  \3q.  .  * 
Malpighia  faginea  169.  .  .  Portulacä  halimoidest 
Caapongo  11.  243.  ^  •  A  pilofa,  Iii.  244«  *  *  Cra- 
taevaTapta  140.  *  *  rfidium  arorhaiieum  i5t.  *  * 
Plinia  croced  187.  .  1  C actus  Pitaiaia 4  Iamacaru  !♦ 
1 88.  .  .  C.  flagttllfomis,  11.  *8g.  4  *  C.  Äojeni; 
tu.  ib.  *  •  C.  curaffatiieus ,  iv.  190.  *  .  C.  irria«- 
gulartSi  V.  ibi  .  4  C.  portulaeifolius ,  Vi.  I91.  «  • 
Lecythis  parvißora  i3?.  .  *  /fcia  duteis,  Ianipaba 
i38.  4  .  Nymphaea  ödoräta  2 19.  *  .  Aubletia  TU 
bourboü  1234*.  Annöna  muricata  142.  .  4  «lau* 
lavia  Camara  i?J.  4  .  Bignonia  chtyfahiha  1 43.  .  « 
ß.  a/6tf9  1.  164.  •  •  &  orbiculata  i65.  4  •  tacatan» 
da  brafillenfis  Jüff. ,  Ii.  1 65.  .  .  Tanaeciurh  laroba 
173.  .  .  Päjfißorafilätttentofti,  Murucuia  1.  247. 4  * 
P.  incarnat«,  111,  ib.  .  .    P.  üngufitfolla,  tv.  ib.  .  4 

Gefch.  d.  ßounik.  a.  ß.  5 


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66  Fünftes  Buch.   Drittes  Kapitel; 

JP.  maliformis,  v.  248. .  .    Melochia  pyramidata  stza* 
.    Hibi/cus  cannabinus  2 1 1 1  .  •    //.  efculentus  210. 
..  f  Gußavia  augufia  172.  .  .    Gojfypium  vuifolium 
186.  ...    Arackis  hypogaea  256.  .  .    Geoffrata  fpir 
nofa  174.  •  .    Dolichos  urens  3o7.  .  .  Hedy forum 
fupinum  201.  .  V  Indigofera  enneaphylla  198.  .  . 
Hypericum  baeeifer um  124.  .  .    ßaccharU  brafiliana 
176.  .  .    Eupatorium  ivaefolium  217.  *  .    is.  ewio-  , 
ratum  218.  .  .    Arißolochia  ririgens  260.  .  .  tfrum 
lingulatum,  Aoioga  11.  220.  •  •      Caladium  arbo- 
.  rejeens,  1.  2  20.  .  .    C.  bicolor  207-  •  •    C.  efculenr 
zum  206.  .  .    Amarant us  viridis  24 .  •  latropha 
lanipha  179.  .  .    Urtica  baeeifera  235*  .  .  Cucu- 
mis anguinus  262.  .  .    C.  Anguriä  263.  .  .  Dio- 
fcorea  fativa  255.  •  .     Canarium  decumanum  •  Pin* 
«lovä  125.  .  .     tdeuala  fpinofa  126.  .  .  Smüax 
Sarfaparila  258.  Mimofa  afperata,  Caaco  11. 

£o3.  .  .  Carica  fpinofa  160.  .  .  Morus  tinetoria 
i63.  .  •  Feuillea  cordifolia  25$.  .  .  Cecropia  pai- 
mata  147.  •  .    Ciffampelos  Caapeba  2G1. 

- 

•  ...  ... 

Gegen  Ende  des  Jahrhunderts  ward  auch  ein 
Tbeil  von  Nordamerika  bekannter.  Die  Engländer, 
Job.  Banifter  und  Wilh.  Vernon,  und  ein  Deutfcher, 
X)av.  Krieg,  gingen-nach  Virginien,  wo  Lord  Dela- 
ware eine  Kolonie  angelegt  und  Wilh.  ßerkley  unter 
Karl  I.  aus  England  Königlich  Oefinnte  angesogen  hat- 
»te.  Banifter,  der  die  chriftl ich e  Religion  in  America 
auszubreiten  fachte*  fammefte  eine  Menge  Pflanzen, 
deren  Verzeichniffe  Job.  Ray  {hiß.  plant.  2-  p.  1928*) 
^und  Jac.Petivef  (memoirs  for  the  curiqus,  p.  227.) 
liefern,  fer  fand  feinen  Tod  durch  einen  Sturz  von 
einem  Felfen,  und  feine  P/ianzenfammlung  kam  an 
Sloane.  .  Einige  Briefe  von  ihm  an  Lifter  ftehn  in 
Phil,  transact,  loLjj.  b.  198.,  Yernon  un<LK*ieg 


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Reifen,  wodurch  die  Pflanzen  •  Kenntnifs  gewonnen.  6j> 

theilten  ihre  Entdeckungen  SJoane,  Ray  und  Dale 

mit,  haben  aber  nichts  fchriftliches  hinterlatfen. 

—  

Die  Ausbreitung  der  boliandifchen  tterrfchaffc 
in  Oftindien  veranlafste  mehrere  Freunde  der  Natur, 
jene  Beßtzungen  zu  durchforfcben.  Jac.  Bontiui> 
holländischer  Schiffsarzt,  der  mehrere  Jahre  als  Arzt 
in  Batavia  gelebt,  und  Aber  die  herrfchenden  Krank« 
heiten  in  Oftindien  Beobachtungen  angeheilt  hatte, 
{de  medicina  lndorumy  mit  Profp.  Aipini  de  medi- 
cina Aegyptiorum,  LB.  1718.  4-)>  hinterliefs  Be- 
merkungen über  Garcias  ab  Orto  und  über  Pflanzen 
und  Thiere  der  lnfel  Java.  Diefe  gab  Wilh.  Pifd 
nach  Bontius  Tode  mit  feiner  eigenen  Naturgefchich- 
te  von  Braiilien  heraus.  Es  kommen  hier  manche 
erdichtete  Abbildungen,  z.B.  von  der  Ninfi- Wur- 
zel, aber  auch  folgende  neue  vor: 

Iufticia  Betonica  146»  •  •  t  Piper  Siriboa  91.  .  • 
Morinda  cicrifolia  97.  .  .  Achyranthes  profirata 
i5o.  .  .  Calamus  Rotarig  cum  fructibus  188.  .  . 
Cotyledon  laciniäta  1 02.  .  .  /Legte  Marmetos  98.  .  ♦ 
Averrhoä  Cafambola  I02.  .  .  A,  Bilimbi  i35.  .  . 
Man  gif  er  a  indica  g5.  .  .  Thea  viridis  87.  .  .  Ml* 
chelia  Tfampdca  1 .  .  Theobroma  Cacao  1 98. .  . 
Hibifcub  Rofafinert/is  .  .    Lodoicea  fechetlenßs 

Labillard.  21 3. 

Mich.  Bojm,  ein  Jefult  und  MifHonar  in  Chi- 
na, hinterliefs  eine  ßora  finenßs,  Vindob.  l636« 
£t)L,  die  man  auch  in  Thevenöt's  Sammlung  wie- 
der findet.  Es  find  fchlecnte  Kupfer  und  mangel- 
hafte Beschreibungen:  erdichtet  ift  die  Abbildung 
der  Rhabarber.  '  Man  findet  viel  bekannte,  aber 
auch  einige  neue  Pflanzen,  als  Artocarpus  incifay 
Dario  zibethinus  und  Dimocarpus  Litchi. 

Andr.  Cleysr,  aus  Gaffel,  Arzt  der  ofündi leben 
Compagnie,   der  Cltiriä  und  Japan  gefehn  hatte, 


■   4  . 

68  Fünfte*  Büch,  Drittes  Kapitel«  ' 

*  *  * 

machte ,  aufser  Briefen  in  M.  B.  Valentin]  bfftor.  firti* 
plicium,  p.  377.  f.  ,  Beobachtungen  Ober  japanifcho 
Pflanzen  in  den  Ephemer,  nat.  cur.  mit  ziemlich  gu- 
ten Abbildungen  bekannt.  Hier  bemerkt  man  fol- 
gende: 

Amomum  Mioga ,  Iaraiunka  dec.  3.  a.  3.  o.  120. 
.  .  Liguftrum  iaponlcum,  Daniwathas  dec.  3.  a.  2. 
o.  r8o.  ...  Ficus  Itabiiy  dec.  2.  a.  10.  o.  36.  f.  10. 
.  .  Bladhia  iaponica,  Fanadatfibana  dec.  3.  a.  5.  6. 
o.  3.  .  .  BL crifpa,  Iamaran  dec.  3.  a.  2.  o.  179. .  ♦ 
Cajnpanula  glauca*  Kako  dec.  3.  a.  3.  o.  119.  .  . 
Evonymus  pungens,  dec.  3.  a.  5.  6.  o.  2.Gommy.  .  ♦ 
E.  iaponicus,  Mehaby  dec.  3«  *.  a.  o.  182.  .  .  E* 
Tobira,  dec.  2.  a.  9.  o.  77.  f.  22.  .  .  Qardenia  ßo- 
rida%  ib.  f.  2t.  .  .  Car'iJJa  edulis ,  dec.  2.  a.  7.  o. 
73.  f.  29.  .  •  Vinca  rofea,  ib.  o.  72.  f.  27.  .  .  "Fi- 
tis  iaponica ,  ib.  o.  7 1 .  f.  25.  .  •  Pontedera  vagina- 
lis dec.  2,  a.  5.  6.  o.  53.  f.  3g.  .  .  Scilla  iaponica 
ib.  o.  5ü.  .  .  Lilium  iaponicum  dec.  2.  a.  8.  o. 
19t.  f.  53.  .  •  L.  fuperbum  ib.  f.  54*  •  •  Z~  pom* 
ponium  dec.  2.  a.  9.  o.  76.  f.  20.  •  •  Örontium  ia- 
ponicum ib.  o.  75.  f.  18.  .  .  Hoiittuynia  cot  data 
dec.  2.  H.  8.  o.  189.  f.  5 1.  52.  .  .  Alifma  cordi/olia 
dec.  2.  a.  6.  o.  53.  f.  40.  .  V  Tomex  iaponica  ib.  o. 
54«  f«  42»  •  •  Eurya  iaponica  dec.  2.  a.  8.  o.  192» 
.  f.  56.  .  .  Lagerferömia  indica  dec.  3.  a.  5. 6.  o.  2.  .  , 
Apactis  iaponica  dec.  2.  a.  7.  o.  70.  f.  a3.  .  .  CameU 
lia  Safanqua  dec.  3.  a.  2.  o.  180.  .  .  Fumaria  ra~ 
cemo/a  dec.  3.  a.  3.  o.  120.  .  .  Cineraria  iaponica 
dec.  2.  a.  9.  o.  76.  .  .  Cymbidium  enfifolium  dec, 
3.  a.  10.  o.  38.  .  .  Cycas  circinalis  dec.  3.a.  3.  o. 
118.  .  .  Arum  ringens  dec.  2.  a.  9.  o.  75.  .  . 
Broußbnetia  papyrifera  dec.  2.  a.  6.  o.  54«  f.  4l-  •  • 
Ralania  quinata  der.  2.  a.  7.  o.  71.  .  .  MerUnßa 

dichotoma  Sw.  ib.  o.  73.  f.  3o. 

»  *  v 


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Reifen,  wodurch  tli#  Pfieneen  -  Keantnift  gewonnen.  69 

Auch  hatte  CJeyer  zwey  Bände  von  Pflanzet*» 
Abbildungen ,  die  in  Japan  felbft  gemalt  waren ,  dorf 
gekauft.  Das  eine  Exemplar*  welches  739  Abbil- 
dungen enthält,  hatte  er  an  MentzeJ,  das  andere  an 
Jac.  Breyn  gefchickt.  Jene«  ift  noch  auf  der  kön. 
Bibliothek  in  Berlin.  Cbrift.  Henr.  Erndel  handelt 
davon  in  der  ep.  de  flqre  iaponica  ad  Io.  Phil.  Brey* 
nium,  Dresd,  1716.  4. 

Herrn.  Nico],  Grimm  aus  Gotland  (geb.  1641, 
i  1711,)  fpäter  Arzf  in  Stockholm ,  hatte  auch  Oft* 
indien  befucht,  und  fchicku  an  die  Akad  der 
Naturforscher,  Befchreibungen  und  Zeichnungen 
mehrerer  indifcher  Gewächfe,  als  der  Nepenthes 
deftiliatoria,  (8ph  nai.  cur.  deo.  2.  ano,  1.  ohf.  i46.)f 
des  ConvolvqJus  obfcurus,  deffen  Wurzel  ftatt  der 
£arfaparile  gebraucht  wird,  (d^f.  dec.  2.  ann.  3.  obf, 
206.),  und  der  Diofcore*  fativa,  (daf.  obf.  2ii.).c  ^ 


Vom  Jahr  1676  bis  17q3  erfchien  mit  könlgU* 
chem  Aufwand  zum  grofsen  Nutzen  der  Wiffenfchaft 
ein  herrliches  Werk:  Hqrtuit  malol?aricus%  Heinrich 
Adrian  van  Rheede  tot  Orakenfteen ,  Statthalter  von 
Malabar  und  einer  dar  Herren  von  der  oftindifcheu 
Gefe lifehaft  ,  veranftaltete  dies  Werk,    Die  von  den 
Brachma,nen  gefam mieten»  mit  raalayifchen ,  brach« 
mamfchen  und  arabifchen  Namen,  bezeichneten  und 
milabarifch  beschriebenen  Pflanzen  lieft  er  von  ei« 
nem  C.  rmeiiter- Miffionar ,  P.  Mattel  di  S.  Giufeppe 
aus  Neapel  zeichnen :  die  malabarifchen  Befchreibun- 
gen wurden  von  einem  Dollmetfcher,  €rnapuel  Car- 
neiro,  ins  Portugiefifche  und  yon  Hermann  von  Do« 
nep  ins  Lateinifche  uberfetrt,    Der  Miffionar  zu  Co- 
ehin  Joh.  Cafearius  brachte  das  Ganze  in  Ordnung,  % 
und  in  Amfterdam  befchäfftigten  fich  Arn.  Sy*n9  Job. 
Commelyn,  Theod,  JanJJfar  von  Almeloveen,  Joh. 


1 


7o  '  Fünftel  Buch.  Drittes  Kapitel, 

Munniks  und  Abr.  Pool  mit  der  Herausgabe.  Sieben* 
hundert  Pflanzen  find,  ohne  wesentliche  Tfieile»  li 
zwölf  Folianten  gut  genug  abgebildet.  Eioe  neue 
Ausgabe  fing  Joh.  Hill  1774  an ,  indem  er  alles  nach 
dem  Linne' (eben  Svftem  ordnete;  aber  es  ift  keine 
Fortfetzung  erfchienen. 

Es  ift  fchwer,  den  gröfsten  Theil 'der  Pflantett 
mit  Sicherheit  zu  beftimmen:  doch  find  folgende 
die  gewiffeften: 

Alßinia  Allughas  Rofc.  tqm.  11.  tatb.  1 4-  •  • 
Amomum  repens  Sonnef.  ib.  t.  4«  5.  .  .  Coftus  fpe~ 
ciofus  ib.  {.  8.  .  .  Kämpfer a  rotunda  ib.  t.  9.  .  .  X. 
ovata  te  10.  .  .  Curcuma  Zeioäria  Rofc.  t.  7.  .  . 
Phrynium  capltatum  ib.  t.  34«  •  •  Iafminum  artgu- 
ftifolium  tom.  6.  tab.  53.  .  .  Qratiola  trifida  12.  36. 
J  .  <7r.  rqiundifolia  g.  5y:  .  .  lufticia  Ecbolium  2. 
20.  .  .    I.  echioides^.  46-  •  •  6-  6q.  .  i 

I.  paniculata  9.  56.  .  .  /.  Gendarufja  ib.  42-  •  ■ 
J.  nafuta  ib»  69.  •  .  /•  infundibuliformis  ib.  62.  .  • 
tjtricularia  caerulea  ib.  70.  .  .  Piper  Ämälago  7.  16. 
r  .  P.  Iqngum  7.  14.  .  .  Rößala  vertfcUlaris  9.  81. 
.  *  Rumphia  amboinenfis  4.  11.  .  .  Moraea  cA£- 
neit/t;  1 1.  37.  .  V  Ficiil  venöja  3.  64.  •  •  F.fepticn 
3.  5g.  .  .  F.  j(mpe\os  Lam.  ib.  60.  .  .  F<  Benia- 
mina  1.  26.  .  .  F.  hen galenfit  Ib.  28.  .  .  F;  race« 
räq/a  ib.  25.  .  .  F.  coconeaefolia  3.  57.  .  .  F.  ni* 
tida  ib.  55.  .  .  F.  teejs/jfc  ib.  58.  .  .  F.  *«<iic«r  ib. 
63.  .  .  F.  rufefeens  ib.  62.  .  .  Xyrw  indica  9.  71. 
.  .  Schoenus  nemorum  12.  58.  ,.  .  Scirpus •arsicu* 
taims  12.  71.  V  .  Sc.  fquarrofus  12.  38.  .  ;  5c.  or- 
genteus  12.  54-  .  .  typet**  caneftens  ib.  42* • 
Marifcus  umbellatus  V ah  1.  ib.  63.  .  .  kyllin  &u  mo- 
n&cephala  ib.  53.  .  .  JK.  trieeps  ib.  £2.  .  .  Pe  rotes 
lafifoUa  ib.  62.  •  •  Cynosurus  indicus  ib.  69.' .  . 
Fefiuca  indica  Ib.  45.  .  .  Ifchaemum  muficum  ib.  49* 
>.    Spinifix  fquarrofus  ib.  75  -     -    f  rw***»  > 


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-  I  » 

Reifen«  wodurch  die  Pflanzen  ■  Kenntnis  gewonnen.  71 

?         *  * 

taceum  ib.  88.  .  .  Hedfotis  rcpemof*  1  o .  25.  .  \ 
H.  Auricularia  10.  32.  ,  .  H.  herbacea  ib.  35.  .  « 
Ixora  coccinea  2.  i3.  . ..  /.  a/Aa  ib.  1.4.  .  •  Ciffps 
latifolia  7.  11.  .  t  C.  carnofa  7.  9.  ..  .  C.  pedata 
7.  10...  Monetia  diacantha  5.  37.  .  .  Polfo* 
fcandens  7.  4o.  .  .  Plumbago  zeylanioa  io.  8.  .  . 
P/.  ro/«a  ib.  9.  .  •  Conyolvulus  Medium  1 1 .  55.  .  . 
C.  tridentatus  ib.  65.  .  .  C.  maximus  ib.  53.  •  . 
C.  maiabaricus  ib.  5i.  •  .  C.  grandißorus  ib.  5o.  .  . 
C  paniculatus  ib.  49*  •  •  £  repens  ib.  52.  .  .  C, 
lprae  ib.  57.  .  .  Ipomoea  campanulata  ib.  56, 
•  .  Sphenaclea  zeylanica  ib.  24.  •  •  Nauclea  orien* 
*a/i*  3.  33.  ,  .  Pfychotria  herbacea  10.  21. .  .  Mt^ 
faenda  frondofa  2.  t8.  .  .  Phyfalis ßexuofa  4.  55.  , , 
P/u  minima  10.  71.  .  .  Teetona  grandis  4*  27.  .  . 
Zizyphus  liduba  4. 4l  •  •  •  W alker  a  Jer  rata  5.  48.  .  » 
i^lo/a  enneafperma  9.  60.  •  •  Imputiert*  latifolia  ib, 
48.  .  .  /.  fafciculata  ib.  47»  4ö»  •  •  mdica 
7.  6t.  .  .  Afhyranthes  a/pera  10.  78.  .  .  Deßnoi 
chaeta  ätrapurpurea  Decaad.  ib.  5g.  .  Celofia  ar- 
gentea  ib..  39.  .  .  Illecebrum  lanatum  ib.  29. .  •  , 
Lfeffde  ib.  9.  .  .  Webera  corymbofa  2.  2$,  .  «  IT,, 
tetrandra  5.  37.  .  .  tfwiea  parvißora  9.  35.  .  .  Afo- 
rium  adorum  9.  1.  2.  .  .  iVf  antidysentericum  t, 
4^.  -  •    iV.  coronarium  2,  54*  •  •    Echites  coßata 

9.  i4*  •  •  Tabernaemontana  alter nifolia  1.  43.  •  <. 
Holoßemma  R.  Br.  9.  7.  .  .  Afclepias  alexicaca  9. 
i3.  .  .  Cerapegia  Candelabrum  ib.  16.  ,  .  Crom* 
phrena  Ufpida  ib.  72,  .  .  Hydrolea  zeylanica  10, 
»8.  .  .  Hydrpcotyle  afiatica  ib.  46.  .  *  Bafella  ru- 
bra 7.  24.  .  -  Evolpulus  alßnoides  1 1 .  74* . .  Gra- 
tia chinenfis  2.  26.  .  .  Drqfira  indica  10.  20.  .  . 
Tradefcantia  malabarica  9.  63.  .  ,  T*.  axillaris  10. 
i3.  .  .  Amazyllis,  latifolia  11.  39.  .  .  Coryph* 
umbraculifera  3.  1.  .  .  Achras  iisfecSa  4-  2  5.  .  . 
Lorantbus  longißorus  1  a»  4*  •  •   £•  eloftkus.  ib.  3t 

X 

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7$  ftftuftes  Buch*    Drittes  Kapitel  - 

LJonioeroides  7.  29.  .  ,  Flagellarld  indica  ib.  53.  -  * 
Damajonium  Uuücum  1 1.  46.  •  .  Ionefia  pinnata  5* 
§9.  .  .  Mimi4$ops  Elengi  1.  20.  .  .  Jmj/ir  Pro* 
lium  7,  23.  •  .  C*/#i*  or  Mentalis  4*  4o.  •  t  Lax/o* 
:  niä  pur  pur**  4,  57«  ?  .  l»fpinofa  1.  4o-  .  •  Daphne 
polyf$achya  7.  2.  .  .  D.  mono ft ach) a  ib.  4-  •  • 
lygonum  barbaium  12.  77.  t  .  Sapindus  laurifolius 
4,  19.  .  .  Gaffyta  fiüformis  7.  44«  •  »  Bauhinia 
fcandens  8.  29.  ,  .  &  purpurers  \ .  33.  •  .  B.  acu* 
minata  ib.  04.  .  .  B.  comentofa  ib.  35.  .  .  Co/^a 
arborefcens  6\  9.  10.  .  .    Cnefalpinia  mimofoides  ib. 

8.  .  .  Guilandina  Bonduccetta  2.  22.  .  ,  Qu.  panU 
culata  6.  1 9.  t  .  Gm,  axillaris  6.  20.  .  .  Cynome* 
$ra  ramißora  4  3i.  .  .  Aaenanihera  pavonina  6.  i4* 
.  .  Tcrminaliq  Catappa  4.  5.  .  ,  'tieriseria  litora» 
Iis  6.  21.  .  .    Limonia  acidijpma  4«  *4.  -  - 

*a  repens  2,  5i.  ,  .  /.  fuffruticofa  ib.  49*  •  •  Afc- 
la  ftoma  Malabathrum  4*  42*  •  • , '  Bergia  verticillata 

9.  78.  .  .  0x«/i*  fenfuiva,  9.  19.  .  .  Bruguier* 
gymnorrhiZa  l>*m.  6.  3*.  .  ,  Rhizophora  Candel  ib. 
25.  .  .  /ty  cyllndrica  ib.  53.  .  .  Garcinia  mala* 
barica  3.  4  >  •  •  •    Crataeva  rellgiofa  3.  42*  •  • 

cu/ia  Balanghas  1.  49*  •  .  Aponogeton  monoftachyos 
1 1 .  1 5.  .  .  Eugenia  malaccenßs  i .  1 8,  .  .  E. 
mofa  4.  6.  .  .  £.  acutatigula  ib.  7.  .  .  £. 
Ao/a  Lim.  5.  27.  .  .  f.  parvijlora  5,  19.  .  .  Ca» 
lyptranthes  caryophyUifolia  5.  29.  •  •  Capparis  R** 
ducca  6.  67.  .  .  Calophyllum  Inophyllum  4*  38.  .  . 
C  Gi/a*«  ib.  39.  .  .  Gr*j*ia  orientalis  5.  46.  •  . 
Microcos  paniculata  1 .  56.  .  .  Elaeocarpus  ferratus 
4«  24.  .  .  2*<  copalliferus  Retz.  ib.  l5,  .  . 
giam  decapeialum  4.  17.  .  •  A  hexapelalum  ib.  26. 
.  .  Lager ftrömia  Regimae  ib.  20.  ;  .  L.  tor/itm  ib. 
22.  .  .  Tetracerä  farmentofa  7.  54.  .  .  Dillenia 
fpeciofa  3.  38.  .  .  U varia  zeylanica  2.  9.  .  .  ^4a~ 
ao/mi  fauämofa  3.  29.  .  .    ,4.  reticulala  ib.  3o. 


V 

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^^ClXoO)  ^^odurcll  dl©  PflAXHCö  IQcDAtDlfs  ^0^ft^OHDCD.     7 3| 

Nepeta  malabarica  10.  93.  .  .    N.  madagafca- 

renfis  n.  a5.  .  •  Lavandula  carnofa  ia.  90.  ,  t 
foreniti  afiatica  9.  53.  .  •    Bignonia  fpathacea  6.  29, 

•  „  JB.  eMonoidss  6.  26.  .  .  B.  indica  1.  43.  .  . 
B.  longi/olia  1.  44.  .  .  Aeglnetia  indica  Roxb.  u, 
47.  .  .  4chimenes  ßf*moid»s  9.  87.  .  .  Rueili* 
ringen*  9.  64*  •  .  Barleria  frionUU  ib.  4**  & 
buxifolia  2.  47.  .  .  Volkamera  inermis  5.  49»  • 
Chrpdendron  infartunaium  %.  u5.  .  .  fQiw  *rgfo/ia 
ib.  10.  .  f  Avl.ennia  tomentofa  4*  45.  .  .  .  4c<w*» 
/ähj  Uicifolius  2.  48«  •  •  Pedaltum  Murex  10,  72.  .  • 
Cleome  monophylla  9.  34,  ,  .  Melochia  cprchodfo* 
üa  9.  73.  .  .  Connarus  pinnatu*  6.  24.  .  .  Hi/#o- 
oia  Myhmx  2.  19.  .  .    Bombax  hepiaphyllum  3.  52. 

•  •  Sida  acuta  10,  53.  •  •  &  populifolia  6.  45*  •  • 
Hibifcus  pupulneu*  1 .  29.  .  t  JFf.  liliaceut  ib.  3o.  • 
Ä.  furattenfis  6.  44,  .  H.  vUifothts  ib,  46.  .  , 
Afc/ua  /*/re»  3.  53.  .  ?  DaJbergla  arborea  6,  3.  .  . 
D.  Lanc+olari*  ib.  22.  .  .  Ery  ihr  Ina  indica  ib.  7.  .  , 
Buten  frondoja  ib.  16.  17.  .  .  Crotalaria  iuncea  9« 
26.  •  •  Cr«  verrucofm  ib.  29.  •  •  Cr.  quinque/olim 
ib.  28.  .  .  ßq/icÄo*  glndiatus  8.  44-  .  .  J>.  rofw*. 
A/o/ii/*  ib.  43.  .  .  D.  prurlen*  ib.  35.  ,  .  i>.  Ca* 
fiaag'  5.  4>*  *  •  Cytifus  Caian  6.  v3.  .  ,  Corotulla 
grandißora  1 .  5.1 .  •  ,  C  at  uleato  6.  27.  •  ♦  Aejrfiyi 
nomene  indica  g.  18.  •  •  4*»  pumila  9.  2t.  •  •  W*» 
4/aram  ^jUmü  ib.  8a.  .  .  Indigofer*  glabra  ib. 
67.  .  .  £  hedy/aroides  ib.  36,  .  ,  Peronfca  antheU 
minthica  2.  24*  •  •  Lavenia  erectq  10.  63.  .  .  Ca* 
calia  fonchifolia  ib.  68.  .  •  Artemifia  fndica  ib.  45. 
.  .  Chrysanthemum  indicum  ib.  44.  .  .  Pcrbefina 
bißora  ib.  4o.  .  .  V.  cqlendulacea  ib.  4*.  .  .  £7e* 
phantopus  fcaber  ib.  7.  .  .  Sphaeranthut  indicus  ib. 
43.  .  ,  Malaxis  Rhsedii  12.  27.  •  •  Cymbid'wm 
aloefolium  ib.  8.  .  .  C.  ovatum  ib.  7.  .  .  C.  tenui* 
folium  ib.  5.  .  .    AVrides  retujum  ib.  i.  ,  t  <  ^ri/io- 


f4  *önfcet  .Büch.   Drittes  Kapitel. 

lochia  indica  8.  25.  .  .  Anocarpus  pubtfcms  5.  3a„ 
Scleriä  lithofperma  12.  4&*  •  •  Tragia  involu* 
er  ata  2.  3g.  .  .  Tr.  Merourialis  10.  82.  .  .  Tr. 
Chamaelea  2.  34.  .  .  Clcca  dijticha  3.  47.  .  .  Böhr 
mera  interrupta  2.  4o.  .  .  Urtica  heeerophylla  ib. 
4i.  .  .  Irf{jff«  foeiida  8.  7.  .  r  Elaie  fyiveßrit  3. 
22.  .  .  Sagtitaria  obtuftfolia  1 1 .  45«  •  •  Arurn  di* 
varicaäum  ib.  20.  .  .     Caladium  ovatum  ib.  a3.  .  . 

C.  nympha*atfoTwm  ib.  22.  .  .  Acalypha  induja  10. 
8  t.  .  .  Croton  variegatus  6.61.  .  .Cr.  cocciaeus 
5.22.  .  .  Phyllantkus  D/iruri  10.  i5.  *  .  Triehos* 
antlws  cueumerina  8.  i5.  •  .  TV.  caudata  ib.  16.  .  , 
Tr.  riervifolia  ib.  17.  .  .  Momordioa  Charantia  ib. 
9.  .  .  AI  murhata  ib.  10.  .  .  <Pandanus  odorati/fir 
mus  2.  1;  .  .  Stilago  Bunins  4-  56.  .  •  Antidefrna 
fylveßre  5.  26.  .  .  Zanonia  indica  8.  49.  .  •  Dio- 
Jcßrea  pentaphylla  7.  35.  .  *    IX  triphylla  ib.  33.  .  . 

D.  aculeata  ib.  «7.  .  .  *!>.  a/ata  ib.  58.  .  ,  IX  £1//- 
*i/*ra  ib.  30.  .  .  D.  /a*h>a  ib.  5i.  •  .  Bwmwnea 
menifperm oides  W.  ib.  3.  .  .  Barajfus  ßabelliformis 
1.  9.  iq.  .  .  Menifpermum  cordifolium  y.  21.  .  . 
M  pekaium  ib.  49*  •  •  AI  orbiculatum  1 1.  62*  .  . 
FlacaurtU  ßplaria  5.  3g.  .  .  MyrifiUsa  tomentofa 
4*  5»  .  /  #ri£a  bigemina  6.  12.  .  .  Mimofa  Enta- 
da 9.  7.  .  Dejmanthus  natans  9.  2p.  .  .  Acacia 
fcandensH.  ^.  .  •  A.  Intfta  6.  4«  •  •  Acroßichum 
heterophyüürh  12.  29.  .  .  Botypodium  acroßichoidex 
ib.  47.  .  .  Afplenium  ambiguum  ib.  i5.  .  .  Qnoclea 
jeandens  Sw.  ib.  35.  •  .  Lygodium  pinnatifidum  ib. 
35.  .  •  L. ßexuofum  ib.  5s.  .  .  Lycopodium  Phle- 
gmaria ib.  *4. 

I>a  wir  Faul  Hermann«  Sammlungen  fchon  ge«> 
dacht  haben,  fo  können  wir  zu  Georg  Eberh.  Rumphius 
flbergehn.  Diefer,  tu  Hanau  1607  geboren,  hatte 
fich  dem  Handelsftande  gewidmet,  aber  dabey  fo 
mannigfaltige'  Kenntnifle  erworben,  dafs  er  nicht 


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» 

Keifen,  wodurch  die  Pflanzen  •  Ken  tunifs  gewonnen/  7 5 

*  ■  -        ■  •  »         •  •  • 

blofs  Unterftattbalter  von  Amboina  und  Mitglied  den 
oftindifchen  Raths  -  Verfammlimg  wurde,  fondern 
durch  feine  Bemühungen  die  Kenntnifs  der  Natur  un- 
gemein erweitern  konnte.  Er  benutzte  feinen  Auf* 
enthalt  in  Oftlndien  hauptfächlich  zur  Unterfuchung 
der  Natur- Gegen ftände,  die  er  Anfangs  felbft  zeich- 
nete und  befchrieb.  Aber  in  fpatern  Jahren  vom  • 
grauen  Staar  betroffen,  wurden  ihm,  auf  fein  Gefurh, 
von  der  Handels  -  Gefell fchaft  junge  Leute  zugeord- 
net, die  neue  Zeichnungen  anfertigten,  feine  Be- 
fchreibungen  ins  Holländifche  überfetzten  und  das 
Ganzein  Ordnung  brachten.  Mehrere  feiner  Hand- 
fchriften,  befonders  feine  Gefchichte  der  Gewürze 
in  zwölf  Büchern ,  gingen  im  Schiffbruch,  feine  ge- 
trockneten Pflanzen  durch  eine  Feuersbrunft,  ver* 
loren.  (Hotton.  fern*,  de  rei  herb»  hiß.  p.  38.) 

Das  Herbarium  amboinenfe  war  fchon  1690  fer- 
tig; aber  erft  1  740  fing  Joh.  Burmann  an,  es  der  «e- 
ftalt  zu  bearbeiten,  dafs  er  die  Figuren  in  Kupfer 
frechen,  den  Text  lateinifch  und  holländifch  abdru- 
cken liefs,  und  Noten  dazu  gab»  Auch  fügte  er  am 
Ende  des  letzten  Theils  noch  ein  Regifter  der  Linne- 
fchen  Namen  hinzu.  So  erfchien  das  Ganze  in  Gehen 
Bänden  zu  Amfterdam  1741  —  1751.  fol.  Zum  er- 
ften  Mahl  find  hier  ungefähr  folgende  Pflanzen  be- 
fchrieben  und  abgebildet: 

Amomwn  echinatum  tom.  6.  t.  61.  f.  i.  •  •  A. 
villofum  ib.  f.  2.  .  .  Kämpfern  pandurata  Roxb.  5. 
69.  .  .  Maranta  Tonchat  4«  7«  •  •  Alpinia  Galan* 
ga  Rofc.  5.  63.  .  .  A.  vialacenfis  Piofc.  5.  71.  f.  1. 
Curanga  amara  5.  170.  .  .  lußicia  hivalvis  6.  22.  .  , 
Piper  fylveßre  5.  28.  .  .  JP.  diffufum  ib.  1  1 9.  . 
P»  Jubpeltatum  ö.  5f).  .  .  Sciipus  pplytrichaides  6. 
7.  f.  1.  .  .  Panicum.polyßachyon  ib.  f.  2.  .  .  P> 
culonum  ib.  t.  5.  f.  3.  .  .  Anthefteria  arguens  VV, 
6.  6.  f.  1.  .  ^    Andropogon  acicularis  ib.  t.  5.  f.  1. .  . 

*  I  » 

.  ■ 

3>  ■ 

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I 

■ 

76  Fünftes  Bück    Dritte«  Kapitel, 

jrf.  caricofus  t.  7.  f.  2.  A.  .  .  Ci#ux  cremt*  5,  1 6fft 
f.  2.  •  .  Fagara  triphylia  2.  62.  .  .  Q\denlandia\ 
verticillata  6.  10.  .  .    Pothos  pinnata  5.  i#3.  f.  2. 

•  .  Tournefortia  argen tea  4«  55.  •  .  Menyantke* 
indica  6.  72.  f.  3.  .  .  Comfohufus  reptan*  5.  .55. 
.  .  C  peUatusib.  \5j-  •  .  C  bifidus  ib.  i58.  .  • 
Nauclea  purpurea  3.  55.  •  .  Flinderfia  radulifeja 
R,  Br.  5.  129.  .  .  Erithalis  Timon  Spr.  3.  »4<>.  .  , 
Scaevola  Lobelia  4.  54-  .  •  VentilagQ  maderafpata- 
na  5.  2.  .  .  Ltf«?  fambucbna  4,  45.  .  .  £hajjcra 
moluccana  7.  7.  t-  .  Aegiceras  maius  3.  77.  *  . 
minus  ib.  82;  .  ,  Achyranthes  muricata  5.  85.  2.  .  . 
ifcA.  pro/traf*  6.  11.  .  .  Illecebrum  fanffuineum  7. 
27.  f.  2.  .  .  Paederia  foetida  5.  160.  ,  .  Damna- 
eanthus  Gärtnert  7,  19.  .  .    Echites  fcholarU  2.  82. 

•  .  Perguiaria  glabra  5.  29;  2.  .  f)kfchidia  num* 
mularia  W.  Br.  5.  176,  f.  1.  .  •  jlpacynum  reticula- 
$um  5.  4o.  .  .  /W*r  frutlcafum  4,  33.  .  .  Afi//a 
trcglodyiarum  5.  61.  •  *  Commerfonia  echinata  3. 
119.  .  .  Cr  in  um  nervofumy*  6oyf.  1.  .  -  Curcv 
//#o  orchioidet  6.  54.  fi  1.  •  «  Draeaena  Jerrea 
4«  34.  .  *  Dr.  enfifolia  5.  73.  •  •  Tacca  pinnatifi* 
da  ib.  ii2.  .  .    Corj/iAa  rotundifolia  1.  «...  I* 

,  cua/a  fpino/k  ib.  9.  .  .  Calamui  verui  5.  54«  •  « 
C.  Draco  \V.  %.  48«  •  •  rudentmm  ib.  «?2.  .  .  C«, 
equefiris  ib,  56.  .  Bambufa  verteilt  ata  4.  »•  •  • 
Munusops  KaMki  3.  8.  .  .  Dlospyros  Ebenaßer  ib. 
6.  .  .  Xylqearpue  Granatum  3,  61.  .  .  Sophora 
heptaphyUa  4«  22.  ,  ,  Guilandina  microphylla  Da* 
cand.  5,  49«  ^»  2.  .  .  Cynometra  caulißora  1.  64-  .  . 
Murraya  txotjca  5,  18.  f.  2.  .  .  her  gern  Königu  i, 
53.  f.  1.  .  .  Adenanthera  falcaia  3.  1  1 1.  .  .  <?ui*- 
ifualis  indica  5.  38.  .  .  Terminalia  moluccana  1 . 
•68.  .  .  T.  Pernix  2.  86.  .  .  Melaftoma  afper  um 
4-  43.  .  .  Inocarpus  edulls  1 .  65.  .  .  Gurcinia  ce» 
lebica  1 .  44.  .  .     <?.  cor**?  2.  3o.  .  v  Lythrum 


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Keifen,  wodnrcn die  PB«*w>.  Kenn  tntfi  gwonn«. 

Pemphis  3.  84.  •  *    Kleinhovid  Hofpitd  3.  11 3.  ;  . 
Euphorbia  hirtä  6.  2 3.  f.  2.  .  ;    Pfidium  pumilum  1. 
49.  .  .    Eugenia  cymofa  Lam.  1.  4».  1  .    £.  inw 
Tz/ca  1.  36.  f.  2.  .  .    Calyptrantkes  lambolana  1 .  42. 
«,  •     Sonnerat ia  acida  1.73.  ;  .    Kubus  parvifolius 
5.  4?*  f.  i*  •  •    •&  tnotuccänus  ib.  f.      .  .  Elaeo* 
barput  integrifolia  Lim.  3.  102.  .  .    Coleus  atnboU 
nious  Lour.  5.  72.  ♦  •    DUlenia  elliptica  2.  45.  .  ♦ 
D.  ferratd  ib.  t.  46.  .  j    Uvaria  odorata  2.  65.  .  . 
17.  ligularis  2.  66.  f.  2.  .       Mehthd  Auricutaria  6« 
16...    OcimUm  kenuiflorum  5.  92.  f.  2.  .  .    0.  ^014- 
tellarioidcs  5.  löi.  *  *  Premnä  integrifolia  3.  l34... . 
Huellia  repanda  6.  1 3.  f.  B.  .  .    Acanthus  ebraatea* 
tus  6.  7 1  •  f.  1 .  .  .    Sicto  hiWa  4*  « o.  .  .  v  Gojjfypium 
indicum  ib.  t.  i  2.  *  •    ßarringtonia  fpeciöfa  3.  1 1 4« 
.  .     Erythrtna  picea  2.  77.  .  *    Dolkhos  finenfis  5* 
i34-  .  .    J>*  tetragonolobus  ib.  t.  i33. .  .    Z).  /igno- 
yi/*  ib.  t.  i36.  .  *    CorohUla  coccinea  u  7*  .  .  .  M** 
laleuca  Leucadendron  2.  16.  *  .    G  labrar  ia  terfa  3. 
44*  •  •    Bidens  chinenfit  6.  l5.  £  2.  .  .    Conyza  pu* 
bigerä  5.  io3.  f.  2.  .  .    C.  proliferä  ib.  104.  f.  1. 
C.  chinenfis  6.  14.  2.     *    C.  bal/amifera  6.  24.  f.  l. 
«  .    Orchis  Sufannae  5.  99.  f.  2.  .  •  Cymbidium 
fcriptum  6.  42«  •  *    Epidendrum  amabile  ib.  t*  4^.  •  « 
limodorum  Veratrifolium  ib.  t/  32.  f.  2.  .  .  Dendro* 
bium  crumenatum  ib.  t.  47.  f.  2.  *  .  Artocarput 
Polyphema  Lour.  i.  3i.  ,  <    Cafuarina  equifetifolia 
3.  57.  .  *    Coic  agreftis  6.  91.  f.  1.  •  .  Scleria 
teffellata  W.  6«  6.  f.  2.  •  .    Hernandkt  ovigera  3* 
123.  .  .    Urtico\nh>ea  5.  79.  f.  1.  *#  .    Begonia  tu» 
berofa  5.  69.  f.  2.  .  *    Wäki  Dammarm  2.  67.  .  * 
Quercus  moluccana  3.  56.  •  *    Acalypha  betulina  4«  4 
37.  •  «    Ricinus  Mappä  3.  1 08.  *  •    &  Tanarias  3« 
I2i.  .  .     Croeon  aromaticus  3.  127.  .  .  Gnetum 
Gnemon  1.71.  .  .    Exocarpus  ceramicus  R.  Bf-  7. 
12.  .  .    4r*ca  fpicata  i„  5.  f.  1*  A«  .  ,    4*  glartdi* 


?8  Fünftes  Baoh.  Brittas  Ktfitd;;  > 

formis  ib.  t.  6.  A.  .  .  A.  globulifera  ib.  t.  5.  f;  a.  B. 
C.  D.  .  •  Nipa  fruticans  i.  t6.  .  .  Plukenetia  cor* 
nicutata  1.  79.  *  Momordicä  trifoliata  5.  i52.  f; 
2.  .  *  Cüeumii  acutapgulus  5.  i49-  J  •  C  cmgui- 
nus  ib.  148.  .  .  Bryonia  grandis  5.  i66i  .  .  Piwi- 
da/iztj  humili*  4.  76.  .  *  Trophis  fpinofa  5.  i5.  f. 
e.  .  .  Canarium  commune  2.47*  •  •  &  Minimum 
2.  54-  •  •  N  C«  balfijLmifetum  2.  5b.  ;  .  C.  fylveftre 
2.49*  •••  C»  hirfutum  2.  5i.  .  .  Smtlax  zeyiani*  * 
ca  5.  161.  *  .  Diofcorea  Nummularis  5.  *62.  .  ; 
€  trat  totes  acoroides  6.  76;  f.  ^.  •  ,  .  Mehifpermum 
crifpwn  5.  44*  •■   Myrifiica  microcarpa  2.  7* 

8.9...  Af.  falicifolia  2.  6.  .  . .  Nepenthes  PhyU 
lamphora  5.  5g.  f.  2.  .  Cheilanthes  tenuifolia  Sw* 
6.  34.  f.  2.  .  .  Aoroftiohum  auritum  ib.  35.  f.  j.  .  . 
Pferi*  thalictroides  6.  74.  f.  1.  .  .  Botrychium  zey- 
lanicum  ib.  t.  68.  f.  3.  .  .  .  Qphiogloffum  pendulüm 
ib.  37.  f.  3.  i  .    Facuj  e<ta/fe  Gmel.  ib.  t,  76.74.  £  3. 

♦ 

■ 

Um  die  f|>anifche»  Befitziiogen  a^f  detf  Bhilipi 
pinen  haben  die  Jefuiten  6ch  fehr  verdient  gemacht; 
Nicht  allein  dadurch ,  dafs  fie  allein  (ich  Einflufs  auf 
dieGetnüther  der  unruhigen  und  der  Tyrann ey  Jfingft  . 
überdrafGgen  Einwohner  zu  verfchfcffen  wnfsten,  fon- 
dern vorzüglich  durch  Beförderung  des  Ktmftfleifses, 
des  Landbaues  und  der  Gewerbe*  Die  Mjffion  auf 
Manila  bediente  gegen  Ende  des  fiebzehnten  Jahrhun- 
derts ein  gefchiekter  Apotheker,  Geörg  Jof.  Ramels 
aus  Brünn  in  Mähren:  Diefer  fanynlete  fleifajg  die 
Pflanzen  jener  "böchft  fruchtbaren  Eylande,  und 
fandte  fie  an  Ray  und  Petiter.  Was  Petiver  davon 
bekannt  gemacht)  wird  in. der  Folge  aufgezählt  wer- 
den. .  Die  er  an  Ray  gefchickt,  fuhrt  er  felbft  in  dem  . 
Anbang  zur  Ray  s  hift.  plant«  töm.  3.  auf.  Die  Baü* 
me  theilt  er  unter. aadern  na  eh  ihren.  Fr Dchten  in 


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Heifcn,  wodurch  die  Pflanzen  •  Kenntnifs  gewonnen.  79 

aforas,  biforas,  triforas  etc.  Es  find  mehrere  fchon 
bekannte,  aber  auch  viele  neue  darunter,  die  nur 
Cavanilles  durch  Nee's  Sammlungen  aufklären  konn- 
te: als  lllicium  anifatum  ,  Hibifcus  Lampas ,  Brodleia 
philippica,  Stylocoryne  racemofa*  Colona  ferreteifulia. 
Aber  zu  bedauern  ift,  dafs  die  Zeichnungen,  die 
Kamel  an  Ray  gefchickt,  von  diefem  unterdrückt 
wurden,  um  die  Koften  zu  fparen.  Befondere  Auf« 
fätze  über  die  rankenden  Gewächfe  auf  Manila  findet 
man  in  den  Philof«  transact.  vol.  24-  n.  29J  —  296. 
Andere  Befchreibungen  von  ihm  werden  unter  den 
Sloanifchen  Handfchriften  des  briitifc^en  Mufeums 
aufbewahrt.  {Bibiioth.  Banks,  vol.  5.  p.  182.)  Jgna- 
tia  amara  ift  zuedt  von  ihm  bekannt  gemacht.  (PAi- 
lof.  transact.  vol.  21.  p.  88.) 

Jak.  Cunningham,  Wundarzt  'der  englifchen 
Factorey  zu  Amoy  auf  der  Küfte  von  China,  fpäter 
auf  der  Iofel  Tfcheufchan  oder  Chofan  unH  auf  Pulo 
Condor,  war  ein  fehr  emCger  Sammler.  Er  lieferte 
ein  Verzeichnifs  der  Pflanzen  auf  Chufan,  {Phil,  trans- 
act. voL  23.  n.  280.  286.),  und  auf  der  Infel  Afcen- 
fion,  (daf.  vol.  21.  n.  255.).  Dies  letztere  Verzeich- 
nifs enthält  fünf  Pflanzen :  Arifiida  AfcenJwniSy  Con* 
volvulus  brafilienfis ,  Euphorbia  origanoides  und  C/za- 
maejyce  und  Pentapetes  trythroxylon.  Die  meiften 
der  von  ihm  gefammleten  Gewächfe  theilte  er  Plu- 
kenet  und  Petiver  mit,  die  daher  feiner  fehr  oft  er- 
wähnen. 

Das  pflanzenreiche  Madagafcar  zog  unter  den 
übrigen  Nationen  am  meiften  die  Blicke  der  Franzo- 
fen an.  Eine  Handelsgefellfchaft  trat  1642  zufam- 
men,  um  Niederlagen  und  fefte  Plätze  auf  derOftkü- 
fte  von  Madagafcar  zu  unterhalten  und  fo  den  Handel 
nach  Indien  zu  erleichtern.  Noch  wichtiger  erfchien 
dem  unfterblichen  Colbert  diefe  grosse  lnfel:  denn 
er  wollte  iie  1664  zum  Mittelpunkt  des  ganzen  indi« 


80  Fünftes  Bück  Dritt«  Kapitel. 

fchen  Handels  mache«.  Ohne  die  Lafter  und  Schwa- 
chen der  Anßedler  würde  diefer  Oe  tanke  zar  Aus- 
führung gekommen  feyn;  aber"  fehori  fechs  Jahre 
nach  dem  Entftelien  der  Anfiedelüng  wurden  die  m el- 
ften Fr4n*ofen  erfchlagen.  Ünterdeffen  hatte  der 
franzönfche  Statthalter  Von  Madägafeaf  *  Stephan 
Flacourt,  eine.'  Hlßoire  Heia  grantle  isie  Madaga  fear, 
Paris  i66i,  4*i  herausgegeben}  worin  such  die  in* 
tereffantefteo  Pflanzen  belchrieben,  Und,  wiewohl 
fehr  fchlecht  and  unvollftindlg ,  dargeftelh  werden. 
Folgende  find  nur  mit  einiger  Sicherheit  herauszu- 
bringen : 

Mhhridatea  quadrißda  Commerf.  p.  129.  n.  38. 
♦  .  Carphalea  cörymbofa  JulT.  p.  1 37.  •  ♦  Humber-  • 
Ha  madagafearenfis  Co  mm  er  f.  p.  \3y.  n.  loo.  •  4 
Liftanthus  irlnervls  Lam.  p.  135.  11.87.  .  .  Urania 
fpeciofa  W.  p.  1  25.  n.  24.  •  •  Combreeum  purpureum 
p.  i3o.  n.  42-  *  •  Limonia  madagafearenfis  p.  i3i. 
n.  52.  .  *  Deidamia  alata  Thuar.  p.  1 33.  t>.  70.  .  . 
Srhitolaena  rofea  Thuar.  p*  i3o*  n.  44*  *  •  Agatho- 
phyllum  aromaticurn  p»  i38.  n.  106.  .  ♦  Euphorbia 
hphogoaa  ib.  Salon te*  •  .  Calophyllum  Ino phyllum 
p.  139.  n.  1 i5.  et  Nepenthet  madagafearehfu  p.  t3o. 
n.  43* 


Das  nördliche  Africa  ward  Von  Auger.  Clutiui 
und  Joh.  Vesling  befucht«  Jener,  aus  Leiden  gebür- 
tig, ein  Sohn  des  Theodor ,  (Th.  i<  S.  343.),  ging 
zuerft  nach  Montpellier,  wo  er  das  Amt  des  fchon 
Alterfcb wachen  Richier  de  Belleval  rerfah.  Dann 
befuchte  er  Spanien  und  Africa,  geriet!)  aber  mehr- 
mals in  Oefangenfcbaft,  Und  ward  lange  von  deit 
Nomaden  in  Jen  Sandwöften  Africa's  umhergeföhrti 
bis  er  endlich  «war  losgekauft,  aber  aller  feiner  Ha- 
be beraubt,  1607,  nach  Europa  zurückkehren  konn* 

1 


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Reifen,  wodurch  die  Pflanzen- Kenntnifs  gewonnen,  gf 

te.  Hinterlaffen  hat  er  blofs  eine  Schrift  von  der 
maledivifchen  Kokosnufs:  Opus-ula  duo  de  nuce  me» 
dica,  Amft.  i654.  4. 

Joh.  Pesling  aus  Minden ,  (geb.  iSgS,  f  1649,) 
hatte  in  feiner  Jugend  Aegypten  befucht.  Nach  fei« 
ner  Rückkehr  lehrte  er  zu  Venedig  Anatomie  und 
Botanik,  und  erwarb  fich  fo  grofsen  ßeyfail ,  dafs  er  . 
zum  Prof.  in  Padua  gewählt  wurde.  Um  den  Garten 
in  Padua  mit  neuen  Gewächfen  zu  bereichern,  ging 
er  noch  in  feinem  funfzigften  Jahr  nach  Candia  ,  ftarb  ' 
aber  bald  nach  feiner  Rückkehr  an  den  Folgen  der 
ausgeftandenen  Befchwerden.  Er  fchrieb:  de  plan» 
Iis  Aegypti  ob/er  vatiorifs  y  Patav.  i633.'4.,  worin  er 
vorzüglich  Aipin  Ts  Beobachtungen  zu  erläutern  und 
zu  berichtigen  fuchte.  Man  findet  hier  folgende 
Pflanzen  zum  erften  Mahl  befchrieben  und  abgebildet: 

Salvia  marrubioides  p.  77.  .  .  Convolvulus  cai- 
ricus  p.  75.  .  .  Daiura  faßuofa  58.  .  .  Hyoscya* 
Tttus  aureus  60.  .  .  Eleufine  coracana  53.  .  .  Mo- 
mordica  Luffa  5o.  5i. 

■ 

Unfterblich  find  die  Verdiente  Wilh.  Sherard's 
um  die  Botanik,  obgleich  er  felbft  kein  bedeutendes 
Werk  gefchrieben.  Denn  er  war  es,  der  die  Kennt- 
nifs  der  morgenländifcben  Pflanzen  ungemein  er* 
leichterte,  der  durch  feine  Verbindungen  und  durch 
feinen  Reichthum  viele  Botaniker  unterftüUte ,  der 
Vaillant's  und  Paul  Hermann's  Nachlafs  vom  Unter- 
gang  rettete,  der  Dillenius  aus  Giefsen  nach  Eng- 
land zog,  ihm  anfänglich  die  Aufficht  über  feines 
Bruders  reichen  botanifchen  Garten  in  Eltham  aner- 
gab ,  und  ein  Jahrgehalt  für  ihn  als  Prof.  in  Oxford 
ausfetzte.  Es  giebt  keinen  Botaniker  der  damaligen 
Zeit,  der  nicht  Sherards,  als  eines Wohltbaters  und 
Gönners,  erwähnte.  Er  war  16^9  zu  Bufbby  in 
Leicefterfhire  geboren,  war  Anfangs  Fahrer  des  Lords 

Geich,  d.  Bouatk.   *.  B.  6 


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Fünftes  Buch. 


Kapitel» 


Townshend  und  des  Enkels  vom  Herz,  von  Bvdford 
auf  Reifen,  und, fandte  fchon  1690  an  Ray  Verzeich- 
niffe  von  Pflanzen,  die  er  auf  der  lnfel  Jerfey,  iä 
Corn wallis,  in  der  Schweiz  und  auf  dem  Jura  ge- 
fammlet»  Im  Jahr  1700  ward  er  englifcher  ConfuI 
in  Smyrna.  Hier  legte  er,  neben  einem  Landhaufe, 
einen  botanifchen  Garten  an,  den  er  bald  mit  einer 
Menge  der  feltenften  morgenländifchen  Pflanzen  be- 
völkerte. 1721  kehrte  er  wieder  nach  England  zu- 
rück,  und  befchäfftigte  fich  feitdem  bauptfäcblich 
mit  der  Fortretzong  von  C.  Bauhin's  Pinax,  worin 
ihm  Dillenius  Hülfe  leiftete.  Allein  es  ift  nichts  da- 
von erfchienen,  und  Sherard  hat  nichts  drucken  laf- 
fen,  als  eine  Gefcbichte  des  Firnifsbaums.  {Philo/, 
tr ansäet,  vol.  3  t.  n.  367.).  Sein  gelehrter  Brief- 
wechfel ,  in  fönf  Bänden,  wird  in  der  Bibliothek  der 
kön.  Gefelifchaft  aufbewahrt.  Seine  Sammlung  von 
getrockneten  Pflanzen  war  die  reichfte  der  damali- 
gen Zeit,  und  belief  fich  auf  12000  Arten. 


Die  Gattinn  eines  Malers,  Maria  Sibylla  Graf, 
gebor ne  MerFan,  felbft  eine  treffliche  Künftlerinn, 
(geb.  10*4?,  f  *7*7>)  ging  nach  Surinam,  mehr  um 
die  prächtigen  Infecten  jenes  Landes  zu  malen,  als 
um  die  Pflanzenkunde  zu  erweitern.  Aber  die  letz- 
tere ging  auch  nicht  leer  aus.  Denn  in  ihrem  Werk: 
de  generatione  *t  metamo  rphofibus  infectorum  furina- 
menfium,  Hag.  172J6.  fol.,  find  die  Infecten  auf  den 
Pflanzen  abgebildet,  auf  welchen  fie  fich  aufhalten. 
Die  Pflanzen  find  fehr  zierlich,  aber  keinesweges  mit 
dargelegten  Charakteren ,  abgebildet.  Man  findet 
hier  Spondias  Myrobalanus  t.  i3.,  CaJJia  bleapfularit 
lind  alata  t.  32.  58.,  Müllera  moniliformis  t.  35., 
Cojtus  arabicus  t.  36.  und JQenipa  Merianae  Rieb,  t» 
43.  abgebildet» 


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Reifen»  wodurch  die  Pflanzen  -Kenntnif*  gewonnen.  8} 

Faft  alle  Reifende  der  Vorzeit  übertraf  Hans 
Sloane  fowohl  an  Gelehrfamkeit  als  an  Reichthü* 

# 

mern  ,  die  er  von  feinen  Reifen  mitbrachte*  Er  war 
zu  Killilea  in  Irland  1660  geboren.  Nachdem  er  zu 
Cambridge  und  Paris  die  Arzneykunde  erlernt,  ward 
er  Leibarzt  des  Herzogs  von  Albemarle,  des  Statt- 
halters von  Jamaica.  Nur  ein  Jahr,  von  ,1687— * 
1888,  hielt  er  Geh  in  Weftindien  auf,  brachte  aber 
doch  8oO)  faft  durchgebends  neue,  Pflanzen  mit.  Er 
ward  darauf  Präfident  der  kön.  Oefellfchafr  und.tfes 
medicinifchen  Collegiums,  kön.  Leibarzt  und  Vor- 
fteher  des  ganzen  Arzneywefens  im  englifchen  Heere» 
Als  er  im  hohen  Alter  ifSZ  ftarb,  hinterliefs  er  der 
englifchen  Nation  ein  köftliches  und  immerwähren- 
des Andenken»  Er  vermachte  nämlich  alle  feine 
naturhiftorifchen  Schatze  und  Handfchriften  dem  brit- 
tifchen  Mufeum,  und  trat  den  Apothekern  in  Lon- 
don den  Garten  auf  feinem  Gute  Cbelfea  ab,  der  in 
der  Folge  fehr  berühmt  geworden.  Die  Früchte  fei- 
ner Reife  machte  er  in  folgendem  Werke  bekannt* 
A  voyage  to  Madera^  Barbados,  Nive$,  8>  Chrißo* 
phers  and  J amaica,  vol.  1.  2.Lond.  1707.  1 727. >  mit 
274  Kupfertafeln,  die  nicht  zu  den  beften  gehören» 
Aber  die  Befchreibungen  Gnd  trefflich  und  befondere 
Sorgfalt  ift  auf  die  Synonyme  verwandt» 

Man  findet  hier  folgende  Pflanzen  zuerft: 
Iußicia  nitida  tab.  10.  f.  2»  .  .  /.  comata  to3* 
f»  2.  .  .  Stachytarpheta  iamaicenfit  107.  f.  1*  »  . 
Piper  macropkyllum  88.  f.  1»  .  .  Comöcladid  inte* 
grifolla  222.  f.  1.  .  *  Heteranthera  limofa  Vahl. 
149.  f.  i.  •  *  Ficus  laurifolia  223.  .  *  Dlchrorrtena 
leucocephafa  Michaux  78.  f.  1*  .  .  Sclrpus  genicula* 
tus  81.  f»  3.  .  ♦  Sc.  ferrugineus  77.  f»  2.  4  .  5c. 
fpadiceus  76.  f.  dextra»  .  •  Abildgaardlu  monofta* 
chya  Vahl.  79.  f.  2.  .  •  Cyperus  elegant  j5*  f.  1.  .  • 
C.  odoratus  74.  f.  1.  •  .    C.  ligulams  9.  .  *  Mark* 


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#4  Fünftes  Buch.    Drittes  Kapitel. 

fcus  aphyllus  Vahl.  81.  f.  2.  .  .  Pafpalum  panicu- 
latum  72,  f*  2.  .  ,  Panicum  lineare  70,  f.  3.  .  . 
P.  glutinofum  71.  f.  3.  .  .  P.  trichodes  72.  f.  3.  .  . 
Milium  villofum  Sw»  i4-  f.  2.  .  »  Agroftis  indica 
75.  f.  1.  ...  Melica  papilionacea  64.  f.  1.  .  .  Poa 
glutinofa  71.  f.  2.  .  .  Cynosurus  virgatus  70.  f.  2. 
.  »  Andropogon  alopecuroides  70.  f.  1 .  .  *  if .  uir- 
ginicus  68.  f.  2.  .  •  ^f.  bicornis  i5.  .  .  Chlorit 
cruciata  69.  f.  1.  .  .  CM.  polydactyla  65.  F*  2.  %  » 
Arifiida  Adfcenßonis  2.  f.  5.  .  .  Manisuris  granu- 
laris  80.  .  .  Globularia  longifolia  5.  f.  3.  .  .  //<?« 
dyotis  rupeftris  202.  f.  1.  .  .  Catesbaea  parvißora 
207.  f.  1.  .  .  Ernodea  litoralis  189.  f.  1.  2.  .  . 
Wallenia  laurifolia  \$5.  f.  2.  .  .  Buddlea  ainericana 
173.  f.  1.  .  .  Pavetta  pentandra  Sw.  202.  f.  2.  .  . 
Ci//ii*  trifoliata  i44«  ^  2.  .  .  Fagara  Pterota  162. 
f .  1 .  .  .  Amman nia  latifolia  7.  f.  4*  •  •  Cufcuta 
americana  128.  f.  4«  •  •  Tournefortia  cymofa  212. 
f.  2.  .  .  T.  fuffrutißofa  162.  f.  4-  •  •  Lifianthus 
longifolius  loi.f.  1.  .  .  Ipomoea  violacea  98.  f.  1. 
.  .  f.  parvißora  97.  f.  t.  .  .  Lobelia  Ion gißora  ipi. 
f.  2.  .  .  L.  acuminata  95.  f.  2.  .  .  Pfychoeria  Myr- 
tiphyllum  209.  f.  2.  .  .  Anguillaria  tinifolia  Lam. 
2o5.  f.  2.  .  .  Chiococca  racemofa  188.  f.  3. .  .  f/a- 
mellia  ventricofa  i83.  f.  2.  .  .  Conocarpus  erecta 
161.  f.  2.  •  .  C.  racemofa  187.  f.  1.  .  .  Beurre» 
ria  fucculenta  Gärtn.  204.  f.  » •  •  •  Cefirum  vefper» 
tinum  204.  f.  2.  .  .  Jacquinia  arm il laris  190.  f.  2. 
.  .  Ehretia  tinifolia  2o3.  f.  1.  .  .  Chryfophyllum 
Cainito  229.  .  .  Bumelia  Jalicifolia  206.  f.  2.  •  . 
Ayenia  pufilla  i32.  f.  2.  •  .  Celofia  nitida  91.  f.  1. 
.  •  Echites  fuberecta  i3o.  f.  2.  .  .  2s.  umbellata 
i3i;f.  2.  .  .  Tabernaemontana  laurifolia  186.  .  . 
Afclepias  viminalis  i3i.  f.  1.  .  .  Spathelia  fimplex 
171.  .  .  Staphylea  occidentalis  220.  f.  1.  .  .  Tur* 
ttera  ulmifolia  127.  f.  4*  5.  .  .    T.  pumila  ib.  f.  6.  • . 


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Reifen,  wodurch  die  Pflanzen- Kenn tnifs  gewonnen.  85 

T.  ciftoides  ib.  f.  7.  .  .  Evolvulus  nummularius  99. 
f.  2.  .  .  Tillandfia  tenuifolia  122.  f.  1.  .  .  T.  re- 
curvata  121.  f.  1.  •  •  Trade fcantia  Zanonia  147. 
f.  1.  .  .  Achras  Sapota  169.  f.  2.  .  .  Lotanthus 
occidentalis  200.  f.  2.  .  .  Ornitrophe  Com'mia  208. 
f.  1.  .  .  Daphne  Laghetto  168.  f.  i.2.#3.  .  .  So* 
phora  occidentatis  176.  f.  4»  5.  .  .  Co^ia  v'yninea 
180.  f.  6.  7.  .  .  C.  emarginata  180.  f.  1  —  4*  •  • 
Caefalpinia  biiuga  181.  f.  2.  3.  .  .  Petaloma  myr* 
tilloides  187.  f.  3.  .  .  Trichilia  hirta  220.  f.  1.  .  . 
7>.  fpondio\des  210.  f.  2.  .  .  Tribulus  maximus 
i32.  f.  1.  .  .  Jujßeva  erecta  it.  f.  1.  .  .  Melafto-  ( 
ma  argenteum  196.  f.,  1.  .  .  Clethra  tinifolia  198. 
f.  2.  .  .  Cafearia  parvißora  21  1.  f.  2.  .  .  Bucida 
Buceras  189.-  f.  3.  .  .  Malpighia  coriacea  t63.  f.  1. 
.  .  Banifteria  fulgens  Cav.  162.  f.  2.  .  .  Rubus 
iamaicenßs  21 3.  f.  1.  .  .  Clußa  ßava  200.  f.  1.  .  . 
Clematis  dioica  128.  f.  1. 

Teucrium  betonte  um  3.  3.  .  .  Gefneria  acaulis 
102.  f.  1.  .  .  G.  tomentofa  \o^A.  2.  .  !  Cithare- 
xylon  caudatum  206.  f.  3.  4-  •  •  Lantana  ftricta 
195.  4*  •  •  Stemodia  maritima  110.  f.  2.  .  .  St. 
durantifolia  124.  f.  2.  .  .  Verbena  lap pul  acta  110. 
f.  1.  .  .  Lippia  cymofa  174.  f.  3.  4«  •  •  Ruellia 
Blechum  109.  f. '1:  .  .  R.  panioulata  100.  f.  2.  .  . 
Ä.  tuberofa  95.  f.  1.  .  .  Volkamera  aculeata  166. 
/.  2.  3.  .  .  Lepidium  virginicum  123.  f.  3.  .  .  Cteo- 
irie  polygama  1 24.  f.  1  •  •  .  C/.  procumbens  1 23,  f. 
1.  .  .  Melochia  tomentofa  108.  f.  2.  3.  .  .  Af.no- 
dißora  235.  f.  2.  .  .  Paffißora  perfoliata  142.  f.  3. 
4.  .  4  Sida  ciliaris  137.  f,  2.  .  .  S.  vifcofa  f. 
4.  .  .  &  althaeaefolia  i36.  f.  2.  .  .  Matachra  ca» 
pitata  1Ö7.  f.  1.  .  .  Vrena  americana  11.  f.  2.  .  . 
Hibifcus  clypeatus  1 35.  f.  t .  .  .  Pavonia  racemofa 
i3g.  f.  2.  .  .  Polygala  dioerßfolia  170.  f.  2.  .  . 
Crotalaria  latifolia  176.fi  1.  2.  .  .    Cr.  incana  179. 


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Fünftel  Buch«    Drittes  Kapitel* 

f,  i.  .  .  Phafeolus  lathyraides  116.  f.  1.  .  .  Phm 
fphaerofpemxus  1 1 7.  f.  1  —  3.  .  .  Dolichos  enßformis 
114  f.  !.  ,  ,  Di  minimus  11 5.  f.  1.  .  .  Cluoria 
Galactia  1 1 4*  f.  4*  •  •  Ornithopus  tetraphyllus 
nb.  f.  3.  .  .  Aefchynomene  americana  t  18.  f.  3.  .  • 
Stylosanthes^  pracumbens  119,  f.  2.  .  ,  St*  vifcofa 
ib.  f.  1.  .  .  Hedy forum  fupinum  1 18.  f.  2.  .  .  H, 
tortiiQfum  116.  f.  2.  .  .    Lavenia  decumbens  1 5 5 .  f. 

2.  .  .  Eupatorium  villofum  161.  f.  2*  .  ,  Calea 
iamaicenßs  *5i.  f.  3.  .  ,  C-  lobata  i52.  f ,  4-  •  « 
Canyza  purpurafceas  1 52.  f.  i*  .  .  Erigeron  iamai* 
cenfe  162.  f.  3.  .  .  Pectis  linifolia  i4p^  f.  3.  .  , 
Verbeßna  nodißora  1  ^4*  4-  •'•  V*mutica  1 55.  f,- 
1.  ,  .  Coreopßs  repcans  i54«  f»  2.  3.  .  ,  Elephan- 
tapus  carolinianus  i56.  f.  1.  .  .    E.Jpicatus  i5o. 

3.  4»  •  •  angußifolius  148.  f.  4-  •  •  Rolandra 
argentea  7.  f.  5.  .  ,  Orchis  plan  tag  inea  2.  .  , 
Dendrobium  fanguineum  121.  f.  2-  .  .  Oncidium 
variegatum  Sw.  148»  f.  2.  .  .  Ariftolochia  odoratif- 
fima  104.  f.  1.  .  .  Scleria  Flagellum  77.  f.  1.  .  , 
Tragia  volubilis  82.  f.  1.  .  «  Argythamnia  candU 
cans  86.  f.  5.  .  .  Bbhmera  cylindrica  82.  f.  2.  -  « 
Urtica  grandifolia  83.  f.  2.  .  .    £7.  Parietaria  g3.  f. 

1.  .  .  17.  nummularifolia  i3i.  f.  4*  <  •  U.micro- 
•phylla  93.  f.  2.  .  .    Amaraneus  polygonoid&s  92.  f« 

2.  .  ,  Zizania  aquatica  67.  .  .  Pharus  lajifolius 
73.  f.  2.  .  .  Begonia  acutifolia  127.  f.  1.  .  .  ^czV 
doton  urens  83.  f.  1.  .  .  Iuglans  baccata  f.  t< 
,  ,  4rnw  lingulatum  2.  f.  2.  .  .  Croton  linearis 
Jacgu.  86.  f.  1.  .  .  Cr.  glabellus  174-  f •  1*2.  .  , 
Cr,  chawaedryfolius  82.  f.  3.  .  .  Cr.  Phyllanthus 
\58..  f.  5.  .  .  Vifcum  verticillatum  2C11.  f.  2.  .  < 
f,  opyatioides  ib.  f.  i .  .  ,  Schaff era  campleta  209« 
f,  ,  ,  Xanthoxylon  emarginatum,  168.  f.  4.  .  , 
iPfcWfWWf  4^i4efma  209.  f,  2.  .  .     Irefme  elauor 

ge-.  f»  a,  tM   l&^csrw  glm&nlojk  »58,  f,     ,  , 


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Reifen,  wodurch  die  Pflanzen  •  Kenntnifs  gewonnen«  J7. 

•  » 

V 

Inga  vera  i83.  f.  i.  .  .  Mimofa  viva  182.  f.  7.  .  . 
Hemionitis  rufia  45.  f»  1.,  .  .  Poiypodium  trapezoi« 
des  36.  f.  1-  •  .  P.  ferrulatum  43.  f.  1.  •  •  P.  n//;/e- 
nioides  43.  f.  2.  •  •  Afpidium  mucronatum  36.  f.  4-  •  • 
itf.  invifum  5i.  .  .  if.  patens  52.  f.  1. .  .  Afplenium 
proUfer  um  26.  f.Ti.  .  .  A.  auritum  33.  £.  2.  .  .  if. 
cuneatum  46.  f.  2.  .  .  Pfem  heterophylla  53.  f.  1. 
.  .  Caenopteris  rhizöphylla  52.  f.  3.  .  .  Diplazium 
iuglandifolium  37.  .  .  Adiantum  ferrulatum  35.  f. 
2.  .  •  Davallia  aculeata  61 .  .  •  Dickfonia  Ctcuta* 
ria  5y.  f.  1.2.  .  .  Irichomanes  mufcoides  27.  f.  1. 
.  .  Lygodiumvolubile  46.  f.  i*  •  .  Onoclea  forbh 
folia  38.  .  .  Hypnum  fpiniforme  25.  f.  4*  •  •  P*** 
cu£  trifarius  Sw.  20.  f.  9.  .  .  F.  turbinatus  Gmel. , 
ib.  f.  6. 


Auch  durch  VVilh.  Dampier,  der  als  Freybeuter 
die  Südfee,  die  KüTten  der  fpanifchen  Befitzungen  in 
America,  die  Philippinen,  die  Fifcher •  Infein  und 
felbft  die  Weftküfte  von  Neu- Holland  .  befachte, 
(i684~"  ^699,)  und  durch  mehrere  Entdeckungen 
vorher  unbekannter  Infein  und  Köften  berühmt  ge- 
worden, ward  die  Pflanzen  •  Kenntnifs  erweitert. 
Pluknet  hat  mehrere  Pflanzen  abbilden  laffen,  die 
Dampier  mitgebracht.  Auch  er  felbft  gab  in  feinem: 
Nouyeau  yoyage  autour  du  monde,  vol.  1  —  5.  Amft. 
1701.  12.,  mehrere  Abbildungen  von  fehenen  Pftan« 
zen  ,  von  denen  die  neuhollandifchen  Dryander  ohne 
nähere Beftimmung  verzeichnet.  {Ann.  rf  bot.  2,  53i,) 
Folgendes  find  die  beftimmten; 

Bankfia  integri/olia  tom.  4»  ?•  l2^.  •  <  Lobe~ 
Ua  arborea  p.  125.  .  ,  Solanum  ferox  p.  12b.  .  . 
Coccoloba  uvifera  tom.  1.  p.  44«.  .  .  Eriocalia  mi- 
uar  p.  i57*  t.  3.  f.  1.  ,  .    Diplolaena  R.  Br<  tom.  3. 

p.  1  io.  t,  3.  f,"3,  .  .    Metrofideros  htfpuius  tom.  4* 


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|g  Fünftel  Buch.    Drittes  Kapitel« 

p.  128.  .  .  Euphorbia  tithymaloides  p.  125.*.  • 
Bombax  Erianthus  und  heptaphyllum  tom.  »•  p.  177, 
.  .  Achras  mainmofa  p.  219.  .  .  Glycine  coccinea 
tom.  4*  p.  127.  .  •  4A*r  glandulofus  Labill.  dtt  •  . 
Cafuärina  diftyla  Oiler  quadrivalvis  daf.  .  •  Fucus 
Pilularia  Gmel.  1 25. 


Sogar  Spitzbergen  ward  1 67 1  von  einem  Wund* 
arzt  aus  Hamburg,  Friedr*  Martens ,  beiucbt.  Ihm, 
der  zwar  kein  Botaniker,  aber  ein  treuer  Beobachter 
war,  verdanken  wir  Hie  erfte  Nachricht  von  den  we- 
nigen polarifchen  Pflanzen,  die  dort  vorkommen. 
Sein  Buch  heifst:  Spltzbergifche  oder  Grönländifihe 
Rtifebefchreibung ,  Hamb.  1675.4  Folgende  Pflan- 
zen find,  wiewohl  roh,  xfarin  abgebildet: 

Saxifraga  nivalis  t.  F.  f.  A.  .  .  5.  biflora  t.  F. 
f.  e.  .  .  S.ßellaris  t.  O.  f.  a.  .  .  S.  rivularis  t.  H. 
f.  c.  .  .  Ceraftium  alpinum  t.  G.  f.  d.  •  .  Ranun- 
culus  pygmaeus  VVablenb.  t.  G.  f.  e.  .  .  Ä.  nivalis 
ß.  fulfureus  t.  G.  f.  c.  .  .  Ä  nivalis  t.  I.  f.  d*  .  . 
R.  lapponicus  t.  H.  f,  e.  .  .  Cochlearia  grönlandica 
t.  H.  f.  a.  .  .    Salix  polaris  Wahlenb.  t.  G.  f.  b. 

- 

Viertes  Kapitel. 

Wachsthum  der  botanifchen  Garten. 

A.  In  Frankreich. 

Unter  den  botanifchen  Gärten  diefes  Zeitalten 
waren  die  fränzöfifchen  und  brittifchen  die  beruh  m- 
teften.  Vpn  der  Anlegung  des  botanifchen  Gartens 
in  Montpellier»  als  des  älteften  in  Frankreich,  ha* 
ben  wir  fchon  oben,  (Th.  1.  S.  34°*  34 1.),  gehan- 
delt.   Peter  Richter  4e  Belleva  l>  aus  Chalons  an  der 


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.  I  I 

Fünfte»  Buch.  .  Viert«  Kapitel.  g9 

I 

Marne,  (geb.  i558,  f  i632,)  erwarb  6ch  die  gröfs- 
ten  Verdienfte  um  die  Wiffenfchaft ,  indem  er  die 
im  fad  liehen  Frankreich  wild  wachfenden  Pflanzen 
in  diefem  Garten  verfammlete,  bald  eine  Zahl  von 
i3oo  zufammenbrachte,  und  fie  zeichnen  liefs.  Die 
Küpfer  hinterliefs  er  fernem  Neffen  Martin.  Allein 
fie  blieben  zweyhundert  Jahre  liegen ,  obgleich  fie 
Gouan,  Sauvages,  Haller  und  Linne  kannten,  bis 
fie  endlich  Villars  und  Gilibert  in  des  letztern  De- 
mor  ft  ratio  ns  botaniques,  Lyon  1796.  4m  herausge- 
geben.    Es  find  fteife  Figuren  ,  viele  monftröfe,  ei- 
nige fogar  erdichtet,  (wie  Scabiofa  Columbaria  pro» 
hfera  t.  77.),  andere  weit  fchlechter,  als  die  von  F. 
Columna,  C-  Bauhin  unddufius,  (fehr  fcblecht^io- 
la  calcarata  t.  235.),  noch  andere  kaum  herauszu- 
bringen, wie  t.  i63.  ,  welches  Einige  für  Ceraftium 
ftrictum  halten.    Die  Namen  find  griechifch  zufam- 
mengefetzt:  Condriila  jtt/Kpo/iJjX/vöiroXux*uXo< ,  Tama- 
rifeus  %f/]uappö\//*^iiuoTpö(Poc,  Thlafpi  o$eo*oLu\o(pvWo~ 
crtvfijf  u.  f.  f.    Villars  und  Gilibert  haben  meift  glück- 
lich'die  Arten  errathen,  oft  aber  auch  fich  fehr  ge* 
irrt.  So  find  die  Orchideen  meift  unrichtig  beftimmt: 
Linnaea  borealis  ift  Campanula  caefpitofa:  unter 
Crepis  pulcra  kommen  drev  verfchiedene  Pflanzen 
vor.    Folgendes  find  die  zuerft  hier  vorkommenden: 
Valeriana  anguftifolia  t.  37.  .  .    Moutia  fonta* 
1    na  i54-  •  •    Scabiofa  maritima  76.  .  .  Potamoge» 
ton  gramineus  1 45.  .  .     Plantago  Serraria  10. 
Lonicera  coerulea  5.  .  .    Androface  fitptentrionalis 
12...    A.  elongata  1 3.  .  .    A.  villofa  1 4«  .  .    Con*  ' 
volvulus  FDorycnium  21.  .  .    Gentiana  pumila  25.  .  . 
Campanula  pulla  26.  .  .     C.  vefula  Allion.  27.  .  . 
higufticum  nodijlorum  20g.  •  •     Sefeli  faxifragum 
210.  .  .    «S.  Turbith  q.\i.  .  .    Statice  echioides  142.  . 
.  .    Allium  narcijfiflorum  Vill.  240.  .  .    A.  mofcha» 
tum  241.  .  .    Arenaria  faxatUis  i53.  ,  .  ßuphor» 

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90  Fünftes  Buch.    Viertes  Kapitel/ 

bin  dulcis  oZj.  .  .  Geum  reppans  172.  .  Ranun* 
culus  caffubicus  1.76.  .  .  Beeontca  htrfuia  53.  .  . 
Pedicularis  incarnata  Jacqu.  67.  ,  .  Limofella  aqua* 
tlca  63.  .  .  Iberis  faxatilis  193.  .  .  Cardamine 
afarifoliä  199.  .  .  Brajfica  Richerii  Vill.  197.  .  . 
Erodium  romanum  252.  .  .  •  Ononis  frutieofa  224.  .  . 
0.  pubefeens  2  25.  .  .  Hedy forum  faxatile  216.  .  . 
H.  ob  f cur  um  217.  .  .  Hypericum  Richerii  Vill.  168» 
.  .  Hier  actum  aureum  121*.  .  .  H.  cerintkoides  128. 
.  .  H.  porrifolium  i33.  .  .  H.  amplexicaule  1 34. 
.  .  ScorZonera  refedaefolia  109.  .  •  Apargla  dubia 
120.  .  •  Amdryala  lanata  i35.  .  .  Crepis  Diofco- 
ridis  i3o.  .  •  Cr.  alpin a  126.  .  .  Hedypnois  mons* 
pelienßs  123.  .  .  Berardia  fubacaulis  Vill.,  Öno- 
pordon  rotundifolium  All.  87.  ,  .  Carduus  lycopifo* 
lius  Vill.  81.  .  .  Cnicus  helenioides  83.  .  .  Cor- 
thamus  mitiffimus  86.  .  .  Erigeron  unißorum  100. 
A,  .  .  Doronicum  Bellidiaftrum  io5.  .  .  Chrysan- 
themum mon Canum  io3.  ,  .  Achillea  nana  96.  .  . 
Centaurea  amara  92.  •  .  Malaxis  Löfelii  261,  .  . 
JW.  monophyllos  262.  .  •  Salix  repens  273.  .  •  5. 
formofa  WiUd.  274»  •  •    &  Arbuscula  2j5. 

Ricbier's  kleine  Schriften ,  befonders  das  Ver* 
zeichnifs  der  Pflanzen  im  botanifchen  Garten  zu  Mont- 
pellier, gab  Pet  Mar.  Aug.  Brouffonet  heraus:  Opus* 
cules  de  Richier  de  Belleval^  Paris  1785.  8. 

Das  Anfebn  des  Gartens  fank,  bis  Peter  Magno! 
Auffeher  ward,  von  deffen  Bemühungen  wir  fchon 
gefprochen  haben« 


■ 

Die  erften  Spuren  der  Anlegung  des  pariferGar* 
fens  finden  ficb  in  den  Acten  der  medicinifchen  Fa* 
cultät  jener  Univerßtät.  Es  war  zu  Ende  des  Jahrs 
1^97  j  der  Dechant  o^em  Job«  Robin  Geld  auszahl* 
te>  um  einen  bot»  Garten  anzulegen,  (Ann.  du  muß 


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Wachsthum  der  botanifchen  Gärten«  91 

i.p.  3.)  Diefer  Robin  hatte  fchon  feit  iSyo  einen 
eigenen  Garten,  .worin  er  feltene  Blumen  zog,  um 
den  Stickerinnen  der  Hofkleidungen  neue  Mufter  zu 
verfchaffen.  (Am.  Jufßeu  in  mem.  de  Tee.  de  Par. 
>727-  P-  'S0-)  Der  Hoffticker  Peter  Fallet  liefs  die 
prächtigften  Blumen  des  Robin'fchen  Gartens,  ohne 
Erklärung  in  Kupfer  fteeben,  und  gab  dem  Buche 
den  Titel:  Le  Jardin  du  Roy  Henri  W.^  1608.  fol. 
Man  fieht  eine  Menge  Lilien,  Narciffen,  Tulpen, 
Iris- Arten,  Tuberofen,  auch  Scilla  peruviana,  Hae- 
manthuc  multiflorus,  Ifopyrum  thalictroides  undCan-  • 
na  indica.  Jak.  Theod.  de  Ery  liefs  in  feinem  F/o- 
rilegium  novum,  Oppenh.  1612.  fol.,  die  m elften 
wieder  copiren.  Noch  1628  gaben  die  Hoffticker 
Dan.  Rabel  und  Pet.  Firens  ein  Theatrum  florae, 
-fol.  mit  69  prächtigen  Kupfern  heraus.  Unterdefs 
hatte  Joh.  Robin  fchon  1601  ein  Verzeichnifs  von  . 
i3oo  Pflanzen ,  die  er  in  feinem  Garten  baute ,  her- 
ausgegeben,  und  von  Heinrich  IV.  den  Titel  eines 
Simpliciften  erhalten. 

Sein  Sohn  Vefpafian  Robin  folgte  ihm  in  jener 
Würde,  und  gab  ebenfalls  ein  Verzeichnifs  von  1800 
Pflanzen,  die  er  in  demfelben .Garten  gezogen:  £n- 
chiridion  ifagogicum  ad  facilem  noiitiam  Jiirpium, 
Paris  1623.  1*2.  Eine  geraume  Zeit  lang  blieb  der 
Robin'fche  Garten  der  einzige  von  Bedeutung  in  Pa- 
ris: denn  deffen ,  den  die  medicinifche  Facultät  an- 
legen laffen  ,  wird  nicht  weiter  erwähnt. 

Aus  dem  Robin'fchen  Garten  und  aus  der  freyen 
Natur  fchöpfte  Paul  Reneauhne ,  Arzt  zu  Blois,  fei- 
ne Kenntniffe,  als  er:  Specimen  hißoriae  plantar  um, 
Paris  1611.  4.,  herausgab.  Diefe  kleine  Schrift 
enthält  treffliche  Abbildungen  und  gute  Befchreibun- 
gen  faft  fchon  bekannter  Pflanzen,  die  aber,  nach 
Richier's  Mufter,  mit  griechifchen  Namen  bezeich- 
net werden*   So  ilt  Kdußarfi^i;  n.  3a.  Syring*  vul* 

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02  Fünftel  Buch.   Viertes  Kapitel. 

garis ,  BXswoxoU  _p.  37.  Nicotiana  Tabacum ,  Gup<rJ; 
p.  47*  Dianthus  atrorubens,  AioXiq  daf,  D.  Carthu- 
fianorum ,  'Aßqatv&eiaL  p.  5o.  D.  caefius ,  'Almpia? 
p.  63.  Gentiana  lutea,  AacucrraCßatwj  p.  68.  G.  afcle- 
piadea,  0uXäjwti^  G.  acaulis,  'Epu$p<x/»  p.  76.  Chlo- 
ra  perfoliata,  Xpucnjif  p.  83.  Helianthus  annuus, 
,Afoup))rix>)  p.  119*  Arnica  montana 

Endlich  fafste  im  Jahr  1626  Gui  de  la  BroJJet 
Leibarzt  Ludwigs  XUL,  den  Gedanken,  einen  könig- 
lichen Garten  in  Paris  anzulegen,  worin  man  alle 
Pflanzen  ziehn  wollte.  Durch  Hülfe  des  erften  Leib- 
arztes, Herouard,  erhielt  er  1626  ein  Patent  vom 
König  zur  Anlegung  des  Gartens  in  der  Vorftadt  S. 
Victor.  Arlein  erft  fpäter,  i633,  ward  durch  Karl 
Bouvard's  Fürforge,  der  nach  Herouard's  Tode  er- 
fler  Leibarzt  geworden,  das  Grundftttck  für  67,000 
Livres  gekauft.  Da  bald  die  medicinifche  Facultät 
Eiferfucht  gegen  diefe  neue  Anftalt  verrietb,  fo  ward 
im  Jahr  i635  ein  Edict  gegeben,  kraft  deflen  Bou- 
vard  Oberauffeher,  de  la  Broffe  aber  Auffeher  der 
Anftalt  feyn,  und  drey  Profefforen  der  medicinifchen 
Facultät  bey  dem  Garten  angeftellt  werden  füllten, 
um  Botanik,  Pharmakologie,  Chemie  und  Pharma« 
cie  zu  lefen.  Die  erften,  die  diefe  Aemter  beklei- 
deten, waren  Jak.  Coußnot ,  Urb.  Baudineau  und 
Marin  Cureau  de  la  Chambre.  Jeder  diefer  Deraon- 
ftratoren  erhielt  j5oo,  Bouvard  3ooo  und  de  laBrof* 
fe  6000  Livres  Gehalt.  Zur  Unterhaltung  des  Gar- 
tens und  zur  Bezahlung  der  Gehalte  wurden  21000 
Livres  angewiefen,  welche  jetzt  i3i25  Rthlr.  pr. 
Cour,  machen  Wörden.  Da  die  Chemie  damals  noch 
in  fehr  üblem  Rufe  ftand,  fo  blieb  die  medicinifche 
Facultät  bey  ihrer  VViderfetzlichkeit,  die  indefs  ganz 
fruchtlos  war:  denn  la  Brolfe  gab  fcbon  i636  ein 
Verzeichnifs  von  1800  Pflanzen,  die  in  dem  Garten 
gezogen  wurden.  (Defcription  du  jardin  royal,  Paris 


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Wachsthum  der  botanifchen  Garten.  93 

i636.  40  1640  fingen  die  Demonstrationen  an, 
(V ouverture  du  j ardin  royal,  Paris  1640*  8.),  und 
.  im  fojgenden  Jahr  gab  )a  Broffe  ein  neues  Verzeich- 
nifs,  worin  fchon  2Z60  Pflanzen  aufgeführt  werden. 
Schon  das  erfte  Verzeichnis,  welches  in  Paulli  viri- 
dariis  p  81  —201.  aufgenommen  ift,  enthält  viele  t 
neue  und  merkwürdige  Pflanzen:  Glycine  Apios, 
Scilla  unifolia,  Oypripedium  fpectabile  und  die  ame- 
ricanifchen  After  -  Arten.  Noch  hinterliefs  la  Broffe 
48  Tafeln  abgebildeter  Pflanzen ,  die  niemfels  heraus- 
gekommen, wovon  es  nur  fechzig  Abdrücke  geben 
ioll.  In  der  Haller'fchen  und  Banks'ichen  Biblio- 
thek find  fie.  Auch  hier  kommen  einige  nordame- 
ricanifche  Pflanzen  von  La  Broffe  konnte  dies  Werk 
nicht  vollenden :  erftarbi64i.  v 

Die  Einführung  nordamericanifcher  Pflanzen  in 
die  franzößfchen  Gärten  fchrieb  fich  von  den  Schiff« 
fahrten  her,  die  die  Bretagner  und  Normannen  feit 
dem  Ende  des  fechzehnten  Jahrhunderts,  an  die  Ha- 
ften von  Neu  -  Foundland  und  Nordamerica  unternah* 
men,  um  Stockfifch  von  dort  zu  bohlen.  Schon  i534 
hatte  Jak.  Cartier  aus  S.  Malo,  auf  Befehl  Franz  I. 
den  Lorenzflufs  befahren.  1608  legte  Samuel  de  ' 
Champlain  Quebec,  als  die  Hauptftadt  des  neuen 
Frankreichs  und  die  Hauptniederlage  des  canadi- 
fchen  Handels  an.  Indefs  wurde  diefer  nachläffig  be* 
trieben:  die  Franzofen  verloren  1629  Canada  an  die 
Engländer:  doch  erlangten  fie  es  im  Frieden  von  S. 
Germain -en-  Laye  i63i  wieder.  Unterdefs  waren 
fchon  fo  viele  Pflanzen  aus  Canada  in  Frankreich  ein* 
-  geführt  worden,  dafs  Joh.  Bobin  eine:  Hißoire  des  1 
plantet  nouvellement  trouve'es  en  YlsleVirgine*  1620. 
12.,  herausgeben  konnte,  welche  in  Linacier's  Hi- 
ftoire  des  vlantes  aromatiques,  ed.  2.  wieder  abge- 
druckt ift. 

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94  Fünftes  Büch.   Vierte«  Kapitel* 

Jac.  Phil.  Cornuti,  Arzt  in  Paris,  gab  eine  Ge- 
fchihhte  der  canadifchen  Pflanzen ,  die  in  den  parifer 
Gärten  gezogen  wurden:    Plantarum  canadenßum  . 
hifioria,  Paris  i655.  4*     Hier  kommen  folgende 
neue  vor: 

Monarda  fiftulofa  i4*  •  *  Antholyza  aethiopica 
79-  •  »  Plant  ago  maxima  i63.  .  .  Sanguiforba  ca- 
nadenßs  174.     .  hederacea  100.  .  .  ^tf/e/e- 

piaj  fyriaca  80»  .  .  -4.  incarnata  93».»  Angelica 
lucida  197.  .  .  i4.  atropurpurea  199.  .  .  A&ux  7o- 
xicodendron  97.  .  .  Aralia  rac+mofa  y5.  .  .  Ama- 
ryllis  farnienfit  1 58«  .  *  Albuca  maior  161.  .  .  //j* 
poxtx  fiellata  168.  .  .  Vüularia  lanceolata  41.  .  . 
Convallaria  fiellata  1>Z>  .  .  £.  racerrwfa  37.  .  -  Tri/- 
/ium  ereeium  167.  •  •  Afarum  canadenfe  25.  .  • 
Rubus  odoratus  i5o.  .  .  Actaea  americana  Purfb. 
77.  .  „  Aquilegia  canadenßs  60.  .  .  Thalicerum 
Cornuti  187.  .  .  Scuiellaria  peregrina  129.  4  .  £|* 
gnonia  radicans  io3.  •  «  Crambe  hifpanica  148.  .  . 
Pelargonium  trifte  110..  »  Hibifcus  Mofcheutos  1 45. 
•  .  Fumaria  fempervirent  5y.  .  *  Robinia  Pfeuda* 
cacia  171.  *  •  Glycine  Apios  20 1»  .  .  Hedyfarum 
canadenfe  45.  .  .  Eupatorium  ageratoides  21,  .  • 
£•  purpureum  191.  k  *  4/**r  panicuiatus  65.  .  ♦ 
if.  annuut  194.  .  .  Solidago  mexicana  169.  •  .  He» 
lenium  autumnale  63.  *  4  Rudbekia  laciniata  179.  .  • 
Cypripedium  fpectabile  2o5. 

Die  Oberaufficht  des  panfer  königlichen  Gar- 
tens erhielt  1642  Franz  Vautier%  erfter  Leibarzt  des 
Königs,  zum  grofsen  Nachtheil  der  Anftalt,  die  faft 
ganz  zu  Grunde  ging.  Auch  Anton  Fallot,  der  i65a 
dem  Vaittier  folgte,  vernachlä  fügte  Anfangs  die  An* 
ftalt,  bis  das  Aufbiahn  des  Gartens  in  BJois*  dem 
Marchant,  Brunyer,  Laugier  und  Morifon*  vorgeftan- 
den,  den  Wetteifer  erregte»  Denis  Joncquet,  Prof. 
in  Paris ,  ward  i665  zum  Prof*  der  Botanik  an  dem 

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Wacbsthüm  der  botanifchen  Gärten.  95 

kön.  Garten  ernannt,  der  fohon  früher  zu  S.  Ger- 
main •  des  -  Pres  einen  eigenen  reichen  Garten  befef- 
fen,  und  ein  Verzeichnis  davon  gegeben  hatte.  (Hör» 
tus  ß  index  onomafticus  pluntarum ,  quas  excolebat, 
Paris  i65g.  fol.)  Er  hatte  fcbon  einen  Theeftrauch 
gezogen.  Auch  vom  kön.  Garten  gab  Joncquet  eine 
Befchreibung :  Hör  tus  regius,  Paris  1 665.  fol.  Jetzt 
fchlofs  Geh  Guy  Crefcent  Fagon9  Grofsneffe  des  la 
Broffe,  der  im  köp.  Garten  geboren  war.  an  die  Be- 
förderer  der  Anftalt  an.  Er  durebreifete  auf  feine 
Koften  das  füdliche  Frankreich ,  die  Alpen  und  Py- 
renäen ,  um  Pflanzen  für  den  Garten  zufamimenzu- 
bringen.  Nach  feiner  Rückkehr  ward  er  zum  Prof. 
der  Chemie  am  kön. Garten  ernannt,-  und  1671  nach 
Joncquet*s  Tode  ward  er  deffen  Nachfolger. 

Da  Vallot  in  demfelben  Jahre  geftorben ,  fo 
übernahm  der  Minifter  Colbert  felbft  die  Oberauf" 
ficht,  und  verpflichtete  auch  den  Maler  Robert,  der 
in  Dienften  des  Herzogs  Gafton  von  Orleans  geftan- 
den,  als  Kabinetsmaler  des  Königs,  die  fei  teuften 
Pflanzen  des  Gartens  zu  malen.  Diefe  Gemälde  wur- 
den in  Kupfer  geftochen:  3i6  diefer  Kupferftiche, 
die  höchft  feiten  vorkommen,  haben  den  Titel: 
Eftampes  pour  fervir  ä  Vhißoire  des  plantes,  Paris 
1701.  fol.  Obgleich  kaum  neue  Pflanzen  darunter 
find,  fo  ift  doch  intereffant,  dafs  das  Keimen  der 
meiften  dergeftellt  ift.  Als  Robert  1684  mit  Tode 
abgegangen,  folgte  ihm  als  Kabinetsmaler  Job.  Jou- 
bert  aus  Poitou. 

Fagon  trat  im  Jahr  i683  feine  Stelle  an  Tout- 
nefort  ab,  der  nun  der  Anftalt  neuen  Glanz  gab. 

Unterdefs  hatte  auch  Denis  Dodart,  deffen  wir 
oben  erwähnten,  fich  der  Hülfe  des  trefflichen  Ro- 
bert bedient,  um  vorzügliche  Pflanzen  •  Abbildungen 
zu  liefern.    Er  gab  diefe  in  den  oben  erwähnten  Mä* 


Fünftes  Buch.   Viertes  KapiteL  , 


moires  pottr  fervir  ä  Vhiftoire  des  plantet ,  1676*  foh 
Hier  kommen  folgende  neue  vor: 

Hellotropium  parvißorum  p.  82.  .  .  Lobelia 
ßphituica  »o4-  •  •  Campanula  nitida  1  \  8.  .  .  Apo- 
cynum  androfaemifoUum  ^9.  .  .  Sifon  aureus 
54-  •  •  Statice  reden  lata  94»  •  •  Lillum  philadel- 
phicum  90.  .  .  Mitella  diphylla  106.  .  .  Silene 
quinquevulnera  98.  .  •  Cotyhdon  lutea  73.  .  . 
Verbena  urticaefolia  1  24.  .  .  Pentaftemon  campa- 
nulatus  78.  .  .  Ononis  frutieofa  5j.  .  .  Pforalea 
eorylifolia  96.  .  .  Aftragalus  Carolin ianus  64.  .  • 
Trifolium  fubterrane um  22.  .  .  After  acris  60.  .  . 
A.  fibiricus  62.  .  .  Solidago  mexicana  126.  .  • 
Chrysanthemum  grandißorum  Lapeyr.  66. .  .  Achill 
lea  tanacedfolia  100.  .  .  A*  odora  101.  .  .  Cen* 
iaurea  fempervirens  84.  •  •  C  ficula  86.  .  .  Ar  um 
triphyllum  89.  .  .  Urtica  Dodartii  i3o.  f.  2.  »  • 
U.canadenßs  128. 

■  • 

B.    Botanifche  Gärten  in  England. 

Die  englifchen  Gärten  waren  unftreitigdie  reich- 
ten und  blübendften  in  jener  Zeit.  Denn  theils  war 
der  Handel  der  Engländer  feit  der  Königion  Elifa- 
beth  Regierung  fchon  fo  ausgebreitet,  dafs  er  mit 
dem  holländischen  um  den  Vorrang  ftreiten  konnte; 
theiJs  ftanden  die  engländifchen  Gelehrten  in  Verbin- 
dung mit  Reifenden  aller  Art;  theils  endlich  machte 
fich  der  Hof,  feit  Elifabeth,  es  cur  Regel,  rei- 
che Gärten  zu  unterhalten  und  die  Pfleger  derfel- 
ben  zu  unterftützen. 

Der  ältefte  diefer  Gärten  ift  der  von  Hampton- 
court, der  von  Elifabeth  gegründet,  voo  Karl  II.  und 
Wilhelm  III.  befonders  bereichert  wurde«     Es  ift 


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Wachstbum  der  botanifchen  Gärten«  97 

noch  ein  gefchriebenes  Verzeichnifs  der  Pflanzen 
diefes  Gartens  im  brittifchen  Mufeum,  woraus  man 
fieht,  dafs  Mangifera  indica,  Plumeria  rubra  nnd 
viele  andere  feiten e  Sachen  dort  gezogen  wurden» 
Ein  Apotheker,  J bh»  Parkinfon,  (geb.  1567,)  ward, 
mit  dem  Titel  eines  kön.  Botanicus,  Vorfteher  des 
Gartens.  Zuerft  gab  er  ein  Werk:  Paradiß  üi  fole 
paradifus  terreftris,  Lond.  1629.  fol.  Hier  find  Kü- 
chengewächfe  und  Fruchtbäume,  Zierpflanzen  und 
ausländ] lebe  Gewächfe  befchrieben,  und  auf  109  Ta* 
fein  in  Holzfcbrfitten  dargeftellt.  Canna  lutea  Rofc. 
p.  37G.,  Valeriana  tuberofa  p.  38b'.  n.  2.,  Scabiofä 
x  atropurpurea  p.  324-  n.  3.,  Convolvulus  tricolor  p« 
56 1.  n.  3»,  Lobelia  Cardinalis  355*  n.  6.,  Datura  Ta* 
thla  36o.  n.  2.,  CaJJine  capenfis  6o5.  n.  i,,  Leucoium 
autumnale  110.  n.  2.,  Narciffus  laetus  Salisb.  94; 
n.  9.,  N.  viridißorus  Schousb.  p.  93.  f.  6.,  N*  oda» 
rus  p.  8gvf.  5.}  Allium  triquetrum  p.  'i43.  f.  6.j  Li* 
7<i/m  catiadenfe  und  pomponium  32.  f.  2.  3.,  Omiiho* 
galum  latifolium  2.,  0.  arabicum  xZj.  f.  i.f 

Lachenalia  ferotina  122.  f.  1.,  Colchicum  byzantinum 
Ker.  i55.  f.  2.,  C.  variegatum  f.  5.,  Oenothera  bien* 
nis  263.  f.  6.,  Geranium ßriatum  p.  227.  0.7.»  Me* 
dicago  fcutellata  p.  337»  n.  5. ,  Afclepias  fyriaca?* 
443.  n.  2.  möchten  leicht  alle  intereffante  Gewächfe 
feyn,  die  hier  zum  erften  Mahl  vorkommen. 

Auf  ein  anderes  Werk  verwandte  er  faft  fein 
ganzes  Leben.  Er  wollte  alle  bis  dahin  bekannt  ge- 
wordenen Gewächfe  in  gewiffer  Ordnung  befoh rei- 
ben, und  abbilden  1  äffen.  Ein  folches  Werk  erfebien 
unter  dem  Titel :  Theatrum  botanicum  ,  Lond.  1640. 
fol.  Die  Ordnung  aber  ift  fehr  fchlecht:  denn  bald 
fleht  Parkinfon  auf  die  Kräfte,  bald  auf  das  äufser» 
Anfehn.  Er  theilt  alle  Gewächfe  in  fiebzebn  Fami- 
lien: l.  Wohlriechende,  2.  Purgarende,  3.  Giftige 
und  giftwidrige.  4.  Steinzermalmende»  5.  Wund- 

Geich,  4,  Btuiük.  a(  *,  j 


98  ronftes  Buch.  Viertes  Kapitel. 

Jcräuter,  6.  Kahlende,  7-  Hitzige  und  fcharfe,  Ä.  * 
Dolden,  9,  Difteln  und  Dornen,  10.  Farrenkrauter, 
Ii.  Holfenfrüchte,  12.  Getreide- Arten,  1 3.  Grafer, 
il  Sumpf '  und  Meerpflanzen,  auch  Moore, 
Vermifchte,  1 6.  Bäume  und  Sträucher,  17.  Auslän- 
difche.  Nimmt  man  alle  Abarten  mit,  fo  mögen 
38oo  Pflanzen  abgebildet  feyn ;  aber  von  dekalier- 
»elften  giebt  er  blofs  Copieen  aus  Lobelius,  Geratd 
.„nd  Ander»  Was  er  Neues  hat,  Übt  ßch  auf  foU 
cende  zurückbringen:  ?  % 

Syringa  perfica  1467.  n.  3.  .  .  Silvia  t*> 
earnata  p.  5o>  n.  4-  •  *     Pinguicula  vulgaris  5o2. 

.  Crocus  moeßacus  Ker.  166.  n.  22.  >  .  Cr. 
&i//on/*  Mill.  162.  n.  10.  .  .  €r.  ferotiaus  Sa- 
lisb.  168.  n,4.  .  >  Gladiolus  byzantiiius  Mill.  191. 
n  3.  .  .  Globularia  fpinofa  529*  n.  9.  .  .  tyo- 
Wo*a  /flc«*o/ii  164.  m  5.  .  .  P/tjreuma  pinnalum 
64q.  n.  5.  ^  .  Afclepias  amoena  386.  ,  *  £ryn* 
gium  pufillum  986.  f.  3.,  .  H*rac/«im  e7egw  Jacqu. 
954.  >  .  Selinum  peucedanoides  Dcsf.  904,  n.  2. 
Caucalis  leptophylta  920.  .  .  Statice  mucronata  1200. 

freea  Gloriofa  i55.  .  .  D/  acawia  Draco  i53u 
"  !  tolygonum  virginiaaum  $07.  f.  6.  .  .  Gai/a*- 
di/ia  Bomtec  1 5 5 1 .  f.  3.  .  .  4rtotia  Andradme ,  als 
irläodifche  Pflanze,  •  -     Euphorbia  ijatifolia 

Lam.  188.  n.  11.  .  *  Papaver  cambricum  369,  u. 
4.  *  .  Sanguinaria  canadenfis  326.  n.  8.  *  .  onr- 
racenia  purpurea  1 235.  f.  7.  .  *  *r«toi«  jwtroeiim 
709.  n.  4.  .  .  Aflragalus  baeticus  1084.  — 
Pre/i<m*fcej  /pi«(q/a  804.  *  *  Epipactis  microphylla 
218.  n.  8.  *  .  Heliaruhus  frondofus  i3o.  n.  8.  .  , 
Fucia  digitaius  1292.  n.  5.  .  •  F.  loreus  1290.  n.  6, 
Es  wird  getadelt ,  dafs  er  aus  des  Lobelios  illu- 
ftrationes,  die  damals  noch  nicht  herausgekommen 
waren,  mehrere  Pflanzen,  als  von  fich  «ntdecktt 
aufgenommen,  z.B. Triticum  loliaceuin  *i5o.ti.  it* 


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Wachsthum  der  hotanifchen  Gilten,  99 

12.  (Lobel.  ill.  p.  20.),  Lappago  racemofa  1174. 
(Lob.  ill.  p.  33.),  Agroftis  pungens  1 187.  (Lob.  ill.  p. 
32.)»  Dactylis  glomerata  1182.  (Lob.  ilJ.  p.  43.), 
Cherleria  fedoides  737.  (Lob*  ill.  p.  101.),  Pulmo* 
naria  maritima  766.  (Lob.  ill.  p.  121.).  Unzählige 
andere  Eingriffe  in  die  Rechte  eines  Andern  und  Irr-« 
thamer  deckt  How  in  der  Ausgabe  von  Lobel.  illuftr. 
auf. 

Nach  Parkin  fon's  Tode'  ward  Leon.  Pluknet9 
(geb.  1642,)  Vorfteher  des  kdn.  Gartens  /  ein  unge- 
mein thätiger  Sammler,  der  eine  der  reich ften  Pflan* 
2en- Sammlungen  zusammengebracht,  die  es  je  gege- 
ben hat.  Sie  kam  nach  feinem  Tode  in  Sloane's  Be« 
fitz,  und  wird  noch  jetzt  im  brittifcben  Mufeum  auf- 
bewahrt.    Die  meiften  Pflanzen  hatte  er  aus  dem 

■** 

Garten  zu  Hamptoncourt,  fehr  viele  aus  Beaumont's 
Garten  zu  Haag,  aus Tradefcant's Garten  zu  tambeih, 
aus  du  Bois  Garten  zu  Mitcham.  Viele  bekam  er 
von  Robert  Uvedale  zu  Enfield,  vom  Bifchof  von 
London,  Henr.  Compton,  vom  Apotheker  Sam. 
Doody,  der  Auffeher  des  Gartens  zu  Chelfea  war, 
von  Petiver,  Sherard,  Bobart,  Wheeler,  Fifhwick, 
Cunningham  u.  a.  Er  liefs  die  Pflanzen  in  kleinem 
Format,  oft  fehr  unvollftändig  abbilden  ,  fuchte  ihre 
Benennung  zu  berichtigen  und  gab  auf  folche  Art 
2740  Abbildungen,  auf  454  Tafeln,  nach  und  nach 
heraus,  diezuerft  unter  dem  Titel:  Almagefium  bo* 
lanicuntyhond.  1836.4*9  herauskamen.  Dazu  gab  tt 
eine  Mantiffa  1700,  und  ein  Amahhcitm  bötanicwnp 
1705.    Die  neuen  Pflanzen  find  folgende: 

Chionanthus  compact*  t>  224*  t  2.  .  -  Linocie* 
ra  cotinifolia  t.  241.  f.  i4»  *  •  Vcronica  Virginias, 
t.  70.  f.  2.  .  .  V,  teneila  233,  4«  •  Oratiola  hyß 
fopioidet  193,  1.  .  .  Blyiraria  crenata  Vahl.  438, 
1.  .  „  Iußicia  ßricta  aj^,  7.  .  .  /.  americana  423, 
5.  •  .    L  procumbens  3o,a,  4*  •  ♦    L  ädhatoda  17  3,  - 

7 9 


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loo  Fünftes  Buch.    Viertes  Ktpittl. 

3.  .  .  /•  hyffopifolia  280,  1 .  .  .  Utricularia  minor 
99»  9*  •'•  Stackytarpheta  prifmatica  VabL  3ai,  1 .  . . 
S*.  oriittc«  Vibl.  327,  7.  .  .  Tamonem  fpißofa  Aubl. 
234,4-  •  •  Cunila  mariana  344,  *•  •  •  Ziziphora 
.capitata  i64>  4*  •  •  Monarda  ciliata  164,  3.  .  . 
M.  punctata  24»  *•  •  •    Salvia  incarnata  194,  6.  .  . 

5.  canarienßs  3oi,  2.  .  .  Boerhaavia  hirfatm  n3, 
7.  .  .  B.  Jeandens  226,  7.  .  .  Fraxinus  lentifcifo- 
Ua  182,  4-  •  •  (funnera  perpenfa  18,  2.  .  .  Fa/e- 
ria/?a  pyrenaica  232,  i„  .  .  Jxw  corymbofa  2j5,  1. 
.  ,  Lerectm  3io,  1.  .  .  Gladiolus  galeatu*  224,  8. 
.  .    Arifiea  eyanea  299,  5.  .  .    IrisvernaW.  196, 

6.  .  .  Commelyna  virginica  174,  4-  •  C.  benga- 
lenßs  27,  3.  .  .  C.  nudißora  27,  4*  •  •  Ficuj  pe- 
dunculata  178,  4«  •  •  Schoenus  anguftifolius  3oi, 
1.  .  .  Scirpus  minima*  3oo,  3.  •  .  Sc.  mucronatas 
4o,  3.  .  .    5c.  pungens  40,  1 .  .  .    Sc.  uncinatus  1 90, 

7.  •  .    5c.  triqueter  4o,  2.  .  .    5c.  eriophorus  4'9i 
3.  .  •    5c.  dichotomus  1 1 9,  3.  .  .    5c.  lavarum  Poir. 
192,  5.  .  „  Cr  per  us  arenaria*  3oo,  7»  •  •  ^* 
*<?/Ji«  3oo,  4.  5,  .  •    C  polyftachyas  4i6,  6.  .  .  C 
Hafpan  192,  2.  .  .    C.  cempreffus  4l7>  2-  •  •  C. 
dlfformis  4l7>  5.  .  •    C.  /ria  191,7...    C.  pumU 
fax  191,  8.  •  .    C.  fijuarrofus  397,  2.  .  .  Marifcus 
ovularis  Vahl.  91,4...    AI.  retrqfractus  4*5,  4*  •  • 
M  panioeus  Vahl.  9 1 ,  3.  .  .    Fuirena  glomerata  41 7, 
&.  .  •    Eriophorum  vhrginicum  299,  4-  •  •  Cenchrus 
echinatus  92,  3.  .  •     Pkalaris  paradox a  33,  5.  .  . 
Phleum  arenarium  35,  8.  .  .    Pantcum  brizoides  igi, 
5.  .  .    P.  brevifolium  189,  4.  .  .    Milium  lendige. 
rum  33,  6.  .  .    Poa  decumbens  34,  1.  .  .    P.  *?/i<?//a 
3oo,  2.  .  .    P.  ciliaris  1 90,  5.  •  •    Feftuca  terudfo- 
lia  ib.  2.  •  ,    F.  bromoidet  33,  10.  .  .  Pafpalum 
disfectum  35o,  2«  .  .    Panicum  fluUans  4l7>  7*  » 
P.  brizoides  191,  1.  .  .    P.  brevifolium  189,  4.  .  . 
AlopcGurus  indicus  92,  5.  .  ,    l/rtiö/a  paniculata  02, 

* 


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Wachsthum  der  bounirchen  Gärten.  x  loj 

J>.  .  .  Sefsleria  fpicata  Spr.  190,  6.  .  .  Ari/tidä 
Hyfirix  191,  3.  ♦  .     Andropogon  mrundinaceus  32, 

1 .  .  .  A.  cohtortus  1 9 1 ,  5.  .  .  Ü.  Sckoenanthus 
190,  1.  .  .  Chloris  petraea  245,  1.  .  .  Chi.  m«- 
cronata  3oo,  8.  .  .  Triticum  loliacewn  32,  7.  .  . 
Tr,  polonicum  23 1,  6.  .  .  Eriocaulon  quin quan gute* 
re  221,  7.  .  .  Molluga  oppoßtifolia  j5,  6.  .  Af. 
jiric/a  256,  2.  .  .  AI  verticillata  332,  5.  .  .  Pra- 
tea  cyanoides  345,  6.  .  .  Pr.  Serraria  329,  1.  .  . 
Pr.  conocarpa  200,  2.  .  .  Pr.  argen  tea  ib.  1.  .  . 
Pr.  hypophylla  44ö,  3.  .  .  Pr.  cucullata  3o4>  6.  .  . 
Pr.Jaligna  229,  4,  .  .  Globularha  bifnagarica  58,  5. 
.  .  Cephalanthus  occidentaüs  77,  4«  •  •  Spermaco- 
ce  tenuior  i36,  4*  •  •  Houjtonia  coerulea  97,  9.  .  . 
Muchella  repens  444«  2*  •  •  Callicarpa  americana 
l36,  3.  .  •  Penaea  Safcocolla  446»  6.  .  Buddlea 
occidentalis  210,1...  Exacum  pedunculatum  343, 
3.  .  .  &  aureum  275,  3.  .  .  £V  cordatum  ib.  4.  .  . 
CiJJus  vitiginea  337,  4*  •  •  quadr  angularis  210, 
&  .  .  C.aclda  i5a,  2.  .  .  Cornus  fericea  169,3. 
.  .  Fagara  tragodes  1 07,  4-  •  •  Ludwigia  alterni* 
folim  4*2>  i*  •  »  Oldenlandia  umbellata  119,  4.  .  . 
Ammannia  baccifera  i36,  2.  .  .    Ilex  vomltoria  Zy69 

2.  .  .  Cometes  alter niflora  38o,  4-  •  •  Coldenia 
procumbens  64,  6.  •  .  Heliotropium  curaffavicum 
36,  3.  .  .  H.  gnaphalodes  193,  5.  .  .  Pulmonaria 
virginica  227,  6.  .  .  Barago  indica  76,  3.  .  .  Ä. 
zeylanica  355,  4*  •  ♦  Tournefortia  volubilis  235,  6. 
.  .  Dodecatheon  integrifolium  Mich.  79,  6.  .  .  Lj" 
fimachia  Jtricia  428,  4.  .  .  Phacelia  fimbriata  Mich* 
245,  5.  .  .  Gouania  domingenßs  201,  6.  .  .  Po« 
nax  trifolius  435,  7.  .  .  4za/«i  *i/co/i  161,  4.  .  . 
Phlox  pilofa  98,-1.  .  .  PA/.  Juhulata  ib.  2.  .  .  PA/. 
fetacea  ib.  3.  .  .  PW.  ovaia  348,  7.  .  .  Convolvu« 
inr  WA<p*/eri  85,  3.  .  .  C.  a?jiW/u*  1 66,  4-  •  •  & 
tomentofiss  167,  4«  .  .    G>  vitifolim  25,  3.  •  .  C. 


loa  Fünftes  Butt,   Viertes  Kapitel* 

quinquefolius  167,  6.  .  .  lpomoea  tuber  ofa  267,  ff. 
.  .  *Dentella  repens  356,  5.  .  .  Trio/teum  angujii- 
Jolium  io4i  2.  .  .  Hyoscyamus  pußllus  37,  5.  .  . 
Phy falis  curqjjavica  1 1 1,  5.  .  .  Solanum  verbafeifo- 
llum  3i6,  1.  .  .  5.  fanetum  ib.  2.  .  .  5.  mammo- 
fum  226,  1.  .  .  $•  virginianum  62,  3.  .  .  «S.  tri* 
lob a tum  3 16,  5.  .  .    Ce/irum  laurifolium  g5,  1.  ,  , 

C.  nocturnum  64»  3. .  .  Cordia  Collococca  1 58,  1 .  .  . 
Varronia  lineaia  $28*  5.  .  .  V.  falvifolkt  ßalb.  221, 
3.  .  •  Zizyphus  lineatus  122,  4.  .  .  Z.  Napeca 
2  t  6,  6,  .  *  Cory mbium  glahrum  272,  4»  •  •  C.  fea» 
brurn  ib.  5.  .  .  Phylica  plumofa  342,  1.  .  .  PA. 
acerofa  W.  445,  1.  .  .  Ceanothui  intermedia*  Purfh. 
28,  6.  .  .  C.  africanus  126,  l.  .  .  C.  afiaticus  63, 
a.  .  .  Scopolia  aculeata  g5,  5.  .  .  Celofirus  lud* 
dus  80,  4*  •  •  C*  bullatus  28,  5.  •  .  C.  pyracan* 
ihus  126,  2.  .  .  Evonymus  americanus  11 5,  5.  .  . 
Diofma  cupreffina  279,  2.  .  .    D.  erieoides  ib.  5.  .  . 

D.  pubefeens  4u,  3.  .  .  Z).,  eiftoides  Lam.  342,  5. 
.  .  Brunia  lanuginofa  3i  8,  4*  •  •  Cedrela  odorata 
\5y}  1.  .  .  f/o/a  pnfmata  ^Ji  9*  •  •  ^*  pedata 
n4>  7.  .  •  ^i*«  arbor*a  412,  2.  .  .  Claytbnia  vir* 
ginica  102,  3.  .  .  Celofia  Monfoniae  357,  4*  •  • 
C.  nodißora  i33,  2.  .  .  lllecebrum  brachiatum  334» 
2.  .  .  /•  iavanicum  1  o,  1 .  .  .  Üefmochaeta  micran\- 
tha  Dec.  82,  2.  .  •  Thefmm  umbellatum  342,  4-  •  • 
Gardenia  Randia  97,  6.  .  .  PJ umeria  rubra  20 7,  2. 
.  .  Tabernaemontana  Amfonia  11 5,  3.  .  .  Periplo* 
ca  efculenta  359,  6.  .  .  P.  indica  ib.  2.  •  •  P-  o/W* 
Cfl/ia  1 37,  4*  -  •  Apocynum  cannabinum  1 3,  1.  .  • 
Ajdepias  pubefeens  13g,  1.  .  .  4.  variegata  77*  1. 
.  .  if.  afthmatica  336,  2.  ,  .  A*  frutlcota  i38,  2. 
.  .  ii  verticillata  356,  4.  .  .  Ceroprgia  tenuiflora 
335,'  1 .  •  .  Heuehera  americana  58,  3.  .  .  Gentia* 
na  ochroleuca  186,  1.  .  .  Eryngium  virginicum  Lam. 
396,  3.  .  .     Trachymene  ineifa  Hudg.  454>  6-  •  • 

1  . 

- 

'  *    Digitized  by  Googl 


WÄchjthum  der  bötamfcben  Gärten.  103 

* 

Angelica  lucida  4^2,  5.  .  .  LaßrpUium  peuceda- 
noides  96,  2.  .  .  Sifon  inundatus  61,  3.  .  .  Bu- 
bon  Qalbanum  12,, 2.  .  .  Rhus  villofa  219,  8.  .  . 
Rh,  angufiifolia  ib.  6.  .  .  V'ihurnum  prunifolium 
46,  2.  •  .  Pharnaceum  Cerviana  332,  %.  .  .  Ph. 
glomeratum'5'5i>'5.  .  .  Ph.  albens  3o4,  4.  .  ,  Pfc. 
diftichum  i3o,  6.  .  .  B afeil a  alba  63,  1.  .  ,  Saro- 
thra  gentianoides  54^,  2.  .  .  Evolvulus  hirfutus 
9,  1.  .  .  Ssatice  minuta  200,  5.  .  .  St.  dijfufa, 
5.  .  .  Aldrovanda  vefioulofa  4i  >  6,  •  .  DrofophyU 
lum  lufitanicunx  Link.  117,  2.  •  .  Craffula  ßava 
3*4>  2*  •  •  Cr.  gentianoides  Lam.  4*5*6.  .  .  Ma- 
hernla  verticillata  344>  4-  •  .  Bromelia  Pinguin 
258,  4.  .  .  Amaryllis  Atamajco  42,  3.  .  .  Ponte* 
deria  haftata  220,  8,  .  .  Afparagus  retrofractus 
375,  3.  .  •  A  aßaticus  1 5,  4«  •  •  A  capenfis  78, 
3.  .  .    Aletris  farinofa  2.  •  .    tuncus  nodofus 

92,  9.  .  .  Achras  mammofa  268,  2.  .  .  Canarina 
Campanula  276,  1 .  .  .  Melanthium  virginicum  ^34t 
8.  .  .  Medeola  virginica  328,  4.  •  .  Trillium  fefi 
file  111,  6.  .  .  Xerophyllum  fetifolium  Michaux. 
342,  3.  .  .  Saururus  cernuus  1 17,  3.  4-  •  •  Dw- 
a/Mtra  proftrata  267,  5,  .  ,  Septas  capenfis  34o,  4» 
•V  Osbekia  zeylanica  4»  •  •  Rhexiajvirgukca 
202,  8.  *  .  RKmariana  428,  1.  .  ,  Qenofhera  fi* 
71  u ata  2o3,  3.  ;  .  Gaura  biennis  428,  2.  .  .  i)o- 
donaea  vifcofa  44%  5.  .  .  Valentinia  Uicifolia  196, 
3.  .  .  Vaccinium  ftamineum  309,  3.  .  .  frica  /i/a» 
nifolia  347,  6.  ,  .  £.  Bruniades  ib.  3.  .  ,  f.  apfyn* 
thioides  ib.  4»  •  •  &  gnaphalodes  346,  2«  «  .  £*• 
Plukenetii  344)  2.  .  •  Daphne  alpina  229,  3.  .  • 
Gnidia  oppofitifolia  323,  7.  .  .  Polygonum  tomen- 
tofum  210,  7.  .  .  P.  perfoliatum  3g8, '1,  .  .  P, 
Jeandens  177,  7,  .  .  Coccoloba  pubefcens  222,  8.  . . 
C.  punctata  207,  4*  •  •  Seriana  t riter na ta  ,168,  5. 
Sapmdus  rigldus  217,  7.  .  .    Forskolea  tena* 


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104  Fünftes  Buch.   Viertes  Kapitel, 

cijjßma  275,  6.  .  Diospyros  virginiana  244»  5.  -  - 
Acer  Negundo  123,  4«  5.  •  •    Laurus  Benzoin  10g, 

3.  4»  •  •    Podaliria  geniftoides  4» 3,  5.  .  .    P.  myr- 
tlllifolia  iS5,  2.  .  '.     Cajfßa  auriculata  5 1 4>  4-  • 
,C  nictitans  ib.  5.  •  .    öuilandina  Bonduc  2.  2.  .  . 
Cuaiacwn  officinale  55,  3.  4-  •,-  fanetum  94» 

4.  .  .  Zygophyllum  Morgfana  429>  4-  •  Mono- 
cropa  unißorä  209,  7.  .  .    Melaftoma hirtum  2.65% 

1,  .  .  M.  discolor  ib.  4.  •  •  M-  Acinodendron  i59, 
,  1.  .  .    Kalmia  latifolia  579,  6.  .  .    it.  anguftifolia 

161,  5.  *.  »  Clethra  alnifolia  11 5,  1.  .  .  Pyrola 
maculata  54j)>  5.  .  .  Trianthema  mono  gyn  um  g5, 
4.  •  •  TV.  pentandrum  120,  3.  .  .  Saxifraga  pen- 
fylvanica  59,  1.  .  .  &  vernalis  WiHd.  222,  5.  ,  . 
öypfophtla  proftratajS^u..  .  Silene  virginica  2o3, 1. 
. .  Arenaria  graminifolia  Scljrad.  %  3.  .  .  Malpighia 
puniclfolia  167,  4-  •  •  Erythroxylon  fxderoxyhndes 
442«  3.  •  .  Suriana  maritima  24*»  5.  •  .  Oxalis 
violacea  102,  4«  •  •  0.  verficolor  4^4t  5.  •  .  0. 
ÄiWa  ib.  7.  .  .  0.  tomentofa  45  o,  6.  .  .  Phytolac- 
ca  decandra  225,  3.  .  .  Afarum  virginlcum  78,  5.  •  . 
Crataeva  gynandra  i47>  6-  •  •  Litfaea  trinervia  JulT. 
38 1,  2.  •  .  Talinum  trianguläre  io5,  6.  .  •  Trium- 
fetta  Lappula  245,  7.  •  .  Tr.  Bartramia  4»>  5.  .  . 
Sterculiafoetida  208,  3.  .  .  Euphorbia  cereiformis 
a3i,  1.  .  .  £.  Hyfirix  23o,  5.  .  •  £•  maculata 
65,  8.  .  •  £.  thymrfolia  ti3,  2.  .  .  corollata 
44^9  3.  •  •  f.  microphylla  Lam.  ib.  5.  .  .  JE*,  yä- 
iureioides  Larp.  ib.  2.  •  •    C actus  coccionellifer  28 1, 

2.  .  .  C.  curajjfavicus  ib.  3.  .  •  C.  Phyllanthoides 
Decand.  247,  5.  .  .  Myr tut  tomentofa  372,  1.  .  . 
M  «rem  i55,  3.  .  .  M.  Pimenta  ib.  4*  •  •  ^»ty« 
gdalus  pumila  11,  4*  •  •  Prunus  Capulin  Gav.  1 58, 
4*  •  •  Crataegus  coccinea  46,  4*  •  •  Cr«  parvifolia 
100,  1*  .  .  Cr.  Crus  galli  46,  t.  .  .  Sefuvium  Portu- 
lacaftrum  216, 1.  •  .   Gliaus  dictamnoides  356.  6. .  . 


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I 

r 

# 

Wachsthum  der  botaniTchen  Gärten.  105 

Mesembrianthemum  umbell a  tum  117,  1.  .  .  Spiraea 
tomento/a  3z  1,.  5.  .  .  Sp.  trifohata  236,  5.  .  • 
Capparis  fepiaria  538,  1.  %  .  C.  Cynophallophora 
172,4*  •  •  Actaea  racemofa  585,  ^  .  Ciftus  lae» 
vipes  84,  6,  .  .    C.  polifolius  25,  6.  .  .  Corchorus 

acutangulus  44»  *♦  •  •  C>  faßten laris  4~$y  6»  •  • 
Magnolia  glauca  68,  4»  •  Arungana  mollußa  Juff. 
«4*»  3.  *  .  Xylopia  glabra  2ö8,  4-  •  •  Anemone 
quinquefolia  106,  3.  .  .  4.  thalictrvides  ib.  4*  •  • 
Clematis  virginiana  379,  4*  •  •     C/.  ochroleuca  ib. 

5.  .  .  Anamenia  lafer puiifolia  Venten.  95,  2.  •  , 
Brafenia  peltata  Purfh.  349»  3,  .  .  Clufia  rofea  \5j,2. 

Teuer ium  iaponicum  441,  2.  .  .    Hyjfopus  ne- 
petöides  i5o,  3.  .  .    Nepeta  virginica  85,  2.  .  . 
Elsholtzia  crifiata  43o,  i.  .  .    Sideritis  canarienßs 
322,  4»  •  •     Byßropogon  fuaveolens  3o6,  3.  .  . 
Hyptis  capitata  222,  7.  .  .    Stachys  aethiopica  3i5, 
3.  .  .    Marrubium  africanum  3o6,  2.  .  .  Phlomis 
%eylanica  118,  4«  •  •    Clinopodium  incarium  344»  1  • 
.  .    Scutellaria  integrifolia  3 1 3,  4»  •  •  Phryma 
leptoftaehyä  Z&o,  8.  .  .    Bartfia  coccinea  102,  5.  .  - 
Rhinanthus  ccTpenßs  5 10,  2.  .  .    Gerardia  delphini- 
folia  358,  3.  •  ■    (7.  tenuifolia  12,  4.  •  •    G.  jlava 
589,  3.  .  .    <?.  quercifolia  Purfh.  58g,  1 .  .  #  Chelone 
obliqua  348,  3.  .  .    Scrofularia  Scorodonia  59,  5.  .  . 
Hemimeris  montan*  33i,  3.  .  .    H.  diffufa  32o,  5. 
.  .    Bignonia  fempervirens  112,  5.  .  .  B.Leucoxy- 
Ion  200,  4*  •  •    Citharexylon  cinereum  162,  1.  .  • 
Crefcentia  cueurbicina  171,  2.  .  .    Gmelina  aßatica 
5o5,  3.  .  .    Lantana  involucrata  11 4,  5.  .  .  L» 
aculeata  233,  5.  .  .    Manulea  tomentofa  3 19,  2,  .  . 
Büchner a  aßatica  3g4>  i.  •  •    Ob olaria  virginica  209, 

6.  .  .  Orobanche  unißora  348,  3*  •  •  Mimulus 
ringens  393>  3.  «  •  Schwalbea  americana  348,  8.  .  - 
Barleria  longifolia  i33,  4.  .  .  Hyftrix  119,  5. 
»  ..   Bontia  daphnoides  209,  5-  -  .    Blepharis  boem 


♦ 

1 


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to6  Fünftes  Buck   Viertes  Kapitel. 

ftaaviaefolia  Juff.  99,  3.  •  •  Subularia  aquätica 
188,  5.  .  .  Car  dämme  virginica  101,4...  C. 
africana  ib.  5.  •  .  Heliophila  integrifolia  432,  2.  .  . 
Arabis  canadenfis  86,  8.  .  .  A.  reptans  Lam.  5i,  5. 
.  A.  runeinata  Lam.  206,  3*  *  •  Oleome  tenella 
224,  3«  •  •  Walthera  americana  1 5o,  6.  .  .  JP.  an* 
guftifolia  ib.  5.  .  .     Sifyrinchium  Bermudiana  61 , 

2.  .  .  Melochia  concatenata  9,  5.  .  .  Pajßßora 
laurifoüa  2 1 1 ,  3.  •  •  P  minima  2 1  o,  3.  .  .  P. 
*a*a  ib.  4.  •  •  P-  hibljcifoliaham.  212,  1.  .  .  Ero~ 
dium  maritimum  3  •  >  .4.  •  •  Pelargonium  betullnum 
4i5,  3.  .  .  Helicteres  Ifora  s45i  2.  .  .  Dombeya 
Erythroxylon  333,  1.  .  .  Sidacapenßs  240,  5.  .  . 
•S.  retufa  9,  2.  .  .  &  alba  ib.  3-  •  •  &  humilis  i32, 
5.  .  .  5.  aßatica  1 26,  5.  •  .  S.  rotundifolia  356t 
l.  .  •  S.  cordifolia  i3i,  2.  .  .  S.  periplocaefolia 
74,  7.  .  .  Malva  gangetica  ib.  6.  .  .  M.  fragrans 
43 1»  5.  .  •  *M.  parvißora  44»  2.  .  .  Af.  hifpanica 
ib.  3.  •  •  Lavatera  triloba  8,  3.  •  .  Urena  ßnuata 
5,  3.  .  .    Gojfypium  hbfutum  299,  1.  .  .    <7.  6ar- 

'badenfe  188,  1.  .  .  ^Hibi/cus  kafiatus  127,  2.  .  . 
H.  hirtus  254,  3.  •  .  H.  aethiophus  ib.  2.  .  .  f/. 
Manihot  355,  2.  .  .  H.  virginious  6,  4*  •  •  Ptsvo- 
nia  zeylanica  125,  3.  •  •    Gordonia  Laßanthus  352, 

3.  .  .  Fumaria  Cucullafia  90,  3.  •  •  F.  veßcaria 
535,  3.  .  .  Polygala  Heißeria  229,  5.  .  .  P.  /a*ea 
458,  6.  .  .  P.  fanguinea  ib.  5.  .  .  P.  verticillata 
ib.  4.  .  .  Amerimnum  Ebenus  89,  1.  .  .  Pifcidia 
carthaginenßs  21 4»  4-  .  .    Borbon ia  trinervia  297, 

4.  .  .  &  lanceolata  ib.  3«  •  •  Afpalathus  capitata 
597»  6.  .  .  if.  aftroites  4*5>  2.  .  .  ifl.  thymifolia 
ib.  1 .  .  .  .  ericaefolia  ib.  6.  .  :  .  unißora  ib. 
7.  •  .  if.  araneofa  4*4*  4«  •  •  ^*  indica  201,  2.  .  • 
>t  quinquefolia  278,  4«  •  •  -4.  callofa  345,  1.  •  . 
Crotalaria  imbricata  388,  3- .  .  Cr.  laevigata  Purfb. 
277,  2.  .  •    Phafeolus  femierectus  2i4>  2.  .  .  P/i. 


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Wachsthum  der  botanifchen  Gärten.  107 

trilobus  ib.  3.  •  •    Dolichös  fcarabaeoides  52,  3.  .  . 
ZX  bülbofus  ib.  4.  •  •    A  biflorus  21 3,  4.  .  .  I>. 
wr^/ij  21 3,  2.  •  •    D.  pruriens  2  t  4,  1.  •  -  Orobus 
pyrenaicus  210,  2.  .  .    Lathyrus  Clymenum  1 14,  t>. 
.  .    Vicia  fylvacica  7 i,  1.  .  .    P.  caQiibica  j'2}  2.  .  . 
F.  peregrina  233,  6.  .  .    Cytifus  foliolofus  277,  6. 
.  .     HaUia  hirta  454%  8.  .  .     Hedyfarum  gangen» 
cum  5o,  3.  .  .    H.  fpinofiffimum  ib.  2.  .  .  •  H.  coniu- 
gatum  102,  1.  I  .    H.  pulchelluin  433>  7.  .  .  //. 
capitatum  ib.  3-  •  •    H-  viridi/lorum  3o8,  5.  .  .  H. 
paniculatum  43^,  6.  .  .     Indigofera  pforaleoides 
020,  3.  •  •    f»  cytifoides  181,  3«  •  •  Galegavirgi* 
niana  23,  2.  *  .    (7.  villofa  5g,  6.  .  ,    (?.  Colutea 
i6S,3.  .  .       argentea  Lam.  52,  1.  .  .  Trifolium 
maritimum  11 3»  4-  •  •     Tr.  glomeratum  ib.  5.  .  * 
Loiu;  creticus  43,  1.  .  .    Hypericum  er icoides  g3, 
5.  .  .    H.fimplex  Mich.  245,  6.  .  .    Prenanthes  al- 
tijfima  3^7,  2.  .  .    Vernonia  noveboräcenfis  1  09,  3* 
.  .    liatris  ßariofa  177,  4.  .  •        fpicaea  424%  6.  .  . 
Cacalia  atriplicifoUa{\o\y  2.  .  .    Ethulia  divaricata 
31,9.  .  .    Mikania  fcandens .WilJd.  i63,  3.  .  .  £w- 
patorium  hyjjopifolium  88,  2.  .  .  .  £.  arömaticum 
ib.  3.  .  .        rotundifolium  ib.  4.  .  •    £•  perfolia* 
tum  87,  6.  .  .    2s.  coeleßinum  394,  4-  •  .  Agera- 
tum  ciliare  8 1 ,  4«  .  •    Pteronia  camforata  345,  5.  .  . 
Artemi fia  chinenßs  3^3i  5.  .  .    Gnaphalium  cepha» 
lotes'^\Oy  2.  .  .  diver gens  4o6,  6.  .  .  <wi. 

teretifolium  3o8,  2.  .  .    (7/1.  cylindricum  298,  4.  •  • 
felinum  ib.  3-  •  •    Gl  cymofum  279,  1.  .  . 
Gn>  odoratijßmum  173,  6«  •  •    G".  fquarfofum  3*3, 
1.  .  .  plantaginifolium  348,  9.  •  •    (7/1.  norfi- 

ßorum  3t,  5.  .  .    C?/i.  indicum  187,  5.  .  .  Elichry 
Jum  fejamoides  449»  5.  .  .    Conyza  bifrons  87,  4.  •  • 
C.  bifoliata  177,  1.  .  .    Tujfilago  iaponica  390,6. 
.  .    Senecio  unißorus  39 >  7.  •  •     &  grandiflorus 
422,5.  •  .    Afier  tenellus  271,  4.  .  .    4«  folidagi- 


10*  Fünftes  Buch.    Viertes  Kapitel/ 

hoides  79,  2.  .  .  A.  linarifohus  i4>  7*  •  •  A*  te- 
nuifolius  78,  5.  .  •  A.  infirmus  79,  1.  .  .  Solida- 
go canadenfis  236,  1.  •  •  &  odora  116,  6.  .  .  & 
bicolor  ü4,  8.  .  .  JVitt/a  fquarrofa  i6,  1.  .  .  /. 
mariana  34o»  i.  .  •  i»  aromatica  326»  1.  .  .  Ami- 
ca  crocea  543,  7.  •  •  •  Leyjferä  Callicorna  35o,  1 .  .  . 
Chrysanthemum  procumbens  Lour.  43o,  3.  •  •  P)'* 
rethrum  frutefcens  272,  6.  .  .  P.ferotinum  17,  2. 
.  .  Cotula  anthemoides  27h,  6.  .  ,  C.  tanacetifo- 
lia  43o,  7.  .  .  Anthemis  Cota  17,  5.  •  •  Eclipta 
erecta  109,  1.  .  .  proftrafa  1 18,  5.  -  .  Phae- 
thufa  americana  342,  6.  .  .  Buphthalmum  durum 
2i,  5.  .  .  JB.  helianthoides  22,  1.  .  .  Heliantkus 
gigariteus  i5$,  5,  .  .  Rudbekia  triloba  22,  2.  .  . 
iL  7«>fa  242,  2.  •  .  .R.  purpurea  21,1...  Co- 
rtfo/j/Ix  tenuifolia  344,  3-  .  .  C.  auriculata  4. 
.  .  ,  C.  alter nifolia  1S9,  3.  .  .  0 orter ia  per fonata 
273,  6.  .  .  Berkheya  incana  ib.  5.  .  ■•  2?.  ciliaris 
354>  3.  .  .  Polymnia  Uvedalia  85,  3.  .  .  Chryfo- 
gonum  virginianum  242,  3-  •  •  Arctotis  paradoxa 
3 12,  5.  .  ./  4.  pilifera  276,  2.  .  .  Ofteofpermum 
polygaloides  382,  2.  .  .  Parthenium  integrifolium 
219,  1  •  .  .  fwx frutefcens  27,  1  •  .  .  Sphaeranthus 
africanus  108,  7.  .  .  Are  thufa  bülbofa  348,  6.  .  . 
yf.  parvißora  >b.  1.  .  ,  -4.  verticillata  ib.  3«  •  •  4- 
ophiogloffoides  g3,  2.  . .  Malaxis  paludofa  247,  2.  .  . 
Cymbidium  Odontorrhiza  211,  1.  2.  .  .  Vanilla  aro* 
inatica  3 20,  4. .  .  Cypripedium  pubefcens  4 18»  •  • 
Ariftolochia  Serpentaria\\tfiy  5*  .  .  Podoftemon  Ce- 
ratophyllum  Mich.  i38,  1.  .  .  Car*x  remota  34,  5- 
.  .  C  pilulifera  91,8...  C.folliculata  4 19,  1.  .  . 
Comptonia  afplenifolia  1 00,  6.  7.  .  .  Tragia  urens 
107,  6.  .  .  2V.  cannabina  220,  2.  .  .  Hernandia 
fonora  208,  1.  .  .  Ambrofia  paniculata  10,  5.  .  . 
-Zamia  integrifoüa  Ait.  3og,  5.  .  .  Iuglans  compref 
fa  ib.  2.  .  .    Oftrya  virginica  i56,  1.  *  .  ifrwn 


■ 

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,  Wachs thum  der  botanilchen  Gärten.  .  109 

» 

Dracontium  271,  2.  .  .  Caladium  fogUtaefolium, 
149,  2.  .  .  Belis  iaculifolia  Sahsb.  35 1,  1.  .  .  Cw 
prejfus  thyoides  345,  1 .  .  .    Acalypha  'virginica  99, 

4.  .  .  Croton  fidae/olius  Lara.  220,  5.  .  .  Cr.  fpi» 
nofus  io8,3.  .  c.  latropha  glauca  220,  4.  .  .  <Sa- 
pium  aucuparium  229,  8.  .  •  Phyllanthus  dumofut 
18  3,  4*  •  •  P^  Urinaria  ib.  5.  •  .  Ph./alcaius  247» 
4«  •  •  Bradleia  finica  368,  1  •  .  .  Cucumis  Anguria 
1 70,  3.  .  .  C.  maderafpatanus  ib.  2.  .  .  Anthofper-  • 
YYiufn  aeihiopicum  i83,  1.  .  .  A.  ciliare  344i  7»  •  • 
Moniinia  acris  333,  3.  •  .  Myrica  cerifera  48,  9.  .  . 
A/.  aethiopica  ib.  8.  .  .  AI  ferrata  4249  3.  •  •  Af. 
cordifolia  3 19,  7.  .  .  Xanthoxylon  Ciava  Hercülis 
239»  4,  .  .  iuglandifolium  Willd.  ib.  6.  .  .  X. 
rhoifolium  392,  1.  . .  X  aromaticum  ib.  2.  .  .  Smi* 
fax  hafiata  111,  3.  .  •  «Sm.  herbacea  225,  4*  • 
<Sm.  PJeudochiaa  1 1  o,  5.  .  •    Diofcorea  villofa  375, 

5.  .  .  MargarUaria  nobilis  176,  4.  .  .  Menifper» 
mum  canadenfo  36,  2.  .  .  Af.  Cocculus  345,  2.  .  . 
Af.  hirfutum  584,  7.  *  .  AI.  myosoioides  ib.  3.  .  . 
€iyjortia  rufcifolia  297,  2.  .  .  CL  ferobilifera  ^f5t 
2.  .  .  Cl.  trifoliaia  3 ig,  4»  •  •  Iuniperus  barba* 
denfis  197,  4.  .  .  iß#a  microphylla  1,  6.  .  .  J. 
marginata  1 4*>  2.  .  .  /•  nodofa  21 1,  5. . .  Definan- 
thus  cihereus  121,  5f  .  .  Acacia  reticulata  123,  2» 
.  .  4.  einer aria  2,  1.  .  .  if.  iamarifeina  329,  3. .  . 
A  odoratifßma  55 1,  4-  •  •  ^*  arborea  25 1,  2.  .  . 
if.  arabica  a5i,  i«  .  .  Lebbek  33t,  1.  .  .  if. 
korrida  121,  4*  •  •  ^*  cai^Sa  3 3o,  1.  •  •  Burfira 
gummifera  i5i,  1. 

Acrofiichum  forbifotium  286,  3.  .  .  if.  aurtiOTt 
288,  2.  .  .  if.  bifurcaium  35o,  4.  .  .  if.  a/cicor* 
iitf  4^9,  2.  .  .  A.velleum  281,  4*  •  •  Polypodium 
lycopodioides  290,  3.  •  •  P.  fcolopendroidej  ib.  1.  •  . 
P.  incanum  289,  1.  .  .  P.  reptans  286,  2.  .  .  P. 
«fw/!mifc  288,  1.  .  .    P.  phymatodes  4o4,  1.  5.  .  . 


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119  Fünftes  Buch.   Viertes  Kapheb 

- 

«F.  h9xo gonopterum  Mich.  .284»  2.  #  ,  P.grifeum 
Sehn.  282,  4.  .  .  P.  arvonicum  With.  89,  5.  .  . 
fanaum  «83.  .  .  P.  q0fa/ttm  Sw.  295.  .  .  P.  tye>- 
luncae  244»  2*  •  •  Afpidium  trifoliatum  291,  5.  . 
,4.  unitum  244»  x .  .  •  if.  ooriandrifolium  284»  5.  . 
if.  cicutarium  289,  4*  •  •  A*  foatanum  89,  3.  .  .  if, 
montanum  ib.  4*  •  •  if.  lobatum  Smith.  iSo^B.  . 
if.  aculeatum  ib.  i.  .  .  if.  fpinulofum  179,  5«  . 
A<  falcatum  4°5,  1.  .  .  Htmionitis  pcdmata  291,  4* 
'  .  .  Afpfenium  rhizophyllum  1  o5,  3.  .  .  if.  ebeneum 
286,1.  .  .  if.  polypodioides  287,  2,  .  .  A.palma» 
tum  ib.  4.  .  .  A.furcatum  i23,  6.  .  .  .PterUfer* 
rulata  4oyt  2.  .  .  Pt.arguta  290,  2.  .  .  ft  biau* 
Tita  4ot,  i.  .  .  P*.  atropwpurea  ib.  3.  ,  ,  Pt.pe* 
data  286,  5:  •  .  Bltchnum  aufträte  89,  7.  Wood* 
wardia  virginica  179,  2.  .  .  JF.  anguftifolia  399,  1. 
.  .  Adiantum  reniforme  257,  5,  .  .  if.  pedatum 
.  124,  2.  .  .  ^.  pumilum  25 1,  4*  •  •  A.  denticula- 
tum  252,  5.  .  .  if.  radiatum  »53,  3.  •  .  4.  aethio- 
,  plcum  ib,  2.  .  .  jf  tenerum  254»  *•  •  •  ^  pallent 
4o3,  2.  .  .  Davallia  tenuifolia  4,  1.  .  .  Dipkfani* 
apüfolia  282,  1.  .  ,  Hymenophyllum  tunbrigeaje  3f 
5.  .  .  Schizaea  pectinata  95,  7.  • .  Ofmunda  fpectaL 
bilit  181,  4.  *  •  Batrychium  du/eotum  4*7 1  5.  .  . 
Toiea  e/>iMU  W.  ib.  5.  .  .  jMoAria  thurifraga  Sw. 
35d  10.  .  .  Lycopodium  curvatum  Sw.  47»  9.  •  • 
iL  rupefire  100*  2.  .  .  I»  annotinum  2o5,  5.  .  • 
I«.  cernuum  43 1,  3.  .  .  L,  Bryopteru  100,  3.  .  .  JL 
v  canaliculatum  453,  8.  .  .  Pilularia  globulifera  48, 
1.  .  .  Elende  Figuren  der  Moofe:  Dicranum  pottm 
cidum  44>  7*  6tc.  •  .  Fucus  amphibius  Hudf.  47,  i3. 
F.  plicatus  184,  3. . .    Conferva  capülaris  £4,  9* 


Nächft  dem  kön.  Garten  war  der  Apotheker« 
Garten  zu  Cheifea  einer  der  beruh mteften.  167? 


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Wachsthum  der  botanischen  Gärten.  m 

ward  er  von  einer  Gefellfchaft  Londoner  Apotheker 
gegründet,  1686  feyerlich  eingeweiht,  und  Jak.  Ptf- 
tiver,  (f  1718,)  einer  aus  der  Gefellfchaft,  nahm, 
fich  mit  unermüdlichem  Eifer  diefer  Anftalt  an.  Er 
befebrieb  die  wichtigern  Pflanzen  des  Gartens  zu 
Chelfea  und  anderer  Gärten  in  den  Philo/,  transact. 
vol.  27.  n.  332.  333.  307.  343.  344-  346.  Aber  er 
fammlete  auch  ausländifche  Pflanzen,  deren  er  eine 
zahllofe  Menge  znfammenbrachte :  diefe,  nebft  fei* 
nen  übrigen  naturhiftorifchen  Schätzen,  kaufte  Sloa- 
ne  für  4ooo  Pfund:  fie  machen  einen  Theil  des  brit- 
tifchen  Mufeums  aus.  Faft  alle  reifende  Naturfor- 
fcher  theilten  ihm  mit,  was  fie  gefunden:  er  rühmt 
befonders  Hugh  Jones,  der  ihm  aus  Maryland  (Phil, 
transact.  n.  246.  ) ,  Joh.Smyth,  der  ihm  aus  Guinea, 
(daf.  n.  s32.),  um!  Sam.  Brown,  der  ihm  aus  Oftin- 
dien eine  Menge  Gewächfe  gefchickt,  (daf.  n.  243. 
264.  267.  271.).  Er  machte  Abbildungen  der  brit« 
tifchen  Pflanzen  bekannt,  wovon  aber  viele  aus  Ge- 
rard entlehnt  find:  er  gab  ein  Gazophylacium  und 
Mufeum,  jedes  in  zehn  Dekaden  und  einen  Hortus 
ficcus  pharmaceuticus.  Diefe  und  mehrere  feiner 
Schriften  Gnd  zufammengedruckt  in  den  Operibus  hU 
ftoriam  naturalem  fpectantibuz ,  vol.  1  —  3.  Lond. 
1764»  fol.  mit  01  o  Kupfertafeln. 

Es  ift  fchwer  zu  fagen,  was  eigtntlich  neu  ift; 
doch  möchten  folgende  wohl  die  wichtigften  Pflan- 
zen feyn : 

Chionanthus  virginica  bort.  ficc.  24 1.  •  •  Scir- 
pus  fupinus  phil.  transact.  n.  282.  p.  i253.  .  .  Sc. 
antareticus  ib.  p.  1261.  .  .  Cyperus  exaltatus  muf. 
n.  53g.  .  •  C  alopecuroides  n.  5g  1.  »  <-  €ornuco- 
piae  cucullatum  gaz.  t.  73.  f.  5.  *  .  Avena  Jcerilis 
ib.  t.  38.  f.  7.  .  ,  Eriocaulon  decangulare  ib.  6,  1.  «  « 
Protea  nana  ib.  25,  7.  .  »  Pr.  Levi/anus  ib.  5,  7.  .  . 
Galium  faxatile  herb.  3o,  6.  •  ,    Polypremwn  pro» 


III  Fünftes  Buch»   Viertes  Kapitel, 

cumbens  gaz.  5,  6.  .  .  Slairia  ericoides  ib.  2,  10.  .\ 
flantago  virginica  ib.  1,  10.  .  .  Spigelia  Anthelm ia  i 
ib.  5g,  ior.  :  .  Chcnopodlum  ficifolium  berb.  8,  3.  .  . 
Atriplex  ütoralis  ib.  7,  4«  •  •  Ligufticum  cornubien- 
fe  ib.  26,  9.  .  .  Sium  nodtflorum  ib.  f.  Z.  .  .  C*#r- 
j?<r  Maurocenia  gaz.  5j,  4.  •  •  Craffula  fubulata  ib. 
89,8.  .  .  Tillandßa  ufneoides  ib.  62,  12.  .  .  Pon- 
tederia  cordata  ib.  1,  12. .  .  Eucomis  nana  ib.  85,  6. 
.  .  Hypoxls  erecta  ib.  1 ,  4-  •  •  Loranthus  Scurrula 
ib.  63^  8.  .  .  Erica  gtutinofa  muf.  n.  161.  .  . 
corifolia  gaz.  3,  7.  .  .  E.  Daboecia  ib.  27,  4.  .  . 
Euphorbia  pil ulif er a  Ib.  80,  i4»  •  •  Mesembrianehc- 
mum  geniculißorum  ib.  78,  3.  .  .  M.  corniculatum 
ibw  77,  10.  .  .  M.  emarginatum  ib.  f.  3.  .  .  Rq/a 
uutfca  ib.  35,  11.  .  .  Ranunculus  nodißorus  ib.  24/ 
9.  .  •  Mentha  piperita  berb.  3i,  10.  .  .  Sibthor- 
pia  europaea  ib.  6,  1 1 .  .  .  Hyobanche  fanguinm  gaz. 
37,  4.  •  .  Arabis  hifplda  herb.  5o>  3.  .  .  Herman-  , 
fita  althaeifolia  gaz.  43,  a-  •  •  taffiflora  pedata  11 4» 
4.  •  .  PeiargonUtm  angutofum  ib.  84>  5.  •  •  £*•  »i- 
tifoluim  ib.  f.  6.  .  .  P.  trifidum  ib.  11.  .  .  Crota* 
laria  biflora  ib.  3o,  to.  .  .*  Halliafororla  ib.  32,  1. 
•  .  Hedyfarum  bupleurifolium  ib.  11,  i2.  .  .  //. 
nummularifolium  ib.  26,  4.  .  .  H.  cytindricum  Poir. 
ib.  l.  .  .  latebrofum  ib.  3o,  11.  •  •  Indigo- 
fera  depreffa  ib.  83,  9.  „  .  Athanafia  punctata  ib. 
8 1,6.  .  .  if .  parviflora  ib.  34,  1 .  .  .  Gnaphalium 
fafciculatum  ib.  82,  6.  .  .  Gn.  faftigiatum  ib.  7,3. 
.  •  Gn.  fpbcatum  ib.  8,  12.  .  .  EUchryfum  vfftitum 
ib.  1,  9.  .  .  Solidago  eambrica  herb.  16,  it.  1  . 
Stoebe  cinerea  gaz.  3,  9.  .  .  Sf.  plumofa  ib.  5,  4-  •  • 
Sf.  /w/ca  ib.  2.  .  .  Serapias  oxyglottü  ib.  128,  5. 
SagUtaria  trifolia  ib.  19,  3.  .  .  St  iiiin gia  febifera 
ib.  34,  3-  •  .  Reftio  dichotomus  ib.  7,  5.  .  •  Dio» 
fcorea  oppoßti/olia  ib.  3i>  6.  .  .  Atroßichum  fpecio» 
fum  61,  S.  .  .    4.  maequale  4g,  4.  -  .  Pofypodlum 


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t 


WAchs thttm  der  botariifchen  Gärten:         f  jj 

fiigiTfofum  Sw.  Jb.,  61,  4«  •  •    jdiantum  philippenfe 

ib.  4,  4.  .  -    Cbeilanches  fuaveolens  Sw.  ib.  73,  4.  # . 

Adiantunx  aculeatum  ib.  u,  6.  .  .    Schizaca  dicho» 

loma  ib.  70,  12.  .  .    Lygödium  circinnatum  ib.  64, 

10*.  *    Pha/cum  cufpida tum  ib.  $5,  1^.  *  .  Splach« 

num  .rubrum  muf.  n.  70.  .  .     Tortula  tortuofa  ib; 

(55,  8.  . Mnium  undulatujn  ib.  g5,  16.  .  .  Inn* 

germanniafurctta  muf.  o.  253. 

«  ■  1 

Einen  fchpneu.  Garten  unterhielt  der*  BifcW 
Von  London,  Henrich Compton,  (geb.  i632,  f  1713,) 
feu  Fulham.  4  Ray  ,  deffen  fo  wie  Pluknet  s  und  Peti* 
ver's  Gönner  er  war,  befchreibt  (hi/t.  plant.  2,  1798J  • 
^einige  feltnere  Gewächfe  jenes  Gartens:  z.  ß,  den 
Kaffev und  Tulpenbaum,  Cornus  fericea^  taquidam- 
bar,,  Aralia  fpinofa,  Iuglans  nigra  u.  f.  f.  Noch, 
i75i  waren  Hefte  der  Anftalt  übrig,  welche  Wilb: 
Watfon  befchrieb;  (Phil*  tr  ansäet,  vol.  47*  P-  241.) 
Bier  kommt  unter  andern  Gieditfchia  triacantha  und 
Fiftacia  Vera  vor./  vom  Garten  des  Generals  Lam- 
bert  zu.  Wirabledpn  wiffen  wfr  nur,  dafs  er  i65g 
Amaryllis  farnienGs  enthielt.  (Douglas  defer.  of  tha 
Cuernfey-Lüy,  1737.(01.) 

Job.  Trade feant,  Vater  und  Sonn*  waren  fehi 
berühmte  Gartenkünftler  jener  Zeit.  Der  erfte« 
nachdem  er  einen  grofsen  Theil  des  reiten  Landes 
von  Europa  durchreifet,  diente  verfchjedenen  Gro- 
ben» erft  dem  Grafen  von  Salisbury ,  dann  dein  t#ord 
Wotton ,  und  dem  Herzog  von  Buckingham.  (Parkinf. 
paradß  i5ii)*  Endlich  kaufte  er  fich  felbft  eioea 
Garten  zu  Lambeth,  der  befonders  an  morgenländi« 
feben  Gewächfen  aufs  erft  reich,  war.  {Parkinf.  paratL 
5y5.  Pennants  Lond.  28.  29.)  Der  Sohn  hatte*  Vir«  , 
jginien  befucht,  fetzte  die  Unterhaltung,  des  Öarteni 
fort,  und  r  «Timlete  ein  Mufeum,  deffen  Befcbreibung 
er  herausgao:  Mufeum  tradeftüntUuium,  LöncL  i656^ 
Otich,  d,  fiottaii*  3,  Bt  *  -  £  , 


» 


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Ii4  Fünftes  Bach.   Viertes  Kapitel.  ' 

12.  Hier  findet  man  auch  ehi  Verzerchnlfg  derPflani 
zen  feines  Gartens,  wo  lafminum  hmmile  und  odora* 
tijßmum,  Monarda  fiftulofa,  Soldanella  dlpina,  Lam- 
rera  fempervirens ,  Capßcum  frutefcent ,  Vitts  Labruß 
fa  und  vulpina,  Heuchera  americana,  Rumex  vefi* 
cariuSy  Melid  Azedarach ,  Rhododendron  hirfutumf 
Vßdium  pyriferum  u.  a.  vorkommen.  Er  vermachte 
feinen  Garten  und  feine  Sammlungen  einem  Afh- 
mole.  {Pennants  Lond.  p.  29.)  Noch  1749  befchrieb 
W.  Watfon  den  Tradefcant'fchen  Garten.  {PkUoß 
transact.  vol.  46.  P-  »60.) 

Der  botanifche  Garten  derUiriverfität  zu  Oxford 
ward  erft  i632  gegründet,  da  der  Graf  Danby  die 
^Mittel  dazu  herfcbofs.  Ein  Braunfeh weiger,  Jak*. 
Bobart)  war  der  erfte  Vorfteher  des  Gartens.  Er 
gab  1648  ein  Pflanzen- Verzeichnifs,  welches  Sfm. 
Paulli  in  feinen  viridariis,  p.  3^5  —  394.  abdrucken 
läffen.  Triticum  monocoecon,  Lycopfis  pulla>  Ana  gab 
Iis  Monelli  u.  a.  find  hier  zuerft  aufgeführt.  Wiih. 
Brown  und  Phil.  Stephens  gaben  i658  dies  Ver- 
zeiebnifs  vermehrt  heraus.  Salvia  verticillaia,  Iris 
fambucina,  CynoglöJJum  pictum,  Senium  violaceum, 
Lyfimqshia  Linum  ftellatum,  Statioe  minuia,  Amaryl- 
Iis  Jbrmoji/fimay  Cafßa  Sophera  erscheinen  hier 
nebft  vielen  andern  in  brittifchen  Gärten  zuerft. 

1680  ward  auch  der  Garten  in  Edinburgh  ange 
legt,  von  dem  Jak.  Sucherland  den  erften  Katalog 
i683  herausgab.  Hier  kommen  Dipfacus  läclniatus, 
Scabiofa  maritima  9  prol'rf er a^  graminifolla,  Planta 
Lag  opus,  LitHofpermum  frutitofum ,  Onofma  echioides, 
Verbafcum  ferrugineumy  Rhctmnus  infectorius,  ßvo- 
nymus  americanus,  Ribes  reclinatuni9  lllecebrum  ca- 
pitatum ,  Veletia  rigida,  Dauöus  murbcatus ,  Impera* 
toria  verticillaris ,  Thapfia  garganica ,  Statice  oteae> 
folia,  Amygdalus  nana  u.  a.  tor. 


1 


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I 


Wachs th um  der  botanifchen  Gärten.  ,  115 

Im  Jahr  1 665  erfchien  J.  Reas  flora,  or  a  com- 
plete  florilege,  Lond.  fol.,  worin  von  der  Cultur  der 
Pflanzen,  Bäume  und  Blumen  gehandelt  wird,  und 
einige  feltene  und  neue  Pflanzen  vorkommen,  z.  B. 
p.  i->2.  Erythronium  americanum  Ken,  p.  16.  Laurus 
tnäica.  Auch  die  Herzoginn  von  Beaufort  unterhielt 
feinen  trefflichen  Garten,  wovon  Sloane's  handfciirift- 
liches  Verzeichnifs  im  brittifchen  Mufeutn  ift.  Hier 
kommen  fchon  Anacardium  occidentale ,  Cajjia  C/ia- 
maectijtay  Guaiacum  ufßcinale ,  Euphorbia  canarir n~ 
fis ,  Semper  vivum  canarirtife  und  arachnoideum ,  P/i- 
dium  ptomijWum ,  Mesembrianthemum  albidum,  fcal- 
pratum  Haw.,  pugioniforme ,  nectiflorum,  fpinofum, 
muri  cttum,  acinu*  iforme ,  tuberofurn,  perfoliatum, 
mivans,  hifpidum,  u.a.  vor. 

C.    Botanifche  Gärten  in  den.  Nieder* \ 

landen.        /.-»  .:.-.)  . 

Der  ausgebreitete  Handel  und  die  Neigung  rei- 
cher Holländer  brachte  eine  Menge  der  feltenften 
und  intereffanteften  Pflanzen,  befonders  vom  Kap 
und  aus  Oftindien  in  die  Gärten.  Aber  die  Sucht, 
mannicb fache  Spielarten  zu  ziehn,  war  auch  allge- 
mein, und  zeigte  fich  befonders  in  dem  abgefchmack- 
ten  Handel  mit  Tulpenzwiebeln,  der  in  der  erften 
Hälfte  des  fiebzehnten  Jahrhunderts  bis  zum  Uniinn 
getrieben  würde.  Man  wog  die  Zwiebel n  ,  und  be- 
zahlte den  Gran  mit  zehn  und  mehr  Gulden:  daher 
manche  Tulpenzwiebel  mit  iooö  — :t4°o°  Gulden 
bezahlt  wurde.  Auch  zog  man  Wechfel  darauf,  wie 
auf  baares  Geld.  Im  Jahr  i63?  wurde  durch  obrig- 
keitliche Verordnung  diefem  Unweferi  ein  finde  ge- 
macht. {Muntin g  otffening  der  planten t  p.  630  v 

Der  botanifche  Garten  zu  Leiden  war  zwar  der 
ältefte ,  aber  nicht  der  reichfte  in  Holland.  Nach 

8« 


« 

1 


1 


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*i  i  #         '   Fünftes  Büch.    Vi  er  t  es  Kapitel; ' 

*  * 

♦  j_  »  _  J  *"  .*  -  ^^^^^ 

ClufiusTöde  ftand  ihm  Per.  Paaur  (geb.  i564,  f  1617) 
vor,  der  einen  Hortus  publicus  academiae  Lugdun o- 
Balavaey  1601  und  1617.  8.,  drucken*  liefs.  Ihm 
folgte  Ael.  Ever.  Pof/r,  (f  1^24,)'  und  diefem  fein 
Sohn,  Adolf  Vorft>  (geb.  lSg},  f  i6G3,)  der  Wer- 
mahl  (l633,  1606,  1649  ™d  i658)  Verzeichnifle 
herausgab.  Das  erfte  ftelit  in  Spigelii  ifagdge,  p. 
223.  f.  Das  dritte  in  Paulli  viridar.  -p.  4^3.  f.  Auf 
Ad.  Vorft  folgte  FJorent.  Schuyl,  (f  i66<J,)  auf  die - 
fen  Arnold  ty«,  (geb.  1640,  f  1678):  dann  Paul 
tiermann,  von  dem  oben  die  Rede  waV,  bnd,  als 
diefer  1695  mit  Tode  abgegangen,  Pet.  Hotton,  (geb. 
1648,  +  1709.)  Hierauf  übernahm  Herrn. ßocfhaave 
die  Aufficht,  deffen  Verdienfte  wir  noch  in  der  Fdl- 
ge  rahmen  werden.  Flor.  Sehüyl  hatte  1668  und 
Paul  Hermann  1687  und  1690  Verzeichniffe  vom 
Leidener  <5art«n  gegeben.  ^      <> 8  3 

Der  Garten  zu  Amfterdatn  war  einer  der  reich- 
ften  feiner  Zeit.  Durch  Rheede's,  des  Statthalters 
van  der  Stel  lut  dem  Kap,  und  Änderet  BernüVlungen 
wurden  eine  Menge  Saamen,  Zwiebeln  und  Pflanzen 
aus  den  holländifchen  Niederöfflingen  zufammengo- 
bracht.  Die  Rathsherren  Job.  HuydecopSr  vari  Ma&- 
jfeveen  und  Job.  Commefyn  (f  1698)  waren  die  er- 
ben Guratoren  des  Gartens,  Job.  Snlppendal  der  er- 
fte  Auf  feher.  Diefer  gab  febon  t64b*  ein  Verzeich 
iiife.  Ihm  fölgten  Gerard  Bläfiut,  (f  1682,)  Priedr. 
Ruyfch,  (f  i73i,)  und,  da  dielen  des  Alters  Schwa- 
che unfähig  gemacht,  Pet.  Hoiioh.  Als  diefer  nach 
leiden  verfetzt  worden,  theilte  man  die  AufGcht 
und  das  damit  verbundene  Lehramt  ,  indem  Ruyfcb 
noch  die  vaterlän difchen ,  Cafpar  Cömmefyn  aber , 
Jöhann's  Neffe,  (geb.  1667,  t*73*i)  die  ati*län- 
difchen  Pflanzen  zu  erklären  bekamen. 

Job.  Commelyn  hatte  die  feltenen  Pflanzen  des 
AinTtcrdamet  GattehS  in  Kupfer  ftecheri  laffen  ui td 


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Wadbsthum  derkotanifchen  Gärten.  iur 

befcbrieben.  JDies  Werk:  Honi  medicl  Amfielda* 
menßs  rariorum  plant  arum  defcriptio  ei  icon&s,  jol. 
\.  2.  Amft.  1697.  1702.  foh,  gaben  Fr.  Ruyfch  und 
Franz  Kiggefar  nach,  Cpmmelyn'-s  Tode,  mit  224 
fchönen  Kupfertafeln  heraus.  Hier  kommen  folgen* 
de  Pflanzen  zum.  ersten,  Mahl  vor: 

Salvia  afrifiana  2.  91.  .  •  5.  aurea  2,  92.  •  . 
Scabiofa  rigida  t.  93.  .  ,  Jfiivina  humiUs  1.  96.  .  . 
Echiumfrufiicafum  2.  54«  •  •  Convolvulu*  canarienr 
fis  2..  5i.  ,  .  Campanula  capenfis  35.  •  .  C.  ri- 
gidula  ib.  37.  .  .  Ro'dlla  ciliqta  ib,  39.  .  .  Atropa 
folanacea  2.  96.  .  •  Vaxrania  alba  1.  8o.  •  •  «SiTfe- 
roxylon  melanaphleym  1.  199.  .  •  Rhamnus  qohibriei 
nus  1-90.  .  .  Phylica  ericoide*  2.  1.  .  .  P lumer ia 
alba  2.  2,4«  •  •  ÄiAo»  gwr^mifer  2.  5ß.  .  .  ÄÄiif 
tomentofa  1.  92.  .  .  jRä.  lucida  ib,  93.  .  .  Aralufi 
fpinoja  1.4*  «  •  Pancjratium  amoenum  2.  §7,.  .  . 
P.  amhpinenfe  i.  3g.  .  .  Amorylli^zeylanlca  1.  37. 
«  .  Phalangjum  rextolutum  1 .  34.  .  .  S.anfevlera 
guineenfis  2.  20.  .  .  &  feylanica  2.  21.  .  .  Veltheim 
mia  Uvaria  2.  i5.  .  .  AJctris  fragran$  2.4*  «  • 
nicfa  2.  5.  .  .  4*  finuata  1.  48.  *  .  üf-  retftfa-  2* 
6.  •  •  *  ii  plicatilif  ib.  3.  .  .  4*  ^nguß.  *D*  8-  •  * 
i£  verrucofa  ib.  9.  .  .  y(f.  margarkifera  ib.  10.  .  • 
Agave  foetlda  2.  18,.  .  .  Calla  aethiopica  1.  5o.  .  • 
Melicocca  biluga  1.  g4*  .  •  C*J*w  rham/ioides  1.  73« 
Ca//5a  occidfntalis  1.  26.  .  •  C.  iavanica  1.  111.  .  . 
C.  Gbamaecrifta  \.  27.  .  .  Royena  glabra^  i.ßB.  .  « 
A  lucida  ib.  9^6.  .  .  Malpighia  glabra  1.  75.  .  • 
Oxalis  incarnata  1.  22.  .  .  Talinum  Anacamp  [erat 
2.89.  .  .  T.fruticofumi.  4-  ■  •  Euphorbia  antU 
quorum  \.  12.  .  .  Jf.  Tirupajli  1.  v4.  .  .  JE.  cp« 
tiaifolia  \.  i5.  .  .  E.  canarienfis  2.  104.  •  • 
pervivum  canarienfe  2.  g5.  .  .  Cacips  mammillarU 
1.  55.  .  .  Gt  Peirefcia  1.  79^  .  .  tytrag onia  her* 
ba^rn  2.  102.  .  t    T  frutkofa  ib.  io3.  .  ♦ '  Spiraea\ 


Vi8  Fünftel  Bucfa.    *iert#lCtpttelt  • 

^pülifolia  i.  87.  .\    Gremia  o'ncldentalis  1.  «.  .  , 
SiderUis  candicans  2.  99.  .  .    'Byfiropogon  danarlen* 
fis  2.  65.  .  .    Selagö  corymbofö  z.  4o.  .  .  Digita» 
fis  canarienfis  2.  53.  .  .'   Lantana  mifta  1.  78;  .  . 
Manulra  Cheiranthus  2t  42.  v      Heben/treitiu  ä>#i- 
lofa  2.  IP9.  .  .    Hermannia  almfolia  2.  78.  .  .  P*- 
largonium  auritum  2.  61.  .  .    P.  rapareum  ib.  63.  .  . 
P.  lobatum  ib.  62.  .  .    Penfapetes  phoenicea  1.6... 
S/tfa  fpinofa  1.2.  .  .    Polygalq  mjfrtifolia  1.  46.  *.  . 
P.  fiipulacea  2.  97.^  f    Pterocärpus  Draco  1 7  1 09.  . . 
Lebekia  cytifoides  2.  107.  .  .    Ononis  cernua  flf)  2. 
"82.  .  .     Lathyrus  odorotus  2.  80.  .  /  Pforaiea 
bracteata  2.   106.  .  .     Lotus  iacobaeus  2.  83,  .  . 
Indigoferafatoides  Lzm.  2.  84.  .  .    Hypericum  fori* 
bundum  2.  68.  ;  .     Chryfocoma  cernua  2.  45.  .  . 
C/ir.  ciliar is  2.  48.  .  .:    Athanafia  pubefcehs  2.  47.  .  • 
if.  trifurcata  2.  49«  •  .     &  crlthmifoli*  2.  5o.  .  . 
Tanaceium  fuffruticofum  2.  ioo.^  .  '  4ft*r  fnHicu- 
Ipfus  2.  27.  .  .    Cineraria  geifolia  2.  jZ.  .  .  f*er*- 
Jteja  ^o/a  2.  28.  .  .    Calendula  nudicaulis  *.  33.  .  . 
C.  graminifnlia  2.  34.  .  .    Arctotis  afper  a  2.  22.  .  . 
Othonna  pectinata  2.  6g.  .  .    0.  coronrpifolia  2.  70. 
\  .    O.frutefcens  2.  74.  . ,    Hippia  frutefceni r  2.  101. 
W  ifrum  erilobaeum  1.  5i.  . CupreJJus  dlfhicha 
l.  59.  .  .    latropha  urons  t.*io.  .  .    Myrica  quer- 
cifolia  2.  81.  .  .    Zamia  debilis  1.  58.  .  .  Cluita 
daphnoides  W.  2.  2.  .  ,    £  pulchella  1.91.  .  .  Siif- 
•Afr  Pinaferä  2.  110,  .  .     Mimofa  cafta  1/28.  .  . 
Defmanthus  punctatus  1.  3i,  .  .     Acacia  cornlgera 
1.  107. 

Cafpar  Commelyn  beforgte  nicht  allein  den 
fcweytenTheil  diefes  Werks,  fondern  gab  auch  Prae- 
via botanica,  Amft.  1703.  4.,  und  /for*i  merfiti 
Amfteld.  plantas  rariores  et  exoticas ,  Amft.  1706. 
1  71  5.  4  -  >  heraus.    Hier  findet  man  folgende: 


* 


uigm 


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•  Wachsthum  der  botapifchen  Garten. 


Jpomora  caecinea  rar.  21.  .  .     Chironia  bacci- 
fera  rar.  9.  .  .     Qu  frutefcens  ib.  8.  .  .  Phylica 
cor  data  praeJ.  (2.  .  .  .  PA.  pubeßens  Vf.  ib.  i3.  '.V 
Diofma  oppofuifolia  ib.    1^  .  .     D.  rubra  ib.  2.  .  ^ 
D.  hirfuta  ib.  3.  .  .     Afclepias  undulata  ib.  16.  .  « 
.4.  cr/y^a  ib.  17.  .  .    Craflula  perfollata  praeJ.  t.  23. 
•  ,v    Mäher nia  pinnata  rar.  7.  .  .     Crinum  america- 
num  ib.  14.  .  *     Cr.  erubefrens  ib.  i5.  .  .  Yucca 
mloaefolia  praeJ.  14.  .  .     Ii  Draconis  ib.    16.  .  . 
.4/<j2  arachnoi4e$  ib.  27.  .  .    ^.  echinata  W.  rar.  46- 
.  .     ^f.  variegata  ib.  47-  •  •    A.  rhodqcantJia  Decand. 
prael.  24»  .  .    A.  Cqmmelini  Willd.  ib.  20.  .  .  A. 
brevifolia  Decand.  ib.  22.  •  .    Apicra  vifcofa  prael. 

31.  .  .  A.  fpiralis  ib.  32.  .  .  A.  albicans  W.  rar. 
48.  .  .    A,  tricolor  prael.  29.  .  .    A.  imbricata  ib. 

32.  .  .  A.  patula  ib.  25.  ...  Agave  vivipara  ib. 
i5.  .  .  Polygonum,  Orientale  rar.  4^.  .  .  Zygo* 
phyllum  feffilifolium  jb.  10.  .  .    Cotyledon  fpuria  ib. 

25.  .  .  Euphorbia  mammillaris <  prael.  9.  .  .  -  j& 
Comme\in\  Decand.  ib.  7.  .  .  2T.  C/a?a  i°-  8.  .  . 
£.  hypericifolia  ib.  10.  .  .    Lamium  rnultifidum  rar, 

26.  .  •  Dracocephalum  canefcens  rar.  28.  .  .  Spiel* 
inannia  africana  rar.  6.  ^  .  Melianthus  comofus  ib. 
4.  .  .  Pelargonium  pinnatum  prael.  3.  .  .  P.  Zona- 
le ib.  l.  .  .  P.  peltatum  ib.  2.  .  .  P.  acetofunx  'ib. 
4.  .  .  Cacalia  ficoides  rar.  40 •  •  1  Athanaßa  den* 
tata  ib.  41*  •  •  Senecio  ilicifolius  ib.  42.  .  .  Ce/»« 
taurea  glajtifolia  ib,  09.  .  .  Arctotis  acaulis  ib.  35. 
.  .  4,  calendulacea  ib.  36.  ,  .  Mqmordica  opercu* 
lata  22.  * 

Sim.  Beaumont  hatte  im  Haag  einen  eigenen  Gar- 
ten, deffen  Erzeugniffe  von  Pluknet  gerühmt  wer- 
den, und  von  dem  f  ranzKiggelar  1690  ein  Verzeich« 
nifs  herausgab. 

Zu  Utrecht  bjühte  der  akatlemifche  Garten  un- 
ter Henr.  Regius,  ( geb.  1598,  f  1679,)  d*r  dav°a 


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HO  Fünftel  Buch.  Viertes  Kapitel. 

i65o  ein  Verzeichnifs  herauseab.  Zu  Haarhm  war 
ein  botanjfcher  Oarten ,  deffen  Katalog  Aegid.  'de  Ro~ 
her  »702  bearbeitete.  Zu  Breda  unterhielt  die  me- 
äicinifche  Schule  einen  Garten,  welchen  Joh.Brofter- 
hufius  1647  beschrieb.  In  Brüffel  war  der  Apothe- 
ker-Garten  des  Job.  Hermann  bekannt,  deffen  Ka- 
talog 1 6>52.  4.  herausgekommen.  Dem  Groeninge^ 
Garten  ftanden  die  M Urninge  vor.  Der  ältere,  Hen- 
rich, (f  *658,)  gab  1646  ein  Verzeichnis  heraus. 
Sein  Sohn  Abraham  (geb.  1626,  +'1683)  ift  durch 
ejn  Werk  bekannt  geworden,  welches  er  anfangs 
unter  dem  Titel :  Waäre  oejfening  der  planten ,  Gro- 
ning.  1672/4.,  dann  als  :  Naauwkeurlge  bejehry- 
ving  der  Aardgew aßen,  Leid.  1696.  fol.,  mit  243 
Abbildungen  herausgab,  und  welches  endlich  Franz 
Kiggelar  unter  dem  Titel:  Phyto  graphia  curioJj*> 
Ämft.  1702.,  überfetzt  herausgab.  'Die  Kupfer  find 
fehlecht,  oft  copirt,  fogar  erdichtet,  und  die  Be^ 
fchreibungen  mittelmäfsig. 

Aus  diefen  niederländifchen  Gärten  fchöpfte 
£man.  Sweeri,  kaiferlicher  Hofgärtner,  da  er  fein 
von  Blumenfreunden  gefchätztes  Werk:  Florüegiwn> 
1612.  fol.,  herausgab.  Es  enthält  rohe  Abbildun- 
gen, melft  lil^enarüger  Pflanzen,  mehrere  aus  Val- 
leys oben  angeführtem  Vtferk,  ohne  Betreibungen. 
Doch  kommen  fplgende.neue  vor:  Irls  Swertii  4t*t 
1  Watfonid  iridifolia  Ker.  66.,  Narciffas  bicolor  21.  fv 
s.,  tt.  radiahs  Lapeyr.  21.  f.  8.,  AmaryÜis  orientalis 
3t.  Ein  ähnliches  Werk,  welches  grofsentheils  die 
Pflanzen  holländifcher  Gärten  enthält,  gab  Crifp. 
Pajjraus9  ausArnheim,  heraus:  Mortui ßoridus9  Arnh. 
101 4«  fol.  Aus  allen  diefen  und  andern  Blumen  - 
Sammlungen  entftand  das  Florileghm  renovatum, 
welches  der  Buchhändler  Matth.  Merian,  Frkf.  am 
Main»  1641.  fol. ,  bearbeitete. 


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Wachithnm  der  boUnifchcn  Gärten-  rti 

•  -  •  .  .  - 

Ein  Kaufmann  in  Dan  zig,   Jac.  Breyns  (geb. 

»637,  +  l^97t)  *ur  Erweiterung  gründlicher 
Kenntniffe  in  der  Botanik  vieles  bey,  indem  er  die 
holländifcben  Gärten  befuchte,  und  die  Sammlungen  - 
getrockneter  Pflanzen  benutzte.  So  entftand  ein 
prächtiges  Werk:  Exoiioarum  plantar  um  centuria, 
Oedan.  1678.  fol.,  welches  eine  Menge  kap'fcber 
und  brafiUfcher  Pflanzen,  von  Stech #ezeichnet,  und 
von  Saal  vortrefflich  geftochen  ,  nebi't  den  ßefchrei* 
bungen  von  Öreyn  enthält.    Neue  find  folgende: 

Salvia  paniculata  t.  85.  .  .  Wachendorfia  hjtr» 
futa  57.  .  .  Eriocaulon  trianguläre  5o.  .  .  Protea 
Chamaelea  Lam.  9.  .  .  Brab€wn%  ßellulifoiium  1.  . . 
Lobelia  pinifolia  87.  .  .  L.  coronopifolia  88.  ,  .  L. 
Breynii  Larti.  89.  .  .  Chironia  linoides  90.  .  .  My*r 
ßne  africana  5.  .  .  Phylica  brunioides  Lara.  7.  .  .  i 
Brunia  nodißora  10.  .  .  Staavia  radiata  82*  .  • 
Gomphrena  brafilumßs  5 2.  .  .  Laferpuium  prutkenh  . 
cum  84«  •  •  Haemanthut  ciliar  is  3g.  .  *  Tulipa 
Breyniana  36.  .  .  Eriofpermum  latfolium  4\.  J  . 
Erica  cerinthoides  33.  .  .  G/ifcüa  fimptex  6.  .  *  tacÄr 
rzaea  conglomerata  7.  .  .  Laurus  Camfora  p.  12.  •  ; 
Cn^ia  grändis  t.  1 4«  •  •  C.  matfir  2 1 .  .  .  C.ßexuQ.* 
fa  23.  ,  C.  glandulofa  24  •  •  Ca*falpinia  ptf- 
ch&rrima  22/.  .  Melafioma  holoiericeum  2. 
Oxalis  fpeciofa  46.  .  .  Mesembrtanthernum  molle 
81.  .  .  M.  expanfum  79.  .  .  Phlomis  Lconurus 
86,  .  .  P&largonium  lacerum  5g*  .  .  Vrena  lob  ata 
55.  .  .  Polygala  teretifolia  4g.  .  •  Borbonja  cor- 
data  und  crenata  28.  .  .  Afpalathui  cheaoppda  i\. 
.  .  if.  fputofa  '26.  .  •  Clitoria  teraatea  3i.  .  . 
€/•  brafüiana  32.  .  •  Colutea  ftuteßens  29.  ;  . 
Aefchynomene  afpera  52.  .  .  Pjbralea  aplqHp  2$. 
.  .  Tngonella  fpinofa  5o.  .  .  Äthane fia  capitata 
78.  .  .  Artemifia  vermioulata  12.  .  .  Ghapkalium 
Ttudifolium  71.  .  ,(    Senecio  pubigerus  65.  .  .  1  5. 


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12%  Fünftes  Buch.    Viertes  KaptteV 

longifolius  63.  •  .  &.  purpureum  Üj.  .  .  Iqutä  pini~ 
folia  64.  .  .  Lidbekia  turbinaia.y'5.  .  •  CocuU  ca- 
ronopifolia  76.  .  .  Oßeefpermum  motiliferum  ib.  .  . 
Othonna  bulbafa  66.  .  .  Stoei*  erieoides  10.  .  . 
Croton  folanifolius  Geifeier  54-  •  •  latropha  multi* 
fida  53.  .  .  Phyüanthus  rkämnoidrf  4*  •  •  Äe/ito 
dißichus  91.  .  .  J«ga  cinerea  Humb.  i5.  .  .  AJi- 
mofa  fenßtiva  »6.  .  .  M.  afperata  19.  20.  .  .  AI. 
polydaciyla  Humb.  18.  .  .  Afplenium  Nidvs  99.  .  . 
A*  Breynii  97.  .  .  Lycopodium  plumofum  ioot  tot. 
.  .    Lygodium  feandens  96. 

In  den  Ephem.  nat.  cur.  befchrieb  er  Iafininum 
Sambac  dec.  1 .  a.  4-  o-  1 33.  ,  Tr^chosahthes  Anguina 
daf.  o.  i37.,  Convolvulus  paniculatus  da  f.  o.  i36., 
Periploca  daf.  o.  i38.,  Apocynum  indicum 

<ur.  o.  149. 

Er  hipterliefs  zwey  Prodromos,  welche  fein 
Sohn  Job.  Philipp,  (geb.  1680,  f  1764»)  Arzt  in 
Da nzig,  1734  herausgab.  Diefer  hatte  Holland,  Ita- 
lien, Frankreich  und  Spanien  befucht,  und  Berichte 
über  die  Pflanzen  Italiens  und  Spaniens  an  Sloane  ab- 
geftattet.  (PhiL  transact.  vol.  24.  n.  3oi.  vol.  27.  n. 
334.)  In  den  prodromie  kommen  folgende  neue 
Pflanzen  vor: 

Gladiolus  trifiis  t.  7- f-  U  .  .  .GL.angußui  ib. 
f.  2.  .  .  GL  puniceus  L*m.  t.  12.  Lt.».  Babiana 
ringens  o,  1 .  .  .  JB.  plicata  9,  2.  •  . ,  Wachendor- 
ßa  panicuiaia  9,  1.  .  .  Rynchofpora  aurea  Vahl  t. 
i3.  .  .  Scabiofa  africana  t.  26. .  .  JPa/inx  quinque- 
folia  p.  52.  .  .  Drofera  cifiiflora  22,  2.  .  .  Craf- 
fula  qoecinea  20,  1 .  .  .  Agapanthus  umbellatu$  t. 
I  o>  .  .  Lqcheqalia  orchioides  11,  1.  3.  .  .  '  Ter- 
minatia  Chebula  t.  4.  .  .  Afo/ia  Azadirachta  t.  1 .  .  . 
Euphorbia  Caput  Medufme  t.  19..  .  Capparis  Brey* 
nia  p.  i'5.  .  .  Monfonia  (peciofa  21,2.  .  .  Spilan» 
thes  Acmellaf.  48.  .  .    Sp.  infipida  t.  24.  •  .  Eupar 


Waohtthum  der  fcptaaifchen  Gärten.  iaj 

fbrium  divaticatum  17,  2..  .  .  Pteronm  ojfpoßtifolux, 
ib.  3.  .  .  Qnaphalium ferratum  18,  2.  .  .  Gn.  dU 
varicatum  to.  3.  . ».    Ehehryfum  prokf&rum  17,  i.  .  . 

imbricatum  18,  1*  .  .  üf.  virgatum  \6,  3.  .  . 
Cineraria  fonchifblid  21,  i.  •  .  A  melius  Lychnitis 
i5,  2.  .       Calendula  hybrtda  i4>  2. 

D.  Botanifche  Gärten  in  Peutfcbland, 
Dänemark  und  Schweden. 

Unter  den  deutfchen  botanifchen  Gärten  warder 
fehr  berühmt,  den  der  Bifchof  von  Eichstädt,  Jo.Cor* 
nel.  von  Gemmingen,  zu  S.  Wüibald  unterhielt,  und 
ihn  befoqders  durch  die  aus  Jqecb.  Camera r jus  Garten 
angekauften  PHanzen  bereicherte.  (Heißer  praef.  ad 
Burkhard,  epifi.  p.  17.)  BaGl.  Bester*  Apqtheker 
in  Nürnberg,  erhielt  die  Auf  Geht  darüber.  Auf  Ko- 
tten des  Bifohofs  erfchien  ein  Pracht  werk :  Hdrtut  < 
Eyfiettenfis ,  16t 3.  fbl.  Der  Bruder  des  ßafilius, 
Hieronymus,  ^rzt  in  Nürnberg,  und  Lud.  Junger- 
mann, Prof.  in  Altorf,  follen  die  Verfaffer  des 
Werkes  feyn.  (Bqier  blogr.  proß  Altorf.  82.  )  Die 
Pflanzen  find  nach  den  Jahreszeiten  abgei  heilt,  wo 
fie  blühn.  Neu,  oder  vorzüglich  gut  abgebildet,  find 
folgende: 

lafminum  grandißorum  aeft.  fol.  i3.  n.  1.  .  . 
/.  humile  aeft.  ord.  1 1.  f.  2.  n.  1.  .  .  Salvia  grandU 
flora  aelt.  Ord.  8.  fol.  1.  n.  1.  .  .  S.  albida  mihi 
ib.  1.2,  .  i  S.fyriaca  ib.  f.  2.  n.  3.  .  .  5.  Aethio- 
pis  ib.  f.  3.  .  .  Valeriana  rubra  aeft.  prd.  1.  f.  3.  .  . 
Iris  ßorentina  vero.  ord.  8  f.  4»  •  •  !•  bißorq  ib. 
1  f.  i.  n.  4*  •  •  !•  Xiphium  aeft.  ord.  5.  f.  1  o.  n.  1.  .  . 
f.  Xiphioides  ib.  ord.  4.  f.  6.  8,  n.  2.  3.  .  .  Scabiofa 
bannatica  ib.  ord.  9.  S:  9.  n.  3.  .  .  Sc.  argen tea  ib. 
f.  10.  n.  3.  .  .  Convolvulus  purpureus  f.  Ipomoea 
discolor  Jacqu.  ib.  ord.  i3.  f.  8.  n»  2.  .  .  Capfwum 


» 


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124  Sanftes  Buch.   Viertes  Kapitel,  ; 

frutefcens autumn.  qrd.  i#  f.  8»  n.  i9  Solanun^ 
tuberofum  ib.  ord.  3.  f.  i.  .  .  Lyfimackja  quadrifo- 
lia  aeff.  ord.  io.  f.  7.  n.  i.  .  .  Chenopod'mn%Botryt 
Sb.  ord.  *3.  F.  2.  n.  3,  .  .  Lache  na  lia  palliar  vern. 
ord.  2.  f.  17.  d.  2.  .  .  AUiwn  higrum  aeft.  qrd.  4» 
f.  1  i.D.  1.  •  •  Or nithogalum  pyramidale  yem.  ord. 
*  5.  f.  i4*  n«  2*  •  •  Scilla  lufitanica  vern.  ord.  2.  f. 
lj.  .  ,  Ga/Za  j&luftris  ib.  f.  17.  n.  4.  .  .  C^cf^r 
Mehcactus  autumn.  qrd.  ^.  f.  1.  n.  1.  .  .  Ao/a  /a- 
i*a  vern.  ord.  6.  f.  5.  n.  1.  .  .  Fragaria  elailor  und 
Virginia  na  vern.  qrd.  7.  f.  8.  .  .  Paeonia  Jqumilis 
vern.  ord.  6.  f.  .4.  U.  3*  .  .  Meliffa  grandißoica 
aeft.  ord.  7.  n.  7.  n.  1.  .  .  Acanthus  molüs  aeft. 
ord.  1 1.  f.  2.  n.  3.  .  •  Dervaria  bulbifera  aeft»  ord. 
7.  f.  12.  n.  2.  .  dhaßanca  hierochuntica  autumn* 
ord.  4-  f-4*-  n.  2.  .  .  Geranium  palt^ßre  vern.  ord. 
1.  f.  9.  .  .  Malva  crifpa  aeft.  ord.  6.  f.  9.  n.  1. 
Lavaeera  thuringiaca  ib.  f.  .5.  n.  1.  «  •  L  arborea 
ib.  f.  6.  •  .  Lathytug  articulata  aeft  ord.  &  f.  tq. 
n.  5.  .  .  PforaJea  palaeßina  aeft.  ord.  \o.  f.  u.a. 
S.  .  .    Amaramus  uicolor  autumn.  ord.  2.  f.  6. 

Der  eben  genannte  h\id<  Junger  mann,  aus  Leip- 
zig» (geb.  1672,  t  i653,)  Joachim's  Neffe,  ( Gefell, 
der  Bot.  1,  34i-)>  gründete,  den  akademifeben  Gar- 
ten zu  Giefsen  und  richtete  den  zu  Altorf  ein.  Aa 
beiden  Orten  hatte  er  Profefluren  gekleidet.  Vom 
eitorfer  Garten  gab  er  i635  ein  Verzeichnifs.  Sein 
Nachfolger  Mor.  Hofmann,  des  berühmten  Cafpar 
Sohn»  (geb.  1621,  f  1698),)  gab:  Klorae  alßorfinae, 
ifilicias  hortenfes,  Altorf.  .660.1677.4.  Ihm  folg- 
te fein  Sohn  Job.  Moritz,  (geb.  i653,  f  172,7,)  de,r 
1703  ein  Verzeichnifs  der  Garten.*  pflanzen  gab. 

Das  Collegium  der  Aerzte  zu  Nürnberg  unter- 
hielt  einen  Garten,  der  unter  Job.  Georg  Polckamer*** 
Stadtarztes  zu  Nürnberg,  (geb.  16 16,  t  1693,)  Auf* 
ficht  fehr  blühend  wurde.    Das  alpbabetifche  Ver- 


> 

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- 


Wachsthum  der  botanifchen  Gärten*  125 


ieichnifs,  welche*  nach  feinem  Tode  erfchien:  Fl&- 
ra  Noribetgehjls t  l^bo.  4*  9  enthält  auch  die  De- 
finitionen der  Syfterriatiker  feiner  Zeit,  nebft  Abbil- 
düngen  ufad  Befchreibungeri  neiier  Pflanzen,  worun- 
ter Folgende  merk  würdig  find: 

Stdpella  lärfuta  3o.  .  .  Mesembrianthemünt 
dlfforme  i65.  .  .  M.  cryftallihum  106.  .  .  Aizoon 
caAttHenfs  236.  .  .'  Dracocep^alum  canarienfe  14J. 
.  .  Dr.  canefceni  353.  .  i  Hermannia  Jcabra  24. 
.  .  Colutea  herbaceä  1 18.  .  ,  Chryjocomk  Cornau* 
jrea  14&  •  »  Gridphalium  foetidam  194«  Gn. 
heliantkemifolium  da  f.  #  .  Senecio  elegans  225. 
5.  rlgidu's  daf.  .  .  4Aer  fpurius  So.  .  .  if. 
ftiföliu*  Jaccfu.  daf.  .  .  Arctotis  hypochöndriaca  224. 
i  .  Ofteofperfnuih  fpirtefcens  io5.  .  .  Othonfia  abro- 
ianifolia  2^5.  .  ;    0.  paYviflora  226, 

Die  übrigen  deutschen  Gärten  waren  weniger 
wichtig. 

In  Jena  legte  Werner  Rolfinck  (geb:  t5gg, 
f  1673)  1629  den  Unjverfitäts- Gärten  än.  Er, 
ein  berührnter  Lehrer  der  Anatbmje,  ,verfuchte  fich 
auch  in  der  Botanik,  aber  feine  Schrift:  De  vegeta- 
bilibüt ,  Ien.  1670.  4.;  enthält  nichts  als  unnütz© 
Gelehrfamkeit.  Der  vierte  Auffeher,  The  öd.  Schenk, 
gab  ein  Verzeichnifs  adf  vier  Bogen  heraus.  Jen. 
i65§.  12» 

In  Leipzig  war  der  Btfifche  Garten  der  bernhm- 
tefte.  Kafp.  Bafe9  Rathsherr  in  Leipzig,  brachte 
aus  England  und  Frankreich  eine  grofse  Menge  feite- 
21er  Gewächfe  zufammen ,  welche  Paul  Ammann  irrt 
Horttis  Bofiämis,  Lipf.  1686.4.,  befchrieb.  Mail 
findet  hier  viel  neues:  Miriam  anifatum,  Ade n an- 
ihera  pavonina 9  Acacia  vera ,  Averrhoa  Bilimbi ,  Tri** 
toma  Uväriä  Ker.,  Origänum  fipyleum 9  mehrere  Pe- 
largonien *  StapeJien  und  Mesembrianthenia«  Da* 


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176      -      fünftes  Bück  VUrtei  Kapitel. 

Gärtner,  Elias  Peine ,  gab  1696,  1699,  17öS,  iftS 
deutfche  Ver2eichniffe  deffelben  Gartens  heraus. 

Der  akademifcbe  Garten  in  Leipzig  war  unter:  ' 
Paul  Am  mann  fehr  bl  übend.    Diefer  gab  unter  dem 
Titel:  Süppellex  botanica%  Lipf.  1675.  8.,  ein  Vttf 
zeichnifs,  worin  als  Seltenheiten  Echinophora,  En- 
rphorbia  Apios  ünd  dendroides  vorkommen.  , 

In  Halle  unterhielt  der  Superintendent  und  Pre» 
diger,  Joh;  Gottfr.  Olearius,  (geb.  i635*  f  171 1,) 
einen  botanifchen  Garten ,  von  dem  das  reUbe  Ver> 
zeichnifs:  Specimen  ßorae  halenßs>  1668.  12.  er* 
Jcbien. 

Der  korfürftliche  Garten  in  Berlin  ward  1660 
errichtet*  und  der  Leibarzt,  jph.  Siagm.  ffrWis, 
Xgeb.  i6a3,  f  1688,)  gab  das  Verzeichnis  unte/ 
dein  Titel :  Flora  marchica,  Beroh  i663.  8. 

Io  Heffem  war  ein  ftfrftl.  Braunfeh weigfeh er 
Garten,  deffen  Vorfteher  Job.  Royer  i652.  4-  die 
Befcbreibung  davon  herausgab. 

In  Helmftedt  unterhielt  Ganth.Chriftoph  ScheU 
hammer  einen  Privat- Garten ,  deffen  Veczeichnifs 
i683.  4*  auf  fünf  Bogen  erfchien«  Auch  Job.  Andr. 
Stiffer  lieferte  1699  einen  Katalog  von  Pflanzen,  in 
feinem  Gartet  gezogen.  r 

Der  Garten  der  IJqiver.Gtet  zu  Strafsburg  ward 
von  Marc«  Mappüs ,  Arzt  zu  Strafsburg,  (geb.  1602,, 
f  1701,)  «feafebrieben:  Catvlog us  plantarem  horti 
aoadem.  Argentinenfis*  Argent<  1691.  12* 

■    »  _ 

«  *  ■  w  m 

Der  Garten  der  UnKerfität  zu  Kopenhagen  kam 
unter  Otto  Sperling's*  aus  Hamburg,  (geb.  1602  , 
f  1681,)  Anflicht  in  Aufnahme.  Er  lieferte  ein  Ver« 
zeichnifs,  unter  dem  Titel:  Hör  tut  Chriftianueuf , 
Hafn.  16.4^*  ia*>  welches  Paulli  feinen  viridariis  ein- 
verleibt hat. 


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Wachs  thum  der  l>otahifcaen  Gärten.  %zj 

■  Aach  in  üpfala  ward  der  akadenifche  Garten 
i65y  vom  Prof.  Ol.  Rudbek  (geb.  i63o,  f  1702) 
eingerichtet.  Er  gab  1 658  das  erfte,  1 666  das  zwey- 
tc,  und  i685  das*  dritte  Verzeicbnifs.  Auf  leinen 
Antrieb  iegte  der  Graf  Magnus  de  la  Gardie  zu  Ui- 
ricsdaJen ,  (damals  Jacobsdal, )  einen  Garten  an ,  defc- 
fen  Bafcbriibung  Ol,  Rudbek  unter  dem  Titel:  D<?- 
Uciae  Vallis  lacobaeae ,  Upfal.  1666.  12,^  herausgab. 
Durch  den  Keicltfhum  diefer  und  anderer  Gärten 
ward  Rudbek  in  den  Stand  gefetzt,  ein  grofcses  Un- 
ternehmen  zu  wagen.  Er  wollte  nämlich  alle  bis 
dahin  bekannt  gewordene  Pflanzen  in  HoJzfchnitten* 
abbilden  laffen  und  das  Ganze  nach  C.  Bauhin*s  Me- 
thode ordnen.  Um  bey  Liebhäbern  mehr  Abiatz  zu 
finden,  gab  er.  den  zweyten  Theil  vor  dem  erften 
heraus :  jener  Enthält  die  Liliaceen ,  Coronarien  und 
Orchideen,  und  erfchien  unter  dem  Titel:  Campi 
eiyfii  Über  2.  Upfal.  1701.  fol.  Die  meiften  Abbil- 
dungen find  entlehnt:  intereffant  nur  wenige:  iVar- 
ciffus  dubius  p.  61.  f.  2.,  N.  trilobus  daf.  f.  3M  AU 
Jium  defcendens  p.  160.  f.  2Q.  i65.  f.  i3. ,  A.  ßavurn 
p.  167.  f.  6.,  Serapias  cordigera  p.  204.  f.  20.,  Li- 
modorum  boreale  p.  209.  f.  10.  Den  erften  Theil, 
der  zur  Herausgabe  bereit  lag,  verzehrte  eine  grofse 
Feuersbrunft  in  Upfala.  Drey  Exemplare  follen  noch 
gerettet  worden  feyn.  (Act*  Itter,  fuec.  1720.  p.  96.) 
Eines  davon  hat  Jo.  Ed.  Smith  wieder  abdrucken  laf- 
fen: Reliquiaeliudbekianae,  Lond.  1789*  fol.  Man 
findet  mehrere  feltene,  befonders  lappländifche,  auch 
die  darunter,  die  ßurfer  gefammlet  hatte.  (Gefclu 
der  Bot.  1,  569, ) 

In  kbo  blähte  der  botanifche  Garten  untör  Elias 
Til~  lands ,  (geb.  1640,  f  1692).  Sein:  Catalogus 
plantar um ,  quae  prope  Aboam  tarn  in  excuJtis  quam 
inoultis  loci«  hucusque  ioVentae  funt,  i683.  8.,  ent- 


r 


*  Öiaitize 


12$  Fünftes  Büch.  Viertes  R*piteL ; 

m 

hält  auch  \  zum  Theit  die  Gartenpflanzfen  mit  i5S 
Holzfchnitten. 

Selbft  ixi  Warfchaü  war  cid  köiiiglicher  Garten, 
der  mehrere  ausiändifche  Gewichte  Enthielt.  Das 
Verzeichnis  davon  gab  Ahdr.  Cnöffol  t65i  heraus; 
es  ift  in  Paulli's  viridiriis  wieder  abgedruckt; 

E..  Botanifche  Gärten  in  Italien 

Man  hätte  nach  dem  trefflichen  Anfang  derCiil- 
fcur  ausländifcher  ßewächfe  im  Sechzehnten  Jahrhun*  - 
dert,  mehr  in  dem  gegenwärtigen  erwarten  können1. 
Aber  die  (iärten  Italiens  erhoben  fich  niebt  trief klicfl 
über  die  in  andern  Ländern. 

Von  dem  in  Pifa  ift  nichts  weiter  bekannt,  als 
ein  Verzeichnifs  von  Pet.  Diön.  Pellia,  welches  1655 
fiefchrieben  und  von  Targioni  tozzetti  (nV  ptbgrejp, 
delle  Jciente  in  Tofcaha,  vol.  3.  p.'  243.)  froh  neuem 
äufgelegt  ifr. 

Dem  Garten  in  Padua  ftand  Vesling  in  der  Mit- 
te diefes  Jahrhundert^  vor.  Wahrscheinlich  hat  da* 
Verzeichnifs  vom  jähr  164^,  welches  in  Paülli's  vi- 
ridariis  abgedruckt  ift»  ihn  zum  Verfeßef.  Es  ift 
eines  der  merkwflrdigften;  denn  man  efftaunt  Ober 
die  Menge  griechifcher  und  cretifcher  Pflanzerf,  ehd 
bedauert  nur,  dafs  Ae  mehr  angedeutet  ils  befchrie* 
ben  find.  Die  Verbindung  mit  Candia  dauerte  bis 
1669  fort;  denn  erft  in  die  fem  Jahr  verlor  die  Re- 
publik Venedig  jene  tnfel  an  die  Türkdn.  Daher 
auch  Georg  a  Turfe  noch  nach  Candia  ging,  um  den 
Garten  zu  f^adua  mit  griechifchen  Pflanzen  iu  berei- 
chern. In  feinem  1662  herausgegebenen  Kataldg 
find  fd  Viele  ertliche  und  griechifche  Pflanzen,  als 
wohl  nid  wieder  in  einem  europäifchen  Garten  bef» 
fammen  geWefen.  Rubia  arboreTcens  erfctica  ift  wahr- 
fcheinlich  Erhodea  montan*  Smith.,  Pctrofeliuum 


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Wachsthum  der  botaniXchen  Gälten.  iao 


creficutn  radicetuberola  ihBuniumferulaceum  Smith. " 
Die  m elften  aber  find,  wegen  mangelhafter*  Beftim« 
mungen  ,  nicht  herauszubringen.  Man  kann  fich  des 
Unwillens  über  die  Trägheit  der  Paduaner  nicht  er- 
wehren, wenn  man  bedenkt,  wie  fi  erliefe  herrliche 
Gelegenheit,  den  gröfsten  Theil  der  griechifchen 
Flor  zu  beftimmen ,  ungenutzt  vprübergebn  Jiefsea. 
Georg  a  Turre  gab  auch  eine  hiftoria  plantarum, 
i685.  fol.,  ohne  Werth.  Selbft  die  Verordnung  der 
Curatoren ,  dafs  die  Gärtner  die  wild  wachfenden 
Pflanzen  vom  BalJo  und  andern  benachbarten  Ber- 
gen in  den  Garten  verfetzen  tollten,  blieb  unbenutzt. 
(Tommafini  gymnaf.  patav.  p.  98.) 

In  Bologna  war,  nach  Ul.  Aldrovandi,  (Geßh. 
der  Bot.  1,  378.),  die  Aufficbt  des  Gartens  den  Brü- 
dern Ambrofini  anvertraut.  Der  ältere,  Bartholo- 
mäus,, (geb.  i588,  f  1657,)  hat  nichts  Botanifchfg 
gefchrjeben.  Der  jüngere,  Hyacinth,  (geb.  ,i6o5, 
f  1672,)  gab  einen:  Hortus  Jtudioforum,  Bonon. 
1657.  4«>  ein  Verzeichnifs  der  vorräthigen  Pflanzen 
mit  Kupfern  heraus,  worin  aber  nichts  bedeutend 
Neues  vorkommt.  Ein  gröfseres  Werk  fing  er  un- 
ter dem  Titel:  Phytologia,  an,  wovon  aber  der  erfte 
Theil  nur  1666.  fol.  herausgekommen.  Viel  ver- 
gebliche Mühe  verwendet  er  auf  Etymologieen :  neue 
Pflanzen  find  faft  nur:  Tripfacum  hermaphrodicum 
235. ,  Tr.  dactylodes  5 16.,  Arenaria  iuniperina 
Pajfißora  hederacea  91.,  Anthemis  tomentofa  100», 
Centaurea  Amberboi  Lam.  187.,  Acacia  Farnefiana  56o. 

Dem  Ambrofini  folgte  in  der  Aufficht  des  Gar- 
tens zu  Bologna,  Jak.  Zanoni,  (geb.  i6i5,  f  1682,) 
ein  gelehrter  und  thätiger  Mann ,  der  durch  Hülfa 
des  P.  Mattei,  welchen  wir  als  Miffionar  und  Gehül- 
fen Rheede's  oben  genannt  haben,  eine  Menge  der 
feltenften  malabarifchen  Pflanzen  in  dem  Garten  zu 
Bologna  verfammlete.  In  alphabe tifcher  Ordnung 
Geich.  4.  Botanik.  2.  B«  9 


13«  Fünftes  Buch.    Viertes  Kapitel.  • 

befchrieb  er  die  feltenen  Gewichte  in  feiner  TftorU 
hotanica%  Bologn.  1675.  fol.,  and  erläuterte  die  tte* 
fcbreibung  durch  80  Kupfertafeln,  von  denen  aber 
die  von  Matte*  gefcbickten  fehr  roh  find.  Eine  zwey- 
te  Ausgabe,  mit  io5  Tafeln  vermehrt,  gab  Cajetan 
Monti,  Bonon.  i742«  M.)  heraus*  2a noni  hatte 
fich  bemüht»  die  PÄanzen  der  Alten  tu  erläutern  und 
mit  diefen  neuen  zu  vergleiehen.  Die  IrrtbQmer, 
die  dabey  noth wendig  vorkommen  mufsten,  hatte 
zum  Theil  fchon  Vincenz  Menegoti  aufgedeckt*  (Po* 
fiUla  ad  alcuni  capidella  ftoria  botaniöa  del  Zanoni% 
Padov.  1676.  16.)  Monti  liefs  daher  mit  Recht  die 
ganze  gelehrte  Unterfuchung  bey  feiner  Ausgabe  weg» 

*  Neu  find  aber: 

Saccharum  Ravennae  ed.  nov.  19.  f.  3.  .  .  Afpe- 
rula  calabrica  166.  .  ,  San guiforba  media  i38.  .  . 
Ifnarda  paluftris  67.  .  .  ßorago  cretica  37.  .  .  Ly» 
copßs  veficaria  35.  .  .  Matthiola  fcabra  Ratdegal 
i54»  »55.  .  •  Daturä  ferox  162.  %  .  Eryngium 
ZanonU  Lam.  74.  .  .  Morinda  citrifotia  124»  •  • 
Bupleurum  baldenfe  4o.  .  .  Athatnanta  ficüla  48.  .  . 
Sium  ficulum  128.  .  .    Dimocarpus  Utchi  108.  .  . 

'  Bau  hin  ia  variegata  20.  .  .  Caefalpinia  pulcherrlma 
\^\,  .  .  Cafßa  obtüfifolia  47.  •  .  Silene  paradora 
109.  .  .  6\  lufitanica  11t.  .  .  Betonica  hirfuta 
3a,  .  .  Stachys  glutinofa  81.  .  .  Dracocephatum 
Ruyfchiana  i46\  •  •  Dr.  virginianum  69.  .  .  Pra- 
fium  malus  80.  .  .  Euphrufia  tricufpldata  76.  .  . 
Bignonta  capreofata  33.  .  .  Celßa  orientalis  54.  »  . 
Sijymbrium  tanacetifoliam  72.  .  .  Cardamine  afa- 
rifolia  44.  .  .  Sid*  carpinlfolia  114...  Anthyltis 
Hermaiwiae  29.  .  .  Cytifus  purpureus  63.  *  •  Ga~ 
lega  phafeolmdes ?  i34-  .  •  Serratula  centauroides 
95.  .  .  Cntcus  fieliatus  46.  .  .  Bidens  biphinata 
32.  ..  .     Erigeron  tanadenfe  a3.  *  .  Gnaphallum 

r  lavandulatfolium  W*  7 1  •  »    Buphthalmum  Jlosca- 


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Wachsthuna  der  botanifchen  Gürten.  i \i 

lofum  Vent.  21.  .  ,.  B.  aquaticum  24.  .  ,  /f/?<?r 
?  laevigatus  W.  22.  .  .  Centaurea  atrata  \V.  58.  .  . 
C.  romana  42.  43.  .  .  C  ragufina  92.  .  .  C.fem- 
pervirens  90.  .  .  Coreopfis  alter  nifolia  ^8.  .  .  //e- 
lianthus  firumofus  56.  .  f  H.  trachelifolius  ^,5j. 
.  .  Cymbidium  praenwrfum  $w.  16.  .  .  Artocar* 
pus  integrifoliago.  .  .  A'um  pentaphyllum  ih.  .  . 
Caryota  urens  i33.  .  .  Phy lianthus  Emblica  i3i. 
.  .  Defmanthus  dißfufus  12  3.  .  .  Mimofa  rubicau* 
Iis  »19.  •  .  Acacia  portoricenßs  121.  .  .  Onoclea 
/enßbilis  102. 

Zu  Rom  waren  zwey  botanifche  Gärten,  Den 
einen  hatte  der  Kardinal  Odoardo  Farnefe  angelegt: 
Vorfteher  war  Tobias  Aldini  ausCefena.  Diefer  gab 
mit  Hälfe  des  Prof.  Petr.  Caftelli  in  Rom:  De/criptio 
rariorum  plantarum ,  911a*  i/i  Äorf  o  Farneßano  conti* 
nentur ,  Rom.  1625.  fol.,  heraus.  Die  febr  guten 
Kupfer  fteJJen  manche  fei tene Pflanzen ,  unter  andern 
Heileborus  trifoJius  und  lividus,  Acacia  Farnefiana, 
Hyperanthera  Moringa  und  latropha  Manihot  dar. 

Ein  anderer  botanifcher  Garten  war  der  beym 
Collegium  della  fapienza  in  Rom,  dem  der  obenge- 
nannte Joh.  Bapt.  Triumfetti  vorftand.  Baglivi  {opp. 
402.)  rühmt,  dals  er  den  Garten  mit  6000  Arten 
bereichert  habe.  Indefs  mufs  man  dies  nicht  zu  ge* 
nau  nehmen,  da  der  Begriff  von  Art  damals  noch 
nicht  berichtigt  und  feft  befhmmt  war.  Seinem  oben 
angeführten  Buche:  de  ortu  et  vegetatione  planta- 
rum, Rom.  1 683.  4-,  find  Befchreibungen  mehrerer 
Pflanzen,  die  er  für  neu  hielt,  angehängt.  Darauf 
gab  er  einen  Syljabus  plantarum  horto  medico  1688 
ad  fitarum,  Rom.  1688.  4*)  und  eine  Praelufio  ad  pu- 
blica* plantarum  oftenßones,  Rom.  (1700.)  4«  Wip 
fleifsig  er  das  römifche  Gebiet  in  botanifcher  Rück- 
ficht durchfucht,  davon  zeigt  ein  Bericht,  den  er  an 
Boccone  (muß  241.)  abftattet.  \ 


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1  r  ^ 

132  Fünftes  Buclu   Viertes  Kapitel*' 

Ein  Jefuit,  Jon.  Bapt.  Ftrräri,  aus  Siena,  (geb. 
i58-f>  f  1 655,)  machte  die  Zierpflanzen  diefer  rö- 
mifchen  Garten  bekannt.     Die  grofsen  Künftler, 
Guido  Reni  aus  Bologna  (f  164t)  und  Pet.  Beretti- 
ni  aus  Cortona  (f  1669)  Verbanden  Geb  mit  ihm 
zur  Darftellung  der  fchönften  Blumen.    So  entftand 
ein  Werk,  den  Künftlernünd  Blumenfreunden  wich- 
tiger als  den  Botanikern:  De  florum  natura,  Rom. 
i633»  4*    Man  Geht  hier  unter  andern  die  Ferraria 
iindulata  und  Haemanthus  coccineus. 

In  Sicilien  waren  zwey  berühmte  Garten.  Einer 
ward  in  Meffina  1639  gegründet.  Peter  Caftelli  ans 
Meffina,  der  früher  in  Rom  gelehrt,  ftand  ihm,  nach 
der  Rückkehr  in  feine  Vaterrtadt,  vor.  Er  lieferte 
einen  Horlus  me Ifanenßs ,  1640.4«»  ein  blofses  Pflan« 
zeja  -  Verzeichnifs ,  nach  dem  Gebrauche  geordnet. 

Ein  anderer  Garten  wurde  der  katholifche  ge- 
nannt, weil  der  Fürft  della  Cattolica,  Herzog  von 
Mifilinerii,  Graf  Vicaris,  Baron  Prizis  ihn  gegrQn« 
det  und  einen  Botaniker,  Franz  Cupani,  aus  dem 
Orden  des  Franz  von  AfGffi,  (geb.  t657,  t  l7lli) 
befoldet  hatte,  um  aus  ganz  Sicilien  die  feltenern 
Pflanzen  für  den  Garten  zu  fammlen.  Cupani  gab 
einen  Hör  tut  Calholicus,  Neap.  1696.  4*>  heraus. 
Diefer  enthält  die  Namen  der  gefammleten  Pflanzen 
in  der  Landesfprache,  mit  den  Synonymen  von  Mo- 
rifon,  Bauhin  und  Andern*  Dazu  kamen  zwey 
Supplemente,  eines  in  demfelben  Jahr,  das  andere 
1697.  4*  Es  ift  fchwer,  die  Pflanzen  zu  beftimmen, 
welche  hier  zum  erften  Mahl  vorkommen.  Indcf- 
fen  find  Ith  mictopteta  Vahl.  hört.  cath.  p.  io3. , 
Totdyllum  humile  Bern.  200.,  Cucubalus  catholicus 
110,,  Linatia  teßexa  214.,  Sinapis  etueoides  201., 
Setiola  ute/is  95. ,  Otchh  papiliunacea  1 5b*. ,  gewif* 
Von  ihm  zuerft  aufgeführt. 

■ 

» 

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Wachsthmn  der  botanifchen  Gärten.     1  133 

■  ■ 

Der  unermOdet  thätige  Mann  arbeitete  an  ei« 

nem  grofsen  Werk,  welches  er  Panphyton  ficulum 
nannte,  wozu.er  bey  feinem  frühen  Tode  Gebeohun- 
dert  Kupfertafeln  fertig  hatte:  19S  waren  fchon  ab- 
gedruckt. Anton  Bonann],  der  fein  Gehülfe  gewe« 
fen  ,  verzögerte  abfichrlich  die  Herausgabe  der  fchon 
abgedruckten  Platten,  uod  beredete  Chiarelli,  (Discos 
fo  prelim.  alla  ftoria  naturale  diSicilia,  17^9.),  dafs 
er  der  Verfaffer  de«  Werkes  fey.  Endlich  kamen 
die  198  Tafeln  17 1 3  zu  Palermo  heraus,  Banks  be- 
fitzt  168  Tafeln:  ich  befitze  deren  nur  52,  die  ich 
der  Güte  meines  Freundes  Rudolphi  in  Berlin  ver- 
danke. Hier  finden  fich  folgende  intereffante  Man« 
zen  :  Agrofiis  pungens  t.  1.,  Poa  ficula  t.  7.,  Arun* 
do  micrantha  Lam.  t.  8.,  Cqrex  pendula  Goöd.  1. 1  i., 
Schoenus  mucronatus  t,  12.,  Iris  alata  Poir,  t.  10., 
Linaria  pilofa  Bern.  t.  24.,  Alliwn  ficulum  Ker,  t. 
25.,  Ophrys  aranifera  Hudf. ,  0.  Speculutn  Bern.,  0. 
ciliata  Bern,  t.  28. ,  Orchls  enßfolia  Vijl. ,  Q.  Orni~ 
this  Jacqu.  t.  29.,  O.acumiaata  Desfont.  t.  35. ,  Gna- 
phalium  nodißorwn  Lam.  t.  36. ,  Ophrys  picea  Link, 
t.  37.,  Cardamine  heterophylla  Hoft.  t.  66.,  Rapha* 
nus  cheiranthifiorus  W.  t.  71»,  Rumex  tuber  ofus  t# 
74.,  Crepis  albida  t.  11 5.,  lolpis  (juadriariftata 
Bern.  t.  118.,  Reaumuria  vermiculata  t.  119.,  Cre- 
pis  taurinenfis  W.  1. 1 20,,  Cr.  leon todontoides  Allion. 
t.  i2i.,  Hypochoeris  ficula  t.  122,,  Lapfana  vir g ata 
Desfont.  t.  127.,  Hieracium  hracteulatum  Smith,  t. 
107.,  Hier,  crinitum  Smith,  t,  i44«i  SHeae  ficula, 
Ker.ebendaf.  '"  >J^V;^% 


134  Fünftes  Buch.    Fünftes  Kapitel. 

♦ 

Fünftes  Kapitel. 

UnterTuchung  vaterländi fcher 

Pflanzen. 

■  * 

< 

Die  Pflanzen  des  fiWllichen  Europa  wurden  in 
die  fem  Zeitraum  am  fleifsigften  gefammlet  und  on- 
terfucht. 

Magnors  Und  Richier  de  Bellevafs  Bemühun- 
gen haben  wir  fchon  erwähnt:  auch  Tournefort's 
Verdienfte  find  gerühmt  worden.  Des- letztern :  Hi- 
ftoire  des  plantes,  qui  naiffent  aux  environs  de  Pa- 
ris, 12.  Paris  1698.,  m Off* n  wir  noch  befondere 
Erwähnung  thun.  Das  Werk  ift  in  fechs  Herbori- 
fations  getheilt.  Die  vorzüglichften  Excurfionen 
gehn  ins  Holz  von  Boulogne  und  Vincenne*,  nach 
S.  Cloud,  ArcuejJ,  ChantiJJy  und  auf  die  Infein  der 
Marne.  Es  fehlt  natürlich  bey  diefer  Einrichtung 
nicht  an  Wiederholungen.  Indefs  war  das  Buch  für 
die  damalige  Zeit  aufserft  nützlich,  und  die  Kritik 
der  Synonyme  macht  es  noch  der  Nachwelt  brauchbar. 

Joh.  Steph.Strobelberger  i  aus  Windifch  -  Grätz, 
der  nachher  Arzt  in  Karlsbad  war,  hatte  zu  Mont* 
pellier  unter  Richier  de  Belleval  fich  der  Botanik  mit 
befonderem  Fleifs  ergeben.  Er  lieferte:  Galliae  po- 
Jitico  - medicae  deferiptio,  Jen.  1621.  12.,  worin  der 
fünfte  Abfchnitt  die  Pflanzen  des  füdlichen  Frank* 
reichs,  aber  blofs  nach  dem  Gattungs  •  Namen ,  meh* 
rentheils  aus  LobeliuS,  Dalechamp  und  Richier  de 
Belleval,  enthält. 

Groben  Ruhm  erwarb  6ch  Jak.  BarreU&r*  zu 
Paris  1606  geboren,  der  anfangs  Medicirt  ftudirte, 
dann  aber  in  den  Orden  der  Dominicaner  trat,  and, 
theils  auf  Befehl  Gafton's,  Herzogs  von  Orleans, 
theils  als  Begleiter  des  Generals  der  Prediger- Mön- 
che, Frankreich,  Spanien  und  Italien  durchzog,  lan- 


■ 


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Unterfuchung  vaterflndifcher  Pflanzen.  135 

geiir Rom  lebte,  and  1673  in  Paris  Ttarb.  Er  hin- 
terlieb eine  giofse  Menge  Pflanzen  -  Zeichnungen» 
welche  Anton  Jufüeu,  nach  Tournefort's  Beftim« 
mungen,  unter  dem  Titel:  Piantae  per  Galliam, 
Hifpaniam  et  Italiam  obfervatae,  Parif.  17!  4.  fol., 
herausgab«  Es  find  i3s4  Kupfer,  in  fehr  verjüng* 
tem  Maafsftabe,  und  oft  undeutlich.  Da  Juffieu  rer* 
fichert,  dafs  Boccone  viele,  von  Barrelier  erhaltene 
Pflanzen  früher  unter  feinem  Namen  bekannt  ge- 
macht,  fo  ift  es  fehr  fchwer,  mit  Gewifsheit  zu  fa- 
gen,  welche  Arten  von  Barrelier  eigentlich  entdeckt 
find.  Indefs  ift  folgendes  Verzeichnis  wahrfchein- 
lieh  ziemlich  richtig: 

Salvia  Barrelieri  n.  186.  .  .  S.  multißda  Siblji. 
220.  .  •  S.  disermas  187.  .  .  «S.  Valentina 
,  .  S.  elongata  Spr.  167.  .  .  Valeriana  fupina  868, 
.  .  Phleum  Böhmeri  Schrad.  2t.  f.  1 .  .  .  Phl*  tenue, 
Scbrad.  14.  f.  1.  .  .  Phl.  paniculatum  Hudf.  28.  f. 
2.  .  •  Poa  dura  5o.  .  .  P*  Eragr*ßi$  44.  f.  2.  ♦  . 
P.  hulbofa  70Z.  .  .  Briza  humilis  MB.  i5.  f.  2.  .  , 
Cynosurus  aureus  4*  •  •  Beckmann  ia  erucaeformis 
Hoft.  2.  male.  .  .  Melica  afpera  Desf.  g5.  f.  1.  .  . 
Feßuca  phleoides  ist3.  f.  1.  .  .  Bromus  erecius  i3. 
f<  1.  .  v  Br.  fiipoides  76.  f.  1,  ,  ,  Ave  ha  fragilis 
$o5.  .  •  J*oa  cilianenfis  y£5*  •  •  Qalium  linifolium 
583.  •  .  G.  mantimum  81.  .  .  Echium  planiagir 
neum  1028.  .  .  Anclutfa  ftylofa  MB.  5?3.  .  .  Caui- 
panüla  diffufa  453.  .  .  C,  Cochlea rifolia  454.  .  .' 
Trachelium  coeruleum  683.  .  •  Atropa  fruteßens 
1173.  .  .  Viola  Zoyfii  691.  .  •  Atripley:  glauca 
753.  .  .  Salfola  polyclonos  275.  .  .  Tenor ia  fru- 
ticefcens  Spr.  1255.  .  .  Heracleum  elegans  56.  .  . 
H.  außriacum  708.  .  .  Oenantlie  apüfolia  35 o.  .  . 
Ligufiicum  ferulaceum  All.  836.  .  .  Statice  dicho- 
toma  Cav.  8o5.  .  .  Daphne  vermiculata  a3i,  .  . 
Polygonum  Bellardi  Allion.  56o.  f.  2.  •  .  Gypßphi- 


136  Fanftes  Buch.    Fünftes  Kapitel« 

la  perfoUata  1002.  .  .    Dianthüs ferrugineasTfgj.  .  . 
Siiene  longißora  Ehrh.  5J3o.  .  .     Oxalis  Barrelieri 
11 3g.  .  •    Refoda  undata  588.  .  .     Euphorbia  fal~ 
caeajüi.  .  .    E.  terracina  833.  .  .     E.  pilofa  885. 
.  .    Potentilla  cinerea  Vili.  709»  .  .    Cifcus  fericeus 
i3i5.  .  .    Heliantlwmum  kalicum  566.  .  .  H.thy* 
mifolium  444«  •  •    H'  torofurri  Allion.  44^-  •  •  H. 
tacemofum  293.  .  .    f/.  hirtum  488.  .  .  Reaumuria 
vefmlculata  888.  .  .     Teucrium  thy  mifolium  1 062. 
.  .    T.ßnvefcpris  1072.  .  .     T.valentinum  1048... 
T.  pycnophyllum  1091.  .  .     T.  Libanitis  1  o#o.  .  . 
T»  pumilum'  1092.  .  •     7*.  angufeijßmum  1080.  .  . 
T.  coelefte  1081.  .  .    Sider'uis  glauca  25o.  .  •  «S. 
linarifolia  Larh.  172.  .  .    Marrubium  candidijfimum 
686.  .  .    M.  acetabuloßtm  129.  .  .     Phlomis  pur- 
purea  4°5.  .  .     Nepeta  graveolens  Viil.  705.  .  . 
Bartßa  vilcofa  665.  .  .     jB.  Fagonii  Lapeyr.  774» 
1.  .  .    Rhinanthus  verßcolor  666.  .  .    Linaria  vil- 
lofa  597.".  .  origanifolia   liöo.   1102.  no3. 

i3i3.  .  .  Anarrhinum  craffifolium  i3i5.  .  .  £u- 
wias  cochlearioides  1282. .  .  Jberis  rotundifolia  i5o5. 
f.  2.  .  .  /.  cepaeaefolia  848.  .  .  Bifcutella  longi- 
folia  Vill.  841.  •  •  Cardamine  chelidonia  i56.  .  . 
Hefperis  alyffbides  Perf.  8o4-  .  .  Sijymbrium  mura- 
le i3i.  .  .  5.  Barrelieri  1016.  .  .  Sinapis  erucoi* 
des  i52.  .  .  Cleome  violacea  865.  .  .  Geranium  re- 
Jlexum  39.  .  .  Ononis  cenifia  1104.  •  •  0.  minu- 
tijjima  1107.  .  .  0.  vifcofa  1239.  .  .  Oxytropis 
Pallaßi  Perf.  557-  .  .  Trifolium  fphaerocephalon 
859.  .  .  Tr.  badium  Schreb.  1024.  .  .  Lotus  cyti* 
foides  io3i.  .  .  Soorzonera  calcitrapifolia  800.  .  . 
Atractylis  humilis  1127.  .  .  Santolina  alpin  a  52  2. 
.  .  Anthemis  Valentina  485.  .  .  Anth  Barrelieri 
Tenor.  457.  .  .  Artemißa  arragonenfis  447 •  • 
CouyZa  Candida  21 7.  .  .  Senecio  cmffifolius  26 1 .  .  . 
5.  nebrodenßs  4oi.  .  .     &  Barrelieri  801.  .  .  S. 


Unterfucbung  vaterländlfcher  Pflanzen.  137 


Uus  Lapeyr.  i45.  Cineraria  longi/oli* 

26G.  .  .  C.  minuta  11 53.  f.  1.  .  .  Chrysanthemum 
pectinatum  42  1.  •  .  Pyrethrum  Halle ri  458.  f.  *2.  .  . 
Centaurea  Uni folia  139.  .  .  C.  abrotanifolia  Lam. 
149.  •  .  C.  hyffopifolia  006.  .  .  C  argentea  218.- 
.  .  C.  Crocndiiium  3o3.  .  .  C.  leucantha  Lapeyr. 
1229.  .  .  Ophiogloffum  lußtanicum  282.  f.  2.  .  . 
Die  Tange  find  fo  fehl  echt  abgebildet,  dafs  auch  S» 
G.  Gmelin  ficb  nicht  wagte  fie  zu  beftimmen.  In- 
defs  ift  F.  volubills  i3o3.  gut  abgebildet.  .  .  ßa*o- 
myces  cornueopioides  1278.  f.  2.  .  .  Einige  neue 
Schwämme,  als  Phallus  Hadriani  i25ß.  .  .  Clathrus 
fiavefeens  1265.  .  .  Boletus  umbellatus  1269.  .  . 
B*  polycephalus  1270. 

Ein  italifcher  Mönch,  Silvio  Paul  Boccone,  aas 
Palermo  i633  gebürtig,  trat  in  den  Ciftercienfer- 
Orden ,  und  ward  vom  Grofsherzog  von  Tofcana  zu 
feinem  Botaniker  ernannt.  -  Er  durchreifete  Italien, 
Sicilien,  Malta,  Frankreich,  Spanien,  Deutschland» 
die  Niederlande,  England  und  Polen,  und  ftarb  zuPa- 
lermo 1704*  In  England  übergab  er  mehrere  Abbil- 
dungen feltener  Pflanzen,  nebft  den  dazu  gehörigen 
Befchreibungen  an  Charles  Hatton ,  der  fie  durch  Mo« 
rifon  bearbeiten,  und  unter  dem  Titel:  leones  et  de- 
feriptiones  rariorum  plantarum  Siciliae,  Melitae,  Gal- 
liae  etltaliae,  Oxon.  1674*4*9  drucken  liefs.  Bey 
feinem  Aufenthalt  in  Venedig  zeigte  er  dem  treffli- 
chen Wilh.  Sherard  eine  noch  gröfsere  Sammlung 
von  Abbildungen  und  Befchreibungen.  Auf  deffel- 
ben  Rath  gab  er  fie  unter  dem  Titel :  Mufeo  di.  plante 
rare  della  Sicilia,  Malta,  Gorfica  etc.  Venez.  1697. 
4.  mit  3o9  Abbildungen ,  heraus.  Die  letztern  find 
roh,  und  die  Befchreibungen  unvollständig.  Ver- 
ferhieden  von  diefem  Werk  ift:  Mufeo  di  fifica  e  di 
«fperiertze ,  Venez.  1697.  4*>  worin  ebenfalls  viele 
Bemerkungen  über  Pflanzen  vorkommen.  Folgende 


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*  13*  Fünftes  Euch.    Fünfte*  Kapitel. 

Pflanzen  fcheint  er  zuerlt  befchrieben  und  abgebildet 
2u  haben : 

Veranica  acinifolia  muf.  t.  9.  ,  .  Andropogon 
difcachyos  plant,  fic.  t.  11.  .  .  Panicum  hirtellum. 
muf.  t.  55.  .  .  Rottbölla  monandra  ib.  t..57.  .  . 
Triticum  unilaterale  ib.  .  .  Tr.  unioloides  fic.  t.  53. 
.  .  Scabiofa  urceolata  Desf.  ib.  t.  52.  Sc.  pyre* 
naioa  mu/,  t.  6.  .  .  Galium  Bocconi  muf.  t.  toi.  .  . 
G  ariftatum  ib.  t.  75.  .  .  Parietaria  lufuanica  fic. 
24.  .  .  Ruhia  Bocconi  Pet.  muf.  75.  .  .  Plant  ago 
macrorrhiza  iic.  t.  1 5.  .  .  Tillaea  mufcofa  ib.  t.  29. 
P.  Q.  R.  .  .  Anchufa  undulata  muf.  77.  .  .  Edtium 
marUimum  ib.  78.  .  .  Convolyulus  ficulus  fic.  48.  .  . 
Campanuta  mollis  ib.  45.  .  .  C.  faxatilis  muf.  64.  -  • 
Lobelia  Laurent ia  ib.  27.  .  .  '  Elaeodendron  Argan 
fic.  21.  .  .  Viola  nummulär  iae/olia  muf.  127.  .  . 
Achyranthes  argentea  fic.  9.  .  .  A  corymbofa  muf. 
3$).  .  .  Ulecebrum  echinatum  Vill.  fic.  t.  20.  f.  111. 
.  .  Salfola  rofacea  fic.  3t.  32.  .  .  Eryngium  düa~ 
tatum  Lam.  muf.  71.  .  .  E.  Bocconil  Lam.  fic.  47* 
.  .  Athamanta  panaci/olia  Spr.  fic.  1.  .  .  Atfuftcu* 
kr  fic.  14.  .  •  Bubon  ficulus  fic.  27..  28.  .  .  Daucus 
gummifer  Lam.  muf.  20.  .  .  Angelica  RazoulU  muf. 
99.  .  .  Bubon  rigidus  ib.  76.  .  .  Statice  monope- 
tala  fic.  16. 17,  .  .  St.  beüidifolia  Decand.  muf.  to3. 
.  .  Linum  verticillatum  42.  .  .  Allium  ficulum  Ucr. 
fic.  33.  .  .  Rumex  multifidus  muf.  126.  .  .  R.  lu* 
xurians  ib.  .  .  R.  amplexicaulis  Lapeyr.  ib.  .  . 
Epüobium  alpeftre  ib.  5.  16.  .  .  Galenia  africana  jb. 
110.  .  .  Polygonum  alpinum  ib.  27.  83.  .  .  Ruta 
Ünifolia  ib.  73.  1  .  GypfophUa  altifßma  ib.  5.  .  . 
Cucubalus  fabarius  ib.  92.  ,  .  C.  mollijfimus  ib.  118. 
.  .  Silene  vallefia  ib.  54«  •  •  Glinus  lotoides  fic.  1 1. 
.  .  Ciftus  fquamatus  muf.  64.  .  .  •  Teucrium  multU 
fiorum  ib>.  1  17.  ♦  .  T.  buxifolium  ib.  61.  .  .  T.  ro* 
tundifollum  ib.  62.  .  •    ISlepeta  violacea  und  lanata 


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Unterfuchung  yaterländifcher  Pflanzen.  139 

-  Ait.  ib.  36.  /  .  N.  Apuleii  Ucr.  fic.  25.  .  .  S'ujerU 
tis  incana  muf.  67.  .  .  Lamium  rugofum  ib.  23.  .  . 
Stachys  palaefiina  ib.  I09.».  .  St.  maritima  ib.  127. 
.  .  Marrubium  fupinum  ib.  69.  .  •  AI.  crifpum  ib. 
tit.  .  .  M  hifpanicum  ib.  122.  •  .  Leonurus  Mar» 
rubiaftrum  ib.  98.  .  .  Thymus  patavtnus  ib.  45.  .  . 
Th.  Piperella  ib.  1 17.  .  .  Th.  cephalotes  ib.  43.  .  . 
Th.  virginicus  ib.  11 5.  .  .  Bartfia  h\umilis  Lapeyr. 
ib.  60.  .  .    Euphrafia  longißora  ib.  63.  .  .  Antirrhi» 

,   num  muhicaule  fic.  19.  .  .     A.  motte  muf.  41.*.  . . 
"Scrofulariä  trifoliata  muf.  60.  .  .     Digitalis  Thapfi 
ib.  85.  .  .    D.  obfcura  ib.  98.  .  .    Iberis  femperßo- 
rfins  fic.  22.  .  .     Alyjjum  halimifolium  muf.  39.  .  . 
A.  faxatile  ib.  g3.  .  .     Bifiutrlla  raphanifolia  fic.  23. 
•  .  .    B.  fempervirens  muf.  122.  .  .    Cardamine  tha- 
lictroidrs  muf.  116.  .  .     C.  graeca  fic.  44.  .  .  Si- 
Jymbrlum  vimineum  fic.  10.  .  .    5.  valentinum  muf. 
80.  .  .    Cheiranthiis  helveticus  ib.  111.  fig.  ult.  .  . 
Ch.  triftis  ib.  fig.  penuh.  .  .    Hrfperis  africana  fic. 
42.  .  .    Erodium  malopoides  muf.  89.  .  .    E.  cha* 
maedryoidesib.  i?8.  .  .    Sida  rhombifolia  fic.  6.  .  . 
Mafope  malacoides  ib.  8.  .  .     Famaria  enneaphylla 
muf.  73.     .    Ononis  variegata  fic.  38.  .  .  Hyperi- 
cum crifpum  muf.  12.  .  .     H.  ciliatum  ib.  127.  .  . 
Hieracium  cerinthöides  ib.  54.  .  .    H.  prunellaefolium 
ib.  24.  •  •         montanum  ib.  11 3.  .  .    H.-  mo//e  ib. 
53.  .  .    Sonchus  chondrilloides  Desf.  fic.  t.  7.  CA. 
.  #    Crepis  coronopifolia  fic.  t.  7.  A.  .  .  Apargia 
Taraxaci  muf.  106.  .  .    Hyoferis  fcabra  ib.  .  .  Ver» 
nonia  praeaha  ib.  02.  .  .    Serratula  Corona ta  ib.  57. 
.  .    S.  humilis  ib.  109.  .  .    Gnapfialium  fupinum  ib. 
85.  .  .    Conyza  v&rbafcifolia  fic.  3i.  .  .    C.  argy- 
pctaca  fb.  7.  .  .    Senecio  jqualidus  ib.  4^  •  •  •  & 
phinifolius  ib.  5i.  .  .    &  chrysaathemifolius  Poir.  fic. 
36.  .  .    Inula  bifrons  muf.  121.  r  .    /.  foetida  fic. 
i3.  .  .    Pyrethrum  Bocconi  muf.  98.  .  Achiltea 


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140  Fünftes  Buch.  FäDftcs  Kapitel/ 

i 

alpina  ib.  101.  ...  Centaurea,  uniflora  mnf.  2.  .  . 
C.  nielitenfis  fic.  35.  .  .  G  fempervirens  fic.  3g.  .  . 
Cynomorium  coccineum  ib.  43«  •  •  Ambro ßnia  Ba  ffii, 
Arifarum,  ib.  26.  .  .  Poterium  hybridum  ib.  3o.  .  . 
Ar  um  probofcideum  muf.  5o.  .  .  Andrachne  telephioi* 
des  ib.  119.  .  »  Pißacia  trifolia  muf.  $3.  ,  .  Gy- 
mnoftomum  Hedungia  muf.  108.  ad  Dillen.  •  •  Lyco* 
perdon  perl at um  ib.  006.  .  .  L.  uniforme  ib.  3o  1 . 
Genftrum  hygrometricum  ib.  3o5.  .  .  Boletus  Tube- 
röser 5op.  .  .  Daedalea  confragofa  ib.  .  .  Hydaum 
orbiculatum  ib.  Zoy.  .  •    H.  coralloides  ib.  3o4« 

Auch  Ray,  deffen  wir  fchon  oft  erwähnten, 
fammelte  auf  feinen  Keifen  durch  das  füdliche  Euro- 
pa eine  Menge  Pflanzen,  die  er  in  der:  Sylloge  extra 
Britanniam  nafeentium  ftirpiuro,  Lond.  1694.8.,  be- 
kannt machte.  Man  erftaunt  über  die  grofse  Anzahl 
Seltener  Gewächfe,  deren  Verzeichnifs  3i4  Seiten 
einnimmt,  unter  denen  ich  nur  folgende  nennen 
will:  Androface  Chamaejafme,  Ferula  Ferulago,  Eu- 
phorbia coralloides,  Reaumuria  vermiculata,  Cappa- 
ris  ovata,  Rhinanthus  Trixago ,  lberis  cepaeaefolia, 
Ahhaea  Ludwigii,  Cy tifus  divaricatus ,  Trifolium 
meffanenfe,  Hypericum  crifpum,  Conyza  verbafei- 
folia. 

Die  nördlichen'  Küften  des  adriatifchen  Meers 
durchfuchte  ein  gefebickter  Apotheker  in  Venedig, 
Auton  Donati,  deffen:  Trattato  de*  fimplici,  pietre 
e  pefei  marini,  che  nafcono  nel  lido  di  Venezia,  i63i. 
4  ,  manche  feltene  Pflanzen,  als  Drypis  fpinofa,  Sefs- 
leria  echinata  11.  f.  f.,  enthält. 

Da  wir  Cupan)*s  und  Zanoni's  Verdienfte  fchon 
aufgezählt  haben,  fo  erwähnen  wir  nur  noch  einiger 
weniger  bekannten  Italiener,  und  zwar  zuerft  der 
Brüder  Balth.  und  Mich.  CatnpL  Sie  waren  Apo- 
theker in  Lucca,  und  glaubten  fich  dadurch  befon- 
dere  Verdienfte  zu  erwerben ,  dafc  fie  die  Pflanzen 

•  ■  1  * 


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,         Unte*fuchung  vaterländifcher  Pflanzen,  141 

der  Alten  durch  eigene  Unterfuchungen  zu  erläutern 

fuchsen/  Zu  dem  Ende  durchforfchten  fie  die  apen- 
ninifchen  Gebirge,  und  gaben  die  RefuJtate  ihrer 
Unterfuchungen  in  dem:  Spicilegio  botanico  fopra  il 
cinnamomo  degli  antichi,  dove  (i  mette  in  chiaro  al- 
tri  femplici  di  ofcura  notizia,  Lucca  i  654*  4»  * 

Die  Flor  des  Aetna  ward  zuerft  von  Jofeph  Bon* 
figholiy  aus  Ancona,  unterfucht.  Das  Verzeichnis 
der  voii  ihm  gefunden^  Pflanzen  machte  Peter  Ca?- 
rera  in  feiner  Befchreibung  des  Aetna  bekannt:  Ii 
v  IMongibello  defcritto,  Catan.  1606.  4.  Diefe  ift  wie- 
der abgedruckt  in  Graev.  et  Dürrn,  thefaur.  ficil. 
tom.  10.  col.  7.  8.  Es  fehlt  hier  nicht  an  falfchen 
Namen,  wie  z.B.  Mechoacanha  angegeben  wird,  wo 
wahrfcheinlich  Convolvulus  Imperati  gemeint  ift. 

Die  Pflanzen  des  römifchen  Gebiets  fammlete 
Jakob  Roggeri,  deffen  Verzeichnifs  in  Ray's  fylJogfe 
fteht.    Man  findet  hier  Serapias  Lingua,  Orchis 
phrosantbos,  Thapfia  foetida.  - 

Die  ärmliche  Flor  von  Malta  machte  i  689  Franz 
Phil.  CavaUin  'h  Arzt  r.u  la  Valette  auf  Malta,  bekannt. 
Unter  dem  Namen  Pugillus  Melitenfis,  nahm  Franz 
Ernft  Brückmann  in  feinen  Epift.  itinerar.  Cent.  2. 
vp.674>  f.  das  Verzeichnifs  auf.  Hier  kommen  Arum 
tenuifolium,  Conyza  rupeftris,  Gentaurea  fpinofa, 
Eleufme  coracana  und  Conferva  Helminthochorton 
vor.  Der  letztern  bedient  fleh  Cavallini  fchon  gegen, 
die  Warmer.  ,  » 

Unbedeutend  ift  eine  Schrift  von  Ovid.  Moritat- 
banus,  Prof.  zu  Bologna,  (f  1672):  Hortns  bota- 
nographicus,  Bonon.  1660.  8.,  worin  zweytaufend 
Abbildungen,  mehrentheils  wild  wachfender  Pflan- 
zen, verfprochen  werden.  Im  Anhang  erfch eint 
eine  Abhandlung  Ober  Mißbildungen  und  Monftro- 
fitäten.  Derfeibe  gab  unter  dem  Namen  Joh.  Ant. 
Bumaldus  eine  Biblioth.  botanica,  BonÖn.  1657.24., 


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142 


Fünftes  Buch.    Fünftes  Kapitel. 


heraus,  dieSeguier  mit  der  feinigen  Hag.  Com.  i?4o. 
4.  wieder  abdrucken  liefs,  und  worin  man  o>n  er- 
ften  Verfuch  ejner  Synonymie  der  Gräfer  findet. 

Auch  Portugal!  ward  nach  Clufius  zuerft  wieder 
von  Oabr.  Grishy,  wahrfcheinlich  einem  Engländer, 
unterfucht.  Er  nannte  fich  Chymiater  und  ßotani- 
cus,  und  verßehert,  faft  dreyfsig  Jahre  auf  die 
Durcbfuchung  des  Landes,  vom  Cap  S.  Vincent  an 
bis  an  den  Minho,  zugebracht  zu  haben,  ,Sejn  Buch 
erfebien  unter  dem  Titel:  Viridarium  luGtanicum, 
Ulyfßp.  1661. 8.,  ift  auch  inRay'sSylJoge  abgedruckt. 
Seguier  legte  es  Veron.  1749.  8.  von  neuem  auf, 
und  Vandelli  gab  es,  mit  Linne'fchen  Namen  erläu- 
tert, Oiifdp.  »789.8.,  heraus.  Durch  die  Göre  mei- 
nes Collegen  Link,  der  Portugall  in  neuern  Zeiten 
durchforfcht  hat,  bin  ich  in  Stand  gefetzt,  folgen- 
de Pflanzen,  als  die  merkwürdigften ,  oder  von  Gris- 
ley  zuerft  entdeckten  ,  anzugeben  : 

Salvia  polymorphem  Link.  n.  75 1  —  755.  .  . 
Gratiola  linifolia  698.  .  .  Crocus  muhißdus  Sm. 
i53a.  .  .  Ms  lufuanica  i56o.  .  .  Milium  multi- 
ßorum  Gav.  692.  .  .  Avena  pallens  Link.  601.  .  . 
Horäeum  Hyftrix  Roth.  609.  .  .  Exacum  filiforme 
3 10.  .  .  Galium  jricorne  Sm.  11  5.  .  .  farietaria 
platyphyllos  Link.  Uli.  .  .  Lycopfis  nigricans  $y. 
.  .  Anagallis  parvißora  Link.  92.  .  .  A*  linifolia 
88.  .  .  A.tenella  1062.  .  .  Verbafcum  blattarioi- 
des  Lam.  202.  .  .  Echium  plantagineum  449.  .  .  Lo- 
belia  urens  88$.  .  .  Eryngium  Utcifolium  Lam.  476. 
E.  udoratum  Lam.  479*  •  •  &  *enue  Lam.  480. 
E.  pentanthum  Link.  481.  .  •  Chironia  fpicata 
5l  l.  .  .  Angelica  montana  Link.  101.  .  .  Cynan- 
chum  acutum  iZy.  .  .  Bunium  maius  Vill.  234.  .  . 
Caucalis  elongata  Link.  3o3.  .  .  Atliamanta  verti« 
ci//q/a  Link.  437.  .  .  Oenanthe  apiifolia  Brot.  124. 
1072,  .  .    Statice  angujäfolia  876.  .  .  St.fafcicu- 


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1 

Uaterfachung  ?aterländifcher  Pflanzen.  I43; 


lata  Venten.  i36i.  .  .     St.  vephalotes  1I60.  .  , 
St.  humilis  i36a/  .  .     Linum  tenue  Desf,  891.  .  . 
Scilla  monophyllos  Link.  i552.  .  .    Sc  untfoiia  and 
Ornithogalum  roccenfe  1596.  •  •     0.  chloranthum 
Link.  i595.  .  .     Tulipä  auftralis  Link.  ifi>8.  .  . 
Leucoium  trichophyllum  Schoost).  1672.  .> .  Conval- 
laria  ambis.ua  Link.  1 175.  .  .    Colchicum  teffellatum 
Link.  i5a5.  .  .    Rumex  thyrfoideus  Desfont.  18.  .  . 
-Alifma  triner  vium  Link-  1166.  .  .    Dianthut  avs- 
nuatus  Sm.  290.  .  .    Silene  arenaria  Desf.  921.  .  . 
5.  fabuletorum  922.  .  .    S.  pfammitis  Link.  923.  .  . 
Lythrum  meonanthum  Link.  936.  .  .    Ceum  ätlanti- 
cum  Desf.  286.  .  .    Ciftus  vtrticUlißorus  Link.  ^74. 
.  .    Delphinium  pentagynum  Lam.  26.  .  .  Ranun- 
culus  elodes  1204.  .  .    R.  flabellatus  Desf.  1209.  •  • 
Mentha  Tomentella  Link»  1199*  •  •     Stachys  hirta 
1070.  .  .    Prunella  haftata  Link.  225.  •  .  Linaria 
dealbata  Link.  457.  .  .    L.  multlpunctata  Link.  880. 
.  .    L  amethyßinaham.  881.  .  .    I.  incarnata  Lam 
882.  »  •    I»  bipunctata  883.  .  .    L.  lußtanica  885 
.  .    Antirrhinum  meonanthum  Link.  108.  .  Ä/ii 
nanthus  verfitolor  Lam.  57.  .  .     Euphrafia  fcabra 
Link.  496.  .  .    E.ßlifolia  Link.  495.  .  .  Coc/iitfa 
na  acaulis  377.  •  .    Cheiranthus  longißliquus  Link 
860.  .  .    Cfo.  litoreus  862.  .  .    Malva  tuberoula4a 
Link.  55.  .  »    Lathyrus  helodes  Link.  740.  837.  . 
Genifta  triacanthos  Brot.  543.  .  .    C^i/w*  divarica 
tut  und  anagyricus  Herit.  434.  .  .    Aftragalus  cym 
baecarpos  Brot*  171.  •  .     Anthyllis  hamofa  Desf 
106.  .  .     Stauracanthas  aphyllus  Lk.?  1290.  . 
Ulex  minor  i'jlÜG.  .  .    Ornithopus  fativus  Lk.  1 089 
.  .    0.  repandus  Poir.  1281.  .  .    Trifolium  tome< 
tofum  i4$9.  *  •     Hypericum  linariaefolium  Vahl 
760.  .  »    //.  tomen tofum  768.  .  .    Leontodon  tube- 
rofus  73o.  .  .    Cichorium  divaricatum  Schousb.  3$*) 
.  .    Helminthia  jpinofa  Candoll.  a3o.  .;.  «Scorzo 


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I 

* 

144  4  Fünftes  Buch,    Fünftes  Kapitel«  r 

aera  multifida  IM.  iag5.  .  .    Sc»  pinifolia  Conan. 

.  .  Anacyclüs  äüteus  32  2.  .  .  Anthemis 
fufcaia  Brot.  323.  .  .  A.  repanda  ?  355.  .v  .  Cyna- 
ra fylvefiri*  Lam.  424.  .  .  Centaurea  uliginoJaHrot. 
771.  .  -C.  polyacaniha  Jj4*  ■  •  limbaca  Lk. 
775.  .  .  C.  pullata  776.  •  .  Orchis  anihropomor* 
pha  1592.  .  .  l/rn'ca  caudata  Vabl.  1492.  .  •  £**r-  . 
cus  PMIodrys  Lk.  787.  .  .  Qu.  Ballota  Desf.  788. 
.  #  Myrica  Faya  3o5.  .  .   Mercürialis  eüipüca  10 25. 


Iii  Deutfchland  wurde  Schieden  und  das  Riefen- 
gebirge  unterfucht.  Kafp.  Schwenckfeld*  Stadtarzt 
in  Hirfcbberg,  1609,)  machte  fich  dadurch  be* 
kannt,  dafs  er:  Stirpium  et  foffilium  Sileßae  cataio- 
gum,  Lipf.  1600.  4»j  herausgab.  Er  bediente  fich 
der  Nomenclatur  von  Ttfbernä'montanus, .  Thal  und 
Tragus;  doch  find  folgefade  Pflanzen  merkwürdig: 
Vleurofpermum  auftriacum,  Daucus,  p.  60. ,  Myrrhis 
aromatica  p.  i42»>  Rumex  alpinus  p.  8.,  Sedum  fa~ 
seaeile  p.  196.,  Lycopodium  alpinum  p.  141.  Im 
zweiten  Theil  kommen  Gartenpflanzen,  unter  an- 
dern auch  Kartoffeln,  vor.  Von  demfeiben  Schwenck* 
feld  hat  man  ein  „Kurzes  Verzeichnis  der  Krauter» 
welche  um  den  warmen  Brunnen  auf  den  Gebörgea 
gefunden  werden,  Hirfchberg  1619.  8.  w  Auch  hier 
fehlt  es  nicht  an  feitenen  Pflanzen,  als  Rubus  Cha~ 
maemoruSy  Tujfilago  fpuria  und  nivea%  Uvularia 
amplexifolia ,  Sonchus  alpinus,  Sedum  Rhodiola  u.  f.  f. 

Job.  Frank,  aus  Camenz,  der  zu  C.  ßauhin's 
Freunden  gehörte,  gab  einen:  „Hortus  lufaticus, 
das  ift,  lateinifebe , .  deutfehe  und  etliche  wendifche 
Namen  derer  Gewächfe  in  Ober*  und  Nieder- Laus* 
nitz1},  1619.  4*  heraus. 

Der  bekannte  Dichter,  Philipp  Zefen,  aus  Prio- 
rs bey  Raguhn  im  De£fau*fchen  gebürtig,  fammlete 

1 


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t 

►  t 

,  Unterfuchung  raterländifcber  Pflanzen.  145 

die  Pflanzen  feines  Vaterlandes,  beftimmte  fie  nach 
Thal  und  Tabernämontanus,  und  machte  ein  Ver» 
zeichnifs  derfeJben  bekannt,  weiches  Beckmann  in 
der  Hiftorie  von  Anhalt,  Th.  1.  S.  5fc>.  f.  abdrucken 
liefs.    Intereffant  ift  hier  Genifia  fagutalis  in  der 

-  Scbolitzer  Heide. 

Die  hallifche  Flor  ward,  aufser  Chrift.  Knamh% 
deffen  wir  fchon  erwähnteot  von  Karl  Schuffrr,  hal»  ' 
lifchem  Stadtarzt  und  Rolfiqüks  Schüler,  (geb.  16 1  3, 
+  1675»)  bearbeitet.  Seine  „Deliciae  botanicae  hal- 
lenfes,  1662.  12.,,  find  aber  ohne  Werth,  da  die 
Pflanzen,  ohne  Standörter,  mit  Tabernämontanus 
Namen  aufgeführt  werden. 

Der  märk'fchen  Flor  vonElsholtz  haben  wir  ge« 
dacht.  Gröfsern  Ruhm  würde  Chrift.  Mentzel  aus 
Fürften walde,  brandenburgifcher  Leibarzt,  (geb.  1622, 
f  1701,)  erworben  haben,  wenn  er  feinen  Vorfatz, 
die  Pflanzen  nach  klimatifchen  Verhältniffen  zu  ord* 
nen  und  zu  beschreiben,  '(LeJJers  Auf fatz  in  phyfikaL 
Beluftig,  i,32i.),  ausgeführt  und  vor  allen  Dingen 
die  Flor  feines  Vaterlandes  gründlich  uhterfucht  hat- 
te.  Denn,  abgerechnet,  dafs  er  einer  der  gelehrte- 
ren Naturforfcher  feiner  Zeit  war,  hatte  er  auch 
Reifen  durch  ganz  Europa  unternommen :  wenigftens 

"hatte  er  Dänemark,  Polen,  Lithauen,  Frankreich, 
Italien  und  Spanien  gefehn.  Auch  fehlte  es  ihm, 
nachdem  er  fein  Amt  als  Leibarzt  aufgegeben ,  nicht 
an  Mufse.  Allein,  diefe  verwandte  er  ganz  auf  das  Stu- 
dium der  chinefifchen  Sprache  und  auf  Ausarbeitung 
feines  „Lexicon  plantarum  polyglotten,  ßerol.  1715. 
foI.„,  welches  immer  noch  brauchbar  ift,  da  es  die 
Namen  der  Pflanzen  in  den  meiften  Sprachen  enthält« 
Angehängt  ift  ein  „Pugillus  rariorum  plantarum,,, 
die  auf  i3  Kupfertafeln,  nicht  fehr  fauber,  aber 
richtig,  abgebildet  find«    Wir  bemerken  darunter : 

Gtflcii.  d.  Botanik.    2L  B,  10 


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146  Fünftes  Buch.    Fünftes  Kapitel. 


Centunculus  minimus  t.  7.  ^  .  ( AlGne  palustris 
minima,  fructu  coriandri  exiguo),  Silene  chlorantha 
t.  2.  f.  1.  .  .  Baeomyces  rofeus, .  Sphaeria  polymor- 
pha  und  Hypoxylon  t.  6.  .  .  Unter  den  ausländifchen  ; 
Maffonia  latifolia  t.  i5.  f.  4»  •  •  Veliheimia  viridi- 
folia  ib.  f.  5.  .  .  Ornithogalum  altijfimum  ib.  f.  2. 
.  .  Helianthernum  apenninum  t.  8.  f.  3.  .  .  Andere 
waren  ichon  bekannt:  Cucubalus  Otkes  t.  1.  .  . 
Gypfophila  faftigiata,  Cerafcium  aquaticum  t.  2.  .  . 
Adonis  vernalis,  Monotropa  Hypopuys ,  Neottia  re* 
pens  X.  5.  .  .  Ophiogloffum  vulgatum  t.  4-  •  JW** 
Zax/j  Löfelii,  monophyllos,  Ophrys  monorchis*  t.  5. 
.  .  lAmofella  aquctica)  Hypericum  elodes ,  Gypfophi- 
la muralis  t.  7.  .  .  Ijbpyrum  üialictroides ,  Anemone 
mpennina,  Braffica  arvenßs,  Ranunculus  amplexicau» 
list.8.  .  .  Tozzia  alpina,  Epipactis  cor  data,  Cym- 
bidium  Coralhrrhiza  t.  9.  .  .  Mitella  diphylla  t.  10. 
.  .  Podophyllum  peUatum  t.  1 1 .  .  .  Lygodium  fian* 
dens  t.  12.  .  .    Scilla  maritima  t.  10.  , 

Auch  um  die  preufsifche  Flor  machte  Geh  Men- 
tzel  verdient.  Seine  Vorgänger  waren  Job.  Wigand, 
deffen  wir  febon  (Th.  1.  S.  286.)  erwähnt  haben ,  und 
Nie.  Oelhafen,  Stadtarzt  in  Danzig.  Diefer  gab  ei- 
nen :  „Elenchus  plantar  um,  circa  nobile  Borufforum 
Dantifcum  fua  fponte  nafeentium,  Dantifc.  1  64^:4. „. 
Es  kommen  hier  nur  34S  Pflanzen  -  Namen ,  oft  fehr 
unrichtige,  vor.  Denn  weder  Stoebe  falmantica, 
noch  Alcea  veneta ,  noch  Eryngium  ametbyftinum 
können  dort  wach  Ten.  Auch  verwechfelt  er  -Malta 
Alcea  mit  der  füdlichen  Althaea  carinabina,  Acarna 
Bauhini  mit  Carlina  vulgaris:  aber  er  fand  doch  Hy- 
pericum pulcrum,  Pyrus  torminalis  und  einige  an* 
dere  Pflanzen.  Zu  diefem  Ruche  fchrieb  ISJentzel  ei* 
nen  Anhang:  „Centuria  plantarum  circa  nobile  Ge- 
danum  nafeentium,  i65o.  4m>>  welchen  Reyger  in 
der  flora  gedan.  p.  265.  f.  wieder  abdrucken  liefs. 


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Uoterfuchung  vaterländifcher  Pflanzen.  ^47 

Aber  auch  Mentzel  brachte  mehrere  auslaAfifcheGe^ 
wächfe  unter  die  einheimifchen.  Oelhafen's  Nach- 
folger, Lorenz  Eichftad,  gab  eine  neue  Auflage  jenes 
Verzeich  niffes  i656  heraus,  worin  die  Zahl  der  Pflan- 
zen, doch  ohne  die  Mentzel'fcheh ,  auf  3#4  flieg. 

Zu  gleicher  Zeit  lebte  Michael  Titius>  (geb. 
1G14,  t  i€58).  Diefer,  obwohl  Theologe' und  De* 
pofitor  bey  der  Univerßtät  Königsberg,  fammleta 
auf  kurfürftlichen  Befehl  die  Pflanzen  Preufsens  und 
trug  auch  die  Botanik  öffentlich  vor.  Seiner  Haifa 
bediente  fleh  vorzüglich  Jöh.  Löfel,  aus  Brandenburg, 
Prof.  in  Königsberg,  (geb.  1607,  f  if>56,)  der  zwar 
unter  Richier.de  Belleval  in  Montpellier  die  Wlffen- 
fchaft  lieb  gewonnen,  aber  durch  beftändige  Unpäfs«> 
lichkeit  abgebalten  wurde,  fie  zu  bearbeiten.  Def- 
fen  Sohn  gab  kurz  vor  des  Vaters  Tode:  Catalogüs 
plantar  um  in  Boruffia  nafeentium,  Regiom.  i654*  4»t 
heraus.  Aber  von  den  guten  Abbildungen ,  die  der 
Vater  beforgt  hatte,  machte  er  keinen  Gebrauch ,* 
bis  endlich  nach  vierzig  Jahren  Handfchriften  und 
Zeichnungen  in  die  Hände  eines  Profeffors  Joh.  Gott* 
fched  zu  Königsberg  fielen ,  der  das  Ganze  unter  dem 
Titel:  Ffora  prujjica,  Regiom.  1703.4.»  herausgab. 
Die  Zeichnungen  find  gut,  ftellen  aber  Pflanzen  dar, 
die  damals  gröfstentheils  bekannt  waren«  Es  find 
folgende: 

Callitriche  autumnalis  p.  i4o*  n.  38.  .  *  Alfa 
criftata  p.  110.  n.  22.  .  .  Feftuca  ovina  p.  110.  n. 
i24*  •  *  Phalaris  arundinacea  p.  119.  n.  34*  •  *  Hol* 
aus  borealis  Schrad.  p.  1 1 1'.  n.  26.  .  .  Potamogeton 
pufillus  p.  207.  n.  67.  .  .  Iuncus  fquarrofus  p.  1 15. 
n.  29.  .  .  Spergula  nodofa  p.  204.  n.  64.  .  .  Poten* 
tilla  norvegica  p.  218.  c.  70.  .  .  Ranunculus  ca/fu- 
bicus  p.  223.  n.  72.  .  .  Sifymbrium  Löfelii  p/69.  n. 
14«  .  .  Malaxis  Löfelii  p.  80.  n.  58.  .  .  Carex 
panicca  p.  114.  n.  27.  .  .     C.  arenaria  p.  116.  a. 


148  Fünftes  Bach.   Fünftes  Kapitel» 

3i.  .  .  C.  curia  p>  117.  o.  32.  .  .  Hypnum  crifte 
caftrenßs  p.  167.  n.  42-  •  •  recognitum  ib.  n.  43. 
•  .  Fontinalis  antipyretica  p.  173*  n.  53.  .  .  /w/i- 
germannia  a/plenioiäeS  p.  167.  n.  45.  •  •  Fucuilum- 
bricalis  p.  77.  n.  i5.  .  .  Con/etva  reticulata  p.  173* 
n.  54.  .  .  C.furcata  ib.  n*  53.  .  .  Cyathus  ßriatus 
und  Ötfa  p.  98.  n.  16.  .  .    Ciavaria  ulvearis  n.  1}. 

p.99. 

Die  Pflanzen  in  der  Gegend  von  Braunfeh  weig 
verzeichnete  Job.  Chemnitz ,  Arzt  in  Braunfeh  weig* 
(geb.  1610,  f  i65i).  Die  Schrift  hat  den  Titel: 
Index  plantar  um  circa  Brunfvigam  nafeentium, 
Brunfv.  i652.  4»  Auf  neben  Tafeln  6nd  acht  Pflan- 
zen abgebildet. 

Die  Heidelberger  Flor  ftüdirte  Georg  Pranck 
von  Frankenau,  Prof.  in  Heidelberg,  dann  in  Wit- 
tenberg, endlich  dinifcher  Leibarzt,  (geb.  i6>44> 
f  1704)*  Er  gab  zum  Anfang  feiner  Herbationen 
vom  Jahr  1677  —  1687  Programme  heraus,  die  zu- 
fammen  1705  gedruckt  find.  Auch  fchrieb  er  eine 
Flora  Francjca,  Argent.  i685.  12.  17öS.  12.,  ein 
Lexieon  der  officinellen  und  gebräuchlichen  Pflanzen, 
wovon  Job*  Gottfr.  Thilo  eine  vermehrte  Ausgabe, 
Leipz.  1728,  8.,  heforgt  hat. 

Die  Pflanzen  um  Ingolftadt  verzeichnete  Alb. 
Mentzel:  Synonyma  plantarum  circa  Ingolftadium 
fponte  nafeentium,  Ingolfu  1618»  8.  i654*  8> 

Die  AltorferFlor  ward,  wie  fchQn  ervyähnt  ift, 
von  Ludw.  Jungermann  unterfucht  Seinen  i  Cata- 
logus  plantarum ,  quae  circa  Altorfuim  Noricum ,  gab 
Cafp.  Hofnfaon,  Altorf.  i6i5.4*  und  i64&>4->  n*r* 
aus.  Es  ift  ein  mageres  Verzeicbnifs,  voll  IrrtbÜ- 
mer.  Diefe  verbefferte  Jungermanns  Nachfolger, 
Moritz  Hof  mann,  in  den:  Deliciäe  fylveftres  florae 
altorfinae,  1662.  4*>  wo  man  einige  feltene  Pflan- 
zen* alsOphrys  anthropophqra»  Cirfium  eriüphorum, 

>  . 

» 


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I 


Unterfuchung  vaterländifcher  Pflanzen.  149 

» 

Lathyrus  fylyaticus,  Botrychium  rutaceutn  undLfgu- 
fticum  peloponnefenfe  antrifft.  Eine  kleine  Schrift: 
Montis  Mauriciani  eiusque  viciniae  deferiptio  medi- 
co-botanica,  Altorf.  1694»  4  >  verdient  nicht  Über» 
fehn  zu  werden.  Orobanche  caryophyllea  und  Neot* 
tia  repens  wurden  von  ,ihm  auf  dem  Moritzberg  i* 
der  Graffchaft  Limburg  gefunden. 

Die  Eifafler  Flor  bearbeitete  Marc.  Mappi,  der  • 
fchon  erwähnt  worden.     Seine  „  Hiftoria  plantarum 
aJfaücarum  „  gab  nach  feinem  Tode  Joh.  Chrift.  Ehr* 
,  mann,  Argent.  1742*  4*>  n«rau5.    Sie  enthält  aber 
nichts  neues. 


Was  die  brittifche  Flor  betrifft,  fo  haben  wjr 
die  Verdienfte  Ray's  und  feiner  Freunde,  Doocfy, 
Lhwyd,  Buddle,  Lawfon ,  Petiver  Und Pluknet  fchon 
gerahmt.  Früher  als  fie  lebte  Thom.  Johnjon,  der 
Herausgeber  von  Gerard  «  herball.  (Th.  1.  S.  355.) 
Diefer,  aus  Selby  in  Yorkfhire  gebürtig,  erlernte 
die  Apothekerkunft,  und  galt,  als  Apotheker  in 
Snowhale,  fchon  für  den  beften  Botaniker  feiner  Zeit 
in  England.  Während  der  Bürgerkriege  ging  er,  als 
Frey  williger,  zu  der  Partey  der  Königlichen ,  wo  er 
bis  zum  Obrift- Lieutenant  ftieg,  und,  wegen  feiner 
Verdienfte  um  die  Wiffenfchaft,  wie  wegen  feiner 
Treue  gegen  den  König,  von  der  Univerutät  zu  Ox- 
ford die  Doctorwürde  erhielt.  Er  gab:  Deferiptio 
itineris  in  agrum  Cantiaoum,  i632.  8.,  heraus.  Hier 
find  Peplis  Portula  und  Fucus  digitatus  abgebildet« 
Späterhin  unternahm  er  Reifen  durch  England  und 
nach  der  lnfel  Wight,  deren  Refultate  er  in  feinem; 
Mercurius  britannicus,  Lood.  i634.  1641.  8.,  be« 
fchrieb.  £r  ftarb  1647  an  den  Folgen  einer  Ver- 
wundung bey  der  Belagerung  von  Baßng. 


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J$q  Fünfte«  Buch.   Fünftes  Kapital, 

Wüh.  How,  geb.  zu  Loodon  iGtg,  f  i656t 
Arzt  und  Rittmeifter  bey  der  königlichen  Reiterey, 
fafste  zuerft  den  Gedanken,  eine  allgemeine  britü- 
fche  Flor  zu  bearbeiten ,  zu  welchem  Behuf  er  in  der 
Phytologia  britannica,  Lond.  i65o.  ia.,  ein  alpha- 
betifches  Verzeichnifs  aller  in  England  wachfeoder 
Pflanzen,  (1220  Arten,)  nicht  aus  eigener  Anficht, 
fondetn  riich  feinen  Vorgängern,  bekannt  machte. 
Dies  ift  derfelbe  How,  der  Lobel's  illuftrationes  her* 
ausgab,   um  Parkinfon's  Arbeiten  in  ungünf tigern 
Liebte  zu  zeigen.  (Tb.  1.  S.  5 17.) 

Chriftoph  Merrett,  in  Gloucefterfhire  1614  ge- 
boren, ward  Arzt  in  London  und  flarb  1695.  Er 
gab  von  How's  Phytologia  eine  neue  Auflage,  unter 
dem  Titel:  Pinax  rerum  naturalium  britanniearum, 
1667.  8.  Allein  weder  Kritik  noch  Sachkenntnis 
erheben  dies  Werk  über  die  gewöhnlichen.  Er 
zählt  aber  i4oo  Arten,  und  unter  diefen  viele  auf, 
die  er  für  neu  hält.  Aber  Ray  brachte  djefe  auf 
io5o  zurück. 

Die  Naturgefchichte  der  einzelnen  Graffohafteo 
Englands  fing  man  nun  auch  an  zu  bearbeiten.  Zu* 
erft  fafste  diefen  Gedanken  Rob.  Plot,  geb.  in  Kent, 
f  1696,  Auffeher  des  Afhmole'fchen  Mufeums  und 
Mitglied  der  kön.  Gefellfcbaft  der  Wiffenfcbaften. 
•Seine  „Natural  hiftory  of  Oxfordfhire^,  1677.  fol.„, 
tÄid  „Natural  hiftory  of  Staffordfhire,  167g.  fol.„, 
enthalten,  jede  im  fechsten  Kapitel,  Verzeichnis* 
der  in  jenen  Graffchaften  wachfenden  Pflanzen. 

Die  Pflanzen  Schottlands  unterfuchte  zuerft  Rob. 
Sibbald,  Prof.  in  Edinburgh ,  von  Karl  II.  zu  feinem 
Geographen  und  Arzt  ernannt.  Ergab  „Scotiaillu* 
ftrata,  Ediob.  1684»  fol.„,  heraus,  worin  mehrere 
Pflanzen  zuerft  in  rohen  Abbildungen  erfebeinen, 
als  Pulmonariu  maritime? t.  12.  f.  11.,  welche  er  in 
feiner  *  Hiftory  of  tbe  Ihenffdoms  Fife  and  Kinrob, 


■ 


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Unterfucbung  vaterläqdifchei:  Pflanzen.  151 

Edinb.  1710.  foL„,  Balfooriana  nennt:  ferner  Dgu» 
fiieum  fcoticum  t.  12.  f .  3. ,  Sibbaldia  procumbens  U 
6.  f.  1 . ,  Ro/a  fpinofiffima  t.  6,  f.  2, 

<■ 

Die  dürftige  Flor  der  Niederlande  bearbeitete 
aufser  Paul  Hermann,  deffen'fiora  Jeidenßs  oben  an- 
geführt worden,  Cafp.  Pilletier ,  aus  Montpellier, 
ein  Schüler  Richier's  de  Belleval.  Zunächft  gab  er 
eine  *Flor  der  Infel  Wal  che  reo  heraus:  „Plantar  um 
in  Wallacbria  nafeentium  fynonymia,  Middelb.  i6aoJ 
8*„>  worin  aber  mehr  Garten  •  Pflanzen ,  als  wild 
wachfende,  aufgezählt  werden. 

Auch  Franz  Scerbeeck,  Geiftliober  in  Antwer- 
pen, iftMiicht  zu  überfein.  Mehr  in  diätetifcher 
Rück  ficht,  um  die  efsbaren  von  den  giftigen  Schwäm- 
men zu  unterfcheiden,  ftndirte  er  diefe  Familie,  und 
gab  ein  „Theatrum  fungorum,  oft  hat  tonneel  der 
Campernoeljen,  Antv.  1675.  4-»>  welches,  als  blo- 
fse  Compilation,  wenig  Werth  hat,  und,  aufser  der 
Peziza  aurantia  p.  112.  t.  ä6.,  nicht  viel  eigene  Axm' 
ten  enthält. 


In  Dänemark,  Norwegen  und  Schweden  fara« 
Wiehe  Georg  Fuiren $  Arzt  zu  Kopenhagen,  (geb. 
i58i,  f  162S,)  zuerft  wildwachfende  Pflanzen« 
Das  Verzeichnifs  der  auf  feinen  Reifen  gemachten 
Entdeckungen  machte  Bartholinus  in  der  Cifta  medi- 
ca  P..278.  f.  bekannt.  Doch  erfebeinen  hier  auch 
ausländische:  bey  Drontheim  wird  Tagetes  patula, 
.  uoter  den  feandinavifchen  Sefeli  aethiopicum  ange- 
geben« • 

Ihm  folgte  Sim.  PauUi  aus  Roftock,  wo  er  zu- 
erft Prof effor  war,  (geb.  i6o3,  f  16S0).  Als  Pro- 
feffor  in  Kopenhagen  fchrieb  er  auf  königlichen  Be« 


151         ,   Fünfte«  Bndb.   Fftaftes  KaptteL 

*  4 

fohl:  „ Flora Danica,det  er:  DanfkUrtebog.  Kopenh. 
1 648.  4*D  •  Bie  Pflanzen  ftehn  in  aJphabeiifcner  Ord- 
nung und  nach  den  Jahrszeiten  :  die  .Figuren  find 
gut:  z.  R.  Cochlearia  danica  p.  2pj.y  C.  anglica  p, 
208. ,  Drofera  longifolia  p,  336.  Eben  diefelbeOrd» 
nung  beobachtete  er  im:  „Quadripartitum  botani* 
eum  de  fimplicium  facultatibus ,  Roftoch.  1639.  4««»» 
welches  Jo.  Jak.  Fick,  tnii'Tournefort's  ßeftimmun* 
gen,  Frkf.  1708.  4.,  wieder  herausgegeben. 

Auch  Pet.  Kylling  (f  1696)  machte  fich'  um 
die  dänifebe  Flor  verdient.  Zuerft  erfchienen  die 
tan  ihm  entdeckten  Pflanzen  in  Bartholio'a  actis 
hafnienf.  a.  1673.  p.  345i,  wo  unter  andern  Poten- 
tine norvegica  und  Nartbectum  offifragum  erwähnt 
werden.  Dann  gab  er:  „Vifidarium  danicuro,  Hafn, 
1688.  4m>>  wo  die  dänifoben  Pflanzen»  auch  feit- 
nere,  als  Erica  coerulea,  Fumaria  fabacea ,  Cirfiunt 
helenioides,  mit  genauer  Angabe  der  Standörter, 
aufgeführt  werden, 

Lappland  ward  von  Ol.  Rudbek*  dem  Jftngerti, 
(geb.  1660,  f  1740,)  aufkön.  Befehl  im  Jahr  1695 
befucht.  Dafs  er  fünfzig  neue  Arten  entdeckt  habe, 
erzählt  Pet.  Martin,  (act.  liter.  fuec.  a.  1722.  p.  343.). 
Er  hatte  Beben  Theile  der  „Lapponia  illuftrata  „, 
lateinifch  und  fehwedifeb  bearbeitet.  Davon  erfchien 
jedoch  nur  der  erfre  Theil  1701.  4*  Die  Obrigen 
Theile  w.urtfen  im  folgenden  Jahr  ein  Raub  derFlam* 
men.  Doch  hat  man  ein  Verzeichnifs  der  von  ihm 
gefundenen  Pflanzen  in  den  Actis  literar.  fuec.  a.  1 720. 
p.  91.,  wo  Linnaea  borealis  und  Lobelia  Dortmanna 
mit  guten  Abbildungen  vorkommen.  Auch  Andro* 
meda  hypnoides,  Tuffilago  frigida,  Limodorum  bo- 
reaje,  (welches  fchon  i685  feinem  Vater  bekannt 
war,)  werden  erwähnt,  ( 

Die  Pflanzen  um  Gothenburg  fammelte  Claus 
Brameliut,  Arzt  dafeibft,  (geb.  163g,  f  *7*S)- 


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Unterfochung  ttterllndifcher  Pflanzen«  153 

Er  gab  Tie  mit  Synonymen  tu  der;  „ Chloris  gothica, 
1694.  8,„,  heraus,  * 

Elias  TU -Lands,  d  äffen  wir  oben  erwähnten, 
ftCatalogus  plantarum  circa  Abo  am,  i683.  8.„,  ent* 
halt  die  Pflanzen  in  Finnland,  ziemlich  gut  abgebjyU 
det:  unter  andern  Pyrola  fecunda  56,,  Rubus  Cba- 
oiaemorus  1 95,  u.  f.  f. 


Alle  europäifche  Pflanzen  wollte  Thom.  Pan* 
coviusy  brandenburgifcher  Leibarzt,  (geb.  1622, 
f  i665,)  bearbeiten.  Er  fand  nämlich  bey  einem 
gewiffen  Seydel  die  von  Leonh.  ThurneyJJer  zum 
Thum  hinterlaffenen  1921  Zeichnungen  von  Pflan- 
zen. Denn  Thurneyffer,  (geb.  zu  Bafel  i53ot 
t  ^95,)  ein  eben  fo  excentrifcher  Kopf  als  Para- 
celfus,  aber  ungleich  gelehrter,  hatte,  da  er,  als 
brandenburgifcher  Leibarzt,  ( 1670  — —  i584,)  die 
höchfte  Stufe  feines  Glücks  erreicht,  den  Entfeh lufs 
gefafst,  ein  allgemeines  Pflanzen -Werk  herauszuge- 
ben ,  worin  befonders  die  Synonyme  genau  verzeich* 
net  werden  follten.  Unter  dem  Titel;  Hiftoria  £. 
defcrjptio  plantarum  omniunv,  Berol.  1678,  fo),, 
war  der  erfte  Theil  erfchienen ,  der  blofs  die  Dol- 
gen -  Gewächfe  enthält.  Alle  übrige  Zeichnungen 
kamen  nach  faft  hundert  Jahren  in  Pancovius  Hände, 
der  lie,  in  einigermafsen  natflrlicher  Ordnung,  mit 
Erläuterungen,  unter  dein  Titel:  Herbarium,  Ulm. 
i654.  4>)  herausgab.  Späterhin  veranftaltete  Barth. 
Zorn  zu  Cölln  an  der  Spree  1673.  4-  eine  neue  Auf- 
jage. Die  meiften  diefer  Abbildungen  find  entlehnt; 
doch  viele  intereffante  und  fogar  neue:  Afperugo 
procumbens  tyi*  Kali,  eine  andere  Art,  Qalyftegi* 
tomentofa  Purfh.  485.  Campanula  virginiana ,  Sa(fo- 
la  rvfacea  41.,  Meum  heterophyllum  Mönch,  1021, 


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Fünftes  Buch.    Fünftes  Kapitel« 

■ 


Sium  magellanicuin,  Pamaßa  peiufcru4\^i\.y  Stein** 
blume,  Cardamine  latifolia  Vahl.  jl65.,  Leucoium  m- 
taceum .  Erigeron  canadenfis  533.,  Conyza  thyrfoi- 
de*,  Pyrtthrum  ferotinum  5oq.  Conyza  maxima,  Fu** 
cus  barbatuS  45.,  teouifolius.  Mehrere  find  idea- 
lifch,  und  es  wird  Cardanus  als  Gewährsmann  an* 
geführt,  als  bey  Metel  Magneen  555. ,  Bonjamen 
922.  u.  f.  f. 


Sechstes  Buch. 

Grundlegung  des  Gefchlechts- 

Syftems, 


Erft  es  Kapitel. 

Vorbereitungen. 

*  ■ 

Zu  Anfang  des  achtzehnten  Jahrhunderts  war 
die  Pflanzenkenntnifs  durch  Unterfuchuhg  vaterlän- 
difcher  Gewächfe,  durch  Reifen  in  fremde  Länder 
und  durch  den  Anbau  in  botanifchen  Gärten  fchon  fo 
erweitert,  dafs  Tournefort,  der  an  der  Spitze  der 
damaligen  Syftematiker  ftand,  fechsbundert  Gattun- 
gen und  drey»  bis  viertaufend  Arten  kannte«  Der 
Begriff  von  Gattung  war  fchon  dergeftalt  befümmt, 
dafs  man  eine  Menge  Arten  darunter  verftand,  wel- 
che in  wefentlichen  Theilen  übereinftimmen;  we- 
fentliche  Theile  aber  nannte  man ,  zum  Unterfchied 
der  übrigen,  die,  „ welche  mit  dem  Zwecke  der  Ve- 
getation genau  zufammenhangen,  Blüthen,  Ge- 
fcblechtstheile  und  Früchte  wurden  fchon  als  wefent» 
liehe  Organe  betrachtet,  obgleich  man  die  Bedeu- 
tung der  Gefchlechtst heile  noch  nicht  allgemein  er« 
kannte.  Man  fah  ein,  dafs  nicht  die  Uebereinffim* 
mung  eines,  fondern  mehrerer  TheiJe,  des  Kelches, 
der  Corollen,  der  Gefchlecjitstheile  und  der  Früch- 
te, zur  Aufhellung  der  Gattungen  erfordert  werden. 
Weil  man  aber  die  übrigen  Theile  doch  nicht  ver- 
rjachUffigen  wollte»  fo  fetzte  man  den  Begriff  der 


s 


%Si  Sechstes  Buch.   Erftes  Kapitel, 

Gattungen  höherer  und  UTeTtVrerOrdriung  feft.  Jene 
beruhn  auf  der  Harmonie  der  wefentiicheo ,  dief© 
auf  der  Uebereinfhmmung  der  übrigen  Theile;  da- 
her man  z.  B,.Teucrium  von  Poiium  und- Chamaedrys 
durch  den  Blütheriftand ,  Horntin  um  und  ScJarea  von 
Saivia  durch  das  äufsere  Anfehn  unterschied.  Indem 
man  dem  äufsern  Anfehn  und  den  Gnnlicben  Eindrü- 
cken einen  gewiffen  Werth  beylegte,  fo  näherte  man 
fich  der  natürlichen  Methode,  obgleich  die  herr- 
fchenden  Syfteme  von  Tournefort  und  Rivinus  kQ^ft- 
lich  waren. 

Unter  Art  verftand  man  jede  Verfchiedenheit 
der  Pflanzen,  in  weichem Theil  es  auch  fey,  und  oh- 
ne Rilckficht  auf  die  unabänderliche  oder  veränder- 
liche Hefchdffenheit  derlelbeo.  Daher  Spielarten 
von  ächten  Arten  noch  gar  nicht,  oder  nicht  hin- 
länglich unterfchieden  wurden. 

In  Rflckficht  der  Benennungen  hatten  zwar 
Jungs  Vorschriften  heilfame  Wirkungen  hervorge-* 
bracht.  Allein  weit  entfernt,  dafs  diefen  allgemein 
gehuldigt  worden  wäre,'  herrfchte  noch  grofse  Ver- 
fchiedenheit und  Abweichung.  Das  Anfehn  von  C. 
Bauhin,  R.  Morifon  und  Tournefort  machte,  dafs 
man  die  von  diefen  gebrauchten  Benennungen  vor* 
zog.  Aber  man  kannte  noch  keinen  Unterfchied 
zwifchen  Trivialnamen  und  wefentiichen  Charakte- 
ren ;  fo  wurden  dann  diele  ftatt  jener  gefetzt:  da- 
her durch  Umftänd liebkeit  und  Wortreichthum  das 
Gedächtnifs  erfchwert,  und  wegen  Mangels  an  Ueber- 
einftimmung  in  Benennungen  die  Fortfcbritte  der 
Wiffenfchaft  gehemmt  wurden. 

Der  gröfste  Gcift  feines  Jahrhunderts,  Gottfr* 
Wilh,  von  Leibnitz,  (geb.  16*469  f  l7l6,)  gab,  bey 
dem  fchwankenden  Zuftand  der  wiffenfchaftlicheu ' 
Botanik,  auch  feine  Stimme  zur  Verbefferung  deffei- 
ben ,  indem  er  auf  einen  Brief  von  Alex,  Cbrift. 


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* 

•  ■ 

Vorbereitungen.  I57 

kenholz >  nach m als  Lehrer  in  Helmfredt,  >t  de  etilen* 
danda  ac  rite  iuftituenda  meHioina,  Cell;  1701.  4.,,, 
eine  Antwort  ertheilte,  (Leibnit.  opp.  *d.  Dut*ns$ 
Vol.  2.  f.  2.  p.  169.  f.)>  die  feinen  richtigen  Blick, 
auch  in  diefer  Wiffenfchaft,  verrieth»  Gakenhols 
nämlich  hatte  die  Meinung  aufgeteilt,  dafs  die  Merk- 
male der  Pflanzen  vielmehr  von  den  Wurzeln  als  von 
den  Blüthen  herzunehmen  feyn.  Dagegen  erinnerte 
'  Leibnitz:  ,  man  müffe  nach  den  riegeln  der  combina« 
torifchen  Kunft  die  Merkmahle  aller  Theile  vereini- 
gen, dabey  aber  darauf  achten,  dafs  der  Z\veck  der 
Vegetation  Erhaltung  des  Einzelwefemj  und  der  Art 
fey,  dafs  alfo  diejenigen  theile  den  Vorzug  vor  an- 
dern verdienen,  welche  mit  diefem  Zwecke  genauer 
zufammenbangen*  Einzig  wahre  Grundfätze,  die 
Tournefort  ünd  alle  gründliche  Botaniker  anerkann- 
ten und  befolgten. 

Darauf  folgte  nun  ein  Sendfebreiben  an  Leibnitz 
von  Job.  fclenr.  Burkhard,  nachmals  Arzt  in  VVolff  n- 
büttel,  (geb.  1676,  f  1708,)  welrhes  1702  heraus- 
gekommen,  von  Lor.  Heifter  1750  in  der  Abficht 
neu  aufgelegt  wurde,  um  diefen  Burkhard  als  den 
eigentlichen  Erfinder  des  Gefchlechtsfyftems  auszu- 
geben, und  dadurch  Linoe's  Verdienft  zu  fchmälern. 
Wahr  ift,  dafs  Burkhard  die  Wichtigkeit  der  Ge* 
-  fchlechtstheile,  und  ihren  Vorzug  vor  andern  Tbei« 
len,  feJbft  vor  der  Corolle,  ins  Licht  zu  fetzen,  und 
zu  zeigen  fucht,  dafs  die  Klaffen  und  Familien  der 
Pflanzen  in  der  Form  und  den  Verhältniflen  der  Ge« 
fchlechtstheile,  befonders  der  Antberen,  überein« 
ftimmen ,  dals  alTo  die  Haupteintheilung  der  Gewach- 
fe  von  diefen  entlehnt  werden  müffe.  Richtig  be* 
merkt  er  die  verfebiedene  Lange  der  Staubfäden  bey 
den  Di  -  und  Tetradynamiften ,  die  Verwachfung  der*  , 
felben  bey  den  Malvaceen  und  Leguminofen.  Auch 
die  Gefall  des  Pollens  und  die  Verhältniffe  des  Pi- 

«  1  %  ■  , 

\ 


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Sechstes  Buch,   Erbes  Kapitel. 


> 


{tili*  und  Stigma's  bringt  er  zur  Sprache.  Man  wür- 
de in  der  That  den  Burkhard  für  den  Gründer  des 
Sexual -Syftems  zu  halten  berechtigt  feyn,  wenn  er 
nicht  feine  Grundßtze  dadurch  wieder  entkräftete, 
dafs  er  das  äufsere  Anfehn  für  den  wich  tieften  Ein* 
theilungsgrund  anfleht,  und  die  Biurae  von  den 
Sträuchern»  diefe  von  den  Krautern  unterfchieden 
willen  will.  Die  Gewohnheit  und  das  Anfehn  hat- 
ten ihm  Feffeln  angelegt,  die  er  nicht  zerbrechen 
konnte. 

Denn  fo  wie  In  Britannien  Ray,  fo  herrfcbte 
Tournefort  in  Frankreich ,  und  Rivinus  in  Deutfch- 
land.  Des  letzterrKSyftetn ,  welches  bekanntlich  auf 
Regel mäfsigkeit  der  Corolle  beruht,  ward  von  Chri« 
ftian  Knauth,  Leibarzt  des  Fürften  von  Kothen  und 
Auffeher  einer  öffentlichen  Bibliothek  inHaUe,  (geb. 
i654,  t  »7l6,)  dergeftalt  verändert,  dafs  er  ftatt 
der  Regelmäfsigkeit  die  Gleichförmigkeit  der  Corolle 
fetzte.  Die  Unterabtheilungen  macbte  er  nach  den 
-  Früchten,  und  ftellte  zuerft  den  erft  wieder  in  neuern 
Zeiten  angenommenen  Grundfatz  auf,  dafs  es  keine 
im  ftrengen  Sinn  nackte  Saamen  gebe,  fondern  dafs 
fie  alle  von  zwey  Häuten,  einer  Sufsern  und  Innern > 
bekleidet  feyn.  Wahre  Apetalas  nimmt  er  auch  nicht 
an,  fondern,  wo  diefe  vorhanden  zu  feyn  fcheinen  , 
da  vertrete  der  corollinifche  Ueberzug  des  Kelche» 
die  Stelle  der  Corolle.  Ein  an  fich  richtiger  Grund- 
fatz, der  hur  bey  den  Najaden  eine  Ausnahme  leidet« 
Wefentlicher  fcheinen  ihm  die  Corollen  •  Blättchen 
zu  feyn,  als  die  Staubfäden,  da  diefe  bekanntlich 
den  Strahlblümcben  der  Radiaten  fehlen.  Es  fehlt 
übrigens  feinem  Syftem  nicht  an  gleichen  oder  noch 
bedeutendem  Irrthümern,  als  Rivinus  begangen, 
welche  zum  Theil  von  Dillenius  (iudic.  method.  bey 
der  Gieffen'fchen  Flor)  und  Brückmann  (ep.  itiner. 
cent.  2.  ep.  80.)  gerügt  worden.    So  rechnet  er  die 


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Fumaria  zu  den  dlpetalfe:  unter  denr  tetrapetalis  ver> 

mifcht  er  Torrn« nti IIa  und  Potamogeton  mit  den  Si- 
liquofen»  Unter  den  Aggregaten  begreift  er  die 
Dipfaceen  und  Cynareen.  Die  Orchideen  rechnet 
er  mit  dem  Allium  zu  den  hexapetaüs* 

Einen  berühmten  Anhänger  fand  Hermann 's  - 
Fruchtfyftem  an  dem  unfterbjicben  Herrn.  Boerhaave, 
einem  eben  fo  grofsen  and  glücklichen  Arzt»  als  vor- 
trefflichen Lehrer  und  Schriftfteller.     Zu  Leiden  - 
1668  geboren ,  ward  er  1709  Auffeher  des  akademi* 
fchen  Gartens,  der  durch  ihn  faft  den  höcbften  Flor 
erlangte,  und  ftarb  1738.    Sein  Syftem  trag  er  in 
dem  „Index  primus  1710.  und  alter  plantarum,  quae 
in  borto  Vugdunenfi  aluntur,  1720.  J-.B.  4»» 
Hier  fäogt  er,  indem  er.blofs  ausländiiche  Pflanzen 
aufzahlt,  von  unvollkommenen  an,  theilt  das  Ge* 
wachsreich  in  Kräuter  und  Bäume,  in  Mono  -  und 
Dikotyledoneo.    Bey  der  fernem  Abtbeilung  fieht  er 
auf  bedeckte  und  unbedeckte  Befchaffenbeit  der  Saa- 

'  men.  So  find  ihmUmbellaten  und  RubiaceenGymno-  . 
difpermae;  die  Labiaten  Gymnotetrafpermae ;  die 
Ranunculaceen  Gymnopolyfpermae.  Die,  übrigen 
Eintheilungen  find  dem  Hermann'fchen  Syftem  ange- 
meffen.  Einige  neu«  Gattungen,  als  Clutia,  Bafel- 
la,  Capraria,  itellt  er  auf:  mehrere  neue  Arten  find 

Abgebildet:  ^ 

Salvia  pinnata  tom.  1.  p.  167.  .  .  Fedia  veß* 
caria  tom.  i.  p.  76.  .  •  Unter  den  Proteaceen :  Au* 
lax  pinifolia  K.  Br.  2.  p.  193.  .  .  Leucadendron  ar» 
genteum  196.  .  .  L.  Levifanus  202.  .  .  L,  fquar* 
rofum  197.  .  .  Protea  cynaroides  184. ...  .  Pr.  fpc- 
cinfa  i85.  .  .  Pr.  melaleuca  189.  *  .  .  Pr.  Lepido- 
carpon  188.  .  .    Pr.  longifolia  186,  .  .    Pr.  mrlU- 

fera  187.  •  .  Pr.  grandiflora  i83.  .  .  Pr.  Scoly* 
mus  192.  .  .  Pr.  acauiis  191.  .  .  Pr.  longißora 
199.  .  .    Pr.  repens  190.  .  .    Leucofpermum  cu«o-  ' 


■ 


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l6o    ;      Sechstes  Buch*    Erlte»,  Kapitel. 

■  * 

carpum  IL  Br.  196.  .  I.  hypaphyllum  .98.  .  * 
Mimetes  bis  tut  R.  Br.  i$4»  .  *  A/»  cucullcuus  206« 
.  .  M  Hartogil  2o5»  *  .  Conhim  africanum  tom. 
1 .  p.  63.  .  4  Sfo/ice  tatarica  p.  76.  *  .  i*/o*  curi* 
na*a  und  arachnoides  tora.  2.  p.  i3t.  .  .  Vereala* 
ciniata  Andr.  tom«  1-  p.  288,  *  •  Aefculus  Paawia 
tom*  2«  p.  260.  *  .  Euphorbia  heptagona  tom*  I.  p. 
258.  .  .  Fumaria  veficaria  p.  3 10.  .  .  fyreihrutn 
Orientale  W.  p.  110..»  Senecio  dentanu  Jacqu. 
pv  99» 

Die  gröfsteo  Verdienfte  um  die  Verbefferung 
der  herrfchendenSyfteme  erwarb  fich  Sebaft.  Vaillant, 
(geb.  1669,  f  >?20*  Anfangs  Tonkünftler,  Übte 
er  nachher  die  Wundar.zneykifaft,  und  ftudirte  unter 
Tournefort's  Anleitung  die  Botanik  mit  folchem  Er« 
folg,  dafs  er  1708  von  Fagon  beym  parifer  Garten 
angeheilt  wurde.  1716  ward  er  Affocie  botanift* 
bey  der  Akademie,  und  Prof.  der  Botanik  beym  bo- 
tanifchen  Garten*  Eine  feiner  erften  Arbeiten  war: 
Discours  für  la  ftructure  des  fleurs,  Leid.  1718.  4m 
worin  er  die  wahre  Lehre  von  der  Befruchtung  zu- 
erft,  wenigfitens  in  Frankreich ,  vortrug;  und,  hei« 
ler  als  viele  feiner  Zeitgen  offen ,  den  materiellen 
Uebergang  des  Pollens  läugnete,  fondern  nur  einen 
befruchtenden  Hauch  annahm*  Selbft  Leeuwenhoek's 
Theorie  fuchte  er  dadurch  zu  widerlegen,  dafs  er 
*  das  Vorherdafevn  des  Keims  in  dem  unbefruchteten 
Ey  annahm.  Höchft  wichtig,  und  noch  immer  lehr* 
reich,  find  feine  Unterfuchungen  Ober  die  zufam- 
mengefetaen  Blumen  und  die  Gattungen  der  Cyna« 
reen,  Badiaten  und  Cichoreen ,  (Mem.  de  lacad.  de 
Par.  1718»  p.  143.  f.  1719.  p.  277.I.  1720.  p.  277. 
f.  1721.  p.  174.  f.):  ferner  feine  Bemerkungen  Ober 
einige  Najaden  und  Ranunculeen,  (Mem.  1719.  p.  9. 
f.):  dann  feine  treffliche  Abhandlung  Über. die  Dipfa- 
ceen  und Valerianeen,  (Mem..  1722,  p.  172.  f.),  und 

< 


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Vorbereitungen.  l6i 

feine  Bemerkungen   übe*  TourntforVs  Metbode, 

(Mern.  172,2.  p.  243.  f.)»  worin  er  die  einzelnen 
Klaffen  diefes  Syfcems  kritifch  pröft,  und  befonders 
die  FWirf  der  Corolle,  als  Priocip  verdachtig  macht. 
Mit  unendlicher  Sorgfalt  hatte  er  die  parifer  Flor  un« 
terfucht;  felbft  die  biff  dahin  verachteten  Moöfe  und 
Flechten  entgingen  ihm  nioht.  Der  berühmte  Pflan* 
zen«  Maler  Aubriet  hatte  die  Zeichnungen  feitene* 
Pflanzen  geliefert;  aber Vaillant,  von  Lungenknoteü 
geplagt  ,  konnte  nicht  die  letzte  Hand  an  fein  Werlo 
legen.  Da  bat  Sherard  d6n  grofcen  Boerhavve,  dafs 
er  diefen  Schatz  an  fich  kaufte  und  herausgab.  So 
erfchien  ein  unfterbliches  Werk:  VailJent's „Böte* 
niooo  parifienfe,,,  Leid.  1727,  fol.  mit  SS  Kupfern. 
Hier-findet  man  abgebildet: 

Eriophorum  gracile  tab.  16.  fig.  2.  ..  ;  -Agrofei* 
inttrrupta  17.  4*  •  •  Aira  aquatica  17.  7.  .  .  Pod 
compreffa  18.  5.  .  .  Aegilops  triuncialis  17.  1 .  .  . 
Galium  trioorne  Smith.  4*  3.  .  .  Exacwn  filiforme 
6.  0,  .  .  Tillaea  Vaillantti  10.  a.  .  ;  ChironidGe^ 
rardi  6.  .1.  .  .  Ch.  inaperta  6\  2.  .  .  Angttica  py* 
renaiea  Spr.  5.  2.  .  .  Sefeli  annuum  c/,  4,  ••  •  'AI* 
fine  fegetalis  3.  3.  .  .  luncus  Tenageia  fto,  1.'.  .» 
Elatine  Alfinafirum  1.  6.  .  .  E.  Hydro piper  12 .  2.  .  4 
E*  triandra  2.  1.  .  .  Silehe  gallhaa  16.  12.  .  .  Pra- 
«eZ/a  laciniata  5.  1.  .  .  Geranium  columbinum  i5> 
4.  •  •  Trifolium  proaumbwis  un<d  filiform*  22,  3;  4» 
#  .  Orchis  enfifolia  3 1.  f.  33. 34.  •  •  Ophtyt  arani* 
fera  3i.  f.  i5.  .  .  Afpidiam  rtgium  9.  1.  .  .  Ly* 
copodium  inundämm  16.  11.  .  .  Pilularin  globultf*. 
ra  i5.  6.  .  *      -  - 

Pkafcum  miuicum  27.  2.  .  .  Ph.fubulatum  29. 
4.  .  .  Gymnoftomum  trunoatulum  26.  2.  .  .  Grim- 
mia  apocarpa  27*  i5.  .  .  Gr.controverfa  29.  5.  .  • 
Polytrichum  piliferum  zb.  7.  .  .  -  P.  alpinum  29.  i  1. 
.  .    P.  unduiatum  26,  17»  .  .    Dforaaum  brymde* 

Geich.  4.  Botanik,  a.  Bc  n 


l6i  Sechste«  Bach.  Erlte«  Kapitel. 

24.  i3.  .  .  D.taxifolium 24,  1 1.  .  .  0+  adiantoi- 
tfes  28.  5.  •  •  D.  glaucum  26.  i3.  .  .  Trkkoßo» 
mum  canefcens  26/1 4-  •  •  Orshotrichum  crifpum  27. 
9.  .  .  Necfrera  heteromalla  27.  17.  .  »  Mpenncf 
ia  27.  4«  •  *  LrJ*ken  complanata  20.  4«  •  •  Mauna 
paluftre  24*  1.  •  .  Mn*  culpidatum  26.  i&  •  .  Jfy- 
pnum  parietinum  28.  1.  .  .    H.  praeiongum&i). 

H.  filicinum  29.  9.  .  .  /*  iriauesrum  28.  9,  .  ,  H. 
jStoi*a#ix  33.6.  .  .  H.ftellatumzS.  10.  H.%om- 
preffum  29,  «o.  .  *  ü  myosuroides  28.  4*  •  •  Ä 
ülecebrum  25.  9.  •  .  H.  vtlutinum  26.  9.  •  .  Zun» 
germannia  bidentata  19.  8.  .  /.  albicans  ig.  5. .  . 
Riccia  glauca  19.  1.  .  .  Rsßuitans  19.  3.  .  .  Co*- 
/*rt>a  torulofa  4*  5.  .  .  Locidea  puftulata  20.  9.  .  . 
Gyrophora  murina  21.  1 4*  •  •  Parmeliax  ciiiarU  20. 
4.  .  .  Kienella  20.  5.  .  .  P.  Pmnafiri  20.  7.  .  . 
P'faßigi***  20.  12.  .  .  P.  catycaris  20.  i3.  .  . 
P.  pollinaria  20.  i5.  .  .  P.  alivacea  20..8.  .  .  P. 
omphalodes  20.  10.  .  .  P.  corrugata  2j%  4  3.  .  .  P. 
faxaiUis  21.  13.  ..  P«  palmata  21»  i5.  »  .  ßae» 
omyces  marginale  2 1.  7.  .  .  Ä.  apotictus  21.  9.  .  . 
A  verticillatijs  21.  5.  .  .  B.  alcicarnis  21.  3.  >  . 
B.,cpcc(ferus  21.  4-  •  •  &  bac  Maris  26.  10.  »  . 
Cornicularia  aculeata  26.  8« 

Sphasria  milUaris  7.4.  •  •  Lycoperdon  excipu» 
lifarme  12.  i5.  .  .  L,  marnmaeformn,  16.  4.  . 
$cleroderma  curinum  16.  8.  .  .  £c/.  Ce/>a  16.  5.  6. 
.  .  Tternella  mefentetica  1 4.  4*  •  Amanten  vir'h 
dis  14.  5.  r  Agaricus  pyrogalus  Perf.  12.  7.  .  « 
il.  ericelorum  1 1.  21.  .  »  4.  lepiocephakts  12. 1.  .  . 
4.  galericulatus  12.  3.  *  .  if.  velutlnus  ib.  fi.  *  .  A 
ßexuofus  ib.  7»  %  »  '  ,4,  cfifaceus  ib.  1 2.  >  >  Afyo» 
myew  i3.  4~*  »  »  A.  carneus  i3.  10.  »  % 
piqrius  1.1.  .  .   yf.  alneus  10.  7.  »  .    ^»  taria*  i4» 

I ,  .  .  Merulius  Cantharellus  1 1 .  9.  *  %  AI  coro* 
ippioide*  i  3>  2.  3.  % »   ßoletus feileus  14»  6*  » *  <w* 


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x  ■ 

Vorbereitungen.   '  |6j 

i 

gfoffum  glabrum  7.  3.  .  .    Clavari*  rugofk  8  .  2\ 
Leocia  circinans  i3.  7.  .  .    P<rzfca  Auricula  1 1.  8*  , 
P.  iurbinata  11.1  —  3.  .  .    P.  Aeeiübulum  1 3.  1 .  ^ 
P.  fcutellata  1 3.  i3/  .  .    Mesenieria  argentea  #Perf. 
8.  1.  ■  , 

Auch  Ant.Danty  d*  Ifnard,  Tournefort*  Nach- 
folger am  botanifcheo  Garten  in  Pari«,  machte  eini* 
ge  gute  Bemerkungen  bekannt:  Über  Celaftrus  fcan^ 
den«;  (Mein.  1716*  p.  290.  f.) ,  üJw  Lamium  Orva- 
]a  und  garganicum,  (Mem.  171?*  P?  268.  L),  über 
Trichodefma  indica  und  Borago  «fricana,  .(Meint 
1718.  p.  -256. ),  über  Centaurea  Isnarrff  und  Lippii, 
(Mem.  1719.  p.  164.)»  über  die  . Euphorbien  ,  be? 
fonders  E.  cereiformis  und  Anaeactha* '( Mem.  17250; 
p.  384.  )>  über  Walthera  americana  und  angnfttfoJiJU 
(Mem.  .1721.  p.  277»)  und  SifymbrJum  fupinum, 
(Mem.  1724.  p.  295.) 

Jetzt  fing  auch  die  Familie  der.Juflieu's  in  Paris 
an,  die  Botanik  mit  erblichem  Glück  zu  bearbeiten* 
Brey  Brüder,  Anton,  Jofeph  «od-  Bernard  Ju/fifru* 
erwarben  ficfa  gleiche  Verdienfte  um  die  Wilfenfcbaft» 
doch  auf  verfchiedenem  Wege.  Antop,  (geb.  i686j  N 
f  1758,)  Prof.  am  botanilchen  Garten  in  Paria,  beM 
arbeitete  Touraefort's  Syftem,  und  gab  mehrere  Ab* 
handlungen  über  einzelne  Gattungen  und  Arten,  ift 
den  Schriften  der  parifer  Akademie.  Voii  feinen 
Brüdern  wird  noch  nachher  die  Rede fey». 


Aeufserft  wichtig  frtr  die  Gründung  des  Sexual» 
Syftems  waren  die  Unterfuchungen  Über  die  Befruch- 
tung, welche  durch  Leeuwenhoek's Theorie  von  den 
Saamenthierchen  veranlafst  wurde.  Da  man  diefe 
nämlich  auch  auf  das  Pflanzenreich  anwenden  wollte  J 
fo  mufste  man  in  dem  PoHen  die  vorgebildeten  Kei* 
rae  annehmen,  und  dlefen  einen  freyen  Durchgang 

11  • 


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164  Sechstes  Bach.  Elftes  Kapitel. 

durofc  das  Plftttt  in  den  Fruchtknoten  eröffnen,  ffirm; 
Morland  föchte*  zu  er  ft  im  Jahr  1700  darziithun  ,  dafs 
deswegen  das  Piftill  der  Pflanzen  eine  hohle  Röhre 
bilde,  damit  der^Pötlen  ungehindert  in  deoEyorftock 
gelangen  könne.  {Philo/,  transact.  vol.  23.  n.  2S7.) 
Auch  nahm  er  in  dem  Ey  felbft  eine  Ritze  oder  ein 
Loch  an,  wodurch  derRpim  einfchlünfe.    Eine  Idee, 
welche,  fo  wenig  fie  auf  Beobachtung  beruht,  docti 
steuerlich  von!  Turpin  wieder  aufgewärmt  wurde. 
(Ann.  du  muß  7.  p.  199.)    Diefelbe  Meinung  trug 
Steph.  Franz  ßtoffray,  (geb.  1-672,  f  1701,)  in  ei» 
ser  Jnaugural  Thefe  vor:  Ergo  hominis  primordium 
vermis,  ParlPi;;»?o4.  4-    Sein  Bruder  aber,  Claud. 
Jofeph  Geöffroys  (g*b.  i685i,  jfn75a,)  Apotheker 
iB  Paris,  üntferfuohte  die  Lehre  von  der  Befruchtung 
genauer,  und  machte  intereffante  Beobachtungen,  über 
die  Nothwendigkeit  der  Antheren  und  des  Pollens 
zur  Bildung  vollkommener  Saamen  bekannt.  (Mem. 
171 1.  p.  2  10.  f.)    Auch  die  unvollkommenen  Pflan- 
zen befcbä'fftigten  ihn  in4  der  Abficht,  um  die  BeW 
fruchtungstheile  in  ihnen  aufzufinden:    So  fuchte  er 
Linckia  Noftoe,  fflos  terrae,  Äoy  coeüi)  alt  wahre 
Pflanze  darzuftdlen ,   und  zeigte  »ihre  vorgebliche 
Wurzeln  in  der  Akademie  vor.  (Mem.  1708.  p.  288.) 
JUaumur  widerlegte  dies  fpäterbin ,  und  gab  dem 
Gswächfe  Saamen,  aus  welchen:  er  eä  fortgepflanzt 
2u  haben  WrOblÄrte,  (Mem.  1722..  p.  121.)  Allein, 
feine  Befchreibung  der  Saamen.  macht  es  fehr  wahr« 
fcheinlich,  dafs  er  (ich  geirrt,  und  dafs  er  abgelötete 
Stückchen    des  Cewächfes  fflr'  Saamen  gehalten. 
Denn  die  Gröfse  eines  Stecknadelknopfs,  wie  er 
will,  erreichen  die  wahren  Keimkdrner  des  Noftoc 
»immer.  .  «  '^t.*- 

Renatue  Anton  von*  Reaumur^  einer  der  wür- 
digten Naturforfcher',  dib'  es  je  gegeben,  Mitglied 
«ferpirifer  Akademie,  (geb.  i683,  +  1757,)  fuebu 


das  Sexual  -Syftem  fchon  auf  die  Tange  anzuwenden. 
Wcnigftens  glaubte  er  die  BJüthen  der  Tange  bey  dem 
Fucus  palmatus,  loreus,  faccharinus  und  einigen  an- 
dern in  den  feinen  Conferven  -  artigen  Fäden  zu  finden; 
welche  man  bisweilen  an  der  Oberfläche  fieht,  von 
deren  wahren  Natur  wir  noch  keine  deutliche  Kennt- 
nifs  haben.  (Mein.  171 1 .  p.  282.  f.  1712»  p.  2 1  .  f.) 

In  England  trug  vorzüglich  Richard  Bradley, 
Prof.  in  Cambridge,  (f  1732,)  zur  Berichtigung  der 
Lehre  von  der  Befruchtung  bey.  Sein  wiffenfchaft- 
licher  Unterricht  in  der  Gartenkunft  erfchien  unter 
dem  Titel:  „A  new  improvement  of  planting  and. 
gardening,Lond.  1717.8.,,,  deffen  franzöfifche  Ueber- 
fetzung:  „Nouvelles  obfervations  für  le  jardjnage, 
tom.  1  — 3.  Paris  \j56.  8.,,,  ich  beGtze.  Zwar 
wird  (tom.  i.e.  2.  p.  21.)  die  unrichtige  Nachricht 
gegeben,  dafs  Rob.  Ball  Esq.  im  Jahr  1680  das  zwie- 
fache Gefchlecht  der  Pflanzen  entdeckt  habe.  Al- 
lein die  Lehre  von  der  Befruchtung  felbft  unterfuchte 
Uradley  doch  auf  eigenthQmliche  Weife.  Die  über- 
einftimmende  Geftalt  des  Pollens  in  denfelben  Fami- 
lien; die  Anziehung  des  Stigma  gegen  den  Pollen, 
die  er  einer  Art  von  Magnetismus  zufchreibt;  die 
wachsartige  Mifchung  des  Pollens;  die  Unmöglich- 
keit, da.fs  der  Pollen  materiell  in  den  Eyerftock  ge« 
lange,  weil  die  Stigmen  fehr  oft  gar  keine  Oeffnun- 
gen  haben;  die  Veränderung  der  Lage  und  Stellung 
des  Piftills  bey  und  nach  der  Befruchtung;  die  erre- 
gende und  belebende  Kraft  des  Pollens  fucht  er  dar- 
zuthun,  und  führt  Verfuche  an,  die  die  Notwendig- 
keit der  Antheren  zur  Bildung  vollkommener  Saa- 
men  beweifen.  Nach  weggefchnittenen  Antheren 
der  Tulpe  fchlage  der  Saame  fehl:  nach  weggenom- 
menen  Kätzchen  der  Hafelftaude  entftehn  keine  Nuf- 
f e :  der  Ueberflufs  an  Pollen  werde  durch  den  Wind, 
wenn  der  Strauch  noph  blattlos  fey,  leiebtlich  den 


166     k      Sechst*  Buch.   Erfas  Kapitel. 

Stigmen  zugeführt.    Das  Gefeblecht  der  Pflanzen  än- 
dere 6ch  auch:  eine  Weide,  die  fohft  weibliche  BJoV 
theo  getragen,  körnte  wohl  auch  männliche  oder 
ZwitterhlOtben  hervorbringen.     Dann  erwähnt  er 
auch  der  Baftarde,  die  durch  Befruchtfing  der  einen 
Art  mit  dem  Pollen  der  andern  entftehn,  und  führt 
als  Beyfpiele  davon  die  Aepfei  und  Aurikel  an.  Im 
Garten  eines  Tbom.  Fairchild  zu  Horton  fey  ein  Ba» 
ftard  durch  Vermifchung  einer  Nelke  mit  Silene  Mm- 
feipulä  entftanden.    Unter  den  Abbildungen  ift  eine 
(t.  2.  f.  2.)  imereffant:  der  Queerfchnitt  des  PiftiJia 
einer  Tulpe,  mit  den  Gefäfsen  der  Eyerchen  und 
den  Bandeln  von  Schraubengängen. 

Derfelbe  gab:  Hiftoria  plantarum  fuccuteatarum, 
dec.  t— 5.  Lorid.  1716  —  »727*  4->  mit  fehr  fcfeöV 
nen  Kupfern.  Hier  erfcheinen  folgende  neue  Arten: 
CraffuU  tetragona  dec.  5.  t,  1 1.  .  .  Euphorbia  ne- 
reifolia  dec.  5.  t.  28.  .  .  Caciut  hexagonus  dec.  1 . 
t.  1.  .  •  C  irianguiarls  t.  t.  3.  .  .  Mesembrian- 
themum  caninum  2.  17.  .  .  Af,  eartuofum  2,  16.  *  • 
Af.  calamfforme  2.  19.  .  .  Af.  pugioniforme  2.  14. 
.  ,  Af.  dülabriforme  t.  10.  .  .  Af  tenulfollum  1,9. 
.  .  Af.  fplendens  1.6...  Af.  micans  1.8...  M. 
fpinofum  4*  3g.  .  •  Af.  crajfifolium  4-  38.  .  .  Mm 
glaueum  4.  37.  .  .  Af.  uncinatum  3.  27.  .  .  Af.  a£» 
bidum  5.  43*  •  •  Af.  perfoluuum  Haw.  5.  46.  .  . 
Af.  falcatum  5.  42« 

Einer  der  gröfsten  und  verdienteren  Natorfor- 
foher  aller  Zeiten  war  Joh.  Jac.  Dtitcnius,  1687  zu 
Darmftadt  geboren ,  der  anfangs  zu  Giefsen  die  Bo- 
tanik lehrte,  fich  aber, bald  fo  berühmt  machte,  dafr 
Wilh.  Sherard  auf  feiner  Rückkehr  aus  dem  Mor- 
genland ihn  befuchte  und  ihn  beredete,  feinen  Auf- 
enthalt in  Englaad  au  nehmen.    Vom  Jahr  1721  bis 

♦ 


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■    Vorbereitunge«»  16*7 

1728  lebte  er  auf  dem  Gute  der  BrOder  Sherard  2a 
Eltham,  als  Auffeber  des  Wortigen  herrlichen  Gar* 
tens.  Da  WiJh.  Sherard  in  feinem  Teft  ament  eine 
eigene  Profeffur  zu  Oxford  für  DiJJenius  geftiftet,  fö 
bezog  diefer,#nach  Sberard's  Tode,  jene  Univerfität, 
wo  er  bis  an  feinen  Tod  1747  in  grofsem  Glänze 
lebte. 

Zuerft  ward  er  im  Jahr  1717  durch  feine  Be- 
obachtungen Uber  die  Fortpflanzung  der  Farrenkräu« 
ler  und  Moofe  bekannt.  (Eph.  nat.  cur.  cenr.  5.  6. 
afp.  p.  45.  C)  Den  Saamen  der  Farrenkräuter  be* 
obacbtete  er  eben  fo  genau,  als  das  Aufgehn  derfel- 
ben  mit  Kotyledonen.  Den  Staub  in  den  Mooskapfeln 
hielt  er  dagegen  für  Pollen,  und  gab  jene  Kapfein 
daher  för  Antheren  aus.  Die  Sternchen  des  Poiy- 
tricbom  und  Mnium  aber  fah  er  als  Knofpen  an. 
Auch  die  Kapfein  der  Jungermannien  und  ihre  Saa* 
men  beobachtete  er. 

Im  folgenden  Jahr  erfchien  fein :  Caeahgus  plan^ 
iarum  girjjenfium,  1718.  8.  Die  Vorrede  enthält 
eine  Prüfung  der  Syfteme  von  Tournefort  und  Rivi* 
nüs.  Gegen  den  erftern  wendet  er  ein,  dafs  die 
Form  der  Gorollen  in  derfelhen  Familie,  ja  Inder* 
felben  Gattung  verfchieden  fey.  Denn  unter  den 
Afperifolien  feyn  mehrere  mit  teller-,  andere  mit 
glocken-,  noch  andere  mit  trichterförmigen  Gorol- 
len. Wenn  zum  Begriff  einer  Cruciformis  vier  Co- 
rollenblätter  gehören,  fo  begreife  er  nicht,  warum 
Epilobium  und  Glaucium  von  Tournefort  unter  die 
Rofaceen  gebracht  worden.  Die  Rubiaceen,  meint 
er,  ftimmen  mehr  mit  den  Cruciaten,  als  mit  den 
Gampanuleen.  Die  Dipfaceen  werden  mit  Unrecht 
von  Tournefort  zu  den  Cynareen  gezogen ,  da  bey 
jenen  die  Antheren  frey  ftehn,  welche  bey  diefen 
verwachfen  feyn.  Dem  Rivinus  wirft  er  befonders 
vor,  dafs  die  Regelmälsigkeit  der  Gorolle  nicht  als 


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168  Sechstes  Buch.    Erftes  Kapitel, 

Hauptnorm  gelten  köooe,  well  die  Gattung  Gera- 
nium  (und  Aloe)  bald  mehr  bald  minder  regel  -  oder 
ganz  unregelmäfsige  Co  rollen  habe.  VYenn  Rivinus 
zu  einer  unregelmäfsigeo  CorolJe  die  Neigung  des 
Piftills  erfordere ;  fo.  fey  nicht  abzufehn*  wie  die  Gat- 
tungen Pyrqla  und  Epiiobium  dabey  beftehn  können, 
deren  einige  Arten  ein  niedergebeugtes,  andere  ein 
gerade  ausgehendes  PiftiJl  haben.  Unter  den  Labia- 
ten ftehe  Mentha  mit  regelmässiger  Gorolle.  Unter 
den  Umbellateo  kommen  Coriandrum  und  Heracleum 
mit  regel-  und  unregelroäfsigen  Corollen  vor.  Auch 
die  Zahl  der  Theile  der  Corolle  Schwanke  oft.  Un- 
ter den  Scablofen  feyn  eben  fo  viele  mit  vier*  als  mit 
fönfiheiliger  Gorolle.  Unter  den  Staticen  kommet! 
die  meiften  mit  fünf  blättriger,  eine  mit  einblättriger 
Gorolle  vor.  Die  mehrften  Schm etteriingsblu m e n 
haben  vier,  manche  drey ,  einige  auch  (bey  gehal- 
tenem Kiel)  fünf  Corollenblätter. 

Im  nächften  Jahr  erfcbien  der  Anbang  zu  dem 
Gatalogus,  worin  er  mit  großer  Gefchieklichkeit 
und  Scbarffinn  die  Gbaraktere  mehrerer  Gattungen 
entwickelt;  auch  fieht  man  hier  fchon  die  Spuren 
feiner  Zeichen  -  und  Aetzkunft,  wodurch  er  fpätarhin 
die  Bewunderung  der  Mit-  und  Nachwelt  erregte. 
Doch  konnte  er  im  Ceratophyllum  ( Dichotophyüum 
t.  31)  noch  nicht  die  männlichen  Theile  entdecken. 
Aber  die  Fumaria  fchied  er  fchon  in.  mehrere  Gattun- 
gen, nach  den  Früchten.  Die  Algen,  Lichenen, 
Lebermoofe,  Laubmoofe  und  Lycopodeen  fuchte  er 
zu  einer  Familie  (mufci)  zu  .vereinigen,  und  nahm 
bey  den  Laubmoofen  fchon  die  Haube  (calyptra)  als 
Merkmahl  der  Gattungen  an:  doch  leugnete  er  das 
Dafeyn  derfelben  bey  Sphagnum. 

In  diefem  Studium  der  Kryptogamiften ,  he  fon- 
ders der  Laubmoofe,  fuhr  Dillenius  einige  zwanzig 
Jahre  mit  fo  grofsem  Erfolge  fort,  dafs  er  bey  fünf- 

t 


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1 


Vorbereitucgen.  16^ 

» 

,  hundert  Arten  derfelben  kennen  letzte ,  fie  genau 

unterfuchte,  fie  alle  mit  unübertrefflicher  Treue  nnd 
grofser  Zierlichkeit  darfteilte,  und  fie  meift  in  natür-  , 
lieber  tirröfse,  oft  auch  durch  die  Loupe  die  unter« 
Scheidenden.  Merkmahle,  zeichnete  und  in  Kupfer 
ätzte.  1  So  entftand  ein  unfterbliches  Werk:  Hifioria 
mufcorym%  Oxon.  174.1.  4*       $5  Kupfern,  worauf 
faft  taufend  Kryptogamiften  abgebildet  find.  Seine 
;    ausgebreitete  ßekanntfcbafr  fetzte  ihn  in  den  Stand, 
viele  ausländifche  Moofe  kennen  zu  lernen:  daher  , 
man  hiereinige  fibirifche,  wenigftens  nordifche, Moo- 
fe von  Ammann,  penfylvanifche  und  virginifche  von 
Bartram  und  Clayton,  indifche,  aus  der  Sammlung 
von  du  ßois,  findet.     Den  Anfang  machen  Confer- 
ven  und  andere  Algen Tange  ausgenommen;  un- 
ter diefen  find  bemerkenswert:  Conferva  cirrhofa 
Wulff,  t.  4.  f.  21.    C.  corallinoides  Hudf.  6.  36.  C. 
atra  Hudf.  7.  46.    C.  fruticirlofa  Wulff.  7.  4*.  G, 
vagabunda  Hudf.  5.  52.    Ulva  ftejlata  Wulff.  19.  21, 
Rivularia  Opuntia  10.  9.  A  —  D.    R.  Corou  Damae 
10.  10.    R.  confervoide^  10.  11.    Da^nn  folgen  die 
Lichenen,  unter  welchen  die  intereffanteften :  Bor- 
rera  chrysophthalma  Acb.  i'3.  ,17.    Alectoria  ara- 
bum  i3.  i4«    A*  ufneoides  84.  10.    Ramalina  Jco- 
pulorum  17.38.    Gyrophora  Jacquini  3o.  118.  G. 
vellea  82.  5.    Endocarpon  Hedwigii  00.  i33.  Le- 
caoora  craffa  24*  74*    Parmelia  perforata  20.  42«  43. 
Collema  margineilum  19.  32.     Sticta  damaecornia 
29.  11 5.    St.  aorata  84*  12.    St.  limbata  26.  100. 
B.  C.    St.  fuligioofa  daf.  A.  .  .    Die  Moofe  werden 
mehrentheils  nach  dem  äufsern  Anfehn,  doch  oft 
auch  nach  feinern  Unterfcbieden ,  beftimmt.  Zu 
Sphagnum  zahlt  er  alle,  die  keine  Haube  haben, 
(oder  vielmehr  diefelbe  früh  verlieren,)  und  deren 
Fruchtftiel  fehr  kurz  ift.    Man  trifft  hier  zuerft  fol- 
gende Moofe; 

» 

> 

1  ' 


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Gymnoftomu-n  prartpent  85.  17.  .  .  Sptachnum 
Brewerianum  44.  5.  <  .  Octoblepharum  albidum  46. 
21.  .  .  Encalypta  ciliaris  45*  9*  •'•  E.jireptocar* 
pa  43.  7 1 .  .  •  Grimmia  acuta  47*  34«  •  •  Gr.  ver« 
*ici//a<a  47-  35.  .  .  (rr.  pif/f/Ja  49-  53.  .  .  il«/clm. 
locarpus  myosuru*  mihi  85.  18.  .  .  Dicranum  femi* 
completum  33.  4»  •  •  pellucidum  46«  1 3%  .  .  D. 
aciculare  daf.  25.  26.  .  .    D.  fquarrofum  Schrad.  daf. 

.  24.  .  .    D.  fiexuofum  47.  33.  .  .    D.  heieromallum 
daf.  37.  .  .    D.  interruptum  daf.  38.  .  •  D. 
phyllum  Smith.  48.  41*  •  •         purpureum  dat  5o. 
5i.  5-a.  54*.  •  •        varium  5o\  59.  .  .  Trichofeo- 

'mum  fontinalioides  33.  2.  .  .  Tr.  lanuginofum  47. 
32.  .  Tr.  ericoides  dat.  3t.  .  .  Tr.  fafciculare 
daf.  28.  .  .  Tr.  microcarpon  daf.  29.  .  .  Tr.  ofcw-_ 
/um  Brid.  daf.  3o.  .  •  Tr.  pallidum  49«  57.  .  •  Tor» 
fuia  brevifolia  Sm.  47*  3g.  .  .  X*.  conwoluia  48.  44* 
,  .  T.  im6*r*w  daf.  4S.  .  .  T.  barbata  daf.  48. .  . 
T.  unguiculata  daf.  49*  «  •  2*.  rigida  49.  55.  .  . 
T.  humiiis  daf.  56.  .  .  Polytrichum  alpinum  55.  4« 
.  .  P:  urnig  er  um  daf.  5.  .  .  P.  fubrotundum  Menz. 
daf.  6.  A  —  F.  .  .  P.  *»nite  Menz.  daf.  12.  .  .  *0r- 
thoirichum  ftriatum  daf.  8.  .  •  0.  anomalwn  daf.  g. 
.  .  0.  cupulatum  daf.  10.  •  .  Neckera  undidata.32. 
8.  ,  .  AT.  cunipendula  42.  69.  .  .  Lefkea  irUiho- 
manoides  84.  8.  .  .    L.  paludafa  07.  27.  B.  .  ,  L 

ßricea,  Hypnum  lutefcens  42.  60.  5g.  .  .  L  poly- 
antha  42»  61.  .  .  £.  polycarpa'dat.  65.  .  .  L  af- 
t**nuata  daf.  66.  .  •  Bartramia  arcuata  39.  36.  .  . 
Hypnum  lucent  24«  10.  .  .  H.  plumofum  55.  16.  •  . 
H.  filamentofum  Smith.  36.  18.  .  .  H.  undutatum 
36.  1 1.  .  .  //.  moUu/cum  36.  ao.  .  .  //.  filicmum 
lind  commutatum  36,  ig.  .  .  //.  dubium  36.  21.  .  • 
//.  rugofiim  37.  24.  .  .  fcorpioidts  daf.  25.  .  . 
//.  aduacum  daf.  26,  .  .  H.  palufire  daf.  27.  .  .  H» 
longiroßrum  3S.  3o.  .  .    H.  riparioides  daf.  3i.  und 


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- 

Vorberwtwigen.  171 

4o.  4ir  C.  .  .  H.  riparium  38.  3a.  ,  .  H.  nicent 
89.  07.  •  .  H.faxatUe  Brid.  daf.  42«  •  •  H.  murale 
4«*  5a.  .  *  H.  nigro»  vir  Ute  Tarn,  daf.  53.  .  .  H. 
•ylindricum  daf.  5j.  ..^K  albicans  42.  63.  .  .  Bryum 
heteropterum  45.  1 1 .  •  .  Br  pyriformc  5o.  60.  .  . 
£r.  nutans  daf.  61.  •  •  «ßr.  alpinum  daf.  64«  •  •  «$r- 
annotinum  daf.  68.  •  .  £r«  cärneum  daf.  69.  .  .  2?r. 
iurbinaium  5i.  74«  •  •  Mnium  crudum  daf.  70.  . 
Af/i.  reciinatum  Sm.  3 1 .  8.  .  .  Meeßa  uliginoja  49. 
58.  .  .    Fontinalu  capiilac**  33.  5. 

Unter  den  Lycopodien  kommen  vor:  L.  luci- 
dulum  56.  a.  L.  carolinUnum  6a.  6.  L.  dendroi- 
dum  67.  •  Dann  die  Leber moofe  (Lichenaftra):  An- 
dreaea  alpine  73.  3g.  Andr.  Rothii  7.?.  4o.  Iun« 
germannia  miouta  Dickf.  69.  2.  1.  palcherrima  69. 
'S.  I.  viticulofa  69.  7.  1.  polyanthes  70.  9.  I.  (pi- 
nulofa  Dickf.  70.  i5.  I.  undulata  71.  17.  I.  inflata 
Hudf.  70.  ia.  I.  refupinata  71.19.  I.  quinqueden- 
tata  71.  23.  L  reptang  71.  24*  1*  magellanica  72* 
34-  I.  trichophylia  73.  37.  I.  iuJacea  73.  38.  I. 
multifida  74.  43.    I.  pufilla  74.  46.    Marchantia  te- 

nella  75. 4. 

Wie  Dillenius  die  Kryptogamiften ,  fo  machte 
loh.  Sckeuchzcr>  (geb.  1684,  t  17^7»)  *Hb  Gräfer 
zum  Gegenftand  neuer  Unterteilungen.  Haller  er* 
zählt,  dafs,  als  er  in  Leiden  ftudirt,  feine  Unbe- 
kanntfeh alt  mit  ausländifchen  Gewächfen  ihn  bewo- 
gen, Och  einer  Familie  zu  widmen ,  welche  bis  da« 
hin  ganz  vernachläffigt  war.  Dazukam,  dafs,  da  er 
als  Prof.  in  Zürich  zur  botanifchen  Lehrftelle  in  Pa- 
dua vorgefchlagen  und  aufgefordert  wurde,  eine  Pro* 
befchrift  zu  liefern,  fo  hielt  er  förs  febicklichfte . 
feine  Unterfuchungen  Ober  die  Grafer  bekannt  zu; 
machen.  Dies  gefchah  in  der  Agrof$ographia ,  wel- 
che HaMer  Tiguri,  1775.4.,  vermehrt  heraufgab. 
Die  erfte  Ausgabe  erfchien  ^719.    Das  Princip  der 


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17*  Sechstes  Buch..  Erltes  Kapitel;  ^ 

£intheilting.i&  der  BlatheQftand;  wobey  zugleich  auf 
die  Zahl  der  Aebrchen,  der  Blütb eben  in  jedem  und 
auf  das  Dafeyn  der  Grannen  geachtet  wird«    Die  Be- 
fchreibungen  findfaft  zu  weitläufig:  die  Figuren  man- 
gelhaft. Doch  kommen  folgende  Arten  zuerft  vor: 

Soirpus  campefiris  p.  364-  t.  7.  f.  1,9.  .  .  Sc. 
Baeothryan  p.  566.»  t.  7.  f.  21.  .  .  Eriophorum 
Scheuehzeri  p.  3o4»  app.  t.  7.  .  .  Phieum  alpinum 
p.  64.  app.  t.  3,  .  .  Trichodiüm  alpinwn  Schrad.  p. 
i4o.  app.  t;  4.  .  .  2>.  emainum  Schrad.  p.  t.  3. 
f.  9.  C.  .  .  Aira  fubfplcata  p.  221.  app.  t.  6.  .  . 
A.  ednefeens  p.  242.  t.  4*  &  29.  5o.  .  .  A.  caefpuofa 
p.  2.  44.  t.  5.  f.  2.  3.  .  .  Hofaus  moUis  p.  «35.  t.  4. 
f.  25.  .  .  Paa  fupina  Schrad.  p.  190-.  app.  t.  3.  f.  2. 
.  .  P.  alpin*  daf.  f.  4-  •  •  P*  /H'/q/i  P-  *93.  t.  4.  f. 
3.  .  •  P.  laxa  p.  i65.  app.  t.  4*  f.  2.  .  .  P.  nemo* 
ralis  p.  1 64*  app.  t.  2«  f.  2.  .  .  Fefiuca  rubra  p.  287. 
t.  6.  f.  9.  .  .  F.  pratenfit  p.  200.  t.  4.  f.  67.  .  .  Urö- 
mitt  arvenfis  p.  262.  t,  5.  f.  i5.  .  .  Br.  ligvfticus  p. 
296.  t.  6.  f.  i3.  .  .  Br.  fquarrofus  p.  25 1.  t.  5.  f. 
11.  .  .  Br.  giganteus  p.  264.  t.  5.  f.  17.  .  .  Avena 
verficolor  p.  23 1.  app.  t.  3.  f.  3.  .  .  Arundo  fpeciofa 
Schrad.  p.  196.  t.  3.  f.  11.  A.  B.  .  .  Biymus  euro* 
paeus  p.  16.  app.  t.  1.  f.  1.  •  .  Triticum  caudatum 
Perf.  p.  21.  t.  1.  f.  4*  *  '  Iuncus  Jacquinip,  323.  t. 
7.  f.  9.  .  .  /.  fpadiceus  p.  3 12.  app.  t.  6.  f.  3.  •  . 
Carex  Davalliana  Smith,  t.  1 1.  f.  9.  10.  .  .  C.foeti» 
da  p.  495.  app.  t.  4*  f.  3.  .  .  C.  curvula  p.  492.  *• 
1 1 .  f.  7.  .  .  C.  lobata  p.  49^.  t.  1 1 .  f.  8.  .  •  C. 
ovalis  Good.  p.  456.  t.  10.  f.  19.  .  .  C.  a/6a  Jacqu. 
p.  4»o-  *•  10.  f.  4*  5.  .  .  C.  clandefdna  Good.  p. 
407.  t.  10.  f.  1.  .  .  C.collina  VVilid.  p.  4l9-  10* 
1F.  8.  9.  .  .  C.  brachyftachys  p.  4*6.  t.  10.  f.  7.  .  . 
C  limofa  p.  442- t.  lo.f.  i5.  .  .  ~C  ßliformis  Good! 
p.  425.  t.  10.  f.  1 1.  .  .  Refill  trüiceus,  Ganna  ca- 
pitis bouae  fpei  p.  552.  t.  7.  f.  i5.  16. 


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tp.  Vorbereitungen,        jo2  173 

Mit  Scbeuchzer  wetteiferte  Jof.  Monti,  Prof.  in 
Bologna,  der  im:  Prodromus  catalogi  ftirpium  agri 
hononienfts, 1  Bonon.  1719.  4- j  die  Gattungen  und 
Charaktere  der  Gräfer  aufftellte.  Die  dritte  Tafel 
enthäh  eine  gute  Ueberficht  der  von  ihm  feftgefetzten 
Gattungen.  Diefe  werden  nach  naturlicher  Ver- 
wandtfehaft  beftimmt,  alsloliacea,  phalaroidea ,  ty- 
phina,  miliacea,  avenacea,  arundinacea ,  alonecu- 
roidea,  fecalina,  dactyJoidea.  Auf  der  erften  Tafel 
find  Cyperus  glomeratus  und  ferotinus  abgebildet. 

Scheuchzer's  glücklicher  Mitbewerber  um  die 
Profeffur  in  Padua,  Jul.  Pontedera  aus  Pifa,  (geb. 
1687,  f  1758,)  wählte,  um  fich  würdig  in  den 
Schranken  zu  zeigen,  einen  andern  Gegenftand.  Er 
fuchte  nämlich  in  feiner  Anthologia,  Patav.  1720.  4*> 
die  neuen  Meinungen  über  die  Art ,  wie  Befruchtung 
gefchebe,  zu  berichtigen.  Indefs  ftellte  er  eine  un- 
haltbare Hypotbefe  auf,  die  wenig  Beyfall  gefunden. 
Der  Pollen  nämlich  feheint  ihm  mehr  ein  Auswurfe- 
ftoff  zu  feyn,  der  keineswegs«  als  belebendes  Princip 
auf  den  Eyerftock  wirke.  Der  Nahrungsfaft  der  An- 
theren dagegen  trete  wieder  zurück  durch  die  Staub- 
fäden in  den  Boden  derCorolle,  und  verbinde  fich 
mit  dem  Honigfafte,  welcher  fich  dort  abfeheide, 
um  die  Saamen  zur  Reife  zu  bringen.  Daß  nicht 
auf  die  bis  dahin  angenommene  Weife  die  Befruch- 
tung gefchehe,  fucht  P.  aus  der  Erfahrung  zu  bewei- 
fen  ,  dafs  in  vielen  Blumen  die  Antheren  früher  zei- 
tigen als  das  Stigma,  in  andern  wieder  das  letztere 
zeitiger  zur  Reife  kommt;  daher  in  derfeiben  Blume 
die  Befruchtung  nicht  durch  gleichzeitige  Zufammen- 
wirkung  des  Pollens  und  Stigma's  erfolgen  könne. 
Die  Antheren  alfo  find  vielmehr  die  Mittel,  wodurch 
der  Saame  zur  Zeitigung  kommt.  Ausnahmen  davon 
machen  die  Pflanzen  mit  getrennten  Gefchlechtern  , 
bey  denen  die  männlichen  Bröthen  ihm  eigentlich 


i  ;4  Sechstes  Buch.    Erlte*  Kapitel. 

eine  unnütze  Zuthat  fcheinen.    So  werden  die  mann» 
t  liehen  Hanfpflanzen  billig  ausgeriffen,  um  den  weih» 
liehen  nicht  die  Nahrung  zu  rauben.     Ohne  Grund 
meint  er,  dies  gefchehe,  ehe  die  Befruchtung  erfolgt 
fevn  könne.      Bey  der  Trennung  der  Gefchiechter 
habe  man  auf  die  Hülfe  des  Windes  zu  viel  gerech* 
net:   indefs  fey  es  wahrscheinlich ,  dafs  die  männli- 
chen Dattelpalmen  nur  dadurch  den  weiblichen  Nu- 
tzen ftiften,  da(s  aus  ihren  Blüthen  Mücken  fortflie- 
gen ,  die  die  Datteln  anftechen  und  he  dergeftalt  zur 
Reife  bringen.     Daffelbe  gefchehe  bey  der  Capntica« 
tion  der  Feigen  ,  die  in  Italien  nicht  vorkomme,  tin  i 
doch  werden  dort  die  Feigenfaamen  eben  fo  gut  voll- 
kommen:  daher  denn  der  Stich  der  Iniecten  viel- 
mehr das  Reifen  der  Frucht  befördere.    Die  Nekra- 
rien  unterwarf  P.  einer  forgfältigen  Unterfuchung, 
obwohl  er,  wie  aus  dem  obigen  erhellt,  den  Nutzen 
des  Honigfafts  blofs  in  die  Anfeuchtung  des  Embry- 
ons  fetzte*  r. 

-  Mit  die  fem  Werk  erfchienen  zugleich  elf  Disfer- 
tationen  oder  Vorlefungen ,  die  er  beym  Antritt  fei* 
nes  Lehramts  gehalten.  Hier  febickt  er  anatomifch- 
phyfiologffche  Grundbegriffe  voraus,  erläutert  dann 
den  .  Begriff  des  Kelches ,  der  Coro  II  e  und  der  Be» 
fruchtuhgstheile,  giebt  das  Piftill  als  den  wefentlich» 
ften  Theil  an  ,  und  geht  zur  Betrachtung  der  zufara- 
mengefetzten  Blumen  Über,  deren  Gattungen  und 
Arten  er  abhandelt.  Die  beygefügten  Kupfer  ent- 
halten Erläuterungen  feiner  Theorie.  Man  lieht  un- 
ter andern  die  Blüthe  von  Eugenia  lambos  t.  5.  f.  12. 
i3.  Die  fechste  Tafel  ift  intereffant,  weil  hier  die 
Perigynie  der  Staubfäden  fchon  dargeftellt  wird.  Auf 
der  zehnten  Tafel  find  die  wesentlichen  Tbeile  des 
Chameerops  humilis  abgebildet« 

Trefflich  hellte  Patrick  Blair,  ein  fchoUifcher 
Arzt  zu  Boftoa,  dann  zu  London»  die  Lehre  von 


Vorbereitungen.  1-5 

der  Befruchtung  auf.  Seine  Botanick  eßays*  Lond. 
1720.8.,  enthalten  viele  treffliche  Beobachtungen, 
reife  Gedanken  und  geprüfte  Grundsätze.  Er  tadelt 
TourneforVs  Syftem,  und  zeigt  umftändlich ,  dafs 
die  Pflanzen  in  demfelben  unrichtig  geftellt  find.  Er 
rühmt  an  Vailiant  und  Ant.  Juffieu,  dafs  Tie  dies  Sv- 
ftpm  eben  fo  zu  verbeffern  gefucht,  aJs  DiJienius  das 
Ray'fche  und  Boerhaave  das  Morifon  -  Hermann'fche. 
In  der  Lehre  von  der  Befruchtung  bemerkt  er  zuerir, 
dafs  keine  Vorherbiidung  des  Keims  in  dem  Ey  ftatt 
finde,  fondern  dafs  der  Pollen  zur  Belebung  des  letz- 
tern nothwenclig  fey.  Aber  materiell  könne  der  Pol- 
len nicht  in  den  Eyerftock  gelangen:  dagegen  ftreite 
die  gefchloffene  Befchaffenheit  der  Saugewarzen  und 
Härchen  des  Stigma,  dagegen  der  Mangel  eines  hoh- 
len Kanals  im  PiflilJ,  dagegen  ferner,  dafs  die  un- 
tern Reihen  der  Saamen  in  der  Tulpenkapfel  zuerft 
befruchtet  werden  ,  und  dafs  kein  Verhältnifs  zwi- 
fchen  der  Menge  des  Pollens  und  der  befruchteten 
Eyer  ftatt  findet. 


In  DeutfchJand  wurde  Rivinus  Methode  immer 
mehr  verändert  und  fcheinbar  verbeffert.  Rud.  Jak. 
Camerarius ,  den  wir  fchon  oben  (S.  25.)  anführten, 
zog  das  verfeinerte  Fruchtfyftem  allen  übrigen  vor, 
und  zeigte,  ddfs  die  Lage  des  Embryons  im  Eyweifs- 
körper  und  die  Form  feiner  Kotyledonen  die  wichtig» 
fte  Norm  der  Eintheilung  fey.  (tiph*  nat.  cur.  cent. 
10.  obf.  5.)  Job.  Ernft  Hebenßreit  dagegen,  in  Neu- 
ftadt  an  der  Orla  »702  geboren,  ein  eifriger  Schü- 
ler Rivin's,  eröffnete  feine  gelehrte  Laufbahn  mit 
hiltorifchen  Nachrichten  über  feines  Lehrers  Nachlafs 
und  einer  Vertheiiligung  des  Syftems  gegen  Dillenius. 
(De  continuanda  Rivinm um  induftriay  Lipf.  1726.  40 
Später  gab  er  Üejinitiones  plantarum^  Lipf.  1701,  4«> 


i;6  Sechstes  Buch,   Erftes  Kapitel; 

worin  er  eße Hoof Üichen  Charaktere  derer  Gattun- 
gen, hinzufügte,  die  in  Rivtns  Syftem  fehlten.  In- 
deffen  vermifsl'  man  feite'  Grundsätze  >  da  er  Ge* 
febmack,  Geruch  und  andere  Zufälligkeiten  zur  Un- 
terfcheidung  der  Gattungen  anwendet.  Als  er  aber, 
nach  feiner  Rückkehr  aus  Africa,  eine  Prof e ff ur  in 
Leipzig  erhalten ,  ,be wog  ihn  u npartey liehe; XJoterfu- 
chung  der  Nitur,  dem  Frucbtfyftem  zu  huldigen. 
(Disf.  de  methodo  plantar  um  e  fruetu  optima,  Lipf. 
i74o.  4  )  Kr>ftarh  1757,  an  den  Folgen  feiner  Sor- 
ge für  die  bey  Rofsbach  verwundeten  Krieger. 

.  Ein  Rivinianer  von  geringer  Bedeutung  war  Joh. 
Georg  Henr.  Krämer  $  aus  Ungern,  wie  es  fcheint, 
deffen  Tentamen  botanicum  auetum  et  emendatum , 
Vicnn.  1744^  fol.,  mit  Keckheit  das  Sexual  -Syftem 
angreift,  ohne  zureichende  Gründe  vorzubringen. 
Sein  Syfteni  felbft  ift  eine  fekfame  Verbindung  xles 
Rivinifchen  und  TourneforVfchen.  Das  letzlere 
focht  er  dadurch  zu  verbettem*  daXs  er  noch  mehr 
Förmeo  der  Corollen  anführt.  Ueberall  aber  nimmt 
er  mehr  auf  das  äufsere  Aofelin»  und  unwefentlicbe 
Theile  Rückficht,  als  es  fich  für  ein  künftlicbes  Sy- 
ftem zieuit.       /  "    Vuv.  !  :  '  ' 

Höchft  wichtig  waren  aber  Pet.  Ant  Michelis 
Bemühungen  um  die  Wifienfchaft.  In  Florenz  1*679 
geboren ,  ward  er  Auffeber  dds  grofsherzoglkhen 
Gartens  und  ftarb  1737.  Ein  Mann  von  feiten  er 
Gelebrfamkeit ,  außerordentlichem  Scharffinn  und 
rühmlicher  Beobachtungsgabe.  Um  das  Tour nefort'- 
fche  Syftem  auf  alle  Familien  anzuwenden ,  und  auch 
in  den  niedern  Organifroen  dfe  Gefchlecbtstheile 
nachzuweifen,  unternahm  er  die  gründlichste  Unter* 
fuebung  bisher  vernachläfGgter  Familien,  befand  ers 
der  Kryptogatniften.  Dafs  er  bey  diefer  Gelegen* 
heitt  da  er  überall  zwiefach  gebildete  Gefcblechts- 
theile auflachte,  fich  oft  täufeben  liefe,   war  wohl 

* 


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Vorbereit  tragen. 


177 


natürlich.  Aber  fem  Werk:  Nova  plantar  um  ge» 
neray  Flor.  1729.  fol.,  ift  ein  unfterbiiches  Denk- 
mahl feines  Forlchungsgeiftes.  Er  fah  zuerft  in  den 
Laubmoofen  die  Gefchlechtstheile  :  die  Saftfäden  hielt 
er  für  die  Antheren:  die  Piftille  für  das,  was  fie 
find.  O.  5g.  aa.  bb.)  Bey  den  Jungermannren  aber 
nahm  er  die  Keimhäufchen  für  Früchte,  die  wahren 
Kapfein  hingegen  für  männliche  ßlüthen,  (t.  .4») 
Bey  der  Salvinia  (t.  58.)  hielt  er  fogar  dieHaarbü-" 
fchel  auf  den  Blättern  für  Staubfäden.  Unter  dem 
Namen  Marfilea  begriff  er  fowohl  diefe,  als  eine  an» 
dere  Pflanze,  die  Tozzi  ihm  aus  Vall*  ombrofa  brach- 
te, die  tjch  aber  weder  in  Micheli's  Herbarium,  noch 
an  dem  angegebenen  Orte  wieder  gefunden,  und  die 
Willdenow,  aus  Südamerica  erhalten,  unter  dem 
Namen  Blandovia  aufgeteilt  hat.  iBerl.  Mag.  Z}  100.) 
Die  Fortpflanzungs-  Werkzeuge  der  Marchantia ,'  des 
Antbooeros,  der  Blaßa,  des  Sphaerocarpus,  der 
Targionia  und  der  Riccia  unterfuchte  er  gleichfalls, 
(t.  3.  4-  7-57.)  Bey  den  Lichenen  nimmt  er  die 
Keimhäufchen  als  die  eigentlichen  Fortpflanzungs« 
Organe  an,  und  zeigt  an  dem  Beyfpie)  der  Cenomy- 
ce  pyxidata,  dafs  aus  ihnen  Lichenen  aufsjehn.  (tc 
56.'  37.  41.  45.  46.  47.  49.)  Die  Schütteln  oder 
Tellerchen  hingegen  fleht  er  als  die  männlichen 
Theile,  und  die  Keimfchläuche  für  Staubfäden  an. 
(t.  36.  52.  F.  ö.)  Den  Bau  der  Linckia  zeigte  er 
genauer  als  Reaumure.  (t.  67.)  Auch  bey  den  Sphä- 
rien  glaubte  er  Dupiicität  der  Gefchlechtstheile  an« 
nehmen  zu  können,  wenigftens  zeichnete  er  zuerft 
die  Keimfchläuche  fehr  gut.  (r.  55.)  Auch  in  der 
Schlauchhaut  der  Schwämme  fand  er  doppelte  Ge- 
fchlechtstheile. (t.  65.  73.  76.)  Aus  den  Keimen 
der  Schwämme  fah  er  deutlich  junge  Pflanzen  auf« 
gehn.  (t.  77.) 


Geich,  d.  Botanik.    2.  J8. 


12 


D 


Sechstes  Back   Erltes  Kapitel.  • 

Aufs  er  diefen  wichtigen  Entdeckungen  machte 
Micheli  eine  Menge  neuer  Oattungen  bekannt,  die 
er,  PIumiersBeyfpiel  folgend,  nach' feinen  gelehrten 
Freunden  -nannte:  ZannichelJia,  Targionia,  Tozzia, 
Riccia,  Salvinia,  MarGlea,  Buonarota,  Vattifneria, 
Jungermannia„  Puccinia,  Franca  (Frankenia)  und 
Tillaäa  tragen  noch  jetzt  die  Namen,  welche  ihneu 
Micheli  beyjegte. 

Meifterhaft  find  überdies  feine  Unterfuchungen 
über  die  Riedgräfer,  die  KJee*  Arten  und  viele  an* 
dere  Pflanzen.  Abbildungen  von  Meerpflanzen  lie- 
gen, noch  unbekannt,  in  der  ßanks'ifchen  Biblio- 
thek. (Bibl.  Banks,  i,  197.) 

T 

Zweytes  Kapitel. 

'Ausbreitung  botanifcher  Kenntniffe 

durch  Reifen. 

• 

Die  Richtigkeit  der  Syfteme  und  Methoden 
kann  nur  durch  umfallende  Unterfuchung  der  man* 
nigfaltigfteo  Formen  geprüft,  nur  durch  Verglei- 
chung  fremder  Gewächfe  kann  die  Beftimmung  in- 
landifcher  berichtigt  werden.  Darum  trugen  auch 
Reifen  ip  ferne  Lander  in  dem  Zeitalter,  welches 
dem  Linne'fcheo  vorausging,  viel  zur  Berichtigung 
der  Syfteme  bey. 

Unter  den  Reifenden,  die  der  Botanik  in  jener 
Zeit  den  gröfsten  Nützen  geftiftet,  mufs  billig  Karl 
Plumier  zuerft  genannt  werden.  In  MarfeilJe  1666 
geboren,  legte  er  Geh  früh  auf  Zeichenkunft  und  Ma- 
lerei, trat  dann  in  den  Orden  derMinimi,  ging  nach 
Rom  und  ftudirte  unter  Boccone  die  Pflanzenkunde. 

Nach  feiner  Rückkehr  ward  er  mit  Garidel  in  Aix 

• 

und  mit  Tournefort  bekannt,«  durchfuchte  darauf  die 
bierifchen  Infein,  die  Provence  und  Languedoc ,  und 


1 


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Sechstes  Buch.    Zweytes  Kapitel«  179 

wollte  eben  die  auf  diefer  Reife  gefammleren  Pflan- 
zen, die  er  abgebildet,  in  Kupfer  ftechen,  als  Jof. 
Donat.  Surian  nach  Marfeille  kam ,  den  Ludwig  Xl V. 
nach  den  franzöfifcben  Kolonieen  in  Amerida  fchi- 
cken  wollte.  Diefer  fand  an  PJumier  folches  Gefal- 
Jen,  dafs  er  ihn  fich  zum  Gefährten  von  der  Regie- 
rung erbat.  Beide  gingen  darauf  1^90  nach  S.  Do- 
mingo: Surian  kehrte  mit  PJumier  im  folgenden  Jab> 
re  nach  Europa  zurück,  und  ftarb  in  Marfeille.  Plu- 
mier  aber  erhielt  mit  dem  Titel  eines  kön.  ßoiani- 
cus  die  Erlaubnifs,  noch  eininahl  nach  Weftindien 
zu  gehn,  von  wo  er  erft  1 6c^3  wiederkehrte.  Zum 
dritten  Mahl  gini;  er  W>g5  dahin  ab,  und  dachte  eben 
auf  feine  vierte  Reife  nach  America,  wo  er  befon* 
ders  Peru  befuchen  wollte,  als  ihn  zu  Gadix  1704 
der  To  I  übereilte. 

Diefer  Mann  hat  aufserordentlich  viel  geleiftet. 
Znerft  gab  er :  „  Defcription  des  plantes  de  l'Ameri- 
qne,  Paris  1693.  fol.„,  heraus,  worin  gröfstentheils 
Farrenkräuter  und  Aroiden  befchrieben  und  die  Una- 
riffe  derfelben  auf  1 07  Tafeln  dargeftellt  lind.  Dann 
erfchienen:  „Nova  plantarum  genera,  Parif.  1703. 
4.»>  als  Supplement  zu  Tournefort's  Inftitutioneo, 
mit  4o  Kupfern  1  worauf  ungefähr  120  neue  Gattun- 
gen erläutert  6nd.  Nach  feinem  Tode  kam  ein  köft- 
liches  Werk:  „Traite  des  fougeres  de  TAmerique, 
Paris  1705.  fol.„,  heraus,  wo  Farrenkräuter  und 
Pteroiden  meiiterhaft  abgebildet  uud  befchrieben  find. 
Viele  derfelben  hat  nach  ihm  Niemand  wieder  ge- 
funden. Durch  Schiffbruch  hatte  er  1400  Abbil- 
dungen americamfcher  Pflanzen  verloren.  {Lifters 
joumey  to  Paris,  p.  73.)  Von  diefen  rettete  Boer- 
haave  5o8,  welche,  nach  des  letztern  Tode,  an  Joh. 
Burmann  kamen,  der  fie  mit  Erläuterungen  heraus« 
gab:  „Plantarum  americanarum  Fafc.  1  — 10.  Amft, 
1755  — i7Öo.-foi.„,  262  Kupfer,   Noch  Gndiq  der 

1 12  * 


Igo  Sechstes  Buck«    Zweytes  Kapitel. 

■ 

Banks'ifchen  Bibliothek  3i2  Plumierfche  Abbil- 
düngen. 

Die  meiften  der  voo  Platnier  entdeckten  Ott- 
•  tungen  behielt  Linne  bey ,  als: 

Maranta  PJum.  t.  öS.  .  .  Arpirtla  t.  11.  .  . 
Oldenlandia  daf.  .  •  Rivina  t.  09.  .  .  ßroffaea  t. 
17.  .  .  Cordiai.  i4.  .  .  Rondeletia  12.  .  .  Tur» 
nera  daf.  .  .  Matthiola  6.  .  .  Lonicera  33.  .  .  Ta- 
bernaemontana  5o.  .  .  Cameraria  29.  .  .  RauteoU 
fia  4o,  .  •  Belonia  3i.  .  .  Lobelia  daf.  .  .  Su- 
riawa  4o.  .  .  Saururus  12.  .  .  Fuchfia  14... 
Cupania  19.  .  .  Ximenia  2t.  .  .  Pet*/ »eria  39.  .  . 
Pifonia  11...  Baiihhiia  t  3.  .  .  Parkinfonia  3.  .  . 
Malpighia  36.  .  .  Caejalptnia  9.  .  .  Bocconia  25. 
.  .  Triumfetta  8.  .  .  P/i/iia  11...  Marcgravia 
29.  .  .  Magnolia  7.  .  .  Mentzelia  6.  .  .  Mi/ff- 
iingia  daf.  .  1  Sloanea  i5.  .  .  Rueliia  2.  .  . 
felfia  22.  .  .  Grfnera  9.  ,  .  Columnea  53.  .  . 
Besleria  5.  .  .  Grrardia  12..  .  Barleria  3 1 .  .  . 
Bonität.  .  .  Qornutia  17.  .  .  Morifonia  23.  .  . 
Hernandia  4o.  .  .  Diofcorea  26.  .  .  Tragia  12.  . . 
Dalcrhampia  38,  .  •  Clußa  10...  Dorftenia  8.  . . 
Plukrnetia  1  3. 

Andere  wurden  von  Linne,  nach  angenomme- 
nen Grundsätzen,  verändert:  Cainito  t.  9.,  Chryfo- 
phyllum  L.  .  .  Caraguata  t.  33.,  TUlandfia  L.  .  . 
Arapabaca  t.  3i.,  Spigelia  L.  .  .  Rojoc  26.,  Morin- 
da.  .  .  Marigles  i5.,  Rhizophora.  .  .  Caroara  3., 
Lantana.  .  .  Caapeba  29.,  Ciffampelos.  .  »  Curu- 
ru  55.,  Paullinia.  .  .  Guazuma  18.,  Bubroma.  .  . 
Calaba  daf.,  Calophyllum.  .  .  labotapita  32.,  Oehna., 
.  .  Ceibadaf. ,  Bombax.  .  .  Guanabanus  10.,  W«» 
no/iÄ.  .  .  Sapota  4.,  Achras.  .  .  Icaco  5.>  CArv- 
fobalanus.  .  .  Mamei  4*  >  Mammea.  •  .  Monbia 
22.,  Spondias.  .  •  Nhandiroba  27.,  FevÜlea.  .. 
Tapia2i.,  Crataeva.  .  .    Cujeta  16.,  Crefcentia. . . 

1 


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Ausbreitung  botanifcher  Kenntniffe  durch  Reifen.    18 1 

Ifora  $7.,  Heikleres.  .  .  Hoddapail  39.,  Pifiia.  .  . 
Courbaril  36.,  Hymenaea,  .  .  Bonduc  3g.,  GuU 
landina.  .  ,  Manfanilla  daf.,  Hippomane,  .  .  tti. 
hai  3. ,  Heliconia.  .  .  Coa  45. ,  Hippocratea.  .  . 
Erefia  25.,  Theophrafia,  .  Valdia  24.,  Qvieda.  .  . 
Jan-raja  29.,  Rajania.  .  .  Caftorea  17.,  Duranta. 
Vanrheedia  18..,  Rheedia..  .  .  Mehrere  wurden  un- 
terdrückt, weil1  fie  zu  fchon  bekannten  Gattungen 
geborten.  Andere  find  aber  neuerlich  wieder  her* 
gelullt:  fo  Vanilla  t.  28.  Inga  t.  19.  Serjaniat.  35. 

Unter  der  zahllofen  Menge  von  Arten  bemer- 
ken wir  hauptfächlich  folgende: 

Ucricularia  foliofaVahl. ,  ic.  Burm,  i65.  f.  2.  .  . 
Piper  aduncum  amer.  77.  .  ,  P.  reticulätum  j5.  .  . 
P.  decumanum  76,  .\  P.  umbellatum  daf.  73.  .  . 
P.  obtufifolium  daf.  70.  .  .  P.  acuminatum  daf.  71. 
.  •  P.  difeachyon  daf.  67.  .  .  P.  maculofum  daf. 
66.  .  .  P.  peüucidum  daf.  72.  •  .  P.  rotundifoliiim 
daf.  69.  .  .  P.  trifolium  daf.  68.  .  .  P.  quadrifo- 
lium  je.  Burm.  242.  •  •  Hippocratea  ovata  Lam. 
daf.  88.  .  .  Comocladia  iliäfolia  daf.  118.  f.  1.  .  . 
Moraea  plicata  daf.  46.  f»  2»  •  *  Ficus  americana 
daf.  i32.  f.  1.  .  .  Pavetla  pentandra  daf.  i56.  f.  1. 
.  .  Exacum  verticillatum  81.  f.  2.  .  .  G/7ttf  /icj- 
oicto  ^59.  f.  2.  .  .  C.  cordifolia  daf.  f.  3.  .  .  C.  mi- 
crocarpa  daf.  f.  4*  •  •  Oldenlandia  corymbofa  212. 
f.  1.  .  .  Trapa  bicornis  67.  •  .  Pothos  acaulis 
amer.  t.  57.  .  .  P.  lanceolatus  daf.  62.  .  .  P.  ma- 
crophyllus  daf.  63.  .  .  P.  palmatus  daT.  64.  65.  .  . 
P.  crenatus  ic.  Burm.  09.  .  .    P.  cordatus  daf.  38. 

Rivina  octandra  dat.  241»  •  .  cuneifolia 
daf.  118.  f.  2.  .  .  Tournefortia  hirfutifßma  daf.  209. 
.  .  T.foetidiffima  220.  .  .  T*humilis  227.  .  .  X*. 
ferrata  228.  .  .  Theophrafia  americana  226.  .  . 
Conwlvulus  macrorrhizus  90.  f.  1.  .  .  C.  macrocar* 
pus  91.  f.  1.  .  .    C.  cörymbofus  89,  f.  2.  .  ;    C.  wr- 


Xßa  Sechstes  Buch.   Zweytes  Kapitel« 

m 

\ 

ticillatus  94.  f.  a,  .  .  C.  acetofaefolius  amen  105*.. 
C.  umbellatus  daf.  10a.  .  •  Jpömoea  umbellata  ic. 
Burm.  91.  f.  a.  .  »  /.  digUata  daf.  f.  t.  .  •  /.  hede- 
raefoüa  93.  f*  3.  .  .  Lfolanifolia  94%  f.  t.  .  .  Rande* 
letia  americana  141.  f.  i.  .  ,  Belonia  afper a  47,  .  . 
Coffea  occidentalis  156.  .  .  Hamellia  Chrysanth*  aig. 
f.  1.  .  .  H.  patens  daf.  .  -  Erithalis  fruticofa  249. 
f.  a.  .  •  Broffaea  coccinea  64.  f.  2.  .  .  Nicotiana 
urens  211.  .  .  Solanum  polyacanthon  224.  f.  1.  .  . 
Anguülaria  chryfophyüa  Lam.  80.  .  .  Strumpfia  arne- 
ricana  251.  f.  1.  .  .  Rautoolfia  nitida  236.  f.  1.  .  . 
cane/cens  daf.  f.  a.  .  .  Allamanda  cathartica  29.  .  . 
Erhites  Afperuginis  a6.  .  •  £  biflora  96»  .  .  Camera- 
ria latifolia  72.  f.  1.  .  .  C.  angufäfölia  daf.  f.  2.  .  . 
Tabernaemoncana  citrifolia  248.  f.  a*.  .  .  Cynanchum 
parvlßorum  215.  f.  1.  .  .  C.  crifpißorum  216.  f.  1.  .  . 
Afclepias  nivea  30.  .  .  Achyranthes  halimifolia  Lam. 
at.  f.  a.  .  .  K/iwx  Metopium  6t.  .  .  Aralia  arborea 
^48.  .  .  Bromella  nudicaulis  62.  .  .  2?r.  lingulata 
64.  .  .  Tillandfia  lingulata  74.  .  .  T.  ferrata  75.  f. 
[i.  .  .  T.  paniculata  257.  .  .  T.  monoftachya  2^8«  •  • 
Tradefcantia  geniculata  116.  f.  2.  .  .  Loranthus  ame- 
ricanus  166.  f.  1.  .  .  LimnocharU  emarginata  tiumb. 
115.  .  .  Petiveria  alliacea  219.  .  •  Dracontium  per' 
'tufum  am  er.  56.  .  .  Ximenia  americäna  ic.  Burm.  261. 
•  .  Fuchfia  triphylla  133.  f.  1.  .  .  Coccoloba  exco- 
riata  146.  f.  1.  .  .  Paullinia  curaffavita  111.  f.  1.  .  . 
P.  Cururu  daf.  f.  2.  .  .  Serjana  finuata  113.  f.  2.  .  . 
Celtis  micrantha  206.  f.  1.  .  .  Bauhin ia  aculeata  44. 
f.  1.  .  .  ff.  porrecta  daf.  f.  a.  .  .  Ca/jfa  Tora  76.  f. 
a.  .  .  C.  planißliqua  77.  .  .  C.  biflora  78.  f.  1.  .  . 
Caefalpinia  Grift a  6#.  .  .  Jufßeva  hirta  174.  f.  2.  .  . 
/.  octovalvis  275.  f.  c .  .  .  Melaftoma  fplendens  140.  .  . 
Samyda  ferrulata  f.  2.  .  .  Malpighia  urens  167. 
f.  1.  .  .    AI  aquifolia  168.  f-  i.  •  ?    M  coccifera  daf> 


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Ausbreitung  bot  milch  er  Kenntniffe  durch  Reifen.  lflj 

f.  2.  .  .  Banifteria  di^hotoma  13.  •  .  ß.  caerulea  14. 
•  .  B,  pur  pur ea  15«  •  •  B.  angulofa  am  er.  92.  .  • 
Triopteris  citrifolia  ic.  Burm.  16.  .  .  Oxalis  Plumeril  ' 
ai^.  f.  1.  .  .  Cactus  parafitl-us  19-r.  f.  a.  .  .  C.  mo»  . 
niliformis  198.  •  •  C.  paniculatus  Lam.  19a.  .  .  C. 
glomeratus  Lam.  toi.  f.  1.  .  .  Myrtus  virgultofa  108. 
f.  1.  .  ,  M.  coriacea  daf.  f.  a.  .  *  Eugenia  anguftifolia 
Lam.  207.  f.  2.  . .  Chryfobalanus  Icaco  15g.  .  Marc* 
gravia  umMlata  173.  .  .  Capparis  amplijfima  73.  f. 
2.  .  .  Muntin gia  Calabura  203«  ...  Sloan&a  dem  ata 
«44.  .  Mentzelia  afp+ra  174»  fr  t.  •  •  Corchorus 
hirfutus  104.  .  .  C.  ßliquofus  103.  f.  1.  .  •  C.  hirtus 
daf.  f.  2.  .  .  Magnolia  Plumerii  161»  .  .  Annona  qfiar 
tica  143.  f.  2.  .  .  C/ü/a  a/fax  07.  fc  1»  •  •  C/.  veno/* 
daf.  f.  2. 

Gerardia  tuberofa  75»  f.  2.  .  .  Gefneria  humilis 
133.  f.  2.  .  .  G.  grandis  134.  .  .  Craniolaria  137. 
.  .  Besleria  melittaefolta  48.  •  •  /«tea  49.  .-.  B. 
er  iß  ata  50.  .  .  Brunfelfia  americana  65.  •  •  Bigno- 
nia  ftans  54«  •  •  B.  aeqainoctialis  55.  Er...  jB.  mi- 
crophylla  daf.  f.  2.  .  .  ff.  paniculata  56.  f.,i.  .  .  B. 
Jiaminea  daf.  f.  2.  .  •  Ä.  longifßma  57.  .  •  B.  cruci- 
g^ra  58*  •  •  &  Unguis  amer.  94.  .  •  Lantana  trifolia 
ic.  Burm.  70.  .  .  L.  odordta  71.  f.  2.  •  .  Cornutia  py- 
ramidata  106.  f.  1.  .  .  Büchner a  elongata  17.  .  . 
Ruellia  coccinea  43.  f.%i.  .  .  Barleria  Jolanifolia  daf. 
f.  2.  .  .  Duranta  Plumerii  78*  •  •  Ovieda  fpinofa  256. 
.  .  Columnea  Jeandens  8g.  f.  1.  .  .  Pajjißora  rotundi*  * 
folia  138.  f.  1.  .  .  i\  heterophylla  139.  .  .  P.  pallida 
ariier.  89.  .  .  P.  ferrata  daf.  79.  .  .  P.  fuberofa  daf. 
88*  •  •  P  rubra  daf.  83*  •  *  ^  multißora  daf»  90.  •  # 
Murucuja  ocellata  Juff.  daf.  £7.  .  •  £&a  nudiflora  ic. 
Burm.  3.  .  .  &  americana  dat.  a.  .  .  $.  hederaefolia 
169.  f.  3.  .  .  Malachra  radiata  19«  .  .  Hibifcus  irUo~  * 
6ux  159.  .  ,   ü.  unilateral'is  160.  f.  x.  *  .    Pavonia  Spi* 


* 


■ 

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l8{  Sechstes  Buch.    Zweytes  Kapitel. 

> 

n\fex  f.  .  .    P.  coccinea  16g.  f.  1.  .  .    Morifonia  ame* 
ripa/ia  205.  .  .    Pölygala  Penaea  214.  f.  i„  .  .  Secu- 
ridaca  volubilis  247..  f.  1.  .  .    S.  virgata  24$.  f.  4,  .  . 
Ptcrocarpus.  lufißtus  201.  f.  a.  * .  .    Pt.  Ecaftaphyllum 

n,  2          Rudolphia  peltata  W.  102/  f.  1.  .  .  Pt- 

foXdin  Erythrina  a^3*  f.  i.  .  .  Teramnus  volubilis  an. 
.  .  Doiichos  articulatus  aaa.  .  .  D.  tuberofus  220.  •  • 
Clitoria  P lumer ii  Perf.  lotf*  .  .  Coronilla  fcandens 
I07.  f.  3.  .  .  Aefchynomene  Jenfaiva  149.  f.  a.  .  . 
hedyfarum  incanum  149.  f.  1.  .  .  Galega  toxicaria 
135.  •  •  Bubr.omß  Quozuma  144.  •  ,  Afcyrum  hype- 
ricoides  152.  f..  i».  .  .  Eupatorium  finuatum  123.  f.  1. 
.  *  £  fophujefolium  daf.  f.  a.  .  .  £  macrophyllum 
129.  .  .  fi  repandum  130.  f.  1.  .  .  Conyza  odoraia 
57.  .  .  C.  alopecuroides  98.  f.  1.  .  .  C.  virgata  daf. 
£.  2.  .  .  C  arborefcens  150.  f.  a.  .  •  Tuffdago  denta- 
ta  40.  f.  2.  •  •  XI  nutans  41.  f.  1.  .  .  /»w/a  aefiuans 
41.  f.  2.  .  .  i.  primulaefolia  Lam.  40.  f.  1.  .  .  /*ec/*i 
punctata  56.  f.  1.  .  .  P.  humifufa  95.  f.  2.  •  •  P.  ci- 
liaris  151«  £.  a.  .  .  Verbefina  gigantea  51.  •  •  K /ru- 
*zcq/a  52.  .  .  Buphehalmum  frutefcens  107.  I.  x.  ..  . 
&  repens  da£  f.  a.  .  .  Coreopfit  ch/ysantha  53.  f.  j.  . . 
C.  coronatu  daf.  f.  2,  .  .    Neottia  lanceolata  igi.  f.  2* 

•  •  /V.  quadridentata  183.  f.  1.  •  •  iV.  e7a/4  190.  .  • 
Cymbidium  cucullatum  179.  f.  1.  .  •  C.  coccinrum  i$o. 
f.  1.  .  .    C.  lineare  18*.  f.  1,  ,  .    C.  iuncifolium  ig4* 

1.  2.  .  .    C.  a/ium  189.  •  •    Epidendrum  ciliare  179.  f. 

2.  •  •  £  fecundum  i84*  f«  i»  •  .  £  cochleatum  105. 
I.  2.  .  .  £  biß  dum  186.  f.  i.  .  •  £  punctatum  187.  •  • 
Dendrobium  polyfiachyon  185.  fc  1.  .  .  6V«?/«  o/j/i/o« 
glojjbides  176.  f.  3.  •  .    Ariftplochia  bilabiata  32.  f.  i. 

•  •  if.  peltata  daf.  f.  2.  .  •  punctata  34«  •  •  ^. 
hilobata  amer.  106.  .  ..  Anguria  trilobata  ic.  Burrn.  22. 
.  *  if.  pedaea  23,  ^  .  if.  trifoliata  amer.  99.  .  .  Dor- 
/*e«ia  caulefcen;  ic.  Burm.  iao,  f.  1.  .  •    V"«*  ci/iam 

♦ 

*  •  • 


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Ausbreitung  botanifcher  Kenntniffe  durck  Reifen,    lfcs  • 

daf.  f.  a.  .  Sagiaarm  laaeifdlia  M6.  t  i,  .  .  £<?- 
gotiia  macrpphylla  45.  f.  x.  .  ■  .  B.  rotun&ifoUa  daf. 
infra.  •  .  Arum  heder  actum  aroer.  55.  .  •  Caladium 
auritum  Venten.  daf.  58«  •  •  C.  Seguinum  ddf.  60.  •  • 
C.  pinnatifidum  W.  daf.  51.  b.  53.  .  .  Pinus  occidenta- 
lis  ic.  Burm.  161. .  .  Plukenetia  volubilis  226.  .  .  Da- 
lechampia  fcandens  amer.  ioi.  •  •  Cm  ton  cafcarilloi- 
des  Lam.  ic.  Burm.  240.  f.  1.  .  .  Cr.  curifolius,  daf« 
f\_  a.  .  .  Cr.  paluftris  239.  f.  1.  •  .  Sapium  ilicifolium 
i$ri.  f.  i.  .  .  Trichosantnes  amar.a  amer.  100.  .  -  Bry 
Of/ia  americana  ic.  Burm.  66.  f.  1.  •  •  Br.  racemofa 
97.  •  .  Trophis  americana  67.  .  •  Vifcum  buxifolium 
*58'  f-  3-  •  •  V'ßavens  daf.  f.  4.  .  •  Rajania  haßaia 
amer.  98«  •  •  Ä.  cordata  ic.  Burm.  55.  f.  1.  •  •  Ä. 
quinqukfolia  daf.  f.  a.  .  •  Diofcorea  altifftma  117.  f.  2. 
. ...  /).  piperifolia  Humb.  daf.  f.  1.  .  .  //?ga  Unguis 
cati  ^.  .  ,  /.  circinalis  5-  •  •  /•  latifolia  9.  .  .  /.  *er- 
gemina  10.  f.  1.  .  .  Acacia  latifiliqua  6.  .  .  if.  /a- 
marindlfolia  7.  .  if.  Ceratqnia  g.  •  .  A  muricata  11. 
.  ..  Mimofa  polyftachya  (2* 

Acroßichum  citrifolium  fil.  116.  .  .  AAongifo- 
lium  135.  .  .  if.  villofym  427.  med.  .  .  if.  mufcqfum 
139.  .  •  if.  crinitum  125.  •  .  if.  peltatum  50.  A-.  •  • 
if.  trifoliatum  144.  •  •  if.  alienum  10.  .  .  if.  crucia- 
tum  4&  B.  .  .  il  Calomelanos  40.  .  .  if.  chryfophyl* 
lum  44.  .  .  -4.  acuminatum  W.  115.  :  .  Hemionitis 
lan Ceolat a  127.  •  •  Polypodium  pilofeUo'uies  utf.  •  . 
P.  Jerpens  121.  •  •  P.  heterophyüum  120,  .  .  P*  /ää- 
ceolatum  137.  .  .  P.  crafßfolium  123.  .  .  P.  Phyllk« 
tidis  130.  .  .  P.  repens  134.  .  .  P.  comofum  131.  .  . 
P.  trifurcaium  153.  .  .  P.  aureum  76.  .  .  P.  crifpa- 
tum  102«  B»  •  .  P.  afplenifolium  102.  A.  . ..  P.  Jus* 
penfum  und  flabeUiforme  87«  .  .  P.  incifum  91.  •  •  P. 
ö*i/*\r  85.  .  .  P.  pect  in  a  tum  8S-  •  •  P.  taxifolium 
89*  •  •    P.  Struthionis  £a.  .  .    P.  fquamaium  79.  .  . 


Diai 


186  Sechstes  Buch«   fcweytes  Kapitel. 

P.  Iprieeum  78.  >  .    P.  dulce  Lam.  80.  •  •    P.  crena- 
tum  nr.  •  •    P.  fafciale  Humb.  127.  B.  •  .    P.  tenui- 
folium  Hamb.  85«  •  •    P.  eitler cuum  W.  88«  •  •  Afpi~ 
dium  maninicenfc  mihi  145.  .  .    if.  articulatum 
.  .    A.  triangulum  72.  .  .    A.  femicordatum  113.  .  . 
A.  exahatum,  03.  .  .    if.  cordifolium  71.  .  .    i#.  /17m« 
j?Aa/<?  33.  .  .    if.  vUlofum  27.  .  .    Afplemum  per  rat  um 
124.  •  .    ^.  bifolium  13.  .  .    if.  obtufi/olium  67.  •  • 
if  pumilum  66.  A.  .  .    A.  falicifo/ium  öo.  .  .    ^.  eiiJ- 
Trifolium  59.  .  .    if.  dentatum  xoi.  .  .    if.  ftriatum 
18  19.  •  •   A  Iquamofum  103  •  •    Diplazium  undulo* 
fum  107.  .  .    Caenopteris  Chutaria  48  A.  .  .  Lo/i- 
dbifi;  r&pens  12.  .  .    JL.  aurifa  17.  .  .    L.  hirfuta  20. 
.  .    Pfpri*  lanceolata  132  .  .    Pf  trieufpidata  140.  •  • 
Pt.  für  rata  141.  .  .    Pt.  grandifolia  \o$*  «  .  Pt.fti- 
pularis  70.  .  .    Pf.  mutilata  51.  .  .    Pf.  aculeata  5-  •  • 
Pf.  caudata  29.  »  .    Pf.  trichomanoides  75-  •  -  Hff«* 
rza  lineata  143.*  .  .     Blechnum  occidentale  61.  .  • 
Adiantum  aeujeatum  94.  *  *    ^*  trapeziform*  95.  •  » 
Cheilanthes  microphylla  Sw.  58»  •  .     Vavallia  domm- 
genfis  mihi  7.  .  .     D.  clavata  101.  .  .    D.  trifoliata 
99.  B.  •  .    Cyathea  arborea  1.  .  .    C.  commutata  mihi 
14.  •  ♦    C.  afpera  3.  •  •    C.  horrida      .  .  Trichoma* 
nes  membranaceum  101.  A.  •  .    7V.  pyxidlferum  50. 
E.     »    Tr.  alatum  daf.  D.  .  .     Tr.  feandens  93.  .  . 
Uymenophyllum  hirfutum  50.  B.  .  .    f£  fericeum  73, 
.  .    Ojmunda.hirta  57.  ♦  .    0.  Phyllitidis  156.  .  .  0. 
cervinä  r  54.  .  .%    0  bipinnata  155.  .  .    ö.  adiantifolia 
158«  •  •    ö.  verticillata  160.  .  .    0.  ßliculaefolia  i6r. 
.  .    0.  hirfuta  16a.  .  .  Merten fia  furcata  28.  .  .  Da* 
aaaa  alata  109.  •  •    D.  nodofa  108-  •  •    Marattia  alata 
am  er.  12.  •  .  Botrychutm  virginicum  159.  .  .  Pßlotum 
triquetrum  170.  A.  .  , .  Ophiogloffum  palmatum  163. 
.  .    0.  reticulatum  164.  .  .     Lycopodium  lini folium 
166.  CC.  .  •    L.  rigidum  daf.  AA.  •  .  L.fiolonife» 

\-  ■  " 

•« 


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Ausbreitung  böUHÜcher  Kenntniffe  durch  Reifen,    ig 7 

rum  Sw.  43.  B.  .  •    £.  thyoides  Huinb.  165.  B.  .  *  I. 
acerofum  166.  B. 

Zu  dealleiben  Orden  der  Minimi  gehörte  Lud- 
wig Fe««7/<fe,  1660  in  der  Provence  geboren.  Er  hatte 
in  Marfeille  ftudirt,  war  alsdann  in  den  genannten 
geiftlichen  Orden  getreten,  und  hatte  fich  den  Bey- 
fall  feiner  Obern  in  folchem,  Grade  erworben,  dafs 
man  ihn  1700  in  den  Orient,  ijoZ  aber  nach  Weft- 
indien  fchickte.  Von  hier  kehrte  er  in  zwey  Jahren 
zurück,  und  ward,  nach  Plumier's  Tode,  1707  zum 
kön.  ßotanicus  und  Mathematicus  ernannt.  Er  woll- 
te darauf  wieder  nach  America  abgehn,  aber  widrige 
Winde  hielten  ihn  im  mittelländifchen  Meer  auf ,  fo 
daf*  ererft  1709  nach  Brafilfen  gelangte,  von  da  er  un- 
ter dem  Kap  Horn  durch  nach  Chile  und  Lima  ging. 
Zwey  Jahre  lebte  er  dort,  unaufhörlich  mit  aftrono- 
mifchen  Beobachtungen  und  Unterfuchnngen  von 
Pflanzen  befchattigt,  bis  er  1711  wieder  nach  Mar- 
feille zurückkehrte.  1724  ward  er  auf  die  canari-  . 
fchen  Infein  gefchickt,  um  den  Abftand  des  erften 
Meridians  von  Paris  zu  maffen,  und  ftarb  1752.  Da$ 
Tagebuch  feiner  Reife  er fchien  unter  dem  Titel: 
„  Journal  d'obfervations  faites  für  J es  eötes  Orientale« 
de  l'Amerique  meridionale,  tom.  1  —  5.  Paris  1714« 
1725.  4« » •    Hier  finden  wir  folgende  neue  Pflanzen : 

Graiiola  peruviana  tom.  2.  tab.  17.  .  .  »*w* 
mienta  repens  Ruiz.  etPavon.  daf.  t.  54.  .  .  Mayte» 
nus  Boaria  Molin.  daf.  t.  27.  f.  2.  .  .    Calceolaria  * 
pinnata  daf.  t.  7.  .  .      C.  falicifolia  däf.  f.  1. 
Acaena  argeneea  Ruiz.  et  Pav.  daf.  t.  4l-  f«  *•  •  • 
Gunnera  fcabra  Ruiz.  et  Pavon.  tom.  3.  t.  3o.  .  . '  .  • 
Bromus  catharticus  daf,  t.  1 .  .  .    Rubia  chilenfis  Mo«, 
lin.  tom.  i.  t.  45.  .  .    Guevina  Avellana  Molin.  tom« 
3.  t.  34.  .  .    Buddlea  globofa  daf.*  t.  38.  .  .  Gyno- 
gloffum  limenfe  tom.  3.  t.  49«  •  •    Lobelia  Tupa  daf. 
t.  29.  .  .    Lonicera  corymbofa  daf.  t.  45.  .  •  Daku* 


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188  Sechstes  Buch.   Zweytes  Kapitel« 

ra  arko/ea  <{af.  t.  46-  •  •    Nicotiana  paniculata  daf. 
t.  10.  .  .    Atropa  phyfalodes  daf.  U  1 6.  .  .  Solanum 
chenopodioiäes  Lam.  daf.  t.  24.  •  •     S.  quercjfolium 
daf.  t.  1 5.  •  •    &  muriaatum  daf.  t.  26.  .  .    S.  peru* 
vianum  tom.  1.  t.  .25.  f.  i.  .  .    5,  mon  Canum  daf.  t. 
46u  .  .    AaagaUisalternifoliaCav.  ib.t.2G.  f.  3.  .  . 
Viola  capillaris  Cav.  tom.  3.  t.  28.  .  .    Nertera  de- 
preffa  tom.  1.  t.  44*  •  •     Ceftrum  Parquidai.  r.  32. 
.  .     C.  auric ula tum  daf.  t.  20.  f.  2.  .  .    Chironia  chi- 
lenfis  tom.  3.  t.  35.  .  .     Quinchamala  chilenßs  tom. 
1.  t.  44*  •  •     Chenopodium  Quinoa  t.  10.  .  .  Hydro* 
cotyle  ?  citriodora  R.  et  P.  daf.  t.  i.'f.  2.  .  .  Oeno- 
thera  tenuifolia  Cav.  daf,  t.  55.  f.  2.  .  .    Linum  aqui* 
linum  daf.  t.  22.  f.  3.  .  .    Conanthera  bifolia  Ruiz.  et 
Pav.  tom.  1.  t.  5.  f.  1.  .  .    Herreria  ß  Hl  ata  tom.  5. 
t.  7.  .  .  ,  Pkalangium  coeruleum  daf.  t.  Ä.  .  .  PJu 
eccremorrhizum  R.  et  P.  tom*  1»  t.  21.  f.  i.  •  .  Ama- 
ryllis  tubißora  daf.  t.  20.  f.  1 .  .  .  .  A*  chilenfts  Herit. 
daf.  t.  21.  f.  5.  .  .    A.  flamme*  R.  et  P.  daf.  U  20  f. 
5.  .  .    A.  bicolor  Ruii.  daf.  t.  21.  f.  2.  .  .  Alftrö* 
mt'ria  Ligtu  tom.  3«  t.  4*  >  •        ^ellegrina  daf.  t.  5. 
.  .    if .  Salfilla  daf.  t.  6.  •  •    Pitcarnia  coarctata  tom. 
i.  t.  09.  f.  2.  ..  .     Tropaeolum  peregrinum  tom.  3. 
t.  42.  .  .    Vuchfia  coccinea  tom.  1.  t.  47.  .  .  CA/o- 
ra ßffilis  daf.  t.  i4*  f*  2.  .  .    Laurus  cau/tica  Molin. 
tdaf.  t.  20.  .  .    Ca/fia  fiipulacea  daf.  t.  42.  •  •  ^ufm 
fteva  peruviana  tom.  5.  t.  9.  .  .    Oxalis  rofea  daf.  U 
2J.  .  .    0.  conorrhiza  Jacqu.  daf.  t.  24.  .  .    0.  me~ 
galorrhiza  daf.  t.  25.  .  .     0.  crenata  Jacqu.  tom.  1 . 
t.  24*  f.      •  •    Euphorbia  laurifolia  tom.  3.  t.  2.  .  . 
JE",  portulacoides  daf.  t.  5.  .  .    Salpigloffts  finuita  Ruiz. 
et  Pav.  daf.  t.  21.  .  .  .  Eugenia  buxifoJia  Lam.  tom, 
i.  t.  5i.  f.  2.  .  .    Wintere,  aromatica  daf.  t.  6.  f.  1. 
.  .    Annona  tripetala  daf.  t.  17.  f.  2.  .  .  Dracone> 
phalum  thumaedryoides  Bai  bis  daf.  t.  1.  f.  1.  .  .  Bi* 
gnonia  radiata  tom.  3.  t.  22.  .  .    Loaja  acanthifolia 

< 

% 

■ 

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Ausbreitung  botanifcber  Kenntniffe  durch  Reifen«  189 

daf.  t.  4'»  •  •  '  Xuarefia  hißora  Külz,  et  Pav.  dal*,  t., 
48.  .  •  Verben*  erinoldes  R.  et  P.  tom.  1.  t.  25.  f. 
2.  .  .  ^.  chamapdryfolia  daf.  f.  3.  .  .  Criftaria 
betonicaefofia  Perf.  daf.t.  27.  f.  1.  .  .  Ferraria  Jxi- 
oides  W.  tom.  1.  t.  4-  f-  •  •  Pafftßora  tlllaffolia 
tom.  3.  t.  t2.  .  .  P.  punctata  daf.  t.  Ii.  .  .  Po/y- 
ga/a  theßoides  W.  daf.  t.  1 3.  .  .  Pforalea  glandulofa 
tom.  1.  t.  3.  f.  2.  .  .  Madia  fativa  daf.  t.  26.  f.  2. 
.  .  Cephalophora  glauea  Cav.  daf.  t.  45.  f.  2.  .  . 
Flaveria  Eupatorioides  Juff.  daf.  t.  14.  f-  2-  •  •  /fao 
charis  ivaefolia  tom.  3.  t.  57.  .  .  Galinfogea  parvi* 
ßoradzL  t.  32.  .  .  Neottia  diuretica  daf.  t.  17.  . 
Cytnbidium  virefcens  daf.  t.  1 9.  .  .  1 C.  luteum  daf.  t. 
20.  .  .  Peumus  fragrans  Perf.  daf.  t.  6.  f.  2.  .  . 
Momordica  pedata  daf.  t.  4l-  •  •  Coriaria  rufcifolia 
tom.  1.  t.  12.  .  .  ,  /rtga  Ingoides  W.  daf.  t.  19.  .  . 
Schmus  Areira  daf.  t.  3o.  •  .  Azolla  magellanica 
t.  o5. 

Auf  Feuill£e  folgte  Amadeus  Frezier,  Kapitän 
der  FelJmeffer,  (geb.  1682,  t  1773>)  der  in  den 
Jahren  1712  und  1713  Chile,  Lima  und  Magella- 
nien  befuchte.  Seine  Heifebefchreibung  hat  den  TU 
tel :'  „Relation  du  voyage  de  la  mer  du  Sud  aux  cd* 
tes  du  Chili,  du  Perou  et  du  Brefil,  vol.  1.2.,  Amft. 
1717.  12.,,.  Die  Pflanzen  werden  aber  nur  oberfläch- 
lich berührt. 

Viel  konnte  von  Auguftin  Lippi,  einem  Parifer, 
erwartet  werden ,  da  er»  1678  in  Paris  geboren ,  auf 
Fagon's  Empfehlung,  als  Arzt  einer  Gefandtfchaft, 
die  Ludwig  XIV.  1703  nach  Habeffinien  fchickte, 
Aegypten,  Nubien  und  einen  Theil  von  Habeffinien 
durchreifete.  Aber  die  Hand  eines  Meuchelmörders 
raubte  ihm  1 704  das  Leben.  .  Doch  Gnd  feine  Sa  mm» 
Jungen  noch  in  Paris,  und  Delisle  hat  eine  Menge 
neuer  Arten  beftimmt,  wovon  ich  einige  befitze;  als: 


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1  • 

iflo  Sechstes  Bach.  Zweytes  Kapitel«  ' 

lleliütropium  eriocarpon ,  Adonis  margin ata ,  Corono» 

pus  niloticus,  Areemifia  iJppii,  Inula  crifpa  u.  f.  f. 

Einer  der  beröhmteften ,  gelehrtsten  Reifen- 
den jener  Zeit,  deffeo  Reifen  auch  die  inannigfaltig- 
ften  und  fcbönften  Früchte  getragen  ,  war  Engelbert 
Kämpfer*  In  Lemgo  i65i  geboren,  ftudirte  er  an- 
fange in  Königsberg,  dann  in  Upfala,  wo  er  dem 
fchwedifchen  Abgeordneten  Lud.  Fabricius,  der  nach 
PerGen  ging,  als  Reifearzt  empfohlen  wurde.  Er 
begleitete  diefen  i6o3,  und  da  der  Gefamtte  im  fol* 
gen  den  Jahr  zurückkehrte,  fo  blieb  Kämpfer  in  Per- 
fien,  und  ward  bald  vont  Fürften  von  Tiflis  als  Arzt 
berufen.  Nachdem  er  Perlten,  Georgien  und  Arme- 
nien durchforfcht,  fo  ging  er  an  den  perfifchen  Meer- 
bufen ,  wo  damals  die  holländifcbe  Flotte,  nach  Oft- 
jndien  beftimmt,  lag.  Kämpfer  liefs  lieh  als  Wund- 
arzt aufnehmen,  und  ging  mit  an  die  Kalten  Ara- 
biens ,  nach  Ceylan,  Bengalen  und  Sumatra,  bis  er 
1^89  nach  ßatavia  kam,  wo  er  ein  Jahr  blieb.  Als 
Sin  folgenden  Jahr  ein  hollän*iifches  Gefchwader  nach 
Japan  gefchickt  wurde,  ging  er  ebenfalls  mit,  und 
befuchte  bey  diefer  Gelegenheit  Siam  und  Corea.  In 
Japan  blieb  er  zwey  Jahre,  -  und  benutzte  diefe  Zeit, 
die  Naturgefchichte  des  Landes,  die  Verfaffung  und 
Sitten  jenes  Volkes  kennen  zu  lernen.  Endlich  kam 
er  i6g3  nach  Europa  zurück,  und  blieb  bis  an  (einen 
Tod  (1716)  Leibarzt  des  Grafen  zur  Lippe. 

Ein  febr  wichtiges  Werk  find  feine:  „Amoeni- 
tates  exoticae,  fafc.  1  —  5.  Lemgov.  1712.  4* ,» >  .wel- 
ches die  Naturgegenftände  der  Länder,  die  er  gefehn, 
nebft  den  Alterthumern ,  Gebräueben  und  Sitten  der 
Perfer>  Araber,  Cbinefen  und  Japaner N  fchiMert. 
Die  japaniffhen  Pflanzen  machen, allein  den  fünften 
Fafcikel.  Sie  lind  ziemlich  gut  abgebildet  und  unter 
den  einheimifchen  Namen  befchrieben.  Mehrere  Ab* 


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Ausbreitung  botanilcher  KenntniHe  durch  Reifen,  i^i 

bildungen  gab  Banks  aus  Kämpfers  NachJafs  179t. 
fol.  heraus.    Folgende  find,  feit  Cieyer,  neu: 

Kämpf  er  a  Galanga  am,  902.  .  .  Ficus  pumila 
amoen.  8o5.  .  .  F.  erecta  ic.  4.  •  •  Fagara  Pipe> 
rita  am.  8^3.  /  .  Skimmia  iapanlca  ic.  5.  .  . 
gela  iaponica  ic.  45.  .  .  OphionhiZa  Mungos  am. 
532.  .  .  Paeder ia  foetida  ic.  9.  .  .  Putofporum 
Tobira  R.  Rr.  am.  797.  .  .  Hovenia  dulcis  am.  809. 
«  .'  Ferula  Afa  foetida  536.4  .  . .  Rhus  Vernix 'daf. 
792.  .  .  RLfuccedanea  daf.  79').  .  .  Jralia  iapo- 
nica ic,  10.  .  .  Lilium  cordifolium  ic.  4$«  •  •  t* 
fpeciofum  ic.  47»  •  •  "Ophiopogon  iaponicus  Ker.  am. 
824.  .  .  Funkia  iaponica  Spr.  ic.  11.  .  .  Cala- 
mus  Rotang  am.  552.  .  .  Diqspyros  Kaki  806.  .  . 
Nandina  dvmeftica  ic.  1 3.  1 4.  .  .  Daphne  odora  ic. 
16.  .  .  Hydrangea  hortenfis  var.  coerulea  am.  854« 
Sijo.  •  •  Phytolacca  octandra  am.  8.  9.  .  .  Mefpi* 
lus  iaponica  ic.  18.  .  .  Ternftrömia  iaponica  am. 
874.  .  .  illicium  anifatum  daf.  88 1.  .  .  Thea  viridis 
daf.  6o5.  voll  händige  Abhandlung.  .  .  Magnolia  to- 
mentofa  ic.  42.  •  •  obovata  ic.  43.  44*  •  •  Uvaria 
iaponica  am.  477»  •  •  Bignonia.  tomentofa  am.  860. 
.  .  B.  grandifiora  ic.  21.  •  .  J5.  Catalpa  am.  842. 
.  .  Volkamera  Kämpfen  ic.  58.  .  .  Clerodendron 
irichotomum  ic.  22.  .  .  DolUhos  cultratus  ic.  2Ä.  .  . 
D.  incurvus  Thunb.  ic.  39.  .  .  D.  angularis  ic«  4°» 
.  .  «  7).  hirfutus  ic.  41«  •  •  *D-  Soja  am«  838.  . 
C/iritf  trifoliata  am.  802.  .  .  Eupatorium  album  ic. 
26.  .  .  After  hifpidus  \c.  29.  .  .  lnula  iaponica  ic. 
3o.  .  .  Vanilla  anguftifolia  am.  869.  f.  1.  .  ., 
rides  ararhnites  daf.  f.  2,  .  .  Dendrobiunt  monilifor* 
me  am.  865.  .  .  Cymbidium ßriatum  ic.  2.  .  .  ifri* 
ftoloclüa  Kämpfen  ic.  49.  •  •  Aucuba  iaponica  ic.  6. 
32.  .  •  Begonia  grandis  ic.  20.  «  •  Quercus  glauca 
ic.  17.  •  .    Salisburia  adiantifolia  am.  811.  .  •  Cu» 

prefjus  iaponica  ic.  48  •  •  •    Brouffonttia  papyrjfer* 

* 

» 


Di 


.  1^2  Sechstes  Buch.    Zweytes  Kapitel. 

466.  .  .  Acacla  Nemu  W»  ic.  1 9*  •  ,#  Diofcorsa 
quinqueloba  ic.  i5.  .  .  Smilax  China  782.  .  .  Ta- 
xus macrophylta  ic.  24.  *  .  T.  nuetfera  am.  81 5.  .  . 
Dryandra  cor  data  ic,  23.  . .  Pteris  pilofoiloides  ic.3i. 


1  *  »  t 

Der  grofse  Umfang  des  ruffifchen  Reiche  und 
feine  Ausdehnung  von  den  wärmern  Klimaten  bis  an 
die  Polar- Gegenden»  und  Ober  weit  irehr  als  den 
halben  Umfang  der  Erde  von  Abend  nach  Morgen, 
verfprach  für  die  Flor  die  reichfte  Ausbeute.  Auch 
haben  die  Beherrfcher  diefes  Reichs  es  feit  Peter  I. 
Dicht  an  Aufmunterungen  für  Naturforfcher  fehlen 
laffen. 

Der  erfte,  der  das  aßatifche  Rufsland  unter- 
fuchte,  war  ein  Danziger,  t)an.  Gottl.  M*fferfchmia\ 
i685  geboren.  Die  Liebe  zur  Natur  trieb  ihn  1716 
nach  Petersburg,  von  wo  er  1720,  durch  die  Regie* 
rung  unterftützt,  nach  Tobolsk  ging.  Hier  traf  er 
den  Schweden  Tabbert,  nachmals  Stralenberg ,  mit 
dem  erdenObi,  Jenifei  und  die  barabinzifche  Steppe 
durchreifete.  Nach  zwey  Jahren  kehrte  Stoltenberg 
in  fein  Vaterland  zurQck,  Mefferfchmid  aber  blieb 
noch  drey  Jahre  in  Sibirien ,  und  befuchte  die  Tun* 
gnfka,  die  Angara,  die  Lena,  den  Irtifch,  die  daau- 
rifchen,  werchoturifeben  und  Altai- Gebirge.  Nach 
feiner  Rflckkehr  lebte  er  in  Petersburg  verborgen; 
häusliches  Unglflck  drdekte  ihn  zu  Boden ,  bis  er 
1730  ftarb.  Er  hat  nichts  herausgegeben:  Ammann, 
J.  G.  Gmelin  und  Pallas  machten  zum  Theil  bekannt, 
was  er  entdeckt  hatte. 

Zu  gleicher  Zeit  ward  ein  junger  Arzt,  Gottl. 
Schober,  von  Peter  I.  an  die  Ufer  der  Wolga,  ins 
kaspifche  Meer  und  in  das  nordweftliche  Perfien  ge- 
fchickt.  Diefer  hinterJiefs  mehrere  flandfebriften, 
tlie  Lerche  befafs.    Pflanzen  fammJete  er,  aber  ohne 


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Ausbreitung  botanifcbet-  KenntniiTe  durch  Reifen.  193 

fie  zü  bfefehreibeo,  {Lerthe  in  nov.  act.+nai.  cur.  5, 
app.  p.  198;  f.)  .  •     •.  - 

ßerflhmter  alt  diefe  ward  Job.  Chrift. tBuxbaum> 
in  Merfeburg  1694  geboren,  deaFx.  Hoffmanti  dem 
Grafen  Roman zow  empfahl,  als  diefer  den  Qefandt* 
fohaftapoften  in  Konftantinopel  annahm.  Er  beglei-  • 
tete  den  ruffifchen  Gefandten  nicht  allein  an  den  Ort 
feiner  Beftimmung,  fondern  durchreifete  auch  die 
Küftenländer  des  fchwarzen  Meers«  Kleinaiien  und 
Armenien.  Nach  feiner  Rückkehr  ward  er  bey  der 
neu  errichteten  Akademie  der  Wiffenfchaften  in  Pe- 
tersburg angeheilt:  allein  eine  häfsliche  Krankheit 
trieb  ihn  in  fein  Vaterland,  wo  er  17,30  ftarb.  Was 
er  im  Orient  gefunden,  und  aus  andern  Herbarien 
kennen  lernte,  das  trug  er  in  einem  Werk  zufamraen, 
deffen  Titel  ift :  „Plantar um  minus  cognitarum  cen- 
turiä  1  —  5.  Perrop.  1728  1740.  4»»j  worin  ein 
halbes  Taufend  morgenländifcher ,  auch  zum  Theil 
kap'fcher  Pflanzen  kurz  befchrieben  und  ziemlich 
roh  abgebildet  fiud..    Die  wichtigften  find  folgende; 

Saücornia  ßrobilacea  Willd.  cent  l.  tab.  10.  f. 
2.  .  .  S.  cafpica  da  f.  f.  1.  .  •  Corifpermum  fquar- 
rofum  3.  t.  55.  .  .  C.  pungens  Vahl.  daf.  t.  5b.  .  . 
Verqnica  gentianoides  1.  t.  35.  .  .  V.  biloba  daf. 
36.  .  .  V.  Orientalis  t  38.  .  ..  .  Vpectinata  daf. 
39.  f.  1.  .  .  V.  cymbalariaefolia  daf.  f.  2.  .  .  V  fi- 
liformis  daf.  4<>-  f-  1.  .  •  V.  agrejtis  var.  byzaatina 
daf.  f.  2.  .  .  Vergl.  Sibthorp ß  graec.  t.  8. .  .  V.  par- 
vifolia  V.  daf.  4t.  f.  2.  ...  prdunculata  Vahl.  daf. 
f.  1.  .  .  Ziziphora  Mußini  Adam.  3.  5i.  f.  2.  .  . 
Valeriana  atiiariaefolia  Adam.  2.  .11.  .  •  Cyperus 
hamulolus  MB.  4*  6°.  f.  1.  .  .  Polypogon  monspe» 
lienfis  5.  66,*f.  1.  .  .  Aegüops  fquarroja  1,  5o.  f.  1. 
.  .  Triticum  pectinatum  MB.  daf.  f.  3.  .  ..  Broihus 
AlopecurUs  5.  38.  f.  1.  .  .  Br.  inermis  daf.  4<>-  f.  2. 
.  .  Br.  lanceolatus  5.  app*  19.  •  •  Br.  confertus 
Geich,  d.  pottnik.  3.  ß.  1 3 


- 


I94  Sechf  tes  Buch.   Zweytet  Kapitel« 

MB.  4«  54»  f.  1.  .  .  Elymus  crinitu*  Schreb.  1.  5i. 
f.  1.  .  .  Auena  fragilis  daf.  39.  .  .  Hordeum  iu- 
hatum  1.  5a.. f.*  1.  -  .  Polycnemum  oppofitifotium 
Pall.  1.  3i  .  f.  1.  .  .  P.Jclerqfpermum  5.  58.  .  .  P. 
malacophyllum  MB.  l.  17.  f.  2.  •  .  Crucianella  mol- 
luginoides  MB.  2.  5o.  f.  t.  .  .  V alantia  Cuculiaria 

1.  19.  f.  2.  .  .  Cufcuta  monogyna  daf.  23.  .  •  ^n« 
cJu//i  Ju*«i  MB.  3.  29.  .  .  Symphytum  Orientale  5. 
68. ...  .    Lycopßs  echioides  1. 1.  .  •    L.  obtufifolia  W. 

2.  1 3.  f.  2»  .  .    Onofma  caerulea  W.  daf.  14.  •  •  £7* 
ßmachia  dubia  1.  53.  .  .   Campanulä  lamiifolia  Adam. 
5.  18.  .  -    C.  ruthenica  MB.  daf.  t.  19.  .  .  ifeafas 
po/zfica  5.  6g.  •  .    Sal/ola  glauca  MB.  1.  i3.  .  .  S. 
rigida  1.  14.  f.  1»  .  .    5.  craffa  MB.  daf.  f.  2.  .  .  S. 
pr  oft  rata  daf.  i5.  .  .    &  hyjjbpifoüa  daf.  16.  •  .  &. 
fedoides  3.  49.  .  .    S.  vermtculata  daf.  t.  1 1.  f.  2.  .  . 
Anabafis  foüofa  1 .  19.  f.  t.  .  .     Ferula  meoidet  1. 
42*  •  •      Caucalit  orientalis  3.  28.  .  •  Paftinaca 
pimpineUifoiia  MB.  3.  27.  .  .     Laftrpüium  aureum 
1.43.  >  *    Statine  acerofa  Willd.  2.  10.  .  .  Linum 
luteolum  MB.  5.  59.  .  .    Evolvulus  linifotius  2.  3o. 
f.  3»#.  .    Allium  fibiricum  4.  45.  •  •    Afphodelus  pro- 
Ufer  MB.  2.  36.  f.  2.  .  .    Aiparagus  verticiüaris  5. 
ftpp.  37.  .  ,    Lachenalia  tricolor  3.  20.  .  .  Atrapha- 
xis  fpinofa  \%  3o.  •  .    £rica  a6iV/i«a  4.  41.  .  .  £. 
coerjulea  4.  45.  .  •    Polygonum  undulatum  2.  3i.  .  . 
Sophora  alopecuroidrs  3.  4&  •  •  villofa  MB. 
2.  28.  f.  1.  .  •    Ä.  linifolia  daf.  f.  2.  .  •  Reaumurm 
ciftoldes  Adam.  2.  35.  .  .    Saxtfraga  hederacea  2. 
45.  f.  2.  .  .     Gypfophila  perfoiiata  3.  61.  .  .  &- 
afam  fpurium  MB.  5*  61.  f.  2.  .  .    Süene  ßmbrimta 
Spr.  3.  57.  •  .    Euphorbia  tuber  o/a  2.  20.  .  .  £. 
denticulata  Lam.  daf.  27.  f.  2.  .  .    £  micrantha  MB. 
2.  25.  .  .  v  Lythrum  acuminatum  W.  i.  47.  f.  1.  .  • 
Äw£ux  arcticus  5.  <>6.  .  .     Potentilla  pimpineüoides 
1.  48.  .      JP.  bifurca  1.  49.  f.  1.  .  .    Helieborus  rm* 


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Ausbreitung  botanircher  K«nntniffe  durch  Reifen.  195 

nuncuünus  1.  22.  .  .  Nep*ta  Mujfmi  Spr.  3.  5o.  f. 
1.  .  .  Marrubium  aftracanicum  3.5o.  f.  2.  .  .  Phlömis 
tuberofa  1.6.  .  .  Dracocephalum  altaicum  i.  7.  .  . 
Rhinanthus  trifidus  1.8...  /Intirrhiaum  g  au^um 
4.  37.  ...  Orobaache  alba  WiIM.,3.  2.  .  .  0.  coe- 
raten  daf.  t.  1 .  f .  2.  .  .  CW/7a  betonicae/o/ia  1.21. 
.  .  Digitalis  frrrvginea  5.  4$  >  •  •  Ifatis  armeniaca 
1.4*  •  •  lufitanica  daf.  5.  .  .  Clypeola  l -ftocar* 
pa  Juff.  1.  2.  f.  2.  .  .    Myagrum  chlor aefolium  W. 

1.  3.  f.  1.  .  .  Pugionium  cornutum  1.  9.  f.  1.  .  \ 
Lepidium  fpinofum  2.  34*  .  •  L.  veficarium  1 .  26.  .  . 
Thlafpi  arabicum  1.  2.  f.  1.  .  .  Cheiranthus  cufpida* 
ius  2.  33.  f.  1.  .  .  Hefperu  cretacea  Adam.  2.  32. 
f.  i .  .  .  ifra6w  reefa  Vill.  2.  33.  f.  2.  .  .  Rapha* 
nus  iauricus  3.  73.  .  .  Oleome  ornithopodioides  1 .  9. 
f.  2.  .  .  Brodium  oxyrhinchum  MB.  2.  4&-  •  •  ' 
Polygala  andrachnoides  3.  70.  f.  2.  .  .  P.  bracteo* 
lata  daf.  71.  .  .  Orobus  hirfutus  3.  4».  .  .  *  O.dl* 
gitatus  MB.  2.  38.  .  .  Lathyrus  angulatus  daf.  42*  1 
f.  2.  .  .  Im  ineurvus  daf.  44-  •  •  W<?*a  bithynica 
daf.  45-  f  2.  .  .    Coronilla  cappadöcica  W.  2.  4°*  ?• 

2.  .  .  Hedy  forum  Buxbaumii  MB.  2.  42*  •  •  Afira* 
galus  virgatus  5.  37  .  .  A.  brachycarpos  MB»  daf. 
38.  f.  1.  .  .  4.  longiflorus  Pall.  daf.  3*.  f.  2.  .  .  i*. 
eontortuplicatus  daf.  39.  .  .  if.  galrgiformis  daf.  4°» 
.  .  Oxytropis  lunata  Cando)].  daf.  3S.  f.  2.  .  .  Oo« 
rycnium'lati/olium  Willd.  t.  32.  f.  1.  .  .  Scorzonera, 
gr  amini fölia  2.  21«  .  .  Lactuca  fonrh/folia  W.  5. 
app.  36.  ,  .  Chryfocoma  villo/a  2.  18.  f.  1.  .  .  Py 
rethrum  carneum  MB.  20.  .  .  Achillea  filieifolia 
MB.  2.  19.  .  .  Siegesbekia  Orient  ah  s  3.  52.  .  . 
Centaurea  nitens  2.  i5  f.  1.  .  .  C.  Baifamita  i$. 
16.  .  .  Satyrium  cucullatum  Sw.  3.  8.  .  .  5.  corü- 
folium  5.  10.  .  •  Coryrium  crifpum  daf.  11.  •  •  C 
veftitum  daf.  12.  .  .  Pterygndium  catholicum  daf. 
21.  .  .    Arißolochia  poaiica  Lam.  1.45.  .  .  Corcs 


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Sechstes  Buck.    Zweytes  Kapitel. 


Buxbaumii  4*  5g.  .  .  .  C  fecalina  Hoff.  l.  54-  . 
Smilax  excelfa  i.  27.  .  .  Acacia  Stephaniana  W. 
3.  48.  .  .  Tortula  Jubtdata  2.  2.  f.  3.  .  .  Buxbau- 
mia  aphylla  2.  4*  f.  2.  .  .  Dicranum  midtifetum  daf. 
f.  1.  .  .  Fi/ckj  falicifolius  5.  65.  f.  1.  .  .  F.  AphyU 
lanthos  2.  9.  f.  1.  .  .  F.  «Serra  2.  8.  f.  3.  .  .  «Hyd» 
cum  Erinaceus  1 .  56.  f.  1 .  .  .  //.  Aurlfcalpium  1 .  57. 

Sobald  die  Kaiferinn  Anna  zur  Regierung  kam, 
fuchte  fie  die  Naturfchätze  ihres  u n er mefs liehen  Hei« 
ches  bekannter  zu  machen.  Zu  dem  Ende  fchickte 
fie  febon  1732  zwey  Gelehrte,  Traug.  Gerber  und 
Heinzelmann%  in  das  öftliche  Rufsland.  Gerber  ging 
an  die  Ufer  des  Don  und  der  Wolga,  fchickte  feine 
FJor  von  Mofcau  an  Haller,  (bibl.  bot.  2,3i8.),  ward 
Feldarzt  im  finoifchen  Kriege,,  und  ftarb  zu  Viborg 
1743.  Heinzelmann  befuchte  den  Ural,  das  Gebiet 
von  Orenburg  und  einen  Theil  der  Tatarey.  Was» 
er  gefunden,  machte  zum  Theil  Ammann  bekannt. 

Sehr  wichtig  war  die  Sendung,  welche  Kaife- 
rinn Anna  zur  Unterfuchung  des  fernften  Oftens  ver- 
anftaltete,  an  deren  Spitze  ein  trefflicher  Däne ,  Veit 
Bering,  ftand,  der  kaum  aus  Kamtfchatka  surflckge« 
kehrt  war.  Denn  Bering  war  1728  nach  Kamtfchat- 
ka gegangen,  und  hatte  von  da  die  Fuchsinfein , 
Alafchka  und  die  Nordweftkttfte  von  America  bis 
zur  Beringsbay  befucht.  Jetzt  wurden  Job.  Georg 
Gmelin,  ein  Tübinger,  (geb.  1709,)  der  feit  1727 
in  Petersburg  gelebt  hatte,  Stephan  Krafcheninnikow 
und  einige  Maler  und  Künftler  beordert,  die  Natur- 
gefchichte  des  öftlichen  Afiens  zu  unterfuchen.  Ih- 
nen wurde  nach  fünf  Jahren  Georg  Wilh.  Steiler^ 
aus  Weinsheim'  in  .Franken ,  bey gefeilt,  ein  Jüng- 
ling von  .unglaublichem  Eifer,  grofser  Ausdauer 
und  vielen  Talenten.  Er  und  Krafcheninnikow 
folJten  Kamtfchatka,  und  was  noch  öftlicher  Hegt, 
unUrfucben.    Sie  fegelten  aus  dem  Peter -Pauls «Ha- 


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Ausbreitung  botanifcher  Kenntniffe  durch  Reifen.  197 

fen  nach  den  Fncbsinfeln,  befuchten  die  gmericani- 

fche  Küfte,  muteten  aber,  da  fie  zurückkehrten,  auf 
der  Berings  -  Infel  bleiben,  wo  Bering  (i74!  )  elend 
umkam.  (Neue  nord.  Beytr.  B.  5.  6.)  Steiler  er- 
reichte, auf  einem  von  feinen  Gefährten  erbauten 
Fahrzeug,  im  folgenden  Jahr  den  Peter  *  Pauls- Ha- 
fen, in  Kamtfchatka  blieb  er  noch  einige  Jahre, 
kehrte  dann  zurück,  ftarb  aber  1746  zu  Tjumen 
am  Tura.  Er  hinterliefs  eine  Befchreibung  der  Be- 
rings--Infel ,  die  Pallas  bekannt  gemacht  hat.  {Neue 
nord,  Beytr.  B.  2.  S.  255.  f.)  Zweyhundert  und  elf 
Pflanzen  fand  er  auf  jenem  öden  und  traurigen  Ey- 
land,  worunter  intereffant  find;  Cornus  fuecica,  San- 
.guiforba  canadenfis,  Heuchera  americana,  Trillium. 
erectum,  Andromeda  polifolia,  Tiarella  trifoliata, 
Kubus  arcticus  und  Chamaemorus ,  Coptis  tnfoliaSa- 
Jisb.,  Fumaria  Cucullaria ,  Betulanana,  Polypodium 
fragrans,  Pteris  pedata,  Lycopo  lium  rupeftre  u.  f.  w. 

Unterdeffen  hatte  Joh.  Georg  Gmelin  mit  fei- 
nen Gefährten,  dem  Hifforiker  Gern.  Friedr.  Möller 
und  dem  Mathematiker  Lud  w.  de  flsle  de  laCroyere, 
alles  angewandt ,  um  Sibirien  in  feinem  ganzen  Um- 
fange kennen  zu  lernen.  1734  durchreifeten  fie  die 
Gegenden  am  Ob  und  Tom  bis  in  die  Kalmückeyt 
im  folgenden  Jahr  befuchten  fie  die  Landfchaft  jen- 
feits  des  Baical :  1706  und  1707  brachten  fie  an  den 
Ufern  der  Lena  zu,  die  fie  bis  zum  62ften  Grade  hini- 
aufwiegen.  Im  folgenden  Winter  verlor  aber  Gme- 
lin zu  Jakutzk  durch  eine  plötzlich  entftandene 
Feuersbrunft  alle  gefammelte  Schätze,  alle  Bücher, 
alle  Handfchriften  und  feine  fämmtliche  Baarfchaft 
und  Habe.  Dies  beugte  indefs  feinen  Muth  fo  we- 
nig, dafs  er,  nach  erhaltener  neuer  Unterftützung, 
fich  vorfetzte,  alles  von  neuem  zu  fammlen.  Er  be- 
fuchte  1739  den  Jenifei  und  alles  Land,  was  zwifchen 
dem  5i  und  66°  N.  ß.  liegt.    Dann  ging  er  1740  an 


198  Sechites  Bach.    Zweites  Kapitel. 

•  f 

den  Ob  rurück,  befuchte  im  folgenden  Jahr  die 
Kchimskifche,  barabinzifche  und  andere  Steppen, 
1742  Ifetzkoi  und  die  nahen  Gebirge,  und  endlich 
kehrte  er  nach  zehnjährigem  Aufenthalt  zurück*  Er 
ward  Prof,  der  Naturgefchichte  bey  der  Akademie  in 
Petersburg:  doch  trieb  ihn  Kränklichkeit  und  Sehn« 
fucht  nach  vier  Jahren  in  fein  Vaterland,  wo  er  1755 
ftarb. 

Zuerft  wurden  Gmelins  Entdeckungen  zont 
Theil  bekannt  gemacht  vop  Joh.  Ammann ,  Paul'f 
(S.  36.)  Sohn,  der  Akademiker  in  Petersburg  war, 
(geb.  1707,  i*  1741)*  Diefer  hatte  fowohl  von 
Heinzelmann  nnd  Gmelin  Saamen  und  Pflanzen  er- 
halten, a|s  auch  Mefferfchmid's  Tagebuch  benutzt« 
go  gab  er:  „Stirpium  rariorum  in  imperio  rntheno 
fponte  provenientium  icones  et  defcriptiones,  Petrop. 
1739.  4.  ,>>  heraus.  Da  fich  Ammann  entweder  tro* 
ckener  Exemplare  bediente,  oder  die  Pflanzen  aus 
Saamen  im  akademifchen  Garten  gezogen  kannte; 
fo  find  Abbildungen  und  Befchretbungen  nicht  immer 
die  genaueften.  Folgende  Arten  kommen  hier  zu» 
erft  vor : 

V er  omca  fibirica  t.  4.  .  .  Fedia  fibirica  t.3... 
Conus  altiä  t.  3a.  .  .  Hypecoum  erectum  t.  9.  .  . 
MtJJerfchmidia  Arguzia  p.  19.  .  .  Rhamnus  davuri* 
cum  t.  33.  .  .  Gehtiana  aquatica  t.  1.  f.  1.  .  •  <Sfa- 
tipjg aurea  t.  18.  f.  2.  .  Sibbaldia  erecta  t.  i5.  .  . 
Stelltra  Chamäejafm*  t.  2.  .  .  Rhododendron  davu- 
ficum  t.  27.  .  •  Sfrllarin  radians  t.  10.  .  .  Srdum 
'/LizoonX.  11.  .  .  Amygdalus  nana  t.  3o.  .  •  Pru* 
nus  fibirica  t.  29.  .  .  Pyrii*  baccaia  t..  3i.  .  .  Po» 
tentlUa  veriiciliarU  t.  t6.  .  .  P.  jruticofa  t.  17.  .  - 
P.fioribunda  Pbrfh.  t.  itf.  f.  1 . . .  Ranunculus  reptans 
t.  i3.  f.  1.  .  .  Ä  falfuginofut  daf.  f.  2.  .  .>  Ifopj- 
tum  fumarioides  t.  12.  •  .  Leonurus ßbiricus  t.  8.  .  . 
Cymbaria  davurica  t.  1.  .  .    Fumatia  fibirica  t.  20. 


Antbraitmff  iMtnifcher  K«&atmifte  durch  Beifon.  199 

"  Oröbut  lathyrct&s*:?.  f.  2.  .  .  Robinia  py* 
gmafa  t.  35.  t  .  Oxytropis  tanata  1. 19.  f.  u  .  . 
myripphylla  daf.  f>  2.  .  .  Cinerari*  fibirica  t.  *4-  -  * 
Artemifia  annua  t<  a3.  .  .  Cypripedium  guUatum  t. 
22.  .  .  Cmacranthon  W.  t.  ai.  -  .  l/rijca  canna» 
ii/ia  t.  a5.  .  .    Ephedr*  monofiachya  t.  aS, 

Wir  erwähnen  noch  der  Abhandlung  von  Am* 
mann  über  verfchiedene  Farrenkräuter,  (comment. 
acad.  petrop.  10.  p.  278.),  worunter  mehrere  fehr 
feltene  tmd  noch  nicht  ganz  aufgeklärte. 

Gmelins  flora  fibirica*  tonn.  1  —  4-  Perrop. 
17^7  —  1769.,  mitvUögefähr  400- Abbildungen,  .ilt 
eines  der  vorzüglich ften  Werke  unferer  Literatur. 
Sehr  intereffant  ift  der  Vorbericht  aber  Lage,  Klima 
Sibiriens  und  die  geogröphifcbe  Verbreitung  der 
Pflanzen.  Diefe  werden  in  natürlicher  Ordnung  auf- 
geführt, auch  Steller's,  Hkinzelmann  s ,  Meffer- 
fcbmid?a^  Gerbers,  Schobers,  Krafcheninnikows 
und  anderer  Mittheilungen  benutzt.  Die  wichtigften 
Pflanzen  find  folgende: 

Polycnemum  fibiricum .  Pall.  tom.  3.  tab.  a3. 
f.  1.  .  .     Fedia  rupeftris  Vahl.  3.  24.  .  .  Iris 
kumilis  MB.  t.  5.  1.  .  .    Melica  pyramidalis  Lam. 
1.  19.  U  \.  .  .     Fefouca  elätior  1.  ai.  .  .  dve- 
na  fibirica  1.  aa.  .  •    Elymus  arenarius  1.  25. 
M*  fibiricus  1.  28.  .  .     7>i*knm  imbricatum  MB. 
1.  a3.  .  .    Ä?nn^>  wcrnnica  2.  87.  .  .    Sc  i/Jtfw 
/,  daf.  88.  .  .    Pulmonaria  fibirica  4.  3g.  .  .    A «- 
*rc/«c*  filiformis  4*  44-      4-  •  •     A  lactiflora 
Fifch.  4.  43.     a.  A.  .  .    Prima/a  cortufoides  4.  45* 
f.  t.  .  .    Pr  fibirica  4.  4&  f.  1.  •  •    Cormji  (?me/ini 
4.  43.  f.  1.  .  .    Phlox  fibirica  4.  46;        '•  •  Cam' 
nanula  lUiifolia  3.  26.  .  .    G  grandiflora  daf.  a8. 
G  /it-irie*  daf.  29.  .  .    G  punctata  daf.  3o.  .  •  C. 
fJmWi/ii  mihi  daf!  33. .  .  Viola  uniflora  4«  4*.  f-  5  -  ♦ 
F.  iaiiceofc«*  daf.  49-  f  •  2.  •  •    Chcnopodium  arifta* 


200  Sechstes  Buch*    Ziweytes  Kapitel«  , 


3,  iS.'f.  i.  .  .  Atriplevc  tatarUa  daf.  ifa  f.\im 
Salfola  verrucofa  MB.  3.  2 1 .  f.  2.  .  .  5.  ericoi- 
des  daf.  f.  1.  t.  19.  f.  1,  *.  Swertia  dichotoma  4. 
53.  f.  1.  .  ..  ä  corniculata  daf.  f.  3.  .  .  Qtnüana 
dichotoma  dafv  5  1 .  B.  .  .  (r.  adfeendens  daf.  f..  A.  .  . 
(7.  macrophylla  daf.  52.  .  .    JUgufticum  fibiricum  Spr. 

I.  4o.  f.  1.  2.  .  .  Heracleum  fib'nicum  daf,  5o.  .  . 
Selinum  ftbiricum  daf.  43-  .  »  Anthrijcus  nemorofa 
Spr.  daf.  49*  a.  .  .  Ugußicum  vaginatum  Syr.  44. 
.  .  Cnidium  apioides  Spr.  -46- '•  v  PeucedanwjL'ile* 
tenfe  Spr.  daf.  42«  •  •  P.  album  4*>  •  •  V.iburnum 
davuricumo.  2.5.  .  .  Statice  fuffrutieofa  2.  .88.  L  2. 
3.  .  .  S*.  Gmelini  daf.  90.  .  •  St*fp*ciofq.  daf.  9U 
f.  1.  .  •  ^«S*.  fpicata  daf.  f.  2.  .  .  «St.  tatafica  daf. 
92.  .  .    Allium  obliquum  1.  9,  .  #    A.  ramofiim  dmU 

II.  f.  1.  .  .  Jrf.  nutans  daf.  12.  .  .  if.  linear*  daf. 
i3.  i4*  •  .  4»  tenuiffimum  daf.  i5.  f.  3.  .  .  A.  Stei- 
fe rian  um  W»  daf.  16.  f.  i.  2.*.  .  A.  globofum  MB. 
1.  10.  .  .  Convallaria  trifolia  1,  6.  .  .  Iuncus 
holtnicus  WahJenb.  1.  17.  f.  2.  .  .  Melatuhium  fibU 
rict/m  1.  8.  .  .  xric«  bryantha  4-57.  f.  3.  .  .  £. 
Stiller iana  daf.  f.  2.  .  .  Andromeda  lycopodioides 
daf.  f.  1.».  Polygonum  oereatum  3.  8.  .  .  P.  fericeum 
daf.  9.  f.  .2.  .  .  P.  undulatum  daf.  10.  .  .  P.  fa- 
tarjeum  daf.  i3.  f.  1.  .  .  Rhododendron  Chrysan- 
th um  4.  54*  •  •  Saxi/raga  bronchialis  4*  65.  f.  2.  .  , 
&  crafftfolia  daf.  66.  .  .  Mitella  nuda  daf.  68.  f.  2. 
.  .  Arenaria  graminifolia  Willd.  daf.  63;  f.  2.  .  . 
S<?*7/m  hykridum  daf.  67.  f.  1.  .  .  S.  Jpinofum  WiUtf. 
daf*  67.  f.  2.  .  .  Cftraftium  maximum  jd&(.  62.  f.  2» 
•  .  Peganum  davuricum  daf.  68.  f.  .  Nitraria 
Schoben  2.  98.  .  .  Euphorbia  procura  MB.  2.  94.  .  . 
fyiraea  forbifolia  3-46.  .  .  Potentilla  penfylvanica 
3.  34.  £  1.  *  .  P.  grandiflora  daf.  35.  f.  1."  .  .  P. 
jRvea  daf.  36.  f.  1.  .  .  P.  ftipularis  daf.  37.  f.  2.  .  . 
P.  agrimonioides  MB.  daX,  30.  .  .    Paeonia  anomala 


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Ausbreitung  botanifcher  Renntnilfe  durch  Reifen.  201 

- 

» 

4  72.  ;      'f-  'ewifoli*  cja(.  73.  .  .  Delphinium 
gMndiflorwn  4t  7#-  •  •    x  JD^uexahätum  daf.  75.  .  • 
A  hybridwn  daf.  76,  ..  .  .      craffifolUon  Schrad.  daf. 
79.  .  .    D.  urceölatum  daf.  80.  .       Cimicifuga  foe- 
tida  daf.  70-  •  •    Ranunculus  hyperborfus  daf.  83.  B. 
.  ,    Caitha  naiahs  dal.  82.  .  .    Nepeeamultifida  3. 
55.  .  .  .  Baiiota  lanai*}       54-  •  •  Draoocephalum 
pinnatwn  3.  52.  .  .  .  «JÖ/;  nutans  da{i^49'  *  • 
thymiflorum  daf.  5o.  .  . ,  Scutellaria  pallida  MB.  3. 
58.  .  .    &*r*/Sa  jw//Ma  <Uf.  4*.     .    P*dicula#s  eu- 
phrafioides  daf.  4?.  .  .     f*-  refupinata  dak-  44»  •  • 
.p.  uncinata  daf.  45.  •  •    $r&hß  repens  MB.  daf.  56« 
f.  2.  .  .     Cardamiae  mncrophylla  daf.  62.  .  .  Si- 
fymbrium  integhfolium  daf.  63.  .  .    Arabis.  pendula 
daf.  6.*. ...  .    Qeranium/tbiricum  daf.  67-  w  .  fw/TM-, 
ria  paeqn\aefolia  4.  54-  &«  •    Polygala  ftbiricß  dftf.  32« 
,  .  :  Orobus  angufnfo\ius  daf.  5.  •  .    Lathyrpf  pifir 
formistä.  1.  .  ,  :  Vicia  bienn  s  dtf.  2.  .  .  ,  Hedyfa» 
rum  alptaum  daf.  10.  .  ..       argenteum  daf,  i3.  ^  . 
tf.  fruticofum  daf.  22.  ..  .    KJericeum  M  Ii  daf.  3i, 
.  .    /Iftragalus  adfurgens  daf.  i5.  .  .    if.  uUginofus 
daf.  17.  18.  .  .    A  Laxmanni  daf.  19.  ...  A.frutU 
cofus  daf.  24.  A.  .  .        pauciflorus  daf.  26,  f.  1.  .  ^ 
if.  baicaJenfis  daf.  f.  2.  .  .  ,4.  loagiflorus  daC  27.  . 
OxytrapU  ambigua  daf,  3o.  .  .    Oos.  leptophylla  daf. 
24*  B*  ■  •  •    Trigonella{rut)tenica  d(af.  8.     .  .  Soor  zo- 
ner a  angufiifolia  2.  1.  .  .    Sonchus ßbirieus  daf.  3...  . 
Hieracium  croceum  daf.  8.  f..  1.  ,       /&  Grpelini  daf. 
f,  2.  .  .    H.  lyratum  daf.  9.  .  .     H.  ftbiricum  daf, 
10.  .  •    Serratuta  falicifolia  daf.  27.         S.  multi* 
ßora  daf.  28.  .  .    «S.  qmara  daf.  29.  ...    S.  centau* 
roides  daf.  17.  .  .    S.  xeranihemoides  MB.  daf.  47* 
«  f.  1.  .  .    Carduus  cyai\oides  daf.  i5.  ...  .  C.  polyclo* 
nos  daf.  16.  .  .     Cnicus  cernuus  daL  19.  .  »  Gi« 
Gmelini  mihi  daf.  25.  »  .    C*.  uniflfäus  daf.  38.  .  . 
Cacalia  haftata  daf.  6fr.  •  .    Chryjocoma  dracunculoi- 

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r  * 

I 

202  Sechstes  Buch.   Zweytes  KapiteL 

des  Lam.  daf.  82.  f.  1.  .  .  Chr.  vlllofa  da&  f.  2.  .  . 
Tanacetum  fibiricum  da £65.  f.  2'.  .  .  Astemijia  in* 
tegrifolia  daf.  48.  f--i.  •  '  nitroja  däf.  5o.f.  1. 
.  .  Am  Lercheana-dit.  f.  2.  3.  .  .  A.  pauoißora  daf. 
52  f.  1.  2.  .  .  if.  anethifblia  daf.  54-  •  •  4«  pato« 
/irir  daf.  55.  .  .  if.  laciniata  daf.  67.  .  .  if.  iaodo- 
ra  MB.  dar.  63.  f.  1.  .  .  A.frrtcea  daf.  64.  f.  i>  .  . 
Erigeron  gramtkeus  daf.  76.  f.  2.  .  .  Tußlago  Ariern* 
dria  daf.  67.  fT  1.  68.  f.  1.  .  .  T.  lyrata  daf.  67.  f.  2. 
.  .  T.  larvigata  W.  daf.  69.  .  .  T.  frigid*  daf.  70. 
.  .  After  fibirfcus  daf.  80;  f.  1 .  .  .  Cineraria  glau- 
ea  daf.  74.  .  .  Pyrethrum  bipinnatum  daf.  85.  f.  u 
.  .  P.  millefoliatum  daf.  86.  f;  1.  .  .  Pi  achtötaefo* 
lium  MB.  daf.  f.  2,  .  .  Chrysanthemum  arctiöum  2. 
84.  .  .  Achülea  Impatiens  83.  f.  1.  .  .•  AGer- 
beri  daf.  f.  2.  .  .  A.ßlicifoiia  MB.  2.  19.  .nr*0». 
ffli/r^Ä  rtähenica  <Jaf.  41 .  .  .  &  fibiriea  daf.  42.  f.  2. 
;  CT-  ovina  Pal),  daf.  4^«  •  •  C.  maculofa  Lam« 
daf.  44*  f.  i.  2.  .  .    C.  trichoeephala  daf.  45.  f.  1.  2. 

.  Orchis  cueufiata  1.  3.  f.  2.  .  .  0.  fufeefeent  1. 
4.  f.  2.  .  Umodorum  Epipogium  1.  2.  f.  2.  !  . 
Axyris  amarantoides  3.  2.  f.  3.  .  .    if«  hybrida  daf. 

4.  f.  1.  .  .  A*  pr oftrat a  daf.  f.  2.  .  .  Diotis  cera* 
toktes  daf.  2.  1.  .  .  -Salix  rhamnifolia  1.  35.  A.  .  . 

5.  berbtrifotia  daf.  * .  3i  .  .    &  arenaria  36. f.  1. 

Krafcbeninnikow  ward  nach  feiner  Rückkehr 
Akademiker  in  Petersburg,  ftarb  aber  i754>  ftls  er 
die  Herausgabe  feiner  rnffifchen  Befchreibung  von 
Kamtfchatka  noch  nicht  vollendet  hatte.  Eine  eng* 
ländifche  Ueberfetzung  haben  wir  davon:  „The  hi« 
ftorjr  of  Kamtfchatka  ahd  the  Kurilski  islanda,  Glo- 
cefter  1764.  4«>i«  *m  fünften  Kapitel  kommen  die 
Oewächfe  vor ,  worunter  LiJium  camtfehaticum,  Spi- 
raea  camtfcb'atica,  Geum  anemonoides,  Rhododen- 
dron camtfehaticum  und  mehrere  Fuci. 

«  ,        mm  • 


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Ausbreitung  botanifcher  Kenntniffe  durch  Reifen.  203 

Nordamerica  ward  in  diefemZeitraum  von  Marc. 
Catesby  (geb.  1680,  f  *749),  befucht*,  Grofser 
Eifer  für  Naturgefchichte  trieb  ibn  1712  nach  Virgi- 
sien,  wo  er  fieben  Jahr*  blieb  pnd  eine  Menge  Saa* 
meo  und  Pflanzen  an  Dale  fchickte.    Diefe  wurden 
dem  edlen  Wilb.  Sherärd ,  diefem  grofsmflthigen  Be* 
förderer  der  Wiffenfcheft,  bekannt.    Diefer,  da  Ca- 
tesby zurückgekommen,  bot  ihm  ein  Jahrgehalt  an, 
wozu  auch  Sloane  einen  ßeytrag  gab,  wenn  er  die 
fudlichen  Provinzen  von  Nordamerica  von  neuem  be* 
fuchen  würde.    Catesby  nahm  dies  Anerbieten  an, 
und  ging  im  Jahr  1722  nach  Carolina,  Georgien, 
Florida  und  auf  die  Infein  Bahama  und  Providence 
(25°  N.  B.).    Er  hielt  fich  in  jenen  Gegenden  vier 
Jahre  auf ,  *  fammlete  eine  zahllofe  Menge  von  Pflan- 
zen und  Vögeln,  die  er  nach  feiner  Rückkehr  zeich* 
nete,  in  Kupfer  ftach,  und  mit  folcher  Kunft  aus- 
malte, dafs  man  bis  dahin  in  unferer  ganzen  Litera- 
tur noch  nicht  eine  folche  Pracht  gefe hu  hatte.  She- 
rärd foll  die  Namen  dazu  gefetzt  haben.    Das  Werk 
erfcbien  unter  dem  Titel:  „The  natural  hiftory  of 
Carolina,  Florida  and  the  Bahama  -  Islands ,  tom.  1. 
c.  und  append.,  Lond.  %yZ i.  174'-  fol.„,  mit  220 
Kupfertafele,  worauf  4°7  Pflanzen  und  Vögel  abge» 
bildet  find.    Es  ift  indefs  mehr  Kunft  auf  die  fchöne 
Darftellung>  al*  Sorgfalt  auf  die  Charaktere  verwandt« 
Neu  find  ungefähr  folgende  Arten: 

Olea  aptericana  tom.  1.  tab.  61.  •  «  Fraxinut 
caroliniana  daf.  t.  80.  .  .  Catesbaea  fpinofa  2.  100. 
.  .  Com us  florida  *.  27,  .  .  Hamamelis  virginlana 
app.  2.  .  .  Hex  Caffine  t.  3i.  .  .  Ipomoea  caroll*  / 
na  2.  19.  .-  .  Dodecatheon  Meadia  app«  1.  .  .  SpL 
geiia  marUandica  2.  78.  .  .     Gardenia  clufiaefolim 

1.  59.  .  .   'Pinea  lutea  2*  53.  .  .    Plumeria  obeufa 

2.  g3.  .  .  Rhus  elegant  app.  4«  •  •  NyfFa  bißora 
1.  4i.  .  .    iV.  denticulata  1.  60.  .  .    tanax  quin' 


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204  Sechstes  Buch.    Zweytes  Kapitel, 

qwfrtbi*  *pp.  161  .  .    GledUfchia  monofperma  1.  43. 
.  .    LUium  philadflphicum  2.  56.  .  ,.    L.  Ca*w6aei 
daf.  5&  .  .    Trillium  cernuum  i.  45.  .  .  Qrontium 
aquatici4m  i.  82.  •  .    Dracontium  foetidum  a.  71.  .  . 
AmyrU  etemifera  2.  53v  .  .    A.  toxifera  1.  40.  .  • 
Acer dafycarpum  1.  62.  .  .    Lauras  ßorbonia  i.63. 
.  .    Swiecenia  Mahogany  2.  .81.  .  .  .Haematoxylon 
campecfiianum  daf.  66;  .  .    Rhododendron  maximum 
app.  17.  f.  2.  .  .    Andromedaarborea  1.  71.  .  .  A 
Catesbaei  2.  43.  .  .     «Si/e»e  Catesbaei  d4f.  54-  .  . 
Halefia  tetraptera  1.  64.  .  .    Phitadelphus  inodonu 
2,  84»  •  »    Calycanihus  ßoridus  1.4^»  *  •  Magno* 
lia  grandiflora  2..  80.  .  .     2W.  tripeeala  daf.  61.  .  • 
M.  acuminata  app.  i5.  .  .     FotKergiUa.  atnifolia  1. 
66..  .    Sarracenia  purpurea  2.  72.^1-  Annona 
glahra  2.  64.  •  •    A  triloba  daf.  85* :.  Crefcenüa 
jajminoides  Lam.  1.  5g«  .  .  ,  Bignonia,  peniaphyüa 
i.t«\'      .     Jacaranda  caroliniana  Juff,  efef.  42*  •  '• 
Qroitanch*  arnericana  ithf.  36.  .  .    Stuartia  Malachor 
dendron  app.  i3.  .  .    ßrythrina  htrbacea  2..  49-  •  > 
R'tbiflia  hifpida  app.  20,  ...    Arechufa  divaricata  1. 
58.  .  .    Epidendrum  ttocturnum  2.  68.  .  .  Querem 
Phollos  und  virew  1.  16.  .  .    ßa.  P/ii4o*daI.  18»  .  . 
ga.  Äigradaf.  19.  .  .    Qu+aquatiea  daf.  20*  ,  .  fii/. 
aZ/urdaUa  t.  f.  2.  .  .    fin»  falicifalia  daf.  2.2.  .  .  ßu. 
GafetkqAijfal*  ft3.  »  .    Fagus  pumiia  1.9...  „Juglant 
nigra  1.  67.  .  ,    /,  a#a  daf.  38.  .  .    Oo#<w  Ca/~c* 
rii/a  2^  46,    .    Vi/ewn  rubrum  2.  81.  „  .  1^.  jwir* 
pureum  daf.  g5.  .  .    Myrlca  Caroline nßs  1.  >3*<  •  * 
Populus  balfarniferci  i.  34.  .  .    Smila&iaurifolia  daf« 
i5.  .  .    Äfft«  arifiqlqühiaefoUa  W.  1.  47%  • 
iamnoidts  1.  52.  .  .    Wendlandia  populifolia  W.  1. 
5i.  .  .    Aeacia  glauca  2.  42-  ■  *   .<  . 

\Wi\h.  Houßoun,  der  lange  auf  den  Antillen  und 
in  Neu«?  Spanien  gelebt  hafte«  wo  er  auch  1733  ftarbi 
hinterlief*  Bemerkungen  über  die  Pflanzen ,  die  er  m 


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Ausbreitung  botanifeherRenntmffe  durch  Reifen.  205 

Cuba,  Jämaica  und  in  der  Gegend  von  Vera  pruz 
beobachtet.  Diefe  befitzt  Banks,  in  der  Ha  ndfchr  ift, 
(Bibl.  Banks  1,  187.),  und  gab  aus  dem  Nachlafs  ei- 
nige  BruchftOcke  heraus;  „Reliquiae  Houftouoia- 
nae ,  Lond.  178 1. 4»  »>  mit  26  Kupfern ,  lfro  folgende 
Pflanzen  zuerft  vorkommen : 

Jußicia  fcorpioidcs  t.  1 .  .  .  Cordiä  Oerqscan^ 
thus  t.  6.  .  .  Rii  hardia  fcabra  9.  .  .  Petrea  volu- 
bilis  11.  .  •  Lippia  americana  12.  .  .  latropha 
herbacea  i5.  •  .  Jnuia  fauir&ioides  19.  .  .  After 
.  aurantius  18.  .  .  Trixis  /  20.  .  .  Melampodium 
americanum  21.  .  .  Croton  arg&nteus  22.  .  .  Schran* 
"kia  aculeata  W.  25.  .  .  Defmanthus  pienus  W.  23.  •  . 
Acacia  filicina  W.  26. 

Job.  Bapt.  Labat,  ein  Dominicaner,  der  febr 
grofse  Reifen  gemacht,  um  .die  katbolifche  Religion 
auszubreiten,  (geb.  1667,  f  1738,)  befcbrieb  auch 
die  nützlichen  Pflanzen  der  Gegenden,  die  er  be- 
fucht  hatte ,  und  liefs  ße,  wiewohl  ziemlich  roh, 
abbilden.  Berühmt  ift  fein:  „Nouveau  voyage aux 
isles  de  TAmerique,  Paris  1722.  8.  vol.  1  «—6.,,, 
worin  man  eine  ziemlich  vollftändige  Gefchicbte  des 
Kakao,  Tobaks,  Indigo,  Orleans,  Zuckerrohrs 
und  der  Baumwollenftauden  findet.  Auch  gab  er  ei- 
ne Sammlung  von  Reifen  heraus,  die  Arne,  Vorfte- 
her  einer  Handels -Gefellfchaft  für  die  Weftküften 
von  Africa,  unternommen.  „Nouvelle  relation  de 
TAfrique  occidentale,  Paris  1728.  tom.  1  —5.,,  ift 
der  Titel  diefer  Sammlung.  Man  findet  hier  tom.  2. 
p.  44*  den  Weihrauchbaum  (Amyris  Kafal),  Cre- 
fcentia  Cujete  p.  ,  Acacia  vera  tom.'  4«  p*  162., 
latropha  Manihot  tom.  5.  p.  80.  und  mehrere  andere 
Pflanzen  gefchildert. 

Joh.  Ernft  Hebenjhreit,  den  wir  fchon  oben  an* 
führten,  ward  1751  vom  I£önig  Auguft  II.  von  Po- 
len nach  Africa  gefcbiokt,  um  feltfame  Thiere  und  - 


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2o6  Sechstes  Buch.    Zweytei  Kapitel« 

Pflanzen  20  fammlen  und  aufzukaufen.  Er  rjjhm 
Chrift.  Oottl.  Ludwig  mit,  und  ging  mit  diefetn  voa 
MarfeiJle  nach  Algier,  Trinis,  TripoJi  und  andern 
»  Gegenden  'des  nördlichen  Afriea.  Nach  erhaltener 
Nachricht  von  des  Königs  Tode  mufsten  beide  aber 
1733  zurückkehren,  und  die  gelehrte  Weit  hat 
nichts  von  den  Frachten  diefer  Reife  erfahren. 

Etwas  mehr  Nutzen  ftiftete  die  Reife  eines  ge- 
lehrten Theologen  und  Kenners  des  Altert bitms, 
Thons.  Shaw,  der,  um  die  heiligen. und  profanen 
AlterthOmer  zu  unterfuchen ,  nach  Aegypten ,  Nord^ 
africa  und  Syrien*  reifete.    In  feiner  Reifebefchrei- 
bung:  „Travels,  er  obfervations  relating  to  feveral 
parts  of  Barbary  and  the  Levant,  Oxf.  1738.  fol.  „, 
findet  man  auch  ein  Verzeichnifs  von  632  Pflanzen, 
welches  Dillenius  angeordnet.    Auf  fechs  Kupferta- 
feln find  einige  Pflanzen,  aber  fchlecht ,  abgebildet, 
als:  Telephium  oppofuifolium  n.  5j2.fy  Sedum  coeru~ 
leum  n.  55o«,  Rwnex  rofeut  n.  5.,  Fagonia  arabica 
s.  229.,  Zygophyllum  coeeineum  n.  a3i.,  Ranuncu- 
hu  fpicatus  Desf.  n*  i4g.,  Pfychine  fiylofa  Desfont. 
n.  91«,  Bifouiella  montana  Cav.  n.  583.,  Turruis 
pubefeens  Desf.  n.  228«,   Cleome  arabica  n.  557«, 
Erodium  gutta  tum  W.  n.  260.,  Prenanthet  farmento* 
fa  W.  n.  146.,  Centaurea  acaulis  n.  342. 

Höchft  denkwflrdig  war  die  Reife,  welche  ge- 
lehrte Franzofen  und  Spanier,  an  ihrer  Spitze  Graf 
Maurepas,  in  das  tropifcbe  America  unternahmen, 
um  einen  Grad  der  Breite  unter  dem  Aequator  zu 
meffen,  und  fo  die  eigentliche  Geftait  Vier  EHkugel 
beftimmen  zu  können.  Die  franzöfifchen  Gelehrten, 
Karl  Maria  de  la  Condamine,  Bouguer  undGodin,  gin- 
gen als  Aftronomen  und  Feldmeffer,  Jofeph  Jujfieu 
als  Botaniker  und  Motautvili*  als  Maler  mit.  Sie 
reifeten  173S  ab,  und  trafen  zu  Carthagena  die  Spa- 
nier Georg  Juan  und  Anton  Ulloa,  in  deren  Gefell- 


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Ausbreitung  botanifcher  Kenntniffe  durch  Reifen.  207 

febaft  fie  die  Ande*.  Gebirge  von  Südamerica  erfrie. 
gen.  JufGeu  bewies  gleichen  Eifer,  den  Aftrono» 
men  half  reiche  Hand  zu  leiften,  als  Pflanzen  au  fam- 
meln.  Ja,  er  war  gezwungen,  fich  diefen  Studien 
zu  entziebn,  da  die  Spanier,  bey  ausgekrochener 
Volkskrankheit,  ihn  nöthigten,  das  Gefchäfft  eines 
Arztes  zu  übernehmen.  Endlich  machte  er  fich  1747 
los,  und  durchwanderte  drey  Jahre  lang  allein  die 
unermeßlichen  Paramos  jener  Gebirgslande  bis  an 
die  Quellen  des  Plata.  1 760  kehrte  er  über  Potofi 
nach  Lima  zurück»  um  endlich  wieder  in  fein  Va* 
terland  zu  reifen.  Aber  in  Lima  ward  er  wieder  ge» 
zwungen,  beym  Brückenbau  zu  helfen.  Furcbtfant 
wie  er  war,  quälte  ihn  die  Sehnfucht  nach  der  Hei« 
math  fo  fehr,  dafs  endlich  fein  Verftand  fich  verwirr* 
te.  In  diefem  traurigen  Gemüthszuftand  blieb  er 
auch,  nach  feiner  Rückkehr,  bis  an  feinen  Tod. 
Sein  Neffe,  Ant.  Lorenz,  befitzt  feine  Sammlungen: 
er  felbft  hat  nichts  drucken  1  äffen. 

Der  glücklichere  Coodamine  reifete  1743  von 
Loxa  aus,  an  die  Ufer  des  Amazonen •  Fl uffes,  und 
ging  yon  da  durch  die  ungemeffenen  Ebenen  von 
Neu-  Andalufien,  Cumana  und  die  Caraccas  nach  Ca« 
yenne.  Diefe  einjährige  Reife  hat  er  befch rieben:. 
„Relation  abregee  d'un  voyage,  fait  dans  l'interieur 
de  TAmerique  mecidionale,  Paris  1745.  8.,,.  Auch 
verdanken  wir  ihm  die  erfte  umftändliche  Nachricht 
von  derCirichonaCondaminea  Humb.,  (mein,  de  1*10« 

1 

de  Paris  1738.  p.  Z20.  f.),  und. von  der  Sipbonia  Ca» 
hucha  Richard..,  (mki.  17.51.  p.  488.  C). 

Uiloa  und  Juan  durchreifeten  Peru  und  Chile, 
felbft  die  In  fei  Juan  Fernandez:  indefs  enthalt  ihre 
Reife- Befchreibung  wenig  Intereffantes 'für  den  Bo* 
taniker.  ( Relation  del  viage,  que  hizUron,  Madr. 
1748.  vol.  1—4«) 

♦      .       ..."  • 

p 

4  •  * 

* 

1 


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208  -Sechstes  Bück.    Zweytes  Kapitel, 

a  t 

Etwas  (pSter  (1736)  ward  Renatus  Moreau  de 
Maupertuis  nach  den  Polar- Gegenden  gefctuckt ,  um 
auch  dort  Gradmeffungen  anzubellen*  AUeio  diefe 
Reife  fiel  ganz  unfruchtbar  für  die  Botanik  aus:  denn 
der  Begleiter  Maupertuis,  Ouüüer,  war  ein  GeÜüi. 
eher,  ohne  gründliche  Natur »Kenntnifs.  Was  er 
vod  Pflanzen  in  Lappland  anmerkt,  find  bekannte 
Dinge.  {Journal  d'un  voyage  au  Nord,  p.  191  — 
ig3.,  Amft.  1746.  8.) 

Endlich  gab  es  auch  in  diefem  Zeitalter  Gelehr- 
te, die  die  Sammlungen  anderer  Reifenden  belehne* 
ben.  Dies  Verdienft  erwarben  fich  vorzüglich  die 
Holländer,  die  am  ihren  reichen  An  fiedelangen  eine 
Menge  vegetabilifcher  Schätze  bekamen.  # 

So  bearbeitete  Job.  Burmann,  Prof.  ?u  Amfter- 
dam,  (geb.  1707,  f  1780,)  ein  Mann  von  kriti* 
fchem<Geift  uad  ungemeiner  Kenntnifs ,  fowohl  Paul 
Hermanns  Herbarium,  (S.  37.  38.),  als  auch  die 
Sammlungen,  welche  der  Statthalter  van  der  Stel 
durch  Hartog  auf  dem  Kap  hatte  machen  laßen,  und 
befonders  Witfen  s  treffliche  Pflanzen  -  Gemälde.  Die 
zeilan'fchen  Pflanzen  eiichienen  zuerft  unter  dem 
Titel:   Thefaurus  ceilanicus,  Amft.  1737.  4**  mit 
1 10  Kupfern.    Hier  bemerken  wir  folgende  neue: 
«      Jußicia  Moreciana  tab.  3.  f.  1 .  .  .    /.  repens  daf. 
f.  2.  .  .     Scirpus  trifiaehyos  47.  2.  .  .  Mollugo 
pentapkylla  7.  .  .    Samara  la*ta  3i.  .  .  Oldenlan* 
dia  bißora  11.  .  .     Elaragnus  latifolius  39/2.  .  . 
Spermacoce  articularis  20.  3.  .  .    Anguillaria  z*yla* 
tuca  Gärtn.  io3.  .  .    Chironia  triner  via  ^7.  . '.  ZU 
49 phus  Oencplia  61.  .  .    Ceanothus  aßaäcus  48.  .  . 
hmpadens  cornuta  16.  1.  .  .     Celoßa  corymbofa  65. 
2.  .  .    Jpoeynum  frutefeens  12.  1.  .  .  Neriumzey* 
lanicum  12.  2.     .     Drofera  Burmanni  94.  2.  .  . 
Burmaania  difiicha  20.  1.  .  •    Afparagus Jalcatus  i3. 
2.  .  .    Memecylon  capitellatum  3o.  .  .  Tribulus 

■ 

%  r 


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Ausbreitung  botanischer  Kenn  tniffe  durch  Reifen  209 

ktnuginofus  «06.  1.  .  •  Limonia  monophylla  65.  1.  .  . 
Euphorbia  parvißora  10S.  2.  .  .  Oehna  fquarrofß 
56.  .  .  Ciftus  aegyptiatus  36.  •  •  Marrubium  in* 
dicum  N.  L.  Burm.  71,  1.  .  .  Phlom'u  biflora  65.  1. 
.  .  Ocimum.gr atiffimum  80.  i.  .  .  Oleome  icosan* 
dra  99.  .  .  C/.  dodecandra*  100.  1.  •  •  Ualthrra 
indica  68.  .  .  Connarus  afiaticus  1 09.  .  .  Polyga- 
la  theezans  85.  •  ,  Doiichos  medicagineus  84,  2.  .  . 
Stylosanthes mucronata  106.  2.  .  .  Hedy  forum  va* 
ginale  49*  1.  •  •  ff«  biarticulatum  5o.  2.  .  .  ff. 
umbellaium  5t.  .  •  ff.  heterocarpon  53.  i.  .  •  ff« 
heterophyllum  54.  1.  .  .  H.  trißorum  da  f.  2.  .  .  ff. 
triquetrum  81.  .  .  Indigofera  hirfuta  14.  .  .  6a- 
faga  purpurea  33.  .  .  (?.  maxima  108.  2.  .  . 
patorium  zrylanicum  21 .  .  ,  Inula  indica  55.  2.  .  . 
Antiäeßna  zeylanica  10;  .  .  Ophioxylon  lerpmtinum 
64.  •  •  Acacia  pennata  t.  .  .  Af plentern  falcatum 
43.  .  f    Pwrw  crenata  87.  .  .    Adiantum  caudatum 

5.  1. 

Dann  folgte  die  kap'fche  Flor:  Rariorum  afri* 
canarum  plantarum  dec.  1  —  16.,  Amft.  1738, 
1709.4.    Hier  finden  wir: 

Exacum  albens  t.  74*  f.  4*  •  •  &p*  hyßop*  fo- 
ltern da  f.  f.  3.  .  .  Scruthiola  longißora  Lam.  47*  1  • 
.  .  S*r.  anguftifolia  daf.  5.  .  .  Lobelia  lutea  39.  1. 
r  .  L  hirfuta  4o.  2.  .  .  Cyphia  bulbofa  38.  i.  .  . 
Rhamnus  Prinoides  88.  .  .  Phylica  ftipularis  43»  2* 
•  .  PA.  buxifolia  44«  *•  •  •  PA.  capitata  daf.  3.  •  » 
Plectronia  vtntofa  94.  .  •  Diofma  uniflora  46.  2.  •  • 
D.  pulchella  daf.  3.  .  .  Afclepias  arborefeeds  1 3.  .  . 
Stapelia  mammillaris  1 1 .  •  .  &.  incarnata  7.  1 .  .  « 
Rhus  rosmarinifolia  91.  1.  .  .  Arctopus  echinatus 
1.  •  .  Drofera  capenfis  j5.  1.  .  .  Croßiää  coUtmna* 
rU  9.  2.  .  .  Cr,  alternifolia  24.  1.  .  .  Daphne 
fquarrofa  49.  1.  •  •  Gnidia  foricea  daf.  2.  .  .  P^A 
ßrina  capitata  4&  5.  ,  .  P,  ciliata  47.  2.  .  .  JF\ 
Geich,  d.  Botanik«  2.  ß,  1 4 


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210  Sechstes  Buch.   ZwyUt  Kapitel. 

unißora  daf.  1.2...    ZygophyUum  fpinofum  2.  2. . . 
Cunonia  capenfis  96.  .  .     Cotyledon  caryopkyllaeea 
N.  L.  Burm.  17.  .  ,    C.  fafcieularis  18.  .  .  C.  ma- 
cronata  Lam.  19.  2.  .  .    C.  tuberculofa  Lam.  20.1. 
.    C.  papillaris  daf.  2.  .  .    C.  ungulata  Lam.  22. 1 . 

•  .  Grielum  tenuifolium  53.  .  •  Oxalis  polyphylk 
Jacqu.  27.  1»  .  .    0.  flava  daf.  4«  •  •    0.  ru6*//a  28. 

2.  .  .  0.  oaprina  daf.  3.  .  .  ö.  Burmanni  29.  .  . 
0.  pectinata  3o.  1 .  .  •     Euphorbia  Anacantha  7.  2. 

•  •  Anamenia  gracilis  Venten.  5i.  .  .  A.  hirßud 
Vent.  52.  .  •  Selago  rapunculoides  42-  *•  •  •  & 
y^nr£a  daf.  3.  .  .  Antirrhiaum  bicome  j5.  3.  .  . 
Hallera  elliptiea  89.  1.  .  .  if.  /ucida  daf.  2.  •  . 
Heben fcreuia  ciliata  4**  t.  •  •  Erinus  fragransW. 
49.  4*-  •  •  &  africanus  5o.  l.  .  .  Büchner a  capen» 
fis  daf.  2.  .  .  Pelargonium  bifolium  35.  1.  .  .  P. 
longifolium  32.  2.  .  .  P  ferulaceum  36.  1.  .  .  P. 
tamofifßmum  34«  2.  .  .     Monfonia  tenui/olia  34.  1. 

•  .  Aitonia  capenfis  21.  2.  •  .  Qeranium  fpinofum 
3i.  .  .  Polygala  umbellata  jZ.  5.  .  .  Pentzia  /Za- 
belliformis  68.  3.  .  .     Gnaphalium  mucronatum  66. 

3.  •  .  (?».  coronatum  69.  3.  .  ,  (rn.  grandiflorum 
76.  1.  .  .  ,  6/1.  petiolatum  daf.  2.  .  .  (/«•  mariei» 
mum  77.  2.  .  .  Gvt.  auriculaium  78.  3.  .  .  6«.  <fo- 
co/or  79.  4-  •  •  Gn.ßellatum  80.  1.  .  .  G«.  im6ri- 
catum  daf.  2.  .  .  <jn.  notatum  daf.  5.  .  .  Elichry» 
fum  paniculatum  67.  1 .  .  .  E.  fpinofum  daf.  3.  •  . 
£.  canefcens  68.  1.  .  .  Arnica  tabularis  55.  .  .  if. 
Gerbera  56.  1.  .  .  if.  pyrolaefolia  Lara,  daf,  2.  .  . 
Araotis  anthemoides  63.  2.  .  .     if.  dentata  64.  .  . 

paleacea  65.  1.  .  .    Ofieofpermum  eil ia  tum  61.  1. 

•  .  0.  pißferum  daf.  2.  .  .  0.  Üicifoltum  62.  .  . 
Olhonna  denticulata  Thunb.  5$.  .  .  Ssoebe  ghapha- 
lodes  77.  1.  .  .  ßjc/ea  racemofa  84.  2.  .  .  Her  mos 
depauperata  71.2. 


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\ 

Ausbreitung  botanifcher  Kenntniffe  durch  Reifen,  all 

Weniger  Lob  veMient  das  Werk  Albert  Seba's, 
>  eines  Oftfriefen  und  Apothekers  in  Amfterdam ,  (geb. 
i665,  f  1756).  Eine  köftiiche  Sammlung  aus  al- 
len drey  Naturreichen,  die  er  zufammengebracht, 
verkaufte  er  an  Peter  I.,  aber  er  erfetzte  fie  durch 
eine  neue,  deren  Befchreibung:  LocuphtVfimus  re« 
rum  naturalium  thefaurus,  vol.  1  — 4«>  Amft.  1734  — 
1765.  fol.,  mit  449  Kupfern,  der  Zoologe  weniger 
enthehren  kann,  als  der  Botaniker.  Denn  diePflaa» 
zen  6nd  gröfstentheils  nach  trockenen  Exemplaren 
fchlecht  abgebildet:  die  meiften  hatte,  er  aus  dem 
Beaumont'fchen  Garten.  Aber  er  verftand  fie  nicht 
zu  beftimmen,  und  wufste  noch  weniger,  was  neu 
und  was  bekannt  fey.  Doch  mögen  folgende  neue 
darunter  feyn : 

Blairia  glabella  tom.  1.  tab.  20.  f.  1.  .  .  Mo- 
netia  barlerioid*s  da  f.  tab.  1 3.  f.  1 .  .  .  A  mar  y  Iiis  Bel- 
ladonna daf.  17.  f.  1.  .  .    Erica  urceolaris  da  f.  2  1.  f. 

I.  .  .  E.  baccans  daf.  f.  3.  .  .  E.  Sebana  daf.  f.  4. 
.' .  E.  capitata  daf.  20.  f.  1 .  .  .  E.  nigrita  tom.  2.  t  9. 
f.  7.  .  .    E,  tenuifolia  daf.  f.  8.  .  .    E.  calycina  daf. 

I I .  f.  7.  .  .  E.  curviflora  daf.  19.  f.  5.  .  .  Gnidia 
pinifolia  daf.  32.  f.  5.  .  .  Podaliria  calyptrata  daf. 
99.  f.  3.  •  .  Oxalis  grandiflora  tom._i .  t.  22.  f.  10.  ... 
Mesembrianthemum  pomtridianum  daf.  19.  f.  5.  .  .  . 
Pelargonium  melananthon  daf.  18.  f.  4*  •  •*  Rafnia 
amplexicaulis  daf.  24*  f.  5.  .  •  Liparia  villofa  daf.  f. 
1.2...  Blichryfum  fpecioßjfimum  tom.  2.t.43.  f.  6.  .  . 
E.  proUfer  um  daf.  89.  f.  8.  .  .  Leyffera  gnaplialodes 
daf.  66.  .  .  Matricaria  capenfis  tom.  i.  1. 16.  f.  2.  .  • 
Ofmice s  afterifcpides  daf.  f.  4«  •  •  0.  camforina  daf. 
90.  f.  2.  .  .  Seuecio  dentatus  dat.  22.  f.  1.  .  .  Adian- 
tum  lanceum  tom.  2.  t.  64.  f*.  7.  6.  .  .  Fucus  caul*fcen$ 
Gmel. tom. 5. t.92.  f.  \\. . .  F  penuilliformts  daf.  98. 

f.  1 .  .  .  F.  Acinaria  daf.  1  o  1 .  f.  5.  .  .  F.  verficotor 
daf.  102.  f.  1.  2.  •  •    f.  bractcatus  daf.  io3.  f.  1.2., 

14  * 


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'413  Sechstes  Buch.   Drittes  Kapitel* 

Drittes  Kapitel. 

ünterfuchung  vaterlän  difcher 
/  Pflanzen. 

Ünter  den  Deutfchen  diefer  Zeit  ward  das  Stu. 
diura  vaterländifcher  Pflanzen  mit  nicht  Kinderliebem 
Olücke  betrieben.  Die  märk'fche  Flor  bearbeitete 
nach  Tournefort's  Syftem  Mart.  Dan.  Johrertius,  Prof. 
zu  Frankfurt  an  der  Oder,  (f  1718).  Sein  Vademe- 
cum  botanicum,  Colb.  1710.8.,  ift  eine  für  die  da- 
malige Zeit  ganz  gute  Anleitung,  Gewächfe  zu  er« 
kennen  und  zu  beftimmen. 

Thüringen  und  felbft  den  Harz  hatte  Henr. 
Bernh.  Rupp  aus  Giefsen  ,  fleifsig  durchforfcht.  Oh« 
ne  ein  Amt  anzunehmen,  brachte  er  fein  Leben  in 
Niedrigkeit  und  Armuth  hin,  bis  er  zu  Jena  1719 
ftarb.  Auch  hatte  er  nie  etwas  herausgegeben.  Sei« 
ne  fehr  nützlichen  Bemerkungen  über  die  Jenaer  FJor 
liefs  zuerft  Joh.  Henr.  Schutte  1718,  dann  vermehrt 
Frölich  1726  drucken.  Vorzüglich  bereichert  und 
mit  fchönen  Kupfern  verfehn,  gab  fie  Haller  Jen. 
1745.  8.  heraus.  Man  findet  hier  abgebildet:  Afyr- 
rjüs  aurea ,  Allium  arenarium ,  Gypfophüa  fafiigiata, 
Lythrum  Hyffopifolia  >  Limofrlla  aquatica ,  Uff  perlt 
ittodorcty  Lactuca  faligna,  Senecio  fylvaticus,  Orchis 
variegaca. 

Die  hallifche  Flor  ward  von  Abr.  Rehfety  im 
„Hodegas  botanicus,  Hai.  1 7 1 7. 8.  „ ,  und  Joh.  Chrift. 
Buxbaum  in  der  „Enumeratio  plantarum,  Hai.  1721. 

„,  bearbeitet.  Der  letztere  leiftete  mehr  als  feine 
Vorgänger,  fügte  auch  Abbildungen  von  Chenopo- 
dium  urbicum ,  Geaftrum  rufefcens  u.  f.  w.  bey. 

Unbedeutend  find  Dav.  Wipacher's  flora  h'pfien» 
fis,  1726.8.,  und  Henr.  Jul.  Meyenburg  s  flora  ein* 
beccenfis,  Gott.  1712.  8.    Die  Pflanzen  um  Karls- 


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Unterfuchung  vaterländifcher  Pflanzen.  313 

bad  zählte  Chrift.  Henr.Erndtel,  polnifcber  Leibarzt» 
(f  1734,)  auf.  {Act.  nat.  cur.  3.  app.p.  i35.  t)  Ei« 
nen  magern,  Katalog  der  um  War  Ich  au  wild  wach- 
f enden  Pflanzen  gab  derfelbe  im  Viridaritun  warfk» 
vienfe,  1  jZo.  4«  Ein  Jefuit,  Gabr.  Rzaczynski,  trug 
viei  fabelhaftes  von  polnifchen  Pflanzen  in  der  „Hi- 
ftoria  naturalis  regni  Poloniae,  Sandomir.  1721.  4« 
Auctarium  Gedan*  1736.  4*»>  vor.  Sogar  Cedern 
und  Ingwer  giebt  er  als  einheimifche  Pflanzen  an. 

Die  preufsifche  Flor  nnterfuchte  nach  Löfel 
Georg  Andr.  Hellwing,  Prediger  zu  Angerburg,  (geb. 
1666,  t  1748).  S  eine  „Flora  quafimodogenita 9 
Gedan.  1712.  4.,,,  erläutert  manche  Pflanzen  durch 
Kupfer:  als  Cliara  vulgaris  p.  3i.,  Evonymus  latifo* 
litis  daf. ,  Pedicularis  Sceptrum  p.  3g. ,  Polygala  ama* 
ra  p.  4o.  Dann  gab  er  ein:  „Supplementum  florae 
prufßcae,  Gedan.  i726.4M„  wo,  aufser  vielen  Moo- 
fen,  auch  Campanula  pyramidalis*  Dracocephalum 
Ruyfchiana ,  Cnicus  Erifuhales  vorkommen« 

Ueber  die  elfaffifcbe  Flor  erhielt  man,  nach 
Mappi ,  von  Franz  Balth.  Lindern  einen  „Tournefor* 
tius  alfaticus,  Argent.  1728.  8.,,,  und  einen  „Hör- 
tus  alfaticus,  1747-  Zu  den  feltenern  Pflanzen 

gehören:  Ifnarda  palufiris ,  To urnef.  alfat.  p.  11 5. 
b.,  Möhringia  mufcofa,  hört.  t.  8.,  Lindernia  Pyxi» 
daria,  Tourn.  alfat.  p.  i56.  g.,  Myagrum  dentatum> 
p.  94.  a.,  Laikyrus  Nißolia,  hört.  t.  3. 

Mittelmäfsig  find  Joh.  Georg  Duvernois,  Prof. 
in  Tübingen,  „Defignatio  plantarum  circa  Tubin* 
genfem  arcem  nafcentium,  Tubing.  1722.  8.„,  und  / 
Job.  Dieter.  Leopold'*  „Deliciae  filveftres  florae  ul- 
menfis,  Ulm.  1728.8.,,. 

Trefflich  ward  die  herrliche  Flor  der  Schweiz 
unterfucht.  Joh.  Jac.  Scheuclizer,  des  oben  ange» 
führten  Johann  Bruder,  Prof.  zu  Zarich,  (geb.  1672, 
t  »733,)  hatte  feit  dem  Jahr  1702  alljährlich  Reifen 


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2i4  Sechstes  Buch.    Drittes  Kapitel. 

durch  Helvetien  unternommen,  und  gab  Hie  Be- 
schreibung «^rfelben  172*5  unter  rlemTitel:  „Oüp«<ri- 
(pciTtf  helveticus  f.  ltinera  per  Helvetiae  alpinas  re- 
giones,  LB.  4->**  Es  ^,nf*  hier*  mehrere  Pflanzen 
befrhrieben  unl  ahgebiUet,  als:  Poa  fupina  it.  6.  p. 
458  t.  »7.,  Phytrwva  S  huchzeri  p.  460.,  Ph.  ova» 
tum  p.  5  18.,  Jumus  Jacquini  it.  1.  t.  5.  f  2.,  Ra* 
rtunculus  glarialis  it.  2.  t.  20.  f .  1 . ,  Artemifia  vallefia« 
ca  it.  1.  t.  3.  f.  I«,  Achillra  mofchata  it.  2.  t.  21.  f. 
3.  Er  wollte  eine  vollftändige  Gefchichie  der  helve» 
tifchen  Flor  bearbeiten,  unr!  Abbildungen  in  blofsen 
Umriffen  dazu  geben;  aber  es  ift  nichts  herausge- 
kommen. 

Die  gröfsten  Verdienfte  um  die  helvetifche  Flor 
erwarb  ficb/fer  grofse  Alb.  von  Hallrr,  (geb.  1708^ 
t  l777)*  Um  feine  fchwächliche  Oefundheit  zu  be- 
feftigen  und  aus  Hang  zur  herrlichen  Natur  feines  • 
Vaterlands  unternahm  er  von  feinem  ?wanzigfren  bis 
in  fein  acht  und  zwanzigftes  Jahr  alljährlich  Wande- 
rungen auf  die  Alpen:  feine  Begleiter  waren  Joh. 
Gesner,  Bened.  Stähelin  und  der  treffliche  Sammler 
Thomas.  Auch  Joh.  Jac.  Huber,  Ahr.  Gagnehin 
und  Werner  de  la  Chenal  theilten  ihm  ihre  Samm- 
lungen mit.  So  brachte  er  einen  faft  vollftSndigen 
Vorrath  helvetifcher  Pflanzen  zufammen  ,  die  er  kri- 
tifch  prüfte,  die  Synonymieen  verglich,  und  fie  nach 
einer  eigenen  natürlichen  Methode  ordnete.  Aufser 
der  natürlichen  Verwandtfchaff  dienten  ihm  die  Ver- 
hältniffe  der  Staubfaden  zur  Norm  der  Eintheilung. 
Die  Arten  unterfc.hied  er  auf  das  forgfültigfte,  und 
gab  fo  trefflich  die  Charaktere  an,  dofs  diefe  als  Mu- 
fter  auffjfftellt  werden  können.  Aufcer  dem  Progr. 
„De  methodico  ftudio  botanices  absque  praeceptore, 
Gott.  1706.  4-»«  in  Opusc.  bot.  p.  55.  f.,  den  Ob- 
ferv.  botan.  ex  horro  et  agro  gottingenfi  in  Commen- 
tar.  foc.  gott.  |.  p.  201.  f.  2.  p.  307.  f.,  der  Enume- 


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Unterfuchung  vaterländifcher  Pflanzen.  ai$ 

ratio  plantarum  horti  et  agri  gottingenfis,  daf.  1753. 
8.,  feinem  Iter  helveticum ,  Gott.  1740.  4«>  un  l  in 
Opusc.  bot.  p.  167.,  feiner  Reifebefchreibung  durch 
den  Harz  in  Opusc.  bot.  p.  75.  f.,  feinen  Program- 
men über  die  Veronicas  aJpinas,  Gott.  1737.  4»  >  fei- 
ner Abhandlung  über  die  AJJia,  in  Opusc.  bot.  p. 
32t.  f  ,  und  feinen  Beobachtungen  über  ßartfia  alpina 
(Scähelina  montana,  Commerc.  lit.  /Vor.  1735.  p.  92. 
f.)  und  die  Pedicularis  Arten,  (Disfi  de  Pediculari- 
bus  refp.  Richers,  Gott.  1737.  4«)>  müffen  wir  vor- 
züglich fein  unfterbliches  Werk  über  die  helvetifchen 
Pflanzen  (Hißoria  ßirpium  Helvetiae  indigenarum% 
tom.  1  —  3.,  Bern.  1768.  fol.)  nennen,  in  welchem 
fich  die  umfaffenclfte  Kenntnifs  mit  dem  rühmlichffen 
Scharffinn  ,  die  feinfte  Beobachtung  mit  der  feltenften 
Gelehrfamkeit  verbinden,  um  es  zu  einem  unver- 
gänglichen Denkmahl  des  grofsen  Geiftes  zu  machen. 
Es  find  2486  Pflanzen  befchrieben,  darunter  mehre- 
re Orchideen  mit  aufserordentlicher  Kunft  darge- 
ftellt  find.  Auch  mufs  man  die  Abbildungen  folgen- 
der Pflanzen  rühmen: 

Veronicafruticofatzb.xS.  .  .  Arelia  helvetica 
und  alpina  tab.  11.  .  .  Laferpuium  hirfutum  19.  .  . 
Arenaria  tenuifolia  (7  Alfin e  mucronatä  L. )  und  A* 
multicaulis  17.  .  .  Saxifraga  mutnta  16.  .  . 
mufcoides  Wulff.;  it.  helv.  1 .  t.  1.  .  .  Cherletia  Se- 
doides  daf,  .  .  Pedicularis  recutita  8.  f.  .2.  .  .  P. 
verticülata  9.  f.  1.  .  .  P.  (über ofa  >o.  ,  .  P.  gyro» 
ßexa  11.  .  .  Oxytropis  campeßris  Candoll.  i3.  .  . 
Qx.uralenßs  14.  •  •  Inula  Vaillantii  2.  .  .  Cnicus 
fpinofifßmus  5. 

9 

Frankreichs  Pflanzen  wurden  in  diefem  Zeital- 
ter, aufser  von  Jof.  Garidel^  Prof.  zu  Aix,  (geb. 
'659,  t  1737,)  von  Niemanden  unterfucht.  Die 


4i6  Sechstes  Buch,    Drittes  Kapitel, 

an  Pflanzen  reiche  Provence  war  fchon  vielfältig 
durchforfcbt,  und  Garidel  fam  miete  blofs  in  alpha- 
betiicher  Ordnung  das  Bekannte.  „  Hiftoire  des 
plantes,  qui  naiffent  autour  d*Aix«  1715.  fol  „,  ift 
der  Titel  des  Werks,  worin  man  biofs  Eupliraßa 
vifcofa  t.  80-,  Quptcus  coccif*ra  t.  53.  und  Iöeris 
nifolia  t.  io5.,  als  zum  erften  Mahl  dargeftellt,  findet 


Was  die  italienifchen  Botaniker  betrifft}  fo  be- 
fchrieb'  ?uvörderft  Job.  Hieron.  Zannichelli,  Apothe* 
ker  in  Venedig,  (geb.  1662,  f  1729,)  die  Pflanzen 
/ um  Venedig ,  Verona,  lftrien  und  auf  den  euganei* 
fchen  Bergen.  Nach  feinem  Tode  kamen :  „lftoria 
delle  piante,  che  nafcono  ne'  lidi  intorno  a  Venezia, 
1735.  fol.,,,  und  „Opuscula  botanica  pofthuma,  tonm 
Venet.  1730.  4m>>  heraus.  In  jenem  Werke 
werden  die  Pflanzen  in  alphabetifcber  Ordnung,  nach 
Tournefort's  Syftem  aufgeführt,  und  durch  ziemlich 
fchlechte  Kupfer  erläutert. 

Auch  JuJ.  Poniedera  hatte  fleifsig  die  Gegenden 
um  Verona,  Mantua,  den  Baldo  und  die  euganei- 
fcben  Berge  durchfucbt.  Das  Refultat  feiner  CJnter- 
fuchungen  machte  er  in  „  Compendiom  Ubularum 
botanicarum,  Patav.  1718.4,,  bekannt. 

Anti  Tita,  Vorfteher  des  Maurocenifchen  Gar- 
tens, befchrieb  im  „catalogus  borti  Mauroceniani, 
Patav.  1713.  8.,,  mehrere  Pflanzen,  die  er  auf  den 
Alpen  von  Trident  gefunden. 

Auch  in  Grofsbritannien  machte  das  Studium 
der  vaterländifchen  Pflanzen  keine  bedeutende  Fort- 
fchritte. 

Kaleb  ThrelMd,  Arzt  zu  Dublin,  (geb.  1676, 
f  l728,)  gab  eine:  „Synopfis  ftirpium  hibernica* 


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Untorfuchung  vaterländifcher  Pflanzen. 


2I7 


nimt  Dubl.  1727-  o.<„,*  worin  zwar  die  irlä'ndifchen 
Pflanzen,  mit  C*  Bauhin's  Benennungen  aufgezählt 
werden,  aber  unangenehm  find  feine  Kritiken  Ober 
Ray  und  Dillenius. 

Job.  Blarkfione,  Apotheker  in  London,  (f  1753,) 
benutzte  die  Hülfe  feiner  Freunde  Dawfon,  Watfon 
und  Vernon,  um  die  feltenern  Pflanzen  Englands  7u 
befchreiben.  In  dem  „  Specimen  botanicum,  quo 
plantarum  plnrium  rariorum  Angline  indigenarum 
loci  natales  illuftrantur ,  Lond.  1 74 1>-  £>•,>•  Epime- 
dium  und  Statice  reticulata  kommen  hier  zuerft  von 
Auch  die  Pflanzen  um  Harefield  in  Middlefex  be- 
fchrieb  er  in  dem:  „Fafciculus  plantarum  oirca  Ha« 
reheld  fponte  nafcentium ,  Lond.  ijZy.  12.,,. 

Karl  Deering  endlich,  ein  Sacbfe,  Arzt  zu  Not- 
tingham, (f  1749,)  untcrfuchte  die  Pflanzen  jener 
Gegend*  Es  erfchien : ■  „  A  catalogue  of  planta  grow- 
ing  in  diverfe  parts  of  England,  1738.  8. und 
nach  feinem  Tode:  „ Nottinghamia  vetus  et  nova, 

»75»-  4-i»*  m  

In  Schweden  erfchienen  zwey  dürftige  Katalo- 
ge: von  Job.  Linder,  (Edlem  von  Lindenftolpe,  Arzt 
zu  Stockholm,  (geb.  1678,  f  l724,):  Flora  Wiks- 
bergenßs,  Stockb.  1728.  8.,  und  Ol.  Celftus,  Prof. 
zu  Upfala,  (geb.  1670,  t  »7^6,)  Verzeich nifa der 
Pflanzen  jener  Gegend,  {Act.  liter.fiiec  3.  p.g.  Stock» 
holm  acad.  liandL  1740.  p.  3o5.). 

Endlich  erfchien  eine  Naturgefchicbte  von  Nor- 
wegen von  Jonas  Ramus,  Prediger  zu  Norder  ha  ug: 
„Norriges  befkrivelfe,  Kiob.  (1735.)  4»»>  ö'ie  Pon- 
toppidan  nnd  Gunner  benutzt  haben« 

» 


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21 8        '    Sechstes  Buch.     Viertes  Kapitel. 

Viertes  Kapitel. 

.    Botanifche  Gärten. 

• 

Die  berühmteften  Gärten  in  diefer  Zeit  wart 
die  engländifeben.  Wir  haben  des  Chelfea  -  Gartens 
fchon  erwähnt.  (S.  110.  in.)  Deffen  Vorftehet 
war  von  1722 —  1789  Ifaac  Rand,  der  alljährlich 
der  SocjetSt  der  Wiftenfchaften  ein  Verzeichnifs  der 
dort  gezogenen  Pflanzen  einreichte.  (PhiL  transact, 
vol.  02.  n.  376.  33.  n.  388.  34  n.  3g,5.  35.  n.  39g. 
40.  n.  445.  447-  41-  P-  l»  29t.  4<>6.)  Auch  kamen 
dergleichen  Verzeichniffe  1700  und  1739  einzeln 
heraus.  Ihm  folgte  Jof.  Miller,  von  dem  gleichfalls 
Kataloge  in  den  Philof.  transact.  vol.  45«  a.  474* 
476.  vol.  44.  n.  48o.  484«;  dann  Job.  W ilmer,  deffen 
Kataloge  ebenfalls  in  den  Philofi  transact.  vol.  46. 
p.  33 1.  47-  p«  *66.  396.  vol.  48«  p.  110.  flehen,  und 
endlich  der  berQhmtefte  Gärtner  feines  Jahrhunderts, 
Phil.  Miller,  (geb.  1691  ,  f  »77»  deffen  „Garde- 
ners  dictionary„  zuerft  1731  herauskam,  und  noch 
heute,'  in  immer  neuen  Auflagen -das  vorzüglichfte 
Werk  diefer  Art  ift.  Befonders  find  die  Kupfer  der 
feltenern  Pflanzen  ganz  vorzüglich :  „  Figurcsof  plants, 
de/cribed  in  the  gardienert  dictionary,  vol.  1.  2.  Load. 
1760.  fol.„.    Wir  heben  folgende  Pflanzen  aus: 

Sahia  paniculata  t.  2  25.  f.  1.  .  .  Ixia  grandi- 
flnra  t.  237.  .  .  /.  bulbifera  t.  236.  f.  Z.  .  .  /.  fl* 
xuofa  i56.  2.  .  .  /.  erecta  i55.  2;  .  .  L  crocata 
2^9.  2.  .  .  Gladiolus  Cunonia  Gärtn.  1 1 5.  .  .  67. 
recurvus  235.  2.  .  .  GL  angufeut  i4^.  2.  .  .  Ol. 
Milleri  Ker.  4o.  .  .  Babiana  firicta  Ker.  i55.  1.  .  . 
Moraea  iridioides  239.  1.  ...  J/v$  ochroleuca  1 54- 
.  .  Polemonium  reptans  209.  .  .  Perba/cum  Boer- 
haavii  2jZ.  .  •  Nicotiana  pufilla  i85.  2.  .  .  Phy fa- 
llt arborefeens  206.  2.  .  .   ^Ma  bifpinofa  3oo. .  • 


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Botanifche  Gärten.        „  219 

Vinca  rofra  188.  .  .  Paftinaca  Srcacul  2ßft.  .  .  fi- 
hurnum  nudum  274»  •  .  Linum  pe renne  166.  2.  .  . 
Hypoxis  decumberts  ±.  .  .  Ornithogalum  ehyrfoi» 
des  192.  .  .  Anthericum  elatum  56.  .  .  if/o¥  ma- 
culata  292.  .  .  0**othpra  parvißora  189.  1.  .  • 
0*n.  pumila  188.  1.  .  .  Rheum  compactem  2  18.  .  * 
Saxifragä  umbrofa  141.  2.  .  •  Phytotacea  iosandra 
207.  •  .  Bauhinia  aurita  6if  .  ,  Refeda  ndoracä 
21 7.  .  .  Triumfetta  annua  298.  .  .  Prunus  pumU 
lä  89.  2.  .  .  Pyrw*  prunifolia  269.  .  .  letrago* 
nla  decumbens  263.  1.  .  .  /tafaf*  canadenfis  223.  „  . 
Hydraßis  canadenfis  285.  .  .  Phtomis  NiJJolii  20^ 
•  .  PA/»  Leonltis  162.'.  ■  Martyniä  probofrtde* 
286.  .  .  Vuex  incifa  2j5.  1 .  .  .  Ricotia  aegyptia* 
ca  169.  .  .  Melochla  depreffa  5.  2.  .  .  Polygata 
Senega  daf.  5.  .  .  Aftragalus  alopecuroidet  58.  .  .  - 
Hypericum  olympicum  1 5 1 .  1 .  .  .  //.  monogvnum 
daf.  2.  Andryala  Jahata  146.  1.  .  .  Conyzapm* 

tula  247.  .  .    Cineraria  Amelloidfis  76.  2.  .  .    (ror-  - 
feria  regen* -49*  .  .     Rudbekiu  angußifolia  224,  .  . 
Calendula  fr utieofa  285.  .  .    Üthonna  cheirifolia  245. 
.  .    Pinns  halepenfis  208. 

AHe  feine  Vorgänger  Obertraf  aber  Jeh.  Jac.  Di/-  » 
te/m/j  in  Befchreibung,  kritifcher  Beftimmung  und 
Abbildung  der  Garten*  Pflanzen.  Wir  wiffen,  (S.  167.) 
dafs  Dillenius  AufTeher  des  Sherardfcben  Gartens  in 
Eltham  war.  Er  lieferte  einen:  Hortus  Elthamenfist 
Lond.  1752.  Fol.,  der  alles  übertraf,  was  man  bis 
dabin  in  der  Art  gefebn  hatte.  Richtigkeit  der  Zeich- 
nungen, Sauberkeit  des  Stichs,  den  er  felbft  befnrg- 
te,  Genauigkeit  der  Befchreibungen ,  Sorgfalt  in  der 
Anfftichitng  der  Synonyme;  alies  vereinigte  ftch,  um 
dies  Werk  zu  dem  vorzOglichften  feiner  Art  zu  erbe- 
ben. Der  Umfang  der  Wiffenfchaft  ward  durch  die 
Kenntnifs  folgender  Pflanzen  erweitert: 


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8*0  Sechstes  Bach.    Viertes  Kapitel. 

Canna  glauca  t.  59.  •  .    Olea  capenfis  1. 160.  .  . 
Salvia  mexhana  t.  254-  .  .     Iris  verficplor  i55.  f. 
187.  .  .  1  ¥*«l*a  trifoliata  122.  .  .  Heüotropium 
pa/vißorum  1^6-  .  .     Phlox  paniculata  166.  f.  200. 
•  ,    Phl.  gl a bei  rima  daf.  202.  •  .    Convplvulus  objm* 
rus  83.  f.  cp.  .  .    C.  hederaqeus  daf.  f.  96.  .  .  C. 
Carolinas  84.  f.  98.  .  .    C  panduratus  85.  f.  99.  . , 
Ipomo+a  glaunifolia  87.  f.  101.  .  .    /.  lacuno/a  daf. 
f.  102.  .  .    /.  tamnifolia  3  i8.  f.  414*  •  -  Ipomopfis 
elegans  'Michail x.  241  •  •  •    Lonicera  Symphoricarpos 
278.  .  .     Trioßeum  perfoliatum  293.  .  .  Pty/ai« 
pruinofa  9.  .  .    Ph.  vifcofa  10.  .       Solanum  com- 
pechienje  268.  .  .    <S.  Carolinen/*  269.  .  .    <S.  oone- 
rienfe  272.  .  .    Cefirum  diurnum  i54-  •  •  Jacqwr 
nia  rufcifolia  1 23.  .  .     Cordiä  Pacagonula  226.  ,  . 
Sideroxylon  inerme  265.  .  .    Äi6e* ßoridum  244- 
jR.  oxyacanthoides  109.  .  .     Achyranthes  radicans 
Cav.  7.  .  .    Cynanchum  fuberofum  229.  •  .  4/c/!ff- 
piaf  purpurafcens  28.  .  .     Chenopodium  anthelmin» 
ehicurn  66.  76.  .  .     CA.  multifidum  daf.  f.  77.  .  . 
Gorttphrena  perennis  20.  f.  22.  .  .     PfcyUis  ZVoWa 
2 99*  •  •    Rhus  radicans  29 1.  •  .    Portulacaria  afra 
101.  .  .    Craßula  cultrata  97.  .  .    C.  ci/iata  98.  f. 
116.  •  .    C.  nudicaulis  daf.  f.  11 5.  .  .    C.  orbicula* 
ris  100.  f.  118.  .  .    C.  pellucidä  daf.  f.  119...  Ha*- 
manthus  puniceus  i4o.  .  .    Pancratium  mexicanum 
222.  .  .    Eucomis  regia  92.  93.  •  .    Hypoxis  feffilis 
220.  .  .    Antliericum  frutefcens  iZ  1 .  .  .    A.  aloides 
a32.  f.  3oo.  .  .    Atraphaxis  undulata  32.  .  .  Ä«- 
m?x  dentatus  i58.  f.  191.  .  .    Oenotlvera  molliffima 
219.  .  .    Rheum  Ribes  i58.  f.  192.  .  .  Saponaria 
orientalis  167.  .  .     Saxifraga  grönlandica  2o3.  f. 
329.  .  .    Dianthus  caefms  298.  f.  585.  .  .  -Stene 
cerafioides  Sog.  f.  397.  .  ,    £•  anglica  daf.  f.  398. . . 
5.  pendula  3 12.  •  .    5.  antirrhina  01 3.  .  .    S.  rw- 
ie//a  3 14.  f.  4o6.  .  .    S.  crefica  daf.  f.  404.  .  .  & 

» 

1 


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Botanifche  Gärten.  221 

,  p 

inaperta  3i5.  f.  4<>7-  •  *  ^  Behen  Ziy.  f.  4p9-  .  . 
Cotyledon  hemlfphaerica  g5.  f.  1 1 1.  .  .  C.  ferrata 
daf.  f.  112.  .  .  Sedum  hifpanicum  256.  f.  332.  .  . 
Oxalis  Dülenii  Jacqu.  221.  .  .  Ceraftium  perfoliatum 
217.  .  .  Euphorbia  mauritanica  289.  .  .  C actus 
Tuna  295.  f.  38 o.  .  .  Mesembrianthema  linguaefor- 
m*  i83.  .  .  latum  184.  f.  225.  .  .  obliquum  1 85. 
f.  226»  .  .  longumdsS.  f.  227.  .  .  rojtratum  186. 
f.  229.  .  .  bellidißorum  189.  f.  233.  rioctißo* 
rum  206.  .  .  tuber  o/um  207.  •  •  ftipulaceum  209. 
.  .  lorewn  200.  .  •  verruculatum  293.  .  .  fei/pi* 
,  dum  214.  •  •  glomeratum  21 3.  f.  276.  .  .  /*rra- 
mm  192.  .  .  fcabrum  197. f.  25 1.  .  .  brdcteaeum 
daf.  f.  249»  •  •  ßlamentofum  212.  f.  273«  .  .  aci- 
naci/orme  21 1 .  212.  .  .  Aizoon  hifpanicum  \  17.  .  . 
2fo/a  tocufa  245.  f.  3 16.  .  .  Ä.  pendulina  daf.  f.  317.  « 
.  .  Rubus  occidentalis  247.  .  .  Fragaria  chilornßs 
120.  .  .  Papaver  nudUaule  224.  .  .  Cifius  furreia- 
nus  i45.  f.  172.  .  .  C.  marifolius  daf.  f.  »73.  .  . 
Clematis  Viorna  118...  C/.  cri/Jia  73.  .  .  C/.  orien» 
ialis  119..  .    Cimicifuga  Serpentaria  67.  f.  78. 

Aiuga  orient alis  53.  .  .    Hyptis  radiata  j5.  •  .  ' 
Trichoßema  brachiatum  285.  .  .    Lantana  meliffae* 
folia  57.  f.  66.  .  .    Verbena  bonarienßs  3oo.  .  ..  K 
caroliniana  3oi.  .  .    V.  rriexicanaZoi.  •  .  Rueüia 
ftrepens  249.  .  .    ü.  ciandeftina  248.  .  .  Lepidium 
bonarienfe  i.86.  .  •    Iberis  gibraltarica  287.  .  .  Si- 
fymbrium  hurftfolium  148.  f.  177.  .  .    5.  monenfe 
III.  .  .    Hermannia  lavandulifolia  i47k  •  .  ^ty#- 
y?ora  VefpertÜio  137.  .  .     Erodium  glaucophyllum 
124.  .  •    Pelargonium  hybrtdum  \z5.  .  .    P-  carno- 
(um  127.  .  .    P.  odoratißimum  1 3 1 .  .  .  Geranium 
maculatum  i32.  .  .    G.  bohtmicum  i33.  .  .    (7.  ca-         -  * 
rolinianuni  i35.  .  .    S/zia  Dilleniana  2.  .  .    5.  occi- 
dentalis  6.  .  .     £.  alnifolia  172.  f.  21  1.  .  .  Malva 
abutiloides  1.  .  .     M.  virgata  169.  f.  206.  #  .  JH 

•  ■  * 

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1  - 

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222  Sechstes  Buch»    Viertes  Kapitel. 

groffulariaefoHa  da  f.  f  207.  .  .  Hibifcus  fieulneus 
.  .  Rafnia  p*rfoliuta  1 02.  f.  12;.  .  .  Pha- 
feolus  he/polus  253.  f.  3oo.  •  •  Ph.  vexWatu*  23 4. 
,  .  Pä*  a/afwi  235.  f.  3o5.  .  .  PA.  radiatus  daf.  f. 
3o4»  .  •  .  GlycineSomento/a  2G.  f.  29.  .  .  Clitotia 
virginiana  76.  .  .  Hedyfarum  maculatum  141.  .  . 
H  repens  .  .  volubtle  i43.  .  •    //.  mari- 

latid'rcum  i44*  •  •  A/tragalus  carolinianus  39.  .  . 
Hypericum  olympicum  i53.  f.  181.  .  .  Vernonk 
gtapca  262.  .  .  Cnicus  altiffimus  69.  .  .  2fo&»*j 
pilofa  43.  .  .  B.  nodijlora  44-  •  •  Melananthera 
ha  tata  Mich.  46.  f-  54-  .  •  Cacalia  papillaris  55. . . 
Chryiocomafcabra  88.  f.  10 3.  .  .  Kuhnia  eupatorioi- 
des  89.  .  .  Artemißa  tenuifolia  33.  .  .  Gnaplialium 
rudlans  107.  f.  127.  .  .  Gn.  undulatum  108.  f.  1  3o. 
.  .  Gn.  purpureum  109.  f.  1^2.  .  .  Elkhryfum  re- 
ioreum  322.  .  .  Erigeron  carolinianum  5o6.  .  .  £. 
bonarienfe  2.5-j.  .  .  ConyZa  marilandica  Mich.  88. 
f.  io4-  •  •  C.  camforata  Purfh.  89.  f.  io5.  .  . 
Senecio  Pleudo-china  258.  f.  535.  ...  8  hafiatus 
i52.f.  184.  .  .  «S  coriaceus  10 5.  .  .  S  fct/imi/b- 
lius  104.  .  .  Alter  chinenfis  34.  ... .  A  folielofus 
55.  .  .  A.  multißorus  36.  f.  4o.  .  .  Solidago  afp** 
ra  3o5.  f.  592.  .  .  S.  cambrica  3o'6.  390.  .  .  S. 
lanceolata  daf.  f.  Sy  J»  •  •  S  caefia  ?>oj.  .  .  S.  ru- 
go/a  5o8.  5g6.  .  .  Tetragonotheca  helianthoid*s  283. 
.  .  Tagetes  minuta  280.  .  .  Silphium  dßrrilcus 
37.  .  ,  Othonna  arborefeens  1  o3.  .  .  Bryonia  ßci? 
folia  5o.  .  .  Menifpermum  virginicutn  178. .  .  Ctif* 
fortia  Üicifolia  01. 

Der  Univerfitäts  Garten  zu  Cambridge  blühte 
unter  der  Auf  Geht  Jon.  Martyns  (geb.  1 699,  f  1768) 
vorzüglich.  Martyn  hat  fich  nicht  blofs  durch  feine 
Erklärungen  des  Virgil,  als  einen  gelehrten  Kenner 
des  Alterthums,  fondern  auch  durch  feine  „Hiftoria 
plantarum  rariorura,  dec.  1  ~  5.  1 728  —  ijoz.  fol.», 


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Botanircfae  Gärten*  *  aa* 

■ 

als  einen  feinen  Kenner  der  Pflanzen  gezeigt.  Dies 
Werk  enthält  köftJiche  AbbiJdungen  von  Gewächfen, 
die  Huyfum  geinahlt  und  KirkaJi  geftochen.  Darun- 
ter find  mehrere  ne'ue: 

Maranta  arundinacea  p.  3p,.*.  •  Parietaria  po- 
lygonoides  W.  p.  8.  .  .  Phlox  Carolina  10. .  .  Gro- 
nvvia  fcandens  4<>.  .  .  Turner a  ulmifolia  49.  •  • 
Crajfula  fcabra  2$.  .  .  Pancratium  caribaeum  27. 
.  .  Podaliria  alba  44»  •  •  Caffia  Ugußrina  21.  . 
C.  mar  Handle  a  2  3.  .  .  Mesembrianthemum  frlinum 
3o.  .  .  Prunella  penfylvanica  W.  4.  .  .  Antirrhi- 
num  trifte  35.  f.  2.  .  •  Martynia  diandra  42-  •  • 
Cfrome  vijcofa  25*  .  .  C/.  acute  ata  45.  •  •  Pn/7f- 
y/ura  ferratifolia  56.  .  .  P.  cuprea  37.  .  .  P-  Wo- 
fericea'5i.  .  .  P.  lunata  52.  .  .  Erodium  chiurn 
4*  •  •  E.  laciniatum  19.  .  .  Pelargonium  in  quin  ans 
3.  .  .  P.  papilionaceum  i5.  .  .  P.  cueullatum  28, 
,  .  crifpa  29.  .  •    Malva  caroliniana  34.  . 

After  grandißorus  19.  .  .  Solidago  altifßma  14.  .  . 
Helianthus  atrorubens  20.  .  .  Coreopfis  lanceolata 
26.  •  %  Miller a  quinqueßora  41 .  .  .  M  bißora  47. 
f.  1 .  .  .  Cymbidium  verecundum  5o.  *  .  Cr o ton  /a- 
Witf  46.  .  .  Phyllanthus  Niruri  9.  .  .  Fiica*  po- 
lypodioides  32.  f.  1.  .  .  F.  felaginoides  daf.  f.  3.  .  . 
F.  ceranoides  f.  6. 


'  Unter  den  italifchen  Gärten  waren  die  zu  Pjfa 
wnd  zu  Florenz  die  berühmteften.  Jenem  ftand  Mich« 
Angel.  7*7/i  vor,  der  einen Theil  von  Alien  und  Afri« 
ca  gefehen  ,  und  unerraüdet  in  der  Sammlung  frem- 
der Ge  wachte  war«  Sein  „Catalogus  plantarum  bor- 
ti  PifaTii,  Flor.  1723.  fol.„,  enthält,  ohne  genau« 
Befchreibungen  ,  doch  einige  neue  Pflanzen: 

Knautia  propontica  48.  .  .    Rumex  aegyptiacus 
57.  f.  1.  .  .    Medcola  anguftifolia  12.  f.  2.  .  ,  £«- 


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* 

224  Sechstes  Buch.    Viertes  Kapitel. 

genta  uniflora  44.  .  .  Antirrhinum  cirrhofum  38.  f. 
2.  .  .  P  largonium  fulgidum  26.  .  «'  Malta  She* 
rardiana  55.  f.  2.  .  ,  Phaca  Gerardi  VilJ.  14.  f.  1. 
.  .  Ph  alpina  da  f.  f.  2.  .  .  Cynara  acaulis  20.  .  . 
Anthemis  alpina  19.  f.  1.  .  .  Centaurea  cichorwa 
27.  .  .  Zamia  pungens  4/>-  •  •  Acacia  peduncuiaia 
W.  1.  f.  2.  .  .    Woodwardia  radicans?  24. 

Vom  Garten  zu  Florenz  hatte  der  treffliche  Mi» 
cheli  einen  „Catalogus  plantarum  horfi  florentini» 
bioterlaffen,  den  Targioni  nach  M's  Tode  heraus- 
gab:  Flor.  1748-  fol. 

Einen  reichen  Garten  hatte  der  Senator  Job* 
Franz  Mauroeenl  zu  Padua  eingerichtet»  deffen  Ver- 
eeichnifs  AoL  Tita  1 7 1 3-  8.  herausgab. 


Die  Gärten  Deutfchlands  waren  unbedeutend. 
Die  Pflanzen  des  Wittenberger  Univerfitäts- Gartens 
wurden  von  Job.  Henr.  Heucher t  Prof.  dafeibft ,  (geb. 
1677,  f  1747»)  dreymal  verzeichnet.  „Index  plan« 
tarum,  Witteb.  171t.  4*»  unc*  »Novi  proventus, 
1713.  4-  find  die  Titel  tiefer  Verzeichnitfe.  Auch 
Heuchers  Nachfolger,  Abr.  Vat»r>  (geb.  1684,  t»75i>) 
gab  dreymahl  Verzeichnitfe  (1721»  1724  und  1738) 
heraus. 

In  Leipzig  machte  ein  Prof.  der  Medicio,  Au- 
guft  Friedr.  Walther,  (geb.  1688,  f  1746,)  feinen  ' 
Garten  bekannt,  indem  er  eine  „Defignatio  planta« 
rumhorti,  Lipf.  173?.  8.  n  herausgab.  Hier  ßnd: 
Fagara  tragodes  t.  5.  f.  1 . ,  Parkinfonia  aculeata  1. 1 3., 
Schotia  fpeciofat.  2.,  Sileae  gigantea  t.  11.,  Sifynh 
brium  altißimum  t.  22.,  Berkhey a  fruticofa  t.  7., 
Eriacephalus  a/ricanus  t.  l.,  2to/?»a  Tervamora  t.  10^ 
Cucumis  Dudaim  t.  21.  und  Anthofpermum  acthiopi- 
cum  t.  9.  abgebildet. 


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»  -  ^ 

Botanifche  Gärten*  323 

-  * 

•  »  » 

<    •  ■ 

Ein  groftes  Werk,  welches  ausgemahlte  Abbil- 
dungen von  Garten  -  Pflanzen  enthält,  unternahm 
Joh.  VVilh.  Weinmann ,  Apotheker  in  Re^ensburg. 
Er  gab  ihm  den  Titel:  „Phyfanthoza- iconographia, 
vol.  1 — 4.  Ratisb.  17^7  —  174^.  fol„.  Den  TVxt 
fchrieben  Job.  Georg  Nicol.  Dietrich  und  Ambrof. 
Karl  Bieler:  die  Künftler,  unter  denen  Ridinger  der 
bekanntefte,  fahen  mehr  auf  Glanz  der  Farben ,  als 
auf  Treue  der  Zeichnung.  Der  Wiffenfcbaft  hat  dies 
Unternehmen  keinen  Oewinn  gebracht. 

Zu  gleicher  Zeit  fuchte  Job.  Hieron.  Knipkqft 
Prof.  zu  Erfurt,  (geb-  1704,  f  »762,)  die  alte^Kunft, 
Pflanzen  -  Abdrücke  mit  Buchdrucker- Schwärze  zu 
liefern,  wieder  hervor.  Beckmann  findet  Spuren 
diefer  Kunft  im  fechzehnten  Jahrhundert.  (Gefch.  der 
Erf.  1,517.)  Knipbof' ftellte  auf  diefe  unvollkom- 
mene Weife,  in  Verbindung  mit  dem  Buchdrucker 
Trampe  in  Halle,  eine  Menge  Pflanzen  dar.  Das 
Werk  führt  den  Titel:  „Botdnica  in  original],  cent. 
1  —  12.  Hai.  1757—  47^4«  fol.  „• 

» 

•     Fünftes  Kapitel. 

Unterfuchungen  über  den  Bau  und 
die  Verrichtungen  der  Theile. 

Die  grofsen  Meifter  in  der  Zergliederung  der  Ge- 
wächfe,  Grew,  Malpighi  und  Leeuwenhoek,  fanden  in 
diefem  Zeitraum  wenig  Nachfolger.  Man  begnügte  fich 
faft  nur  mit  chemifchen  Erläuterungen,  mit  Beftim- 
xnung  der  Gefetze  der  Bewegung  und  mit  Beobach- 
tungen einiger  Vorgänge  in  der  Pflanzenwelt,  weiche 
zur  Erläuterung  der  Gefetze  dienen  konnten.  Der 
Gebrauch  der  Mikrofkope  kam  in  Verfall,  und  wur- 
de fogar  fo  verdächtig,  dafs  Fontenelle,  <ter  berühm- 
te Wortführer  der  parifer  Akademie,  im  Jajir  1711 
Geich,  d.  Botanik,  *.  ß,  1  5 


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226    Sechstes  Buch.  Fünftes  Kapitel.  Unterfuchungen 

Jagen  konnte,  die  Lehre  von  den  Tracheen  <fer  Ge- 
wächfe  fey  fehr  -zweifelhaft:  denn  die  Mikrofkope 
zeigen  oft  nur  das,  was  der  Beobachter  fehn  wolle» 
(Hi/t.  de  t acad.  de  Paris?  1 7 1 1 .  p.  43. )  Job.  Hieroo. 
Sbaraglia ,  Prof.  zu  Bologna,  (geb.  164»,  +  "7*0,) 
fuchte  ebenfalls  nicht  bJofs  Malpighi's  Entdeckungen, 
fondern  überhaupt  den  Gebrauch  der  Mikrofkope 
verdächtig  zu  machen,  um  fogar  das  Dafeyn  der 
Schraubengänge  und  der  Strahlengänge  von  der  Rin- 
de zum  Marke  zu  läugnen.  (Oculorum  et  meruis  vi* 
giliae,  Bonon.  1704.4  )  Und,  da  Mal pighi's  Scha- 
ler, Lucas  £erranuova  und  Horaz  de  FJorianis,  ihren 
Lehrer  vertheidigteo ,  (Eplfiola,  in  qua  errores  Sba- 
ragliae  ofienduntur ,  Rom.  1705.  4.);  fo  verantwor- 
tete ficb  Sbaraglia  auf  eine  nicht  fehr  würdige  Weife. 
(  Raccolta  di  queßioni  intorno  ä  cofe  di  botanica  etc. 
agitate  gta  tra  7  Maipighi  e  lo  Sbaraglia »  Bologn. 
1723.  4«) 

In  Öeutfchland  wurden  Orew's  und  MaJpighi's 
herrliche  Entdeckungen  nicht  einmabl  aligemein  be- 
kannt, gefchiveige,  dafs  man  fie  hätte  weiter  verfol- 
gen oder  berichtigen  follen. 

Joh.  Georg  Wilh. Starcken  verth eidigte  zu  Helm- 
ftedt  eine  Differtation:  „Gyros  convolvulorum  evol- 
vere  tentabit,  Helmft.  i7o5.4-»i  worin  er  den  fchie- 
fen  Stand  des  Pflänzchens  zwifchen  den  Kotyledonen 
als  Grund  des  Schlingens  der  Pflanzen  angiebt,  ohne 
zu  bedenken,  dafs  bey  den  Chenopodeen  und  Atri- 
pliceen  der  Embryo  fogar  gekrümmt  und  das  Pflanz- 
chen,  wie  auch  bey  Jufticia,  ganz  fchief  geftellt  ift, 
obgleich  die  Pflanzen  gerade  aufrecht  wachfen :  dage- 
gen eine  Menge'Schlingpflanzen  einen  geraden  Sund 
des  Embryons  zwifchen  den  Kotyledonen  zeigen. 

Der  grofse  Philofoph,  Chriftian  Wolff,  Prof. 
zu  Halle,  (geb.  1^79,  f  i754j)  war  der  einzige 
Deuffche,   djtr  Beobachtungen  und  Verfuche  über 


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über  den  Bau  und  die  Verrichtungen  der  Theile.  227 

die  Natur  der  Gewächfe  anheilte.  Seine  „  Vernünf- 
tige  Gedanken  von  den  Wirkungen  der  Natur,  Hai» 
Je  1723.  8.,,,  enthalten  auch  eine  Theorie  vom  Bau 
der  Gewächfe.  Die  fch  ein  baren  Fafern  der  Gewäch- 
fe halt  er  für  zufammengefetzt  aus  ZeJIen  und  Schlä-u- 
chen.  Die  eigentümlichen  Saftbehälter  in  der  Rio* 
de  kennt  er  ,  und  nimmt  dje  eigentlichen  Schrauben* 
gange  im  Splint  an.  Diefe  fahren  Luft,  fo  wie  die. 
Strahlengänge  voo  der  Rinde  zum  Marke  die  Nah» 
rungsfäfte.  Uiefe  vergleicht  er  daher  mit  den  Blut» 
gefafsen,  die  Schratibengänge  mit  den  Luftröhren , 
und  die  Zellen  mit  den  Drüfen  derThiere.  Welche 
Urfache  die  Säfte  anlocke,  auf  welche  Weife  fie  zu- 
bereitet werden,  gefteht  er  nicht  zu  wiffen,:  eine  Art 
von  Gährung  möge  wohl  dabey  vorkommen.  Auch 
das,  was  die  Pflanzen  ernähre,  fey  ein  Urftoff  der 
Erde  und  der  Luft,  der  nicht  bekannt  fey:  wenig« 
ftens  feyn  es  keine  Salze.  In  der  Markfubftanz  lie- 
gen Keime  zur  künftigen  Pflanze  verborgen,  die  man 
mit  dem  Saamen  vergleichen  könne. 
N  Wolff  wandte  auch  die  Luftpumpe  an,  um  den 
Gehalt  an  Luft  in  jedem  Theile  der  Pflanze  zu  ent- 
decken. Bernhard  Nieuwentyt  hatte  üe  zuerft  in  der 
Art  angewandt,  dafs  er  Aefte  von«  Rüftern  in  Seifen- 
fieder  -  Lauge  tauchte,  weil  diefe  keine  Luftblafen 
bildet,  und  dann  die  Luft  auszog.  Da  fand  er  denn, 
und  Wolff  betätigte  es,  dafs  nur  das  Holz,  nicht 
die  Riride,  Luft  entwickelte.  Auch  Kellte*  Wolff  zu-  , 
erft  Verfuche  über  Vervielfältigung  der  Getreide  - 
Halme  an,  wenn  die  Knoten  unter  die  Erde  gebracht 
werden.  (Entdeckung  der  wahren  Urfache  von  der 
wunderbaren  Vermehrung  des  Getreides*,  Halle  1 728. 4.) 

Ludw,  Phil.  Thämmig  ftellte,  nach  Wolff  fchen 
Grundfätzen,  ähnliche  Unterfuchungen  an.  (Verfuch 
einer  gründlichen  Erläuterung  der  merkmürdigßen  Z?e- 
gcbenheiten  in  der  Natur,  Halle  1722.  8.)    Das  Da- 

■ 


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228    Sechstes  Buch.  Fünf tes  Kapitel.  Untersuchungen 

feyn  der  Luftröhren  in  den  Pflanzen  fuchte  er  nicht 
allein  durch  die  Luftpumpe,  fondern  auch  durch  das 
MikrofUop  darzuthun  :  durch  jene  bewies  er  aber 
die  Spaltöffnungen  auf  der  Rückfeite  der  Blatter. 
Die  Keime  und  Knofpen  erzeugen  fleh- in  Wallten, 
felbft  in  Blattftielen ,  wenn  ein  gedrängtes  ZeJJgewe- 
be  zur  Entftehung  der  Schraubengänge  und  Sahröh* 
ren  Gelegenheit  gebe.  Es  könne  ein  wahrer  Kreis* 
lauf  der  Säfte  in  den  Pflanzen  angenommen  werden: 
denn  die  durch  die  Blätter  eingefogenen  Stoffe  fteigen 
zur  Wurzel  ab,  und  die  von  der  Wurzel  aufgefoge- 
Inen  vertheilen  fich  in  die  Blätter. 

Die  Schraubengänge  fah  auch  Georg  Bernhard 
Bulffinger,  Akademiker  in  Petersburg,  in  MeJonen* 
Ranken.  (Cvrqment.  petrop.  4.  p.  182.)  Was  bis  auf 
feine  Zeit  vom  Bau  der  Pflanzen  bekannt  war,  fuchte 
Ant.  Wilh.P/as,  Prof.  in  Leipzig,  (geb.  1708,  f  1784,) 
,  zu  fammeln  und  in  guter  Ordnung  vorzutragen.  So 
entftand  feine  „Hiftoria  organicarum  in  p Jan tis  par- 
tium, Lipf.  1751.  4«»» 

Höchft  wichtig  und  klaffifch  waren  die  Unter* 
fuchungen  eines  engländifchen  Geiftlichen ,  Stephan 
Haies,  (geb.  1677,  f  1761 ,)  Ober  die  Kraft,  womit 
die  Anziehung  und  Ausdünftung  der  Gewächfe  ge« 
fchieht.     Man  findet  diefe  denkwürdigen,  mit  der 
gröfsten  Sorgfalt  angeheilten,  lehrreichen  Verfuche 
in  feinen  „  Vegetable  ftatics ,  Lond.  1727.  8.,,,  de- 
ren deutfehe  üeberfetzung  Chrift.  WoJff  zu  Halle 
1 74S.  4*  beforgte. Die  Verfuche  beziehn  üch  vor- 
züglich auf  die  Ausdünftung  der  Gewächfe  ,  auf  die 
Kraft,  womit  fie  die  Säfte  onziehn  und  forttreiben, 
auf  die  Einfaugung  der  Luftftoffe  und  Dünfte,  und 
auf  die  Bewegung  der  Säfte  in  den  Pflanzen wobey 
er  den  Rückgang  des  Safts  zwifchen  Baft  und  Rinde  ' 
darzuthun  fucht.     Auch  in  den  Haema ftatics ,  Lond.  1 
1735.  8,,  führt  er  noch  Verfuche  an,  die  den  Röck- 


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,    über  den  Bau  ond  die  Verrichtungen  der  Theile.  329 

gang  der  Säfte  erläutern,  und  fucht  zu  beweifen, 
dafs  die  Schraubengänge  blofse  Luft  führen,  dafs 
man,  aber  Urfache  hat,  mehr  auf  die  Stoffe  ,  als 
auf  das  Dafeyn  der  atmofphärifchen  Luft  felbft  zu 
achten. 

Ein  JeCuit,  P.  Sarrabat ,  % genannt  de  la  Baiffe9 
gewann  den  von  der  Akademie  zu  Bordeaux  auspe* 
fetzten  Preis  über  die  Bewegung  der  Säfte  in  den 
Pflanzen.  Seine  „  Differtation  für  la  circulation  de 
la  feve  des  plantes,  Bordeaux  ijöZ.  8.,,,  enthält  die 
erften  Verfuche  mit  gefärbten  Flüffigkeiten ,  deren 
Aufzeigen  in  abgefchnittenen  Zweigen  die  Organe 
vor  Augen  bringen  folJ,  in  welchen  das  naturgemafse 
Auffteigeu  der  Säfte  erfolgt.  Er  bediente  fich  dazu 
des  rothen  Safts  der  Phytolacca,  und  fand,  dafs  die- 
fer  in  den  Holzfafern  auffteige,  fich  durch  die  Ner- 
ven der  Blätter  und  felbft  in  den  Staubfäden  zeige. 
Werde  die  Rinde  gefärbt,  fo  gefchehe  dies  durch  die 
Strahlengänge,  welche  zwifchen  Rinde  und  Mark  die 
Gemeinfchaft  eröffnen.  _  Das  Abfteigen  der  Säfte 
fucht  er  dadurch  zu  erweifen,  dafs,  wenn  man  ein- 
zelne Aefte  der  Wurzel  ins  Waffer  fetzt  und  andere 
draufsen  läfst,  die  letztern  eben  fo  gut  fortwachfen 
als  die  erftern. 

Diefer  Gegenftand,  das  Abfteigen  der  Säfte, 
befchäfftigte  auch  die  fchon  angeführten  Schriftftel- 
ler,  Richard  Bradley  und  Patrick  Blair.  Beide  be- 
rufen fich  auf  das  Wachsthum  der  Wurzeln  und  auf 
das  Dafeyn  eigentümlicher  Säfte  in  denfelben.'  Auch 
führen  fie  beide  die  Erfcheinung  an,  dafs  das  edle 
Impfreis  dem  Wildling,  auf  den  es  gefetzt  worden, 
bisweilen  feine  Eigenfchaften  mittheile.  (Henr.  Cane 
in  Phil,  tr  ansäet,  vol.  3i.  n.  366.  p.  io3.  Laurence 
clergymans  recreation  p.  27.  Haies  Statik  der  Gew. 
S.  86.  Bradley  ob  f.  für  le  jardinage,  p.  1 1.  P.  Blairs 
botan.  effays  p.  584.)    Dafs  auch  ein  Zweig,  der 


ajo  Sechstes  Buch.  Fünftes  Kapitel. 

* 

tnit  zwey  benachbarten  Bäumen  durch  Kunft  verbun- 
den  fev,  durch  tie  ernährt  werde,  war  Beiden  wohl 
bekannt. 

Die  Chemie  der  Gewächfe  machte  unbedeuten- 
de Fortfeh ritte.  Der  erfte ,  der  die  Farben  der  Pflan- 
zen zu  erklären  fuchte,  war  der  fchon  genannte 
Steph.  Franz  G»offioy.  sMe^m.  d*  i'ac.  de  Paris,  1707. 
p.  6g4>)  Er  leitete  fie  aus  wefentlichem  OehJ  und 
flüchtigen  Salzen  her.  Die  grüne  Farbe  der  Blätter 
gehe  durch  Säuren  in  die  rothe  über.  DieOehle  und 
Salze  fpielten  auch  in  der  Theorie  der  Ernährung  der 
damaligen  Zeit  eine  bedeutende  Rolle.  So  meinte 
Patr.  Blair,  dafs  die  verfchiedene  Geftalt  diefer  Oeh- 
le  und  Salze  eine  verfchiedene  Auswahl  der  Poren, 
durch  die  fie  aufzufangen  feyn,  nothwendjg  mache. 
Ja,  man  war  fo  befangen  in  den  materiellen  Anfleh- 
ten, dafs  Joh.  Friedr.  Henckrl,  Bergarzt  zu  Freyberg, 
(geb.  1679,  f  1744J  die  ganze  Vegetation  aus  Gäh- 
rung  und  Kryftaliifation  ableitete.  {Flora  faturnizans, 
Lipf.  1722.  8.) 

Endlich  unterfuchtehnan  die  Erzeugung  unvoll- 
kommener Pflanzen,  und  glaubte,  auch  ohne  Saamen, 
durch  langfame  Fäulnifs  des  Schleims  die  Entftehung 
der  Schwämme  erklären  zu  können.  Diefe  Meinung 
trug  Ludw.  Ferdin.  Marftgli  (geb.  zu  Bologna  i658, 
f  i73o)  vor.  (De  gener  atlone  fungorum,  Rom« 
1714.  fol.)  Dagegen  bemerkte  Joh.  Maria  Lanciß, 
päpftlicher  Leibarzt,  (geb.  i654>  f  ^720,)  dafs 
doch  immer  noch  ein  Mutterftoff  hinzukommen  müf* 
fe,  wenn  fleh  auf  folche  Art  Schwämme  erzeugen 
folJten.  (De  ortufungorum,  Opp.  ed.  Genev.  1718.4  ) 


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- 

0 


Siebentes  Buch. 

Das   Linne'fche  Zeitalter. 


Erltes  Kapitel. 

Karl  Linne. 

» 

.  Die  Umänderung  und  Verbefferung,  welche  die 
ganze  Naturgefchichte,  befonders  die  Botanik,  durch 
diefen  grofsenGeift  erfahren,  ift  zu  wichtig,  als  dafs 
wir  bey  dem  Stifter  diefer  Reform  nicht  länger  ver- 
weilen follten.  Das  Leben  diefes  Mannes,  innig 
mit  dem  Schickfal  der  Wiffenfchaft  verwebt,  dient 
zum  ftärkften  Beweis ,  dafs  des  Menfchen  fefter  Wil- 
le hinreicht,  um  grofse  Schwierigkeiten  zu  überwin- 
den und  des  Schickfals  Härte  zu  befiegen.  Auch  ift 
dies  Leben  ein  lehrreiches  Mufter  für  alle  Gelehrte, 
denen  ihr  wahrer  und  dauernder  Ruhm  eben  fo  fehr 
am  Herzen  liegt,  als  die  Beförderung  der  Wiffen- 
fchaft. 

Linne  brachte  feine  Kindheit  und  Jugend  in  gro* 
fser  Dürftigkeit  hin.  Denn  fein  Vater,  ein  armer 
Landprediger  zu  Roshult  und  dann  zu  Stenbrohult 
in  Smoland,  konnte  ihm  kaum  nothdürftigen  Unter- 
halt geben,  gefchweige  einen  gewiffen  Aufwand  bey 
feiner  Erziehung  und  Gelftes*  Bildung  machen.  Im 
Jahr  1707  befuchte  er  bis  in  fein  fiebzehntes  Jahr  die 
Stadifchule  zu  Wexiö,  blieb  aber  in  den  Schulftu- 
dien,  weil  ihn  feine  früh  erwachte  Liebe  zu  den 
Pflanzen  davon  abhielt!  fo  fehr  .zurück,  dafs  er  Zeit 


1 


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2$2  Siebentel  Buch.    Erltes  Kapitel; 

feines  Lebens  die  Folgen  der  Vernarb läfßgten  gelehr- 
ten Sprachen  fohlte:  ja,  Hafs  itw  fein  Vater,  Ha  er 
gar  keine  Fortfehritte  bemerkte,  zu  einem  Scbufter 
in  die  Lehre  gab.  Allein  ein  Arzt  zu  Wr>xiö,  Job. 
Rothmann,  erwarb  fioh  Has  grofse  Verdien ft ,  diefeu 
früh  aufftrebenden  Geift  vor  der  Unterdrückung  zu 
fchützen.  Fr  überredete  den  Vater,  den  Jüngling 
feiner  Neicüng  nachhängen  zu  I äffen,  und  theihe 
diefem  nützliche  Bücher  mit,  unter  denen  Tonrne- 
fort  ihm  die  erfte  Idee  von  fyftematifcher  Anordnung 
des  Gewächsreiches  gab. 

Im  zwanzigften  Jahr  feines  Alters  ging  er  auf 
die  Univerfität  Lund  .  um  Me-ücin  und  Naturhiftorie 
zu  ftudiren.  Kilian  Stomas  nahm  fich  feiner  an; 
allein  Linne  fehntf*  (ich  nach  Upfala,  wo  dazumal 
Ol.  Rulbek  un  l  Ol.  Celfius  blühten.  Trotz  fei- 
ner  Dürftigkeit  führte  er  feinen  Vorfatz  aus,  und 
feine  Beharrlichkeit  ward  dadurch  belohnt,  clafs  Rud- 
bek  ihm  die  Aufficht  über  den  botanifchen  Garten 
anvertraute.  Das  Lefen  der  Schriften  von  Vaillant 
und  Patr.  Blair,  (vielleicht  auch  der  Burkbard  fchen 
Epiftel,)  brachte  ihn  auf  die  Idee  des  Sexualfyftems, 
und  fchon  t73i  ,  in  feinem\  vier  und  zwanzigften 
Jahr,  gab  er  in  feinem  Hortus  uplundicus  die  erfte 
Probe  deffelben.  {Hamb.  Berichte,  \yö2.  N.  VI. 
S.  45.> 

Von  den  Freunden  der  Wiffenfcbaft  in  Upfala 
zu  einer  naturbiftorifchen  Reife  nach  Lappland  em- 
pfohlen, unternahm  er  diefe  ,  mit  der  geringen  Sum- 
me von  hundert  fchwedifchen  Plotar,  im  Sommer 
1732.  Das  Tagebuch  diefer  denkwürdigen  Reife 
ift,  englifch  überfetzt,  von  Smith  herausgegeben. 
(lacheßs  lapponica  or  a  tour  in  Lappland,  by  Linnaeus, 
vol.  1.  2.  Lon.1.  1811.8.)  Linne  felbft  gab  den  er- 
ft«»n  Bericht  von  diefer  Reife  fchon  in  den  act.  Iii. 
fuec.  \j$2.  p.  46.  und  1735.  p.  12.    Seine  vollftän- 

» 

r 

I 


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Karl  Umi. 


333 


dige  ^orö  lapponica  er  fehlen  zu  Amfterdam  1735, 
und  in  Her  neuen  Auflage  ton  Smith,  Lond.  1792*8. 

Diefe  mufterhafte  Flor  enthalt  zuvörderft  eine 
fehr  intereffante  Ueberficht  des  Bodens  und  Klimas 
jener  Polar- Gegenden.  Die  Pflanzen,  534  ander 
Zahl,  ßnd  n*>ch  dem  Sexualfyftem  aufgeführt,  die 
Synonyme  for^fältig  geprüft,  die  Spielarten  befchrie- 
ben,  der  Nutzen  angegeben  ,  *  und  die  neuen  oder 
jntereffanren  Gewächfa  abgebildet.  Man  findet  hier 
folgende  Pflanzen  zuerft: 

Pinguecula  villofa  t.  12.  f.  2.  .  •  P.  alpin a  da/, 
f.  3.  .  .  Diapen ßa  lapponica  tab.  t.  f.  1.  .'  .  Aza.' 
lea  lapponica  t.  6.  f.  1.  .  -  .  Campanula  unißora  t.  9. 
f.  5.  {>.  .  •  funeus  fpicatus  t.  10.  f.  4-  •  •  /•  palle- 
feens  Wahlenb.  t.  10.  f.  2.  .  .  Andromeda  hypnoi* 
des  t.  1.  f.  3.  .  .  A.  tetrngona  daf.  f.  4.  .  .  Rhodo- 
dendron lapponicum  Wahlenb.  t.  6.  f.  1.  .  .  Menzie* 
fia  coerulea  Sm.  t.  1.  f.  5.  *  .  Sax  fraga  cernua  t.  2. 
f.  4-  •  •  &  rivuiaris  daf.  f.  7.  .  .  Lyrfinis  apetala 
t.  12  f.  i.  .  .  4  Ranunculus  nivalis  t.  3.  f.  2.  .  .  IL 

pygmaeus  t.  5.  f,  3,  .  ,  Ä.  lapponicus  daf.  f.  4«  •  • 
Ptdicularis  lapponica  t.  4*      *•  •  •    P«  flammea  daf« 

F.  2.  .  .  P.  lurfuta  daf.  f.  5.  .  .  Cardamine  bellidi- 
folia  t.  9.  f.  2.  .  .     Aftragalus  alpinus  daf.  f.  1.  .  . 

Su/fx  glauca  t.  7.  f.  5.  .  .    &  Myrfurites  daf.  f.  6.  .  . 

S.  lanata  daf.  F.  7.  .  .    5.  nigricans  t.  8.  f.  tr.  .  . '  «S. 

-phylicifolia  daf.  f.  d.  .  .    «S.  tenuifalia  daf.  F.  e.  .  . 

5.  hafiata  daf.  f.  g.  m.  .  .     5.  myrtilloides  daf.  f.  k. 

.  .    S.  Arbuscula  daf.  F.  e.  .  .    «$  arenaria  daf.  f.  o. 

q.  .  .    S.  fufca  daf.  f.  r.  .  .    «9  lapponum  daf.if.  t. 

.*  .        obtufifolia  Willd.  daf,  F.  u.  .  .    5.  reticulata 

t.  7.  F.  1.  2.  t.  8.  f.  1.  .  .    Cetraria  nivalis  t.  11.  f. 

1.  .  .    Parmrlia  centrifuga  daf.  f.  2.  .  .  Peltidea 

crorea  daf.  f.  3.  .  .  Baeomyces  deformis  daf.  f.  5.  .  . 
^Andeutungen  kommen  vor  von  Aira  bottnica  Wah- 


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234  Siebentes  Buch«   Erltes  Kapitel. 

lenb.  (fl.  lapp.  n.  49«)  >  Iuncus  arcticus  n.  1 16.,  J9ra* 
ba  alpina  n.  255.,  Tuffilago  frigida  n.  3o3. 

Nach  feiner  Rückkehr  aus  Lappland  hielt  Linne 
in  Upfala  Vorlefuogen;  allein  Eiferfucht  zwifchen 
ihm  und  Rofen,  und  Groll  gegen  diefen  vertrieb 
ihn.     Er  ging  nach  Fahlun  ,  um  dort  Unterricht  in 
der  Mineralogie  zu  geben.     Die  Tochter  de»  daßgen 
Arztes  Moräus,  in  die  er  fich  verliebt,  fchofs  das 
Geld  zu  feiner  Promotion  her,  zu  welcher  er  fich 
in  Harderwyk  vorbereitet^    Nachd  em  er  dort  fei- 
nen Zweck  erreicht,  ging  er  1735  nach  Leiden  und 
Amfterdam,  wo  ihm  Boerhaave's  und  Job.  Burmann  s 
Bekanntfchaft  zu  der  Stelle  eines  Auffehers  des  herr- 
lichen Gartens  verhalf,  den  Georg  Cliffort  in  Har- 
tecamp  unterhielt.    Hier  war  es,  wo  erden  Grund 
zu  feiner  nachmaligen  Oröfse  legte.     In  den  zwey 
Jahren  feines  dortigen  Aufenthalts  lieferte  er  neun 
Werke,  worunter  fein  Syftema  naturae,  LB.  i735.fpJ., 
durch  den  Scbarfßnn  der  Beobachtungen,  durch  die 
glückliche  Verbindungsgabe  und  durch  die  Klarheit 
der  fyftematifchen  Ueberßcht  die  Welt  in  Erftaunen 
fetzte.   DasSexualfyftem  ift  im  Syftema  naturae  fchon 
.  in  feinem  ganzen  Umfang  angewandt.     Die  erfte 
Kenntnifs  gefteht  er  ausdrücklich  den  Engländern 
Grew  und  Morland  zu  »verdanken.    Die  Gattungen 
und  ihre  Charaktere  Gnd  indefs  grofsentheils  nach 
Tournefort  bearbeitet:  daher  hier  noch  Abies  und 
Larix  unterfchieden  werden.     In  der  Polyadelphie 
fieht, man  blofs  Laßanthas  (eine  ArtAlthaea). 

Dann  gab  er  faft  zu  gleicher  Zeit  feine  Funds* 
menta  botanica,  Amft.  1736.  12.,  und  feine  Critica 
botanica,  LB.  1737.8.,  heraus,  worin  er  die  Gefetze 
der  Beftimmung  und  Benennung  der  Pflanzen  fehr 
geiftreich  entwickelte.  Zwar  hatten  Rivinus  und 
Tournefort  fchon,  nach  Jung's  Mufter,  mehr  Be- 
ftimmtheit  in  die  Kunftfprache  zu  bringen  gefucht. 


UIQIIIZGO 


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Karl  Linne.  235 

1 

Allein  Linne  fchuf  die  Trivial namen  ,  und  gab  wahr- 
haft pbilofophifche  Gefetze  für  Hie  Charaktere  der 
Gattungen  und  Arten.  Die  Gattungsnamen  unter- 
warf er  eben  fo  ftrengen  Regeln,  weiche  man  zwar 
nicht' mehr  allgemein  beobachtet,  die  aber  aus  den 
wichtigftep  Gründen  abgeleitet  find. 

Der  Hortus  Cliffortianus  konnte  nicht  anders, 
als  feinen  Ruhm  ungemein  erhöhen.  Denn  in  Rück» 
ficht  des  Reichthums  an  Arten,  der  neuen  Rntde- 
ckungen,  der  genauen  Befcbreibungen ,  rler  forgfäl- 
ti^en  Kritik  der  Synonyme  und  der  trefflichen  .von 
Ehret  beforgten  Abbildungen  kann  nurDillenius  hor- 
tus Elthamenfis  damit  verglichen  werden.  Man  fin- 
det hier  folgende  interefl'ante  Pflanzen  abgebildet: 
Kämpfera  Galan  ga  t.  3.,  Collinfonia  canodenfts  t.  5., 
Piper  pellucidum  t.  4->  Lobelia  Cliffortiana  2h>.,  Ca- 
narina  Campanula  8.,  Bauhinia  divar'u  ata  1").,  He* 
Uocarpus  americanus  16.,  Browallia  elata  17.,  Gloxi* 
füa  maculata  18.,  Amorphafruiico/a  19.,  Dalea  Clif- 
fortiana 22.,  Sigesbekia  orientalis  a3.,  Kiggelaria 
mfricana  29.,  Cliffortia  ternata  3  >.  Zu  gleicher 
Zeit  erfchien  die  Mufa  Ciiffortiana ,  LB.  1706.  4*> 
eine  vollftändige  Gefchichte  des  Pifangs,  der  zu  den 
Palmen  gerechnet  wird,  und  wo  bey  diefer  Gelegen- 
heit die  Charaktere  der  Palmen  •  Gattungen  und. Sei- 
tamineen  entwickelt  werden.  Den  innern  Bau  des 
Gewächfes  übergeht  er  abüchtlich.  v 

Wie  vollftändig  Linne  fchon  damals  mit  der 
ganzen  botanifchen  Literatur  bekannt  war,  fieht  man 
aus  diefer  Schrift,  noch  mehr  aus  der  Bibliotheca 
bo'anica,  Am  Ct.  1736.8.,  und  aus  den  Claffes  plan- 
tarum ,  LB.  1738.  8.  In  den  letztern  ftellt  er  alle 
bisherige  Syfteme  zufammen  ,  und  macht  einen  Ver- 
fuch  der  natürlichen  Methode,  fo  wie  des  verbeffer- 
ten  Kelchfyftems ,  welches  Magnol  erfunden.  Hier 
findet  man  auchPet.  Artedi s ,  eines  Schweden,  (geb. 


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336  Siebentes  Bach«   Erltes  Kapitel. 

i7o5,  t  l7<35,)  Entwurf  der  Abtheilung  der  Dol- 
den-Gewächfe  nach  den  Hüllen,  welche  Linne  an- 
nahm, und  die  noch  zum  Theil  geblieben  ift. 

Die  Genera  plantarum,  LB.  1707.  o.,  enthal« 
ten  die  Charaktere  von  935  Gattungen ,  äufserft  ge- 
nau und  fo  entwickelt,  wie  Linne  es  von  dem  natür- 
liehen  Charakter  forderte,  dafs  er  nämlich  alle  und 

.jede  wefentliche  Merkmahle  umfafste,  und  (ich  in 
jedem  Syftem  anwenden  liefs.  Viel  freylich  ver- 
dankte er,  wie  er  felbft  gefteht,  Tournefort  und 
PJumier;  aber  doch  erftaunt  man  Ober  die  Menge  von 
'  Beobachtungen,  die  vorausgehn  mufsten,  ehe  Linne 
wenigftens  000 ,  und  mehr  Gattungs*  Charaktere  an- 
geben konnte.  Zwar  ift  wahr,  dafs  mehrere  derfel- 
ben  nach  einer  Art*  gebildet  Gud,  und«  daher  nicht 
auf  alle  Arten  angewandt  werden  können,  dafs  viele 
von  andern  entlehnt  find,  und  nicht  auf  eigenen  Be- 
obachtungen beruhn,  dafs  manche  Gattungen  ganz 

^  unrechte  Plätze  haben,  wie  Kleinhovia,  Helicteres^ 
Xylopia,  Grewia  und  die  Aroiden  in  der  Gynandrie. 
Wahr  ift ,  dafs  die  ganze  Polygamie  zwar  eine  folge- 
recht gebildete,  aber  durchaus  der  Natur  widerfpre- 
chende  Klaffe  ift,  dafs  die  kryptogamifchen  Pflanzen 
von  Linne  fchlecht  unterfucht  und  geordnet  worden, 
und  dafs  er  nicht  einmahl  Micheli's  undDillenius  vor 
ihm  liegende  Beobachtungen  benutzte.  So  haben 
die  meiften  Kryptogamiften  eine  männliche  und  weib- 
liche Blüthe:  Cbara  fteht  zwifchen  Liehen  undFucus. 
Die  Palmen  bilden  fehr  unfehicklich  einen  Anhang, 
da  Tie  doch  eben  fo  im  kOnftlichen  als  im  natürlichen 
Syftem  fehr  wohl  ihren  Platz  gefunden  hätten. 

Nachdem  Linne  fich  zwey  Jahr  in  Hartecamp 
aufgehalten,  und  inzwifchen  auch  England  befucht 
hatte,  trug  ihm  Adrian  van  Royen,  Boerhaave's 
Nachfolger  in  Leiden,  (geb.  1705,  f  1779J  gegen 
ein  Jabrgehalt  an,  den  Leidener  Garten,  der  nach 

»  * 

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Karl  Linne.  C37 

* 

Hermann**  und  Boerhaave's  Methode  eingerichtet 
war,  nach  dem  Sexual fyftem  zu  ordnen.  Da  der 
Antrag  aus  Hafs  gegen  Boerhaave  getchehn  ,  fo  lehn- 
te Linne,  dem  Dankbarkeit  Boerhaave's  Andenken 
theuer  machte,  denfelben  ab.  Aber  er  änderte  die 
Ordnung  der  Pflanzen,  und  fchuf  ein  eigenes  Syftem, 
welches  mit  Unrecht  Royen's  Namen  trägt.  Diefer 
gab  nicht  lange  darauf:  „FJorae  leidenlis  prodro- 
mus,  LB.  1740.  8.,,,  heraus,  wo  in  der  Vorrede 
Linne's  Gefetze  Ober  die  Aufhellung  der  Gattungen 
und  Arten  wiederholt  werden.  Das  Syftem  felbft  foll 
ein  natürliches  feyn.  Es  fehlt  aber  an  aller  Norm: 
doch  find  die  meiften  Klaffen  nach  Ray  gebildet« 
Palmen,  Lilien,  Gräfer,  Kätzchentragende,  Dol« 
den •  Gewächfe,  Compofitae,  Aggregatae,  Tricoccae, 
Incompletae  (ein  Chaos!),  Fructiflorae  (deren  Blü» 
then  über^  der  Frucht  ftehn),  Calyciflorae,  Ringen- 
tes,  Siliquofae,  Cplumniferae,  Leguminofae,  Oli- 

.  gantherae,  Diplosantherae ,  Polyantherae,  €ryptan-^ 
therae.  Man  lieht  leicht,  dafs  dies  Syftem,  des  Lin- 
ne'f  che  n  Namens  unwürdig,  künftliche  Klaffen  mit 
natürlichen  Familien  zufammen wirft,  gleichartige 
trennt,  ungleichartige  verbindet,'  obgleich 'die  Zahl 
der  Kotyledonen  dabey  zum  Grunde  liegt.  So  fteht 
Sagittaria  zwifchen  Myosurus  und  Magnolia^  wie- 
wohl jene  offenbar  zu  den  Hydrochariden,  Myosurus 
aber  zu  den  Ranunculeen  gehört.  .  Wie  die  Oligan- 
therae,  unter  ihnen  Amarantus,  von  den  Incomple- 
^ tis  getrennt  werden,  begreift  man  nicht  leicht.  Doch 
gab  Phil.  Friedr.  Gmelin,  Prof.  in  Tübingen,  (geb. 
1721,  f  1768,)  in  den  Otiis  botanicis  y  Tubing.  1760, 
8.,  eine  Einleitung  und  Ueberficht  diefes  Syftems, 
und  deffen  Bruder,  Joh.  Georg  Gmelin,  befolgte  es 
in  feiner  herrlichen  flora  fibirica. 

Die  Neuheit  und  Eigenthümlichkeit  des  Linne'* 
fchen  Syftems  erweckte  bald  heftige  Widerfacher, 

%  ■  .      •        ■  ■ 

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*  * 

238  Siebentes  Buch.    Erftes  Kapitel. 

unter  denen  der  erfte  Joh.  Georg  Stegesbekt  Aka- 
demiker zu  Petersburg,  war.     Diefer  hatte  zuerft: 
Primiciae  ßorae  petropolUanae ,  Rig.  1736.  4-i  her- 
ausgegeben,  worin  die  Pflanzen  des  akademischen 
Gartens  aufgezählt  werden.     Jetzt  gab  er  die  erfte 
Kritik  des  Sexualfyftems :  Botanofnphiae  verioris  fiia» 
graphia,   nebft  Epicrißs  in  Linnaei  fyfeema  plan  Carum 
fexuale ,  Petrop.  1737.  4-     Er  bekennt  6ch  als  An* 
banger  des  Rivinifchen  Syftems,  obgleich  er  auch 
auf  alle  Übrigen  Theile,    befonders  auf  das  äufsere 
Anfehn  und  die  Blätter,  achtet.    Die  von  Linne  auf* 
gestellten  Gefetze  der  Sprache  und  der  Charakteriftik 
verwirft  er  faft  alle.    Das  Gefchlecht  der  Pflanzen 
läugnet  er  aus  dem  Grunde,  weil  viel  diöcifche  Ge* 
wächfe,  ohne  Zuthun  männlicher  Exemplare,  voll* 
kotnmeoe  Saamen  tragen.     Ein  Einwurf,  der  durch 
das  Vorkommen  der  Zwitterblütheu  auf  vielen  diöci* 
fchen  Pflanzen  widerlegt  wird.    Sei tfam  genug  greift 
er  das  Sexualfyftem  auch  aus  dem  Grund  an ,  weil 
viele  Pflanzen  fich  durch  Knofpen  vervielfältigen: 
eben  fo  widerflnnig  ift,  wenn  er  den  Nutzen  des 
Pollens  zur  Befruchtung  verwirft ,  weil  derfelbe  we- 
gen  feines  medicinifchen  Gebrauchs  bekannt  fey. 
Abgefchmackt  ift  fein  Spott  Ober*  die  Lehre  von  der 
Befruchtung,   weil  6e  zu  unzüchtigen  Ideen  fahre. 
Auch  ift  der  Vorwurf ,  den  er  dem'  Linne'fchen  Sy* 
ftem  macht,  dafs  es  nicht  natürlich  fey,  durchaus 
nichtig. 

Linne  unterdrückte  feinen  Unwillen  über  diefen 
unwürdigen  Gegner.    Doch  ward  ihm  von  Joh.  Bro* 

v>al9  nachher  Bifchof  von  Äbo,  (geb.  1707,  +  1755,) 
geantwortet.  {Examen  epicrileos  in  fyfeema  plantar 
rum  fexuale,  Aboae  1739.  4.  i  nochmals  abgedruckt 
bey  Linnes  Oratio  de  necrjfuate  peregrinationum  in 
patria,  LB.  1743.4«)  Hier  werden  die  bekannten 
Gründe  für  das  Sexualfyftem  wiederholt,  und  die 


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Karl  Linne.  239 

kflnftliche  Eintbeilung  des  Linne'fchen  Syftems  ver- 
theidjgt. 

Ein  Jahr  fpäter  zeigte  fieb  auch  Job.  Gottl.  Gle* 
dufchy  damals  Stadtarzt  zu  Lebus,  dann  Akademi- 
ker in  Berlin,  (geb.  1714»  f  1786,)  als  Vertheidi- 
ger  Linnes.   (Confideratip  epicrifios  Siegesbekianaet 
BeroL  1740.8.)    Sehr  gut  werden  hier  Siegesbek's 
Einwürfe  beantwortet.     Ernfthaft  widerlegt  er  den 
Einwurf  von  der  UnGttlicbkeit  der  Befruchtung  der 
Pflanzen:  die  Begriffe  von  Sittlichkeit,  fagt  er,  beym 
menfehlicben  Gefchlecht,  laffen  fich  nicht  einmahl 
auf  dieThiere,  gefchweige  auf  die  Pflanzen  ausdeh- 
nen.    Sehr  richtig  bemerkt  er,  dafs  die  Unterfuchung 
der  kleinften  Tbeile  nie  vernachläfßgt  werden  dürfe, 
auch  wenn  dazu  Mikrofkope  erforderlich  feyn.  Die 
Linne'fche  Nomenclatur  vertheidigt  er  mit  fehr  gu- 
ten Gründen.     Den  Vorwurf,   welchen  man  dem 
Linne'fchen  Syftem  gemacht,  dafs  es  nicht  natürlich 
fey,  befeitigt  er  nicht  ganz  To  paffend  dadurch,  dafs 
er  dem  RivinHchen  de*n  gleichen  Vorwurf  macht« 
Eben  fo  wenig  weifs  er  darauf  hinreichend  zu  anU 
Worten,  dafs  die  diöcifchen  Pflanzen  oft  Saamen  tra^ 
gen,  wenn  fie  gleich  von  den  männlichen  Individuen 
weit  getrennt  feyn.    Es  fey  kein  vollkommener  Saa« 
me,  fagt  Gleditfch.    Zwar  antwortete  Siegesbek  in 
dem:    Vaniloquentiae  hotanicae  fpeeimen,  Petrop. 
1741.  4« >  aber  der  unwürdige  Ton  und  der  Mangel, 
an  Gründen  zog  ihm  nur  Verachtung  zu. 

Unterdeffen  war  Linne  aus  Holland  über  Paris 
und  Göttingen  in  fein  Vaterland  heimgekehrt.  In 
Göttingen  gewann  er  Haller's  Achtung  in  folchem 
Grade ,  dafs  ihn  diefer  zu  feinem  Nachfolger  beft  im  in- 
te. Allein  der  Brief,  worin  ihm  dies  angezeigt  ward, 
kam  zu  fpät.  Linne  hatte  fchon  die  Stelle  als  Flot- 
ten -Arzt  angenommen,  und  wäre  in  diefem  fremden 
Wirkungskreife  für  die  Botanik  verloren  gewefen, 


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Siebentes  Bach.    Erftes  Kapitel, 


rra» 


wenn  die  Reiehsräthe^  Grafen  Tettin  und  Hopken, 
ihn  nicht  dem  König  empfohlen  hätten.  So  erhielt 
er  1739  den  Titel  eines  königlichen  Botanirüs  und 
ward  Präfident  der  ftockholmer  Akademie  der  Wi^ 
fenfchaften.  (17^9.)  Im  folgenden  Jahr  befchlofs 
der  Reichstag  die  natürlichen  Schätze  des  Landes  un- 
terfuchen  ?u  laffen ,  um  der  nachtheiligen  Einfuhr 
fremder  Fabricate  entgegen  zu  arbeiten.  Man  fchick- 
te  zu  dem  Ende  Linne  auf  die  lofeln  Oeland  und 
Gothland.  Diefe  Reife  war  für  die  Naturkunde  und 
für  die  Gewerbe  nicht  ohne  Nutzen.  Linne  befchrieb 
fie  unter  dem  Titel:  Oelänfka  och  Gothlänfka  refa,  , 
Stockh.  1745.  8.  Es  wurden  unter  andern  Schoe- 
iius  nigricans,  Tofieldia  ralyculata,  Draba  incana, 
mural is  und  Artemifia  rupeftris  bekannter. 

Nach  der  Rückkehr  von  diefer  Reife  erhielt  er 
1741  die  Profeffur  der  Medicin  und  Anatomie  in 
Üpfal.  Doch-  taufchte  er  bald  mit  Rofen ,  der  die 
Botanik  lehrte,  und  übernahm  1742  diefe  ProMfur, 
nebft  der  Auffielst  über  den  botanifchen  Garten,  wel- 
che- Aemter  er  06  Jahre  lang,  mit  ausserordentli- 
chem Ruhm  und  dem  gröfsten  Nutzen  für  die  Witten« 
fchaften  bekleidete.  Schon  1748  gab  er  Horms  upfa* 
Uenfis  heraus,  wo  man  einen  feltenen  Reichthum 
auserlefener  Pflanzen  bemerkt.  Hier  kommen  vor: 
Craffula  rubens  (Tillaea  erecta),  Mefferfchmidia  Ar- . 
guzia,  vier  Ferulae,  Artedia  fquamata,  Campanula 
pentagona,  Ludwigia  alternifolia ,  Hymenaea  Cour- 
baril,  Malpighia,.  Mimulus  ringens,  Celfia  orienU- 
lis,  Tuffiiago  Anandria. 

Im  Jahr  1745  erfchien  feine  Flora  fuecica,  ein 
Wafßfches  Werk,  mit  genauer  Angabe  der  Synony- 
me, der  Standorte,  der  Provinzialnamen  und  fies 
Nutzens  der  Pflanzen.  Im  folgenden  Jahr  machte  er, 
auf  Koften  der  Regierung,  eine  Reife  narh  Weftgoth- 
land  ,  deren  Befchreibung  (Wä/igögha  rtfa9  Stockh. 


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Karl  Linne,  341 

1747.  8.)  ebenfalls  durch  Entdeckung  manche^ 
Pflanzen  merkwürdig  iff.  Ruppia  maritima,  Zoftera 
marina,  PotentiIJa  rupeftris,  Lathyrus  heterophyj- 
lu^i  Pifum  maritimum  und  arvenfe  und  andere,  wur- 
den genauer  beftimmt.  In  demfelben  Jahr  vertei- 
digte er  feine  Theorie  von  der  Befruchtung  mit  den 
tr»ftigften  Gründen.  (De  fpunfalibus  p/an  Carum  in 
Amuen.  acad.  1,  627.  f.) 

Durch  P.  Hermann's  Herbarium,  welches  in 
den  Befitz  eines  Apothekers  Günther  zu  Kopenhagen' 
gekommen,  ward  Linne  in  den  Stand  gefetzt,  im 
Jahr  1747  ieineßora  Zeylanica%  Holm.  8.,  herauszu- 
geben. Es  find  hier  vierzig  neue  Gattungen  ,  mit  ih- 
ren Charakteren  aufgehellt,  unter  denep  Olax,  Pa- 
vetta,  Tomex,  Cijfusj  Hedyotis,  Coldenia,  Muffaen- 
da9  Nama,  Creffa,  Bafelia,  Fl  agell  uria ,  Mimusops, 
Allophyllus ,  Jambolifera,  Memecylon,  Samyda,  De* 
lirna,  Uvaria,  Connarus,  Pentapetes,  Pathos,  Stei* 
culia  die  wichtigen  find. 

Im  Jahr  ij4s  unternahm  Linne  feine  bekannte 
Reife  durch  Schonen ,  die  er  auch  befchrieben  hat. 
(Skanfka  refay  Stockh.  1701.  8.)  In  demfelben 
Jahre  gab  er  feine  Materia  tnedica,  Holm.  1749«  $«t 
heraus,  worin  die  ^rzoeymittel  ebenfalls  nach  fei- 
nem Sexualfyftem  aufgeführt  find.  Hier  erfcheint 
zu erft. Po lygala  Senegq.  Im  Jahr  1750  befchrieb  er 
mehrere  Pflanzen  aus  Karrjtfchatka,  welche,  von 
Steller  gefammelt,  von  Gregor  Demidof  ihm  mitge- 
theilt  waren.  (Amoen.  acad.  2,332.)  Im  folgenden 
Jahre  machte  er  nordamericanifche  Pflanzen  bekannt, 
welche  P.  Kalm  gefammelt  und  ihm  gefchickt  hatte, 
{Amoen.  acad.  3. 1.),  und  gab  feine  Philpfophia  bota- 
nica,  Holm.  8.,  heraus. 

Im  Jahr  1753  erfebien  die  erfte  Ausgabe  feiner 
Species  plantarum,    worin  73oo  Arten  aufgeführt 
werden.     Drey  und  vierzig  neue  Gattungen  treten 
Geich,  d.  Botanik,   a.  ß.  16 


> 

I 

243  Siebentes  Buch.     Erltes  Kapitel, 

hier  auf.  Als  er  nach  neun  Jahren  die  zweyte  Aus- 
gäbe  beforgte,  konnte  er  die  Anzahl  der  Arten  um 
i5oo  vermehren.  Späterhin  machte  er  feine  Ent- 
deckungen in  der  Mantiffa  prima ,  Holm.  1767.  8.  , 
und  altera  1771.  8.  bekannt.  Zuletzt  fcheint  er  fich 
vorzüglich  mit  der  natürlichen  Methode  befchäfftigt 
:2u  haben:  wenigftens  zeugen  feine  Vorlefungen  Ober 
^  natürliche  Familien ,  die  er  auf  feinem  Landfitze  Harn- 
marby  noch  1771  hielt,  davon.  {Praelectiones  in  ordi» 
nes  natural**  ed.  Gifeke,  Hamb.  1792.  6.)  Er  ftarb 
endlich  1778. 


Durch  Linne  ward  die  Botanik  zur  W^üvdo  einer 
"WifTenfchaft  erhoben.    Die  Jogifche  Strenge,  womit 
*er  die  CharakterilVik  und  Namengebung  bebandelte, 
die  Schärfe  der  Beobachtung,  womit  er  das  Wesent- 
liche vom  Zufälligen  zu  fondern  verband,  find  eben 
fo  bewunderns werth ,  als  die  Folgerichtigkeit,  wo* 
init  er  fein  Syftem  durchfahrte,  und  die  erftaunlich 
um  f  äffen  de  Renntnifs,  welche  er  von  Gewachsen  be- 
Tafs.    Zwar  fah  er  wohl  ein  t  daf<  ein  höheres  Be- 
dürfnifs,  als  die  Befriedigung  der  Forderungen  der 
Vernunft,   den  Botaniker  zum  Anfchliefsen  an  die 
fratur  treibe:  daher  bearbeitete  er  in  fpätern  Jahren 
die  natürlichen  Familien.     Aber  es  fehlte  ihm  da7ii 
an  genauer  Einficht  der  Verwandtfchaften  aller,  auch 
der  verborgenden  Theile.  Die  Früchte  hielt  er  über*  j 
li«3upt  für  weniger  wichtig  als  die  Blüthen,  und  fei- 
nere Unterfuchungen  über  die  Lage  des  Embryons 
11.  f.  f.  anzuftellen,   brachte  feine  Art  zu  arbeiten 
nicht  mit  fich.    Daher  auch  Adanfon's  treffliche  Ar- 
beit keinen  Eindruck  auf  ihn  gemacht  zu  haben 
fcheint.    Ueberdies  fehlte  es  feinen  natürlichen  Fa- 
milien ganz  an  Zufammenhang,  und  von  manchen  1 

derfeiben,  als  den  Umbellaten  und  Kryptogamifteo, 

» 


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Kar}  Linne.  243 

fchreckte  ihn  ein  gewiffer  Widerwille  gegen  feinere, 
befonders  mikrofkopifche,  Unterteilungen  ab. 

Zur  Betrachtung  der  Haushaltung  der  Natur  im 
Gewächsreich  trieb  ihn  zwar  ein  natürlicher  Hang, 
und  er  hat  Aber  Verwandlung  der  Pflanzen -Theile,, 
über  Nektarien,  über  Fortpflanzung  und  andere  Ge- 
genftände  wichtige  Unterfuchm. gen  bekannt  gemacht. 
Aber  den  Bau  der  Pflanzen  zu  prüfen,  dazu  fehlte  es 
ihm  an  Neigung. 


Linnes  Sohn,  Karl,  hätte  wohl  den  väterlichen 
Ruhm  ererbt,  weon  nicht  beftändige  Kränklichkeit 
und  ein  früher  Tod,  ihn  verhindert  hätten.  Er  war 
174*  geboren  und  ftarb  1783.  Wir  haben  von  ihm: 
Supplement  um  plantar  um  y  Brunsvig.  1781.8.,  worin  , 
90  neue  Gattungen,  meift  die  Forfter'fchen ,  Mptifi- 
fchen  und  Thunberg'fchen,  nejift  einer  zah Hofen 
Menge  neuer  Arten,  aufgeführt  werden.  Früher 
fchon  hatte  er;  Decas  i.etci.  plan  Carum  rariorum  hör- 
li  upfalienßs9  Stockh.  1762.  1760,  fol.  und  Fafcic.  1. 
plancarum  rariorum  hört,  upj.,  Lipf.  1767.^1.,  dru- 
cken laffen.  Auch  die,  /Vow*  graminum  genera  in 
Amoen.  acad*  10.  app.  1.  verdienen  erwähnt  zu 
.werden. 

»  *  — 

m 

Zweytes  Kapitel. 

Fernere  Ausbildung  jind  Befchrän* 
kung  des  Syftems. 

Die  fernere  Ausbildung  und  Befchränkung  des  < 
Innne'fchen  Syftems  und  die  alhnählige  Würdigung 
deffeiben,  nach  dem  Entftehn  hellerer  Begriffe  über 
die  natürliche  Anordnung  der  Cewächfe ,  verdienen 
gehörig  erörtert  zu  werden. 

16  • 


< 


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£44  Siebentes  Buch.    Zweytes  Kapitel. 

Einer  der  erften,  die  die  Sexual -Theorie  ver- 
teidigten und  zu  mehrerer  Ausbreitung  derfelben 
heytrugen ,  wir  Chrift.  Gottl.  Ludwig*  Hebenftreit's 
Begleiter  auf  deffen  Reife  nach  Africa  (3.  175.)»  und 
nachmals  Prof.  in  Leipzig,  (geb.  %  70%  f  1 773).  Die- 
fer  hatte  die  Befruchtung  der  Palmen  und  der  Pifta- 
cien  in  Africa  beobachtet«    Aus  diefen  und  andern 
Gründen  vertheidigte  er  das  Gefchlechi  der  Pflanzen 
in  feiner:  Disf.  df>  ßxu  plantar  um  *  Lipf.  1737.  4*> 
abgedruckt  in  Richard  fylloge,  p.  1.  f.    In  einer  an- 
dern Schrift  {Obfrrval,  in  methodum  Linnaei,  I73g. 
;4.)  machte  er  fchon  xlie  Bemerkung.,  dafs  die  Ver- 
fchiedenheit  der  Gcfchlechter  ketnesweges  wefent- 
lich,  fonHern  oft  zufällig  fey,  indem  mehrere  Arten 
derfelben  Gattung  bald  Zwitterblüthen,  bald  getrenn- 
te Gefchlechter  zeigen.     Ferner,  bemerkt  er,  dafs 
im  Linne'fchen  Syftem  manche  Klaffen  natürlich,  aber 
'nicht  folgerecht  kflnftlich  feyn.    So  gebe  es  in  der 
Diadelphie  eine  Menge  Monadelphiften :  Genifta, 
~Spart1um,  Anthvllis,  Lupinus,  Ononis,  Crotaiaria 
u.  f.  f.    Wiederum  gebe  es  viele  andere,  die  den 
künftlichen  Charakter  einer  Klaffe  haben  ,  aber  doch 
wegen  natürlicher  Verwandtfchaft  zu  einer  ganz  an« 
dem  gerechnet  werden:  z.  B>  Lobelia  und  Jafione, 
die  freylich  zur  Syngenefie  gehören,  wenn  man  fol« 
gerecht  im  kOnftlichen  Syftem  feyn  will,  aber,  we- 
gen ihrer  Verwandtfchaft  mit  den  £ampanuleen, 
eher  zur  fünften  Klaffe  gezogen  werden.  Grewia 
und  Paffiflora  werden  mit  Unrecht  zur  Gynandrie  ge- 
zählt.   Es  ift-  zu  bedauern,  dafs  Ludwig  nicht  mehr 
dergleichen  Unterfuchungen  angeftellt:  er  warder 
IWawn  dazu,  das  Linne'fche  Syftem,  in  feinem  Ent- 
ftehn,  auszubilden  und  zu  verbeffern.    Dies  Bebt 
man  auch  aus  feinen:  Deßnitiones  planiarum*  Lipf. 
1737.  8.  1747.  1760.,  worin  er  das  Rivinifche  mit 
dem  Linne'fchen  Syftem  zu  vereinigen  fucht,  und 


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Fernere  Ausbildung  und  Befchrfnkung  des  Syltemi.  24$ 

die  Charaktere  der  Gattungen  grflndlich  entwickelt.1 
Er  theüt  das  Gewächsreich  allgemein  ein  in  voll- 
kommene und  unvollkommene  Pflanzen.    Zir  den 
letztern  rechnet  er  die  Pulverulentas-  ( Kryptogami- 
ften),  die  Amentaceen  und  die  Stamineas  (Oräfer). 
Die  vollkommenen  find  entweder  Apetalae  oder  P«*' 
talodrs.    Die  erftern  gehörten  aber  fchon  zu  den  Star 
min  eis.    Die  letztern  find  mit  regelmäßiger  oder  un-> 
regetmäfsiger,  mit  einfacher  oder  zufammengefetzter 
Blume  verfehn.      Die  ünterabtheilungen  werden 
theils  von  den  Frachten,  theiis  von  den  Gefchlechts-  . 
theilen  entlehnt.  1 

Ferner  gehören  zu  den  erfreu"  Vert  heidi  gern  det 
Linne'fchen  Syftems:  Joh.  Gesn+r,  Prof.  in  Zürich, 
(geb.  1709,  f  *79o>)  deffen  Disfirtationes  phyficae, 
P.  t.2.  Tigur.  1740.  i74l-  4«  (abgedruckt  in  Li#i-\ 
naei  fundam.  bot  Hai.  t747-  8«)  dite  Gründe  wieder»^ 
holen,  welche  für  dJfe'Sexualfyfterri  fchon  vorgetra-^ 
gen  waren.  Auch  Joh.  Ernft  Stieff,  (Disf.  de  nuptiis 
plantarum  in  Reichard  felect.  opusc.  p.  4o.  f.),  Karl- 
Aug.  von  Bergen ,  Prof.  zu  Frankfurt  an  der  Oterv; 
(geb.  1704,  f  1759,)  in  einem  Programm:  Utrif 
fyfiematii  Tournefortiam  an  Linnaeam,  primae  par*  ; 
ies  deferendae  fint?  Fref.  1742.  4»»  *fld  Job.  Mar/ 
Schiera  in  Disf.  de  plantarum  fexu,  Mediol.  1760.  8., 
gehören  zu  diefen  frühern  Anhängern  Linne'».  * 

Etwas  freyer  dachte  fchon  Phil.Conr.  Fabricius, 
Prof.  in  Helmftedt,  (geb.  1714,  f  1774)-  So  fehr: 
er  Linne's  Verdienfte  ehrte,  fo  glaubte  er  doch,  dafs* 
wefentliche  Aenderungen  in  deffen  Syftetn  nothwen-* 
dig  feyn ,  da  die  Staubfäden  nicht  allein  die  Norm* 
abgeben  können.  (Primitiae  ßorae  butisbacenfis  j 
Wezlar.  1743. 8.)  -     .  ' 

Malier ,  wie  aus  feiner  Rede  de  methödo  bota» 
nie*  (opusc.  bot.  p.  43.)  erhellt,  wollte  dem  Linne - 
fchen  Syftem  nicht  huldigen,  «Teil  *ede*  die  Suub^ 


I 


24fr        Siefrenttf  Buch.   Zweytei  Kapitel» 

fädeo  allein noch  irgend  ein  anderer  Thetf,  ftr 
ftch  genommen,  die  Norm  der  ClafGficaiion  werden 
'  könne.    Als  fpäterbin  Joh.  Wolfg.  Wedel,  (geb.  1708, 
t-  *7  >7»)   >m  ientamen  botanicum,  Jen.  1747.  4«  > 
die  Frucht  als  Norm  verwarf,  und  (ich  blofs  mit 
derBhime  begnfigte,  Hamberger  aber ,  HaJler's  Geg- 
ner, in  der  Vorrede  das  Linne'fcbe  Syftem  vertei- 
digte, fo  gab  Malier  über  diefe  Schrift,  wie  über  das 
Linne'fcbe  Syftem  eine  etwas  fcharfe  Kritik ,  (Gött. 
Anz.  1748,  S.  5oo.)*   worauf  Wedel  in  dem  Send* 
Jchreiben  an  Herrn  Haller ,  Jen.  1748.  4.,  antwortete. 
Haller's  Empfindlichkeit  gegen  Linne  zeigte  fich  auch 
dadurch,  dafs  er  feinen.  Sohn,  Gottlieb EmanueJ,  (geb. 
1755,  f  *7$&>)  «inen  1  Söbrigen  Burfchen,  eine  Kri- 
tik gegen  LinneY  Gefetze  fchreiben  liefs.  (Dubia  ex 
Linnaei  fundamentis  haufta,  Gott.  1701.  4»  Nuper 
propofita  dubia  Wufi rata ,  1753.  4«  Dubior um  contra 
fectionem  jmart  fundamentorum  Linnaei  manip.  1.  2. 
1753.  4  )    Er  tadelt  be fonder* die  Nomenciatür  und 
den  Gebrauch  -des  Worts  Nectarium.     Der  Vater 
griff  Lionte  bey^ajnderer  Qelegenheit  defswegen  an, 
weil  er  feine  (Ha))er,'s)  Charaktere  vernachläffigt, 
und  willkahrlicb  die  Namen  verändert  habe.  (Hol- 
ter S  Tagebuch,  2,  S.  200.  201.) 

Schärfer  zugleich  und  ungerechter  war  die  Rü- 
ge, welche  fich  Lor,  Heißer,  Prof.  zu  Helmftedt, 
(geb.'i6$5,  f  1758,)  zwar  ein  grofser  und  gelehr- 
ter Wundarzt,  dem.  aber  gründliche  botanifche 
Kenntniffe  mangelten  ,  gegen  Linne  erlaubte.  Nicht 
allein  fohrieb  er:  Meditationes  et  animadverfwnes  in 
novum  fyßema  botanicum  fexuale  Linnaei,  Helmft. 
*74i.  4.,  worin  er  die  Schwierigkeiten  des  neuen 
Syftems  und  die  UnGcherheit  des  Zahlen  -  Verb ältnif- 
fes  zur  Sprache  brachte;  fordern  er  gab  auch  Burk- 
hard^ oben  erwähnte  Schrift  in  der  Abficht  heraus, 
um  Linne}  dag  Verdienft  der  Erfindung  diefes  Syftem* 


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Fernere  Ausbildung  und  Befchränkung  des  Syftem*.  q+j 

ahzufprechen.  In  einer  andern  akademifchen Schrift: 
De  nominum  plan  Carum  mu&atione,  Hflmft.  4«> 
wirft  er  dem  Stifter  des  Syftems  unnütze  Veränderung^ 

der  Namen  vor,  und  fucht  die  Benennungen,  welche 
yon  AebnJicbkeit  mit  andern  Pflanzen  entlehnt  wor- 
den, zu  rechtfertigen.  Dann  gab  er  ein:  Syftwia 
plan tarum  generale  ,  Helm  Ct.  1748.  8.,  welches,  auf 
die  Frucht  gegründet ,  ,  fchlecht  durchgeführt  ift.^ 
Penn  er  Cuoht  die  Rivinifche  Anordnung  mit  dex 
Hermann*fchen  Methode, zu  vereinigen,  rechnet  die» 
Orchideen  zu  denrperfonaten ,  die  Aroideen  zu  den^ 
IVionopetalis.  Errängt  mit  den  Zwiebel  Gewächfen 
an,  weil  die  Lehrlinge  durch  die,  Schönheit  dieferj 
Blumen  angelockt  würden.  Den  völligen  Mangel 
an  wiffenfchaftJichem  Geift  bekräftigte  er  noch  da« 
durch,  dafs  er  in  feiner  Dissertation:  De  generibus 
plaritarum  potius  äugendis  quam  minuendiSy  Helmft. 
.ij5i.  4->  behauptete ,  die  Gattungen 'der  Pflanzen 
piüfsten,  wegen  ofnein  eilen  Gebrauchs,  vermehrt 
werden.  So  febeidet  er  Artemifia  und  Abrota- 
num,  Caffia  und  Senna,  Foeniculum  und  Anethum. 
Piefer  Gegner  verdiente  nicht  im  geringften  Auf- 
xnerkfamkeit,  deren  ihn  auch  Linne  nicht  würdigte.  , 
Job.  Mitchell,  Arzt  in  Virginien,  bereicherte 
das  Syftem  mit  mehrern  neuen  Gattungen,  deren 
Namen  zum  Theil  gebliehen,  zum  Theil  wieder  ge- 
ändert find.  (Act.  nat.  cur.  vol.  8.  app.  p.  187.)  Zu 
jenen  gehören:  Zizania,  Diospyros,  Pentaftemon, 
Jlcniday  Trixis  und  Panax.  Zu  den  letztern:  Cha> 
niaedaphne,  welche  Mitchella,  Memecylon,  wel- 
ches Epigaea,  Hedyosmos,  welches  Cunila,  Lepta- 
ftaehya,  welche  Phryma  genannt  wprden. 

,  I  .Eine  neue  Methode  erdachte  Eberh.  Jac.  Wa- 
chendarf, Prof.  in  Uetrecht,  (geb.  1702,  f  1758). 
M«n  findet  fie  im  Horti  Ultraiectini  index,  17^7.  8« 
sAus  dem  künftlichen  und  natürlichen  Syftem  zufanv 

\ 


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248  Siebeates  Buch.    Zweytes  Kapitel. 

mengefetzt  enthält  Tie  7\vpy  allgemeine  Abtheifun- 
gen  :  Phanrranthae  und  Crypcamhae.  Jene  werden 
ein^etheitt  in  die  Poly-  (Di-)  eotylsdones  und  Mono- 
cotyledonrs.  Die  erftern  find  wieder  lelelanthae ,  mit 
vollkommener,  und  Ellipanthae ,  mit  unvollkomme- 
ner Blüthe,  (monöcifche  und  diöcifche).  Die  Te- 
leianthae  find  Dipcrianthae  und  Monoperiantliae:  die 
letztern  haben  entweder  nurCorolle  oder  nur  Kelch. 
Dann  fieht  er  auf  die  Verhältniffe  der  Staubfäden  2u 
den  Theilen  der  Corolle,  wo  fte  entweder  mit  den 
letztern  übereinftimmen  ,  oder  das  Doppelte  betra- 
gen: ferner  auf  den  Stand  der  Blflthe  und  der  Staub- 
fäden gegen  die  Frucht  und  auf  die  Verfchiedenheiten 
der  Frucht  felbfr.  Es  find  viel  glückliche  und  fcharf- 
finnige  Gedanken  in  diefem  Syftem:  doch  Jiefs  die 
vielfache  ung    keinen    allgemeinen  Beyfall 

hoffen. 

Grofse  Verdienfte  um  die  WifTenfchaft  erwarb 

_  #  ■ 

fich  der  treffliche  Beobachter,  Kafim.  Chriftopb  Schmi* 
del,  Prof.  zu  Erlangen,  dann  anfpachYcher  Leibarzt, 
(geb.  171b*,  f  1793).  Die  unvollkommenen  Oe- 
wächfe  unterfüchte  er  mit  unnbertrefttichem  Scharf- 
finn  :  die  Fortpflanzungs  -  Werkzeuge  der  Jungerman- 
nien,  Marchantien,  der  Blafia  ,  Riccia  und  des  Ad- 
thoceros  find  von  ihm  fo  genau  und  treu  dargeftellt 
worden,  dafs  faft  nichts  zu  wünfchen  übrig  bleibt. 
Seine  Icones  et  analyfes  plahtarüm ,  Norib.  1782.  Fol. 
Vnit  75  Kupferrafeln ,  werden  immer  eines  der  erften 
Meifterwerke  unferer  Literatur  bleiben.  Auch  Ober 
Buxbaumia  und  Diphyfcium  machte  er  unvergleich- 
liche Unterteilungen  bekannt.  (Disfertationes  bdta- 
nici  argunrnei ,  Erl.  1783.  4.) 

Job.  Gottl.  Gledufch  dehnte,  wie  Micbeli  fchon 
verflicht  hatte,  die  Sexual  -  Theorie  auch  auf  die 
Schwimme  aus.  Die  Antheren  glaubte  er  in  den 
aus  den  Lamellen  des  Blätterfchwamms  bisweilen 


Fernere  Ausbildung  und  Befchränkung  des  Syftems.  249 

1 

vortretenden  und  oft  fproTfendon  Schläuchen  zu  fin- 
den. Die  Keimkörner,  von  ihm  für  Saamen  gehal- 
ten,  fah  er  fchon  deutlich.  (Mem.  de  Vac.  de  Berlin, 
1748,  p.  60.)  Berühmt  ward  auch  fein  Verfuch,  eine 
weibliche  Palme  durch  den  Pollen  einer  entfernten 
männlichen  zu  befruchten*  (daf.  1749,  p-  io3.) 

Auch  er  ward  der  Erfinder  eines  Svftems,  wel- 
ches  mit  grofser  Folgerichtigkeit  von  ihm  durchge- 
führt wurde,  und  fich  blofs  auf  den  Stand  der  Staub- 
fäden und  Antheren  gründete.  (Syft-ma  plantarum 
a  ftamlnum  ßtu,  Berol.  1764.  8-)  Die  Standhaftig« 
keit  der  Natur  in  der  Anheftung  der  Antheren  be- 
wog  ihn,  folgende  vier  allgemeine  KJalfen  feftzufe- 
tzen:  Thalamoftemoues ,  wo  fie  auf  dem  Fruchtba- 
den, Calycoftemones ,  wo  fie  auf  dem  Kelch ,  Peea» 
loftemones ,  wo  fie  auf  der  Corolle,  und  Styloftemo~ 
nes,  wo  fie  auf  dem  Piftill  ftehn.  Freylich  giebt  es 
mehrere  Familien,  wo,  wie  bey  den  Melieen  und 
Samycleen,  die  Staubfaden  auf  den  Nektarien  ftehn. 
Allein  Gleditfch  kannte  fie  2um  Theil  nicht,  zum 
Theil  brachte  er  einige  derfelben  unter  die  übrigen 
Khffen.  Die  Unterabteilungen  nimmt  er  von  der 
Ziihl  der  Antheren,  von  der  Geftalt  der  Blume  und 
der  Frucht  her.  Sein  Methodus  fungorunt,  Berol. 
1753.  S.,  ift  unbedeutend. 

Wie  Reaumure  fchon  verfuchte,  fo  brachte  Vi- 
talian  Donati  die  Sexual  -  Theorie  auch  bey  den  Tan- 
gen an.  DieferMann  hatte  wichtige  Reifen  gemacht. 
Von  dem  Papft  ward  er  Zuerft  nach  Sicilien  gefchickt: 
der  Ausbruch  der  Peft  in  Meffina  hemmte  feine  Thä- 
tigkeit.  Dann  ging  er  nach  Dalmatien,  Albanien 
und  Bosnien,  ward  darauf  Prof.  in  Turin,  und  er- 
hielt vom  fardinifchen  Hofe  Unterftützung  zu  einer 
Reife  nach  Aegypten.  Hier  und  in  Syrien  machte 
er  bedeutende  Sammlungen  :  ward  aber  auf  der  Rück- 
reift,  nachdem  er  Schiffbruch  gelitten,   von  dem 

m 

*     -  1 
/ 

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*50     „,    Siebentes  Buch.    Zweytes  Kapitel; 

Bruder  eines  Mädchens,  in  das  er  fich  verlieht  haffe, 
i-h3  ermordet.  Ein  Theil  feiner  trefflichen  Samm- 
lungen kam  an  Linne:  einen  andern  befitzt  die  Aka- 
dem  e  zu  Turin,  und  man  fagt:  Mich.  Buniva  werde 
diefe  Schätze  bekannt  machon.  Als  er  fich  in  Dal- 
manen  aufhielt,  gab  Carl  Rubbi  fein  Werk:  -  'Deila 
/curia  natural V»  marina  delf  Adriatico,  Venez.  17^0. 
fol  ,  heraus.  Hier  hn  let  man  Andeutungen  der 
Gefchlechtstheile ,  obwohl  undeutlich  abgebildet. 
In  den  Fj  ucht  -  Behältniffen  des  Fucus  ceranoides  ( t. 
3.  f.  H.)  giebt  er  nämlich  Fäden  an,  welche  zwifchen 
den  Keimkörnern  ftehn.  Dies  hat  fein*  Richtigkeit: 
aber  er  findet  diefelben  auch  aufser  den  Frucbtbehält- 
niffen  an  der  äufsern  Fläche  des  Gewächfes,  und  die- 
fe dürften  wenigftens  keine  ähnliche  Verrichtung 
als  die  Antheren  üben.  Auch  wagte  er  den  erften 
Verfuch,  die  zahlreichen  Arten  Fucus  in  mehrere 
Gattungen  zu  theilen.  Indeffen  ift  es  fchwer,  we- 
gen mangelhafter  Synonymie,  darüber  zu  urtheilen: 
auch  haben  die  neueften  Verfuche  einer  folchen  Ein- 
teilung eben  fo  gut  fcbeitern  müffen,  da  genaueUo» 
terfuchungen  gelehrt  haben,  dafs  der  Unlerfchied 
der  Früchte  bey  den  Tangen  wirklich  nicht  fo  grofs 
ift,  als  ihn  Einige  angenommen.  Donati,  und  die 
ihm  gefolgt  find,  fehn  nämlich  die  unvollkommenen 
Früchte  >  die  man  als  Körner  in  und  auf  dem  Laube 
fieht,  fälfchlich  für  ausgebildete  an.  So  ift  das  An- 
giftrelico  Donati's  olfenbar  .Fucus  Hypo^loffum,  der 
zu  beiden  Seiten  der  Mittelrippe  Reiben  von  Keim- 
körnern  trägt,  die  bey  ihm,  wie  bey  F.  rubens  und 
iinuofus,  in  Blättchen  ausfproffen,  und  nicht  eher  zu 
Früchten  werden ,  als  bis  fie  fich  in  gröfsern  Maffen 
und  eigenen  fchoten förmigen  Beitu^tniffen ,  wie  bey 
F.  ceranoides,  angehäuft  $  fich  mit  einer  eigenen 
durchfichtigen  Haut  umgeben  haben,  und  Saftfäden 
zwifchen  ihnen  aufgetreten  find.  Dona,ti  beging  nocb 


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Fernere  Ausbildung  und  Befchränkung  des  Syftems.  251 

das  Verfehn,  mehrere  Thierpflanzen  unter  die  Tange 
aufzunehmen. 

Seine  Theorie  von  der  Befruchtung  derTange 
wurde  vom  Grafen  Jofeph  Gimanni  aus  Ravenna  (geb. 
1692,  f  1750)  widerlegt.  (0 per e  pof turne ,  tom.  1. 
2,,  Venez.  1755.  1757-  foJ.)  Er  hielt  die  pinfelför- 
migen  Härenen  oder  confervenartigen  Fäden  der 
Tange  für  ernährende  Werkzeuge,  und  warf,  wie 
Donati ,  die  Zoopbyten  mit  den  Tangen  und  Confer- 
ven  zufammen. 

lieber  den  Unterfchied  beider  Familien  war 
man  im  Anfang  diefes  Zeitraums  noch  nicht  im  Kla- 
ren. Boccone  hielt  die  Zoophyteo  für  Gewäcbfe^ 
die  aus  niedergefchlagenem  Schleim  fich  entvvickeJ» 
und  einen  Milchfaft  in  den  Zellen  enthalten,  (mufeo, 
p.  262.)  JVlarfigli  hatte  fchon  bey  den  Zoophyteit 
die  polypenförmigen  Organe,  einen  achtblättrigen 
Kelch  gefehn,  der  ihm  fchien  endlich  die  Frucht  zo.« 
enthalten.  (Hifioire  phyfique  de  la  mer>  Amft.,  172& 
fol.)  Dafs  diefe  Organe  polypenartig  feyn ,  ahnte 
Reaumure  zuerft,  und  gab  die  ganzen  Gewäcbfe  für, 
ein  fteinhartes  Gerinnfei  aus.  (Mem.  4e  taa.de  Paris, 
1727,  p.  578.)  Um  die  Streitfrage  zu  lqfen,  u über- 
nahm Bern.  Jufßeu  ij4l  eine  Reife  an  c^ie  J^iftea 
der  Normandie :  er  unterfuchte  dieZoophyten  gründ- 
lich, fand  die  thierifche  Natur  derfelben  beftätigt, 
und  theilte  Ge  fchon  in  Gattungen.  (Me'tn.  de  l'ac.  de; 
Paris,  1742,  p.  392.)  Aber  Linne  hielt  doch  noch 
feinen  Beyfall  zurück.  In  den  erften  Ausgaben,  fei-  " 
nes  Syftems  hatte  er  die  Zoophyten  geradezu  den 
Thiereo  beygezäblt:  17^5  ftand  er  noch  an,  wohin 
er  fie  rechnen  follte.  (Amoen.  acad.  1.  p.  83.) 

Dann  aber  trat  Job.  Andr.  Peyffonel  mit  den 
triftigften  Gründen  für  die  thierifche  Natur  der  Zoo- 
phyten auf.  (Philo/,  tr ansäet,  vol.  47-  p-  44^.  f.  3Tra- 
duetion  d'un  article  des  transactions  plülofophiques  für 

-   •  1 


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35«  Siebentes  Buch.    Zweytes  Kapitel* 

IrCoratf,  Lond.  17.56.  12.)  Und  doch  fucDte  Jac. 
Parfotis  noch  Marlieli's  Meinung  zu  retten,  (Philofi 
trattSiK  t  1712,  p.  565.  (.)  Ja  Joh.  Hill,  ein  Arzt 
in  fjOndon,  1t  ■775.)  Raubte  Juffieu's  Meinung  da- 
dnreh  zu  widerlegen,  dafs  er  in  den  Zellen  •  Bläschen 
der  Corolünen  drey  Staubfäden  und  drey  Fruchtkno- 
ten an^ib.  {Effays  in  natural  hi/tory ,  p.  3o.)  Der- 
felbe  glaubte  in  der  Botrytis  und  in  andern  Kopffa- 
denpil/en  die  Keimkörner  als  Antberen  anfehn  zu 
millTen,  von  welchen  die  Enden  der  Pilze  befruchtet 
werden,  («taf.  p.  120.)  Bey  der  Lefkea  fericea  Hedw. 
unterfchied  er  fehr  gut  die  beiden  Periftome:  das  in- 
nere fah  er  als  die  Staubfäden,  das  Säulchen  als  das 
Piftill  an.  (Philo/,  transact.  vol.  44-  p.  60.  f.) 

Genauere  Unterfuchungen  über  die  Natur  der 
Zoophyten  ftellte  Joh.  EUis ,  ein  Kaufmann  in  Lon- 
don, an,  (f  1776).  Diefer  bewies  die  thierifche 
Natur  derfelben  und  nahm  die  Franzen  als  eigene 
Thiere  an,  die  in  dem  gemeinfehaftlichen  Stamm, 
wie  in  einer  Pflanze,  leben.  (Philo f.  transact*  vol.  5o. 
p.  280.  f.  vol.  55.  p.  280.  f.  vol.  57.  p4.  4<>4*  vol.  66. 
p.  t.)  Hiob  Ba/tor,  ein  Arzt  in  Holland ,  (geb. 
171 1  f  f  l  775,)  geftand  dies  mit  der  Einfchränkung 
zu',  rfafs  die  Thiere  blofse  Gäfie  und  gar  nicht  we- 
fentlich  eins  mit  der  Pflanze  feyn.  (Philo/,  transact. 
vol.  5o.  p.  258.)  Späterhin  unlerfucbte  derfelbe  die 
Bedeutung  der  Pinfeifäden  bey  den  Tangen:  die  be- 
fruchtende Kraft  fprach  er  ihnen  ab,  weil  fie  nur 
bey  einigen  gefunden  werden,  weil  fie  bey  den  noch 
ganz  jungen  vorkommen,  und  weil  man  nichts  dem 
Pcillen  ähnliches  an  ihnen  bemerkt  habe.  (OpuscuU 
/ubjeciüa,  vol.  2.  p.  118.)  Doch  verbindet  er  die 
Sertulafien  mit  den  Conferven,  ünd  rechnet  beide 
zu  einer  Familie.  Treffliche  Unterfuchungen  zur 
Anwendung  der  Sexual  -  Theorie  auf  niedere  Pflan- 
zen-Familien findet  man  auch  in  einer  andern  Schrift 


» 


• 


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Fernere  Ausbildung  und  Befchränkung  des  Syftems«  353 

von  ihm :  Verhand.  over  de  voorueeling  der  dieren  ea 
planten  ,  Hariem.  1.7(18.  8. 

Reaumure's  Meinung  trat  noch  Job.  Targioni 
Tozzecu,  Prof.  in  Florenz,  (geb.  1712,  f  170*.»,) 
bey.  Er  hielt  die  confervenartigen  Fäden  für  die 
männlichen  Theile,  warf  aber  auch  die  Thierpflan- 
zen mit  den  Tangen  zufammen,  und  glaubte,  dafs> 
wie  bey  diefen,  durch  Ausleerung  der  Saamen,  die 
Früchte  blafenähnlicb  erfcheinen,  fo  niften  fich 
Würmer  in  die  leeren  Kap/ein  der  Zoophyten  ein. 
(Relazionp  di  alcuni  viaggi,  vol.  2.  p.  4^9«  f») 

Am  umfländlichften  ward  Reaumure's  Theorie 
von  Sam.  Qpttl.  Gmeiin,  Akademiker  zu  Petersburg, 
(geb.  zu  Tübingen  1 743 ,  *t*  1774,)  widerlegt,  und 
zugleich  treffliche  Winke  über  die  nothwendige  Be- 
fchränkung der  Sexual- Theorie  gegeben.  Man  kann 
nicht  läugnen,  dafs  in  diefer  Hi n ficht  feine  Hifioria 
fucorum,  Petrop,  1768.  4«i  ein  neues  Licht  aufft eck- 
te, welches  die  Dunkelheiten  zertheilte,  die  durch 
dies  Vorurtheil  von  «der  notwendigen  Allgemeinheit 
der  Sexual -Theorie  entftanden  waren.  Auch  ift  das 
Werk  höchft  wichtig,  wegen  genauer  Belchreibun* 
gen  fehr  feltener  Tange,  die  GmeJin  von  Pallas  aus 
den  Sammlungen  Steller's  und  Krafcheninnikow's  er- 
halten hatte.  * 

Späterhin  ward  die  Natur  der  Zoophyten  von 
Joh.  Steph.  Guettard,  (me'm.  tom.  2.  p.  28.  f.)»  von, 
Leendei;t  Bomme,  (Verhand,  van  het  genootfclu  te 
yiiffingen,  2.  p.  277.),  von  Joh.  Alb.  Henr.  Reima* 
rus>  Prof.  in  Hamburg,  (geb.  1729,  f  1801,)  treff- 
lich unterfucht.  (Bey  H.  S.  Reimarus  Abh.  über  die 
thierifchen  Kunfitriebe,  S.  11 3.)  Auch  Pet.  Sim. 
Pallas,  aus  Berlin  ,  Akademiker  zu  Petersburg,  (geb. 
1740,  f  1810,)  trug  fehr  viel  zur  Aufklärung  der 
Natur  diefer^  Familie  bej.  (Elenchus  zoophycorum , 
Hag.  Com.  1766.  8.)    Und  Job.  EUu  gab  eine  voll- 


254  Siebentes  Buch.    Zweytes  Kapitel« 

ftandigc  Naturhiftorie  derfelben,  worin  die  Haushal- 
tung diefer  Gefchöpfe  aufgeklärt  wird.  (77ie  natural 
hiftory  of  many  curious  zoophytes,  Lond.  1786.4.) 
Das  Meifte  aber  verdanken  wir  den  trefflichen  Un- 
terfuchungen  von  Phil.' Ca voliniy  (Memorie  per  fervi- 
re  alla  fioria  de  polipi  marini,  Napol.  17^5. 40  Er 
fucht*  zu  beweifen:  dafs  die  polypenartigen  Franzen, 
welche  aus  der  Rinde  der  Zoophyten  hervortreten, 
nicht  felbftftändige  Thiere,  foodern  Organe  eines 
grofsen  Ganzen,  und  fowohl  zur  Ernährung  als  zur 
Fortpflanzung  beftimmt  feyn  :  dafs  die  Rinde  derGor- 
gonicn  einen  faferigen  Bau  habe,  der  fie  mit  dem  ßa» 
fte  der  Bäume  vergleichen  laffe:  dals  daf'eigentliche 
Leben  der  Zoophyten  in  der  Rinde  liege,  und  fie 
(ich  einen  kalkartigen  Kern  bilden,  wie  dieSchaaJen- 
thiere  eine  Kalkdecke.     Zugleich  machte  er  treffli- 
che Hinwendungen  gegen  die  allgemeine  Annahme 
der  Duplicität  der  Gefchlechter  im  Pflanzenreich,  und 
fprach  unter  andern  den  Antheren  der  AJoofe  das 
Befruchtungs-Gefcbäfft  ab. 


Was  die  Schwämme  betrifft,  fo  fetzte  ihre 
fchwankende  Natur  viele  in  Erftaunen,  und  es  äu- 
fserten  ßch  zu  Linne's  Zeit  und  nachher  manche  ganz 
widerfprechende  Meinungen.  Otto  von  Münchhau» 
fin,  Erbherr  auf  Schwöbber  im  Hanno  verfchen,  fchrieb 
fchon  17^7  an  Linne:  ihm  fcheinen  die  Schwämme 
Erzeugnifle  von  Polypen  zu  feyn,  da  er  durch  AufV 
güffe  beftändig  eine  Menge  von  polypenartigen  Thie« 
ren  erhalten  habe.  Linne  trug  diefe  Meinung  bei- 
fällig  1767  in  feiner  Disf.  Mundus  invifibilis  (Amoen. 
acod.  7.  p.  3g5.)  vor,  und  Münchhaufen  hekannte 
fich  noch  1775  zu  derfelben.  (Hausvater ,  B.  2.  S. 
772.)  Otto  Friedrich  Müller,  Prof.  zu  Kopenhagen, 
dann  dänifcher  Staatsrath,  (geb.  i73o,  f  1784,)  un* 


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*  m 

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Fernere  Ausbildung  und  Befchränkung  des  Syftem».  355 

terwarf  diefe  Meinung  einer  befondern  Prüfung.  Er 
fand,  dafs  die  kryftailhellen  Keimkörner  der  Blät- 
<terpilze  durch  Aufgöffe  allerdings  in  Bewegung  ge- 
riethen;  allein  er  vergleicht  die  letztere  mit  der  Be- 
wegung der  Pollen- Kögelchen  in  Waffer.  {Pile-Lar- 
ven  med  dobbelt  haley  Kiob.  1772.  4»)  Dav.  Siegm. 
Aug. Büttner^  Prof.  in  Göttingen,  (geb.  1724,  *f  1768,) 
machte  feinen  Zuhörern  ähnliche  Verfuche  bekannt, 
wo  er  unter  dem  Mikrofkop  das  Auskriechen  der 
Fliegen  •  Larven  aus  den  Keimkörnern  der  Pilze  woll- 
te bemerkt  haben.  Daher  einer  feiner  Zuhörer, 
Friedr.  Willi.  Weis ,  die  Schwämme  ganz  aus  dem  Ge- 
wächsreiche ausfchlofs,  und  Ge  für  die  Wohnungen 
von  Aufgufsthieren  und  Infekten  erklärte.  {Plantae 
cryptog.  ßorae Götting.  p.  2 .  3. )  Auch  Joh .  A n t .  Sco- 
7?o/i,  Prof.  zu  Pavia,  (geb.  1723,  +  1788,)  zeigte 
lieh  als  Anhänger  diefer  Meinung,  indem  er  die  thie- 
rifche  Natur  der  Schwämme  aus  ihrem  chemifchen  , 
Gehalt  und  aus  dem  fchnellen  Faulen  ableitete.  (£)*- 
lic.  infubr.  vol.  1.  p.  41»  t)  Jonas  Dry ander ,  Biblio- 
thekar des  berahmten  Banks,  (geb.  1748,  f  1811,) 
fuchte  dagegen  die  Pflanzen  -  Natur  der  Schwämme 
zu  retten,  wenigftens  ihre  Erzeugung  durch  Thiere 
zu  widerlegen.  (Disf.  fungos  regno*vegeiabili  vindi* 
cansy  Lond.  Goth.  1776.  4.) 

Noch  einmahl  ftellte  G.  F.  Mar Min*  Apothe- 
ker zu  Wiefsloch,  die  ältere  Meinung  auf,  dafs  die 
Schwämme  fich  aus  verwitternden  oder  gährenden 
Pflanzen -Theilen  erzeugen',  dafs  Tie  Spiele  der  Na- 
tur feyn,  dafs  man  alfo  vergeblich  fie  in  Gattungen, 
und  Arten  theile,  oder  ihre  Fortpflanzung  durch 
Saamen  behaupte.  (Ußeris  Mag.  für  Bot.  3,  1Ö7.) 
Eine  ähnliche  Meinung,  dafs  nämlich  die  Schwämme 
durch  vegetabilifche  Kryftallifation  entftehn,  ftelltea 
Natal.  Jof.  von  Necker,  kurpfälzifcher  Botaniker, 
(geb.  1730,  f  1790,)  in  feinem  Tratte  Jur  la  myei* 


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156  Siebentes  Buch.  Zweytes  Kapitel. 


tologie,  Manul.  1785.8.  ,  und  Friedr.  Kafim.  M*di-  <' 
cus,  Necker*s  Nachfolger,  (geb.  1706,  f  l&o(j>) 
auf.  (Vorleß  der  kurpfülz.  phyf.dkon.  Gefellfch.&.Z* 
5.  53i.  f.) 

Dagegen   ward    dia  Sexual -Theorie  auf  die 
Schwämme  von  Jof.  Gottl.  Kölreuter ,  Prof.  in  Karls- 
ruhe, (^eb.  1733,  f  l799>)  angewandt.  Ueberaü 
bey  den  Kryptogamiften  glaubte  er  in  der  die  Frücbta 
bedeckenden  Haut  das  befruchtende  Princip  anneh- 
men zu  muffen :  daher  auch  bey  den  Schwämmen  dia 
Halle  (volva)  fflr  den  männlichen  Theil  gehalten 
wurde,  obwohl  diefe  blofe  bey  den  Blätterfchwäm- 
men  vorkommt.  {Das  entdeckte  Geheimniß  dertLrypto* 
gamie,  Karlsr.  1787.  8.)     Laz.  Spallanzahi,  Prof. 
zu  Pavia,  (geb.  1729,  f  1801,)  wiederholte  die  Mi- 
cheli'fchen  Verfuche,  die  Keimkurner  der  Pilze  aus- 
zufäen,  und  das  Aufgehn  derfelben  gelang  ihm  voll- 
kommen. (Opuscoli  di  fifica  anim.  e  veget.  2.  p.  2^7. 
f.)    Auch  Bulliard%  (geb.  1761,  f  179^,)  trat  auf 
die  Seite  der  Sexual -Theorie.     Die  befruchtende 
T£raft  glaubte  er  in  der  Flüffigkeit  zu  nndeo,  womit 
die  Bläschen  und  Zellen  der  Schwämme  angefüllt 
find,  und  die  mit  Schnellkraft  von  ihnen  ausgefprflht 
wird,  dagegen  die  Keime  oder  Saamen  Celbft  unver- 
ändert bleiben.     Die  verfchiedene  Geftalt  und  Lage 
der  letztern  befchrieb  er  forgfältig,  nnd  glaubte,  dafs 
ihre  Fortpflanzung  durch  anhängende  klebrige  Feuch- 
tigkeit begünftigt  werde.  {Hifi.  des  Champignons  de 
la  France,  preß  vol.  1.  t.  3.  f.  43.)    Aunh  ein  Herr 
von  Beauvois  vertheidigte  diefe  Meinung.  (Journ.  de 
phyf.  vol.  36.  p.  81.)    Job.  Hedwige  Prof.  in  Leip- 
zig» (geb.  1700,  f  l799>)  dehnte  ebenfalls  die  Du- 
plicität  der  Gefchlechter  auf  die  Schwämme  aus* 
Was  er  für  die  männlichen  Theile  hielt,  find  die  ge- 
treckten Zellen  zwifchen  den  Keimfchläuchen ,  die 
fich  als  Saftfäden  in  einigen  Pilzen  darftellen.  (Theor. 
♦ 

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:  / 

Ferncrc  Ausbildung  und  Bfjfchränkung  des  Syftems.   357  ' 

generat.  ip.  227.  t.  42*      4«)    Derfelben  Meinung 
trat  Karl  Ludw.  Willdenow,  Prof.  zu  Berlin,  (geb. 
i765,  t  18 »2,)  bey.    {Ufieris  Annal  der  Bot.  3. 
S.  58.   Vorrede  zur  (Jeberf.  von  Boltons  Werk  über' 
die  Pilze.) 

Noch  einmahl  erhielt  die  ältere  Meinung  von 
der  fchwankenden  Natur  der  Pilze  einen  trefflichen 
Vertheidiger  an  O.  F.Müller,  Er  beobachtete  in  den 
Wärzchen  derClavaria  rufa  und  purpurea  kleine  wei- 
lte Körperchen,  welche  fich  bewegten  und  endlich 
in  ein  dichtes  faferiges  Gewebe  zufammentraten. 
Aehnliche  Körperchen  fah  er  in  der  oberflächlichen 
Schicht  der  Spathularia  flavida  und  anderer  Schwäm- 
me. Er  befchreibt  das  Fortflauben  einer  Menge 
glänzender  Fünkchen  aus  den  Sohwämmen,  gerade 
wie  man  es  bey  völliger  Reife  der  grofcen  Pezizen 
(P.  aurantidf  leporina,  grandis)  bey  trockenem 
Wetter  beftändig  bemerkt.  Er  hält  daher  die  von 
ihm  fogenannten  Keulenfchwämme  für  Zoophytep, 
(Prodr.  zoolog.  dan.  p.  «56.  Befchäft.  der  berL  Ge~ 
fellfch.  Naturf.  Freunde,  B.  1.  S.  i5o,.  164.)  Die- 
felbe  Erklärung  gab,  als  ob  es  feine  Entdeckung  fey, 
Ant.  Aug.  Henr,  Lichtenftein ,  Prof.  zu  Helmstedt, 
(geb.  1753,  f  »8i4»)  und  (tützte  fich  be  fonders  auf 
vorgebliche  Beobachtungen  von  der  Verwandlung 
der  Schwämme,  vorzüglich  der  Tubulina  Perf. 
(Voigts  Mag.  für  Naturk.  B.  6.  S.  i38,)  Gegen  dia 
Einwendungen,  die  Ranzani,  Prof.  zu  Bologna ,  da- 
wider machte,  fuchte  Remer  diefe  Theorie  zu  ver* 
theidigen.  [Voigt sMag.  B.7.S,  408  —  4i5.)  Gottfr. 
Reinh.  Treviranus,  Prof.  in  Bremen,  reebriete  die 
Schwämme  und  andere  Kryptogamiften  zu  den 
Pfjanzentbieren,  fowohi  ihres  Baues  als  ihrer  Mi- 
febung  wegen.  (BioL  if4\y.) 

Dagegen  machte  fich  Henr.  Friedr,  Link,  Prof» 
in  Berlin,  (geb.  1767,)   durch  treffliche  Ünterftt* 

4 


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25f         Siebentes  Buch.   Zweytei  Kapitel. 

cli u rigen  über  die  unvollkommenften  Gewächfe  und 
durch  Clafßnkation  derfelben  äufserft  verdient.  {BerL 
Magaz.  B.  3.  S.  1  —  4^.  B  y.  S.25— 45.)  So  berei- 
tete  er  das  Syfiem  der  Pilze  und  Schwämme  vor,  wel- 
ches C.  G.  Nees  von  Efenbeck  1817.  Wflrtburg  4* 
herausgab,  worin  die  ftufenweife  Entwickelung  die- 
fer  Formen  aus  höhern  Principien  naebgewiefen  ift. 


Die  Algen,  welche  zu  Linne'sZeit  wenig  un- 
terzieht waren,  wählte  AH>r.  Wilh.  Roth,  Arzt  zu 
Ve^efack,  (geb.  1755,)  zum  Qegenftand  feiner  Be- 
obachtungen. Zwar  hatte  Job.  Hedwig  auch  bey  dem 
Tremellen  und  Conferven  doppelte  Gefchlechtstheile 
alfgenommen.  (Theor.  generat.  p.  220.)  Aber  Roth 
fah  davon  ganz  ab,  hellte  die  Tange  und  Conferven, 
nach  ihrem  Bau,  in  Gruppen  und  ^rten,  fchuf  neue 
Gattungen  Rivularia  und  Linckia ,  deren  Fortpflan- 
zung durch  Keimkörner  er  forgfältig  beobachtete, 
und  bahnte  fo  den  Weg  zu  genauerer  Unterfuchung 
diefer  zahlreichen  Familie.  (Catalectabotanica,  fafc. 
,1—3.  LipC  1797  —  1806.  8.  Neue  Bey  träge  zur 
Botanik,  Frankf.  am  Main  1802.  8.  Botanifche  Be- 
merkungen, Leipz.  1807.8») 

Indeffen  waren  fchon  früher  in  einigen  Algen, 
ja  fogar  in  der  Ohara,  Bewegungen  beobachtet  wor- 
den ,  die  man  mit  den  thierifchen  verglich.  Der  be- 
rühmte Mich.  Adanfon  bemerkte  dies  zuerft  in  einer 
von  ihm  fogenannten  TrernelJe  (Ofcillatorie  Van- 
eher 's).  (Mäm.  de  tac.de  Paris,  1767.  p.  564-  f.) 
Bonaventura  Corti  beobachtete  die  circulirende  Be- 
wegung des  Safts  in  den  Gliedern  der  Chara.  (Oßer» 
vazioni  microfcopiche  fulla  Tremella  p.  125.  Locc. 
1774.  8.  Journal  de  phyfi  tom.  8.  p.  232.)  Was  CoJ- 
lömb  (Journ.  de  phyf.  tom.  5g.  p.  169.  f.)  und  Jof. 
Olivi  beobachteten  (mem.  della  foc.  ital.  tom.  6.  p. 


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Fernere  Ausbildung  undBefcbrlnkung  des  Syftems.  259 

161.  f.),  war  blofs  die  Annäherung  der  Prieftley'- 
fchen  grünen  Materie  an  das  Sonnenlicht,  und  das 
ZurückGnken  derfelben,  wenn  das  Sonnenlicht  ent- 
zogen worden.  Diefe  Erfcheinung  fuchte  Franz  von 
Paula  Schrank,  Akademiker  zu  München,  (geb. 
1747>)  hlofs  aus  der» durch  das  Sonnenlicht  entwi- 
ckelten Luft  und  der  dadurch  bewirkten  gröfsern, 
Leichtigkeit  der  grünen  Materie  herzuleiten. 

Ganz  eine  andere,  wirklich  thierifche  Bewe* 
gung  war  es,  die  Turberville  Needham ,  Kanonikus 
zu  Soigny,  Director  der  Akademie  zu  Brüffel,  (geb. 
1713,  f  1781,)  an  der  Prieftley'fchen  grünen  Ma- 
terie bemerkte.  Es  fonderten  (ich  nämlich  Theil* 
chen  ab,  die  fich,  dem  Anfchein  nach,'  eine  Zeit 
lang  ganz  frey  bewegten.  (ZVouv.  obß.  microfcop.  p; 
192  —  '990  Diefe  gingen  in  der  Folge  wieder  in 
die  Pflanzen -Natur  über:  andere  verwandelten  fich! 
in  ändere  Aufgufsthierchen  :  daraus  fc hlofs  er:  * 
fchon,  dafs  fich  eine  Oattung  Aufgufsthiere  mit  der* 
jenigen,  welche  ihr  unmittelbar  vorangeht,-  verei- 
nige. Diefe  Beobachtungen  beftätigte  Henr.  Aug. 
Wrisberg,  Prof.  in  Oöttingen,  (geb.  1739,  f  1809,) 
indem  er  fogar  das  Zufammenfchmelzen  zweyer  Auf« 
gufsthiercben  in  ein  einziges  bemerkte.  {Obfervat.  de 
animalculis  infuforiis  fatura,  Gott.  1765.8.)  Auch 
O.  Fr.  Maller  gehört  zu  den  Beobachtern ,  die  Need- 
faam's  Bemerkungen  bekräftigten.  (Vermium  hifeoria, 
vol.  1.  p.  11.)  Laz.  Spallanzani  läugnete  indefs  den 
Uebergang  der  Aufgufsthiere  in  Pflanzen,  und  wollte 
die  Entftehung  der  erftern  in  der  P rieft] ey*fchen  Ma- 
terie aus  vorher  dafeyenden  Eyern  herleiten.  (Obferv. 
für  les  animalc.  des  infuf.  p.  148.  f.)  Genau  aber  und 
vollftändig  berichtigte  Joh.  Ingenhoufs ,  ein  Belgier, 
öftreich'fcher  Hofarzt,  (f  1799>)  jene  Beobachtun- 
gen, indem  er  das  Schwanken  der  Prieftley'fchen 
Materie  zwifchen  zwey  Reichen  fehr  gut  dartbat. 

17  * 


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a6o         Siebentes  buch«  Zweytes  KapiteL 

i 

(Verm.  Schriften,  B.  2.  S.  i47»  f.)  Auch  G.  R.  Trs- 
viranus  beftätigte  dies  durch  treffliche  Verfuche. 
(Biol.  2.  S.  319.  f.  3.  S.  317.  f.) 

Die  zuckende  Bewegung  der  Ofcillatorien  ward 
genauer  von  Horaz  Benedict  von  Sau  (für e  {Jourru  de 
phyj.  t.  37.  p.  4oi.  f.)  beobachtet,  und  vom  Einöafc 
des  Lichts  hergeleitet.    VolJftfndig  wurden  diefe  Be* 
merkungen  von  Joh.  Pet.  Vaucher,  Prediger  und  Pro! 
in  Genf,  (Hiftoire  des  conferves  d'eau  douce,  p.  170. 
f.)  angeftelit.     Dafs  zwar  im  Ganzen  die  Richtung 
der  Bewegungen  gegen  das  Licht  ftatt  findet;  aber 
dafs  eine  mannigfache  Abänderung  diefe r  Bewegun- 
gen beobachtet  wird,  und  dafs  man  6e  daher  recht 
wohl  mit  den  willkührlichen  Bewegungen  der  Thie- 
re  vergleichen  könne,   dies  fuchte  Vaucher  zu  er- 
weifen.    Er  glaubte  felbft  ein  Kopf-  und  Schwanz- 
ende in  den  Ofcillatorien  zu  entdecken,  und  zu  be- 
merken, dafs  fie  die  Ringe  verkürzen  und  verlän- 
gern.   Auch  glaubte  er  die  Fortpflanzung  dieferCon- 
ferven  durch  blofse  Theilung  der  Scheinringe  beob- 
achtet zu  haben.  Die  übrigen  Mitglieder  derConfer- 
venfamilie  unterfuchte  Vaucher  ebenfalls  aufs  forgfäl* 
tiefte.  _  Bey  den  von  ihm  fogenannten  Ektofpermea 
fand  er  neben  den  Keimkögelchen  noch  besondere 
Hörnchen ,  die  fich  krümmten ,  und  die  ihm  fchie« 
nen  die  Verrichtung  der  Antheren  zu  Oben.  (a.  B. 
p.  17.)    Die  Verbindung  zweyer  Röhren  in  den  Gon- 
jugaten,  und  die  dadurch  erfolgende  Erzeugung  der 
Keimkügelchen  aug  der  körnigen  Maffe,  das  Zufam- 
mentreten  der  letztem  in  den  verengten  Stellen  der 
Polyfpermen,  und  die  eigentliche  Bildung  der  Hy« 
drodiktyen  beobachtete  Vaucher  auf  das  forgfältigfte. 

Faft  zugleich  mit  ihm  hatte  Girod  -  Chansrant 
die  Conferven  aus  einem  andern  GeGchtspunkt  be- 
trachtet. ( Recherches  chimiques  et  microfcopiques  fit  I 
les  conferves,  les  biffes  es  les  tremelles,  Paris  1802. 

t  1 1 


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Fernere  Ausbildung  und  Befchränkung  des  Syftemi.  26t 

8.)  Die  thierifche  Ndtur  der  Conferren  Oberhaupt 
leuchtete  ihm  fo  fehr  ein,  dafs  er  Ge  entweder  als 
^olypen  oder  als  Polypen  •  Wohnungen ,  oder  end- 
lich als  Haufen  von  thierifchen  Körpern  anfah,  die, 
unbeweglich,  wenn  ihrer  mehrere  zufammenhangen, 
einzeln  willkühriiche  Bewegung  zeigen.  Dafs  fich 
Sn  dem  Waffer,  worin  Conferren  find,  Aufgufsthiere 
erzeugen,  fah  er  als  Beweis  an,  dafs  fich  die  Con- 
ferven in  diefe  Thiere  verwandeln.  Aber  vortreff- 
lich beobachtete  er  fchon  das  Zufammentreten  der 
körnigen  Maffe,  welche  die  OfcilJatorien  erfüllt,  zu 
ovalen  Keimkügelchen,  den  Anfangen  der  künftigen 
Conferven.  (  a.  B»  p.  216.)  Dies  ift  eine  Beobach- 
tung, Idie  zum  Theil  fchon  Pel.  Fontana  (Journ.  de 
phyf.  7.  p.  47-)  gemacht,  und  die  von  G.  R.  Trevi~ 
ranus  (verm.  Schriften ,  S.  167.)  vortrefflich  betä- 
tigt worden. 

Die  Erzeugung  von  Aufgufsthierchen  aus  den 
Keimkügelchen  der  Ektofpermen  (Conferva  dilatato 
Roth.)  bemerkte  auch  Joh.  Friedr.  Trentepohl,  Pre- 
diger zu  Oldenbrok  im  Oldenburgifchen.  (Roth's 
botan.  Bemerk.  S.  180.) 

Ludolf  Cbrift,  Treviranus  machte  mehrere  in- 
tereffante  Beobachtungen  bekannt,  welche  bewiefen, 
dafs  die  fcheinbaren  Ringe  und  Scheidewände  der 
Conferven  eigentlich  aus  Reihen  von  Körnern  befte^ 
hen,  die  offenbar  in  den  Conjugaten  zu  Keimkügel- 
chen zufammentreten.  (Weber 's  und  Mohr 's  Beytr.  zur 
Naturkunde,  B.  1.  S.  176.),  wohin  auch M.H; Möhrs 
Bemerkungen  Über  die  Anhäufung  der  Keimkörner 
in  den  Stricturen  der  Conferva  torulofa  und  fluviati- 
lis  gehören.  (Schräder  s  Journ.  1801.  B.  1.  S.  3i3.) 

Alle  diefe  Unterfuchungen ,  die  die  Unmöglich- 
keit der  Anwendung  des  Sexualfyftems  auf  die  Con- 
ferven be weifen,  «wurden  aber  blofs  an  den  Con  fer- 
ven  des  füfsen  Waffers  angeheilt.    Den  innern  Bau 


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a6av  Siebentes  Buch.  Zweytes  Kapitel. 

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■  < 

der  Meer- Conferven ,  die  ich  Synemmenen  nenne, 
haben,  meines  Wittens,  Jak.  Sowerby  und  Jak.  Ed. 
Irnich  zuerft  in  der  Englifh  botany,  t.  1764  1814« 
181 5.  1916.  2101.  2328.  234o.  2365.  2429.  recht 
genau  angegeben,  obgleich  £chon*  Alb.  Wilh.  Roth 
und  Lewis  Wefton  Dilluyn  (Synopßs  of  the  britifk 
confervae,  t.  44*  81.  85.  io4*)  den  zufammengefett- 
ten  röbrigen  Bau  andeuten. 

Andere  Bildungen,  die  man  bisher  auch  zu  den 
Conferven  gerechnet,  wieC ßoeeulofa  Roth,  catal.  1. 
p,  192.  fl.  dan.  1487.,  C.  »ec^ijtfl/i^DiJlw.  t.24.  engl- 
bot.  1 6 1 1 . ,  C.  taeniaeformis  engl.  bot.  1 883. ,  £  Bid- 
dulphiana  engl.  bot.  1762.,  C.  fiipUata  engl.  bot. 
2488.,  C.  obliquata  daf.  1869.  und  C.  firiatula  daf. 
ij)28.,  wurden  von  Chrift.  Ludw.  Nuz/ch,  Prof.  in 
Halle,  zu  den  Bacillarien  Gmelin's,  oder  wahren 
Mittelgliedern  zwifchen  Pflanzen  -  und  Thierteich, 
gerechnet.  (Beytrag  zur  In/uforien  -  Kunde ,  Halle 
1,817.8.)   

Was  die  Flechten  betrifft,  fo  gab  Hedwig  den 
Keimhäufchen  das  Gefchäfft  der  männlichen  Theile, 
und  fah  die  Scbeinfaamen  in  den  Apothecien  für 
wahre  Saaraen  an.  (Theor,  generai.  t.  33.)  Erich 
Acliarius  aber,  Provinzial- Arzt  von  Oftgothland  in 
Vadftena,  erklärte  fich  fchon  1798  (Lichenograph* 
fuec.  prodr.  p.  x.)  dafür,  dafs  jene  Keimhäufchen  die 
Fortpflanzung  bewirken,  dafs  dagegen  die  Körner  in 
den  Apothecien  nur  Scbeinfaämen  feyn.  Er  ftQtzte 
üch  befonders  auf  Jof.  Gärtner's  treffliche  Bemer- 
kung, dafs  das  Keimpulver  der  Flechten  das  einzige 
Mittel  der  Fortpflanzung  der  Flechten  fey,  und  die 
fogenannten  Fruchte  keines weges  wahre Saamen  ent- 
halten. Diefe  Idee  fahrte  er  neuerlich  vortrefflich 
aus.  (Acharii  lichenograph.  univ.  p.  7.  Synopß  me- 
ehod  liehen,  p.  11.  1 1 1 . ) 


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1 

Fernere  Ausbildung  und  Befchränkung  des  Sylteins,  a6 j 

m 

Auch  in  d,en  Leber  -  und  Laubmoofen,  wo  be«* 
fonders  in  den  Jetztern  die  Antheren  fo  unläugbar 
fcheineo,  dafs  Hedwig  die  Allgemeinheit  des  Sexual - 
Syfteras  dadurch  vorzüglich  begründen  zu  kennen 
glaubte,  fchienen  dem  unfterblichen  Jof.  Gärtnet  dia 
Keime  eine  viel  wichtigere  Rolle  zu  fpielen.  Er  f tritt 
geradezu  gegen  die  männliche  Verrichtung  jener 
Schein  -  Antheren ,  und  glaubte,  dafs  weit  eher  im 
Deckelchen  der  Kapfein  die  befruchtend©  Kraft  zu 
fuchen  fey.  (Gären,  de  fruct.  l.p.  xxxv. )  Dafs  die 
Antheren  der  Moofe  keinesweges  die  Befruchtung 
bewirken,  fuchten  auch  Alb.  Wilh.  Roth  (Botan. 
Bemerk.  S.  22.)  und  ich  (Anleit.  zur  Kennen,  der  Gew. 
B.  5.  S.  223.  f.)  darzuthun. 

Zu  den  Vertheidigern  der  männlichen  Theila 
bey  den  Jungermannien  gehört  noch  Ott.  Fr,  Müller* 
der  die  Paraphyfen  oder  fehlfchlagenden  Piftille  für 
Staubfäden  hielt.  (Flor.  Fridrichsdal.  p.  188.  t.  2.  f. 
5.  6.)  Natal.  Jof.  Necker  aber  verwarf  jede  Fort- 
pflanzung der  Moofe  durch  Saamen,  und  fchrieb  dies 
ganze  Gefchäfft  den  Keimen  und  Knofpen  zu.  (Act* 
theodor.  palat.  2.  p.  4^4*  PhyfiaU  mufcorum,  Mannh. 
1774.  8.) 

Wie  Job.  Hill  in  den  Wimpern  derMooskapfeln, 
fo  hatte  er  in  dem  gegliederten  Ringe  der  Kapfein 
der  Farrenkräuter  das  befruchtende  Wefen  gefacht« 
(Vegetable  fyfi.  p.  i44-)  Kölreuter  fchrieb  diefe 
Kraft  dem  Schleyerchen,  (Entdeckt.  Gelieimni/s  der 
Jtryptog.  S.  79. ),  Gleichen  den  Spaltöffnungen  auf  > 
der  Rückfeite  der  Blätter  zu,  (Das  Neue/te  aus  dem 
Reiche  der  Pßanzen,  S.  24.)»  Diefe  Meinungen 
verdienten  fo  wenig  umftändliche  Widerlegungen, 
als  Hedioig's  Idee,  dafs  die  Haardrüfen  der  unent- 
wickelten Wedel  die  Antheren  feyn.  ( Theor.  gener. 
*  F»94*97<)    Job.  FranzMaratti,  der  bald  das  Schley» 

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364         Siebentes  Bück«    Zweytes  Ksphel; 

erchen,  bald  die  Saamen -Kipfeln  felbft  für  dieJBe* 
fruchtungstheile  erklärte,  konnte  ebenfalls  aufkei- 
men Beyfali  Änfpruch  machen.  (t)*fcriptio  de  9erm 
ßprum  exiftentia,  Rom.  1760.  8.  Huperz  de  filicum 
propagaiione,  Gott.  1798.8.)  Auch  Joh.  Jak.  Bern» 
Hardts  Meinung,  dafs  die  verdickten  Enden  der  Ve- 
nen in  den  Blättern  der  Farrenkräuter,  aber  denen 
£cb>  die  Oberhaut  in  Schüppchen  löfet,  Antheren 
feyn,  ift  bald  in  Vergeffenheit  gerathen.  (ScHrader's 
Joärn.  1801.  B.  1.  S.  9.)  Nach  Gärtners  Meinung 
(a.  a.  O.  p.  xxxvit.)  war  HWs  Idee  um  defs willen  die 
wahrfcheinlichfte,  w,eil  man  bey  verwandten  unvoll* 
kommeoen  Gewächfen,  wie  bey  Pilularia  und  Mar« 
filea,  das  befruchtende  Princip  in  unmittelbarer  Nach* 
barfchaft  der  Früchte  bemerke. 


w 

Während  die  Sexual -Theorie  auf  die  vollkom- 
menem Pflanzen  befcbränkt  wurde,  blieb  auch  <fer 
Grund  derfelben  nicht  unerfchüttert.  Karl  Alfton  ^ 
Prof.  in  Edinburgh,  (geb.  i683,  f  1760,)  bezwei- 
felte die  Nothwendigkeit  des  Zufammenwirkenf 
zwiefach  gebildeter  Theile  zur  Erzeugung  der  Saa* 
inen,  weil  der  Pollen  aus  den  Antheren,  dem  Stigma 
gegen  über  (wie  bey  den  Irideen)  ausgefchiedea 
werde,  weil  Stigma  und  Antheren  oft  wenigften* 
zu  verfchiedenen  Zeiten  reif  werden,  und  endlich» 
weil  das  Wegfehneiden  der  Antheren  nach  völliger 
Entwickelung  der  Blume  nichts  fchade.  (Edinb.  neue 
Verfuclie  und  Bemerk.  i>  234.  f.)  x 

Nicht  unbedeutend  waren  die  Einwürfe,  welche) 
Georg  Friedr.  Möller  9  Kammergerichts- Ad vocat  in 
Berlin  und  Gutsbefitzer  in  Sauen,  gegen  die  Sexual  - 
Theorie  machte.  (Hamb,  MagaZ.  2>  454*  f*  3,  4*o* 
7,  428.  f.)  Dafs,  nach  ausgeriffenen  männlichen  Pflan» 
fctn§  Spitttt  und  Hanf  dennoch,  vollkommene  Saa- 


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•  I 

Fernere  Abbildung  und  Befchr  äiikung  des'S y  ftems.  363 

1 

men  tragen,  fchien  Ihm  ein  ficherer  Beweis  gegen 
die  Notwendigkeit  deir  zwiefachen  Gefchlechtsthei* 
le  zu  feyn.  Auch,  glaubte  er,  habe  die  Natur  viel 
einfacher  und  leichter  zu  ihrem  Zwecke  gelangen 
können,  wie  Ge  denn  diefen  auf  die  einfachfte  Weife 
in  unvollkommenen  Pflanzen  erreiche.  Abr.  Gottb. 
Käßner ,  nachmals  Prof.  in  Göttingen,  (geb.  1719) 
f  1800,)  fuchte  die  Sexual  «Theorie  gegen  Hiefe  Ein- 
würfe dadurch  zu  retten,  dafs  er  das  zufällige  Da- 
feyn  der  Zwitter1>luthen  in  den  diöcifchen  Pflanzen 
darthat,  und  durch  das  Beyfpiel  der  Weiden  bewies. 
(Ha/?2&.  Afag.  3,  1 1.  6,  529.) 

Sehr  wichtig  für  die  Lehre  von  der  Befruchtung 
waren  die  Unterfuchungen  von  Kafp.  Friedr.  Wolff* 
Akademiker  in  Petersburg,  (f  .1794).  Er  bewies 
nämlich,  dafs  die  Organilation  des  Embryo  keines» 
weges  der  Befruchtung  vorausgehe,  und  eben  fo  We- 
nig mit  ihr  zufammenfalle ,  fondern  data  nurorgani-* 
firbare  Theile  abgefondert,  durch  die  Kraft  des  Pol* 
lens  belebt,  und  allmählig  orgar.ifirt  werden.  Er 
unterfuchte  die  unbefruchteten  Eyer,  ian  zu  zeigen, 
dafs  fie  blofse  Bläschen  mit  klarem  Waffer  angefallt, 
feyn  und  dafs  kein  Porus  in  denfelben  eine  Oeffnung 
bilde.  (Tfieoria  generat.  p.  170.  f.  t.  1.  f.  23.  f.) 

Auch  durch  Wilh.  Friedr.  von  Gleichen ,  mark- 
gräfl.  anfpach'fchen  geheimen  Raths,  (geb.  1717, 
f  1783,)  milcrofkopifche  Unterfuchungen  gewann 
die  Lehre  von  der  Befruchtung.  JObgleich  für  die 
Evolutions -Theorie  eingenommen,  bewies  er  doch, 
dafs  die  Härchen  und  Wärzchen  des  Stigmas  ge- 
fcbloffen  feyn ,  alfo  kein  unmittelbarer  Uebergang 
des  Pollens  Statt  finde,  und  hob  die  Zweifel  gegen 
die  Sexual -Theorie,  von  dem  Anfetzen  der  Saamen 
in  diöcifchen  Pflanzen  hergenommen,  dadurch,  dafs 
er  Zwitterblüthen  im  Spinat  nachwies.  (Das  Neuefie 
aus  dem  Reiche  der  PßanZen,  T.  aSZT.  A.  Anh.  T.  1  o. ) 

» 


afiÄ  Siebentes  Buch.    Zwertes  Ramtel. 

Vorzügliche  Verdienfte  erwarb  ficU  in  die/er 
Hioficht  Jof.  Gottl.  Kplreuter.    Er  bewies»  dafs  die 
Polle nkügelchen  nicht  unmittelbar  in  den  Eyerbock 
übergebn  können,  dafs  auch  das  Ausfprüben  der 
Maffe  aus  den  Pollen  -  Körpereben  nicht  in  der  Natur 
Statt  finde»  fondern  jene  ganz  einfach  in  der  Feuch- 
tigkeit des  Stigma's  aufgelöft  werde.     Er  zeigte, 
welcher  Hüifsmittel  ßch  die  Natur  bediene,  um  die 
Befruchtung  zu  bewirken,  der  mechanifeben  Anhal- 
ten bey  einigen,  der  Infecten  bey  andern  Pflanzen. 
(Vorläufige  Nachrieht  von  einigen  das  GeJchJecht  der 
Pßanzen  betreffenden  Verfuchen  und  Beobachtungen, 
Leipz.  1761.  8.)     Höchlt  wichtig  waren  feine  fort- 
gefetzten Verfuche  mit  Baftard- Erzeugungen,  wo  er 
entweder  zwey  Arten  mit  einander  befruchtete,  oder 
wenigftens  den  Pollen  der  einen  Art  zu  Hülfe  nahm, 
um  Veränderung  der  Geftalt  in  der  andern  Art  her- 
vorzubringen,  oder  endlich  blofc  zwey  Spielarten 
mit  einander  verband»    Er  bemerkte)  dafs  manche 
diefer  Baftarde  fruchtbar  waren,  andere  nicht,  ja 
dafs  einige  jp  fpätern  Gefühl  echtem  wieder  zu  der 
alten  Form  zurückkehrten.   Dafs  aber  von  felbft  der- 
gleichen Baftarde  entftehn,  ward  fchon  von  ihm  gro- 
fsentheils  geläugnet.     Durch  diefe  Beobachtungen 
widerlegte  (ich  die  Vorbildung  der  Embryonen,  fo- 
wohl  im  Eyerftock  als  im  Pollen  völlig.    Kölreuter  , 
f teilte  fie  aber  vorzüglich  an  Tobak  und  Verbafcum- 
Arten  an.   (Fortfetzung  der  vorläufigen  Nachricht, 
Leipz.  1763.    Zweyte  Fortfetzung ,   1765.  Dritte 
Fortfetzung,  1766.) 

Mein  Oheim,  Chrifr.  Konr.  Sprengel,  (geb.  zu 
Alt  •  Brandenburg  i75o,  eine  Zeit  lang  Rector  in 
Spandau,  und  dann  Privat- Gelehrter  in  Berlin, 
f  181GJ  fetzte  durch  feine  Beobachtungen  die  Be- 
ziehung derNektarien  auf  die  Befruchtung  in  das  hei« 
lefte  Licht.  (I}as  .entdeckte  Geheimnifs  der  Natur  im 


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n  Fernere  Ausbildung  und  Befchränkung  derSyftemi.  367 

Bau  und  in  der  Befruchtung  der  Blumen,  Berlin  1793. 
4.)  Nicht  allein  unterfchied  er  die  verfchiedenen 
Werkzeuge  zur  Aufbewahrung  und  Schätzung  des 
Nektars,  fondern  er  lehrte  auch  die  Bedeutung  der 
Saftmäler  kennen,  und  zeigte,  warum  fich  die  An- 
theren  bey  fehr  vielen  Pflanzen  gerade  an  der,  dein 
Stigma  entgegengefetzten  Seite  offnen,  weil  hier 
nämlich  der  Zugang  zu  den  Nektarien  den  Infecten 
frey  fteht,  und  fie  fo  den  Pollen  abftreifen  können. 
Er  führte  ferner  den  Begriff  der  Dichogamie  ein ,  die 
fonft  den  Naturforschern  viel  Bedenken  erregt  hatte. 
Die  Erfahrung  lehrt  nämlich,  dafs  in  derfeiben  BIu* 
me  beiderley  Gefchlechtstheile  nicht  zu  gleicher  Zeit 
Shre  Vollkommenheit  erreichen ,  dafs  entweder  die)  - 
Antheren,  oder  die  Stigmen  früher  reif  werden. 
Daher  kann  auf  mechanifche  Weife  nicht  die  Be- 
fruchtung  erfolgen,  fondern  es  muf«  durch  Infecten 
aus  andern  Blumen  der  Pollen  auf  das  eben  reife 
Stigma  gebracht  werden.  Man  hat  meinem  Oheim 
%  mit  Unrecht  vorgeworfen,  dafs  er  die  Befruchtung 
durch  Infecten  zu  allgemein  annehme.  Er  gefleht 
fielbft,  dafs  Gräfer,  Kätzchen  tragende  und  Zapfen* 
bäume  davon  ausgenommen  feyn.  Ja,  die  Orchi- 
deen nannte  er  fogar  Scheinfaftblumen ,  weil  hier 
zwar  der  Apparat  der  Nektarien  da  fey,  aber  keim 
wahrer  Nektar  abgefchieden  werde. 

Noch  eineErfchQtterung  erlitt  die  Sexual  «Theo* 
rie  durch  die  Einwürfe  und  gegenfeitigen  Beobach- 
tungen, welche  Laz.  Spallanzani  bekannt  machte. 
Zuerft  bemerkt  er,  dafs  vor  der  Befruchtung  fchon 
die  Saamen  in  der  Frucht  von  Spartium  iunceum  vor* 
handen  feyn;  und,  da  er  felbft  gefteht,  dafs  weder 
Saamenlappen  noch  Pflanzchen  zu  entdecken,  fon- 
dem  dafa  das  Ganze  eine  gleichförmige,  etwas 
fchwammige  Made  fey,  die  einer  geronnenen  Galler- 
te gleiche ,  fo  konnte  kein  Anhänger  der  Sexual  - 

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268         Siebentes  Buch«   Zweytes  Kapitel; 

Theorie  mit  ihm  darüber  ftreiren.  Diefe  Bemerkung 
beftätigte  fich  bey  mehrern  Pflanzen,  und  ward  von 

ihm  als  Naturgefctz  mit  Recht  angefebn.  (Deila  gene» 
razione  di  diver  Je  plante  nella  Fifica  animale  e  vegeta- 
bile,  p.  J09  —  534.)  Dann  machte  er  Vtrfuche  am 
Bahlicum  und  am  Hibifcus  fyriacus,  die  ihn  lehrten, 
dafs  der  Embrvo  fich  allerdings  ohne  Zuthun  des 
männlichen  befruchtenden  Princips  zeige ,  aber  dafs 
er  nicht  entwickelt  werde,  folglich  der  Saame  auch 
nicht  aufgehe,  (daf.  p.  34o. )  Schon  diefer  Satz  wi- 
derfprach  den  bisherigen  Erfahrungen,  aber  noch 
mehr  die  folgenden  Beobachtungen,  nach  welchen 
Kürbiffe  und  Angurien  ,  denen  man  alle  männliche  . 
Blüthen  geraubt;  Spinat,  Hanf  und  Bingelkraut,  von 
denen  man  alle  männliche  Exemplare  entfernt  hatte, 
guten  fruchtbaren  Saamen  trugen,  (daf.  p.  o49  — 
394.)  Diefe  vorgebliche  Beobachtungen  ftiefsen  fo 
fehr  gegen  alle  Erfahrungen  Anderer  an,  iiefsen  fich 
zum  Theil  aus  dem  Vorkommen  djer  ZwitterbJüthen 
in  weiblichen  Spinat  -  und  Bingelkraufpflanzen  er-  * 
klären,  und  Spallanzani  felbft  hatte  fich  zu  wenig 
Glauben  bey  denen,  die  ihn  näher  kannten,  zu  ver- 
fchaffen  gewufst,  als  dafs  man  jene  Einwürfe  gegen  die 
Notwendigkeit  doppelt  gebildeter  Gefchlechtstheile 
bey  vollkommenen  Pflanzen  auf  irgend  eine  Weife 
gültig  oder  hinreichend  zur  Widerlegung  des  Syftems 
anfehn  konnte.  Dennoch  wagte  Franz  Jof.  Schelver, 
Prof.  zu  Heidelberg,  fich  gegen  die  Sexual -Theorie 
aus  (eltfamen  Gründen  zu  erklären.  Ohne  Kenntnifs 
des  Pollens  behauptete  er,  dafs  diefer  vielmehr  ein 
tödtliches  Gift  für  das  Stigma  fey.  Es  zeugte  von  un- 
glücklichem Hang  zum  Grübeln  aus  Begriffen,  wenn 
er  die  Zwitter- Natur  der  Gefchöpfe  läugnete,  und 
den  Satz  aufftellte,  Külreuter's  Verfuche  beweifen 
blofs  eine  Art  von  Impfung,  und  die  Befruchtung 
durch  Infecten  fey  nicht  dargethan.  (Kritik  der  Lehre 


I 


Fernere  Ausbildung  und  Befchränkung  det  Syrtemi.  269 

»  * 

von  den  Gefchlechtern  der  Pßanze,  Heidelb.  1812.  8.) 
Diefe  Schrift  verdient -die  Vergeffenheit,  der  man 
fie  übergeben  ha*. 


Es  fehlte  feit  Linne's  Tode  nicht  an  Verfuchen, 
feinem  Syftem  mehr  Folgerichtigkeit  zu  geben,  den 
Gattungen  beffere  Plätze  anzuweifen ,  fie  richtiger  zu 
charakterifiren  und  einzelne  Theile  des  Syftems 
gründlicher  zu  bearbeiten. 

Einer  der  Altern  und  wardigen  ScbrTftfteller , 
die  hierher  gehören,  ift  der  gelehrte  Gärtner  zu 
Franeker,  David  Meefe,  deffen  Arbeit  über  die  neun- 
zehnte Linne'fche  Klaffe,  (Hei  XIX.  claffe  van  Lin- 
naeus  opgeheldert  en  vermeerdert\  Leeuward.  1761. 
8.)  ein  fehr  forgfältig  ausgearbeiteter  Schlaffei  zu 
diefer  Klaffe  ift.  Die  Gattangs  -  Charaktere  find  nach 
eigenen  Unterfuchungen  angegeben ,  und  es  wird 
richtig  bemerkt,  dafs  die  Ordnung  der  Monogamie 
keines weges  zu  diefer  Klaffe  (nach  der  natürliche» 
Verwandtfchaft)  gehöre.  Uebertroffen  ward  diefe 
Arbeit  durch  Joh.  le  Francq  van  Berkheys  Schrift: 
Expofuio  characteriftica  Jlorum »  qui  dicuntur  compo~ 
fuiy  Leid.  1760.  4«  Hier  findet  man»  die  feinften 
und  genaueften  Unterfuchungen  aber  den  Bau  des 
Antheren-Cylinders,  über  die  VerfchiedenbVüen 
des  Fruchtbodens,  der  Saamenkrone  und'  des  Kel* 
ches,  durch  gute  Kupfer  erläutert« 

Die  Familie  der  Dolden  wählte  Henr.  Job.  Ne» 
pomuk  Crantz,  Prof.  in  Wien ,  (geb.  1722 ,  f  1799,) 
zum  Gegenftand  feiner  Unterfuchungen.  (.Claffis  um* 
belliferarum  emendata,  Vienn.  1767.8.)  Bekanntlich 
hatte  Linne  die  Gattungen  diefer  Familie  nur  mangel- 
haft bearbeitet,  und,  ftatt  feften  Grundfätzen  zu  foU  1 
gen,  bald  auf  das  eine  bald  auf  darandere  Merkmahl 
gefehn,  fich  aber  hauptfäcblicb  durch  das  Anfebs 

1 


* 

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270         Siebentel  Bach«   Zweytes  Kapitel. 

leiten  laflen.  Crantz  tadelte  dies  mit  Recht,  vod 
(bellte  die  verfchiedenen  Formen  der  Frucht  als  Ein- 
theilungsgrund  auf.  Es  kommen  hiebey  fohr  viele 
gute  und  durchdachte  Aenderttngen  vor.  So  unter* 
fcheidet  er  zuerft  Süer  aquilegifolium  Gärtn,  von  La* 
ferpitium.  So  verbindet  er  Athamanta  und  Bubon 
zu  einer  Gattung,  die  er  Libanotis  nennt:  Ligufri- 
cum  vereinigt  er  mit  Meum.  Heracleum  auftriacum 
und  Imperaeoria  Chabraei  ftellt  er  zuerft  auf.  Aber 
natürlich  fehlt  es  nicht  an  Verfehn,  befonders  an 
Verbindungen  mehrerer  Gattungen,  die  nicht  zu- 
fammengebören. 

Auch  die  Siliquofen  fuchte  derfelbe  beffer  dar- 
zustellen in  feiner:  Clajfis  cruciferarum  emendata, 
Lipl.  1769.  8.  Er  unterfcheidet  hier  von  der  fitiqua 
und  filicula  noch  den  fructus  filiquatus,  der  ahlang 
und  gegliedert  fey,  wie  bey  Raphanus:  doch  trennt 
er  den  Raphanus  faiivus  von  dfefer  Gattung,  und 
bringt  ihn  mit  Sinapis  und  Braffica  zufammen.  Eine 
Gattung  Nafturtium  ftellt*  er  auf,  deren  Frucht  kugel- 
rund  und  ausgerandet  ift ,  dazu  rechnet  er  CoMearia 
faxatilis  R.  Br.  und  einige  andere  Arten  derfelben 
Gattung.  Unter  Clypeola  vereinigt  er  Pelttriaj 
Bifcutella  urtd  Alyffum  maritimum.  Petrocallis  py- 
renaica  R.  Br.  und  Cumelina  auftriaca  deffelben  wer- 
den gut  erläutert,  letztere  als  Cochlearia.  An 
Crantz  war  der  Ton  den  Feffeln  des  Anfehns  freye 
Geift  zu  rahmen;  aber  zu  tadeln  der  Hafs  gegen  Ün- 
üe  und  Jacquid. 

Ein  ungleich  würdigerer  Nachfolger  LinneY, 
der  nicht  allein  einzelne  Theile  feines  Syftems,  fon- 
dern die  meifteo  Gattungs  •  Charaktere  zu  berichti- 
gen und  zu  verbeffern  fuchte,  war  Job.  Chrift.  Dan. 
Schreber%  Prof.  zu  Erlangen,  (geb.  1739,  +  i8ib% 
Vorzügliche  Sorgfalt  wandte  er  auf  die  Gräfer,  die 

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Fernere  Aasbildung  und  Befchränkung  des  Syftemg .  271 

er  mit  unübertrefflicher  und  faft  7u  weit  getriebener 
Genauigkeit  unterfuchte  und  befchrieb.  Seine  Be* 
fchreibung  der  Gräfer,  Th.  i  —  3.  Leipz.  1769  — 
1810.  fol.,  ift  ein  eben  fo  rühmliches  Denkmahl  fei- 
nes Beobachtungsgeiftes,  als  feine  Ausgabe  der  Gene* 
ra  plantarum,  vol.  1.  2.  Frcf.  1789. 1 791 .  8. ,  für  fei- 
ne umfaffende  Kenntnifs  des  Gewächsreiches  zeugt. 
Auch  einige  kleinere  Schriften:  Icones  et  defcriptio- 
nes  plantar  um  minus  cognitarum,  dec.  1.  Hai.  1766. 
fol.  Plancarum  verticillatarum  unilabiatarum  genera 
et  fpecics,  Lipf.  1774«  4->  ft>  wie  mehrere  Disferta- 
tionen,  welche  durch  feine  Beyhülfe  entftanden,  wie 
Jo.  Aloyf.  Frölich  de  Gentiana  libellus,  Erl.  1796. 
8.  Jo.  Lud.  Chrift.  Rulle  fpicilegium  obfervationum  de 
Aconita^  Erl.  1708.  8.  Andr.  Ern.  Etlinger  de  Sal- 
via,  Erl.  1777.  4-  Wilh.  Drefky  de  Valeriana  officio 
nali,  Erl.  1776.  4- >  verdienen  eine  ausgezeichnete 
Stelle  in  unferer  Literatur. 

Wenn  wir  Schreber's  Befchreibung  der  Gräfer 
unübertrefflich  nannten,  fo  wurden  doch  die  Abbil- 
dungen, feinem  Werke  beygefügt,  von  den  Darftel- 
lungen übertroffen,  die  Nie.  Thom.  Hoft,  öftreich- 
fcher  Leibarzt,  feinem  grofsen  Pracht  werke:  Icones 
et  deferiptiones  graminum  auftriacorum ,  Vienn. 
1801  —  1814.  vol.  1  — 4.,  beyfügte.  Nicht  blofs 
eine  Menge  neuer  Arten,  fondern  auch  die  höchfte 
Genauigkeit  in  der  Darftellung  der  kleinften  Theile 
erregen  eben  fo  viel  Bewunderung  als  die  bedeutende 
Zahl  von  eigentümlichen  Beobachtungen,  wodurch 
die  Gattungs- Charaktere  berichtigt  werden.  Auch 
J.  Gaudins,  Pred.  im  Waadtlande,  Agroftologia  Hel- 
vetica, vol.  1.2.  Parif.  1811.8.,  verdient  rühmli- 
che Auszeichnung.  Weniger  G.  Lud.  Kblers,  Prof. 
zu  Mainz,  deferiptio  graminum  in  Germania  et  Galliä 
fponte  nafeentium^  Frcf.  1812.8. 


37d         Siebentes  Buch.    Zweytes  Kapitel. 

Den  Riedgräfern  widmete  Chrift.  Schkuhr,  Me- 
cbanicus  zu  Wittenberg,  (geb.- 1740,  t  1811,)  feio 
Studium  und  Künftler -Talent.  Seine  Befchreibung 
und  Abbildung  der  Riedgräfer ,  Wittenb.  iSoi.  1806. 
8.,  enthält  auf  o/3  Kupfertafeln  ungemein  richtige 
Darftellungen  der  raeiften  bekannten  und  vieler 
neuen  Arten.  Es  bleibt,  nebft  Hoft's  angeführtem 
Werk  das  vorzQglichfte  Hülfsmittel  beym  Studium 
diefer  Familie.  Früher  fchon  hatte  Sa m.Goodenough, 
Bifchof  von  Carlisle,  die  brittifchen  Riedgräfer  neu 
tinterfucht  und  trefflich  berichtigt.  (Transact.  <tf 
the  Linn,  /oc.,  vol.  2.  p.  126  —  211.  vol.  5.  p.  76  — 
79.)  Und  Georg  Wahlenberg,  Adjunct  der  Uni- 
verfität  zu  Upfala,  charakterifirte  um  diefelbe  Zeit 
142  Arten  Riedgräfer  genau,  und  verbeßerre  die 
Kunftfpracbe  bey  diefer'Familie.  (Stockh.acad.  ha  ndl. 
i8o3.  p.  i58.  f.  Annais  ofbotany,  vol.  2.  p*  112  — - 
144.)  Georg  Wolfg.  Panzer,  Arzt  zu  Herfpruck 
bey  Nürnberg,  gab  in  feinen:  Ideen  zu  einer  künfti- 
gen Revifion  der  Gattungen  der  Gräfer,  München 
181 3:  4«i  fehr  gute  Beyträge  zur  Berichtigung  der 
Charaktere.  Endlich  wurde  die  ganze  Familie  der 
Gräfer  in  21 3  Gattungen,  nach  ganz  neuen,  oft  eben 
fo  fchwer  einzufehenden  als  zu  rechtfertigenden 
Grundfätzen  getheilt,  und  fo  eine  Reform  gegründet, 
wodurch  freylich  viel  Irrthümer  berichtigt  und  neue 
Ideen  geweckt  werden,  wenn  auch  das  Syftem  im 
ganzen  Umfang  nicht  angenommen  werden  dürfte. 
Dies  that  A.  M.  F.  J.  PaUfot  -  de  -  Beauvois,  Akade> 
miker  in  Paris ,  in  feinem  Effai  äune  nouvelle  agro- 
ftographie,  Paris  1812.  8.,  mit  25  Kupfern.   .  ,;w± 

Die  Scitaminen  wurden  zuerft  von  Joh.  Gerb, 
König,  Miffionsarzt  auf  der  malabarifchen  Küfte, 
(geb.  1728,  f  1785,)  gut  unterfucht.  (Ret&ukßnß. 
botanic.  fafc.  5.  p.  45  —  76.)  Dann  aber  erwarben 
fich  Wilh.  Ro/coe,  (Tronsact»  o/the  Linn.foc.  voL  8. 


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Fernere  Ausbildung  and  Befcbränkung  des  Syrtems.  27g 

p.  33o.  f.)  und  Wilh.  Roxburgh  {Aßatlc  refearch. 
vol.  n.  p.  200.  f.)  bedeutende  Verdienfte  um  dia 
Berichtigung  der  Charaktere.  Nicht  unrühmlich 
fchliefst  Geh  ihnen  Ferdin.  Fifcher%  AufTeher  des  R*- 

zumofsky'fchen  Gartens  zu  Gorinka  bey  Moscau,  an. 
(Commentat.  fociet.  phyf.  med.  Mosqu.  vol.  1.  p.  12.  f.) 

Die  Orchideen  erhielten  in  OJ.  Swartz,  Prof, 
und  Akademiker  in  Stockholm,  einen  trefflichen 
Bearbeiter.  (Act.  foc.  feie  nt.  upfal.  6.  p.  5g.  f,  Stockfu 
acad.  handi  1800.  p.  202.  f.  Schräder  s  J ourn.  1799. 
St.  2.  S.  201.  und  neues  Joum.  1 .  S.  1  —  1  08.)  Ihm 
verdanken  wir  eine  Menge  neuer  Gattungen ,  fo  wie 
die  Berichtigung  der  früher  bekannten.  Rob.Brown's 
und  HumboMt's  Verdienfte  um  diefe  Familie  werden 
wir  bey  andern  Gelegenheiten  rühmen. 

Die  Coronarien  ,  Liiiaceen  und  Spathaceen'  wur- 
den von  Aug.  Pyr.  Decandolle  und  P.  J.  Redoute  be- 
arbeitet. ( Hifcoire  des  plantes  großes,  1  —  22.  Paris 
1799  ~"~  *8i  1.  fol.  und  Les  UliacSes,  1  —  80.  Paris 
1802  —  181 5.  fol.)  Adrian  Hardy  Haworth  be- 
fchrieb  die  bekannten  Arten  von  Aloö,  und  theilt 
fie  in  drey  Gattungen:  Haworthia,  mit  zweylippi- 
ger,  Gafceria  mit  gekrümmter  und  Aloi  mit  regel- 
mafsiger  iilume.  (Transnet.  of  the  Linn.  foc.  vol.  7. 
p.  8.  f.  Synopfis  plantarum  fucculttnarum,  Lond.  1  8  i  2.) 
K.  L.  Willdenow  theilte  zu  gleicher  Zeit  diefelbe  Gat- 
tung in  vier  befondere:  Rhipidodendron ,  LomatophyU 
lum,  Apicra  und  Aloe.  (Berl.  Mag.  5.  S.  \  6ö.  f.)  Aber 
G.  Fürft  und  Altgraf  zu  Salm-  Dyck  vereinigte  Api- 
cra, Haworthia  und  Gafteria  wieder  mit  der  alten 
Gattung  Aloe,  und  brachte  mit  kritifchem  Scharf- 
nnn  in  die  Synonymie  Ordnung  und  Harmonie. 
(Verzeichnifs  der  verfchiedmen  Arten  und  Abarten  des 
Gejlhlechtes  AM,  1817.  8.)  Die  Gattung  Crocui 
erhielt  einen  Bearbeiter  an  Karl  Ludw.  Goldbach, 
(Disf  Croci  hiftoriam  fiftens ,  Mosqu.  1 8 1 6.  8.)  Karl 

Geich.  <i.  Botanik.  1.  B.  »8 


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274  Siebentes  Bach.   Zweytes  Kapitel« 

Pet.  Thonberg,  Prof.  in  Upfala,  ftellte  die  Gatten, 
gen  Ixia  (i783),  Gladhlus  (17S4),  Iris  (1782), 
Moraea  (1787),  Aldi  (1785),  und  Melanthium  (1797) 
«uf.  ( Thunb\  Di&J.  acad*  vol.  2.  p.  101»  i35.  i57, 
.181.  277.  391.)  Auch  gehört  feine  Befphreibuog 
der  Gattuog  Dilatris  hieher.  (Schriften  der  Berl  Ce. 
fellfch.  Naturf.  Fr.  B.  4»  8.  42-  £■)  J°h.  Bellenden 
Gawier ,  fpäter  Ker  genannt,  theilte  die  Irideen  odet 
Enfaten,  in  zu  viele  künftliche  Gattungen,  von  de« 
nen  indefe  einige  beybehalteo  werden  müffen.  (An- 
nais o/bot.  x.  p.  219.  f.)         ^^eft'  .    , ...  :.  .... 

Die  Proteaceen  prüften  Pet,  Jon.  Sergius,  Prof. 
in  Stockholm,  (f  1790),  (S tockh.  aceuL  handL  1766, 
p.  3i6.  f.>,  und  Karl  Per.  Thunberg ,  (Disf  de Protea, 
1781.  und  in  Disf.  botan.  2.  p.  2 1 .  f.)  R.  Brown  aber 
unterwarf  die  ganze  Familie  einer  höchft  iotere {Tin- 
ten Revißon.  ( Transact.  0/  the  Liga*  foc*  voL  10.  p. 
i5—226.)  ' 

Derfelbe  lichtete  die  Contorten,  und  theihe  ße 
auf  mufterhafte  Weife  in  Gattungen.  (Transact,  qf 
the  Werner,  fociet.  vol.  1.  pk  4<>.  f»)  Fraher  (chon 
hatte  Nie*  Jof.  vom  Jacquin  die  Gefchlechtstheile  4tt 
Afklepiadeen  vortrefflich  unterfocht»  (Mifcelhut* 
aufm  1.  p.  1  —  3i.  Genitalis  AJclepiadearum  con* 
troverfa,  Vieon.  181  x»  8.)  Franz  Majfon  befchrieb 
in  einem  Prachtwerk  die  Arten  der  Gattung StopeUa, 
die  er  im  inner n  Africa  gefunden,  (Stapeliae  nopae) 
,  Lond.  1796.  fol.),  und  Nie«  Jof.  von  Jacquin  (teilte 
eioe  Menge  Arten  derfelben  Gattung,  die  in  den 
Wiener  Gärten  gezogen  worden,  meifterhaft  auf. 
(Stapeliarum  deferiptiones  figuris  coloratis  illußrwe, 
Vienn.  1806.  fol.) 

Unter  den  Zapfenbäumen  wurde  die  Gattung 
Pinus  von  Aylmer  Bourke  Lambert  in  einem  klaffi* 
fchen  Werke  befchrieben.  (A  defeription  ofthegenus 
Pinus,  Lünd.  iSo3.  fol.)    Rich.Ant.  SalUbury  (teil- 


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Fernere  Ausbildung  und  Befchränkung  des  Syftems.  275 

te  die  neuen  Gattungen:  Agathis,  Eutaffa,  Colym- 
bea  und  ßelis,  auf.  (Transact.  0/ the  Linn.foc.  vol.  8. 

p.  3o8  —  317.) 

Unter  den  Ameptaceen  zog  die  Weide  vorzüg- 
lich die  Aufmerkfamkeit  neuerer  Botaniker  an. 
Georg  Franz  Hof  mann ,  Prof.  in  Moskau,  war  der 
erfte,  der  die  deutfchen  Weiden  forgfältig  unterrich- 
te. (Hiftoria  falicum  iconibus  illuftrata,  vol.  1.  2. 
tab.  1 — 3i.  Lipf.  1785 — 1791.  fol.)  Da  fpäter 
löh,  Edw.  Smith  und  Karl  Ludw.  Willdenow  faft  zu 
\iele  Arten  aufhellten,  fo  unterwarf  W.  C.  Seringe, 
Lehrer  in  Bern,  die  fchweizerifchen  und  deutfchen 
Weiden  einer  neuen  Prüfung,  worin  aber  oft  zu  viele 
Befchränkungen  vorkommen.  (Effai  d'une  monogra» 
phie  des  faules  de  la  Suiffe ,  1 8 1 5.  8.) 

Unter  den  Primuleen  wurde  die  Hauptgattung 
von  J.  G.  G.  Lehmann  vortrefflich  bearbeitet.  [Mono- 
graphia  generis  Primularum,  Lipf.  1817.  40  Der- 
ielbe  wird  eine  Ueberficht  der  Afperifolien  liefern. 
Die  Gattung  Solanum  und  einige  verwandle  befchrieb 
M.  F.  Dunaly  Prof.  in  Montpellier ,  meifterhaft.  (Hi- 
ßoire  des  Solanum  ,   Montp.  181  5.  4-) 

Unter  denEriceen  reizte  die  Ilauptgattung  durch 
Schönheit  der  Formen  und  Farben.  K.  P.  Thunuerg> 
(Disf.  botan.  2.  p.  19D.  f.),  Henr.  Andrews,  (Engrav- 
ings  of  heaths ,  vol.  1 — 3.  Lond.  1800 — 1809. 
The  heathery ,  n.  1  —  17.  Lond.  1804 — 1807.  S.\ 
und  Joh.  Cbriftoph  Wendland,  Auffeher  des  Gartens 
in  Herrenhaufen,  (Ericarum  icones$  faic.  1  —  17. 
Hannov.  1798 —  1806.  4«)i  gaDen  treffliche  Ab- 
bildungen. 1  Fr.  Waitz,  Kammerfckretär  in  Alten- 
btirg,  ftellte  die  bekannten  Arten  zufammen.  (ße- 
fchreibung  der  Gattungen  und  Arten  der  Heiden , 
Altenb.  i8o5.  8.)  Richard  Ant.  Salisbury  aber  gab 
in  feinem  reichen  Verzcichnüs  vielen  bekannten  Ar- 
ten  ohne  Noth  neue  Namen,  und  trennte  die  Gut- 

18  • 


276  Siebeates  Buch.    Zweytes  Kapitel. 

• 

tung  Erica  in  mehrere.  (Ti ansäet,  of  the  Linn.  foc. 
vol.  6.  p.  3 16  — 538.) 

Um  die  Compofitas  erwarb  fich  Aug.  Pyr.  ßecan- 
dolle  e»n  grofses  Verdienft,  indem  er,  wie  Marian 
Lagafca  zu  gleicher  •  Zeit  gethan,  (Variedades  de  ci- 
encias ,  ann.  1.  2.),  eine  neue  Gruppe  der  Labiati- 
ßoren ,  oder  Perdicieea,  aufhellte;  Syngenefiften,  die 
Jurch  zweylippige  Dlümchen  fich  auszeichnen  und  faft 
durchgängig  in  Südarneriea  zu  Haufe  find.  (Ann.  du 
muf.  19.  p.  69.  f.)  Henr.  Caffini  machte  über  diefe  Fa- 
milie, die  er  SynantherSes  nannte,  Grundfätze  be- 
katmt,  welche  fich  fchwerlich  allgemein  anwenden  Jaf- 
fen,  da  fie  zu  fpitzfindig  find.  {Jourti.  äebot.  4.  p.  201. f.) 

Die  Cruciferae  o  ler  Siliquofen  wurden  neu  bear- 
beitet von  R.  Brown  (in  Alton  hort.kew.  ed.  2.  p.71  — 
i3o.)  und  von  Desvaux  (Journ.  de  bot.  5.  p.  1 45.  f.) 

Die  Dolden- Gcwächfe  hatte  Pet.  Cuffony  Prof. 
f  zu  Montpellier,  (^eb.  1727,  f  17S3,)  trefflich  zu 
bearbeiten  angefangen.  (Hißoire  et  mem.  de  la  foc. 
roy.  deme'dec.  a.  1782.  1785.  p.  275.  f.)  In  neuern 
Zeiten  widmeten  G.  F.  Ho/mann  (Genera  umbellifera* 
rumy  ed.  nov.  Mosqu.  1816.  S.)  und  ich  (Plantarum 
umbelliferarum  denuo  disponendarum  prodromus,  Hai. 
x8i3.  8.)  diefer  Familie  mehr  AufmerkfamkeiL 

Die  Ranunkeln  bearbeitete  J.  A.  J.  Biriay  (Hi- 
ftoire  naturelle  et  medicale  des  Renoncults,  Montpell. 
1811.  4.);  die  Poteutillen  C.  G.  Neftler ,  Prof.  in 
Strasburg,  (Monographia  de  Potentilla,  Paris  1816.4.)) 
die  Gattung  Oxalis  N.  J.  von  J acqidn  1794;  Melallo- 
ma  A.  von  Humboldt ;  Papaver  Viguirr. 

Die  Malvaceen ,  Melieen,  Paflifloren  und  Mal- 
pighien  bearbeitete  Ant.  Jof.  Cavanilles,  Prof.  zu  Ma- 
drid, (geb.  1745,  f  i8o4,)  j«  einem  unfterblichen 
Werke,  (Monadelpliiae  claffts  disjei tationes  decem, 
IMatrit.  1790.4  )  mit  298  Kupfertafeln.  Die  Ales» 
embrianthema  erhielten  einen  trefflichen  Bearbeiter 


igmzea  Dy 


Fernere  Ausbildung  und  Befchränkung  des  Syftemj.  277 

.  an  Adrian  Hardv  Haworth,  {Obfervations  an  the  ge- 
nus  Mesembryanthemum,  Lond.  i7<)4»  8.);  die  Aftra- 
galen  an  A.  P.  Decandolle  und  P.  S.  Pallas  1802. 

Die  Anordnung  und  Bereicherung  derkryptoga* 
mifchen  Familien  machte  in  neuern  Zeiten  das  Lieb- 
lingsgefcbäfft  mehrerer  ausgezeichneten  Männer  aus. 

'  Genauere  Kenntnifs  der  Farrenkrauter  verdan- 
ken wir  Jak.  Ed.  Smith,  (Mem.  de  Cac  de  Turin, 
vol.  5.  p.  4°l  —  422  )>  Ja^-  Molton ,  (Filices  Britan* 
rtiae,  vol.  1.  2.  Leeds.  Huddersheld  1785.  1790. 
4.  tab.  1 — 46.  fol.)j  Ol.  Stvartz,  (Synopfis  filicum, 
Kilon.  1S06.  8.),  und  Chrift.  Schkuhr ,  {Vier  und 
zwanzigfte  Klaffe  des  Linne" fchen  Pßanzenfyftems9 
B.  1.    Wittenb.  1809.  4«)» 

Ein  neues  Syftem  der  Moofe  fchuf  Joh.  Hedwig, 
Dach  der  Form  des  Periftoms  und  dem  Stande  der 

» 

männlichen  Blülhen.  {Fundamenta  hiftoriae  naturalis 
mufcorum  frondoforum,  vol.  1.  2.  Lipf.  1782.  4.  De* 
fcriptiones  et  adumbrationes  mufcorum  frondoforum, 
vol.  1.  2.  Lipf.  1787 — 1797-  fol.  Species  mufco- 
rum frondoforum,  Lipf.  1801.  4-)  Diefem  Syftem 
gemafs  bereicherte  F.  Schwägrichen  die  Kenntnifs 
diefer  Familie  durch  eine  zahllofe  Menge  neuer  Ar- 
ten, (ßupplementum  ad  fpecies  mufcorum,  vol.  1.2. 
Lipf.  1811.  1816.  40  Auch  Sam.  El.  von  Bridel,  {Mu- 
fcologia  recentiorum,  vol.  1 — 4«  Goth.  1797  — 
4fiSi7.  4.),  Friedr.  Weber  und  M.  IT.  Mohr,  {Deutfch- 
lands  kryptogamifche  Gewächfe,  Kiel  1807.  12.), 
fuchten,  jeder  auf  feine  Weife,  die  Kenntnifs  der 
Laubmoofe  zu  erweitern. 

Die  Jungcrinannien ,  feit  Dillenius  faft  vernach» 
Jäffigt,  bearbeiteten  Willi.  Jackfon  Hooker  {Junger- 
manniarum  icones,  fafc.  1  —  20.  Lond.  181 3.  fol.) 
in  einem  Pracht  werk  ;  Fr.  Schwägrichen  {Hißor. 
mufcorum  hepaticorum  prodromus,    Lipf.  1814.  8.) 


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fljg  Siebentes  Buch.    Zweytes  Kapitel. 

und  Fr.  Weber  (Hißon  rrwfcor.  hepaticorum  prodro* 
mus ,  Kih  i8i5.  8.)  in  kurzen  Ueberlichten;  Karl 
Friedr.  Phil.  Martius  aber  durch  vortreffliche  Dar- 
ftellungen, (Flora  cryptogamica  Erlangenßs ,  p.  127 

—  193.    Norib.  1817.  8.). 

Die  Flechten  lief«  Georg  Fr.  Hofmann  gut  ab- 
bilden. (Plantae  lichenofae ,  voi.  1  —  0.    Lipf.  1789 

—  1801.  fol.)  Erich  Acharius  aber  ftellte  ein  Sy- 
ftem  auf,  deffen  neuefte  Abänderung  befonders  fei- 
nem Erfinder  zu  grofsem  Ruhm  gereicht.  (Methodus 
lichenum^  Stockh.  t8o5.  8.  Liehe nographia  univer* 
falis ,  Gott.  1810.  4«  Synopßs  methodica  lichenum, 
Lund.  1814.  8»)  Doch  mufs  man  Henr^.  Guft.  Flor» 
ke's,  Prof.  in  Roftock ,  ganz  abweichende  Anheb- 
ten (Berl.  Mag.  B.  i,  3.  f.  80.  f.  B.  2,  i32.  212.  f.) 
nicht  vernachläffigen. 

Syfteme  der  Algen  fehlen  uns  noch.  Zwar  ha- 
ben J.  V.  F.  LamourouXy  Prof.  in  Caen,  (Disferta» 
tions  für  plußeurs  efpeces  de  Fucus,  Agen  i8o5.  4* 
und  Effai  für  les  qenres  de  la  famille  des  Thxdajßophy 
tes  non  articulSes  in  Ann*  du  muf.  20.  p.  21  —  47» 
116 — «39.  267 — 293.),  und  Joh.  Stackhoufe  (ZVe- 
reis  bricannica,  ed.  2.  Oxon.  1816.  fol.)  die  Galtun- 

4 

gen  der  Tange  aufzuhellen  verfocht;  allein  die  an- 
geblichen Unterfchiede  beruhen  grofsentheils  auf  der 
uiehrern  oder  wenigem  Ausbildung  der  Keimkörner 
und  der  eigentlichen  Früchte,  fo  wie  auf  dem  Ge- 
webe. Grofs  find  Dawfon  Turners' Verdi enfte  um 
die  genauere  Beftimmung  diefer  Familie.  (A  fynopfis 
of  the  britifh  fucL  Lond.  1802.  8,  Hifiory  of  che 
fuci.  vol.  1 — 4»  Lond.  ;i  807 —  181 1.  fol.-) 

Die  Conferven  unterfuchten  Alb.  WiJh.  Roth 
und  Vaucher  in  den  angeführten  Werken.  Lewis 
Wefton  Dillwyn  (Synopßs  of  tlie  britifh  Confervae3 
fafc.  i  — 20.  Lond.  1802.  fol.)  und  Jak.  Souterby 
(englifh  bötany)  ftellten  die  Arten  vortrefflich  dar. 


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Fernere  Ausbildung  und  Beschränkung  des  Sy f tem s. 

Um  die  Anordnung  der  Pilze  und  Schwimme 

-erwarb  (ich  Henr.  Jul.  Tode,  Prediger  zu  Pritzier  irti 
JVIecklenburgifchen,  (geb.  1700,  f  1797,)  die  gröfs* 
ten  Verdienste.  (Fungi  meklenburgenfes  felecti,  fafc. 
1.  2.  Luneb.  1790.  1791.  4-)  Früher  hatten  indefs 
Jak.  Chrift.  Schaffet*  Prediger  zu  Regensburg,  (geb. 
1718,  f  1790,)  (Fungorum  9  qui  in  Bavaria  et  Pa- 
latinatu  circa  Ratisbonam  nafcuntur%  icones,  tom. 
1  — 4.  tab.  1  — 33o.  Ratisb.  1762  1770.  4«)> 
und  Bulhard  {Herbier  de  la  France:  2de  divifion, 
1791.  fol.)  in  Prachtwerken  die  Schwämme  dargo- 
fteilt.  Job.  Ant.  Battarra  (f  1789)  hatte  die 
Schwämme  um  Rimini  abbilden  laffen.  (Fungorum 
pgri  Ariminenfis  hiftoria*  Favent.  1759.  4-)  Aug. 
Joh.  Georg  Karl  Batfchy  Prof.  in  Jena,  (geb.  1761, 
f  1802,)  hatte  treffliche  Abbildungen  der  Pilze  und 
Schwämme  um  Jena  gegeben,  (Elenchus  fungorum* 
Üb.  1  —  3o.  Hai.  1783.  1784.  4-)i  und  Theodor 
Hülmfkiold,  ein  dänifcher  Edelmann,  (geb.  1702, 
f  1794,)  die  Keulenfchwämme  in  einem  Prachtwerk 
dargeftellt,  (Beata  ruris  otia,  fungis  danicis  impenfa, 
Hayn,  1 790. fol. ).  Aber  Tode'ns  Verdienft  bleibt  der 
Verfuch  einer  beffern  Anordnung:  worin  ihm  Chrift. 
Henr.  Perfoon  rühmlich  folgte.  (Synopfis  methodica 
fungorum ,  Parif.  1801.  8.  Obfervationes  mycologU 
caey  vol.  1.  2.  Lipf.  1796.  1798.  8.)  Die  Englän- 
der, Jak.  Bolton  (Hiftory  of  funguffesy  vol.  1  -~  3. 
tab.  1  —  182.  Huddersfkld  1788 —  1791.4.)  und 
Jak.  Sowerby  (Englifh fungi  or  mufhrooms,  N.  1  — 
29.  Lond.  1799.  fol.)  gaben  treffliche  Abbildungen, 
J.  B.  von  Albertini  und  L.  D.  van  Schweinitz  entdeck« 
ten  und  befchrieben  eine  Menge  neuer  Arten.  (Con* 
fpectus  fungorum  in  agro  Nieskien ft  crefcentium,  Lipf. 
i8o5.  8.) 

In  den  neueften  Zeiten  wurden  von  dem  Frey* 
herrn  von  Straufs  die  Staubpilze  und  besonders  der 


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.•«>         ««beutet  Buch.   Zweytes  Ktpitel. 

Staubbrand,  gründlich  uoterfucht.  (Annalen 

4er,  Gefellfch.  2,  79.  f.)  Henr.  Friedr.  Link  bereitete 
ein  befferes  Syftem  vor,  und  ftellte  eine  Menge  neuer 
Gattungen  auf,  (ßerl.  Mag.  3,  1—42.  7>  ^5  — 45.), 
»nd  C.  G.  Nees  von  Efenbeck  lieferte  endlich  ein  Sy- 
ftem diefer  Familie,  welches  auf  eben  fo  feine  und 
;e  Unterfuchungen  als  auf  treffliche  Anßch« 
von  der  Entwickelung  der  Natur- Körper  fich 
gründete.  Die  neueften  Bereicherungen  verdanken 
wir  E.  M.  Fries  {Obfervationes  mycologicae ,  Havn. 
18 »5.  8.)  und  den  vorzüglichen  Beobachtern,  Guft. 
Kunze  und  J.  C.  Schmidt  {Mykologifche  Heft*,  1. 
Leipz.  1817.  8.). 


Für  die  Erweiterung  und  Berichtigung  des  Lin- 
ne fchen  Syftem«  im  Ganzen  gefchah  in  neuern  Zeiten 
ungemein  viel.  Friedr.  ßhrhurty  kön.  hannöver- 
fcher  Hotanicus,  (+  *795,)  verbefferte  mit  groiser 
Freymütbigkeit  viele  Gatt ungs  -  Charaktere ,  und  ent- 
deckte eine  Menge  neuer  Arfe>n.  (ßey träge  zur  ZV*i- 
iurkundefy  B.  t  —  6.  Hannpy;.  1787  —  179a.  8.) 
Diefelben  Verdien fte  erwarben  . fich  Anders  Job«  Re» 
tzius,  (Oblervat.  bot.  fafc.  •  t-6.  Lipf.  4771  T"  l79*- 
foi.),  Albr.  Wilh.Äo**,  {Bey träge  zw  Botanik,  Tb. 
1.2.  Bremen  1782.  1785.  8.)»  und  ganz  vorzüglich 
Chrift.  Schiuhr  in  feinem  boianifchen  Handbuch,  Tb« 
i  —  5.  YYitrenb.  1791  -p- i8o3.8.,  mit  faft  5oo  Ku* 
pfertafeln.  Ohne  im  Gatzen  von  Linne«  Syftem  ab- 
zuweichen, prdfte  er  die  Gattungs -Charaktere  der 
bekannteren  Pflanzen  auf«  forgfältigfte,  und  ^teilte 
fie  richtiger  dar,  als  bisher  gefchehen  war. 

Nicht  fowohl  FreymOthigkeit,  als  leidenfcbaft. 
liehe  Parthevlichkeit  leitete  Friedr.  Kafim.  Ale- 
dicus,  pfälzifcben  Botanicus,  dann  Auffeber  des 
Gartens  zu  Sc  h  wezin  gen,  (geb,  1736«  f  1808,)  in 


VSe^  .  Digitized  by  Google 


Fernere  Ausbildung  undBefchränkung  des  S  yftems .  Mi 

t 

feinen  Berichtigungen  des  Unne'fchen  Syftems :  doch 
kann  man  nicht  läugnen,  ,dafs  er  manche  Wahrheiten 
von  Bedeutung  gelehrt.  (Botanifche  Beobachtungen? 
'Th.  i.  2.  Mannheim  1783.  1784.  8.v  Ueber  einig? 
künftliche  -  Gefchlechter  aus  der  Mal  wen  -  Familie, 
Mannt)«  1787,  8.  thäofophifqne  Botanik,  Th.  1.  2, 
Mannh,  1789.  1791.  8.  Kriti/che  Bemerkiu.gen  üf>er 
Gegenftände  aus  der  Pflanzenkunde,  St.  1  —  3.  Mannh, 
•1793.8.)  v  ,f 

r  .Moritz  Balthaf.  Borkhaufen  zu  Darmftajt,  (Ten* 
tarnen  djspofitionis  plantqrum  Germaniae ,  feviiniferof 
mm,  Paroift.  1792.  8.),  upo1  Jton r.  Afo/uA,  fjrof; 
zu  Marburg,  (geb.  1744>  f  i8o5,)  erneuerten,  g*a? 
Glediifchitche  Syftern  Juvvom  Stand  der  Staubfaden  ^ent,- 
lehnt,  und  erweiterte«  flaffelbe,  indem  jener; den 
freyep  Stand  oder  Vfrwach fang,  diefer-  die  Einfügung 
der  ^aubfäden  in  die  Nefc^arien  {Paranetaloftemones^ 
die  abvyechfelode  Stellung  auf. dem  Kelch  und  der 
CorcJJe  {Ailqgoftemones) ,  fogar  die  Einfügung  auf 

dem  Stigma  als  Gru^iddej^  Ein  th  eilung  anfab.  (Äf$ 
thodus  plantas  horti  botanici  et  agri  marburgenßs  9 
Jtaminum  ßtu  defcribendiy  Marb.  1794*  Wiij» 
wohl  rliefe  Eintheilung  nicht  immer  der  Natur  ge- 
xnäfs  ift,  fo  hat  doc£  Mönch  da3  grofte  Verdien!^ 
eiaeMenge  Gattung«-  Charaktere  berichtigt  und  neua 
Gattungen  beftimmt  zu:  haben.,  So  verdanken  wyr 
ihm  die  Abtheilung  der  Valeriana  und  Fumarja,  des 
Ciftus  und  Polygonura  in  mehrere ,  der  Na,tur  gem%» 
feej:  Gattungen.  ,  TVi  > 

Die  Linne'fchenfyecto  jtlantarum  gab  nach  dem 
Tode  des  grofsen  Mannes  zuerlt  Jcjh^  )mc.>  Richard, 
Arzt  zu  Frankfurt  am  Main,  (gebt  i7<4ß»  t  17^9'^ 
heraus.  (Syftema  plantarum ,  edit.  novißma,  P.  1  — 
4.  Frqf.  1779»  1780.  8.)  Doch  ift  hier  nichts  wei- 
ter gefchehen,  als  dafs  der  lohalt  von  J'inne's  Maoy 
iifjen  in  4ie  ältere  Ausgabe  der  Spe^ie^  Aufgenommen 


1 


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*ga  Siebentes  Buch.   Zweytes  Kapitel.  ' 

worden.  Berichtigung  der  Charaktere,  Bereicherung 
der  Gattungen  durch  neue  Arten,  oder  nur  genaue 
Durchficht  der  Synonymie,  alles  dies  war  von  diefecn 
Herausgeber  nicht  zu  erwarten.  Einen  Auszug  aus 
den  Speeles  plantarum ,  mit  neuem  Entdeckungen 
bereichert,  gab  Joh.  Andr. Murray 9  Prof.  in  Göttin* 
gen,  (geb.  1740,  f  1791>)  unter  dem  Titel:  Syfte» 
ma  vegetabilium ,  ed.  i3.  Gött.  1774.  8.  und  ed.  t4- 
1784.  8.  ' 

Eine  vollftSndige  Gefcbichte  aller  bekannten 


mm 

7 

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( Natuurlyke  hißorie,  oft  uit  vorige  bejehryving  der 
dieren,  planten  en  mineraalen,  D.  2.  Stuk  1  t4* 
Arnft.  1774  t~  1783.  8.  Ueberfetzt  von  Chrijtmann 
und  Panzer,  Th.  1  —  14.  Nürnb.  1777—  1*788. 
8.)  Diefe  Arbeit  erhält  ihren  vorzüglichen  Werth 
durch  Sammlung  aller  Nachrichten,  die  von  jeder 
Pflanze  bekannt  find,  fo  wie  durch  mehrere  Abbil- 
dungen neuer  oder  feltener  Oewachfe,  worunter- 
Vnanche  noch  nicht  hinlinglich  aufgeklärte  aus  In* 
dien,  Japan  und  vom  Kap  find, 

Fulgehtius  Vitmann  9  ein  Geistlicher  In  Italien» 
fetzte  die  Murrayfche  Ausgabe  des  Syfiema 
bilium  fort,  doch  gab  er  bey  vielen  Pflanzen 
kurze  Befchreibungen »  und'  es  würde  feine  Arbeit 
gnehr  Beyfall  gefunden  und  Nutzen  geftiftet  beben, 
wenn  er  einer  ausgebreiteter*  Kenntnifs  gehabt  hätte. 
{Summa  plantarum ,  ijuae  hactenus  innoluerunt  % 
1  ~     'Medial.  1789  —  1792.  8.) 

Denfelben  Vorwurf  mufs  man  der  Ausgabe 
chen,  die  Joh.  Priedr.  Gmelin,  Prof.  in  Göt  ringen, 
von  dem  Syjtema  vegetabilium,  P.  1.  a.  Gott.  1791» 
8.,  beforgte.  Zwar  ift  nicht  zu  läugneu,  dafe  er  oft 
glücklich  genug  die  Gattungen  unrerfchieden.  Al- 
lein es  war  vorat!S2ufehn,  dafe  diefeibe  Pflanze  un- 


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Fernere  Ausbildung  fand  Beschränkung  de*  S  y  f  t  ems.    s 8 3 

ter  mehr  Namen  an  v'e^iVderien  Orten  vorkoro* 
men  wtffde,  Wie  DrydMet,  baoptfi^hlich- (Wrch 
Vahl's  und  Swartz'es  Bemerkungen  belehrt,  aus  ein* 
ander  gefetzt  bat#  (Transact.  of  the  Linn»  foc.  vol.  2. 
f.  aitf.'rV)  Eint  ähnliche  Kritik''  erfchien  von  Job, 
Bapt.  LoMihk-  {  Ja.  de  la  ßt,  d'hifi.  Hai.  de  Paris, 
iornJ  1.  p.  81.  f.),  und  Von  Franz Wim.  Schmidi, 
( Samml.  phyßkaL  Au/fiLetie*  B.  1 .  18 5;  f . ) .  *  .Ättc  h 
fcmd  es  wenig1  Bey  fall ,  dafsGmelin  ,  nach  Thun tteirg'fc 
Vorgatrgy  das -blofse  Zahlen  ^V^rhältiOfs  zum  Or ort- 
de  legte;-  ond  2.<B.  eye  Orchideen  wr  Weyten"  Klaf- 
fe zog,  dagegen  dite  Didynamiften  uno*  Tetradyna* 
miften  beybebielt»  V  .  "»«»»•V .  * • «  ?  '  '  ' 
V"-  Einige  Jttrre  fpäter  fitfg  Karl  fcudw.  Wüldonot», 
Prof,  in  Berlin?  ^ebv  i7S5;  t  »*»-^)  in,  die^«=- 
ciej  plantarum  zu  bearbeiten.  Es* erfchien en  zehn 
Bände  diefes  WeVkes^iiM»1  1^97  bfa  r#i  o,  Welche 
bis  ^u  den*  TOrtenkräutern  ziemlich  alles  umfa Tfen , 
was  bis  dahin  von  Pflanzen  bekannt  war.  SÄ*  fcbStz* 
Bär  ift  der  Fleifs,  wcmilt^dcr  Verf.  zufammengp tra- 
gen, noch  mehr  fein  SchfaMfinn  und  feine  richtig^ 
Beurtb  eilung  u%r  B*  o  H  a  c  h  t  ungern  An  derer ;  aber  mehr 
ihPWnes  bewundert  man  den'  Beichthut*  an  neuen 
"Äftön,  die  die^etlteh  drey  bis  Vier  Binde  enthalten. 
Dagegen  hat  man-  mit  Recht  ■  getadelt ,  dafs  der  Vf. 
zu  genau' dem  LfnneYchcrn  Syftem  anhängt ,  auch  foV 
gsr*  dfi  Polygämie  nocli  weiteT  msrfebnt  »"ftk'ld**"  Uin 
hebe*'  jene*  gy  Remt ;  dafs  er  die  vorgefondeiieri  Öfo^ 
raktere  w«*nig  verbeifert,  dafs  feine  Synonymik gN|V 
fsetrtheils  abgefchrieben  oder  übel  gewählt  ift,  Ob* 
\vifs  hätte  t*t*h4*ls  ein  DrittheÜ^des  Raums  er fpak 
Werden  könnefiy !^Md  W.  'nehmte  Anführtfng  d« 
Synonyme  auf  die  nothwendigften  befchränla  hätte/. 

Wichtiger  noch  und  rühmlicher  war  die  Arbeit, 
Wrin  Martin  Vähl9  Prof.  zu  Kopenhagen,  (geb. 
»749,  t  i«o#y  durch  den  Tod  unterbrochen  wuf 


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284  Siebentes  Back    Zwey tes  Kapitel. 

de.  Im  Bcfitz  einer  der  reichften  Pflanzen  •  Samm/ti Il- 
gen, hatte  er  auch  von  feinen  Reifen  durch  das  füof- 
J ich e  Europa  und  die  Barbarey  eine  fo  gründliche 
Kenntnifs  der  Pflanzen  mitgebracht ,  und  war  mit  To 
fcharfem  Blick  und  fo  richtigem  Unheil  begabt,  daCs 
feine  Enumeratio  pJantarum,  vol.  1.  2.  Hava.  1804. 
i8o5.  8.,  hätte  er  lie  vollenden  können,  ungemein 
weit  brauchbarer  als  Willdenow's  Ausgabe  gewefen 
wäre.  So  aber  enthalten  die  beiden  Bände  nur  die 
Pflanzen  bis  zur  zweyten  Ordnung  der  dritten  Klaffe. 

Verdienftlich  ift  die  Ausgabe,  welche  Chrift. 
Henr.  Perfoon  von  dem  Syftema  vegetabilium  unter 
demTitel:  Synopfis  plantarwn ,  vol.  1. 2.  Parif.  i8o5. 
1807.  12.,  beforgte.  Durch  Zu fammen tragen  aller 
neuem  Entdeckungen  der  Franzofen  und  Spanier, 
wie  durch  Hinweifung  auf  natürliche  Verwandtfchaft 
und  durch  Verbefferung  mancher  Gattungs  •  Charak- 
tere ward  diefe  Ausgab^  eben  fo  brauchbar,  als  durch 
die  Zufammendrängung  auf  einen  engen  Kaum. 

Diefe  fpärern  Bearbeiter  machten  es  fich  zum 
Gcfetz,  der  Frucht  und  ihren  VerfchLedenheitea 
mehr  VVerth  beyzulegen,  als  Linne  gethan.  Daher 
natürlich  die  Gattungen  vervielfältigt  wurden.  Doch 
kann  man  nicht  fagen  ,  dafc  wir  im  Verhältnifs  mehr 
Gattungen  hätten  als  Linne,  weil  die  Zahl  der  Arten 
weit  mehr  zugenommen.  Denn  viele  Linne'fche  Ab- 
arten haben  wir  aJs  wahre  Arten  kennen  gelernt. 
Wenn  Linne  in  der  zweyten  Ausgabe  feiner  Species 
7040  Arten  und  1260  Gattungen  aufftellte,  fo  hatte 
Perfoon  (die  letzte  Klaffe  nicht  gerechnet)  vor  zehn 
Jahren  etwa  22000  Arten  und  2280  Gattungen.  AI- 
fo  kommen  10  Arten  auf  eine  Gattung,  da  bey  Lin- 
ne nur  6  Arten  zu  einer  Gattung  f  ehören.^ 

In  der  letzten  Zeit  erfchien  der  Anfang  der  Aus- 
gabe, die  Job.  Jak.  Römer,   Prof.  in  Zürich,  un 
Jof.  Aug.  Schultest  Prof,  in  Landshut,  von  dem  Sj 


Fernere  Autbildung  und  Befcbrtnkung  dei  Syftetns.  285 

» 

ßetna  vegetabillum,  vol.  1.  Tubing.  1817.  8.,  be* 
forgten.  Möchte  man,  wie  den  FJeifs  Im  Zufam- 
roeotragen ,  Co  auch  die  richtige  Beurtheilung  rüh- 
men körnten! 

s 

Drittes  Kapitel. 

-    -  «   >  '  » 

■ 

Neuere  Verfuche,  die  natürlichen  Ver* 
-  wan  dtfchaften  der  Pflanzen  metho- 

difch  abzuhandeln. 

t)le  Ueberzeugung,  dafs  jedes  künftlfche  Sy* 
ftem,  wegen  Einheit  des  Princips,  fich  von  der  Na- 
tur entfernen,  und  dafs  das  höchfte  Streben  des  Bo- 
tanikers dahin  gehen  niüffe,  die  natürlichen  Ver- 
wandtfchaften  2u  erforfchen,  drängte  fich  fcbon  dem 
ttnfterblichen  Linne  in  dem  Grade  auf,  dafs  er  im 
Jahr  1738  (Clajfes  plant,  p.  487.)  die  wahren  Grund- 
sätze der  natürlichen  Methode  aufftellte.  Nicht  ein 
Thei)  allein  könne  die  Norm  der  Eintheilung  aus- 
machen, fondern  es  komme  auf  Uebereinftimmung 
aller  TheiJe,  vorzüglich  aber  auf  die  Befchaffenheit 
der  Frucht  und  der  Tbeile  des  Saamens,  felbft  auf 
die  läge  des  Embryons  an.  Das  fah  der  grofseMann 
fo  lebhaft  ein ,  dafs  er,  wie  Gijeke  (praelect,  in  ord. 
na*,  p.  xxxvn.)  bezeugt,  fchon  1771  ein  neues  Sy- 
ftem  nach  der  Frucht  zu  errichten  vorhatte,  und 
mehrmals  Vorlefungen  Ober  natürliche  Familien  hielt, 
worin  gleichwohl  nur  die  Oberfläche  der  Verwandt* 
Schäften  berührt  wurde»  Aber  felbft  in  feinem  kün Ir- 
lich en  Syftem  hellte  er  gern  die  Gattungen,  nach 
natürlichen  Verwan dtfchaften  zufammen:  daher  fo 
viele  Monadelphiften  unter  Diadelphifteo  vorkom- 
men. Seine  Nachfolger  ahmten  ihm  hierin  naoh* 
Und  warfen  unter  andern  die  Monogamie  au$  derSyii- 

gtnefie  in  andere  Klaffen;  überzeugt,  dafs  zum  Be- 

* 


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a8Ä  •    ..  Siebentes  Bach.   Drittes  Kapital,  i 

griff  der -Syngenefie  auch:  dje  zu(am,mengefeUte  Be~ 
fehaffenbeit  der  Blume  gebore.  Ja  Jak.  Edw.  Smiih 
äufserte  lieh  zuerft  1797  (prrface  to  englißv bot.  voL 
7.  p.  iv.  v.)  Ober  die  unnatürlichen  Klaffen  der  Mo« 
nöcie,  Diöcie  und  Polygamie  dahin,  dafs  die  Difcli« 
nie  nur  angenommen  werden, muffe,  wenn  wirklich« 
Verfchierlenbeit  wefentlicher  Theile  mit  der  Tren- 
nung der  Gelchlecbter  verbunden  fey.  Dies  führte 
er  18,14  umftämliicber  und  überzeugend  auf.  (fftfro- 
duet.  tö  fyß*m.  et  phyfioL'  botafiy>  ed.  3.  p.  357«) 

Aber  in  Frankreich,  wo  das  Linne  fc he  Svftera 
nie  bedeutenden  Eingang  gefunden,  wurden-  zum 
Theil  glänzende  Verfucbe  gemacht,  die  natürliche 
VerwanHtfchaft  der  Gewach fe  methodifch  darzuftel« 
len.  Der  erfte,  welcher  fich  durch  fo leben  Vem 
ftich  auszeichnete,  war  Mich.  Adan/on,  Akademiker 
zu  Paris,  (geb.  1725,  f  1806,}  ein  geiftr eicher, 
kühner,  aber  das  Seltfame  liebender  Sch riftft eilet  1 
•in  grofser,  fcharfßnniger  Beobachter»  der  durch 
feine  Reifen  und  feinen  Aufenthalt  am  Senegal  fei* 
zie  feurige  Liebe  zur  Natur  hinlänglich  beurkundet« 
Familles  des  planees,  Paris  1763.  8,  vol.  1.2.,  iffc 
der  Titel  eines  der  Unfterblichkeit  würdigen,  doch 
wenig  benutzten  Werkes,  worin  Adanfon  feine 
Grundfätee  darlegt  und.  die  natürlichen  Familien 
felbft  aufhellt.  Er  nimmt  die  Merkmahle  der  Fami* 
lien  von  allen  und  jeden  Theilen  her,  und  grnppirt 
die  Gattungen  fo  trefflich  zufammen,  dafs  viele  fei- 
ner Familien  noch  jetzt  beftehn  und  immer  beftehn 
werden.  Die  Gattungen  felbft  hebt  er  aus  denen 
Arten  aus,  die  fich  durch  wefentliche  Merkmahle 
auszeichnen,  ohne  fich  auf  ßeftimmüng  der  Arten 
einzulaffen:  denn  umftändlich  fucht  er  zu  beweifen» 
dafs,  was  wir  Arten  nennen,  keinesweges  unveran* 
derliche  Formen  feyn«  Marchant's  Beobachtung  von 
der  Ausartung  der  Mcrourjalis  annua,  die  im  erftea 

j  -  1 


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m  Natürliche  Methoden,  2Ä7 

Jahr  haarförmJge,  darauf  gefcblitzte  Blätter  hervor- 
gebracht, {jmcnu  de  Vac.  de  Paris,  1 7 1 9.  p.  77.  f.  1 769. 
p.  084.  f.),  und  J.  G.  Gmelin's  Bemerkung  von  der 
Vermehrung  der  Formen  der  perennirenden  fibiri- 
fchen  Deipbinien,  (Gmelin  de  novo  plantarum  exor* 
tu,  Tubing.  1749.  S.)>  mufs  ihm  zur  Betätigung  fei« 
©er  Meinung  dienen.  So  entftehn  mehrere  Baftarcle. 
Aber,  folche  Arten,  die  wirklich  unveränderlich© 
Merk  mahle  wefentlicher  Theile  zeigen,  fahrt  er  als 
eben  fo  viele  Gattungen  auf.  So  macht  er  aus  der 
Linne'fchen  Gattung  Polygonum  folgende  Gattungen: 
i#  Tovara  (Perficaria  Virginia  na  Morif.)>  2.  Perßca* 
ria  ,  5.  Polygonum,  4»  PcLllopia  (Fagopyrum  Sloan.)> 
5.  Bißorta.  Die  Benennung  der  Pflanzen  ift  nun  bey 
ihm  ganz  willkührJich ,  befonders  liebt  er  die  ur- 
sprünglichen, barbarifchen  Namen.  Statt  Gomphre- 
na  L.  fetzt  er  Coluppa  hört,  malab. ,  ftatt  Scoparia 
L. ,  Kreidax  fenegal.  So  fteht  Draba  verna  bey  ihm 
unter  dem  Namen  Gansblum.  Grimmiä  apocarpa, 
Phafcum  fubulatum  und  Dipbyfciuin  foliofum  fafst  er 
unter  dem  Namen  Green  zufammen.  Die  ausgezeich* 
rieten  Arten,  welche  Aehnlichkeit  mit  andern  ha* 
ben,  belegt  er  mit  zufammengefetzten  Namen,  {dpa» 
rine*Rubia,  Jparine> Mollugo).  So  f teilt  er  acht 
und  fünfzig  Familien  auf,  die  aber  durch  kein  ge- 
mein fcbaftlich es  Band  zufammenhängen.  Ueberall 
bewundert  man  indefs  den  Reichthum  eigener  Beob* 
achtüngen,  welche  fich  auch  auf  die  feinften  Theile 
der  Frucht,  'des  Eyweifskörpers  und  der  Kotyledo- 
nen erftrecken.  Die  Nachkommen  nähren  fich  von 
den  hier  aufgehäuften  Schätzen ,  oft  ohne  der  Quellt» 

zu  erwähnen.  ..v    ,  ua^t.V :^-»^/>er.Niif» 

„.^>  Weniger  bedeutender  VerXuche,  eine  natürlich* 
Methode  zu  erfinden,  müTfen  wir  noch  erwähnen  J^i 
Georg  Chrift.  von  Oeder,   Stiftsamtmann  und 
.  Landvoigt  in  Oldenburg,  (geb.  1728,  f  1791») 


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28*  Siebentes  Buch.   Drittes  Kapitel.  * 

gründete  in  feinen  Elem&ntis  bötanices,  Havn.  1764. 
o.,  eine  natürliche  Methode,  die  wenigftens  das 
Verdieoft  der  Einfachheit  hat,  ,wenn  fie  gleich  nicht 
auf  aJle  Pflanzen  -  Gattungen  angewendet  werden 
kann.  Aaf  die  Monokoryiedonen  folgen  die  Amen- 
taceen,  auf  diefe  die  Incompleten,  rfie  Calycicarpae, 
die  Calycantbemae,  wozu  die  Rofaceen,  die  Mono« 
petalae  ( Afperifolien,  Labiaten  und  Ericeen),  die 
Offenbarden  Rofaceen  vorangebn  mufsten ,  und  end* 
lieh  die  Polypetabe. 

Auch  Henr.  Job.  Nepom.  Crantz  verfuchte  fich 
in  einer  ähnlichen ,  ganz  unvollftäncfigen,  Metbode. 
(Infiitut.  rei  herbariac,  vol.  1.  2.  Vienn.  1766.8.) 
Sie  ift  eine  Wiederholung  der  altern,  von  Morifon 
Und  Ray.  Ein  gleiches  gilt  von  der  Anordnung,  die 
Joh.  Hlll%  Arzt  tu  London,  (f  l77$>}  »0  feinem 
grofsen  Prachtwerke  machte.  (  The  vpg* table  fyftem, 
vol.  1  —  26.  Lond.  1759  —  1775.  foJ.) 

Andere  Verfuche  verdienen  kaum  der  Verget» 
fenheit  entriffen  zu  werden. 

Nach  den  Blättern  die  Pflanzen  zu  ordnen,  die- 
fe feltfame  Idee  führte  Franz  ßoiffier  de  Sauvages, 
Prof.  in  Montpellier,  (geb.  1706,  f  1767J  au«. 
Methodus  foliorum9  Hag.  Com.  1751.  8.,  ift  der  Ti* 
tel  der  Schrift.  Er  fäogt  von  den  aphyllis  an:  dann 
folgen  die  catfpieiciae,  mit  blofsen  Wtirzelblättern : 
hierauf  die  mit  fch malen,  danq  die  mit  breiten  Blatt* 
fern,  welche  zerftreu t  ftehn:  ferner  die  mit  entge« 
genftehenden,  mit  wirbeiförmigen ,  gefingerten,  ge- 
fiederten ,  zufammengefetzten  und  gefchlitzten  Blät- 
tern. Wie  wenig  diefes  Syftem  gültig  feyn  könne, 
fieht  auch  der  Anfänger  ein. 

Eben  fo  wenig  verdienten  Jak.  Wernifckek's  Ge~ 
nera  plaritarum,  Vienn.  1764.  8.,  eine  rühmliche 
Erwähnung,  da  hier  das  Rivihifche  Syftem  blofs  wie- 
derholt wurde. 


1 


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Natürliche  Methoden.  289 

Auch  Joh.  Ant.  Scopoli,  Prof.  zu  Pa via,  dann 
Bergarzt  zu  Iclria,  (geb.  i?23;  f  1788,)  war  in  Er* 
richtung  eigener  Syfteme  nicht  glücklich.  Sein  Me* 
thodus  plantarum,  Vienn.  1754.  4«>  enthält  blofs 
das  Corolhften -Syfrem :  und  in  feinen  Fundamentis  ' 
botanicis,  Par.  1783.  8.,  ftellt  er  zwar  natürliche 
Familien,  aber  ohne  gemeinfchafrliches  Band,  und 
init  dem  jeder  Familie  zugetheilten  Namen  eines  be- 
rühmten Botanikers,  auf.  So  werden Dillenii  mujboi* 
deae,  Tour ne for Iii  afperifoliae ,  Halleri  perfonatae 
genannt.  Aber  im  Annus  IV.  hiftorico-  naturalis ,  p. 
48.  f.,  giebt  er  eine  gründliche  Kritik  des  Linne' - 
fchen  Syftems ,  die  voll  trefflicher  Bemerkungen  ift. 

Die  Ruckficht  auf  die  Frucht  erfcbien  immer 
oothwendiger.  Schon  David  Aleefe  prüfte  die  we* 
Tentlichen  VerfchieJenheiten  der  Kotyledonen  und 
ihrer  Verbindung  mit  dem  Embryon.  Er  fah  beytn 
Keimen  der  Palmen  und  der  Coronarien  die  Seiten  - 
Verlängerung  des  Embryons,  die  fach  erft  in  eine 
Knolle  verdickt,  ehe  das  PHänzchen  daraus  entfteht. 
Aber  er  unterfchied  den  Ey weifskÖrper  noch  nicht 
deutlich  von  den  Kotyledonen.  (Plantarum  rudimen» 
ta>  u.  1.2.  Leeuward.  1763.  4-) 

Dem  unfterblichen  Jof.  Gärtner ,  Arzt  zu  Calw 
im  Würtembergifchen  ,  ein  Jahr  lang  Prof.  in  Peters- 
burg, (geb.  1732,   f  179  »>)  war  es  aufbehalten, 
Licht  in  diefe  Materie  zu  bringen,  und  fo  eine  Re- 
form in  'der  Botanik  vorzubereiten,  die  der  Wiffen- 
fchaft  den  größten  Gewinn  bringen  mufste.  Sein 
Werk:  De  fructibus  et  feminibus  plantarum ,  vol.  if 
2.  Stuttg.  1788  —  179».  4»  mit  *8o  Kupfertafeln, 
ward  fchon    1769  in  Petersburg  angefangen,  und 
fein  Sohn  Karl  Friedrich  fetzte  es  fort.  (Supplemm* 
tum  carpolögiae,  Lipf.  i8o5.  4«  Taf.  i8j  —  225.) 
Sein  dreymaliger  Aufenthalt  in  England,  feine  Ver- 
bindungen mit  den  erften  ßotauiften  feiner  Zeit  und 
Geich,  d.  Bouoik,   1.  B.  19 


- 


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apo  Siebentes  Buch«    Drittes  Kapitel« 

« 

feine  Fertigkeit  im  Zeichnen   machten  1ha  ehe« 

fo  gefebickt  zur  Ausführung  des  grofsen  Zwecks % 
eis  fein  unübertrefflicher  Eifer  für  Wahrheit,  fein 
genauer  Beobacbtungsgeift  und  fein  Scharf  Gen  im 
Unterfcheiden  der  Merkmahle.      Wohl  hatte  die 
Akademie  der  Wiffenfchaften  in  Paris  Recht ,  wenn 
fie,   bey  ßeurtheilung  der  Schriften,   die  der  Wif- 
fenfehaft  in   neuern  Zeiten   den  meiften  Gewinn 
gebracht ,   dem  Gärtner'fcben  Werke  den  zweyten 
Platz  anwies.      Denn  wenig  neuere  Schriften  ent- 
halten einen   folchen  Reichthum  eigentümlicher 
Ideen  und  trefflicher  Beobachtungen :  in  wenigen  find 
fo  viel  lrrthümer  berichtigt  und  der  Weg  zu  fo  vie- 
len wahren  Verbefferungen  gebahnt,   als  im  Gärt- 
ner'fcben.   Wenn  man  noch  nach  Jahrhunderten  aus 
die  fem  Werke  lernen  wird,  fo  wird  man  auch  dank- 
bar geftehn,    dafs  das  wohlthätigfte  Licht  für  die 
Wiffenfchaft  von  ihm  ausgegangen^  ^  .«,%T   :\  >r*''* 
Gärtner  hatte  die  Früchte  von  mehr  ais  taufead 
Pflanzen  -  Gattungen  zergliedert,  die  Verfchiedenhei* 
ten  ihres  Baues  bemerkt,  und  war  dadurch  znr  Eni» 
deckung  des  übereinftimmenden  Baues  in  natürlichen 
Familien  gekommen ,  welche  ihm  den  Weg  zur  An- 
nahme gewiffer  leitender  Grundfätze  bahnte,  die  er 
in  den  Vorreden  zu  den  beiden  Theilen  feines  Wer- 
kes darlegt.    Es  ift  befonders  der  Unterfchied  der 
lebten  Saamen  und  der  Keimkörner,  von  welchem 
Gärtner  ausgeht,  und  den  er  zuerft  vortrefflich  ans 
einander  fetzt,      Bey  unvollkommenen  Gewächfen 
nämlich,   denen  doppelte  Gefcbiechtstheile  fehlen, 
bilden  fich  auch  keine  wahre  Saamen»  fondern  nur 
durch  Zufammendrängen  der  Maffe,  Keimkörner  aus, 
denen  die  Theile  des  Saamens  fehlen.    Diefe  finden 
fich  allein  bey  den  Pilzen,  Algen,  Lichenen  urvl 
JYloofen.     Wahre  Saamen  theilen  fich  wieder  ab, 
nachdem  fie  unentwickelte/ Embryonen  oder  eniw 


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Natürliche  Methoden«  39s 

ekelte  haben.   Jene  enthalten  gröfstentheils  Eyweifs- 
körper  (albumen),  oft  auch  einen  Stellvertreter  der 
Kotyledonen,  den  Gärtner  Dotter  (vitellus)  nann- 
te, und  deffen  merkwürdige  Verfchiedenheiten  bey 
den  Gräfern  und  Scitaminen  er  zuerft  aufdeckte.  Bey 
den  rarrenkräutern  glaubte  er  den  ganzen  Saamen, 
als  aus  Dotter  beftehend,  annehmen  zu  m offen.  Er 
zeigte,   dafs  mit  der  Entwicklung  des  Embryons 
und  dem  Vortreten  der  Kotyledonen  der  Eyweifs- 
körper  fich  verzehre ,  und  gröfstentheils  in  die  Le- 
derhaut übergehe.    Doch  hatte  das  letztere  fchon 
Malpigbi  forgfältig  beobachtet.  (S.  17.)  Gärtner 
zeigte  die  Unterfchiede  der  Keimgrube,  des  Keim- 
ganges und  des  Hagelflecks  (chalaza),  die  Art,  wia 
die  Entwickelung  mancher  fogenannten  Monokoty- 
lerionen erfolgt;   er  nahm  wirklich  mehr  als  zwey 
Kotyledonen  beym  Nadelholz  an.     Er  zeigte  den 
Unterfchied  der  Bildung  und  des  Baues  unbefruch- 
teter Eyerftöcke*  unvollkommener  und  vollkomme- 
ner Saamen.     Vorzüglich  nahm  er  zuerft  auf  die 
Richtung  des  WürzeJchens  Rückficht,  um  daraus 
Familien*  und  Gattungs- Charaktere  zu  entlehnen. 
Mehrere  Familien  bearbeitete  Gärtner  mit  befonderer 
Vorliebe,    und  diefe  haben  unftreitig  am  m elften 
'durch  feine  Unterfuchungen   gewonnen,   wie  die 
Compofitae,   die  Palmen,   die  Rubiaceen,  Caryo- 
phylleen  und  Siliquofen.     Ueberhaupt  aber  lehrt« 
Ihn  die  forgfältigfte  Unterfuchung,  dafs  viele  Fami- 
lien fich  hauptfächlich  durch  die  Lage  des  Embryons» 
durch  die  Richtung  feines  Warzelchens,  durch  die 
Form  der  Kotyledonen  und  des  Eyweifskörpers  un- 
terfcheiden.    Darum  trennte  er  z.  B.  die  Malvaceen 
von  den  Geranien  und  Tiliaceen ,  mit  denen  fie  von 
Xinne  und  andern  verbunden  worden  waren.  So 
fah  er  bey  Melampyrum  und  Pedicularis  den  Embryo 
in  verkehrter  Stellung  an  der  Spitze  des  Ey  weifaköc- 


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£92  Siebentes  Buch.   Drittes  Kapitel« 

»  4  •       •  '  r  « 

pers,  da  doch  bey  den  Scrofularinen  der  Embryo 
aufrecht  fteht.  Daher  jene  eine  eigene  Gruppe,  die 
Rhinantheen,  bilden. 

Höchft  intereffant  ift  feine  Ueberficht  der  Gat- 
tungen nach  der  Bildung  der  Saamen,  die  er  in  der 
Vorrede  zuni  zweyten  Theile  giebt.  Dafs  hier  und 
da  lrrthQmer  vorkommen;  dafs  Gärtner  z.  ß.  dem 
Butomus  den  Eyweifskörper  abfpricht ,  der  ihm  doch 
zukommt;  bisweilen  auch  die  Zahl  der  Gattungen 
ohne  Noth  vervielfältigt,  das  6nd  unbedeutende 
Mängel,  die  bey  der  überwiegenden  Vortrefflichkeit 
yerfchwinden. 

Auch  wurde  diefe  allgemein  anerkannt:  leider 
in  Deutfchland  fpäter,  als  in  Frankreich,  wo  man 
durch  Adanfon  fchon  mehr  vorbereitet  war.  Nie- 
mand aber  verftand  die  grofsen  Verdienfte  Gärtner's 
beffer  zu  würdigen,  als  der  Verwandte  feines  Gei- 
ftes,  der  treffliche  Anton  Lorenz  vonJuJjßeu,  Prof.  zu 
Paris.  Wir  nennen  ihn  fpäter  als  Gärtner,  weii  Juf- 
fieu's  Syftem  zwar  früher  vorbereitet  war,  aber  Gärt- 
ners Arbeiten  doch  älter  find,  als  Anton  Lorenz  fein 
Syftem  ausbildete,  und  fein  Werk  um  ein  Jahr  fpäter 
erfchien ,  als  der  erfte  Theil  von  Gärtner's  Buch. 

Bernard  von  Juffieu^  AntonV  Bruder  und  des 
noch  lebenden  An,ton  Lorenz  Vaterbruder,  warder 
eigentliche  Gründer  des  Syftems,  welches  fein  Neffe 
finnreich  und  herrlich  ausbildete.  Zu  Paris  1699 
geboren,  ward  er  Prof.  in  feiner  Vaterftadt,  und 
Auffeher  des  kön,  Gartens  zu  Trianon,  und  ftarb 
1777.  Im  Garten  zu  Trianon  machte  er  auch  die 
erfte  Probe  einqr  neuen  Anordnung,  deren  allgemei- 
nes Princip  zwar  die  Bildung  des  Saamens,  und  das 
Dafeyn  oder  die  Abwefenheit  der  Kotyledonen  war; 
aber  deren  Unterabtheilungen  von  dem  verhältnifs- 
mäfsigen  Stande  der  Staubfäden  entlehnt  wurden. 
Eernard  hatte  felbft  nichts,   als  treffliche  Beobach- 


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Natürliche  Methoden. 


393 


tung&n  flberPilularia  unclMarfilea ,  bekannt  gemacht. 
(Mim.  de  tacad.  de  Paris ,  1739.  p.  240.  f.  1740. 
äb*3.  f.)  Aber  fein  Neffe  trat  zuerft  mit  Bemerkun- 
gen über  die  Ranunculeen  auf,  {Mim.  de  Vac.  de  Pa- 
ris 9  1773,  p.  2*i  4»  f-)>  worauf  die  Abhandlung  Übe* 
die  Anordnung  der  Pflanzen  im  Garten  zu  Trjanori 
folgte»  (Mim.  de  Vac.  de  Paris,  1 774.  p.  1 75  —  1 97.)! 
Hier  entwickelt  er  zuerft  die  Grundfätze,  die  feinen 
Qheim  geleitet,  und  zu  denen  er  felbft  fich  bekennt. 
Das  urfpröngliche  Syftem  vonTrianon,  wie  man'  ei 
nennen  könnte,  läfst  fich  in  folgender  Tabelle  dar- 
ftellen: 

Akoeyledonen  .  .  '  *  ,  "  .  .  Cl.  ii 
monoRQtyiedonen . 

a.  Staubfäden  auf  dem  Fruchtboden    •    —  2. 

b.  —      —     —    Kelche     .       .    —  5: 

cv    —    —    —  Pifuu     .     -  —  4i 

Dikotyledonen. 

a.  Apetalen. 

«.  Staubfäden  auf  dem  Kelche  .  .  '  51 
ß.     —    * —     —    Fruchtboden     —  6? 

b.  Monopetalen. 

et.  Corolle  auf  dem  Fruchtboden     .  — 
j3.    —    —    —    Kelche      J       .    —  8! 
'  *'    y.    —    —  '  —  Piftill 

a.  Antheren  verwachfen    .       *    —  o,, 

b.  Antheren  frey       .    '  •       -    —  1  o.1 
*  f'   c.  Polypetalen. 

1  '  *.  Staubfäden  Und  Corolle  auf  dem  Piftill  — 11; 
■     V/3.     —       —       —    Fruchtboden— 12; 

7.  —       —  Kelctie  —  i3i 

d.  Unregelmäfsige  Staubfäden  vom  Piftill, 

getrennt      .       .        .  .    — 14« 

pnter  diefen  vierzehn  Klaffen  begreift  die  erfte  alle 
Linne'fche  Kryptpgamiften,  die  äWeyte  die  Gräfer^ 
die  dritte  die  Coronarien ,  die  viertlS'nie  Orchideen  , 


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«94         Siebentes  Buch.   Drittes  Kapitel. 

die  fünfte  die  Proteaceen  und  Polygooeen ,  die  fcclis- 
te die  Amaranten ,  die  Gebente  die  Labiaten  und  Per- 
fonaten,  die  achte  die  Ericeen,  cTie  neunte  die  Com- 
pofitas,  die  zehnte  die  Rubiaceen  und  Dipfaceen,  die 
elfte  die  XJmbellaten ,  die  zwölfte  die  Raounculeetf, 
die  dreyzehnte  die  Rofaceen  und  Leguminofen ,  und 
die  vierzehnte  die  Dikiiniften. 

Jeder  Unbefangene  mufs  geftehn,  daCs  im  Gän- 
sen diefe  Eintheiluog  eben  fo  viel  Scbarffinn  verrätb, 
als  fie  in  vielen  Fallen  der- Natur  entfpricbt.  Allein 
fie  hat  den  Hauptfehler,  dafs  fie  ein  künftliches  Sy- 
rern, mit  der  natürlichen  Anordnung  verbindet,  und 
darum  weder  das  eine,  noch  das  andere  ift.  Wahr 
ifts,  dafs  viele  Familien  «nicht  beffer  geftellt  werden 
können,  als  nach  der  angenommenen  Norm.  Allein, 
dafs  die  Leguminofen  bey.  den  Rofaceen  in  einer 
Klaffe  ftehn,  ift  eben  fo  unnatürlich,  als  dafs  die  Tri- 
kokken  ,  Urticeen,  Amentaceen  und  Zapfen  bäum» 
den  Scblufs  machen ,  da  fie  doc)j  offenbar  zu  den  un- 
vollkommenem Pflanzen  gehören. 

Das  Syftem  von  Trianon  war  alfo  eine  Verbin- 
dung des  Oleditfchifchen  mit  der  natürlichen  Anord- 
nung. Anton  Lorenz  veränderte  es  dergeftait,  dafs 
er  den  verbältnifsmäfsigen  Stand  der  Staubfaden  ge- 
gen das  Piftill  als  Norm  der  Unterabtheilung  annahm. 
Daher  ,  wo  fein  Oheim  die  Staubfäden. auf  dem  Piftill 
angefetzt,  f teilte  Anton  Lorenz  die  Epigynies  wo 
jener  die  Staubfäden  aus  dem  Frucbtboden  entfteho 
Jaffen,  da  fetzte  diefer  die  Hypogynie  ;  und  wo  Ber- 
nard die  Staubfäden  aus  der  Corolle  oder  dem  Kelch 
abgeleitet,  da  nahm  Anton  Lorenz  die  Perlgynie  an, 
weil  die  Staubfäden  dann  mit  den  Piftillen  in  einer 
Ebene  ftehn.  So  höcbft  fcharffinnig  diefes  ausgeführt 
wurde,  fo  erregt  doch  die  genaue  Unterfuchong  und 
Verbefferung  der  Gattungs  -  Charaktere  noch  mehr 
Bewunderung,  da  fie  lieh  auf  die  Prüfung  aJLIer  ,  auch 


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«  % 

Natürliche  Methode».  to* 

Her  feinften ,  Tb  eile  des  Saamens  gründete.  In  je« 
der  Rückficht  werden  die  Genera  plantarum  ßecun- 
dum  ordines  naturales  dispoßtay  Parif.  1789.  8.,  ein 
ewiges  Denk  mahl  desOeiftes  ihres  Urhebers,  and  der 
glänzendfte  Beweis  feyn,  welche  Höhe  die  Witten» 
fcbaft  gegen  Ende  des  achtzehnten  Jahrhunderts  er* 
reicht  habe. 

Oärtner's  .Werk  ward  von  JufBeu  mit  Begeifte« 
rang  aufgenommen,  feine  Ideen  mit  Liebe  gepflegt 
und  mit  richtigem  Urtheil  geprüft,  und  er  ift  feit  faft 
dreyfsig  fahren  nicht  müde  geworden ,  den  Charak* 
teren  feiner  Familien  und  Gattungen  mehr  Sicherheit 
2U  gehen,  die  Verwandtfcbaften  zu  zeigen  und  felbft 
neue  Gruppen  und  Familien  zu  bilden.  So"unter* 
fachte  er  die  Amaranteen  von  neuem,  und  deutete 
ihre  Verwandtfchaft  mit  den  Caryophylleen  an,  (Ann* 
du  muf.Zy  i3i.)  So  unterfuchte  er  die  Nyktaginen,und 
wies  derOpercularia  ihren  Platz  unter  den  Rubiaceen 
än.  (daf,  p.  269.)    Ferner  unterfuchte  er  die  Pole« 
monieen  {ann.  du  muß  3,  p.  110.),  dieOnagren  (daf. 
p.  3i5.  f.  47^*)  9  die,  Loafen  und  Mentzelien  {ann.  du 
muß  5,  p.  18.  f.),  die  Paffifloren  und  Laurinen  {ann* 
du  muß  6,  p.  102.  f.  388.  f.  197.  f.),  die  Verbeneen 
{ann  du  muß  7,  p.  63.  f.  )f  die  Caprifolien  und  Lo* 
rantheen  [ann.  du  muß  12,  p.  285.  f.),  die  Moni- 
ttiien  {ann  du  muß  1 4,  p.  1 1 6, ) ,  die  Primuleen ,  Per« 
fonaten  und  Jafmineen  (daf.  p.  385.  f.) ,  die  Marc» 
gravien  (daf.  p.  397.  f.),  dieSolaneen,  Convolvu- 
leen ,  Bignonieen  ,  Gentianeen ,  Contörten  und  Sa- 
poteen  {ann.  du  muf.  i5,  p.  336.  f.),  die  UmbeJlaten 
{ann.  du  muß  16,  p.  169.  f.),  die  Anoneeo  (daf.  p. 
338.  f.),  die  Lobelieen  und  StyliHeen  \ann.  du  muf. 
18,  p.  1.  f.),  die  Hypericeen  und  Guttiferae  {ann* 
du  muf.  20,  p.  459.  f.).    Allgemeine  und  ins  Einzelne 
gehende  Unterfucbungen  über  das  GSrtnerfcbe  Werk 
und  die  Gattungs- Charaktere,  welche  aas  dem  fei- 

»  v  - 


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29$  Siebentel  Bach«   Drittes  Kapitel. 

■ 

ben  ?u  berichtigen  find,  (teilte  Juffieu  anf  bocnft 
lehrreiche  Weife  an.  (Ann.  du  muf.  5,  p.  216,  f. 
f.  417.  f.  toiw/6.  p.  007.  f.  tom.  7.  p.  373.  £.-478.  f. 
tom.  8.  p.  17p.  f.  tom.  10.  p.  007.  387.  f.  tom.  18. 
p.  472«  £•)  $°  machte  er  es  (ich  zur  Pflicht,  die 
Pflanzen  jmLoureiro  zu  berichtigen,  und  die  Charak- 
tere bekannter  Gattungen  nach  diefen  zu  verbeffera. 
(Ann.  da  ntuf.  1 1,  p.  74«  (•  1  ^o.  f.  23i.  f.  327.  f«  tom. 
<  12.  p.  68.  f.  tom.  16.  p,  358.  f.)  Unvergänglich  find 
diefe  Arbeiten:  denn  Tie  zeugen  von  eben  fo  grofsem 
Geift/  als  von  fcharfer  Beobachtung,  und  find  als 
Mufter  anzufehn  y  wie  die  Botanik  bearbeitet  werden 
mürffe,  wenn  die  Wiffenfchaft  wirkliche  Fortfehritte 
machen  foll. 

Juffieu's  grofses  Beyfpiel  feuerte  die  Franzofen9 
fpäter  die  Deutfchen  und  Britten,  zur  Nachfolge  auf 
diefem  rühmlichen  Wege  an. 

Unter  den  erftern  hat  Geh  Job.  Bapt.  Lamarck, 
Akademiker  in  Paris,  als  denkenden  Kenner  der 
natürlichen  Metbode  und  des  künfrJicben  Syftems 
gezeigt,  obgleich  er  feit  zwanzig  Jahren  die  Botanik 
mit  andern  Zweigen  der  Naturgefchichte,  befonders 
mit  der  Koncbyliologie,  vertaufcht  hat. 

Schon  in  der  Einleitung  zur  Flore  fran$*ife% 
tom,  1  —  5.  Paris  1778.  8.,  fpäter  in  den  Mim.  de 
tac.  de  Ptyis,  178?}.  p.  4^7«  f«  *m  Joutn.  dhiß. 
nat.  tom.  1.  p.  9.  f.  81.  f.  106.  f.  5oo.  f.  36 1.  f.,  trug 
er  feine  Grunlfätze  über  Methoden  und  Syfteme, 
Aber  Anordnung  der  Pflanzen  nach  irgend  einerNorra 
und  über  Ga^ttnngs  -  Charaktere  vor.  Weder  ftren- 
ger  Anhänger  des  Sexual  -  Syftems  noch  blinder  Nach- 
beter der  Juffieu'fchen  Methode  tadelt  er  an  ritefer 
jnamentliph  das  Princip,  welches  die  Kotyledonen 
•als  die  erfte  Norm  anerkennt,  wobey  gleichwohl 
Mifsverfrändniffe  nicht  zu  verkennen  find.  Er  ftellt 
.als  den  Hauptgrund/atz  auf,   dafs  kein  einziger, 


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I 

Natürliche  Methoden«  •  fyj 

auch  noch  fo  wefentljcher  Theil  der  Pflanze  hinrei- 
che,  um  Norm  der  Claffißcation  zu  werden:  daher 
man  die  Charaktere  von  allen  tund  je^en,  (wefentlich 
mit  dem,  Zweck  der,  Befruchtung  zuüammen bangen- 
den) Theilen  entlehnen,  mftffe.  Dann  giebt  er  eine 
analytifcbe  Methode  an ,  wie  man  Pflanzen  eintei- 
len und  ihre  Charaktere  heftimmen  müffe.v  Es  wird 
ein  Jeder  geftehn,  dafs  man  alles,  was  Laraarek  über, 
den  Wer,tb  der  Merk  mahle  und  über  die  wiffenfchaft- 
liehe  Anordnung,  der  Pflanzen  fagt,  mit  BeyfaJl  und 
Vergnpgen  lieft,  weil  as  ohne  Voxurtheil,  mit  Geift 
und  Witz  gefagti^t. 

Von  der  Ency<flopidie  mithodique  arbeitete,  kLa> 
marck  dje  vier  erftea  Bände.  (Paris  17H3 —  l79*V 
4-)  Da  da.s  Werk  in  aJphabetifcher  Ordnung  ge- 
febrieben,  fo  bedurfte  La  marck  keiner  fyfremaüfchen 
Anordnung;  aber  überall  leuchtet  da,s  Ueftreben  ,  die 
Gattungs-  Charaktere  zu  yerbelfern  <und  den  Vorratfc 
von  Arten  zu  vermehren  ,  hervor.  Ihm  ftanden  die 
grofsen  Sammlungen  in  Paris  zu  Gebot,  und  diefa 
verftand  er  vortrefflich  zu  benutzen ;  daher  ift  das 
Werk  eine  der  vorzüglichsten  und  unenthehrJichften 
Queller!  des  tiefern  Studiums  für  jeden  Bilanzen  -  For- 
fcher.  v  i 

Auch  Stephan  Reter  Ventcnat,  Prof.  in  Pa? 
vis,  (geb.  1757,  f  1808,)  verdient  ,  ais,  Verbreite? 
befferer  Anflehten  aber  die  natürliche-  Merode 
fehr  rühmliche  Erwähnung.  Sein  Tableau  du  regne 
ifl^l/a/,  k  tom,  *  —  4*  Paris  1799.  8.,  ift  eine  un- 
gemein durchgedachte  und  nützliche  JDarftellung  des 
Jufßeu'fchen  Syltems.    ,   .  ..  y  v  •> 

Aug.  Pyram.  Dec/mdolle,  eine  Zeit  lang  Prof 
in  Montpellier,  hat  grofses  Verdienft  um  cUe  Verbet 
ferung  der  natürlichen  Methode.  Seine ,  neue.  Ausr 
gäbe  der  Flore  fran$pife9  vol.  1  —  fi.. Paris  i§o5  t 
»816.  8.,  enthält  mehrere  fehr  wichtig  A^SiT; 


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29§  Siebentes  Bach«   Drittel  Kapitel« 

©nd  Berichtigungen  der  natürlichen  Familien.  Aber 
ganz  vorzüglich  müffen  wir  in  diefer  Röckßcht  fetae 
Thiorxe  4l4ni*ntai+c  de  labotaniQuc,  Paris  1813.8.» 
rühmen,  worin  die  wahren  Grundfitze  der  natürli- 
chen Anordnung  geiftreich  vorgetragen  find« 

Jof.  Correa  de  S*rra$  portugiefifcher  Gefandter 
bey  den  vereinigten  Staaten  von  Norriamerica ,  hat 
durch  feine  trefflichen  Beobachtungen  Über  den  Ey- 
weifskörper  und*  den  Saamen,  (ann*  du  muf  8,  5g. 
€9.  3hg.  tom.  9.  p.  283  288.  f.  tom.  18.  p.  206. )f 
fo  wie  durch  leine  Unterfuchungen  über  die  natürli* 
che  Familie  der  Aurantien ,  [ann.  du  muf*  6,  p.  376» 
Transnet.  of  theLinn.  foc.  5,  p.  218.),  viel  zur  Berich* 
tigung  der  natürlichen  Metbode  beygetrageo. 

Höehft  wichtig  find  in  diefer  HinGcbt  die  Ar* 
beiten  Claud.  Ludw.  Richardis ,  Prof.  in  Paris.  Seine 
D^monftrations  botaniques*  ou  analyfe  du  fruit*  coa- 
>  fidiri  en  giniral.  Paris  1808.  8»,  fo  wie  einzelne 
Abhandlungen  in  den  Annal-  du  muf.  tom.  16.  p.  296« 
tom.  17.  p.  223.  f.  442«  f«>  enthalten  meisterhafte  Un- 
terfuchungfta  der  Früchte,  mit  Beziehung  auf  die 
natürliche  Anordnung. 

Weniger  wichtig  ift  die  Expofttio*  des  famäles 
naturelles,  vol.  1.2.  Paris  180S.  4.,  von  Aug.  Job- 
ine  St.  Hilairej  Erläuterungen  der  Juffieu'fchen  Me- 
thode ,  aber  ohne  gründliche  Sacbkenn tnife ,  und 
die  Kupfer  mehrentheils  copirt. 

In  Deutfchlana*  machte  Aug.  Joh.  Georg'  Karl 
Batfeh*  Prof.  zu  Jena,  die  natürlichen  Verwandt- 
fc haften  zu  feinem  Hauptftndium.  Seine  Tabula  af* 
ßnUatum  regni  vegetabilis,  Vinar.  1802.  8.,  enthält 
eine  fehr  verfrändige  Ueberftcht  des  Gewächsreiches 
nach  natürlichen  Verwandtschaften,  wo,  ohne  dafs 
die  einzelnen  Gattungen  charakterifirt  werden ,  die 
Charaktere  der  Gruppen  und  Familien,  auch  ihre 
Unterfchiede,  äufserft  febarfünnig  bezeichnet  find. 


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Natürliche  Metboden.  299 

Er  fängt  mit  den  vollkommenften  Formen,  den  Ro» 
Jaceen,  an:  unter  diefe  bringt  er  auch  die  Malvaceen, 
CaryopliyJleen,  die  Umbellaten ,  ja  fogar  die  Tere- 
binthaceen.      Dann  folgen  die  Cruciaten,  zu  denen 
die  Onagren,  Siliquofen,  Cappariden  und  Guttiferae; 
die  Riogentes,  zu  denen  die  Leguminofen,  Orchi- 
deen und  Scitatninen  ;  die  Liliaceen ,  zu  welchen  die 
Palmen,  Menifpermeen ,  Laurinen  und  Anoneen  ge- 
zählt werden.     Die  Incompletus  begreifen  die  Jun- 
ceen,    Cyperaceen,    Gräfer,    Najaden,  Aroideen, 
Amentaceeu,    Trikokken,    Urticeen,  Proteaceen. 
Zu  den  Monopetalis  werden  die  Labiaten,  Afperifo- 
lien ,  Perfooaten,  Jafinineen ,  Gentianeen,  Contor- 
ten ,  Primuleen  ,  Solaneen ,  Ericeen  ,  Cucurbitaceen, 
Rubiaceen  gerechnet.   Dann  die  Compofuae  und  end- 
lich die  kryptogamifchen  Pflanzen.      Freylich  fieht 
man,  dafs  die  Anordnung  im  Ganzen  fehlerhaft  ift, 
weil  die  Incompletae,    befonders  die  Najaden,  den 
kryptogamifchen  Pflanzen  am  nächften  ftehn:  frey- 
lich werden  zu  derfelben  Klaffe  oft  die  fremdartig- 
ften  Familien  gezählt.      Aber  im  Einzelnen  findet 
man  treffliche  Aufklärungen  und  Andeutungen. 

Auch  F.  Fifcher  äufserte  gute  Gedanken  Ober 
natürliche  Anordnungen,  {Webe/'s  und  Möhrs  Beyer. 
Zur  Naturkunde,  B.  1.  S.  79.  f.),  und  Leop.  Trateinick 
arbeitete  nach  einem  voliftändigen  Plan,  {Genera  plan* 
tat  um  methodo  naturali  dispofita.  Vindob.  1802.). 

F.  P.  Ca/Jelj  Prof.  in  Kölln,  gab  wenigftens  all* 
gemeine  Andeutungen ,  ohne  die  einzelnen  Familien 
«nd  Gattungen  genauer  zu  prüfen,  {Verfuch  über  die 
natürlichen  Familien  der  Pßanzen,  mit  Rück  ficht  auf 
ihre  Heilkraft,  Kölln  1810.  8.  Lehrbuch  der  natür- 
lichen Pflanzenordnung ,  Frkf.  1817.  8.) 

L,  Ok»n ,  Prof.  in  Jena,  verfuchte  fowohl  in 
feinem  Lehrbuch  der  Natur philo fophie  IL.  Jena  1810. 
8.,  als  auch  in  Dietrl  tis  bot.  Journ.  St.  1.,  eine  An- 
ordnung der  Pflanzen,  nach  der  Ausbildung  einzel- 


Siebentes  Buch*   Drittes  Kapitel. 


»er  Organe.  Wurzel,  Stengel  und  Laub  nahm  er 
als*  die  Hauptorgane  des  Gewächfes  an.  Die  Ge- 
fchlechtlofen  feyn  nichts  als  Wurzel,  und  beftehn 
nur  aus  Zellgewebe:  die  Laublofen ,  Gräfer,  Lilien  > 
und  Palmen  haben  nichts  als  die  Stengel  auf  die  Wur- 
zel gefetzt.  In  den  höhern  berrfcbt  das  Laub,  dann 
die  ölüthe  und  endlich  die  Frucht  vor.  Alfo  giebt  es 
.fünf  Hauptklaffen  :  Wurzel  ,  Stengel-,  Laub-,  Blu- 
men* und  Fruchtpflanzen.  Jede  diefer  Klaffen  wird 
wieder  in  vier  bis  fünf  Ordnungen  getheilt:  die  Wur* 
zelpflanzen,  nachdem  fie  der  Erde,  dem  Waffe/,  der 
Luft  oder  dem  Licht  angehören,  (Flechten,  Pihe,Moo- 
fe,  Farrehkräuter);  die  Stengelpflanzen,  nachdem  Er- 
de ,  Salz,  brennbare  Stoffe  oder  Metalle  fich  in  ih- 
nen ausbilden ,  (Grafer,  Lilien,  Gewürzpflanzen  und 
Palmen);  die  Laub-,  Blumen- und  Fruchtpflanzen, 
nachdem  Wurzel,  Stengel,  Laub,  Blumen  und 
Früchte  in  ihnen  vorherrfchen.  Laubpflanzen  z.  B., 
in  denen  »das  Laub  vorherrfcht,  .find  Zapfenbaume 
und  Urticeen.  Blumenpflanzen,  in  denen  die  Blu* 
xne  vorherrfcht ,  find  Papaveraceen  und  SiViquofen. 
Fruchtpflanzen,  in  denen  die  Frucht  vorherrfcht^ 
find  die  Hofaeeen.  Der  Scharffinn ,  mit  dem  dies 
alles  entwickelt  ift,  erregt  Bewunderung,  docb 
möchte  man  wOnfchen,  dafs  weniger  Willkühr  und 
tiefere  Kenntnifs  (ich  zeigte;  : 
Was  ich  in  diefer  Hmticht  gethan,  {Anleitung 
zur  Kenntnifs  der  Gew&chfe ,  Zweyte  AafU  Th.  2. 
Halle  18 .7.  Si)  i  überlaiie  ich.  der  Beurtheilung  fach* 
kundiger  Richter. 

In  England,  wo  man  dem  Linne'fchen  Syftem 
noch  .immer  huldigt,  und  wo  Wilb.  Rofcoe  neuer« 
lieh  den  Werth  der  natürlichen  Methode  zu  gering 
anfebiog,  (Tr  ansäet,  of  the  Linn.  foc.  vol.  ti.  p.  5o. 
f.),  erhielt  die  letztere  zwey  Bearbeiter  an  Rieb.  Ant. 
Salisbury%  der  die  Perigynie  der  Staubfäden  prüfte, 
und  den  Satz  auf! teilte,  dafs  aus  dem  Kelch,  als  toU 


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Natürliche  Methoden.  301 

■  v  ■ 

chem ,  wenn  er  nicht  einen  coroliinifcben  Ueberzug 
habe,  die  Staubfäden  nie  entftehn,  (Transact.  of tlie 
Linn.  Joe.  vol.  8.  p.  1.  f.),  und  der  die  Zapfenbäume 
mit  neuen  Gattungen  bereicherte,  (daf.  p.  3o8.  f.); 
und  an  Robert  Brown ,  deffen  Prodromusßorae  novae 
Hollandiae>  Lond.  1810.  8.,  und  deffen  General  re- 
marks  on  the  botany  of  Terra  auftralis>  Lond.  1814. 
4-,  die  heJJeften  Anflehten  über  natürliche  Familien, 
und  die  feinften  Unterfuchungen  über  die  Gattungs* 
Charaktere  enthalten, 

- 

*  ■  • 

Viertes  Kapitel. 

Fortfehritte  in  der  Lehre  von  dem  Bau 
und  der  Natur  der  Pflanzen. 

I. 

Lehr.e  von   der  E  n twickelung  und 

Me  tamorphofe. 

Nicht  gewöhnliche,  glänzende  Fortfeh  ritte  mach- 
te die  Anatomie  und  Phyfiologie  der  Pflanzen  in  neuern 
Zeiten ,  fo  wenig  Linne's  ßeyfpiel  dazu  aufmunterte. 
Denn  er  und  feine  eifrigften  Anhänger  vernachläfßg- 
ten  fo  fehr  alle  feinere  Unterfuchungen  des  Baues  der 
Pflanzen,  dafs  nur  Irrthümer  fieb  durch  Linne's  An- 
fehn  fortgepflanzt  haben.  Er  rechnete  die  Phytoto- 
men  zu  den  blofsen  Liebhabern  der  Botanik.  (PhiL 
bot.  $.  43.  44)  Das  Mark  der  Bäume  hielt  er  für 
den  wichtigften  Theil  der  Gewächfe;  es  vertrete  die 
Stelle  des  Gehirns  bey  den  Thieren  :  die  Rinde  ent- 
halte die  Nahrungsgefäfse,  aus  diefer  fetze  fich  der 
Baft  in  jährigen  Schichten  ab:  dergeftalt  entftehe  das 
fefte  Holz:  aus  diefen  Theilen  entwickele  (ich  die 
ßlume,  deren  Kelch  aus  der  Rinde,  die  Corolle  aus 
dem  Baft,  die  Staubfäden  aus  dem  Holz  und  das  Pi- 


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3oi  Siebentes  Bach«  Viertes  Kapitel. 

-  ftill  mit  dem  Eyerftock  aas  dem .  Mark  entftehen 
(Amoen.  acad.  vol.  4*  P*  ^72.  f.)    Zwar  fcbon  Ober* 
zeugt,  dafs  es  Cruodgefetz  der  Pflanzen- Natur  fey, 
dafs  ßcb  aus  jedem  Theil  ein  jeder  anderer  entwickeln 
könne,  trug  er  dennoch  diefe  Lehre  zu  befchränkt 
vor.    Es  fey  eine  Art  des  Vorlaufens  (profapfis),  wenn 
die  Blatter*  ah  Erzeugniffe  des  Jahrs,  Geh  in  Bracteen, 
diefe  in  den  Kelch,  der  Keleh  in  die  Corolle,  diefe 
in  die  Staubfäden,  und  die  letztern  endlich,  wenn 
fie  erfchöpft  feyn,   fich  in  das  Pi ftill  umwandeln« 
(Amoen.  acaä.  vol.  6.  p.  324«  f.  365.  f.) 

Diefe  Theorie  der  Anticipation ,  eigentlich  ab« 
ge?ogen  von  den  Bäumen,  ift  nicht  anwendbar  auf 
Sommer  -  Gewächfe,  wenn  man  nicht  annehmen  will^ 
dafs  ße  dazu  beftimmt  feyn.,  eigentlich  fechs  Jahre  zn 
wachfen,  aber  durch  Vorlaufen  alle  frühere  Bildun- 
gen in  dem  Blähen  zu  vereinigen. 

Kafp.  Friedr.   Wolf,    deffen   geiftreiebe  Be- 

.  merkungen  Ober  Entftehung  der  Pflanzen  wir  fcbon 
oben  angeführt,  fafste  die  Entwickelung  der  Pflan- 
zen' allgemeiner  auf.  Gleich fam  beyläufig  fpracb  er 
bey  anderer  Gelegenheit,  (Nov.  comment.  acacL  pe* 
trop.  tom.  1 2.  p.  4o3.  tom.  1 3.  p.  478.  f.)»  1°  beftimmt 
von  dem  Uebergang  der  Blätter  in  den  Kelch,  in  die 
Corolle,  in  die  Staubfäden  und  felbft  in  den  Saamen, 
dafs  er  als  Beweis  der  Grundlage  der  Blätter  bey  al- 
len fpätern  Bildungen  die  Saamenlappen,  als  die  er» 
ften  Blätter,  anführte.  In  der  ganzen  Pflanze,  fagt 
er,  fieht  man  nichts  als  Blätter  und  Stengel,  indem 
die  Wurzel  zu  diefem  gehört.  Er  hätte  noch  weiter 
gebn,  und  die  Entwickelung  der  Blätter  aus  dem 
Stamm  darlegen  können,  was  bey  den  Jungerman- 
nien,  bey  den  Acacien  und  bey  den  Cactus  •  Arten 
augenfeheinlich  ift. 

Unbekannt  mit  diefen  Andeutungen  trug  Job* 
Wolfg.  von  Göthe  die  Entwickelung  der  Pflanzeatbei- 


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Lehre  vom  Bau  und  von  der  Natur  der  Gewächfe.  30J 

1  * 

1«  aus  einander  ungemein  klar  und  einnehmend  vor. 
(Vprfuch,  die  Metamer phofe  der  Pflanzen  Zu  erklären» 
Gotha  1790.  8.  Zur  Morphologie ,  B.  1.  Stuttg.  und 
Tübingen  1Ö17.  8.)    Durch  Zufammen  drängen  der 
Formen  wird  die  Entfaltung  vorbereitet:  dies  Grund« 
gefetz  der  Vegetation  führt  Oöthe  auf  überzeugende 
und  lehrreiche  Art  aus.     Darum  6nd  die  KotyJedo* 
nen  meiftens  fo  einfach ,  auch  bey  den  zufamrhenga« 
fetzteften  Stammblättern:  darum  ftebn  diefe  einander 
gegen  über,  wenn  auch  die  folgenden  Blätter  mit 
einander  abwecbfeln.    Darum  drängen  ficb  die  ßlät« 
ter,  je  höber  fie  am  Stamm  ftehn,  defto  mebr  in  ein« 
fächere  Formen  zufammen,  und,  wenn  fie  vorher 
abwechfelten,  fo  fteilen  fie  ficb  einander  g*»gen  über, 
bis  fie  endlich  zum  Kelche  werden.     Die  vielfache) 
Ausbreitung  und  Fiederung  der  untern  Blätter  man- 
cher Waffer  Gewächfe,   des  Ranuuculus  aquatilis» 
Sium  latifolium,  und  die  geringere  Breite  derfelben 
bey  andern,   z.  B.  bey  Potamogeton  heterophyllus 
und  lucens,  als  der  obern  auf  dem  WalTer  fchwim- 
menden,   fcheint  zwar  hiemit  im  Widerfprucb  zu 
gehn;  allein  bey  diefen  Waffer*  Gewächfen  find  die) 
Blätter>Uebergangs  Formen  zu  der  Wurzel  und  ver- 
richten höchft  wahrfcheinlich  das  Gefcbäfft  der  letz* 
tern,   wie  bey  Hottonia  paluftris,  Myriophyllumy 
Ceratophyllum  u.  f.  w.  .  .    Dafs  die  Nektahen  meiffc 
folche  Uebergangs- Formen  von  den  Corollen blättern 
zu  den  Staubfäden  find;   dafs  felbft  das  Piftill  und 
das  Stigma  durch  Rücktritt  den  Coro] Jenblättern  ähn- 
lich werden ,  und  nur  durch  Zufammendrängung  aue 
diefen  entftebn,  wird  einleuchtend  gemacht,  wenn 
die  Staubfäden ,  wo  die  Corollenblättcheo  fetyfchla- 
gen,  (bey  eioigenThalictrura- Arten,)  diefen  ähnlich 
werden.    Der  treffliche  Geift  fühlte  wohl,  dafs  die 
Mifsbüdungen  und  die  Füllung  der  Blumen  feiner' 


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f  . 

304  *itf>entes  Büch,  '  Viertes.  Kapitel.' 

» 

Theorie  fehr  förderlich  find:  daher  kommt  er  auch 

aüf  diefe  zurück. 

Gölhe'ns  Metamorphofe  hatte  einen  zu  tiefen 
Sinn,  fprarh  durch  Einfachheit  fo  fehr  an,  und  war 
fo  fruchtbar  an  den  nützlichften  Folgerungen,  dafs 
man  fich  hillig  nicht  wundert,  wenn  fie  weitere 
Erörterungen  veranlafste  ,  obwohl  Mancher  fich 
ftellte,  fie  nicht  zu  achten.  Einer  der  erften,  der 
Göthe'ns  Ideen  in  ein  Lehrbuch  aufnahm,  warFriedr. 
Siegm.  Voigt,  Prof.  in  Jena.  (Syfiem  der  Botanik, 
Jena  1808.  8.)  Sehr  interefTante  Ideen  über  die  Ver- 
wandtfehaft  der  Staubfaden  und  der  Corollenblätter, 
fo  wie  Über  das  vorhergehende  Zahlen*  Verhältnifs, 
trug  Joh.  Ludw.  Georg  Meinecke  vor.  {Abhandl.der 
naturf.  Gefellfch.  in  Halle*  H.  1.  1809.)  Auch  L. 
Oken  führte  die  Metamorphofe  in  feiner  Natur -Philo* 
fophie  weiter  aus. 

Aber  ganz  vorzüglich  rnüfTen  wir  die  geistreiche 
Theorie  der  Entwickelung  rühmen,  weiche  A.  P. 
Decandolle  vortrug,  (  Theorie  tttmentaire  de  la  bota- 
nique,  p.  94  —  123.)     Er  nimmt  zwey  Principe: 
das  Fehlfchlagen  (avortement)  und  das  Verwacbfen 
(adhärence)  als  Urfache  der  Abweichungen  in  der 
Bildung  an  ,  und  erklärt  daraus  äufserft  glücklich  die 
mannigfaltigften  Bildungen.    Nur  darin  ftimmen  wir 
nicht  mit  ihm  ein,  diefe  Abweichungen  erreurs  zu 
nennen,  weil  fie  zu  allgemein  find,  und  nach  feften 
Cefetzen  erfolgem.    Dafs  z.  B.  in  der  ganzen  Familie 
der  Cmciferae  aus  zehn  Staubfäden  fechs  werden, 
welches  Meinecke  durch  Verwachfung  erklärt,  wir 
aber  lieber  vom  Uebergang  der  Staubfäden  in  die  Co* 
foll£y>lätter  herleiten  möchten. 

Endlich  fammlete  Gedrg  Friedr.  Jäger,  Arzt  in 
Stuttgart,  alle  Erfahrungen  über  die  Mifsbil durigen 
'  der  Pflanzen th eile,  und  brachte  fie  unter  gewiffe  Ge- 


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Lehre  rom  Bau  und  ron  er  Natrnr  der  Gcwächfe.  305 

- 

• 

itze,  wodurch  dann  d\e . Lehre  ton  der  Metamor« 
bofe  uftgemeio  gewann.  {Ueber' die  Mifsl&ldungen 
vGmüchfe,  Stuttg.  18.4. 8.)      ,  .  *  . 

i;i  »•  v  Ii.  : 

Üuterfuchungen  über  den  Bau  der 

Pflanzen.  . 

•  - 

In  der  Mitte  des  achtzehnten  Jahrhunderts  war 
in  in  der  mikrofkopifchen  Unterfuchung  der  Ur- 
me»  des  Baues  noch  fo  weit  zurück,  dafs  Aug. 
iedr.  Walther  die  Spiralgefäfse  läugnete,  und  fie  für 
»erley  mit  den  Saftröhren  hielt,  {progr.  de  fiructw 
partiu&i,  §.  5.  Lipf.  1 740.  4.)  AuchChrift.  Friedr. 
vipert,  Arzt  in  Halle,  (geb.  1727,  f  1758,)  ver- 
rf  alle  Pflanzen  •  Gefäfse,  und  liefs  die  Safte  in  den 
ifcbenraumen  der  Fafern  aufzeigen.  {Specimen 
fiologiae  plantarem,  Hai.  1755.  4.)  Ehen  fo  ur- 
ilte  noch  fpäterhin  Friedr.  Katim.  Medicusj  {Beyer. 
Pflanzen*  Anatom.  S.  18 1.),  und  felbft  Job;  Se+ 
ier  gefteht,  die  Spaltöffnungen  nicht  gefunden  zu 
en,  und  fpricht  von  den  Schraubengängen  derge- 
r,  dafs  man  fchliefsen  mufs,  er  habe  fie  nicht 
ft  gefehn.  {PhyfioL  vtgfc  tom.  1.  p.  91,  456.) 

Joh.  Stephan  Guettard,  Akademiker  zu  Paris, 
1. 1715,  f  l786,)  war  nicht  ohneVerdienft  um  die 
itomie  der  Pflanzen,  wenigftens  einiger  Neben- 
ie,  als  der  Dröfen,  Haare  und  Dornen.  {Memoi- 
für  differentes  panies  des  fciences  ei  artsy  tom. 
-  5.  Mit  258  Kupfertafeln.  Paris  1768  —  178s. 

Den  Bau  der  Haare  fetzte  fpäter  Franz  de  Paula 
ank  aus  einander,  obwohl  er  die  irrige  Meinung 
e,  dafs  die  Haare  nur  einfaugen,  nicht  ausdün- 
könnten.  {Von  den  Nebengrfäfien  der  Pflanzen, 
31794.8.) 

1 

chf  d.  Botanik,  a.B4  29 


•  » 


< 


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jo6  Siebentes  Buch.   Viertes  Kapitel. 

Der  erfte  indefe,  der  oach  Grew  und  Malptghi 
die  Spiralgefäfse  beffer  unter  föchte  ond  genauer  be- 

ftimmte,  war  Georg  Chrift.  ÄficJiW,  Prof.  in  Leipzig, 
(geb.  1727,  +  »771)«  Er  widerlegte  zuerft  Mal« 
pighi's  Meinung  von  Bändern,  die  Beb  fpiralförroig 
winden:  er  fand,  dafs  diefe  vermeinten  Bändern, 
doppelt  und  dreyfacb  zufammenhangenden  Fafera 
beftehn.  Er  läugnete  die  Klappen  in  diefen  Gefä- 
fsen,  und  fachte  durch  Verfuche  zu  widerlegen, 
dafs  diefe  Gefäfse  blofse  Luft  führen.  Die  Einfü- 
gung gefärbter  Säfte  dürch  die  Wände  der  Spiraifa- 
fern  fchieo  ihm  zu  bewerfen,  dafs  fie  die  Pßanzeofaf- 
te  wirklich  aufführen.  Zwar  waren  ihm  nicht  meh- 
rere Formen  der  Schraubengänge  bekannt,  als  die 
ursprüngliche:  allein  diefe  Hellte  er  auf  einer  Kupfer- 
tafel fehr  richtig  dar.  (DU/  de  vafu  plaruarum  Jpira- 
UbuSf  Lipf.  1768.  4«) 

Das  Zellgewebe  unterfuchte  Georg.  Bud.  Böh* 
mer9  Prof.  in  Wittenberg,  (geb.  1723.  f  i£o3,) 
in  allen  feinen  Beziehungen:  doch  mehr  durch  die 
frühem  Schriftfteller  als  durch  eigene  Untersuchung 
geleitet.  ( De  wegrtabiüum  ceUuiofo  cause*«**  Witten. 
i753.  4.  Lipf.  1785.  8.)  Daher  er  die  Wände  der 
Zellen  noob  fflhr  fibröfe  angab. 

Horaz  Bened.  von  Sau/fure,  (geb.  1740,  +  1799J 
machte  gute  Bemerkungen  über  die  Spaltöffnungen. 
(Objervations  für  V6corce  des  feuilles  e$  des  peialet, 
Geneve  1762.  12.) 

Aber  Job.  Hill  verdanken  wir  mehrere  gute 
Aufklärungen  über  den  Bau  der  Pflanzen.  {The  con* 
Jtruction  of  the  timber  %  Lond.  1770.8.)  Die  eigen- 
tümlichen Saftgänge  unterfohied  er  forgfaltig,  nach 
dem  fie  in  der  Rinde,  oder  im  Bafte  vorkommen. 
J£r  fah  in  den  Saft  röhren  des  Baftes  Oeffnungen  oder 
Poren,  wie  wir  fie  im  Nadelholze  finden ,  und  be- 
merkte fchon,  dafs  das  Mark  nicht  unmittelbar  vob 


Lehre  Tom  Bau  und  tob  der  Natur  der  Gewlchfe.  307 

dem  Stamme  in  die  Aefte  fortgehe,  fondern  dafs  Geh 
-ein  WuJft  erzeuge,  der  aus  der  mannichfachen  Ver* 
Bindung  der  Urformen  entftehe. 

Joh.  Henr.  Dan.  Moldenhawer  befchrieb  die 
Schrauben  gange  gut,  ftritt  gegen  ihre  Zeräfteluog^ 
und  verglich  fie  in  diefer  Hrn  ficht  mit  den  Nerven. 
-Seine  MarkgefäTse  find  wahrfcheinlich  die  Zwifchen» 
zeÜehgänge  im  Marke  der  Hofen.  {Disß  de  vafis  plan- 
'tarum,  Traj.  ad.  Viadr.  1779.  40 

Ihm  folgte  Ebern.  Pet.  S  vager  man,   der  den 
Bau  der  Schraubengänge  gründlich  und  ohne  Vorur- 
«theilunterfuchte,  den  Mangel  an  Zeräfteiung  in  ih- 
nen zeigte,  ihren  Urlprung  in  den  Zwiebeln ,  ihre 
^Verbreitung  bis  in  die  Blumenkrone  nachwies,  die 
.punktirten  Röhren  fehr  gut  unterfuchte,  aber,  da 
er  FJüffigkeiten  aus  ihnen  hervortreten  fah,  fie  für 
faftfohrende  Gefäfse  hielt.  (Perhandel,  van  de  maatfcK 
$e  Hartem,  20.  P.  2:  p.  171.  f.  tom.  21.  p.  86.  f.) 

'  Nun  trat  Joh.  Hedteig  auf,  deffeo  Entdeckuir-* 
gen  und  Metnungen  eine  Zeit  lang  Epoche  gemacht 
haben,  weil  fie  mit  rühmlicher  Wahrheitsliebe  vor- 
getragen wurden*  Schon  in  feinem  Fundamen  tum 
hiftoriae  naturalis  mufoorum  frondo forum*  P.  1.  2. 
Lipf.  1782.  4«j  noch  mehr  in  feinem  Progr.  de  fibraä 
VPgetabilis  et  animalis  ortu9  Lipf.  1789.  8.,  dann  in. 
der  Sammlung  feiner  zerftreuten  Abhandlungen,  Tb, 
1.  2.  Lelpz.  1793.  8.,  ferner  in  den  Zusätzen  z«u 
Alex,  von  Humboldt'*  Aphorismen  aus  der  chemifchen 
Phyfiologie  der  Pflanzen,  Leipz.  1794.  8«>  und  end- 
-lieh  in  feiner  Theoria  generathonis ,  Lipf.  1798.4., 
trug  er  feine  Meinungen  über  Pflanzen -Gefifse,  über 
die  Oberhaut  und  ihre  Spaltöffnungen ,  und  über  an- 
dere  Theile  des  Pflanzen  -  Baues  vor.  Die  Schrau- 
bengänge hielt  er  für  häutige  Röhre«,  um  die  fich 
die  Spiralfafern  winden:  die  letztern  hielt  er  für  hohl 
und  faftführend.    So  wie  er  von  eigentlich  zu  •  und 

20  • 


» 


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gog  Siebentes  Buch.   Viertes  Kapitel. 

zurückfahrenden  Gefäfsen  fpracb,  und  unter  den 
fern  die  Moldenhawerfcben  Markgefafse,  wahrfcheiiv 
lieb  auch  die  eigentümlichen  Saftgänge,  verftand;  fo 
nahm  er  auch  in  der  Oberhaut  befondere  Lymphge- 
fäfsean,  deren  Mündungen  die  Spaltöffnungen  feyn. 

Joh.  Chriftoph  Andr.  Mayer,  Prof.  in  Frank- 
furt und  dann  in  Berlin,  (geb.  1747,  t  1799 > ^  wie* 
derholte  faß  nur  das  Bekannte,  felbft  mit  einigen 
irrigen  Zufätzen:  z.  B.  dafs  fich  die  Schraubengang« 
im  Marke  finden*  doch  fprach  er  fohon  von  fioröfen 
Rohren,  die  die  Schraubengänge  begleiten ,  denen 
er  aber  einen  eben  fo  ftarken  D urehmeff eingab ,  als 
den  letztern.  Er  erwähnte  der  MarkgefäUe,  oder 
der  Zwifchenzellengänge,  welche  man  mit  gefärbten 
Flüftigkeiten  anfallen  könne,  und  der  NahrungsgefäTse, 
die,  wegen  aufserordentlicher Kleinheit»  nicht  leicht 
erkannt  werden.  Man  Seht  aus  den  beygefügten  Fi- 
guren (T.  3.  f.  i4*  t5.)>  dats  Mayer  die  Zwifchen- 
wände  des  Zellgewebes  für  Gefifse  genommen.  Die 
Abbildungen  find  unrein  und  ondeutlkb.  [Menü 
tac.  de  Berlin.  1788.  1789.  p.  52  —  63.) 

Andr.  Comparetri>  Prof.  zn  Padua,  fah  vieles 
beffer  als  feine  Vorgänger.  ( Prodromo  di  fifica  wge- 
labile,  Päd.  1 79 1 .  8. )  Er  erklärte  6ch  ausdrücklich 
gegen  die  häutige  Wand  der  Schraubengange,  and 
bemerkte  fehr  richtig,  dafs  diefe  blofs  durch  die 
Windungen  der  Fafern  gebildet  werde*  Mit  den  be* 
nachhalten  Röhren  ftebo  fie  durch  Qneerf&den  in 
Verbindung.  Aber  irrig  behauptete  er  die  Zeräfte- 
lung  derScbraubengänge,  von  der  et  fogar  dieSchei» 
dewände  des  Zellgewebes  herleitet.  Ja  die  Einfas- 
sung der  Tinte,  welche  Andern  nie  gelingen  woll- 
te, diente  ihm  dazu,  den  Uebergang  der  Flüfhgkeit 
aus  den  Schraubengängen  in  das  Zellgewebe  anzu- 
nehmen. Die  Entftehnng  der  Schraubengänge  aus 
dem  Wulft  des  jungen  Pflänzcbens  an  der  Stelle,  wo 


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Lehre  vom  Beq und  ton  der  Natur  der  Cewäcbfe.  309 

die  Kotyledonen  Geh  anlegen ,  beobachtete  er  genau. 
Auch  die  fch wammartigen  Schläuche  uod  Mützchen, 
womit  die  Enden  der  VVür?elchen  umgeben  lind,  be- 
merkte er  richtig.  Späterhin  unterfuente  er  denr 
Nutzen  der  Kqtyledonen ,  und  fand ,  dafs  fie  die  Wäh- 
rung aJJererft  aus  der  Wurzel  anziehe ,  Ge  verarbei- 
ten, und  dann  wieder  detn  Pftähzchen  zufahren.  (Rö\ 
mers  Archiv,  B.  1.  St.  2.  S.  t5.  17.)  \ 
f  Die  Irrthümer  Herfwig's,  in  Rückficht  der  Spalt« 
Öffnungen  und  der . fogenannten  Lymphgefäße  fuchta 
Ant.  Krocher  zu  widerlegen.  {De  plant aw um  epider*. 
Wide,  Hai.  1800.  8.)  Ich  habe  gleichfalls  mehrere 
Punkte  des  Baues  der  Pflanzen  zu  Berichtigen  gefacht. 
{Anleitung  Zur  Kenntnifs  der  Geitüchfe >  Tb.  1.  Hallo 
1802.  8.  Zweyte  Auflage,  1817.  fL  Von  dem  Bau  und 
der  A/atur  der  Gewäohfe,  Kalle  18  1 2.  8.). 

Zu  gleicher  Zeit  mit  meinem  Buche  erfchien  C. 
F.  Bnffeau  •  Mir  bei* r,  Akademikers  zu  Paris»  Traiti 
d'anatomie  et  de  phyfiologie  vege'tales ,  tom.1.2.  Pa- 
ris 1802.8.,  worin  ganz  andere  An6chten  berrfebten,' 
und  wodurch  bedeutende  Widerfprüche  entftan^en. 
In  Neffen  fah-er  doch  die  punktirten  Gange  und  die  Po- 
ren in  manchen  Zellen  fehr  richtig,  nur  dats  er  die- 
felben  zu  allgemein  annahm,  und  unrichtige  Dar- 
ftellungen davon  gab.  Auch  hielt  er  die  Treppen- 
gänge (f auf/es  trachies)  für  früher  und  urfprüngli- 
cher,  als  die  eigentlichen  Scbraubengänge. 

Jon.  Jak.  Bernhardt,  Prof.  in  Erfurt,  machte 
feine  Beobachtungen  über  Pßanzenge/äße ,  Erf.  180 5. 
8.,  bekannt,  worin  abweichende  Bemerkungen  Ober 
das  Vorkommen  ächter  Schraubengänge  in  der  Nähe 
des  Markes,  aber  die  innere  Haut  der  Schrauben- 
gänge, Ober  ihre  Abänderungen  in  Ringgefäfce& 
Treppengänge  und  punktirte  Röhren  vorgetragen, 
und  das  Netz  in  der  Oberhaut  auch  als  Gefäfsnetz  ge- 
läugnet  wird* 

4 


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310  Siebentes  Bück   Viertes  Kapitel. 

Drefe  Widerfprflche  veranlagten  die  Societtt  der 
Wiffeofchaften  in  Göttingen ,  einen  Preis  auf  die  he- 
fte Auseinander  fetzung  der  ft  reit  igen  Punkte  au szu« 
werfen,  der  für  de«  November- 1  &o5  bestimmt  war» 
Henr.  FrJedr.  Link  und  Karl  Afmund  Rudolphe  Pro- 
feffaren  in  Berlin,  gewannen  durch  ihre  Arbeiten 
dett  Preis.  Jener  ( Gmndlehren  der  Anatomie  und 
Phyfiologie  der  Pjtnnzen%  Gott.  1807.  8-)->  trug  mit 
grofser  Klarheit  feine  An  Bebte*  vor,  und  erläutert« 
fie  durch  gute  Kupfer.  Er  wies  auch  in  un vollkom- 
menen Gewäcbfeu  das  Zellgewebe  nach,  klärte  die 
Natur  der  vergeblichen  Poren  des  Zellgewebes  auf, 
leugnete  die  innere  und  äufsere  Wand  der  Schrauben* 
gange ,  fcbrieb  den  letztem  das  Gefchäfft  des  Saft- 
föbrens  au,  fteJlte  die  eigenthOmiichen  Saftgänge 
und  die  Zwifchenzellengfnge  richtig  dar,  wollte 
Spaltöffnungen  auch  in  den  Blumen  gefehn  haben» 
und  gab  von  der  Bildung  des  Holzes  eine  eigene  An» 
ficht,  dafs  nämlich  die  innerften  Ringe  die  jüngften 
feyn,  worin  er  keinen  ßeyfall  gefunden. 

Rudolphi  (Anatomie  der  Pjlanzen,  Berk  1807. 
8.)  verdanken  wir  befonders  eine  (ehr  forgfältiga 
Unterfuchung  des  Vorkommens  der  Spaltöffnungen: 
m  den  übrigen  Punkten  ftimmte  er  mit  meinen  An- 
flehten Oberein. 

Früher  fchon  hatte  L.  C.  Treviranus,  Prof.  zn 
Breslau,  (Vom  inwendigen  Hau  der  Geirächfe,  Gött. 
1806.  8.),  durch  die  Gottings  Preisfrage  veraotafct, 
feine  Unterfuchungen  bekannt  gemacht.  Er  zeigte 
zuerft  den  wahren  Bau  Her  ZwHchenzellengänge  und 
der  eigenthOmiichen  Saftgänge ,  unlerfcnjed  grOnd« 
iich  und  genau  die  Treppengänge  und  punktirtM 
Kanäle  als  Abarten  der  urfprünglicben  Schrauben* 
gänge.  Die  Anfänge  der  letztern  fah  er  als  wurm- 
förmige  Körper.  Befanden?  mufs  man  die  Richtig* 
keit  und  Treue  feiner  Zeichnungen  rühmen«.  % 


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Lehre  vom  Bau  und  von  der  Natur  der  Gewjlcbfe.    3 1 1 

■ 

Vm  feine  Anficbttn  gegeir  diefe  Wi<|erfprtlche 
der  Deutfchep  zu  retten,  fchrietb  Mirbel  nun:  &t/»cn 
fu'wn  et  difenfe  dt*  ma  thiorie  de  £  nrganifation 
ial+,  Amfterd.  >8o8.  8>>  x|ie,  neben  einer  Meng« 
lrrtbümer,  doch  auch  mehrere  gu*a  Bemerkungen, 
über  die  eigentbamÜOben  Saftgänge  f*  f.  enthält« 
Darauf  folgten  L.  C.  Treviranus  Beytr.  zur  Pflanzen* 
Phyfwhgie,  Gott.  1811.  8.,  worin  die  fognaannteit 
Poren  des  Zellgewebes  von  neuem  unterfucht  wor- 
den. Auch  machte  der  Vf.  zaerft  aufmerkfam  auf 
den  Unterfchied  der  beiden  Blattfiäcben.  ,f 

Dann  aber  trat  Job.  Jac.  Paul  Uoldenkawer  mit. 
feioen  wichtigen  Beytrßgen  zur  Anatomie  der  Pßan* 
%en%  Kiel  1812«  4*>  *uf.  Er  bewies  hier  zuerft  das 
Dafeyn  der  fibröfeo  Röhren,  zeigte  fehr  genau  die) 
Entftehung  der  Treppengänge  und  punktirten  Röh- 
ren, ans  der  Anlage  der  Scbraubengänge  dnrch  fenk- 
recbte  Fafern  Verwacbfung  dei;  Queeröffnungen  zu 
erleiden.  Auch  zeigte  er  das  wirkliche  Dafeyn  der 
Poren  in  den  Zellen  des  Nadelholzes,  und  erläuterte' 
dies  durch  angemein  zierliche  Kupfer.  Die  fonder- 
baren  Zellen  im  Umfange  des  Stengels  und  felhft  in 
den  Blättern  des  Sphagnw»  obtufifolium  hielt  er  för 
wirkliche  Schraubengänge,  und  hatte  von  den  Spalt* 
Öffnungen  eine  unrichtige  Anficht. 

Faft  zugleich  erfchien  Dietr.  Georg  Klejert$ 
Prof.  in  Jena,  MSmoire  für  VorganiJßtUm  des  plantest 
Harlem.  (i8*3.)  4-  Es  ift  über  den  allgemeinen  Bau 
der  Pflanzen  das  voilftändigfte  und  belehren dfte  Werk» 
welches  den  Preis  von  der  Hariemer  Societät  gewann» 
Die  Kupfertafeln  enthalten  äufserft  zierliche  und 
treue  DeiTtelluogen  des  Beobachteten.  Als  eigen- 
tümliches Verdieuft  des  Vfs.  mute  man  die  forgfil- 
tiga  Unterfucbung  des  Baues  der  Nadelhölzer  anfe» 
hen:  eigentbümlich  ift  ihm  die  Meimfag,  dafs  das 

Netz  in  der  Oberhaut  nicht  Uofa  <tor<0>  die  Wandt 

♦ 


4 

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312  Siebentes  Buch.    Viertes  Kapitel. 

i 

des  Zellgewebes  gebildet  werde,  fondern  w&hrfchein- 
lich  doch  durch  Gefäfse  entftehe.  Auch  hat  er  von 
den  punktirten  Gängen  die  Vorftellung,  dafs  die  6eb- 
förmig  dÖrVihbrochene  Haut  noch  auswendig  von 
fchräge  gewundenen  Fafern  umgaben  werde.  Einen 
Auszug  aus  dSefem  Werke  lieferte  der  Vf.  in  den 
Grundlagen  der  Anatomie  derfjlanzen ,  Jena  181  5.  8. 

Goftfr.  Beinh.  Treviranus  ^eig^e  durch  tTeffliche 
mikfofkopifche  Beobachtungen,  dafs  Kugelchen  und 
Element*** -»Cylfnrf^r  die  Urformen  aller  organifchen 
Körper  feyn,  {Verm.  Schriften)  S.  1  1 7.  f.),  und  Lu- 
dolf Chrfft  Treviranus  ünterfucbte  die  Veränderun- 
gen forgfähig,  welche  die  innern  Theile  des  Saa- 
rnens erleiden,  {Von  der  Hntwicktlung  des  Embryo, 
Berlin  i8_x5.  4.). 

Lehre  vpn  der  Ernährung  der  Pflanzen, 
und  a  1 1  g  e  m  eTn  e  Begriffe  von  der  Na  - 
tur  der  G  e  w  a*  c  h  f  e . 

Im  Anfange  diefes  Zeitraums  herrfcnten  über 
die  Ernährung  der  Pflanzen  und  nberdieArt,  wie 
fie  die  Flüffigkeiten  anftiehn,  noch  «funkle  Begriffe. 

Guido  A ugu ftin  Baztn,  Am  zu  Strasburg, 
(t  »754,)  fteJIte  ficb  vor,  dafs  die  Säfte  in  den  Pflan- 
zen auffteigen,  weil  he  in  elaftifche  Bläschen  ver- 
wandelt werden.  Dazu  dienen  besonders  die  Schrau- 
bengange. {Öbfervatinns  für  les  plantes  et  hur  anale- 
gie  avec  les  infectesy  Strasb.  174».  8.  Ueber fetzt  im 
Hamb.  Mag.  4.  S.  41f)»  f-  4^5.  f.  9.  S.  597.  f.)  *r  r 

Höchi't  wichtig  für  die  Lehre  von  der  Natur  der 
Gewächfe  wurden  Karl  Bonners ,  Genfer  Bürgers, 
(geb.  1720,  f  l79^i)  Recherches für  Vufage  des  fetal* 
les  dans  les  plantes,  Gott.  1  7^4-  4*  Nicht  blofs  das 
Gefchäfft  der  Einfaugung  und  Ausdünnung  der  Blät- 


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i 


Lehre  vdm  Ben  uid  ran  tfer  Natw?  der  Oexdichf e.   3t  J 

I 

er  wurde  hier  in  helles  Licht  gefetzt,  •  fondern  Yor-f 
tfglieb  dfe^Krnährung  der  Pflanzen  au«  böbfern  Ge* 
ichrspunkten  gezeigt,  da,  ei Pflanzen JntMoot** Baum» 
vollaty  Sägefpänen,  altenUüchern  und  andern  Ma> 
:erien  erziehn  lehrte,  und  zeigte, *d*fs  folche  Ge«* 
*ächfe  <ttefelben  ßeftäMtheile  geben^  als  wenn  fie 
n  Erde  gefunden.  Diefe  Verfuche*  wurden  •  voä 
3eorg  VVolfge  Kraft,  Prof- in  Tübingen ,  (geb.  1701^ 
f  1754,)  beftätigt.  t(Jfe*  com.  petrop.4.  p.  aSt;  f.? 
Dahe*  fchlofs  fcbon  Joh.  Gottfoh.  WaUerba*  Prof,  in 
Upfal,  (g«1>.  1708,  +  1785, )<itlafs  die*Gewächfe  aus 
dem  blofsen  Waffer  ihre  Beftandtheile  bereiten.  (Agri* 
cull.fundam.  cfcem.  p.  35.)  e.  .,  .      .  t 

Aber  genauer  noch  uad  forgfältiger  (teiltet 
Henr.  Ludw.  du  Hamel  du  Monce*u,<  Aufleber  de£ 
FranzöfifchenSeewefens,  (i*bs  1700^  1782,)  iener 
Verfuohe*  10 ,  indem  «r  dereb  Sand  filtrirtes  Flufs- 
waffer;  was  febr  lange  in  Krögen  geftanden,  als  die 
einzige  Nahrung  folchen  Gewäehfen  tieftmmte ,  d«f 
er  in  blofsen  GläTern  erzog.  Unzählige  andere  on- 
gemein  wichtige  Verfuche  Ober  das  Wachsthunvtfei? 
Bäume  legte  er  in  feinem  wahrhaft  imfterblicheti 
Werke:  La phyfique  des  arbres,  vol.  1.  2.- Paris  iy5&. 
4.,  dar.  '    *V  ■ 

Dafs  die  Kohlenfäure  esfey,  welche  das  Waffer 
allein  nahrhaft  für  die  Gewäcbfe  tnaehte,  bewies 
Thom.  Percivall  zuerft  17.75  durch  einleuchtende» 
Verfuche,  (Hunter's  georgical  ejjays>  vol.  5.  p.,17.  f.)i 
die  durch  Job.  Ingenhoufs  noch  mehr  beftätigt  wur- 
den, {Verfußh*  über  die  Ernährung  der  Pßaazen: 
überf.  Leipz.  1798.  8.).  Späterhin  kam  man  dahin, 
den  Kohlen  hoff  felbft  *ls  Produkt  der  Vegetation 
anzufehn.  {Lor.  v.  Crell  in  Gehlens  Journ.  B.  9.  S, 
lOOe  Braconnot  in  Landwirt  kfchaf iL  Zeit*  1811.  S. 
19.  Treviranus  Biol.  B.  4-  S.  93.  f.)  Und  es  ward 
durch  Döbereiners  (Sckieeigger's  Journ.  B.  ia.  S.  424. 


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JT4  Siebentes  Buch.    Viertel  Kapitel. 

f.)  und  Brugnat«Uts  Vt rfuch e  {Güberis  Ann.  B.  4g. 
S.  5s  •&>*  &hr*+r's  Meinuaaj  (Hermbßsdcs  Mu- 
ßum9  Heft  i.)  fahr  wahr  fch  ein  lieb,  dafs  die  Metalle 
20  '*er  Mifchpog  dar  Pflanzen  Abänderungen  des 
Kohlenfraffs  fefo.  *  r. 

Da*  die  grüne  Oberfläche  im  Sonoenfchein 
Sauerftoffgas  aufthaurht,  ward  zuerft  von  Jof.  Briefe- 
ley  entdeckt.  \Verfuche  und  Beob.  über  verfchiedene 
7h»M*  der.  NeturL  B,  \.  S.  aog.  B.  2.  S.  t.  f.)  Da  er 
audeich  behauptet  harte,  daffi.  die  Pflanzen  beffer  in 
verdorbener,  altf  in  gemeiner  Luft  fortkommen  ,  und 
Frait\  Karl  Arhard*  Akademiker  in  Berlin,  die 
Pricftley'fche  Behauptung  zum  Theil  betätigte,  oor 
dafs  er  der  Salpeter luft  die  Kraft  zufebrieb,  die  Keim- 
fähigkeit zu  zerftf*ren,  de  fac.  de  Berlin,  1 778. 
p.  to  bezogen  (ich  hierauf  Job.  Ingenhoufs  Un- 
tersten nagen;  nach  denen  die  Pflanzen,  fowohi  beym 
Kennen,  als  beym  Wachsthum ,  eines  bef ümmtea  An« 
theils  an  Sauerftoff  der  Atmofphäre  bedürfen.  Da*  Son- 
nenlicht ift  die  aufsere,  die  Lebenskraft  der  Gewach- 
fc  die  innere  Bedingung,  wodurch  die  Kohle  ntaure 
der  Gewächfe  in  Seuerftoff  und  Kohlend  off  zerfetzt 
und  jener  beftändtg  ausgebaucht  wird,  im  Schatten 
aber  und  zur  Nachtzeit  hauchen  fie  kohlenfaures  Gas 
aus;  daher  die  Luft  durch  Pflanzen  verdorben  wird. 
(Verfa  he  mit  Pflanzen,  S.  5i.f.)  Die  letztere  Be- 
hauptung ward  in  einer  eigenen  Schrift  von  Job.  Se> 
nebier,  Prediger  und  Bibliothekar  in  Genf,  (geb. 
1742  >  f  »809,)  widerlegt.  ( Eztpirienves  für  (aetion 
de  la  lumiire  fulaire  dant  les  v4g4taux3  Geneve  i7&>a. 
B.)  Er  behauptete,  dafs  die  Pflanzen  im  Schatten 
und  aur  Nachtzeit  gar  nichts  aushauchen:  doch  ka- 
men ihm  feban  Erfahrungen  von  Trübung  des  Kalk- 
waffers  durch  die  von  Pflanzen  im  Schatten  ausge- 
hauchte Luft  vor,  welche  er  indefs  vorzüglich  aus 
der  Verderbaifs  abgariffeaar  »fianzeathnütx  erklärte. 


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Lehre  ?om  Bali  und  von  der  Natur  der  Gewacbfe.  jis 

Berichtigt  wurden  diefe  Erfahrungen  von  Theod.  de 
Sauffure,  der  ungleich  höchft  wichtige  Auftrhlüffe 
über  den.  Verbrauch  und  die  Aushauchung  der  Koh« 
lenfäure  und  des  Sauerftoffs  durch  und  vorm i Helft 
der  Pflanzen  gab.  (RechercJBes  chimiques  für  la  vlgita« 
iion,  Paris  i8o4.  8.)  ,  .«  -.v  < 

Früher  fchon  hatte  Georg  Adolf  Suckow ,  Prof, 
in  Heidelberg,  die  Noth wendigkeit  des  Sauerftoffs 
in  der  Atmofphäre  zur  Vegetation  dargethan,  und 
dadurch  PrieftJey's  und  Iugenhoufs  Verfuche  beftä* 
tigt.   (Act,  acad.  Theodor,  palat.  5.  p.  i65.  f. )  Aus 
jenen    Erfahrungen   zog  Chriftoph  Girtanner  den 
Scblufs,  dafs  der  Sauerftoff  das  eigentliche  Leben*. 
princip  aller  organifirteo  Körper  fey.  {Journal  de 
phyf.  36.  p.  422-  £•)    Und  Alex,  von  Humbold*  zeig- 
te, dafs  das  Keimen  vorzüglich  durch  übergefäuerta 
Kochfalzfäure  befördert  werde.  (Mogaf.  encyclop.  6. 
j>.  462.  f.    Aphorifmen  au*  der  chemifchen  Phyfiologiet 
der  Pflanzen,  Leipz.  1794.  ,8.)    Diefe  Verfuche  wur> 
den  von  J.  von  Ujlar  nicht  allein  beftätigt,  fondern. 
erfand  auch,  dafs  die  Saarn en  in  Bley glätte  und  ge» 
pochtein  Quarz,  den  er  mit  übergefäirertero  Waftec 
begoffen  ,  vortrefflich  keimten  und  die  Pflanzen  fehr 
gut.  gediehen.    (Fragmente  neuerer  Pflanzenkunde  9 
Braunfchw.  1794.  8.)    Auch  Karl  Gottl.  Rafns  Ar- 
beit über  Pflanzen- Phyßologie  (Danmarks  og  Hol« 
Jteins  flora,  D.  1.  Kiöbenb.  1796.  8.)  erhält  ihren 
vorzüglichen  Werth  durch  die  Beobachtungen  Über 
den  F.influfs  des  Sauerftoffs,  des  Lichts  und  felbU  . 
einiger  Gifte,  auf  die  Vegetation.  **v 
-      E.  A.  Lefeburefo  Verfuche  über  das  Keimen  be- 
{tätigten  zwar  im  Ganzen  Humboldt's  und  Uslar't 
Erfahrungen,   aber  es  ward  noch  näher  beftimmt, 
dafs,  wenn  die  Saamen  in  gewiifen  Subftanzen  weni«. 
ger  keimen,  dies  der  Aufiöslicbkeit  der  Salze  zuzu» 
fr.breiben  fcy,  indem  fie  mehr  Waffer  zu  ihrer  Aul«  *  f 


» 


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*  1 

3i6  Siebentes  Buch.   Viertes  Kapitel«  f 

löfung  brauchen  und  es  lifo  den  Saa  entziehe. 
{E^xpdrieaces  für  la  .germinatioa  dex  Jylantes  ,  Strasb. 
1801.  8.)  Franz  H«4*r  und  Jon.  Sehebier  fetzten 
diefe  Verfuche  fort,  um  zu  zeigen ,  dafs  Sauerftoff 
nur  als  Reizmittel- wirke,  und  dafs  eigentlich  die 
•tmofphänfche  Mifchung  des  Sauer-  und  Stickftofb 
das  nothwendtgfte  ErforHerntft  zum  Keimen  ift.  (AU> 
moires  für  finßuence  de  fair  et  de  diverfes  fubftances 
gazeufa  dans  la  germination  de  difßrehtes  graines, 
Geuere  i»oi.  6.)  W.  A.H.  Lampadius,  Prof.  in 
Freyberg, .  breftätigte  dSefe  Wirkung  des  Sauerftoffe 
durch  Verfuche  im  Grofsen  ,  mit  Düngefalzen  ange- 
Reih.  (Hermbltädis  Archiv  der  Agrioultun- Chemie, 
B.  2.  S.  570.  f.) 

Die  Wirkung  des  Sauerftoffs,  al$  dynamifebea 
Reizes  ,  auf  die  PBanzeo  ward  biedureh  ins  Licht  ge- 
fetzt/ So  hatte  man  die  Elektrizität  febon  feit  Job. 
Ant. .  Nolle*  (Recherche*  für  fUectriciti ,  p.  353.) 
unH  Runeberg ,  (Spockh.  accuL  handl.  1757.  p*  17  r», 
•  als  einen  mächtigen  Agenten  in  der  Natur  zur  Jiefor- 
derungider  Vegetation  anfeho  gelernt:  obgleich  In- 
ge nhoiifs  (Verfuche,  B.  3.  S.  117.)  und  VoUa  (Me- 
teorol.  Briefe,  B.  t.  S.  160. )  diefer  Kraft  keinen  be- 
deutenden Einflute  geftatten  wollten.  Selbft  mit  der 
Gakaoifchen Elektricität  wurden  vonGndio  (Gehleas 
Journ.  B.  6.  S.  45i.)>  Vajfali- Eandi  (Voigts  Mag. 
B.  1 1.  S.  358.),  /Cfo's  (daf.  B.9.  S.495.),  Humphr. 
Da*y  (agricult.  chemiftry ,  p.  07.),  Ritter  (Schweig- 
gers  Journ.  B.  1.  S.  409.)  und  M/fc  (GUheris  An- 
nal.  B.  41.  S.  392.  f.)  Verfuche  angeheilt,  die  den 
Einflufs  diefer  Kraft  «auf  das  Keimen  und  die  Bewe- 
gungen der  Pflanzen  bewiefeo.       i  * 

So  ward  dip  Lebenskraft  der  Gewichte,  die 
fich  durch  Verähn  lieh ung  und  Bewegung  aus  innern 
Ur fachen  äußert ,  immer,  klarer.  Von  ihr  hatte 
Mart.  van  Marum  fchon  das  Auffangen  der  Säfte  her- 


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r 

Lehre  vom  Bin  and  ?on  der  Natur  der  Gewöchfe.  3(7 

gelieft  et»  {Disfrde  motu  fluidomm*  Oroni  ng.  1770.  8.) 
.Georg  ßeM  ( JW**J*  o/*  lh~  foc.  of\Manchefter+t%o\.  2. 
-p.  407.)  und  Jul.  Vitr.  Cok/o*  fuofaten  ebimfajJsidin 
Reizbarkeit  der  Pflanzen  au«  verschiedenen  Gründen 
xlarzuthutf*  Xf^ßf*  ^  rnutata  jlumorum in  regno  orgmj* 
Mico  iadols»  Lugd.  Bat.  1-78978«) 
.  •  DeDen ungeachtet  bjifib  ft*  o>n  meiften  Handbü- 
ehern  diefer  Zeit  noch  die  meebanifche  Erklärungs- 
art die  herrschende. 

-  fylufcels*  eines,  franzftfifchen  Officiers,  Werk 
jftber  die  Pflanzen. Phyfiologie  ( Tratf*  thiorique  et 
-pratlque für  ia  Visitation ,  tom*  1 — 4.  Rouen  1781. 

enthalt  vorzüglich  Anwendungen  der  bekannten 
Lehren  der  Pflanzen  -Pbyfioiogie  auf  die  Künfte  des 
.Garten  und  Äckerbaues.  Das  Auffteigen  der  Säfte 
io  den  Pflanzen  gefchehe  nur  in  den  Zwifchen räumen 
nder  Zellen,  ohne  dafs  eigene  Saftröhren  da  feyo. 
Spibft  die  Schraubengänge  febienen  ihm  nur  unentwi- 
ckelte, zufam mengerollte  Fafern  zu  feyo.  Die  Wär- 
ine  hfilt  er  für  den  einzigen  Grund  des  Auffteigens 
der  Säfte;  worin  ihm  auch  Alex.  Hunter  beyftimmte. 
(Geprgical  ejjay*9  vol.  t.  p.  170.  f.)  Das  Abfallen 
der  Blätter  erklärte  MufteJ  aus  dem  durch  verhindere 
fe  Ausdünftung  bewirkten  Anfchwellen  der  Blattftie- 
let  wie  Job.  Andr.  Murray  {qpusc.  \,  i38.)  durch 
Auftreten  der  Knospen,  welche  die  Blattftiele  ver- 
drängen. fcrIV  Ger.  VroKk*  Prof.  in  Amfterdam, 
fah  das  Ausfehjagen  und  Abfallen  der  Blätter  aus  dem 
richtigen  GeGchtspunkt  an,  dafs  es  Wirkungen  der 
erregten  und  erfohöpften  Reizbarkeit  feyn.  {DU f.  de 
defoliatione  vgBtabilium ,  Aroft.  1796.  8.)  Es  kam 
alfo  Jof.  Mar.  Giovenes  Erklärung ,  die  fich  blofs  auf 
den  Unterfchied  des  parencbymatöfen  Baues  der  Blät« 
ter  und  der  holzigen  Strüctur  des  Stamms  bezog,  zta 
fpät.  {Memoria deUafoc.  Ualiaa.  vol.  i3.  p.  1} 


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I  - 


3«8 


Siebente«  Bach.   Viertes  Kepttel. 


ff.  Kafim.  Medicut  Unterfochungen  über  Pflan* 
*en  *Pbyfio!ogie<  {fry  träge  zur  Pflanze** Anatomie 
n.  H.  1  — 7.  Mannh.  1799  —  1801.  8.  Pßan- 
Xen<pfyftologifche  Abhandlungen*  B.  1—3.  Leipz. 
180S. 12.)  bezogen  ficb  haüptfächlich  auf  die  Bildung 
und  Verhältniffe  der' Knospen,  auf  das  Wachs tbora 
des  Hohes,  die  Verhältniffe  des  Marks  und  der  Schei- 
dewände deffelben.  *  • 

Das  eigene  Leben  der  Knospen»  und  die  höhern 
Kräfte,  felbft  die  des  Gefühls,  de«  Appetits,  fogar 
die  VftlJens -Thatigkeit  und  die  Leidenfehaften  der 
Pflanzen  darzuthun,  fcheint  die  hauptfachliche  Ahr 
ficht  Erasmus  Daneins,  Arztes  zu  Derby,  gewefen 
zu  feyii,  (Phytonomie,  Ob  er  f.  B.  1.  a.  Leipz.  1801. 
8.)  In  feinen  Vergleich ungen  des  Pflanzenbaues  mit 
dem  thierifchen  ging  er  fo  weit,  die  eigentümlichen 
Saftgänge  fflr  den  Magen  und  die  Milch  gefäfse  der 
Pflanzen.zu  halten.  #: 

Joh.  Senebier's  gröberes  Werk  Uber  die  Pbjfio* 
logie  der  Pflanzen  (Phyfiologic  vighafo,  tora.  1  —  5. 
•■Oeneve  1800.  8.)  hat  das  grofse  Verdient!,  dafs 
die  chemifchen  VerhältnilTe  der  Vegetation  ▼ortrefF- 
lieh  und  nach  eigenen  Verfuchen  erörtert  werden. 
Aber  fo  wenig  der  a  na  tomifche,  als  der  dynamifche 
Theil  der  Pflanzen  •Phyßölogie  bat  dadurch  gewon- 
nen. ■    » '  .  1 

Zu  den  ein7elen  Bevträgeu  zur  Pflanzen  -  Phyfio- 
logie,  die  nicht  zn  flberfehn  find,  rechnen  wir  Franz 
Juftus  Frenze? s,  Predigers  zu  Osmanftedt  bey  Wei- 
tmar, phyftologifche  Beobachtungen  über 'den  Umlauf 
des  Safes  in  Pflanzen  und  Bäumen ,  Weimar  i8o4*  8. 
Obgleich  diefe  Schrift  von  der  Akademie  der  Natur- 
forscher in  Erlangen  den  Preis  erhalten,  ift  ihr  Werth 
doch  nur  geringe.  Das  Auffteigen  der  Safte  im  Holz* 
körper  und  Bafte  wird  durch  Einfaugung  von  Tinte 
dargethan,  den  Schraubengängen  die  Verrichtung 


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Lehre  roin  Bau  und  tob  der  Natur  derXJewächfe.   3 19 

les  Saftfahrens  abgefprochen ,  auch  das  Abfteigen 
1er  Säfte  in  der  Rinde  gelaugnet.  Aber  weder  mi- 
(rofkopifche  Beobachtungen,  noch  ein  klarer  Vort- 
rag zeichnen  diefe  Schrift  aus. 

Theöd«  Andr.  Knighs  ftellte  intereffante  Verfem 
jhe  Ober  das  Auf-  und  Abfteigen  der  Säfte,  ober  Hie 
/eranderung  des  rohen  Pflanzen*  in  den  Bildungsfaft, 
Iber  die  fenkreebte  Richtung  des  Warzeichens  und 
Iber  die  Bildung  des  Splints  än.  (PhUof.  transact. 
80 1-  p.  335.f.  t8o3.  p.«77.f.  i8t>4.  p.  i83.f.  i«o5. 
>.  88.  f.  257.  f.  1806.  p.  99.  f.  293.  f.  1867«  p.  20 3» 
*.  i8b8.  p.  io3.  f.  21 3.  f.  181 1.  p.  209.  f.) 

Oute  Beobachtungen  und  intereffante  Verfuche 
nft  gefärbten  FlOffigkeiten ,  wodurch  das  Aufzeigen 
1es  Safrs  im  Holzkörper  und  im  Bafte ,  die  Entfte- 
lung  neuer  Rinden  und  Haftlagen  und  der  Einflufe 
Jer  horizontalen  Strahlengänge  ins  Licht  gefetzt  wür- 
Je,  machte  Henr.  Cötta ,  Vorfteher  der  Forft  Lehr* 
inftalt  zu  Tharand,  bekannt.  ( Natur  •  Beobachtun- 
gen über  Bewegung  und  Function  des  Safts  in  den  Ge- 
vächfen,  Weimar  1806.  4«) 

Auch  Siegrn.  Fricdr.  Hermbßädt's,  Prof.  in  Ber- 
lin, Verdien fte  um  den  chemifeben  Theil  der  Natur* 
lehre  der  Pflanzen  find  nicht  geringe.  Er  beurkun- 
dete (ie  nicht  allein  in  der  Anleitung  zur  Zergliede- 
rung der  VegetabilXen  nach  phyftfch « chemifchen  Grund* 
futzen,  Berlin  1807.  8.,  fondern  auch  vorzüglich 
durch  fein  Archiv  der  Agricultur  •  Chemie ,  Th.  1  — 
5.  Berlin  i8o3.  f.  In  dem  letztern  find  die  interef- 
fanteften  Auffätze  von  Joh.  Chrift.  Karl  Schräder, 
Apotheker  in  Berlin,  Ober  die  Erziehung  des  Ro- 
ckens in  Porzellan  •  Gefchirren,  mit  blofsem  kohlen«  V 
huren  Waffer,  wodurch  erwiefen  wurde,  dafs  die 
Pflanzen  ihre  Grundftoffe  nieht  aus  dem  Boden  an« 
tiehn,  fondern  fie  felbft  aus  den  Urftoffen  der  Natur, ' 
bey  Einwirkung  des  Sonnenlichtes,  beraiten.  {Ar- 


3*>  Siebentes  Buch.   Viertes  KapftU-  . 

• 

chiv9  B.  l.  S.  85.  f.  B.  2»  S.  189.  f.)  Aucb  Henr. 
JEinhofsit  kehrers  an  der  Laodwirthfchafts  -  Schule 
m  MöggeJfn^  (f  .810J  treffliebe  Unterfuc  hangen 
über  den  chemifchen  Vegetatioos  •  Procefs ,  (Archiv, 
S.  2.  S.  217.  f^),  feine  Anleitung  zur  J&eantnifs  der 
«hernifchen  Befchaffenheit  des  Bodens,  S.  5o4« 

f.  B,  3.  S.  6>.  f.),  feine  Bemerkungen  über  die  Wir* 
kuog  verfchiedetfer  Säuren  und  Salze  auf  die  Vegeta- 
tion ,  ( daf.  B»  4* &  £ )  >  un4  feine  Unterfucbimg  des 
JRumus,  ( daf.  S.  275.  f..) ,  gehören  zu  den  vorzüglich* 
Xten  Auffätzen  diefer  Sammlung. 

Joh.  Cbrift.  Friedr.  Meyer  > .  Lehrer  an  der  Forft- 
i/eb  ranftalt  zu  Dreiyfsigackepvjjfeferte  über  die  Bewe- 
gung der  Safte  in  den  Pflanzen^  gute  Bemerkungen. 
(Naturgetreue  Dar  je  eilung  4**  Entzrickelung .  Ausbil- 
dung und  des  Wachsthums  der  pflanzen,  Leipz.  1  SoS.  3.) 

A.  Aubert  du  Petit"  Thouaf*  bat  befooders  über 
die  Bildung  der  Knospen ,  über  die  Bewegung  der 
Säfte  und  Ober  die  Entftehuqg  des  Holzes  einzelne 
.Beobachtungen  bekannt  gemacht.  (Etjai  für  Vorgxui- 
fation  des  plantet,  Paris  i_ßo6.  3,  Melange s  de  bd- 
tanique  et  de  voyages,  Paris  18  \\.  8.  Hi/tuire  d*  un 
morceau  de  boit  ,  pr4ctdde  d'u*  ejjal  für  ia  Jeve,  Paris 
.     i8i5.  8.) 

Giro  Pollini  in  Verona  machte  das  Wacbstbum 
de«  Holzes  zum  Gegeoftand  feiner  Unterfucbangen, 
die  Geh  durch  einige  gute  Beobachtungen  empfehlen. 
(Saggio  di  offervazioni  e  di  fperienze  Julia  vegetazionz 
degli  alber i,  Verona  181 5.  8.)  Auch  feine  Elemenü 
di  botanica,  tom.  1.2.  Verona  1810. 18t  t.8.,  zeich- 
nen Cch  durch  guten  Vortrag  der  bekannten  Wahr- 
heiten .der  Phyfiologie  aus. 

Weniger  wichtig  ift  in  diefer  Rückficbt  Job.  Ecf. 
Smittis  latroduetion  to  phyfwlogical  and  Jyftewaaticd 
boiany,  ed.  3.  Lond.  1814.  8.,    Den  Bau  der 
wachte  trägt  er  nach  Mirbel  und  Knight  vor,  und  die 


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Lehre  vom  Bau  und  von  der  Natur  der  Gewichte.  321 

.dynamifcben  Grundfätze  neuerer  SchriftftelJer  find 
ihm  unbekannt. 

Trefflich  erläuterte  Gottfr.  Reinh.  Treviranus 
(Biologie,  B.  4.  S.  7  —  122.)  die  Ernährung  der  Ge- 
wächfe,  obgleich  feine  Ideen  über  den  Bau  der  Pflan- 
zen nicht  allgemeinen  Beyfall  gefunden.  Sein  Bru- 
der, Ludolf  Chriftian,  machte  intereffante  Verfuche 
bekannt,  wodurch  den  Spaltöffnungen  das  Gefchäfft 
der  Ausdünftung  zugefcbrieben  wurde.  {Verm.  Schrifi. 
$ent  S.  170.  f.)  Chrifr.  Friedr.  Harles  ftellte  endlich 
alle  neuere  Beobachtungen  ober  Ernährung  der  Pflan- 
zen gut  zufammen.(^wcw/aocademica,Lipf.  181 5. 8.) 

,    *      -  Fünftes  Kapitel. 

Botanifche  Reifen,  und  Kenntnifa 
ausländifcher  Pflanzen. 

In  keinem  Zeitalter  hat  die  Kenntnifs  des  Pflan- 
zenreichs  entfernter  Länder  fo  aufserordentJiche 
Fortfchritte  gemacjit,  als  in  den  letzten  fiebzig  Jah- 
ren. Nicht  blofs  unterftützt  von  Fürften,  fondern 
auch  auf  eigene  Koften  unternahmen  mehrere  Gelehr- 
te wichtige  Reifen ,  welche  der  Kenntnifs  des  Pflan- 
zenreichs  ungemein-  förderlich  waren. 

t 

Kenntnifs  des  Morgenlandes. 

Der  erfte,  der  in  diefer  Periode  einige  Gegen- 
ftände  des  Pflanzenreichs  irn  Morgenland  aufklärte, 
war  Richard  Pococke^  Bifchof  von  Offory,  obgleich 
der  Hauptzweck  feiner  Reife  Aufklärung  heiliger 
Alterthümer  war.  In  feiner  Defcription  of  che  Eaji, 
vol.  t.  2.  Lond.  1743  —  1745.  fol.,  findet  man  die 
erfte  Nachricht  von  der  tbebaifchen  Palme  {Hypha* 

Gc|cht  d.  fiounik,  a.  ß.  ai 


* 


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....  _ , 

322  Siebente«  Bach.    Fünftes  Kapitel. 

* 

ne  coriacea  Gärtn.),  und  von  mehren»  Pflanzen,  die 

Phil.  Miller  beftimmte. 

Alex.  Ruffel*  der  viele  Jabre  in  Aleppo  als  Ar* 
gelebt ,  (f  1768,)  hinterliefs  eine  Natur gejehichü 
von  Aleppo ,  Th.  1.  2,  Göttingen  1798.  8.,  worii 
aber  die  Flor  nur  oberflächlich  abgehandelt  wird. 

G»ofs  war  die  Ausbeute  auch  nicht,  die  Frie- 
drich Haffelquifts ,  aus  Oftgolhland ,  (geb.  1722, 
f  1752,)  Reife  in  das  Morgenland  trug.  Der  Ein- 
flufsLinne's,  feines  Lehrers,  auf  vermögende  Schwe- 
den brachte  bald  die  nöthigen  Summen  zu  diefer 
Reife  zufammen  ,  und  r^fielquift  durebreifete  Aegy- 
pten  und  Paläff  ina.  Da  fein  frühzeitiger  Tod  zu  Smyr- 
na  allen  weitern  Unternehmungen  ein  Ende  machte, 
fo  gab  Linn«  feJbft  aus  feinen  Papieren  das  Iter  pake* 
fiinum,  eller  refa  til  heliga  landet,  Stockh.  1757.  6\, 
heraus. 

Ein  Kaufmann  aus  Florenz,  J  oh.  Mar Ui,  der  acht 
Jahre  lang  im  Morgenland  gelebt  hatte,  oaä  ßch 
Kanzler  des  florentinifchen  Confuls  auf  Cypern  nann* 
te,  hefchrieb  in  feinem  Viaggi  per  Cifola  di Cipro  e  per 
laSoria  e  Paleftina,  vol.  1  — 5. 1769. 1770.  8M  meh- 
rere morgenländifche  Handelspflanzen. 

Wichtiger  und  erfpriefslicher  für  die  Kenntnifs 
des  Morgenlandes,  als  die  frühem  Reifen,  ward 
das  Unternehmen  der  dänifchen  Regierung,  die  auf 
Joh.  Dan.  Michaelis  Antrieb,  im  Jahr  1761  eine  Ge- 
fellfchaft  von  Gelehrten  nach  dem  Morgenland  ab* 
fchickte;  Carften  Niebuhr,  (geb.  1733,  f  i8t5,) 
ftand  an  der  Spitze  der  Gefellfchaft;  Pet.  Forskol f  ein 
Schwede  und  Schüler  Linne's,  (geb.  1732,  +  1763,) 
1  ging  als  Naturforfcher  mit.  Nachdem  die  Gefell- 
fchaft Aegypten  durchzogen,  ging  tie  nach  Arabien, 
wo  aber  Forskol  zu  Jerim  im  glücklichen  Arabien, 
(  20  Meilen  nordöftlich  von  Mockha,)  ein  Opfer  fei* 
ner  Anftrengungen  wurde.    Aus  feinem  Nachlafs  gab 

;  - 


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Sotanifche  Keifen,  und  kenntaiCs  ausländ.  Pflanzen.  3^3 

♦ 

Gebühr  die  Flora  aegyptiaco-arabica,  Havn.  1775, 
f.,  und  Icones  rerurn  natural ium9  quas  in  itinere 
rientali  depingi  curdvit,   Harn.  1776.  4>>  heraus. 

viel  neue  und  wichtige  Bemerkungen  auch  Fors- 
loI  über  die  ägvptifchen  und  arabifchen  Pflanzen 
nachte,  fo  fchwach  fcheiut  fefne  Kenntnifs  gewefen 
u  feyn,  daher  wir  dem  trefflichen  Mart.  Vöhl  Dank 

viffen,  dafs  er  in  feinen  Symbolae botanicae ,  P.  1  

j.  Havn.  1790 —  i794-  fol.,  die  Forskoffchen  Pflan- 
en  unterfuchte,  beftimmte  und  ihre  ßeftimmungen 
erichtigte. 

Auf  des  franzölifchen  Leibarztes  Vorfchlag,  vom 
Iinifter  Vergennes  unterftatzt-,  wagte  Jak.  Jul.  la 
Vdlardiere  im  Jahr  .1787  eine  Reife  nach  Syrien  und 
em  Libanon,  deren  Frucht  die  Kenntnifs  mancher 
orher  unbekannter  Pflanzen  war.  ([cones  plantar  um 
yriae  rariorum,  dec.  1.  2.    Parif.  1791.  4.) 

Der  Feldzug  Bnonaparte's  nach  Aegypten  ürtdK 
aläftina  im  Jahr  179S  hat  der  Wiffenfchaft  genutzt, 
a  unter  mehrern  Gelehrten  auch  Botaniker,  als  De- 
/<?,  Savigny und  H..  Nectoux ,  ihil  begleiteten.  Von 
em  letztern  haben  Wir:  Voyage  dans  la-  haute  Egypte, 
aris  1808.  fol.  Das  grofse  Prachtwerk:  Defcriptiort 
el'Egypte.  Hiftoire  naturelle.  Paris  181 3.  fol.,  ent- 
alt  ebenfalls  Aufklärungen  über  ägyptifche  Pflanzen, 
lieber  gehören  auch  K.  S.  Sonnini  s  Rci/en  in  Ober* 
nd  Niederägypten ,  B.  1.  2.  Gera  1800.  8.,  und 
riv.  Denon's  Reife  in  Nieder •  und  Oberägypten,  Ber- 
n  i8o3.  8. 

11. 

i 

Kenntnifs  von  Africa. 

Das  nordliche  Africa  ward  in  den  Jahren  1783 
is.1785  von  Renatus  Desfontaines  >  Prof.  in  Paris, 
i  botanifcher  Ruckficht  durchfucht.  Durch  die 
ikademie  der  Wiffenfchaften  Jn  Paris  unterftützt, 

21  * 

*  * 

* 

> 

« 

« 

\ 

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324         Siebentes  Buch.   Fünfte*  Kapitell 

und  von  dem  Confu]  Rercy  in  Algier  eingeladen, 

brachte  Desfontaines  zwey  Jahre  in  der  Barbarey  mit 
Sammeln  uod  Beftimmen  neuer  Pflanzen  zu.  Die 
reichen  Früchte  diefer  Reife  machte  er  in  der  Flora 
atlantica,  vol.  i.  2.  Paris  1800.  4*  %  bekannt. 

In  den  Jahren  1786  und  1786  durchreifere  ein 
kennt nifsreicher  Geiftlicher,  J.  L.  M.  Poirec ,  das 
alte  Nmnidien ,  und  die  Botanik  trug  einen  reichem 
Gewinn  von  diefer  Reife.  {Voyage en  Barbarie^  Pa- 
ria 1789.  8.) 

Der  dänifche  Gonful  in  Marokos,  P.  K.  A.  Schous- 
boe>  machte  auf  einer  Reife  durch  das  Land  treffliche 
Entdeckungen  im  Pflanzenreiche»  {Beobachtungen 
Uber  das  Gewächsreich  in  Marocco.  Aus  dem  Däni- 
schen von  J.  A:  Markußen,  Lejpz.  1800.  8.) 

Das  mittlere  Africa  blieb,  die  Küstenländer  and 
einen  Theil  von  Habeffinien  ausgenommen,  noch 
unbekanntes  Land,  da  die  Bemühungen  der  britti- 
fcben  Gefellfchaft  zur  Beförderung  der  Keontnifs  des 
innern  Africa's  durch  den  Tod  der  Reifenden,  Le- 
dyard 9  Hornemann  und  Mungo  Park,  vereitelt  wur- 
den. Doch  waren  Jak.  Bruces  von  KAnnaird  Reifen 
in  Habeffinien ,  {Travels  to  discover  ihe  fource  0/  the 
Nile,  vol.  1— -5.  Edinb.  1790.  4*  überf.  Leipz»  B.  1 
—  5.  Leipz.  J791.  8.)  und  W.  G.  Browne  $  J&eifen 
5m  mittlem  Africa  {Travels  in  Africa ,  Lond.  1799. 
4»)  für  die  Botanik  nicht  ohne  Nutzen. 

Die  weftJicben  Küften  von  Africa  waren  den 
Europäern»  wegen  der  dortigen  Niederöfflingen^  zu« 
gänglicher,  Mich.  Adanfan  nutzte  fchon  feinen  vier- 
jährigen Aufenthalt  in  Senegambien  (1749  -  *753) 
überaus  trefflich  für  die  Bereicherung  der  Pflanzen- 
kunde. {Hiftoire  naturalle  du  S4n4gal%  Parj^  1737.  4.) 

Paul  Erdm.  Ifen  entdeckte  In  Guinea'eihe  Men- 
ge neuer  Gewächfe,  die  Vahl  und  Willdenow  be- 
fchrieben.  {Reife  nach  Guinea,  Kapenfr.  179g,  8.] 


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B  ot  an  ifcjie  Reifen,  und  Kenntnifk  ausländ.  Pflanzen.  33$ 

iben  die«?  Land  befuchten  Adam  Afzelius,  (Genera 
ü  an  Carum  guineenfium ,  Üpfal.  1809.  4«).  der  Dans 
l Hönning  und  Palifot- Beauvois,  (Flore  d'Opare  et  de 

ienia9  Paris  i8o5  7 —  1810.  4-)* 

Am  meiften  gewann  die  Kenntnifs  des  ffldlichen 
IfricVs,  da  der  Reichthum  und  die  Schönheit. der 
•"orrneo  der  kap*fchen  Flor  ungemein  anlockte. 

Pister  Jonas  Bergius,  Prof.  in  Siockholm,,(f  1790,) 
rar  der  erfte,  der  aus  den  vom  Vorfteher  der  oftin- 
lifchen  Gefellfchaft,  Mich.  Grubt,  mitgebrachten 
Schätzen  eine  kap'fche  Flor  bearbeitete,  die  immer 
loch  bedeutenden  Werth  behält.  (Defcriptiones  plan- 

m 

arum  e  capice  bonae  fpei,  Stöckh.  17^7  8.) 

An dr.  Sparrman  war  im  Jahr  \jto5  mit  dem 
(apitaio  Guft.  Ekeberg  nach  Oftindien  gegangen, 
1771  und  1772  hielt  er  fich  am  Kap  auf,  und  kam 
)is  zum  Sonntagsflufs  und  zur  Agter-  Bruyntjes* 
loogte.  Doch  enthält  feine  Reife  -  Befchreibung 
Hefa  til  gpda  hopps-uddeny  Stockh.  1783.  8.)  nur 
/venige  Bey träge  zur  Botanik.  1 

Aber  unendlich  reich  war  die  Ausheute  för  die 
tViffenfchaft,  welche  Karl  Peter  Thunbergs  Aufent» 
iah  am  Kap  im  Jahr  1772  und  1778  gewährte.  So* 
»vohl  in  feiner  Reife  (Reifen  in  Africa  und  Aßen,  von 
nir  aberj.  Berl.  1792.  8.)  als  auch  in  feinem  Pro* 
iromus  plantarum  capenfium,  P.  1.  2.  Upfal.  1794» 
1S00.  8.,  und  in  der  Flora  capenfis,  vol.  1.  Upf. 
i8i3.  12.,  fo  wie  in  einer  Menge  akademifche* 
Schriften"  befrhrieb  er  die  gemachten  Entdeckungen. 

Auch  Wilh.  Patterfons  Reifen  in  das  Land  der 
Hottentotten,  öberf.  von  J.  R.  Forftery  Berl.  1790. 
8.,  und  Henr.  Lichten ft ein  s  <  Prof.  in  Berlin,  treff- 
liche Reifen  im  fildlichen  Africa,  Th.  1.  2.  Berl. 
1811.  1812.  8.,  blieben  nicht  ohne  Gewinn  für  die 
Pflanzenkunde* 


326         Siebentes  Buch.   Fünftes  Kapitel. 

i 

Unter  den  Infein  bey  Africa  wurden  die  Cana- 
Tien  ,  befonders  Teneriffa ,  von  Peter  Maria  Auguft 
Brouffonec  trefflich  durchforfcht ,  der  feine  Schätze 
Willdenow  und  Andern  freygebig  mittheilte.  Brouf- 
fonet  (geb.  1761,  f  1807)  war  früher  Akademiker 
In  Paris.  Mit  in  die  Partey  der  Gironde  verwickelt, 
entfloh  er  dem  Mordbeil,  indem  er  nach  Spanien 
ging.  Von  Banks  aufs  grofsmüthigfte  unterftützt, 
wandte  er  fich  nach  Marokos,  wo  er  Arzt  des  ame- 
ricanifchen  Confüls  wurde.  Von  da  begab  er  6cb 
auf  die  cdnarifchen  Infeln,  und*  ward  endlich  zum 
Prof.  in  Montpellier  ernannt.  Auch  J.  B.  G.  Bory* 
S.  Vincent  gab  eine  Befchreibung  derfelben  Infeln, 
(Ef/aijur  hs  Ves  fortunttes,  Paris  i8o3.  4-)- 

Die  Mafcarenhas  hatten  bis  zum  Jahr  1775  ei- 
tlen trefflichen  und  einfichtsvollen  Statthalter,  Peter 
Poivre,  der  nicht  allein  für  die  Einkünfte  feiner  Re- 
gierung und  für  den  Wohlftand  der  franzöfifcben 
Pflanzorte  forgte,  indem  er  durch  Sonnerat  aus  Neu  • 
Guinea  den  Muscatennufs  -  und  GewürzneJkenbaurn 
auf  die  Mafcarenhas  verpflanzen  liefs,  fondern  auch 
einen  herrlichen  botanifchen  Garten  auf  der  Infel 
Frankreich  anlegte,  worin  die  Gewächfe  des  heifsen 
Erdftrichs  gefammlet  und  gebaut  wurden.  Er  hinter- 
liefs  eine  nützliche  Schrift:  Voyage  dun  phüofophe > 
Yverdon  1767.  12. 

Nach  P  oivre  s  Abgang,  ward  Job.  Nicolaus  von 
CdrS  Auffeher  des  botanifchen  Gartens  auf  der  Infel 
Frankreich,  (f  1810).  Er,  ein  reicher  Gutsbeßtzer 
auf  der  Infel,  war  viele  Jahre  hindurch  der  auf  merk- 
famfte  Beförderer  der  Pflanzenkunde  und  der  freyge- 
bigfte  Gaftfreund  reifender  Botaniker :  der  öftreich 
fche  Garten  zu  Schönbrunn  verdankt  ihm  vorzüglich 
Vieles. 

Poivre  war  der  grofsmüthige  Gafffreund  des 
trefflichen  Philibert  CommerJont  der  im  Jahre  1767 


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Botanif che  Reifen,  und  Kenntnlfs  ausländ.  Pflanzen.  3:7 

* 

mit  Bougainville  nach  Südamerica ,  von  da  nach  den 
Südfee- InfeJn  gegangen,  und  endlich  auf  der  In  fei 
Frankreich  geblieben  war,  wo  er  Geh  fünf  Jahre  auf* 
hielt,  weymahl  Madagafcar  befuchte,  aber,  nach 
Poivres  Abgang,  vor  Verdrufs  Über  die  fehl  echte 
Begegnung  des  folgenden  Statthalters,  krank  wurde 
uod  1773  ftarb.  Seine  Schätze  wurden  dann  nach 
Paris  gebracht,  wo  6e  noch  unter  Aufficht  Juüfieu's 
ftehn,  der  fechzig  neue  Gattungen*  bekannt  gemacht 
hat.  Commerfon  brachte  nicht  allein  mit  unfägli- 
chem  Fleifs  an  25ooo  Arten  zufammen,  fondern  er 
prüfte  auch  die  Charaktere  mit  fo  rühmlicher  Kritik, 
dafs  der  Verluft  feiner  Handfchriften  unerfetzlicb  für 
die  Wiffenfchaft  ift. 

Ce>es  Gaftfreünd  war  Aubert  Aubert  du  Petit* 
Thouars.  Er  war  als  Seeofficier  nach  dem  Kap  ge- 
gangen ,  um  feinen  Bruder  Ariftides  zu  treffen,  der 
den  verunglückten  1a  Peroufe  aufzufuchen,  in  den 
indifchen  und  Tödlichen  Ocean  gegangen  war.  Sei* 
nen  Bruder  fab  er  nicht  wieder:  er  ging  darauf  nach 
der  Infel  Frankreich,  wo  er  zehn  Jahr  blieb,  und  von 
da  aus,  Madagafcar  befuchte.  Von  diefen  Reifen  und 
jenem  Aufenthalt  haben  wir  folgende  Früchte:  HU 
ftoire  des  vSgdtaux  recueillis  datts  les  isles  auftratet 
d'/lfrique,  Paris  1806.  4- >  Genera  nova  madagafcar 
renfia  in  Römer  collect*  p.  1 95  —  218.,  und  M^lan- 
grs  de  botanique  et  de  voyage,  Paris  1 8 1 1 .  8.  Ueber- 
au *eigt  er  eben  fo  tiefe  als  umfaffende  Keontnifs  der 
Natur. 

J.  B.  O.  Bory-S,  Vincent y  ein  franzöfifcher  Offi- 
cier,  der  mit  dem  Kapitän  Baudin  die  Reife  um  die 
Welt  zu  machen  heftimmt  war,  blieb  zwey  Jahre, 
t8oi  und  1802,  auf  der  Infel  Frankreich,  wo  er  eine 
Menge  neuer  Pflanzen  entdeckte, 'und  treffliche  Be- 
merkungen machte.  {Voyage  dans  les  prinzipales  tief 
des  mers  d'A/rique,  Paris  1804.) 


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r 

3 18  Siebentes  Bach.   Fünftes  Kapitel« 

in.  t  . 

Kenntnifs   des  öftlicfaen  Afiens* 

,  i 
i  * 

Einer  der  erften  Naturforfcher,  die  in  diefer 
Periode  Java  und  China  befuchten,  war  Peter  Osbek, 
fchwedifcher  Schiffsprediger,  nachmals  Präpofitus 
zu  Haslöf.  In  feinem  Dagbok  öfver  en  oßiruüfk  reja, 
Stockh.  1757.  8.,  kommt  die  Befcbreibung  und  Ab* 
bildung  mehrerer  neuer  Pflanzen  vor. 

Die  Sammlungen  feines  Vaters,  aus  den  Ge- 
ich enken  vieler  Keifenden,  befonders  Outgaerden's, 
Pryon's  und  Lor.  Garcin's,  entbanden,  benutzte  Nie 
Lor.  Burmann ,  Prof.  in  Amfterdam,  (geb.  1734» 
7  179^i)  indem  er  eine  Flora  indica%  LB.  1768.  4* 
mit  67  Kupfertafeln  herausgab.  Unter  den  i5oo  Ar- 
ten, die  er  bündig  und  gut  cha ra kterifirte ,  Bad  ge* 
wifs  200  neue  Arten,  wovon  die  meiften  treu  darge- 
bellt  find. 

So  befchrieb  auch  Chrift.  Friit  RottbfiU,  Prof. 
in  Kopenhagen,  (geb.  1727,  f  17977)  indifche  und 
'kap'fcheCyperoiden  und  Reftiaceen,  die  ihm  grotsen- 
theils  der  Miffions  -  Arzt  Joh.  Ger.  König  zu  Tranken- 
bar  mitgetheilt  hatte.  ( Defcriptionum  et  iconum  Ii- 
ber  i»  Havn.  1773.  fol.)  - 

Peter  Sönnerns  Reifen  nach  Oftindien  und  Chi- 
na, in  den  Jahren  1774,  (f  1781,)  haben  der  Bo- 
tanik anfehnlichen  Zuwachs  verfebafft.  (Voyage  aux 
Indes  Orientale*  et  ä  la  Chine,  tom.  1 .  2.  Paris  1 782» 
4.  mit  140  Kupfern.)  Eben  fo  WUh.  Marsdens  hU 
fiory  qf  Sumatra  %  Lond.  1784:  4. 

Ferner  müffen  wir  Jacob  Cornel.  Matth.  Rader* 
tnacher's,  Raths  der  oftindifchen  Gefellfchaft,  (geb. 
1741,  f  1783,)  Naamlyfc  der  planten ,  die  geronnen 
-worden  op  Jiet  Eiland  Java,  ßatav.  1780  ■—  17*2.4., 
rühmen.  ** 


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tatanifehe  Reifen,  und  Kenntnifj  ausländ.  Pflanzen.  329 

Aber  ganz  vorzüglich  hat  die  Kenntnife  dar 
Manzen  Indiens  durch  die  Ausbreitung  der  britti« 
eben  Herr febaft  gewonnen ,  indem  in  Galcutta  nicht 
illein  ein  botanifcher  Garten  angelegt,  fondern  anch 
iftere  Reifen  ins  Innere  des  Landes  zur  Beförderung 
»otanifcher  Kenntniffe  unternommen  wurden.  Wilh* 
Tones  %  Richter  in  Bengalen,  (f  1794J  gab  in  dea 
ifiatic  refearches*  vol.  2.  p.  345.  f.  4o5.  f»  vol.  4  p) 
»29.  f.  237.  f.,  treffliche  Bemerkungen  über  indjfcbe 
Manzen.  Ungemein  wichtig  ift  auch  in  diefer-Rück* 
icht  Wilh.  Roxburgh's  Prachtwerk:  Plant*  0/  ehe 
oafi  of  Coromandel,  vol.  1  —3.  Lond.  1^96.  fol.  \ 

Der  Mjffionar  Joh.  de  Loureiro  aus  Liffabon,  det 
iele  Jahre*  in  Cochinchina  gelebt,  lieferte  nach  fei-, 
»er  Rückkehr:  Flora  cochinchinenßs ,  vol.  i..2*  Ulyf- 
ip.  1790.4*  (Berol.  1793.8.),  die  auch  chinieiifcha 
ind  mozambique'fche  Pflanzen  enthält.  Deorf- in> 
}hina  hatte  Loureiro  drey  Jahre  und  in  Mozambique 
frey  Monate  gelebt» 

Franz  Buchanan,  der  den  Mich.  Symefc  auf  fei« 
ier  Gefandtfcbaftsreife  nach  Ava  begleitete,  famm-  . 
ete  viele  Pflanzen,  deren  Befchreibung  und  Zeich- 
tungen  er  an  Jof.  Banks  gab.  Auch  im  dritten  ßan- 
le  des  Account  of  an  embaffy  to  the  kingäom  of  Ava\ 
^ond.  1 3oa.  4*>  findet  man  mehrere  Pflanzen  von  B.  be- 
cb rieben.  heu\.  Heyne*  s  tracts,  hißorical  and  ftatifti- 
al  onIndia>  Lond.  1804. 4«>  gehören  ebenfalls  hieher. 

Karl  Peter  Thunberg,  der  das  Jabr  1776  in  Ja- 
>an  zugebracht,  hatte,  trotz  allen  Einfchränkungen,. 
lie  fich  die  Europäer  dort  gefallen  laffen  müffen, 
(och  die  Pflanzen  jenes  Reiches  fo  eifrig  ftudirt  ,  dafs 
eine  Flora  japonica,  Lipf.  1784.8.  mit  4o  Kupfer- 
afein  ,  eines  der  nützlichsten  Werke,  die  reich ft eil 
leyträge  zur  Pflanzenkenntnifs  enthält. 

Sibirien  ward  jn  diefem  Zeitraum  eine  faft  uner* 
chöpfliche  Quelle  neuer  Bereicherungen. der  Botanik« 


3JO  Siebentes  Buch.    Fünftes  Kapitel. 

Die  ruffifche  Regierung  fowohl  als  frevgebige  Freun- 
de der  Wiffenfcbaft,  unter  welchen  man  vorzflshch 
den  Grafen  Alexis  Razumofsky,  ehemaligen  Minifter 
der  Aufklärung,  nennen  muCs,  unterftotzteo  reifende 
Botaniker ,  und  breiteten  dadurch  die  Kenntnifs  der 
Natura  Erze ugniffe  jenes  onermefslichen  Landes  ans. 
s       Unter  diefen  Reifenden  war  Peter  Simon  Paltasy 
(geb.  1740,  f  18»  O  Akademiker  zu  Petersburgs 
der  angefebenfte  und  fruchtbarfte.    Vom  Jahr  1770 
bis  1773  dauerte  feine  erfte  Reife,  4sVder  ruffifche  n 
Regierung  nicbt  mehr  als  taufend  Rabe!  jährlich  ko- 
ftete,  und  doch  einen  ungemein  grofsen  Gewinn  für 
die  Naturgeichich te,  Völker-  und  Länderkunde  ge- 
bracht hat.    Befchrieben  ift  fie  in  den  Reifen  durch 
verfchiedene  Provinzen  des  rujjifcken-fiekfts,  Tb. 
1  —  3:  Petersb.  1771  —  177b*.  4-  "*!t  104  Kupfer- 
tafeln ,  worauf  grofsentheil*  neue  Pflanzen  abgebildet 
find.     Spaterbin  gab  Pallas  Bemerkungen  auf  einer 
Reiß  in  die  ßdlichen  SeaiihaUerfchaßen  des  rujfi- 
fchen  Reichs,  B.  1.  2..  Leipz.  1799-  1800.  4««  die 
aber  weniger  Inte  reffe  für  den  Botaniker  Viaben. 
Seihe  Flora  roffwa%  P.  1.2.  Petrop.  1784.  178R.  fol. 
mit  100  Kupfertafeln,  ift  Unvollendet.   Seine  Illuftra» 
Siones  pfantmrum  minus  cognuarumy  Lipf.  1 8o3«foL  mit 
59  Kupfertafeln,  ift  für  die  Gefcbichte  der  Chenopo- 
deen wichtig. 

Weit  weniger  Verdi enft  erwarb  fich  der  fchon 
angeführte  Sam.  Gottl.  Gmelin.  ßeftimmt,  die  töd- 
lichen Gegenden  des  ruffifche n  Aliens  zu  durchreifen, 
ging  er  zwar  den  Don  hinauf,  allein  zu  Tfcberkaik 
hielt  er  fich  Ober  die  gebohrende  Zeit  auf,  nahm  zu 
Aftracan  ein  Weib,  befuchte  darauf  die  fddlichen 
Kuftenländer  am  kafpifchen  Meer,  ging  dann  nach 
Zarizyn  und  im  folgenden  Jahr  wieder  ins  nördliche 
Perfien,  und  fand  endlich  zu  Derbent,  wo  er  fich  in 
fremde  Angelegenheiten  gemengt  hatte,  feinen  Tod 


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Botanifcbe  Reifen,  und  Kenmmfs  ausländ.  Pflanzen.  331 

im  Kerker.  Seine  Reife  durch  Rufsland,  Th.  1  — 
4.  Petersb.  1770—1784.  4*i  enthält  mangelhafte 
Befchreibungen  weniger  Pflanzen. 

Joh.  Gott].  Georgi,  Akademiker  zu  Petersburg, 
befuchte  in  Gefell fchaft  Joh.  Pet.Falk's,  eines  Sch-\vä- 
den,  der  fich  in  Kafan  aus  Scbwermuth  das  Lehen 
nahm,  (geb.  1730,  f  1774»)  und  dann  als  Beglei- 
ter Pallas,  den  Ural  und  die  füdlichen  Länrfer  Sibi- 
riens. Seine  Bemerkungen  einer  Reife  im  ru/Jifchen 
Reiche,  Petefsb.  1775.  4*>  enthalten  eine  Flor  der 
Gegenden  am  Baical-See. 

Joh.  Ant.  Güldenfiäde,  aus  Liefland,  Akademi- 
ker in  Petersburg,  (geb.  1745,  f  1781  ,)  befuchte 
mir  nicht  geringem  Nutzen  Kaukafien.  Seine  Reifen 
durch  Rufsldnd  und  im  caucafifchen  Gebirge,  von  Pal» 
las  herausgegeben,  Th.  t.  2.  Petersb.  1^87.  1791. 
4.,  enthalten  reiche  Pflanzen  •  Verzeichbiffe ,  aber 
ahne  Befchreibungen. 

Karl  Ludw.  Hablizl,  ein  Preufse,  der  fpäterhfri 
Auffeherder  La  ndwirth  fchaft  in  Taurien  Vrar,  hatte 
auch  das  nordliche  Pernen  durchreifet.  Die  von  ihm 
entdeckten  Pflanzen  find  im  vierten  Bande  der  S.  G. 
Gmelin'fcheU  Reife  befchrieben. 

A 

IwstnLepechin,  Akademiker  in  Petersburg,  hat- 
te die  nordlichften  Provinzen  des  europäifchen  und 
afiatifchen  Rufslands  durchzogen.  Sein  Tagebuch 
der  Reife  durch  verjchiedene  Provinzen  des  ruffißhen 
Reichs,  Th.  1  —  3.  Altenb.  1774  —  1783.  4->  cn*- 
hält  wenig  Beyträge  zur  Botanik.  Einige  Beyträge 
tiefer  Art  lieferte  Erich  Laxmann ,  Prediger  zu  Ko- 
ywan ,  (f  1796,)  in  den  Nov.  commene.  petrop.  i5. 
y.  553.  f.  16.  p.  56 1.  f.  18.  p.  5^6.  f.  Wichtig  finS 
tuch  Joh.  Sievers  Briefe  an  Pallas  über  die  Pflanzen 
ler  Mongoley,  befonders  Ober  die  achte  Rhabarber, 
n  Pallas  neuen  nord.  Beytr.  B.  5.  S.  3a3.  f.  6.  S.  255. 

\  7.  s.  143.  f. 


333  Siebentes  Buch.   Fünfte«  Kapitel. 

*    ,  * 

Der  Graf  Apollo  Mujfin-Pußhkin,  Xf  i8o5,) 
durchreifete  in  den  Jahren  1 800  und  1801  Kanka* 
fien,  Cammlete  viel  Pflanzen  und  Saamen,  die  durck 
ihn  in  mehrere  Gärten  kamen;  hinterließ  aber  nichts, 
was  hieher  gehörte. 

Ungemein  vortbeilhaft  für  die  Wiffenfchaft  wa- 
ren die  Betfen,  welche  der  ruffifche  Staatsratb ,  Frie- 
drich Freyherr  Mar f<  hall  von  Bieberfiein  zu  verfchie- 
denen  Mahlen  durch  Taurien  und  Kaukafien  unter- 
nahm. Schon  im  Jahr  1796  war  er  mit  dem  Grafen 
-  Suhow  im  öftlichen  Kaukafien,  an  den  weltlichen 
Kn(jten  des  kafpifchen  Meers  gewefen.  Er  gab  eine 
B  Schreibung  der  Länder  am  kafpifchen  Meer,  Frkf. 
1800.  8.,  heraus.  Dann  war  er  1798,  »802  und 
l8o5  wieder  in  KaukaGen,  und  lieferte  darauf  eine 
treffliche  Flora  taurico  -  caucaftca ,  vol.  1.2.  Charcov. 
1808.  8.,  die  fich  fowobl  iturch  Reichthum  an  neuen 
Entdeckungen,  als  auch  durch  die  grundliche  Kritik, 
un<<  Vergleichung  mit  den  wichtigften  Herbarien , 
befonders  dem  Tournefort*fchen ,  auszeichnet.  . 

Von  Jen  Reifen,  die  Londes,  Salefow ,  "Re- 
dowsky,  Steyen,  Helm,  Taufcher  und  Andere, 
grofsentheils  dorch  den  Orafen  Razuntofsky  unter* 
ftarzt,  oder  auf  Befehl  der  ruffifchen  Regierung  un- 
ternommen ,  ift  nichts  bieber  gehöriges  zu  unfercr 
KenntmCs  gekommen« 

m  IV. 

Kenntnifs  von  Nordamerica. 

*  1  » 

Ein  Arzt  in  Virginien,  Joh.  Clayton,  war  der 
orfte,  der  in  diefem  Zeitraum  Nachfolger  Banift er  s 
lind  CatesbyV  wurde:  Er  fchickte  eine  Meirge  ge- 
lammleter  Pflanzen  an  Job.  Friedr.  Gronovius%  Sena- 
tor in  Leiden,  (geb.  1^90*  f  1762,)  der  fie  in  der 
Flora  virgütka,  1.  2.  Lugd.  1743.  8.,  bearbeitete 


uigi 


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totanifche  Reifen,  und  Kenntnifc  ausländ.  Pflanzen*  333 

♦ 

■ 

nd  ordnete.  Sein  Sohn  Theodor  Lorenz  lieferte 
782.  4»  eine  neue  Ausgabe,  die  viele  Zufätze  ent« 
alt. 

Aufser  Mitchell ,  den  wir  fcbon  genannt  haben, 
ammlete  Cadwallader  Colden  in  Neu  York  Pflanzen, 
ie  er  an  Linne  fandte.  Diefer  ynachte  fie  in  den  Act. 
'je.  upfaU  17  *3.  p.  81.  und  1744  —  »75  b.  p.  47«  f« 
ekannt.  Colden's  Tochter,  Mifs  Jenny,  befchrieb 
as  Hypericum  virginicum,  (Effays  by  afoc.  inEdiab. 
ol.  2.  p.  1.  f.).  Sie  vermählte  ficfa  mit  einem  fchot« 
ifchen  Arzt  Farquhar,  und  hinterliefs,  da  fie  1764 
tarb,  eine  Flor  von  Neu -York,  mit  Abbildungen, 
lie  Wangenheim  an  Bai  finger,  und  diefer(  au  Jof. 
Janks  gab.  (Schräders  Journ.  1800.  2.  S.  468.) 

Peter  Kalm,  ein  Finnländer ,  fpäterbin  Prof  in 
^bo,  (geb.  I7i5,  f  *779>)  ward  auf  Linn e*s  Be- 
rieb von  der  Akademie  der  Wiffenfchaften  zu  Stock- 
lolm,  den  beiden  Lande«;  -  Univerfitäten  und  dem 
vJanufactur- Comtoir  der  Reichsftände  nach  Nord« 
Vmerica  gefchickt,  um  den  rothen  Maulbeerbaum 
lach  Schweden  zu  bringen,  damit  der  Sei  leobau  ein- 
leimifch  würde.  Kalm  hielt  fich  von  1747  ~  »749 
n  Penfylvanien »  Neu  «York  und  Neu'  Yerfey  auf, 
heilte  Linn6  eine  Menge  neuer  Oewächfe  mit,  und 
»ab,  nach  feiner  Rückkehr,  Refa  cd  norra  America* 
D.  1  — 3.  Stockh.  1753  —  1761.  8.,  heraus.  Dem 
rothen  Maulbeerbaum  fchilderte  er  genauer  in  den 
Stockh.  acad.  handt-  1776.  p.  i43.  f. 

lob.  Bartram,  Gutsbefitzer  in  Penfylvanien ,  war 
ein  fleifsiger  Sammler,  den  Dillenius  und  Kalm  rüh* 
men.  Er  gab  eine  Befchreibung  feiner  Reife  an  die 
grofsen  Seen  in  Kanada  heraus:  Objervations ,  made 
In  his  travels,  Lond.  1*761.  8. 

Der  Jefuit  Pet.  Franz  Xaver  de  Charlevoix,  Mif- 
Bonar  zn  Quebec,  (geb.  1684» +  1761,)  hat.  im  zwey- 
ten  Theil  feiner  Hifioire  et  dtßription  generale  de  la 


■- 


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1 

334  Siebentes  Buch«   Fünftes  Kapitel* 

»  m 

■ 

nouvette  France*  voh  1  —  3.  Paris  1744«  4-f  ^ela 
Pflanzen  aufgeführt,  aber  gröfstentheils  find  fie  aus 
Cornuti  entlehnt. 

Die  grönländifcben  Pflanzen  wurden  von  David 
Crantz,  Mtffionar  der  Brüder- Gemeine,  zuerft  in  der 
Historie  von  Grönland ,  1.  8.  79.,  Aufgeführt,  und  ge- 
nauer von  Scbreber_  beftimmt.  {Fortfetz,  der  Hi/iorie 
von  Grönland,  S.  280.  f.) 

Friedr.  Ad.  Jul.  von  Wangenheim ,  preufs.  Ober- 
forftmeifter ,  der  längere  Zeit  in  America  gewefen, 
erwarb  fich  Verdienfte  um  die  genauere  Kenntnife 
und  Anpflanzung  nutzbarer  nordamericanifcher  Holz* 
arten.  (Befchreib.  einiger  nordamericanifehen  Holz* 
und  Bufcharten*  Gott.  1781.  8.  Beytrag  zur  deut- 
fchen  holzgerechten  Forftwißenfchaft  *  Gott.  1787. 
fol.  Beobachte  der  berU  Gefelljch.  naturf.  Freunde* 
B.  2.  St.  3.  S.  129.  f  33.  f.  B.  3.  S.  3i8.  f.  323.  f.) 

Thomas  Walter  lieferte  eine  Flora  caroliniana* 
Lond.  1788.  8.,  und  Humphry  Marfhall,  Eigenthü- 
mer  in  Nordamerica ,  ein  Arbuftum  americanum ,  the 
american  grove*  Philad.  1785.  8,  Ludw.  Cafnglio- 
ms  Viaggio  ne%li ftati  uniti  delf  America  fettentriona- 
le*  tom.  1.  ö.  Milan.  1790.  8.,  enthalt  auch  ein  Ver- 
zeichnifs  von  Pflanzen,  welches  in  den  Opuscoli  fcel- 
ti*  tom.  *3.  p.  269.  f.  ,  wieder  abgedruckt  ift. 
1  Einer  der  fleifsigften  Sammler  war  Henr.  Müh» 
lenbergy  Prediger  zu  Lancafter  in  Penfylvanien, 
(f  181 5).  Durch  ihn  haben  Schreber,  Wiildenow, 
Schwägrichen ,  Smith  und  ich  viel  neue  nordameri- 
canifche  Pflanzen  kennen  gelernt.  Von  ihm  erfchien 
ein  Verzeicbnifs  der  Pflanzen  feiner  Gegend  in  den 
Transacu  of  the  americ.foc.  vol.  3.  p.  157.  f.  und  ver- 
mehrt Lancaft.  181 3.  8. 

Wilh.  Bartram*  des  oben  angeführten  Johann 
Sohn,  Gutsbefitzer  am  Delaware,  gab  Trauelt 
through  North  •  and  South  •  Carolina*  Philad.  1791.8., 


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Botanifcbe  Reifen»  und  Kennlnifs  ausländ.  Pflanzen.  335 

heraus,  worin  viel  Aufklärungen  über  die  Pflanzen» 
Welt  vorkommen. 

Auch  Job:  Dav.  Schöpf,  Arzt  der  deutfchen 
Truppen  in  Nordamerica,  fpäter  Vorfteher  des  me- 
dicinifchen  Collegiums  in  Anfpach,  lieferte  fowohl 
in  reiner  Reife  durch  die  nordamericanifchen  Staaten^ 
B.  l.  2.  Erlang.  1788.  8.,  als  auch  in  der  Maieria 
jnedica  americana,  Erl.  1787,8.,  gute  Beiträge  zur 
Kenntnifs  der  Pflanzen. 

ArcbibaJd  Menzies,  eki  Schotte,  der  den  Kap. 
Georg  Vancouver  auf  feiner  Reife  in  den  nördlichen» 
Theil  de?  fallen  Meers  begleitete,  fammiete  an  der 
Nordweftküfte  von  America  Pflanzen,  und  befchrieb 
feltene  Arten  von  PoJytrichüm.  (Transace.  0/  the 
Linn.  Joe.  4.  p.  63.  f.) 

Eine  Flor  von  Nordamerica  lieferten  Andr.  Afi- 
chaux:  Flora  boreali -  americana ,    vol.  1.  2.  Paris 
l8o3»  8.  mit  5i  Kupfern,  und  Friedr. *Purfh9  der 
fich  lange  in  Nordamerica  aufgehalten:  Flora  Arne* 
ricae  feptentrionaljs ,  vol.  1.  2.  Lond.  i&<4«  8.  mit 
24  Kupfern.    Michaux  (geb.  1746,  "j*  1800)  war 
febon  früber  (1782  —  1785),  durch  die  franzöfifche 
Regierung   unterftQtzt,   in   Perfien   gewefen:  von 
1785  —  ^796  hatte  er  Nordamerica,  fo  weit  Men- 
fchen  wohnen,  durchreifet,  und  eine  zahllofe  Men« 
ge  Pflanzen  nach  Frankreich  gefchickt.    Nach  feiner 
Rückkehr  fcbiffie  er  fieb  mit  dem  Kap.  Baudin  ein, 
hlieb  aber  auf  der  l.nfel  Frankreich,  ging  von  da 
nach  Madagafcar,  und  ward  ein  Opfer  des  Klimata. 
Von  ihm  ift  aneb  eine  treffliche  Hi/toire  des  chknes  de 
tAmirique*  Paris  1801.  fol.    Sein  Sobn  F.  A.  Mi- 
chaux f  der theils  mit  dem  Vater,  theils  fpäter  allejn 
in  Nordamerica  gewefen,  gab:  Foyage  a  tOuefi  des 
rn oius  Alläghany,  Paris  1804.  8.,  und  Hißoire  des 
Mrbresforejtiers  de  l'Ame'rique,  Paris  1810.  f. 


336         Siebentes  Buch«    Fünfte*  Kapitel* 

Die  merkwürdige  Reife,  welche  Meriwether 
Lewis*  Statthalter  des  obern  Louißana,  in  Gefell- 
fchaft  des  Generals  Daniel  Clark,  queer  durch  Nord« 
america  bis  an  den  Columbia  unternahm,  ift  gewinn* 
reich  für  die  Wiffenfchaft  geworden.  (Voyag?  des  ca* 
pitaines  Lewis  et  Clark ,  en  1804 —  1806,  rtdlgeptr 
Gafs>  tradu'u  par  Lallemant *  Paris  io*<o.  4*)  Die 
Sammlung  von  Pflanzen,  auf  diefer  Reife  entdeckt, 
benutzte  Purfh. 

Neuerlich  erfchien  von  Wilh.P.  C  Barton ,  Prof. 
in  Philadelphia:  Florae  phitadelphirae  prodromuSy 
Philad.  i8i5.  4->  in  tabellarifcher  Form. 

v. 

Kenntnifs  von  Weftirfdien. 

I 

Unter  den  Schriften,  die  die  Flor  der  weftin- 
difeben  Infein  in- diefem Zeitraum  abhandein,  ifrGrif* 
fith  Hughes r  Gei ftlichen  auf  Barbados,  Natural  Ai- 
fiorj  of  Barbados,  Lond.  1750.  fol.,  dieältefte,  aber 
am  wenigften  wiffenfchaftlicb. 

Defto  gründlicher  ift  Patrick  Browne***  eines 
Irländers,  Civil  and  natural  hifiory  of  Jamaicay  Lond. 
1756.  fol.,  gearbeitet.  Die  Charaktere  der  Oattun- 
gen  tind  Arten  find  genau  entwickelt,  und  von  Ehret 
trefflich  dargeftellt.  Eine  Menge  neuer  Pflanzen 
wurden  durch  Browne  zuerft  bekannt,  und  feiten 
fanden  fpätere  Beobachter  etwas  zu  feinen  Untert- 
eilungen hipzuzufetzen» 

Der  würdige  Altvater  aller  lebenden  Botaniker, 
Nicolaus  Jofeph  von  Janquin,  legte  den  Grund  n 
feinem  Ruhm  durch  feinen  Aufenthalt  in  Weftindiea 
vom  Jahr  1754  —  x7$§*  Ihn  nat  feiten  ein  Reifen- 
der an  Reichthum  der  gemachten  Entdeckungen  öder 
an  Genauigkeit  der  Beobachtungen  übertroffen.  Di« 
Früchte  feines  Aufenthalts  in  Weftindiea  waren 


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Bounif  che  Reifen  t  waAKtnntmU  ausländ.  Pflanzen.  337 

Emmeroth  fyftematica  plantarum  %  quas  in  inßdis  ca~ 
ribacis  detexit,  Leid.  1760.  Äl,  .dann  die  unfterbji- 
che:  Selectarum  ßir,pium  americanarum  hißoria* 
Vindob.  1763.  £pl.fi  und  Obfervationes  7?otanicae9  V. 
i-^4-  Vindob.  1764  —  1771-  fol.  .  ' 

.  Nach  ihm  inufs  vorzüglich  Ol.  Swartz,  Prof.  in 
Stockholm,  genannt;  werden,  der  in  den  Jahren 
1783—  1787  in  Weftindien  war.  Wir  haben  von 
ihm: -Nova  genera  et  fpecies plantarum  p  Holm.  1788. 
8. ,  Objervaciones  botanicae,  Erl.  1 79 1 .  8. ,  vorzüg- 
lich aber  Flora  Indiae  Qccidentalis  >  vol.  1  — 3.  Erl» 
»797—  *8o6.  8-  Kupfertafeln,  worauf  die 

Charaktere  der  neuen  Gattungen  dargeftellt  find. 

Martin  Vahl  befebrieb  die  Pflanzen,  die  Ryan ^ 
Weft,  von  Roljr  und  Andere  in  Weftindien  gefamm* 
let  hatten.  (Eclqgae  americanae,  fafc.  1.  2.  Havn. 
17964  1798.  fol.  .Icones  ülußrationi  plantarum  in 
eclogis  infervientes^        1  —  5.  Havn.  1798.  1799, 

fol.)  J  tft  •  t 

Endlich  haben  wir  von  Tuffac  ein  PrachtwerK: 
Flore  des  Antilles  >  Paris  1808  —  1S11.  fol. 

-  "  VT 

'  "Kenntnifs   von  Südamerica.  • 

Die  meiften  Entdeckungen  wurden  in  den  un« 
ermefslichen  Ländern  gemacht,  die  von  Flora  befon- 
ders  begünftigt,  doch  noch  wenig  unterfucht  waren. 

Die  nördlichen  Küftenländer  von  Südamericat 
befonders  Gujana,  worden  von  franzöfifchen  Bora- 
nikern  durchforfcht.  Peter  Barrere,  nachmals  Prof. 
in  Perpignan,  (f  1755,)  war  der  erfte,  der  in  fei-, 
nenn  Effai  für  fhifioire  naturelle  de  la  France  tquino« 
xiale,  Paris  1741*  12.,  die  Pflanzen  von  Gujana  m 
alphabetifcher  Ordnung  aufführte  und  fie  nach  Phu 
mier  und  Tournefort  beftimmte. 
1  Geich,  d.  Botanik,  2,  BÄ  23 


33»   '  '  Sieb efci«  tfüek  *ttäfiß';K*pite£ 

*  r  Dann  folgte  fiter  Lößing,  tin  Schwedt  ,  (ge£ 
1729»  t  »756,)  äV,  vrfö-Lfnne'deinfpanifchcnM!. 
ruft  er  CarvapI  empfohlen,  von  der  fpanifcben  Re* 
gierung  nach  Cumana  und  Gujana  gefchickt  wurd«, 
dort  aber  ein  Opfer  des  Klimas  fiel.  Linne  gab  Löf. 
ling's  Tagebuch:  Hefa  Sil fpanska länderna,  Stocka. 
1758.  8.t  heraus.  Es  find  hier  mehrere'  feltene 
Pflanzen  genau  befch rieben.   .  ' 1 

Ein  Apotheker ,  Fofee  töhi,  der  von  1762  — 
1764  inGufana  lebte,  früher  die  Infel  Frankreich 
und  fpäter  Domingo  befuchte,  hatte  einen  fo  grofsen 
Heichthum  neuer  Pflanzen  2ufammengebracht,  dafs 
feine  Hißoire  des  planus  de  Ja  Guiane  fran^aife vol. 
«1  —  4«  Paris  1775.  4-  mit  892  Kupfertafeln  ,■•  zu  de* 
»en  Werken  gerechnet  werden  m ufs ,  wod u rch  dm 
'Botanik  außerordentlich  gewonnen,  .wMi% 

Einige  furinamifche  Pflanzen  befchrieb  Chrift. 
Friis  RottböU  in  Defcriptione*  phsnsamm  rartormi*, 
Havn.  1776*  4*  Mehrere  Pflanzen,  die  in  Gujajia-ge- 
fammlet,  und  von  einem  englifchen  Kaper  erbeutet 
waren,  befchiieb Ed. Rudge.  {PltutturumGwmhe^ 
riorum  icones  es  defcriptiones,  Lond.  1806.  fol.) 

Brafilien  ward  früher  von  einem  Italiener,  Do* 
min.  Vandelli,  der  lange  in  Rio  de  Janeiro  gelebt 
hatte ,  durchforfcht.  Sein  Fa/ciadus  plantar  um  ,  Ulyf- 
fip,  1771.  4-  ml*  vier  Kupfertafeln,  ift  das  einzige, 
was  wir  darüber  haben.    Von  des  Grafen  Hofihahns- 
egg  Pfeife  nach  Brafilien  ift  nichts  weiter  bekannt  ge- 
' worden,  als  die  Pflanzen,   die  er  Willdenotv  mit« 
*  tbeilte.    Durch  G.  Langsdorfs  der  i8o3  —  1806  den 
Kapitän  von  Krufenftern  auf  feiner  grofsen  Seereife 
begleitete,  find  die  Pflanzen  auf  der  Katharinen  -  Infel 
bey  Brafilien,    befonders  Farrenkräuter,  bekannt 
4  geworden.  {Tlantes  recueüües  pendane  le  voyage  des 
Ruffes  autour  dumonde,  Tabing,  idio.  fol.)  Hie- 


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n,  \m& Kenntnifs  ausländ.  Pflanzen«  339 


her  Henr.  Kofters  travels  so  Braß,  Lond.  1816.  4,f 
mit  einem  Verzeichniffe  von  Pflanzen. 
\  Ueber  die  Flor  Chile's  erfchien  des  Mifßonars 
loh.  Ignaz.  Molinas  Saggio  fidla  fioria  naturale  del 
Chili,  Bologn.  1782.  8..,  mit  vielen  Bemerkungen 
aber  neue  Pflanzen.  ' 

Ein  trefflicher  Botaniker,  Jof.  CöSfeftin.  Mutis% 
zu  SaotaFe  de  Bogotd,  (geb.inCadiz  1734, 1 1809,) 
Jer  fcbon  Linne  fehr  viele  Oewächfe  aus  Südamen« 
:a  gefandt,  arbeitete  viel  für  die  Flor  jener  Lander, 
jefonders  für  die  beffere  Kenntnifs  der  China- Arten. 
Wir  haben  blofs  einzele  Abhandlungen  von  ihm  iß 
Ken  Nov.  act.  foc.  upfaU  vol.  5.  p.  120.  f.,  in  den 
itockh.  accuL  handl.  1784.  p.  299.  f.,  dann  feine  In~ 
Iruccian,  relaüva  de  las  e/pecies  y  vir  Sudes  de  la  Qui* 
za,  Cadiz  1792.  4* 

In  Gefellfcbaft  des  Franzofen  Jof.  Domhey,  (gej>: 
1742-,  +  t795,)  machten  die  Spanier  Hippol,  Ruiz 
md  Jof.  Pavon  von  denTJahr  1779  —  1788  wichtig» 
\eifen  durch  Peru,  Chile  und  die  angräpzenden  Lan- 
ier.    Domhey,  deffen  wohlthätige  Gefchäfftigtteit 
hn  nicht  binderte,  für  die  Bereicherung  der  Pflan- 
:en -  Kenntnifs  zu  forgen,  ward,  nach  feiner  Rück- 
cehr,  durch  unglaubliche  Bedrückungen  der  fpani« 
chen  Behörden  an  Oeift  und  Körper  krank.  Seine 
ichätze  benutzten  Ruiz  und  Pavon ,  neben  den  zahl* 
-eichen  Beobachtungen ,  die  fie  in  jenen  Ländern  ge- 
nacht  hatten.    So  entftanden:  Florae  peruvianae  et 
hilenfis  prodromus ,  Matr.  1794.  fol.  Rom.  1797.  4-> 
md  Flora  peruviana  etchtlenfts,  tom.  1  — 3.  Matr, 
1798.  f.  fol.  Da  Ant.  Jof.Cavanilles  Mehreres  an  den* 
irodromus  ausgeftellt  hatte,  fo  erfchien  von  Ruiz: 
Refpuefca  para  desengano  del  publico  a  la  impugnaciom 
le  Don  A.  J.  Cavanilles9  Madr.  1796.  4«    Es  war 
sin  Streit  der  Leidenfcbaft ,  wie  wir  ihn  oft  haben 
mtftehn  gefehn,  wenn  Selbftfucht  und  Dünkel  nicht 

92  • 


#  1 


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34°  Siebentes  Buch.  t  Fünftes  Kapitel» 

4  • 

^von  Vernunft  beherrfcht  werden.  Ein  Geiftlicfcer, 
wie  Cavanilles,  der  in  Paris  fich  gebildet,  aber  ni< 
Europa  v er] äffen  hatte,  wollte  fich  Männern  gegen 
über  (teilen ,  welche  viele  Jahre  in  America  zage- 
bracht  hatten;  wie  hätte  man  das  ertragen  können1 
Und  doch  mufste  man  ertragen,  dafs  fachkundig? 
Richter  fich  für  Cavanilles  erklärten.  Ruiz  hatte 
noch  früher  herausgegeben:  Quinologia,  o  tratada 
"Hei  arbol  de  la  Quina>  Madr.  1792.4.  IndeFfen,  weit 
entfernt,*  die  Verwirrung  der  Arten  aufzuklären, 
hatte  er  dlefe  Verwirrung  nur  noch  vergrößert,  in- 
dem er  aus  einer  Art  von  Cinchona,  ovalifolia  Mo* 
-'tiaf,  eine  neue  Gattung,  Cofmibuena  machte,  und  die 

*  Cinchona  des  Condamine  als  feine  C.  nitida  angab. 

-   Mit  dankbar  er,' Bewunderung  wird  noch  diefpa- 
tefte  Nachwelt  c!en  Namen  Alexander  von  Humboldt 

*  nennen  :  denn  faft  nieÜatein  Reifender  tiefere  uni 
r  umfaffendere  Kenntnifs  mit  gleichem  reinen  Eifer  für 
'  die  Wiffenfchaft  verbunden :  feiten  hat  ein  Reifender 
'  der  Vermehrung  menfchlicher  Kennfniße  fo  grosse 

Ojpfer  und  fo  herrlichen  Gewinn  gebracht.  Vom 
Jahr  17^9  bii  ins  Jahr  i8o3  brachte  er  in  der  neuen 
Welt  zu.  Von  Carthagetia  bis  Santa  Fe  de  Bogota, 
von  da  nach  Quito,  Cuen$a  und  Jaen,  fammlete  er 
f  und  Amatus  Bonpland>  fein  Begleiter,  fchod  über 
3ooo  Pflanzet.  Im  Jnnius  1802  erftiez  er  niit  drev 
Begleitern  den  Chimboraco,  und  kam  den  23ften  bis 
auf  die  Höhe  von  1 '8,090  Schub,  die  vor  ihm  noch 
Niemand  erreicht  hatte»    1602  im  December  fchiff- 

*  te  er  fich  in  Lima  ein,  ging' nach  AcapulöoY  und  nie!: 
"fich  noch  über  ein  Jahr  in  Mexico  auf.  Nach  Teimr 
:  Röckkehr  gab  er  mit  A/Boitpland  vom  fiht  i8o5 
"die  Plant  es  iqidnoxiales ,  die  Monographie  der  lieh* 

fibmen  und  mit 'Karl  Rurich  die  nova  gemrct  e>*  fpf 
:  cies  plantarem  heraus ,  welche  noch  fortgefetzt  wer- 

•  den.    Wir*  terÜanken  ihm.  'nicht  allein  die  Entde* 


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Botanif che  Reifen,  und  Kenn tnifs  ausländ.  Pflanzen.  341 

ckung  einer  zabllpfen  Menge  neuer  Pflanzen,  von 
denen  Willdenow  einen  grofsen  Theil  benutzt  hat, 
fondern  auch  die  trefflichen  Bemerkungen  über  die 
Verbreitung  und  den  Standort  der  Oewächfe :  in  fei« 
nem  EJfai  für  la  gdographie  des  plantes ,  Paris  1807. 
fol.,  und  in  feinen  Anficheen  der  Natur ,  mit  wijjen- 
fchaftlichen  Erläuterungen,  Tübingen  1808.  12.  Die- 
fe  Unterfuchungen  wurden  früher  fchon  von  Glraud 
Soulavie,  mit  Bezug  auf  das  tödliche  Frankreich 
ßoire  naturelle  de  la  France  mär idionale^  P.y .  'toou, 
1.  Nismes  1783.  S.)  angebellt,1  von  Decandolle  in  fei- 
ner Flore  francaife,  und  befonders  von  G.  Wahlenberg 
in  feinen  noch  anzuführenden  Schriften  weiter  ver- 
folgt.   Auch  Humboldts  Ideen  Fhyßognomik. 
derGewächfe,  Tabing.  1806.  8.,  enthalten  viel  treff- 
Jiche  Bemerkungen  über  die  Verhältniffe  des  äufsern 


Anfehns.  Die  kryptogamifeben  Gewäcbfe,'von  Hum- 
boldt gefa  mm  elt,  giebt  Wilh.  Jackf,  Hook^r  heraus.  ^ 
Die  Falklands  •  Infeln  befchrieb  ein  Geift  lieber, 


Don  Pernetty,  der  Begleiter  BougainvilJe's>  in  dec 
Hifeoire  d'un  voyage  aux  lies  Malouines,  vol.  ».  2. 
Paris  1770.  12.  ätfk 

vii.      v       •  ; 

•    '4  -*■  •  «o  *\  , 

Entdeckungen  in  der  Südfee,  i. 

Ganz  neue  Anflehten  gewann  die  Pflanzenken  nt« 
nifs  durch  die  Entdeckung  einer  Menge  wunderbarer 
Formen ,  welche  Neuhollaod  und  die  Infeln  der  Süd* 
fee  darboten,  * 

Der  unfterbliche  Jakob  Cook,  einer  der  erften 
Seefahrer  und  Helden  neuerer  Zeit,  (geb.  1728, 
f  *779>)  ha"«  auf  f«ner  erften  Reife  Jofeph  Banks, 
jetzt  Präfidenten  der  brittifchen  Gefellfchaft  der  Wif- 
fenfehaften,  zum  Begleiter,  der  zwar  nichts  von  fei* 
nen  Entdeckungen  felbft  bekannt  gedacht  hat*  aber 


•  1 


1 

1 


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$4*         Siebentes  Bach.  Fünftes  Kapitell 

feine  Schätze  zu  benutzen ,  gemattete  er  einem  Jeden 
ihit  der  gröfsten  Bereitwilligkeit,  und  fo  haben  Jof. 
Gärtner  und  Rob.  Brown  den  nützlicbften  Gebrauch 
von  feinen  Sammlungen  gemacht* 

Auf  der  zweyten  ljeife  ward  Joh.  Reinhold  Fot* 
fter,  fpäter  Prof.  in  Halle,  (geb.  1729,  f  1798), 
mit  feinem  Sohn  Georg,  fpäter  Prof.  in  Wilna ,  (geb. 

*754>  f  1794)t  als' Naturforfcher  dem  Kapitän  Cook 
zugeordnet.    Forfter  nahm  auf  dem  Kap  noch  Andr. 
Sparrman  als  Gebolfen  an.    Man  befuchte,  wie  auf 
der  erften  Reife,  das  Feuerland,  .Neu- Seeland ,  die 
freundfebaftlichen  und  Societäts  -  Infein ,  aber  man 
lernte  auch  die  neuen  Hebriden,  Neu  •  Caledonieo , 
Tanna  und  dieMarquefas  kennen«  DieForfter  famra- 
leten  überall  Pflanzen,  aber  fie  fibereilten  die  Her- 
ausgabe ihrer  Characieres  generum  planiarum  ,  Load. 
11776.  4m  fo  f«hr,  dafs  Georg  die  Zeichnungen,  de« 
*en  Originale  ich  befitze,  noch  auf  dem  Schiffe  mach- 
te, und  dafs  man  fich  nicht  einmafa]  Zeit  liete,  Banks 
TJrtheil  einzuholen.    Daher  freylich  manche  Irrthü- 
jner  unvermeidlich  waren.    Georg  gab  fpiter  den 
Prodromal ßorulae  infidarum  auftralium,  Gott. 
S.,  worin  manche  Fehler  des  frühem  Werks  verbef- 
fert  find;  aber  die  gröfsere  Brauchbarkeit  wird  doch 
durch  den  Mangel  genauer  Befebreibuogen  gebin- 
dert.   Auch  fehlt  es  an  aller  Bearbeitung  der  unvoll- 
kommenem Gewächfe.   Er  gab  auch  eine  kleine  ma- 
gellanifche  Flor  in  den  Commentat.  gött.  1787.  p.  i3. 
f.,  befchrieb  die  Pflanzen  der  Infel  Helena  und  Afcen 
fion,  (Commenc  gött*  9.  p.  4&«  f»)t  u°d  lieferte  eine 
Sntereffante  Abhandlung  über  die  efsbaren  Gewächfe 
der  Südfee -Infein,  (de  plantis  e/culentis  infidarum 
außralium,  Berol.  1786.  8.).    Des  Vaters  Bemerkun- 
gen über  Gegenftände  der  phyfifclien  Erdbe fahre ibuni 
und  Natur gefchichte ,  auf  feiner  Reife  um  die  Weh  ge- 

fommlet>  Barl.  1783.  8.,  gehören  zu  den  klaffifche: 

- 

■ 


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Botanifche  Reifen,  undKenntniü  ausländ.  Pflanzen.  343 

Werken,,  wodurch  unter  andern  die  Geographie  der 
Pflanzen  fahr  gewonnen  hau 

r  Sonnerat* s  (Voyage  a  la  nouvelle  GuinJe ,  Paris 
1776.  4.)  und  Thon).  Forreßs  (4  voyage  to  new 
Guinea^  Lond.  1779.  40  Reifen  nach  Neu-Guineä 
find  der  Ausbreitung ,  der  'Pflanzenkunde  ebenfalls 
förderlich  gewefen. 

Ganz  ungemein  ergiebig  für  dje  Bptanik  war 
die  Reife  ,  welche  Malafpina  nach  Sßdamerica,  Me^ 
xico,  den  Philippinen  und  den  Infein  der,  Sndfet 
machte*  Sein  Begleiter  Ludw.iWe,  der  über  10,000 
Pflanzen- Arten  gefammlet,  beschrieben  und  abgebil- 
det hatte,  überliefs  Cavanilles  die  gapze  reiche 
Sammlung.  Diefer  verarbeitete  fie  in  dem  vierten, 
fünften  und  feebsten  Bande  feiner  leones  et  deferiptia- 
nes  plantarum ,  Matr.  1798.  »799-  foL 

Die  Philippinen  hatte  Ferdin.  de  Noronha  un- 
terfucht.  Seine  Schätze  find  durch  Coffigny  an  La 
BiJJardiere  gekommen.  >iL  1 

Da  unterdefs  die  Britten  in  Port- Jack  Ton  an  cTfr 
Oftküfte  von  Neu -Holland  einen  Pflanzort  angelegt 
Latten,  fo  wurden  die  neuholländifchen  Pflanzen  in 
England  bekannter.  Es  kamen  Sammlungen  getrock- 
neter neuholländifcher  Gewachfe  häufig  nach  Euro- 
pa: in  brittifchen  Gärten  zog  man  eine  Menge  Pflan- 
zen aus  Saamen,  und  Joh.  Ed.  Smith  gab  A  fpeeimen 
of  che  botany^  of  New*  Holland,  fafc.  1.  Lond.  1793. 
4*  So  befebrieb  er  mehrere  neue  Gattungen  aus 
jenem  Welttheil  in  den  Transact.  of  Linn.  foc.  vol.  . 
2.  p.  346.  f.  vol.  6.  p.  299.  f.  vol.  9.  p.  294.  f. 
3oi.  Auch  Ed.  Rudge  und  Rieh.  Ant.  Salisbury 
machten  fich  dadurch  bekannt.  (Transact.  of  Linn, 
foc.  vol.  8.  p.  291:  f.  vol.  9.  p.  ^96.  f.  vol.  10,  p* 
283.  f.) 

Als  d  Entrecafteaux  im  Jahr  1791  a;usgefandt 

wurde,  um  den  verunglückten,  la  Pcroufe  aufzufu- 

1 


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Siebente*  Büch.   Fünftes  Kapitel« 


eben,  ward  Jac.  JuJ.  La  Bütdrdihe  als  Botaniker  fflr 
diefe  Expedition  beftimmt.  Man  umfuhr  und  durch- 
fuchte  vorzüglich  die  bisher*  unbefahrnen  Kütten  von 
Neu  -Holland^  Vän- Diemens-  und  Leeuwen  -Land, 
Labillardi£re  brachte  einen  gföfsen Vorrath  intereflan- 
ter  Manzen  mit,  die  er  theils  in  feiner  Relation  du 
voyage  a  la  techer  che  de  taJ*4röufe9  vol.  1.  2.  Paris 
1800.  4*i  theils  in  feinem  Novae  Hollandiae  planta- 
rum  fpeeimen,  vol.  1.  2.  Paris  1804.  fol.  auf  265 
Kupfertafeln  vortrefflich  abbilden  liefs  und  befchrieb. 

.  Ein  neuer  Seezug,  den  Kapitän  Flinders  im 
Jahr  1801  in  die  Südfee  machte,  verunglückte  zwar, 
weil  Flinders,  nachdem  er  einen  grofsen  Theil  der 
Küften  Neu- Hollands  befahren  und  viel  geographi- 
febe  Entdeckungen  gemacht,  durch  den  unbrauchba- 
ren Zuftand  feines  Schiffs  genöthigt,  nach  Europa  zu* 
rückzukehren,   um  ein  neues  Schiff  zu  erhalten, 
in  der  Infel  Frankreich  zurückgehalten  wurde.  Aber 
feine  Begleiter,  Rob.  Brown  und  der  treffliche  Pflan- 
zen-Maler, Friedr.  Bauer ,  blieben,  nach  Flinders 
Abreife,  in  Port- Jackfon  zurück,  und  befuchten  un- 
terdefs  den  Golf  von  Carpentaria,  Van -Diemens -Land 
und  die  In  fein  in  der  Bafs  •  Strafse ,  fb  wie  mehrere 
noch  unbekannte  Gegenden  von  Neu-Holland.  Sie 
brachten  im  Jahr  i8o5  faft  4ooo  Pflanzen- Arten  zu- 
rück.   Einen  Theil  derfelben  hat  Rob.  Brown  geift- 
reich  und  trefflich  in  dem  Prodromus  florae  movae 
Hollandiae,  Lond.  1810.  8.,  p.  i45 — 5j)o.  befchrie- 
ben.    Auch  in  dem  Atlas  zu  Flinders  voyage,  Lond. 
iSi4«  4  >  kommen  treffliche  Abbildungen  feltener 
Pflanzen  vor,  die  in  den  General  remarks  on  ehe  bo- 
iany  of  Terra  auftralU,  Lond.  1814.  4- >  befchrieben 
werden.    Ferdinand  Bauer  gab  Illuftrationes  fiorae 
novae  Hollandiae ,  Lond.  i8i3.  fol«,  wovon  mir  erft 
zehn  Kupfertafeln  zugekommen  find» 

1 

*  ► 


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Siebentes  Buch.   Sechstes  Kapitel.  345 

Sechstes  Kapitel. 

Unterfuchung  vaterländifcher 

Pflanzen. 

Bey  dem  rühmlichen  Eifer,  die  Pflanzen  frem- 
der Welttheile  kennen  zu  lernen,  blieb  man  auch  in 
der  Kenntnifs  europäifcher  Gewächfe  nicht  zurück. 

Eine  allgemeine  europäifche  Flor  legte  Joh.  Jac. 
Römer  an:  die  Abbildungen  find  trefflich,  aber  das 
Unternehmen  gerieth  ins  Stocken.  {Flora  europaea 
inchoata,  fafc.  1  —  14.  Norib.  1797 —  1810.  8.) 
C.  V.  de  Boijfieus  Flore  d'Europe,  tom.  1  —  3.  Lyon 
i8o5.  1806.  8.,  und  Job.  Nepom.  von  Laicharting 9 
Prof.  zu  Insbruck,  (f  1797»)  Vegetabilia  europaea, 
P.  1.  Oenip.  1790.  8.,  haben  nicht  befondern  Beyfall 
erhalten. 

I.    Deutfche  Floren. 

Die  Deutfcben  waren  auch  jetzt  für  andere  Na- 
tionen Mufter  der  eifrigen  und  gründlichen  Unter- 
fuchung  vaterländifcher  Pflanzen.  Vorzüglich  über- 
traf Henr.  Adolf  Schräder,  Prof.  in  Göttingen,  feine 
Vorgänger  und  Mitbewerber  an  Sorgfalt  im  Unter* 
fuchen  und  Gründlichkeit  inj  Arbeiten.  Seine  Flora 
germanica,  vol.  1.  Gött.  1806.  8.,  ift  ein.Meifter- 
iverk,  dem  man  nur  baldige  Fort  fetzung  wünfcht. 
Auch  Jak.  Sturms:  Deuifchlands  Flor  in  Abbildungen, 
Abth.  1.  Heft  1  —  4<>.  Abth.  2.  Heft  1  —  i5.  Abth. 
3.  Heft  1  ■ —  3.  Nürnb;  1799.  verdient  fowohl 

wegen  der  trefflichen  Abbildungen,  als  auch  wegen 
der  guten  Befchreibungen,  die  zamTheil  von  Scbre* 
ber,  Panzer  ,  Hoppe,  dem  Grafen  Sternberg  und  An* 
dem  herrühren ,  klafßfcb  genannt  zu  werden. 

Oerh.  Aug.  Honckenys,  Amtmanns  zu  Golme 
bey  Prenzlow,  (t  *734*)  tynopßs  planiarum  Germa- 


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g46         Siebentes  Buch.    Sechste»  Kapitel. 


wiiae,  vol»  1.      Berol«  1792«  1793.  8#,  war  daran 
berechnet,  die  Synonyme,  befonders  der  älterr 
Sdhriftfteller,  zu  berichtigen:  es  gebt  aber  nur  bij 
zur  Gattung  Gentiana.    Alb.  Wtih.  Rothes  ten tarnen 
ßorae  germanica*,  P.  1  —  3.  Lipf.  1788  —  1800, 
8.,  ift,  befonders  in  Rückficht  der  Algen,  fehr  get 
gearbeitet.    In  den  Phanerogamiften  fehlt  es  an  00« 
-  faxender*,  eigener  Kenntnifs.     Georg  Franz  Hof- 
:  n*a**nfs  Deutfchlands  Flora,  Tb.  1.2.  Neue  Ausg. 
1800.  i8o4«  12m       unficher  und  ohne  grandliche 
Kritik.    Eben  das  gilt  von  Job.  Chriftoph  Rößiling  s 
Jieutfchlands  Fhra,  Th.  *  —.3.  Frankf.  am  Maia 

1812  —  1814«  8, 

Gehn  wir  die  einzelen  deutfehen  Staaten  durch, 
fo  ift  der  öjtreieti '/Wie  Kreis  von  der  Natur  am  meiften 
legünftigt,  und  bat  auch  die  würdigten  Bearbeiter 
gefunden.  An  der  Spitze  ftebt  Nie.  Jof.  von 
vorzüglich  durch  feine  F/ora  außriaca,  cent.  1  — 5. 
VindotkM773  — .  1776.  fol.,  ein  Werk,  weiches  in 
Rückfieht  der  gründlichen  Unterfuchuag  .und  der 
trefflichen  Ausführung  kaum  feines  Gleichest  hat 
Auch  die  Eaumeratio  fiirpium  in  egro  Vindobonmfi, 
Vienn.  m  762.  8.,  die  Coüectanea  ad  botanicam  etc. 
fpectantia,  vol.  1  — -a\.  fuf>pL  Vindob.  1786—1796. 
4.9  und  die  Mifcellanea  außriaca,  vol.  1.  a,  Vindob. 
1778.  1781.  4.,  gehören  hieber. 

Grofse  Verdienfte  erwarb  fich  Joh.  Ani.  Scopoli 
um  die  füdlich  -  öftreich'fcbe  FJor.  Seine  Flora  cur- 
niottca,  tom.  1.2.  Vindob,  1772.8.,  ift  wegen  Ver- 
belferung  der  Gattungs  -  Charaktere,  genauer  Be- 
schreibungen der  Arten  und  zweckmässiger  Abbil- 
dung feltener  Gewächfe  kjaffifch. 

Auch  der  ehrwürdige  Abt  Franz  Xaver  von 
Wulffenm  KJagenfurt,  (f  i8o4>)  arbeitete  Zeit  fei- 
nes Lebens  «nit  unermüdetem  Fleife,  rühmlicher, 
Scharf  {Inn  und  grober  Genauigkeit  an  Erweiterung 


- 


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Unterfuchung  vaterländifcber  Pflanzen.  347. 

- 

und  Berichtigung  der  öftreich'fchen  Flor.  Seine  Be- 
obachtungen find  in  Jacquins  mifceüaneU  und  coife- 
ctaneis  zu  finden.  Nie«  Thom.  Hoft  Jynopfis  plantar 
rum  in  Auftria  fponte  crefeentium,  Vihdob.  1797«  8., 
gehört  zu  den  vorzüglichen  Arbeilen ,  tor  wie  Franz 
Schmidt'*  Oeftreichs  allgemeine  Baumzucht,  B.  1  —3. 
Wien  1792  —  1800.  fol.  mit  1 65  Kupfertafeln* 

Weniger  bedeutend  find  Henr.  Joh*<  Nepom. 
Crantz  ftirpes  auftriacae,  fafo.  i  6.  Vindob.  1769. 
4. >  Balthaf.  Hacquet's ,  ehemals  Prof.  in  Lemberg, 
(geb.  1740 y  f  i8i4))  Plantae  alpinae  carnioliame, 
Vindob.  1782.  4.;  Jofeph  Reiner  undSiegm.  von  Ho* 
henwarttis  botanifche  Reifen  nach  einigen  oberkärnt- 
nerifchen  und  benachbarten  Jlpen,  Klagenf.  1792.  8., 
Leop.  Traitlnick's  Flora  des  oßreicVfchen  Kaifer- 
thumsj  in  Heften,  Wien  i8*5.  4.,  and  J>  A.  Schul* 
ies  Flora  von  Oefier reich,  Wien  181 5.  8*  B.  1.  2. 
Zweyte  Aufl.  . vd^ir 

Das  herrliche  Salzburg  fand  an  Franz  de  Paula 
Schrank  und  Karl  Ehrenbert'  Freyherrn  <\vön  Moll, 
Akademikern  in  Manchen,  treffliche  Bearbeiter  ia 
ihren  Naturhiftorifchen  Briefen  über  Oeftreich,  Salz* 
Faffau  und Berchtesgaden,  B*  1 . 2.  Salzb.  \ 765. 
8.  Diefen  (chlofs  fich  i.  A.  Schultet  an,  in  feiner 
Reife  auf  den  Glockner  und  durch  Salzburg  und  Berch* 
tolsgaden,  Th.  1  —  4.  Wien  1804.  8.  Franz  de 
Faula  Schrank  gab  noch  befonders:  Primitiae  florae 
falisburgenfis ,  Frcf.  1792.8.,  und  Franz  Anton  von 
Braune  die  falzburgifche  Flora,  Th.  1  —  3.  Salzb.. 
1797.  8.  Dav.  Henr.  Hoppe  und  Henr.  Cbrift. 
Funk,  Apotheker  zu  Gefreea,  gaben  ebenfalls  gute 
Beytrfige  zur  falzburgifchen  FJor.  {Botan.  Tafchen- 
buch, 1794.  S.  ti8.  176.  f.  1800.  S.  i3i.  f.  1801. 
S.  1 16.  f.  Regensb.  botan.  BibL  1802«  S.  180.  f.  218, 

f.  235.  f.  1804.  S.  282.  f*) 


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Baierfcbe  Flore»  erhielten  wir  von  Franz  de 
Paula  Schrank  (Baierfche  Flora,  B.  1.2.  Münehea 
1789.  8.)  und  J.  A.  Schulte  s  (Baier ns  Flora  y  Cent 
1.  Lanrfshut  1811.  8. )•  Einzele  Ueyträge  lieferten 
Schrank  in  der  Reife  nach- den  füdlichea  Gebirgen  von 
Baiern ,  Manchen  1793.  8.,  und  in  feinen  Briefen 
über  das  Donaumoor,  Mannh^  1795.  8.,  Dar.  Henr» 
Hoppe  im  botan.  Tafchenbuch,  179a.  S.  5o.  77.  1 15. 
f.  1 79 1 .  S.  90.  f.  1 792.  S.  245.  f. ,  und  Jeunet  DuvaJ, 
daf.  1795.  S.  102.  f.  1796.  S.  i85.  f.  1799.  S.  i45. 
f.  1801.  S.  r66.  f,  i8o3.  S.  125.  f.  1804.  S.  i5j.f. 
Job.  N«pom.  Mayrhoffer  gab  gute  Abbildungen  baier- 
fcber  Pflanzen  in  Steindruck,  {Flora  monacenfis, 
1811  —  'i8i5.fol.)- 

In  Franken  machten  fich  Aug.  Wilb.  Eberb. 
Cbriftopb  Wibel  durch  Primiiias  ßorae  leerthemenfis* 
Jen.  1799«  S.?  ^aS*  Friedr.  Schweigger,  Prof«  in  Kö- 
nigsberg, und  Franz  Körte,  Lehrer  zu  Mögeiin,  durch 
•ine  Flora  erlange* fis,  Erl.  1811.8.,  Frtinz  Xaver 
Heller,  Pj-otf.  in  VVQrzburg,  durch  eine  Flora  wirce^ 
bürgen  fis,  P.  1.2.  Wirceb.  18  io«  1811.  8. ,  bekannt. 
Vorzügliche  Verdienfte  erwarben  fich*Henr.  Chrift. 
Funk  durch  Herausgabe  der  kryptogamifchen  Gewäch* 
fe  des  Fichtelgebirges ,  Heft  1  —  24.  1801.  f.,  Am- 
bro f.  Rau,  Prof.  in  Wftrzburg,  durch  Unterfuchung 
der  Rofen  feiner  Gegend,  (Enumerath  rofarum  circa 
Wirceburgum  crefcentium,  Norib.  1810.  8.),  und  be» 
fonders  Kar)  Friedr.  Phil.  Martha  durch  feine  treff- 
liehe  Flora  cryp&gamica  erlangenfis ,  Norib.  1817.  8. 

Ueber  die  febwäbifchen  Länder  führen  wir  vor* 
zflglich  Karl  ChriGt.  Gmelins,  badifchen  Leibarztes, 
Flora  badenßs,  vol.  1  —  3.  Carlsruh  i8o5  —  1810. 
B.,  als  febr  forgfaltig  gearbeitet,  an.  Auch  F.  Ba- 
ron Roth  von  Schteckenftein  erwarb  fich  nicht  unbe- 
deutende Verdienfte.  (Flora  der  Gegend  14m  den  C7f- 

fprung  der  Donau  und  des  Neckars*  B.  1.  2.  Leinz. 

*.  .  1 

■  1 


- 


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Unterfucbung  vaurländifcher  Pflanzen.  349 

» 

180?.  8.)  Von  geringerm  Belang  £©dt :  J.  F^Gm*. 
lins  Enumeratio  ßirphsm  agri  tubingenfis  indigena- 
rum'i  Tübfhg.  1772.  8.,  trod  Jöh.  Sim.  Rerner's  Fla* 
ra  ftuttgar dien  fit  %  Stuttg.  1786^8.  Des  letztern  B*+ 
fchreibung  und  Abbildung  der  Bäume  und  Gefirüuche, 
-welche  im  Herzogthum  Wärtemberg  **>Ud  u>achfen% 
Stuttg.  Heft  1  — gl  1783 — 1,791.  4* ,  enthalten 
genaue  Zergliederungen. 

Die  Rheinländer  fanden  einen  trefflichen  Bear- 
beiter aä  Joh.  Ad.  Pollieh')  Arzt  zu  Kaiferalautern , 
(f  1780).  Seine  Hißorid  plantarum  in  palatinatu 
electorali  fponte  crefcentium9  tomv  i;— Mannh. 
1776.  1777.  8.,  wird  wegen  der  böchft  gepaueri  Be» 
fchreibuugen  immer  gefch  ätzt  wer  dem  .Unvergleich- 
lieh  ift  die  Sorgfalt,  womit  Job.  Dari.Ie«**  in  der 
Flora  hetbomenfis,  1775.  8*  ,  die  Gräfer  unterfuchte 
und  abbildete.  Sehr  wichtig  auch  :  G+Härtners,  B. 
Meyers  und  J.  Scherbius  Oekonomifok»  teohntfehe  Fh- 
ra  von  der  Wetterau,  B.  1.  2.  Fr  kf.  1799V  1S00.  8», 
und  Könr.  Mönch* s  Enumeratio  plantarum  indigena» 
rumHaJfiaey  Gott'.  1777.8.  Unwichtiger  find :  Job. 
Jac.  Reichard's  Flora  moeno-francqfurtana,  tom. 
1.  2.  Frcf.  1772.  1778.  8.,  F.  L.  Weither! t  Flora  von 
Giejjen,  Gieflen  1802.  8.,  Kathar.  HeJeaa  DöYrien 
Verzeichnis  und  Befihretoung  der  in  den  oranien*  9 
naffaufchen  Landen  teild  wach/enden  Geutäckfi,  Her- 
born 1 777.  8. ,  und  Fr.-  K.  Liebhein  s  Flosa  fuldenfis » 
Frcf.  1784.  8.  4  ■«  - 

Verzeichniffe  von  den  Pflanzen  t!w*aY2*»  \]Sp. 
ferten  Job.  Gottl.  Glediefch  (Befchäjft.  BerL&eßtflfch. 
naturf.  Fr.  B.  4.  S.  35o.  f.)  Uhd'-JoBt  Ph»,  JRüling 
[Gatterer's  Anleit.  den  Harz  zu  berufen;  Tb.  2.  S. 
186.  f.).  -  • 

Die  Göttinger  Flor  bearbeiteten  Albrv  von  Hal- 
ler (Enumeratio  plan  tarum- hör  ti  regit  et  agri  gatti** 


Digiti 


35» 


'  - 


genfis,  Gotting.  1753.  8.),  Job.  Gottfr.  Zinn  (Ca* 
■iajogus  pla/uarum  horti  aeademici  ei  agri  go 
Oott.  1757-  8.),  Job.  Andr.  Murray  (Prod 
fignationis  ßirphm  gotlingenfium ,  Gott.  1770.  80, 
Georg  Henr.  Weber  {Spicilegium  florae  gottingenfis, 
Goth.  1780.  6\),  Friedr.  Wilh.  Weis  (Plantae  crypto* 
gamicae  florae  gattingenßs,  Oott.  1770.  8.),  und 
Friedr.  Wilb.  Londes  {Verzeichnifs  der  um  Gi 
ȟdwathfenden  Pflanzen*  Gott.  1 8o5.  8. ). 

Die  Flor  von  Mecklenburg. Schwerin  fand  ib- 
r*n  Bearbeiteren  Joach.  Chrift.  Timm,  Burgemeifter 
in  Malchin,  {Flora  megapolitanae  prodromus ,  Lipf. 
1788. 8M  und  in  Siemtfen's  Magaz.  für  die  Natur k. 
Mecklenh.  B.  1.  S.  202.  f.  266.  f.  B.  2.  S.  222.  f.), 
und  an  J.  C.  L.  Wredow  (  Oekonomifch  •  technifche  Flo- 
ra Mecklenburgs ,  Tb.  1.  2.  Löqeb.  1811.  1812.  8.); 
die  Flor  von  Mecklenburg -Strelitz  an  Karl  Friedr. 
Schultz,  Arzt  in  Neu -Brandenburg  {Florae 
dienfis  prodromus,  Berol.  1806.  8.). 

Einzele  Beyträge  zur  pommerfeben  Mor  lie- 
ferten: Sem.  Ouft.  Wilcke  {Flora  gryphica*  GrjpYi. 
1765.  8.),  Cbrift.  Ehrenfr.  Weigel,  Prof.  in  Greifs- 
wald,  (Flora  pfomerano-rugica,  Berol  1769.  8.), 
und  Alex.  Bernh.  Kölpin,  Lehrer  an  der  Schule  zu 
Stettin,  (Florae  gryphicae  fupplementum»  Gryph. 
1769.  80. 

Die  roärk'fche  Flor  ward  bearbeitet  von  Karl 
Aug.  von  Bergen,  Prof.  in  Frankfurt  an  der  Oder, 
{Flora  fr anoofunma,  Frcf.  1750. 8. ),  von  Karl  Ludw. 
Wüldenow  (Florae  berolinenßs  prodromus,  Berol. 
,1787.  8.),  C.  S.  Kunth  {Flora  berolinenßs ,  BeroL 
i8i3.  8.),  Adelb.  von  Chamiffb  (Verzeichnifs  der 
auf  den  friedlandffchen  Gütern  cultivirten  Geurächfe, 
nebft  einem  Beytrag  zur  Flora  der  Mutelmark,  i8i5. 
8.).   Die  neumärk'fche  Schrieb  Job.  Friedr.  R* 


1 


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! 


Vnttofuämig  vaterländischer  f  flanzea.  3Si 

ttfi/cÄ  (Prodromus  flarae  '  neömarchteae',  •  Berol. 

lo4-  8.). 

Unter  den  Floren  des  roittfern  Deutichlandee 
die  haUifche  bey  weitem  die  reichfte.    Sie  ward 
n  Fr.  'Willi,  von  Leyffery  preufsifoheio  Kriegsrath, 
eb.  1701,  f  i8i5,)  {Flora  Italenfis ,  Hai»  1761* 
.  altera  1783.  8.  )  ,  und  mir  bearbeitet,  (Florae  ha* 
jfis  tentamen  novum*  Ha).  iSoÖi  8.  Alane  i /Ja  i# 
07.  Manti  2.  1811^).  .  EinzeJe  Beytrage  au -der- 
ben lieferen  -Albr.  Wilb.  ItoÄ  (Brpr.  wr  ßottiÄ 
1.  2.  S.  i35.),  Joh.  Friedr.  Wohlleben  {^upplemenf 
m  ad']Leyßeri  floram  hol  Hai.  ' 1796.  8.f  und  ia 
ippes  Tafchenbi  1797,  S.  Ö2.  f.),  und  Friedr, 
f/i  {Annu$  bötänievs 9  Hai.  1814.  8-)* ■  - 

•Die  Gegend  um  Barby-  darebforfchte  Friedr^  . 
dam  Sehoilers  Au  ff  eher  der.  Lebranftalt  der Brü- 
x-Gemeine, (geb.*  1718,  f  t78$,)  qnoUieferte 
n e  Flora  korbten fis*  LipL .  1 775« s  <Supjfapyuuu7p 
irae  barbienfis%  1787.  8.        -  V  1  " 

Unter  de»  Leipziger  Tiaren  ift  dte.ro«  Job. 
irifu  &m.iS*hreber  df e  gefchätatefte.  (Sjfailegiutn 
\rae  lipßcae,  Lipf.  1771.  8.)  Früher  lieferte  Qeorg 
jd.  Böhmer  ein*  Flora  Lzpfiaeindigen*,  tipt  1 7$o. 
;  fp5*er  Job.  Chrift.  Gott*.  Saumgarten  eine 
ifiefifisi  Lipfj  1790.  8.,  und  Henr.  Gottl.  Ludw. 
Gichenbach  eine  Flora  lipfienßs  pkarmaceutlca$.  LipC 

li7»""'8"  »  '.'i    .  i ■' 

Die  Pflanzen  der  Gegend  um  Dresden  ver*eicl|«* 
!ten  Gbrift.  Traug.  Bucher  ( Florafi  Dresden fis  nomeß* 
itory  Dntsd.  1806.  8.,  und  Htwk  Ficious  XQoMani* 
he's  Tajohenbuck,  Dresden  180&  8.).  Die  krypto- 
milchen  Gewächfe  der  Gegend  um  Freyberg , ,  uud 
fonders  die  Grubenfeh  wämme  befebrieb  Alexander 
n  Humboldt  (Florae  fribergenßs  fpeoimeti,  Beroh 

A    '  . 

■ 

* 

- 


I 


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z<%-         Siebentes  Buch«    Sechstes  KamteL 

Unbedeutend  find  die  Floren  von  Gen  (To: 
Conr.  Hoppe,  Geraifche  Flora,  Jena  1774»  8.),  vo 
Weimar  (Aug.  Wilh.  Dennfredt,  Weimar  s  Flora,  Je 
tia  1800.  8.),  von  Jena  (Job.  Chr.  Fr.  Graumüüer 
fyfeemanfches  Verzeichnifs  wilder  Pßanzen,  dieu 
Jena  wachfen,  Jena  i8o3.  8.).  . 

Böbmifche  Floren  erhielten  wir  von  Franz  W 
lib.  Schmidt,  Prof.  in  Prag,  (Flora  boemica,  Cei 

1  — 4-  P™g»  l79^*  l794*),  und  J.  E.  Pohl  (Fei 
fuch  einer  Flora  Böhmen*,  Tb.  a.a.  Prag  181; 
*8i4-  8.). 

Die  reiche  fchlefifche  Flor  fand  noch  keine 
würdigen  Bearbeiter.  Denn  weder  des  Grafen  Hern 
Gottfr.  Mauufchka,  (geb.  1734,  +  1779,)  Flora  [1 


ckeis  Flora  ßlefiaca  renovata,  vol.  1  —  3.  VratisI 
1787  —  i8i5.  8.,  verdienen  Auszeichnung.  An 
xneiften  haben  noch  Tbadd.  Hanke  (Beobachtung: 
auf  Reifen  nach  dem  Riefengebirge,  Dresden  1791 
4.)  und  Joh.  Adam  VaUnt.Weigel  in  feiner  Befchre 
bung  des  Herzogthums  Schießen,  Vau  1  —  9.  Berl 
1800  —  i8o5.  8.,  geleiftet. 

Rechnen  wir,  wie  billig,  Preufsen  za  Deulfcb 
land,  fo  haben  wir  zwar  zwey  Floren  erhalten:  toi 
Gottfr*  Reyger,  Arzt  in  Danfcig ,  (geb.  1764»  f  178^ 
Tencamen  ßorae  gedanenßs,  tom.  1.2.  Gedan:  1764- 
1766.,  und  von  Eb.  Gottl.  Graff:  Preufsens  Flora 
Elbing.  1809.  8.  Aliein  für  den  Grafen  Leoßencfc 
von' Donnersmark,  der  wenigftens  eine  königsberge 
Flor  verfprochen ,  ift  noch  viel  zu  tbun  übrig. 

Auch  die  Flor  Helvetiens  hat  nach  Haller  keä 
nen  würdigen  Bearbeiter  gefunden:  denn  Job. RoJ 
Süsels ßora  helvetica,  B.  1.2.  Zürich  180*.  8.,  ifcfdi 
unficher.  Einzel«  Beiträge  machte  Villa**  bekaoe: 
( PrScis  d'un  voyage  botanique,  Paris  1812,8.)  Georr 
Wahlenberg  unterfuchte  die  Staadörter  der  Pflanz 


leßaca,  Leipz.  1776.  1777«  8 


noch  Ant.  Job.  Kro 


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t  mm 

Unterfucnung  vaterländifcber  Pflanzen;  35} 

De  vegetatione  et  climate  in  Helveiia  feptentr.  Tu* 
ic.  181 3.  8.)  Auch  L.  Reynier  gab  einzele  Beyträ- 
e.  {MSm.  pour  fervir  &  Vhift.  nat.  de  la  Suiffe.  Lauf. 
788.  8.) 

IL  Niederländische  Floren. 

Die  Pflanzen  der  belgifchen  Provinzen  hefchrieb 
latalis  Jof.  von  Necker  ( Deliciae  gallo  •  belgicae  fdve- 
res,  tom.  j.  2,  Argentor.  17G8.  8.).  Die  FJor  voa 
paä  A.  L.  S.  Lejeürie  {Flore  des  environs  de  Spaa, 
Jege  1812.  8.).  Die  FJor  von  Flandern  Lefiiboudois 
BotanograpJiie  belgique,'  ed.  2.  vol.  1  —  4«  Lille 
799«  8.)  und  Rougrl  (Flore  du  nord  de  la  France , 
ol.  1.2.  Paris  i8o5.  8.).  Die  brüffeler  Floren  von 
ickx  (  Flora  bruxelfcnfis ,  1 S  1  2.  8. ) ,  und  A.  Dekih 
nd  A.  F.  Pajly  (Florula  bruxellenfis  >  Brüx.  1814. 
.)  find  unbedeutend^  DieGrüfcr  von  Flandern  und 
rabant  unterrichte  DesmaZiires  (Agroftographie  des 
?p,  du  Nord  de  la  France ,  Lille  1812.  8.).  Einen 
heil  von  Flandern  und  Hennegau  befchrieb  in  bota- 
ifcher  Rückficht  Hocquart  (Flore  du  dep.  deJemap» 
?,  Möns  1814.  8.). 

Die  ärmliche  Flor  der  ehemaligen  Republik 
olland  ward  von  David  de  Gorter,  Prof.  zu  Har- 
srwyk,  und  eineZeit  lang  ruffifchem  Leibarzt,  (geb. 
717-,  f  1783,)  bearbeitet.  (Flora  gelro-zutphanica, 
arderov.  174^»  8.  Flora  Vll  provinciarum  Belgii 
rderaei  indigena,  Harlem.  1781.8.)  David  Meefc 
hrien  eine  Flora  fr i/ica,  Franek.  1760.  8.,  Adrian 
losjes  eine  Flora  harlemica,  Harlem.  ^779.  8., 
u(  Steph.  Joh.  van  Geuns  gab  einen  Nachtrag  zu 
orter's  Flor  (Plantarum  Belgii  foederati  indigena* 
m  fpicilegium,  Harderov.  1788L  8.). 

III.    Floren  von  Frankreich. 
Allgemeine  Floren  von  Frankreich  gaben  Joh. 
ipt.  Lamarck  (Flore  francaife,  vol.  1  —  3.  Paris 

üefcb,  d.  Botanik,  3.  B,  2  3 


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354  Siebentes  Buch.    Sechstes  Kapitel« 

1778.  8.)  und  Aug.Pyram.  Decandolle  (Fl*r*frmpik 
vol.  1  6.  Paris  t8o5  —  1816.  8.).  Einen  Aosing 
der  letztern,  nebft  neuen  Zufatzen,  gab  derfelbe. 
(Synopfis  plantar  um  in  ßora  galüca  defcriptarum*  Pi- 
rif.  1806. 8.)  Auch  J.  L.  A.  Loifeleur Desloagchamjss 
lieferte  eine  Flora  gallica,  vol.  1.  2.  Pari  f.  1806. 1807 
8.,  welche  nach  dem  Linne'fchen  Syftem  ganz  kurze 

Differenzen,  aber  viele  Zufätze  zu  Decandolles  Ar- 

j  _  k 

beit,  enthält.  Man  füge  noch  Journ.  de  .bot.  2.  p. 
193.  257.  32i.  biozu. 

Abbildungen  franzöfifcber  Pflanzen  lieferten  in 
Frachtwerken,  Bulliard  {Herbier  de  la  France ,  Paris 
1784.  fol.  mit  5o4  Kupfern),  Jaume  St.  HUaire  {Plan' 
tts  de  la  France  däcrites  et  peintes  doprcs  natura, 
livr.  1  —  4<>.  Paris  1806  —  1808.  4.),  vorzög//cn 
aber  A.  P.  Decandolle  (Icones  plantarum  Galliat  ro- 
riorum%  fafc.  1  —  10.  Paris  1808.  f.  4.). 

Beyträge  zur  Flor  verfchiedener  Provinzen 
Frankreichs  findet  man  in  Peter  Jof.  Buchoz  Diction- 
naire  raifonne  univerfel  des  plante*  de  la  France*  toro 
*  —  4-  Pa"«  *7?o.  177  t.  8.,  als  von  CoNe*  die 
Pflanzen  um  Dijon  (tom.  4*  P*  224.)  j  von  Dauben- 
ton  die  Baume  und  Sträucher  in  Burgund  (daf.  p. 
a2i.),  von  Desmoueux,  die  Pflanzen  bey  Caen  (tiaf. 
p.  260.)»  von  Dulac  die  Oewächfe  des  Pila -  Gebirges 
(daf,  p.  233.),  von  Dupaty  die  Flor  von  Angers 
(daf.  p.  258. ),  von  Fourmault  die  Flor  von  Auvergoe 
(daf.  p.  238.),  u.  f.  f.  Auch  gehört  Decandolle  1 
Rapport  für  deux  voyages  botaniques  et  agronomiqufi 
dans  les  ddp.  du  Nord- Eft  et  du  centre%  Paris  181A 
8.,  hieben 

Unter  den  einzelen  Gegenden  Frankreichs  m* 
ren  es  befonders  die  Umgebungen  von  Paris,  als 
dem  Hauptfitz  der  WitTenfehaften ,  die  am  meiftN 
unterfucht  wurden.  Aufs  er  dem  ununterrfchteirs 
Matth.  Fabregou>  deffen  Defcription  des  planet  s,  tjt 

«  » 


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Unterjochung  raterJändifcher  Pflanzen. 

* 

matfitit  autour  2fc  Paris,  voL  1  —  6;  Paris  1/40. 
12.,  wenig  leitet,  arbeitete  Tbom.  Franz  Dalibard 
einen  Prodromus florae  parifienfisy  Parif;  1749.  i2.f 
nach  dem  Linne  fchen  Syftem.  Auch  Barbeu  Du* 
bourg  lieferte  im  zvreyten  Theil  feines  Botanift* 
frtwcais,  Paris  1767,  12.,  "ein  Verzeichnis  der 
Pflanzen  um  Pari«.  J.  L.  Thidllhr  gab  in  der  Flor* 
des  environs  de  Paris,  1797.  8.,  manche  neue  Art, 
von  denen  doch  mehrere  nicht  beftehn  können»  F\ 
V.  Miras  s  nouvelle  flore  d*s  environs  de  Paris ,  1 8 1 5# 
8M  ift  eine  mittel mälsige  Arbeit.  Pracbtwerke  Ii«, 
feden  Turpin  und  Poiteau  {Flore  des  environs  de  Pa» 
ris%  1808.  1809.  \\vr\  1  — 7.),  und  Aug.  und  Frans 
Ple'e  (Herbort fations  des  environs  de  Paris ,  Pari* 
18-10.  f.  17  Hefte). 

Die  Picardie  hatte  Boucher  fleißig  unterfucht. 
Dies  bezeugt  fein  Ex  trau  de  la  flore  ifAbbeville  ei  du 
itpartemeni  de  la  Somme ,  Paris  i8o3.  8. 

Für  die  Normandie  arbeiteten  de  Roußel  (Ftota 
iu  Calvados  et  t er rein  s  adfacens,  Ca€n  1  796.  8.)  und 
Renault  (Flore  du  dipartement  de  tOrne,  AJen$Od 
i8o4.  8.).  * 

Für  Bretagne:  Franz  Bonamy  (Florae  Nanne* 
enfis  prodromus,  Nannet.  1782.  12,)  und  Bonne, 
naifon,  Apotheker  au  Quimper  (Journ.  de  bot.  3» 
>.  1 18.  f.). 

Für  Anjou:  Bätard  (Effai  für  la  flore  du  dtp. 
le  Maine  ei  Loire,  Paris  1809.  12  Supplement,  An- 
;efs  1812.  12.)  und  Merl  et  de  la  Boutaye  (Herbo* 
ifatians  dans  le  dtp.  de  Maine  ei  Loire,  Angers 
809.  8.).  - 

Für  Poitou :  Guittemeäu  ( Calendrier  de  flöte  des 
nvirons  de  Niort,  idou  8.)  und  N.  A.  Befvauss 
Journ.  de  bot.  2.  p.  3o7;).  * 

Für  Gafcogne:  Tkore,  (Effai  June  Chlor is  du 
ipartement  des  Landes,  Dax  1801.  8.  Journ.  de  bot. 

t  m 
23  * 


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356  Siebentel  Buch»    Sechstes  Kapitel«.' 

1.  p.  ig3.)  und  Job.  Florimond  St.  Amerns  in  Malte« 
Brun  ann.  des  voyages,  18.  p.  5.  f.  i45.  f. 
*  /  ■  Die  Kenatnifs  des  füdlichen  Frankreichs  beför« 
derte  vorzüglich  der  treffliche  Ludw.  Wilh.  le  Mon- 
nu*r9  der  den  Grafen  Maurepas  im  Jahr  n  7^9  beglei« 
tete ,  als  diefer  den  parifer  Meridian  genauer  beftim- 
sien  wollte.  Er  ward  nachher  Prof,  in  Paris  und 
kön.  Leibarzt,  (geb.  1717,  f  1799).  Seine  Beob* 
actitungen  über  die  Flor  von  Auvergne,  des  Mont* 
d'or  und  des  Gantal  ftehn  in  Caffinis  Me'riäienne  de 
Pari*,  1744.  4. ,  auch  in  Bmhot Diction*aire>  tojn» 

4.  p.  277.  '       .  1 ..  .    V   *  '.  %  **** f«, 

Die  Flor  von  Languedoa  bearbeiteten  Gatereau 
(Defcripdon  d*s  plane*- s ,  qui  croi'ßnt  aux  environi 
de  Montauhan  9  1789.  8.) ,  Pourret  (Mdm.  de  TacacL 
de  Touloufe,  tom.  3.  p.  297.  f.)i  und  D.  J.  Toumon 
(  Flore  de  Touloufe  ,  1812.8.). 

•Die  Pyrenäen  zogen  treffliche  und  geifrreiche 
Beobachter  an.  Als  folche  zeigten  fich  Ant.  Gouan 
Prof.  in  Montpellier,  (Illuftrationes  et  obferv.  bota- 
nicae,  Turic.  1773.  fol.) ;  Job.  Florim.  Saint  -  A  man: 
in  den  Fragment  £un  voyage  Jentimental  et  pittores* 
que  dans  les  Pyränefes ,  Metz  17%.  8,,  wo  p.  189  — 
259.  eine  Flor  der  Pyrenäen  vorkommt;  Ramond 
(Voyjnge  au  mont  -  per  du ,  Paris  i8oi.8.,inder  Dtcad. 
philof.  Ann.  5.  Trim.  3.  p.  257.  Bullet,  philomath.  n. 
4l« );  und  vorzüglich  Philipp  Picot-Lapeyroufe  (Flore 
desPyrSnSes,  dec.  1  — 4«  1795—  1801.  fol.  Hiftoire 
abre'ge'e  des  plantet  des  Pyr4n4es%  Touloufe  1 8 1 3.  8.}. 

Die  herrliche  Flor  von  Montpellier  bearbeitete 
Ant.  Gouan  (Flora  monspeliaca,  Lugd.  1765.  8.1 
Ein  Meifterwerk  lieferte  Ludw.  Gerard  über  die  Flor 
der  Provence  {Flora  gallo  -  provincialis,  Paris  1 76 1 . 8.). 

Klafßfch  ift  die  Hiftoire  des  plantet  du  Dauphin* 
von  rUlars,  vol.  1  —4.  Grenoble  1786  —  1789.  8. 


■ 

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Udteffttchtmfr  vatÄrländrfclier  Pflanzen.     .  357 

Die  Flor  von  Lyon  verzeichneten  Joh.  Emanuel 
Güibert,  eine  Zeit  lang  Prof.  in  Wilna,  (Hi/toire  des 
plantet  d'Europe,  vol.  2.  Lyon  1798.  8.),  und  Ma- 
rie Ant.  Ludw.  Ciaret  de  la  Tourreue ,  Akademiker 
zu  Lyon,  (geb.  1729,  f  1793,)  {Cliloris  lugdunenßs, 
1785.8.). 

Die  intereffanten  Gegenden  von  Auvergna 
durchfechte  und  befchrieb  'M.  A.  de  VArbre^  der  zu 
Clermont-Ferrand  einen  eigenen  botani  lehnen  Garten 
angelegt  hatte,  (geh;  1724,  f  *8i3,)  in  der  Flore 
dfAuvergne,  1795.  8. 

Die  Pflanzen  des  mittlem  Frankreichs,  befon- 
rfers  in  der  Gegend  von  Orleans  und  Eftampes,  be- 
fchrieben  Joh.  Steph*  Guettard  (Ob/er vations  für  les 
plantes,  vol.  1.  2.  Paris  i7t47«  8.),  Dubois  {MSthode 
Sprouvdpy  avea  laquelle  on  peut  parvenir  a  connaitre 
les- plantes  de  f  irtt4rieur.de  la  France,  Orleans  i8o3. 
8.),  und  N.  A.-  Desvaux  (  Journ.  de  bot.  2.  p.  i45.)* 

DieFJor  von  Burgund  bearbeitete  Durand  (FIo* 
rede  Bourgogne,  P/i.  a.  Dijon  1782.  8.);  die  Flor 
von  Lothringen  Peter  Jof.  Buchoz  (TraitS  hiftorique 
des  plantes ,  qui  croijjent  dans  la  Lorraine,  tom.  1  — 
10:  Paris  1770.  12.J,  Pet.  Remig.  Willemet,  (geb.« 
1736,  f  1807,)  (Phytographie  dconomique  des  plan- 
tes de  Lorraine,  1779.8.),  und  Lamoureux  (Memoi- 
re pourfervir  a  (hiftoire  du  d<*p.  de  la  Meurthe,  Nan- 
cy  i8o3.  8.). 

Die  Elfaffer  Flor  ward ,  nach  Mappus  und  Lin- 
dern, von  Joh.  Reinb.  Spielmann  (Prodromus  florae 
argentoratenfis ,  Argent.  1766.  8.)  und  Stolz  (Flore 
d'Alface,  Strasb.  1800.  8.)  bearbeitet. 

m 

IV.  Italifche  Floren. 

Ober- Italien  zog  mit  feinen  herrlichen  Alpen 
und  üppigen  Thalländern  auch  jetzt,  wie  früher,  die 
Aufmerkfamkeit  der  Botaniker  an  fich.    Ein  Fran* 


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358         Siebentes  Bach.   Seefestes  KapHeL  F 

Tofe,  Franz  Seguier%  aas  Nemours,  der  anfangs  in 
der  königlichen  Bibliothek  zu  Paris  gearbeitet  und 
feine  Bibliotheca  bocanfca.  Hag.  Comit.  1740.  4m 
herausgegeben"  hatte,  fchlofs  Geh  an  einen  /eichen 
Itdliäner,  einen  Freund  der  Wiffenfchaften,  Scipio 
Maff*i%  an,  begleitete  diefen  auf  deffen  Reifen,  und 
ward  fein  GalYfre-und  ip  Verona.  Er  durchfechte 
mit  grofsem  Fleifs.  den  Baldo,  die  rhätifchen  Alpen 
und  die  herrlichen  Gefilde  von  Verona.  Seine  Platt* 
tae  veronen/es,  tom.  1  —  3.  Veron.  1745  —  1754» 
8.,  gehören  zu  den  klafßfchen  Werken  unferer  Li* 
teratur.  Nach  ihm  wurden  diefelben  Gegenden  von 
Cyrus  Pollini  in  Verona  fleifsig  durchfocht  und  man- 
che neue  Entdeckung  gemacht.  (Viaggio  al  Ingo  di 
Gar  da  e  al  mottle  Balde Verona  181 6,  8.),  Auch 
Kafp.Graf  voaSternberg  hatte  die  norifchen  und  rhä- 
tifchen  Alpen,  wie  den  Baldo,  mit  grober  Sorgfalt 
durchforfcht,  und  mehrere  neueSaxifragen  entdeckt 
(Reifen  durch  Tyrol  in  die  ößreichfehen  Provinzen 
Italiens,  Regensb.  1806.  fol.  Revifto  Saxifragarum 
iconibus  Uluftrata ,  Rarisb.  18 so.  fol.) 

Die  Gegend  um  Vicenza  pefchriehen  Ant.  Tur* 
ra  (Florae  italiäae  prodromus  \  Vicent.  1780.  8^  %  Jof. 
Marzari  Peneati  (E/enco  della  piante  nel  terriiorio 
dl  Vicenza,  Milan.  1802.  8.),  und  Jof.  Moresti  (No- 
tizia  Jopra  diver  Je  piante  da  aggiungerfi  alla  ßora  «• 
centina,  Pavia  181 5.  4-)- 

Die  julifchen  Alpen  durchreifeten  Jof.  von  See* 
nus  (Befchr.  einer  Reife  nach  IJtrien  und  Dai rotten 9 
Regensb.  i8o5.  8.\  Job;  Brignoli  (Fa/ru:tlus  rario- 
rum  plantar  um  forojulienfium ,  Urf?in.  t  8  >  o.  4. ) ,  und 
Job.  MaZZucato  (Viaggio  botanlo  n«-lle  alpf  ^i.uf:e, 
Udin.  1811.  4  ).  Dahin  gehören  auch  des  Marquis 
de  Suffren  Priucipes  de  botänique ,  fuiyis  d  un  'caCate- 
gue  de  pianies  duFrioul,  Venife  j8oj.  3. 


4 


0  * 


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UntwTucfaung  vaterländifpber  Pflanzen.  359 

Die  Flor  von  Pavia  bearbeiteten  Domin.  Nocca9 
>rof.  zu  Pavia»  und  Job.  Bapt.  Balkis,  fonft  Prof.  zu 
rurin.  (Flora  ticinenfts»  vol.  1.  Ticin.  1816.  40 

Die  rekbe  Flor  von  Piemoot  fand  einen  treff- 
ichen  Bearbeiter  an  Karl  Allioni*  Prof.  in  Turin, 
geb.  1725,  f  1804).  Das  Hauptwerk  ift  die  Flora 
edemontana,  Aug.  Taurin.  tom.  l  —  3.  1785.  fol«  , 
nit92  Kupfertafeln;  eine  frühere  Schrift:  Rariorum 
*edemontU  fiirpium  fpeeimen  1.,  Taurin.  1755.  4«» 
ine  Xpätere:  Auctarhum  ad  jloram  pedemontanam , 
[urin  1789.  4.  Zu  derfelben  lieferte  auch  Lud.  BeU 
irdi  Nachträge  (Mdm.  de  tac.  de  Turin*  vol.  5.  p.  . 
09.  f.,  Appendix  ad  jloram  pedemontanam*  Aug. 
faurin.  1792.  4.)  und  Job.  Bapt.  Balkis  (Elenco  deU 
e  plante  crefeenti  ne  contorni  di  Torino,  1801.  8., 
rlora  taurinenfis,  Turin  1806«  8.,  Mifcellarz  bota- 
ica*  1 . 2#  in  M4m.  de  Vac.  de  Turin*  vol. 7.  p.  1  qo\  f.). 

Die  Flor  um  Novara  und  an  der  Agogna  be- 
z\\ rieb  Joh.  Biroli  ( Flora  aconienßs ,  vol.  1 .  2.  Vige- 
ano  1808.  8.).  r 

j  Die  Flor  von  Nizza  fammlete  Joh.  Bapt.  Giudice, 
Irzt  in  Nizza,  und  Karl  AUioni  befchrieb  fie  {Enu- 
leratio  methodica  ftirpium  agri  Nicaeenfis,  Parif. 

707.8.).     ,^.x*  -\%m*$fv 

Die  Pflanzen  um  Genua  wurden  von  Ant.  Bor* 
oloni  (Plantae  genuenfes,  Gen.  i8o4.  S.,  Rariorum 
antarum  Uguriae  dec.  1  —  3.  Pif.  i8o3 —  1810. 
$.)•  und  D.  Viviani  (Florae  UaJicae  fragmenta9 
Jen.  i8o5.  4-)  verzeichnet. 

Einen  Theil  des  Apennins  befchrieben  in  bota- 
lifcher  Hinficht  Fulgentius  Vitman  (Saggio  delt  \fto~ 
ia  erbaria  delh  alpi  di  Pifioja*  Modena  eLucca,  Bo- 
ogn.  1773.  8.)  und  Ferdin.  Bajfi  (Comment.  inßie. 
wnon.  4-  P-  286.  f.). 

Die  Pflanzen  um  Siena  unterfuchte  Biagio  Brr- 
alini  (Catalaga  delle  plante,  che  na/cooo  intorno  alla 


360         Siebentel  Buch.   Sechstel  Kapitel*  > 

eitta  di  Siena,  1776.  4«)-  Die  florentinifcbe  FJor 
Oberhaupt  bearbeiteten  Octav.  Targioni  -  Tozzetti 
(Reiazioni  d  alcuni  viaggi,  fatti  in  diverfe  parti  deüa 
Tofcana,  tom.  1  —  12.  Firenz.  1768  —  1  779.  8.  , 
George  Santi  {Viaggio  dl  Moncamiata ,  Pifj  %7g5.  8. 
Viaggi  per  la  Tojcana,  vol.  1  —  5.  Pif.  1795*—  1806. 
.£.)>  und  Cajet.  Savi  (iF/oro  pifana,  vol.  t.  2.  Pif, 
1798.  8.,  Botanicon  etrufcum,  vol.  1.2.  Pif.  1H00. 
i8j5.  8.).  Von  dem  letztern  find  auch  treffliche 
Unterfuchungen  über  die  Klee -Arten  bekannt.  (06- 
fervationes  in  varias  Trifoliorum  fpecies,  Flor.  1810.8.) 

Die  Flor  von  Rom  unterfuchten  Liberat  Sabba- 
ti (Collectio  plantar  um ,  quae  in  folo  romano  luxurian- 
tur ,  Rom.  1 7.54.  4  )  und  Ant.  Sebaftiani  [Roma* 
narum  plantarum  fafc.  1.  2»  Rom.  181 3.  1814.  4-  )• 

w  &)ie  Flor  von  Neapel  befch rieben  Vincenz  Pe- 
tagrtX  ( Inftitutionez  botanicae,  tom.  1—5.  Neap. 
17S7.  8.);  Dom.  Cirillo,  Prof.  in  Neapel,  hinge  rieh* 
tet  17991  {Plantar um  rariotum  regni  neapolitani% 
fafc.  i.  2.  Neap.  1788.  1793.  fol.);  vorzüglich  aber 
Mich.  Tenoret  Prof.  in  Neapel,  (Flora  neapolitana  y 
tom.  l.  2.  Neap.  1811.  fol.,  Prodromus  ßorae  neapo- 
litana e  ,  1811.1810.,  Synopfis  plantar  um  novo  nun , 
quae  in  prodromo  deferibuntur ,  Neap.  181 5.  8.). 

Die  ficilifeben  Pflanzen  befchrieben  Antonin. 
Bivona  Bernardi  (Sicularum  plantarum  cent.  1.  2. 
Panorm.  1806.  1Ö07.  8.)  und  Rafinesque-  Schmalz 
(Caratteri  di  alcuni  nuovi  generi  e  nuove fpecie  dl  ani- 
mali  e  plante  della  Sicilia,  Palerni.  1810.  8.,  Spec* 
ehio  delle  feienze,  d  giornale  enciclopedico  di  Siciliay 
P.  1.  Palerm.  1 8 1 4-  8.).  Der  letztere  wollte  auch 
Cupani's  panphyton  herausgeben,  (Profpeito  deüa 
panphyßs  ficula  ,  1807.4.)- 

Corfica  bereifete  im  Jahr  1747  em  Arzt  in  Tu- 
rin, Felix  Valle.  Da  er  bald  von  einem  auflecken- 
den Fieber  hingerafft  ward,  fo  hinterliefs  er  nur  die 


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Unterfuchung  vaterländifcber  Pflanzen.  36t 

*  » 

Anfange  einer  Flor,  die  Lndw.  Amand.  Javffin,  ela 
Apotheker,  mit  Nachträgen  bereichert,  herausgab. 
(Nov.  act.  nat.  cur.  4.  p.  2o5.  f.,  M^moiresdu  royau- 
me  de  Corfe*  vol.  1.  2.  Laufanne  17581,  i<2.) 

k 

'  »  «  ■  .... 

V.  Die  Pflanzen  Spaniens. 

Peter  Löfling*  deffen  wir  oben  (S.  538.)  erwähn- 
ten, war  nach  CluGus  und  Tournefort  der  erfte,  wei- 
ther die  Pflanzen  Spaniens  unterfuchte.  Doch  be- 
fohrankte  er  fich  auf  Gaftilien,  wo  er  faft  i3oo  Ge- 
wäohfe  fam miete,  und  manche  neue  Art  entdeckte. 
Linne  gab,  wie  vorher  angefahrt  worden  ,  die  Reife« 
Berichte  feines  Schaler?  heraus.  (Iter  hifpanicum* 
eüer  refa>tUfpaafka  länderna,  Stockh,  175b.  8.) 

Eine  vollftändige  FJör  von  Spanien  arbeitete 
Don  Jofeph  Quer y  Martinez,  P#of.  in  Madrid,  (gebt 
169?,  f  1764  >)  (Flora  efpaaola,  tom.  1  —4«  Madn, 

1762  17^4«  4«)-    Diefe.  wurde  von  Caßmir  Go* 

mez  de  Ortega,  Prof.  in  Madrid,  fortgefetzt.  (Con» 
tinuacion  de  la  flora  efpanola,  tom*  5.  6.  Madr.  1784. 
40    Der  letztere  verzeichnete  auch  die  Pflanzen  um 
die  Bäder  von  TrilJo.  ■(  Tratado  de  las  aguas  termar 
IVi/k,  Madr.  1778.  8.)  ♦ 
Wilh.  Boucles,  ein  Irlinder,   der  in  Spanien 
lebte  und  1780  ftarb,   machte  gute  Bemerkungen 
über  die  Naturgefchichte  Spaniens  überhaupt  und 
Ober  die  Flor  insbefondere.  {Introduocion  a  la  hi/toria 
natural  de  Efparia>  Madr.  1775.  4«)    Auch  Joh.  Tal* 
bot  Diüon  hat  io  feinen  Travels  through  Spain,  Lond. 
1780.  4-9  viele  Notizen  Ober  einheimische  Gewächfe* 
Die  Pflanzen  Aragoniens  befchrieb  Ignaz  de 
Affo.  (Synopfis  ftirplum  indigenarum  Aragoniae,  Maß*' 
fil**779»4->  undOryctographiaAragoniae,  1784.8.) 

Vorzügliche  Verdienfte  erwarb  fich  Ant.  JoL 
Ca  vanille  s  durch  Unterfuchung  fpanifcher  Pflanzen. 
Seine  Icones  et  defcriptiones  plantarum%  tom.  x  — -  6* 


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*£i  Siebentes  Buch«    Sechstes  Kapitel» 

■ 

Matr  1791  —  1804.  fol.>  «thalten  viele  wichtige 
Beyträge  zur  fpanifchen  Flor.  Befooders  ioterettanr 
find  auch  feioe  Objervaciönes  fobte  la  hiftoria  natural 
de  Valencia,  tom.  i.a.  Madr.  179.5.  i797.foi.,  worin 
die  Flor  von  Valencia  verzeichnet  ift. 

,  VI.  Port ugiefifch e  Flor. 

Auch  die  Schätze  Portugals  wurdea  bekannter. 
Wenig  leiftete  Domin.  Vandelli  im  S pecimen  ßorae  lu- 
fttamcat  et  brafüwenfu,  Conimbr.  1 788. 4-»  weit  mehr 
Felix  Avellar  Broter o,  frof.  inOoimbra,  in  der,Pft> 
tographia  Lufuaniae  feiectior 9  UlyfBp.  1801.  fol.,  be- 
fonders  aber  in  der  Flora  lufitanica,  tom.  i.a.  Ulyf» 
fip.  1804.  8.;  am  meiften  aber  Henr.  Fr.  U»*,.der 
Begleiter  des  Grafen  Hofmannsegg,  auf  einer  natur- 
biftorifchen  Reife  duvcb  Portugall,  in  dem  koftbt- 
ren  .Pracht werk:  Flor*  portugaife,  B#rli  t£oo,  — 
1814.  fol. 

VII.  Örofsbritannieo. 

Ungemein  grofs  6nd  die  Verdiente  der  Britten 
um  die  vaterländifche  Botanik  in  dieiem  Zeitraum. 
Ohne  Job.  Wilfons  Syaopfis  of  britifh  plants,  New 
caftle  1744*8.,  ioh.  HUts  Fhr*<*rUa*nica,  Lond 
17  So.  Jak,  Jenkinfons  (kfeription  of  britlß 
plant* ,  Kendal  1775.8.,  befondern  Werth  beizu- 
legen ,  verdient  Wilb.  Hudfon,  Apotheki 
don,  (f  1793,)  als  eiuer  der  wQrdigft 
von  Floren  genannt  zu  werden.  Seine  Flora  angli- 
ea9  Lond.  1762.  8a>  ed.  2.  1778.  8.,  enthält  zwar 
nur  die  Pflanzen  von  Alt -England,  und  hat  manche 
Irrthümer  veranlagt»  aber  man  findet  darin  auch 
viele  Gewäcbfe  zuerft,  und  die  Coaferven  find  treff- 
lich abgehandelt.  .A  .  ^    jfy. .  , 

Wilh.  CurtU,  Apotheker  in  London»  (f  1799; 
lieferte  eine  Flora  londincn/U,  vol.  u  2.  JLond.  1777 


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Unterfuchung  yaterländifcher  Pflanzen.  363 

oI.s  mit  trefflichen  Abbildungen,  auch  der  wefent. 
ichen  Theile,  und  gründlichen  Unterfuchungen. 
Diefe  wird  jetzt  von  Wilh.  Jackfon  Hooker  fortgefetzt* 
A  continuation  of  flora  londinen fis,  1 8 1 6.  f ol. )  > 
Sehr  gut  angelegt  4ft  Wilh.  Witherings%  Arz- 
es  zu  Birmingham,  (geb.  174* »  t  l799>)  Werk  < 
kbtr  die  Flor  Grofsbritanniens.  In  der  erften  Auf- 
age  erfchien  es  unter  dem  Titel :  A  botanical  ar* 
angement  of  all  ehe  vegetables,  naturally  growing 
n  Great-  Braam,  tom.  1.  2.  Birmingham  1776.  8. 
Die  neuefte  Ausgabe  hat  folgenden  Titel:  A  fyfte- 
natical  arrangement  of  britifh  planes*  The  fifek  edU 
•ion,  by  Will.  Withering,  Efq.,  vol.  1— 4-  Birmingb. 
i8i'2.  8.  Genaue  Befchreibungen ,  forgfältige  An- 
;aben  der  Standörter,  vollftänclige  Synonyraie  und 
iritik  der  letztern  machen  die  Hauptvorzüge  diefe* 
Werkes  aus. 

Unbedeutend  dagegen  ift  Arthur  Broughton  i 
Enchiridion  botanicum ,  Lond.  1782.  8.  Mehr  für 
len  Prunk  als  für  den  Nutzen  berechnet  waren  Jolu 
trafen  Buce,  (geb.  171 3,  f  179«,)  Botanical  tabletf 
70I.  t  —  g.  4«>  wovon  nur  zwölf  Exemplare  ge* 
Iruckt  find.  Die  Kupfer  (117)  ftellen  die  Charakter 
■e  der  Klaffen  und  Gattungen  dar,  und  find  von  I. 
Miller  gezeichnet  und  geftochen.  Auch  kommen 
lie  meiften  in  des  letztern  Illufiration  of  ihe  fexual 
fyfiem  of  Lihnaeus,  vol.  1.2.  Lond.  1779.  8.,  wie- 
der vor.  -o 

*  •  * 

Aber  ein  herrliches  Unternehmen  hat  der  Wif- 
"enfehaft  mehr  wahren  Gewinn  gebracht,  als  viele 
andere.  Dies  ift  die  Englifh  botarry ,  or  coloured  fi*> 
*ures  of  britifh  planes ,  vol.  1  —  56.  1790  —  i8i4« 
3.  mit  2692  Kupfertafeln.  Die  Abbildungen  der 
Pflanzen,  von  Jak.  Soverby,  6nd  lehr  verfebieden: 
manche  vortrefflich,  (befonders  die  Flechten  und 
Algen  in  den  letzten  Theilen,)  andere  mittelmäßig, 

» 


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364         Siebentes  Buch*    Sechstes  Kapitel«. "j 

«nd  manche  fogar  fchlecht.  Aber  das  Werk  -erhält 
feinen  kiafofehen  Werth  durch  die  genaue  und  fiebere 
Krümmung  der  PAan/en,  welche  Jak.  Ed.  Smith, 
der  ßefirzer  des  Linne'fchen  Herbariums,  hinzuge« 
fügt  hat.  Derfelbe  lieferte  eine  Flora  britannica, 
vol.  1  —  3.  Lond.  1800.  1804.  8.,  von  hohem  wif« 
fenfchaftlichen  Werth,  obgleich  bey  manchen  Gat- 
tungen, befonders  Münzen  und  Weiden,  zu  viel  Ge- 
wicht auf  Abweichungen  gelegt  ift,  wie  fie  einzela 
getrocknete  Exemplare  zwar  zeigen,  aber  die  dem 
Beobachter  der  Natur  im  Freyen  als  unbedeutend  und 
min  ier  wefentlich  erfcheinen. 

Die  ökonomifchen  und  technifchen  Pflanzen 
Großbritanniens  liefs  Thom.  Mariyn,  Prof.  in  Cam» 
bringe,  abbilden.  (Flora  rufiica*  vol.  1  —4m  m& 
i44  Kupfern. .  Lond.  1792  —  1794.8.) 

Unter  den  Floren  einzelerTheile  des  brittifeben 
Reichs  fteht  hillig  die  Flora  fcotica  von  Jobann  Light' 
foott  einem.  Geiftlichen ,  (geb.  1735,  f  1788,)  obea. 
an.  Sie  erfchien  zu  London  1777  in  zwey  Ocfav- 
bänden ,  mit  K  zierlichen  Kupfern,  und  enthalt 
viel  neue  Entdeckungen  und  gr  Qu  J  liehe  Unterfu- 
chungen. 

Auch  Rieh,  Relhans*.  eines  Geiftlichen  ,  Flora 
cantabrigienfis  %  Cantabr.  1785.  8.  fuppl.  1  —  3. 
1786  —  1793.  8.,  und  Job.  Sibthörp's,  Prof.  in 
Oxford,  (f  1796,)  Flora  oxonienfts,  Oxon.  1794. 
8.,  verdienen  rühmliche  Erwähnung.  Job.  Abbocs 
Flora  bedfordienfis ,  Lond.  1799.  8.%  Ed.  Jacob's 
Plantae  favrrshamienles ,  Lond.  1777.  8.  a  Rieh. 
Warners  Plaacae  woodforditnfes >  Lond.  1771.  8., 
Walt.  Wades  caialogus,  plantarwn  in  comitatu  dubli- 
nenfi%  Dublin  1794.  8.,  beziehn  lieh  auf  einzela 
Bezirke.  Rühmliche  Auszeichnung  verdienen  Dawfon 
Turners  Mufcologiae  hibernicae  fpeeimen  *  Lond. 


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I 

Unterfucbung  raterländifchcr  Pflanzen.  365 

804. '8-, -pnd  Jac.  Dickfons  fafc.  1  — 4.  plantarum 
ryptogam.  Britanniae ,  LoncL  1785  —  1801.  4* 

VIII.   DSnifche  Flor. 

Zu  diefer  rechnete  man  bis  vor  wenig  Jahren 
loch  Norwegen,  Island  und  die  Färöer,  felbft  Grön- 
and.  '  Es  war,  wenn  man  die  deutfchen  Provipzea 
azu  zählt,  gewifs  eine  der  reichften  Floren  rief 
Veit,  und  He  ward  feit  fieben  und  fünfzig  Jahren 
neifterhaft  bearbeitet.  Die  däoifchen  Monarchen 
i  warben  -fich  ein  unfterbhches  Verdienft  um  die 
Viffenfcbaft,  indem  fie  auf  ihre  Koften  die  Pflanzen 
hres  Reichs  auffuchen  und  abbilden  Jiefseo.  So 
ntftand  die  Flora  datiica,  vol.  1  —  9.  Havn.  1 7^1  — 
817.  fol.,  ein  Kupferwerk,  dem  wir  in  RückGcht 
ler  Richtigkeit  und  Schönheit  der  Zeichnung  kein 
nderes  vorziehn  können.  Georg  Chrift.  v.  Oeder* 
lamals  Prof.  in  Kopenhagen,  hat  die  erften  drey 
lande  beforgt:  diefe  find  höcbft  forgfaltig  gearbei- 
et,  und  enthalten  eine  Menge  Seltenheiten.  Uebe*. 
!en  vierten  und  fünften  Band  führte  O.  F.  Müller  die 
Vufficht.  Seine  Liebhaberey  für  dje  Walfer-Ge* 
vächfe  machte,  dafs  er  andere  Pflanzen  oft  vernach- 
äffigte.  Den  fechsten  und  Gebenten  hat  Mart.  Vohl% 
tnd  den  achten  und  neunten  Band  Job.  VVilh.  Hörne» 
nann  mit  dem  rühmlichften  Fleifs  und  grofserEin-, 
icht  beforgt. 

Karl  Gottl.  Rafns*  Prof.  in  Kopenhagen,  Dan- 
narks  og  Holfeeens  Flora ,  ß.  1.  2.  Kiobenh.  1796. 
800.  8.,  gebt  nur  bis  auf  die  zehnte  Linne'icbe 
Uaffe,  und  hat  weniger  Beyfall  gefunden,  als  dio 
pflanzen  Phyfiologie,  welche  derfelben  als  Einlci- 
ung  vorangeht. 

Von  Norwegen  gab  der  Bifchof  von  Drontheim, 
oh.  F.rnft  Gunnrrus,  (geb.  1718,  f  1773,)  eine 
ior  heraus.  (Flora  norvegica,  P#  1.  2.  Nidröf.  1766. 


366  Siebentes  Buch«    Sechstes  Kapitel. 

Harn.  1772.  Fol.    Nachträge  zu  derfelben  lieferte  er 

in  den  Norfke  Videnfk.  Selfkab.  Skrifi.  4,  81.  f. 
Auch  Hans  Ström,  Prediger  zu  Eger  in  Norwegen, 
gab  Zufä'tze  zu  der  norwegifchen  Flor.  (DanfkeVi* 
denfk.  Seifk.  Skriß.  3,  p.  348.  f.  4,  p.  36g.  f.  io,  p. 
249.  f.  12,  p.  299.  f.  Naturhift.  Selfk.  Skrivt.  B.  1. 
H.  2,  p.  So.  f.  Norß.  Fidenfk.  Selfk.  Skrifi  B.  2. 
p.  345.  f. )  Seine  Befkrivelfe  over  fogderiec  Söndmör, 
E.  1.  2.  Soröe,  1762.  1766.  4-  9  ift  kiafäfch,  und 
enthält  auch  ein  ♦Verzeichnifs  von  Pflanzen. 

Die  dürftige  Flor  der  Faröer  verzeichnete  J. 
Landt,  Prediger  auf  Bornholm,  {Forßg  til  en  befkrU 
v>elfe  over  Faeröerne ,  Kiob.  1800.  8.). 

Die  arme  Pflanzenwelt  Islands  ward  bekannter. 
Die  frühem  Reifen  von  Job.  Anderfon,  einem  Ham- 
burger Burgemeifter,  (geb.  1674»  t  l743>)  (Nach* 
richten  von  Island*  Grönland  und  der  Stra/se  Davis, 
Hamb.  1746.  8.),  von  Nils  Horrebow,  Tribunals- 
ricbter  in  Kopenhagen  (  Titforladelige  efterretninger 
om  Island,  1762.8.),  von  Eggert Olaffen,  (f  1768^ 
und  Biarne  Povelfen,  (f  1778,)  einem  Paar  gelehr- 
ter Isländer,  und  Joh.  Zoega  (Reife  igiennem  Island, 
D.  1.  2.  Soröe  I772.  4*  mit  5o  Kupfern),  klärten 
euch  die  Pflanzenwelt  auf.  Povelfen  hatte  fchon  frü- 
her die  Algen  des  Eismeers  befchrieben,  (Specimen 
vbfervationum  circa  plantas  maris  islandici9  Harn. 
1749.  4.)«  *  Olaf  Olaffen  lieferte  ein  isla ndifch es  Gar- 
tenbuch: (Islands  urtagards  bok,  Kaupmanoaböfn 
1770.  8.).  Auch  N.  Möhrs  Forßg  til  en  islandsk 
Naturhijtorie,  Kiob.  1786.  8.,  gehört  hieher. 

Aber  vorzüglich  gewann  die  Naturkenntnifs 
durch  die  Beßtznahme  der  Engländer  im  Jahr  1809. 
Seitdem  erhielten  wir  die  trefflichen  Reife  -  Befchrei* 
hungen  von  Hooker  (A  tour  in  Icela>»d9  Lond.  1809. 
8.)',  und  Georg  Stenart  Marken  zie  (Travels  in  tlvt 
isldnd  of  Iceland ,  ed.  £.  Lond.  1812.  4.).  * 


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Unterfocbung  vaterländifcher  Pflanfcen.  367 

♦ 

*  IX.  Schwedifche  Floren. 

Für  Schwedens  Flor  ift  weniger  gefchehn.  AndK 
foh.  Retzius  lieferte  einen  Prodromus  ßorae  Scandi- 
wviae,  ed.  2.  Lipf.  1795.  8.,  nebft  zwey  SuppJe* 
nenten,  die  zu  Lund  i8o5  und  180Q  als  Disfertatio* 
len  herauskamen.  Sam.  Llljrblad,  (f  181 5,)  gab 
»inen  unbedeutenden  Utkafi  til  en  fvenfk  ßora,  cd. 
».  Upf.  I7g8.  8.  Die  fchwedifchen  Flechten  und 
bren  Gebrauch  in  der  Färbekunft  befchrieb  Joh.  P, 
Veftring,  Arzt  zu  Norköping,  vortrefflich,  und  Acha« 
ius  gab  die  Zeichnungen  dazu.  (Svenfka  iafvarnas 
'drghifioria,  D.  l.  Stockh.  i8o5.  8.  mit  24  Kupfern.) 
Die  fchwedifchen  Algen  unterfuchte  Karl  Ad.  Agardh> 
Vof.  in  Lund,  {AI gar  um  dec.  1  —  4-  Lunck 
812—  i8i5.  4m  Synopfis  algarum  fian.  Lund. 
817.8.) 

Ein  nützliches  Unternehmen  wagten  J.W. Palm* 
truch  und  C-  W.  Venus*  indem  fie  eine  Svenß  bota* 
■/*,  »D.  1  —  3.  1802  —  1804.  8-,  nach  Art  Her 
Lnglifh  botany  herauszugeben  anfingen.  Die  Ab* 
ildungen  find  gut,  die  wefentlichen  Theile  find  nicht 
Vergangen.  Der  Text  ift  theils  von  Swartt,  theilt 
on  Quenfel  und  Palmfiruclu  ' 

Angenehme  Bey träge  zur  fchwedifchen  Flor  gab 
M.  Fries.  (Novitiae ßorae  fuecicae,  P.  1.2.  Lund. 
814.  i8i5.  40 

Lappland,  wo  Linne**  Ruhm  gegründet  war, 
efuchten  zwar  in  neuern  Zeiten  Mehrere,  Swartz, 
rahl,  Liljeblad.u.  f.  w.  Aber  Niemand  hat  mit  mehr 
Lnftrengung  und  Aufopferung  dies  un  wirthbare  Land 
urchforfcht,  und  der  VViffeitfchaft  dadurch  gröfsern 
rewinn  gebracht,  als  Georg  Wahlenberg,  Acljnnct 
er  Univerfität  zu  Upfal.  Vier  Sommer,  nämlich 
tfoo,  1802,  1807  und  18 10,  brachte  er  dort  zu. 
r  berichtigte,  die Linne'fcban  Bemerkungen,  machte 


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368         Siebentes  Bach.   Seefestes  Kapitel, 

•  .  » 

eine  Menge  neuer  Entdeckungen,  urid  beftimmte  be- 
fonders  die  Verbreitung  der  Familien  nach  Höhen 
auf  das  forgfältigfte.  (Flora  lapponic*y  Lerol.  1812. 
8.  mit  5o  Kupfern.) 

X.  Das  europäifche  Rufsland» 

* 

Aufser  der  fchon  oben  angeführten  Flora  rojfica 
erfchienen  folgende  Bey träge  zur  Flor  des  euro- 
päifchen  Rußlands:  Dav,  de  Goreer  flora  iagrica, 
Petrop.  1761.8.,  wozu  Krafcheninnikour  den  Grund 
gelegt  hatte:  nebft  dem  appendix  ad ßoram  ingricam, 
(1764,)  8.,  ferner  Georg  Soholewfki  ßora  prtropo* 
litana ,  Petrop.  1 799.  8. ,  E,.  W.  Drümpelmann  $  flora 
Uvonica,  oder  Abbildung  und  Befchreibung  der  in  Uff 
la/td  wildteachfenden  Pflanzen,  Riga  1809.  fol.,  Dav. 
Henr.  Grindel'*,  eine  Zeit  lang  Prof.  io  Dorpat,  ßo- 
eanifches  Tafchenbuch  für  Lief- %  Kur-  und  Efthiand, 
Riga  1 8o3.  8.  y  W.  C.  Friebe's  ökonomlfch-  technifcht 
Flora  von  Lief  land,  Kurland  und  Efchland,  Riga  t8o5. 
8. ,  und  Fr.  Stephans  enumeratio  feirpium  agri  mox* 
quenfis,  Möse.  1792.  8.,  nebft  deffen  leones  planta* 
rum  mosquenfium,  dec.  1.  2.  Mose.  1795.  fol. 

XI.   Polnifche  Länder. 

Das  ruffifcHe  Polen  ward  zuerft  von  Joh.  Kman, 
Gilibert,  eine  Zeit  lang  Prof.  in  Wilna,  tinterfucht. 
(Flora  lituanica  inchoata,  P.  1.  2,  Grodn. Vilm.  1781. 
1782.  8.)  Genauer  bearbeitete  B.  S.  Jundzil9  Prof. 
in  Wilna,  diefeFlor.  (Opifani*  roslin  w  Prowincyi  Li- 
iewskiego  naturalnie  >  VVilo.  1811.  8.) 

Das  öftreichfehe  und  fudöftliohe  ruffifche  Poles 
durchforfchte  W.S.  J.  G.Beflerf  Prof.  zu  Krzemini*: 
in  Podolien,  aufs  grOndhchfte.  (Primitiae  florae  Galt- 
ciac  auftriacae  uiriusque ,  vol.  1.  2.  Vienn.  1809.8 
Wir  verdanken  ihm  eine  Menge  neuer  Entdeckungen 


1 


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I 

■ 

Unterfuchung  vaterJändifcher  Pflanzen,  369 

XII.    Ungern  und  Siebenbargen* 

Unbedeutend  waren  die  Trabern  ßeyträge  zur 
ingrifchen  TJor  von  Matth.  Piller  und  Ludw.  Mieter- 
facher  (Jtef  per  Pofeganam ,  Sclavoniae  provinciam, 
Jud.  1784.  4-)>  von  Stephan  Lumnuzer  (Flora  pofo- 
\ienßs%  Lipf.  1791.  8.),  von  Janos  Földl  [Rövid  kri- 
ihn  es  rajzolai  a  Magyar  fuvesz  eudomdnyröl.  Bett* 
>en  1793.  8.),  und  Sem.  Generßch,  Arzt  in  Leutfchau, 
Florae  feepufienßs  e(enchus ,  Leutfchov.  1798.  8.). 
^uch  in  Robert  Townfenf  Travels  in  Hungary,  Lond. 
797,  4.,  kommt  S.  479 — 4ö4-  ein  Pflanzenverzeich- 
üfs  vor. 

Aber  unfterblich  find  die  Verdienfte,  welche 
ich  Paul  Kieaibel,  Prof.  in  Pefth,  um  die  Wiffen- 
chaft  erwarb,  indem  er,  durch  den  Grafen  Franz 
ron  Waldfiein  unterftützt,  mehrere  Jahre  das  ganze 
Jngern ,  das  Bannat,  Croatien,  Sclavonien  und  ei- 
len Theil  von  Dalmatien  durchfechte,  und  in  die* 
en  reichen  Ländern  eine  grofse  Menge  der  wich-, 
igften  Entdeckungen  machte.  Auf  Koften  des  Gra* 
en  Waldftein  erfchienen:  Defcriptiones  et  icones  plan* 
arum  rariorum  Hungariae,  t.  1 — 3.  Vindob.  i8o3 
—  1812.,  mit  280  Kupfern ;  ein  Werk,  welches  der 
•Veygebigkeit  des  Beförderers  und  den  Talenten  des 
tflnftlers  eben  fo  viel  Ehre  bringt,  als  dem  Beob- 
chtnngsgeift  und  der  gründlichen  Wiffenfchaft  des 
Herausgebers.  Ungemein  intereffant  ift  die  Einlei* 
ung,  welche  eine  phyfikalifche  Topographie  von 
Jngern  enthält. 

Nach  einem  Aufenthalt  von  etwas  Aber  vier 
tfonate  gab  Georg  Wahlenberg  eine  Flora  carpato- 
um  prineipaiium ,  Gott.  1814.  8.,  heraus,  in  wel- 
her  die  Höhen  -  MefTungen  der  Berge  nnd  die 
Bemerkungen  Ober  die  geographifebe  Verbreitung 
(er  Pflanzen  wichtiger  find,  als  die  wenigen,  Bey« 
räge  zur  Flor. 

Glich,  a.  Botanik,  a.  B9  f*4 


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! 


I 

^Siebente*  Bucht  /   Sechstes  Kapital/  : 

Siebenborgen  durcbferfclite  Joh.  Chrift.  Gotü, 
Baumgartep,  Arzt  zu  Schä&burg,.  und  lieferte  eine 
ßnumeraiio  fiirpium  magno  Trans filvaniae  principacui 
iadigenqrum  9  tom.  l  —  3.  Vindob.  1816.  8. 

XIII.    Europäifche  Türkey. 

Unbedeutende  Beyträge  zur  Flor  diefer  Linder 
find  in  des  Abu  pomenlco  Sefiinif  eines  grofsea 
Numismatikers,  teuere  fcriue  dalla  Sicüia  e  dalla 
Turchia,  tom.'i — 7.  Firenz.  1779 — 1784-  »2.»  und 
in  feinem  Vlaggio  da  Bucharefe  a  Cofiantinopoli,  1794- 
8.»  enthalten.  Auch  erfchien  eine  kleine  Flor  von 
Corfu:  Af.  Pieri  della  corcirefe  ßora  %  cent.  1.  Cor- 
fu  1808. 

Aber  aufserordentlich  war  die  Ausbeute,  wel* 
che  Job«  Sibthorp's  Keifen  durch  Griechenland  und 
Klein- Aßen  lieferten.  Durch  das  RadcliffYohe  Sti* 
pendium  unterftützt,  ging  er  im  Jahr  1785,  in  Gt- 
ielifcbaft  des  trefflichen  Pflanze nmaiers  Ferdinaoi 
Bauer,  nach  Griechenland 9  und  brachte  a*ch  zwrey« 
jahrigem  Aufenthalt  einen  bedeutenden  Schatz  voo 
Pflanzen  und  Zeichnungen  zurück.  Noch  einmal  be- 
fuchte  er  diefelben  klafßfchen  Länder  in  den  Jahrea 
1793 — 1795,  wo  ihn  Job.  Hawkins  begleitete.  Um 
eine  möglich ft  vollständige  ßora  graeca  herauszu- 
geben 9  hatte  er. taufend  Pflanzen -Abbildungen  für 
zehn  Bände  in  Folio  berechnet.  Da  ihn  aber  der 
Tod  übereilte,  fo  fetzte  er  den  Pacht  feines  Guts, 
3oo  Pfund  jährlich,  zur  Beftreitung  der  Soften  die 
fer  Ausgabe  aus.  Die  Ausfahrer  feines  Vermacht- 
niffes  wählten  Jak.  Ed.  Smith  zum  Herausgeber,  und 
fo  erfchien  das  Prachtwerk:  Flora  graeca,  voj.  1 — 4- 
Lond.  180S  —  i8i5.  fol.  Auch  gab  Smith  den  P/> 
dromus  florae  graecae,  vol.  1 — 4*  Lond.  1806— 
1817.  8.,  heraus.  Die  Kenntnjfs  der  Pflanzen,  be- 
fonders  derer,  die  im  Diof korides  vorkommen ,  hit 


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Unterfuchung  Taterl  ändifcher  Pflanzen.  371 

zwar  ungemeio  gewonnen;  aber  mit  Recht  fetzt  man 
aus,  dafs  durch  die  Aufnahme  bekannter  Pflanzen, 
z.  B.  des  Rosmarinus  officinalis,  der  Saivia  Hor- 
ininum,  der  Valeriana  Calcitrapa  u.  f.  f. ,  das  Werlc 
tinnöthiger  Weife  vertheuert  ift,  auch  dafs  viele  Pflan- 
zen fehlen,  die  Tournefort  fchon  gefunden.  So 
fcheint  Kandia  nicht  forgfältig  genug  durchfucht  zu 
feyn. 

i 

Siebentes  Kapitel. 

Botanifche  Gärten. 

I.  .  In  Deutfchlan  d. 

Einer  der  älteften  und  berübmteften  Gärten  in 
diefer  Periode  war  der,  den  Chrift.  Jak.  Trew,  Arzt 
zu  Nürnberg,  (geb.  i6g5,f  1769,)  angelegt  hatte.  Mit 
Hälfe  des  trefflichen  Malers  Georg  Dionyf.  Ehret , 
(geb.  1708,  f  1770,)  der  nachher  in  England  lebte, 
gab  er  ein  Prachtwerk  heraus :  Planta*  felectae,  dec. 
1  —  10.  Norib.  1750 — 1773.  fol.  Die  drey  letz- 
ten Decaden  beforgte  Bened.  Chrift.  Vogel ,  Prof.  zu 
Altorf,  nacb,Trew's  Tode.  Diefer  gab  ein  anderes 
Werk:  Piantae  rariores,  dec.  1.  1768.  fol",  wozu 
Vogel  noch  zwey  andere  Decaden  fügte.  Von  Ehret 
erfchienen  in  England  plantae  et  papiliones  rariores, 
lond.  1748—  1759.  fol.  i5  Tafeln. 

Im  Oeftreichfchen  machte  die  Cultur  ausländi- 
ich  er  Pflanzen  aufserordentJiche  Fortfehritte.  Mit- 
glieder der  Kaifer  Familie  waren  Kenner  und  t,ieb- 
haber  der  Wiffenfchaft:  mit  FreygebigkHt  wurdea 
botanifche  Unternehmungen  unterftützt,  und  die  Gro* 
fsen  des  Kaiferftaats  wetteiferten  in  der  Beförderung 
derfelben. 

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]72         Siebentes  Buch.    Siebentes  Kapitel« 

<  • 

Unter  allen  botanifchen  Gerten  des  feften  Lau- 
fies  glänzt  der  kaiferliche  Garten  *u  Schönbronn  bey 
Wien  am  meiften  vor.      Franz  i.  legte ,  auf  Swie- 
ten's  Betrieb,  im  Jahr  1760  den  Grund  zu  den  Treib - 
und  Glasbaufern ,  rief  einen  trefflichen  Garteckünft- 
ler ,  Richard  van  der  Schot,  als  Anffeher  dahin,  und 
ichlckte  ihn  und  Nie.  Jof.  von  Jacqtän  im  Jahr  1754 
Dach  Weftindien,  um  feitene  Gewächfe  zu  CammeJo* 
und  fie  zur  Bereicherung  der  Anftalt  lebend  zu  über- 
fenten.    In  fünf  Jahren  kamen,  neben  Scbiffsladun- 
gen  voll  Bäume  und  Gewächfe  aus  Coraffao  und  den 
wefrindifchen  Infein  an.    Zu  diefer  reichen  Grund* 
Jage  der  botanifchen  Schätze  in  Schönbrunn  kamen 
noch  die  köftJjchen  Lieferungen ,  welche  Marter, 
Boor  und  Bredemeyer  aus  Florida,  KaroJina  und  an- 
dern Provinzen  America's  im  Jahr  1784  einfandten. 
Kaifer  Jofeph  fl.  hatte  fie  dahin  beordert.  Brede- 
xneyer  und  Sohöcht  gingen  von  neuem  nach  Ame- 
rica» um,  nach  des  Kaifers  Willen ,  noch  mehr  zu 
fammeln,  und  kehrten  1788 ,  mit  reicher  Beute  be- 
laden, wieder  zurück.    Unterdefs  waren  auch  die 
Gärtner  Boor  und  Scholl  beauftragt ,  über  das  Kap 
nach  der  Infel  Frankreich  zu  gehn,   von  wo  Boor 
im  Jahr  1788  wieder  zurückkehrte  >  ohne  jedoch 
alle  280  Kiften  voll  frifcher  Pflanzen  mitzubringen. 
Diefe  waren  zum  Theil  auf  dem  Kap  zurückgeblie- 
ben.   Auch  Kaifer  Franz  II.  befolgt  in  der  Beförde- 
rung der  Botanik  die  glorreiche  Sitte  feiner  Ahnen. 
Nach  S.  Helena  und  dem  Kap,   wie  nach  BraGlien, 
find  Gelehrte  und  Gatte nkünftler  abgegangen  ,  von 
deren  Einfichten  und  FJeifs  ßch  viel  erwarten  läfst. 
Des  Kaifers  erhabene  Brüder,  die  Erzherzoge  Karl 
und  Johann,  find  Kenner  und  Beförderer  der  Wif» 
fenfehaft,  die  den  Geift  erhebt  und  das  Leben  ver* 
fchönert.  Jacgoin's  Hortus fchöaürurmenßs,  vol.  1 — 4 


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Botanifche  Gärten.  373 

fienn.  1797.  fol.,fteHt  die  felteiieii;  Pflanzen  des 
chönbrunner  Gartens  unvergleichlich  dar. 

Auch  der  bofanifche  Garten  dir  Üniverfität  z« 
Vien  ward  unter  J4cquin's  Aufficht  fehr  berühmt« 
'euge  dafür  find  der  Horms  bofanlcus  vindobonenfis* 
ol.  1  —  3,  Vienn.  1770*— 1776.  fol.,  und  die  lco+ 
\es  plantarum  rariorum%  vol.  1— -3.  Vienn.  1781  — 
795.  fol. ,  wozu  die  Collectanea  ad  botanicam  etc. 
bectantia,  vol.  1— *-4«  fuppl.,  Vienn.  1786  -1796. 
i.,  als  Commentar  gehören.  Jof.  Franz  von  Jacquin^ 
er  jüngere,  ift  auf  das  rflbmlichfte  in  die  FuTsta* 
»fen  feines  ehrwürdigen  Vaters  getreten.  Seins 
iclogae  plantarum  rarwtum  aut  minus  cognitarum9 
ol,  1.  Vienn.  »81 1— *i8i6.  fol.,  enthalten  faft  lau» 
er  pflanzen  des  Wiener  Univerfitätsgartens ,  eben  fa 
reffJich  dargeftellt  als  unterfucht  und  befcbrieben. 

Für  die  Gültur  öftreichfcher  Pflanzen  wurde  im 
ielvedere  ein  Garten  angelegt,  und  der  Aufficht  des 
^eibarztesr  Nie.  Thom.  Hoft  anvertraut.  Auch  bey 
ler  Therefianjfchen  Ritter-Akademie  ift  ein  vorzügli- 
cher botanifeber  Baumgarten,  deflen  Vorfteher  Franz 
Schmidt  ift. 

Unter  den  Gärten  öftreichfcher  Orofsen,  die 
3.  Freyherr  von  der  Lülie  befungen,  (An  Flora  undCe» 
es,  Wien  1802.  8.),  werden  der  Graf  Harrach'fche 
:u  Bruck  an  der  Leytha ,  der  Laudon'fche  in  Haders« 
lorf,  der  Garten  der  Grafinn  Kinsky,  und  die  Mit* 
rowsky*fcben  und  Fürft  Lichtenftein'fchen  Anlagen 
im  meiften  gerühmt;  -  •  * 

Auch  die  böhmifchen  Vafallen  zeichnen  fich 
lurch  Liebhaberey,  und  felbft  durch  Kennerfchaft 
ms.  Der  Graf  Jofeph  Malabaila  von  Canal  legte 
nit  Hülfe  des  Franz  Wilibald  Schmidt  einen  botani* 
chen  Garten  bey  Prag  an,  worin  auch  Unterricht 
gegeben  wird.    Freyherr  von  Hochberg  ftiftete  1806 


1 


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374         Siebentes  Buch.    Siebentel  Kapitel. 

«ine,  treffliche^  botaoifche  Anlage  zu  Hlubofch ,  rot 
J.  E.  Pohl  befcbrieben.  (Des  Freyherrn  von  Hoch- 
berg  botanifoher  Garten  zu  HluboCch,  geordnet  von 
J.  E.  Pohl.  Prag  1812.  8.)  Der  Fürft  Anton  16- 
jgfor  von  Ubkowitz  unterhält  in  Prag,  der  Graf  Gas- 
par  von  Sternberg  io  Brzezina  botanifche  Garten ,  it 
deren  erfterm  befonders  Alpenpflanzen  glücklich  ge- 
deihen. 

Im  Bayerfcheit  find  die  botanifohen  Gärten  der 
Akademie  zu  Manchen,  der  Universitäten  zu  Lands- 
hut, Würzburg  und*  Erlangen» 

Im  Badenfchen  find  die  trefflichen  Gärten  zu 
Schwetzingen  bey  Mannheim  und  zu  Karlsruhe. 

1b  Sachfen  ift  der  Privat-  Garten  des  König?, 
•ines  grofsen  Kenners  der  Wiffenfehaft,  zu  Pillnitz 
der  wichtigfte.  Der  Leipziger  Univerfitäts -  Garteo 
fteht  unter  Schwägrichen.  Noch  ift  der  Breiter  {cht 
Privat«  Garten  fahr  reich  an  feltenen  ausMndifcbeo 
Pflanzen.  {Horms  Breuer ianus ,  Lipf.  1817.  8.) 

Wichtiger  für  die  Land  pflanzen  ift  die  treffliche 
Anlage  zu  Zerbft,  von  Joh.  Carl  Conhum  gegründet, 
und  von  feiner  Tochter  Louife  unterhalten  und  er» 
weitert.  (Handbuch  für  Gartenfreunde,  Tb.  1— 5. 
Zerbft  1814—  1816.  8.) 

Im  Hannöverfchen  ift  der  königl.  Garten  zu 
Herrenhaufen »  früher  unter  der  Aufficbt  von  F.  Ehr* 
hart,  jetzt  unter  Joh.  Chrift.  Wendland ,  der  reich fte. 
(Schräder  et  Wendland  f er  tum  Hannover  anum ,  vol.  1. 
Gott.  1795  —  t797-  fol.  Wendland  hortus  herrenhu* 
fanus,  tom.  1  —  4»  Hannov.  1798.  *799-  fol, 
Sammlung  ausländifcher  und  einfieimifcher  Pflanzen, 
Bd.  1.  2.  Hannover  1806  — 1810.  4*)  Doch  wett- 
eifert jetzt,  unter  Henr.  Ad.  Schräder* s  Auflicht, 
der  Univerfitits  -  Garten  zu  Göttingen  mit  jenem. 
{Hortus  gottingenfa  fafc.  1.2.  Gott.  1809,  lSiS.fol.l 


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Botamfcie  Gärten.         "7  37$ 

Unter  den  Prfvat- Gärten  zeichneten  Geh  frü* 
ier  die  211  Schwöbber  und  Harbke  (im  Braunfchweig* 
chen)  aus.  Jenen  legte  der  berühmte  Otto  -von 
Aünchhaufen  an.  Der  Harbke'fche ,  dem  Veltheim« 
eben  Hanfe  gehörig,  war  befonders  wegen  der  gro* 
sen  Menge  feltener  au^Jändifcher  Bäume  undSträu- 
her  berühmt.  Er  ward  von  Job«  Phil.  Duroi,  Arzt 
u  Braunfchweig,  (geb.  i74l>  t  l785J  befchrieben. 
Die  Harbke /che  wilde  Baumzucht,  Th.  1.  2.  Braun- 
:hw.  1771.  1772.  8.)  Davon  gab  Johi  Friedr.  Pott$ 
•raunfehweigfeher  Leibarzt,  (geb.  1738,  f  i8o5,) 
ine  neue  Auflage,  Braunfchw«  Th.  1  —  3.  1795— 
800.  8.,  heraus. 

Im  Preufsifchen  ift  der  Berliner  Garten  jetzt 
(er  reichlte.  Er  ward  es  durch  dfe  Freygebigkeit 
Fes  Königs,  durch  Willdenow's  Eifer  und  durch  des 
etzigen  Auf  fehers,  Otto,  raftlofen  Fleifs  und  Kennt« 
iiffe.  Wilidenow  gab  ein  treffliches  Werk:  Bor  tut 
erolinenfis,  vol.  1.  Berol.  1809 — 1812.  fol.,  mit 
ehr  guten  Abbildungen  neuer  Arten;  ferner  Enu* 
teratio  plan  Carum  horti  berolinenjis,  Berol.  1809.  8.; 
nd  die  Berlinifche  Baumzucht,  Zweyte  Aufl.  Berl. 
81  u  8. 

Den  botanifchen  Garten  derUniverfität  zu  Halle, 
lern  von  1770—1797  Phil.  Kafp.  Junghans  vor- 
fand, habe  ich  feit  zwanzig  Jahren  zu  bereichert 
nd  nützlicher  zu  machen  gefucht.  {Der  botanifche 
r arten  der  Univerfuät  zu  Halle ,  1799.  8.  Garten* 
eitung,  B.  1  —  4*  Halle  i8o3 — 1806.  4«  Planta- 
um  minus  cogniiarum  pug.  1 .  2*  Halae  1 8 1 3.  1 8 1 5. 
.)  Dem  Königsberger  Garten  fteht  Aug.  Friedr, 
chweigger  vor.  Der  Breslauer  ift  unbedeutend, 
;tzt  unter  der  Aufficht  von  Lud.  Chrift.  Treviranus. 
n  Erfurt  unterhält  Job.  Jac.  Bernhardi  einen  eigenen 
efflichen  botanifchen  Garten.     Höcbft  intereffani 


•  * 


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ift  die  Anftalt  das  Fflrften  zu  Salm- Dyk,  in  Dyk 
bey  Düffeldorf ,  bcfonders  in  Rücklicht  faftiger  Pflao- 

zen. 

« 

II.    In  den  Niederlanden. 

Beym  Anfang  diefer  Periode  war  der  botaoi- 
fcbe  Garten,  den  ein  Arzt  im  Haag,  Mart.  Wilh. 
Schieencke,  (geb.  1707,  f  1785,)  unterhielt,  einer 
der  reichften.  Nach  des  Befitzers  Tode  kamen  die 
vorzüglichsten  Pflanzen  durch  Verkauf  nach  Schön- 
brunn. 

Dem  Leidener  Garten  ftand  eine  Zeit  lang  Ni- 
co!. Meerburgh  vor.  Von  ihm  haben  wir:  AfbeeU 
dingen  van  zeldzaame  Getroffen,  Leyd.  1775.  fol., 
mit  5o  Kupfern:  jetzt  ift  Seb.  Juft.  Brugmans,  fo 
wie  in  Amfterdam  Ehrh.  Vrolik,  Vorfteber  des  Gar- 
tens. 

Noch  gehören  zu  den  bedeutendften  Gärten  der 
von  Pur  menüer  zu  Lille,  und  der  BtOffeler  unter 
Dekin. 

III.    In  Frankreich. 

Dem  febr  reichen  Parifer  königl.  Garten  fteha 
Renatus  Desfontaines  und  Andr.  Thouin  vor«  (To* 
bleau  de  t  dcole  de  botanique  du  j ardin  du  Roi  y  Paris 
181 5.  8.)  Aufserdem  wurde  auch  der  Garten  der 
Jofephine  Bonaparte  in  Malmaifon  ungemein  be- 
rühmt. Auf  Koften  der  Beßtzerinn  erfchien  ein  köft- 
liches  Praehtwerk:  J ardin  de  la  Malmaijon  9  par 
E.  P.  VentPnaty  vol.  1.  2.  Paris  i8o3.  fol.,  mit  120 
Kupf.  Amatus  Bonpland,  fpäter  Vorfteber  der  An- 
ftalt, gab  eine  Fortfetzung  jenes  Werks:  Dejcriptioa 
des  plantet f  que  Von  cultive  a  Navare  et  ä  la  Mal- 

maifon,  livr.  1—6.   Paris  i8i3— i8i5.  foL 

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/        ,  Botamfcbe  Gärten.  377 

Die  botanifche  Anlage  eines  Privatmannes, 
J.  M,  O/j,  ward  durch  Ventenat's  treffliche  Bear« 
beitung  der  feltenern  Pflanzen  äufserft  berühmt. 
(Defcription  des  plantes  nouveltes  ou  peu  connues*  cuU 
tivdes  dans  le  j ardin  de  /.  M.  Celsf  Paris  1800.  fbl.t 
mit  100  Kupfern.  Auch :  Xhbix  de  plames ,  dontla 
plupart  font  cultivSes  dans  le  jardin  de  Cels,  Paris 
i8o3.  fol.,  mit  60  Kupfern«)  Karl  Ludw.  U H dritter 
de  Bruteile  (f  1800)  benutzte  die  Schätze  der  öffent- 
lichen Anftalten,  der  Dombey'fcben  Sammlungen  und 
feines  eigenen  Gartens  bey  Paris  zur  Herausgabe  fehr 
nutzbarer  . Werke.  (Stirpes  novae  out  minus  cognitae% 
fafc.  1—6.  Paris  1784.  17*5-  fol.  Cornus,  1788. 
fol.    Geraniologia ,  1787.  1788.  fol.) 

Der  alte  Garten  zu  Montpellier  behauptet  noch 
immer  einen  bedeutenden  Rang  unter  ähnlichen  An- 
halten. Verzeichniffe  feiner  Reichthümer  gaben  dia 
Voffteber  Ant.  Gouan  (Hortus  regius  monspelienfts9 
Lugd.  1762.  8.),  Brouffonet  (Elenchus  plantarum 
horti  toonspelienfts ,  Monspel.  i8o5.  Ö.)f  und  Deban- 
dolle  (Catalogus  plantarum  horti  monspelimfis,  181 3. 
8.)  heraus.  Da  Oecandolle  jetzt  Montpellier  verlaf- 
fen  hat,  fo  ift  Dunal  Vorfteher  des  Gartens. 

Dem  Garten  zuTouloufe  fteht  Picot-Lapeyroufe9 
dem  zu  Strasburg  Nefiler,  nach  Villars  Tode,  vor. 
Dumont-Courfet.  unterhalt  einen  eigenen  Garten  zu 
Boulogne.  Er  lieferte  ein  treffliches  Garten- Lexi- 
con.  {Le  botanifte  cultivateur9  vol.  1  —  3.  Paris 
1802.  8.) 

*  I  a. 

IV.    In  Italien. 

Unter  den  botanifchen  Gärten  Italiens  ward  der 
zu  Turin,  vorzüglich  unter  Balbis,  der  berOhmtefte. 
Karl  Allioni,  lgn.  Molineri,  Ludw.  Bellardi  hatten 
ebenfalls  grofse  Verdienfte  um  die  Anftalt«  Balbis 

*  •> 

* 


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378  Siebente«  Buch.    Siebente«  Kapitel. 

gab,  aufser  mehrern  Verzeicbniften :    Horti  acad* 
mici  taurinenfis  ftirpium  minus  cogn'uarum  iconet  et 
deferiptiones ,  fafc.  i.  Taurin.  1810.  4-       Blroii  itt 
feit  1814  Balbis  Nachfolger. 

Die  Pflanzen  dep  botanifchen  Gartens  in  Rom 
befchrieben  Nicolaus  Mar  teilt,  Liberal,  und  Conftao« 
tin  Sabbati;  6e  find  in  einem  groben  Werke  mittel* 
mäfsig  abgebildet.  (Horms  romaaus,  vol.  1  —  7. 
Rom.  1772  —  1784.  folM  mit  700  Kupfern.) 

Der  ehrwürdige  Garten  zu  Padua  fteht  jetzt  na» 
ter  der  Aufficht  des  Ant.  Bonato.  Pet.  Arduwo,  Prof. 
der  Landwirtbfchaft  zu  Padua,  war  Vorfteher  des 
ökonomischen  Gartens,  und  gab  Animadverfionum 
botanicarum  fpeeimen  1.  et  2.    Patav.  1769.  Venet. 

1764*  4*>  heraus. 

In  Mailand  bläht  der  Garjten  unter  Phil,  ir- 
mono;  in  Pavia  unter  Domen.  Nocca ,  (NomencUtura 
plan  Carum,  quae  in  hör  so  ticiitenfi  coluntur.  Pap.  18 13. 
8.)»*  in  Pifa  unter  G.  SavL  Dem  Garten  zu  Florenz 
ftand  anfangs  Xav.  Maneui  vor,  (Viridarium ßorenti- 
numy  Flor.  1771.  8.),  dann  Attil.  Zuccagni,  Q&yn- 
opus  plantarum  horti.bot.  florentini»  Flor.  179^  8.), 
und  jetzt  Targioni  Totzetti  der  Jüngere. 

Bey  Florenz  befafs  der  Marchefe  Nicol.  Pancia- 
tichi  einen  Garten,  deffen  Verzeichnifs  Job.  ficci* 
voll  herausgab,  (iiortus  Panciaticus  t  Flor.  1783.4  ) 

Bey  Genua,  wo  Dom.  Viviani  Vorfteher  des 
botanifchen  Gartens  ift,  hat  die  Gräfin  n  Clelia  Durazto 
Grimaldi  eine  berühmte  Anftalt. 

V.    In  Spanien. 

Der  konigl.  Garten  zu  Madrid  hatte  eine  Zeit 
lang  Cafim.  Gomez  Ortega  zum  Vorfteher.  {Flora 
efpana.  Madr.  1791.  4*  Novarum  out  rariorum 
plantarum  horti  matritenßt  dec.  1—8.  Matriti 


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Bottnifcbe  Gärten.  379 

797  ~  **799-  40  "»in  folgte  Ant.  Jöf.  CavahÜles. 
Dejcripeion  de  1*4  plantas,  que  demonftrb  en  las  /<?c- 
iones  publica*  del  anno  1801.  Generös  y  efpecies 
ftf  plantas  demonftradas  en  las  lecciones  publica*  de 

802.  vol.  1.2.  Madr.  1S02.  8.)  Nach  CavanilleA 
rode  übernahm  Zea,  und  dann  Mariano  Lagafca 
lie  Anflicht  des  Gartens.  Der  letztere  giebt  jetzt  mit 
»imon  de  R.  demente,  Bibliothekar,  und  Ant.  San- 
lalio  Arias,  Prof.  der  Landwirthfcbaft,  ein  Werk 
Iber  die  Getreide  -  Arten  heraus.  (La  Ceres  efpanola, 
1  tratado  completo  de  todas  las  plantas,  cuyas  femillas 
meden  convertirfe  en  pan.) 

• 

VI.    In  Grofsbritannien. 

Die  Herrfchaft  der  Britten  zur  See  und  die  Lieb- 
laberey  der  Grofsen  geben  den  englifchen  Gärten 
n  neuern  Zeiten  den  Vorzug  vor  allen  übrigen.  We- 
;en  ihrer  Niederlaffungen  in  Bengalen,  am  Kap  und 
p  Neu-Holland  find  fie  im  Stande,  alljährlich  eine 
Vlenge  neuer  Pflanzen  zu  erziehn,  die  ßch  erft  von 
England  aus  über  das  fefte  Land  verbreiten. 

Der  königl.  Garten  zu  Kew  fteht  an  der  Spitze. 
*Vilh.  Alton,  (geb.  1731,  f  »793,)  war  viele  Jahre 
Vorfteher  deffelben :  ergab,  mit  Dryander's  Hülfe, 
Jen  Bonus  kewenfis,  vol.  1  — 3.  Lond.  1789.  8., 
aeraus,  worin  unzählige  neue  Arten  trefflich  be- 
stimmt find.  Sein  Sohn  und  Nachfolger,  Wilh.  Town- 
lend Aiton,  jetziger  Vorfteher  des  Gartens,  gab  eine 
neue  Auflage  jenes  klaffifchen  Werks:  Hortus  ke- 
wenfis, ed.  2. ,  vol.  1  —  5.  Lond.  1810  —  1 8 1 3.  8., 
worin  viele  neue  Gattungen,  weniger  neue  Arten, 
aufgeteilt  find.  Rob.  Brown  bat  den  wiffenfchaftli- 
shen  Theil  bearbeitet. 

Auch  andere  gelehrte  Botaniker  befebrieben 
die  Schätze  des  königlichen  und  anderer  G$riea  bej 


380        Siebentes  Back   Siebentel  Kapitel: 

London:  fo  Karl  Ltfdw.  VHdrUier  in  feinem  Ser* 
tum  anglicum,  Par.  1788.  fol.;  Jak.  Ed.  Smith 
in  feinen  leones  pictae*  fafc.  1  —  3«  Lood.  1790 
—  1 7j3.  fol.  IcQnes  plantarum  hactenus  inedüae, 
fafc.  1 — 3.  Lond.  1789—1791^0!.  Exotic  bo- 
ianji  vol.  1.  2.  Lond.  1804 — 1808.  4.;  Rieb. 
Ant.  Salisbury9  in  feinen  leones  fHrpium  rariorum, 
Lond.  1792.  fol.,  und  im  Paradifus  londinenfis*  Lond. 
ido6  f.  ~4.,  wozu  Wilb.  Hooker  die  Abbildungen  lie- 
ferte. Die  köftlichen  Kupferwerke  von  Henr.  An- 
drem :  The  buianißs  repofitory ,  vol.  1— 5.  Lond. 
1797  —  1808.  4.,  und  Botanical  Magazine,  von 
Curtis  angefangen,  von  Jak. Si/rw und  Job.  Bellenden* 
Ker  fortgefetzt,  1801.  8.?  enthalten  faft  lauter  fei- 
tene  und  zum  Tbeil  neue  Pflanzen  der  englifchcn 
Gärten. 

Unter  den  akademifchen  Oärten  Großbritanni- 
ens war  der  zu  Cambridge,  fo  lange  Jak.  Donn  lebte, 
der  wichtigfte.  (Horius  cantabrigienßs ,  i8o4>  8.) 
Auch  FothergilVs  Garten  zu  Upton  (Horms  upsonien- 
fis,  Lond.  1783.  8.),  Wilh.  Curtis  Garten  zu  Brom* 
pton,  Job.  Blackburne %s  Anftalt  zu  Oxford,  Lanca* 
fhire:  dann  die  Handelsgärten  von  Lee  und  Kennedy 
zu  Hammerfmith,  von  Conr.  Loddiges  zu  Hackney, 
waren  und  find  zum  Thtil  noch  ungemein  reich  an 
feltenen,  neuen  und  köftlichen  Pflanzen.  Der  Uni- 
verfitätsgarten  zu  Edinburgh  ftebt  unter  Rutherford. 

■ 

VII.    In  Dänemark  und  Schweden. 

Der  Garten  der  Univerfität  zu  Kopenhagen  hat 
in  den  neueften  Zeiten  durch  J.  W.  Hörnemann  fo 
fehr  gewonnen,  dafs  er  den  reich ften  an  die  Seit« 
gefetzt  werden  kann.  (Horius  regius  botanicus  hafnh 
enfis,  vol.  i.  2.    Hafn.  i8i5.  8.) 


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Botanifcfae  Gärten.  38I 

■ 

Dem  Garten  zu  Upfala  ftebn  Karl  Pet.  Thunberg 
und  Georg  Wahlenberg 9  dem  in  Lund  Karl  Ad« 
Agardh  war. 

VIII.     In  Rufsland. 

Der  reichfte  Garten  in  Rufsland,  und  einer  der 
hedeutendften  neuerer  Zeit,  ift  der  des  Grafen  Alexis 
Razumofsky  zu  Gorinka  bey  Moskau,  deffen  Aufle» 
her  Ferd.  Fifcher  ift.  Früher  war  der  Garten  von 
Procopius  Demidof  in  Moskau  fehr  wichtig.  (Enu«  Xl 
meratio  plantar  um ,  quae  in  horfo  P.  a  Demidow  vU 
gent.     Mose.  1786.  8.) 

Der  botanifch*  Garten  der  Univerfität  zu  Dor« 
pat,  von  J.  A.  Weinmann  angelegt,  {Der  boianifche Gar- 
ten der  Univerfität  Zu  Dorpat,  1810.  8.),  fteht  jetzt  un- 
ter  Ledebour;  der  zu  Wilna  unter  Jundzilp  der  zia 
Krcemimec  unter  Beffer, 

< 

IX.    In  America. 

In  Nordamerika ,  wo  das  Studium  der  Botanik 
in  neuern  Zeiten  ungemein  viele  Freunde  gewonnen, 
find  treffliche  Anlagen  zur  Cultur  in -und  ausländi* 
feber  Pflanzen  gemacht,  worunter  befonders  die  Gär» 
ten  von  Wilh.  Hamilton,  Woodlands  bey  Philadel* 
phia  von  Wilh.  Bartram  am  Delawar,  und  von  Da v.  * 
Ho/ackiuElgin  bey  Neu  York  gerühmt  werden.  Der 
letztere  ift  neuerlich  durch  Ankauf  ein  öffentlicher 
geworden.  Auch  Peck9  Prof.  des  Cambridge* Col- 
lege bey  Boftoo,  unterhält  eine  treffliche  Anhalt, 
worin  americanifche  Gewächfe  gezogen  werden. 

In  Südamerica  hatte  der  unfterbliche  Mutis  ei- 
nen herrlichen  botanifchen  Garten  zu  Sta  Fe  de  Bo- 
gota. Auch  zu  Olinda  und  Rio  •  Janeiro  in  Brafilien 
Gnd  botanifcfae  Gärten. 


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j82  Siebentes  Buch.  Siebentes  Kap.  Botanifche  Gärtet 

Es  find  äuCserft  wenige  Fieber  rtitenfchlkher 
Kenntniffe,  die  in  kurzer  Zeit  fo  aufs  er  ordentlich^ 
Fortrehritte  gemacht",  und  in  allen  einzelnen  Thtb 
len  fo  gieichmäfsig  ausgebildet  worden  ,  als  die  Bo< 
tanik  in  den  letzten  achtzig  Jahren.  Auch  ift  zu  er« 
warten,  weon  derfelbe  Gang  fortgefetzt  wird,  da& 
fie  bald  eine  Höhe  erreichen  wirdy  zu  weicher  dia 
übrigen  Theile  der  Naturkenntni£s  vergebens  empor» 
ftreben. 


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I 

I 

■  r  ♦  • 

.- 

■  ■  I  — — — — 

■ 

I 

2  u  T  ä  t  z  e. 

5.  326. 

.  I 

Cere  hat  eine  Refchreibung  der  Pflanzen  des 
Gartens  zu  Mont-Plaifir  auf  der  Infel  Frankreich 
herausgegebent  die  dort  gedruckt  ift. 

Pet.  Rem,  Willemet,  in  Nancy  1762  geboren, 
begleitete  im  Jahr  1788  die  Gefandten  desTippo- 
Saib  nach  Indien.  Da  das  Schiff  bey  der  Infel  Mo« 
ritz  anlegte,  fo  fammelte  er  mit  Eifer  eine  Menge 
Pflanzen,  die,  ati  Miliin  gefandt,  von  diefem  be» 
kannt  gemacht  wurden.  {Herbarium  maaritiunum, 
Lipf.  179^.  8.,  imd  in  Ufteris  Ann.  der  Bot.  St.  18.) 
Willemet  ftarb  zu  Seringapatnam  1790. 

6.  3 28.  M  v 

Qlivier  und  Bruguiire  wurden  im  Jahr  1792  von 
der  franzöfifchen  Regierung  nach  Perßen  gefchickt, 
um  die  Naturgefchichte  und  den  Hände]  aufzuklären. 
Obgleich  Olivier  Geh  vorzüglich  der  Entomologie, 
und  Bruguiire  der  Kenntnifs  der  Würmer  und  Schaa* 
lenthiere  gewidmet,  fo  blieb  doch  die  Botanik  nicht 
ohne  Gewinn,  Olivier  gab  die  Befchreibung  diefer 
Reife  heraus.  (Poyages  dans  fempirp  Othoman,  l'E- 
gypee  et  la  Perfe,  vol.  1  -  3.  Paris  180  4.),  und 
beide  brachten  eine  Menge  trockener  Pflanzen  und 
Saamen  zurück. 

1 

S.  329. 

Durch  Lefchenault,  den  Begleiter  des  Kap.  Bau- 
din  auf  deffen  Zuge  nach  Neu  -  Holland,  wurden  die 
merkwürdigen  Pflanzen  der  fundxfchen  und  molucki- 


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384 


Zufätze* 


{eben  Infeln  bekannter.    Durch  Krankheit  im  Jabr 

i8o3  auf  Timor  zurückgehalten,  ging  er  nach  Java 
und  Madura,  von  wo  er  1806  nach  Philadelphia  ab- 
ging und  1S07  in  Frankreich  ankam.  Wir  kennen 
eine  treffliche  Abhandlung  von  ihm  Ober  die  Gift* 
pfbn*en  Javas:  Strychnos  Tieute  und  Antiaris  toxi- 
caria,  in  den  Ann*  du  muß  16.  p.  459—482. 

L.  A.  G.  Bofc  war  im  Jahr  1798  auf  eigene  Ko* 
ften  nach  Charlestown  gereifet ,  hatte  befonders  die 
Gräfer  und  Schwimme  Karolinas  unterfucht,  und 
eine  Agroftographie  von  Karolina  ift  von  ihm  zu  er* 
warten.  Im  Dictionnaire  dlüßoire  naturelle ,  wel* 
ches  Deterville  herausgiebt,  find  die  botaxüfcben 
Artikel  von  ihm. 

♦ 

s.  337. 

Auch  der  Aufenthalt  Poiteaus,  eines  unterrich- 
teten Gärtners,  auf  3.  Domingo  in  den  Jahren  ijqS  £ 
ift  der  Wiffenfchaft  nützlich  gewefen.  Vom  ihm 
ftehn  mehrere  Beobachtungen  in  den  Annales  du  muß 
Von  dem  Aufenthalt  des  trefflieben  Forfchers  C.  F. 
Richard  in  Cayenne  haben  wir  noch  keinen  voll- 
f tandigen  Bericht  erhalten. 


• 


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Verzeicbnifs 

i  ■ 

d  er 

Schriftfteller  uhd  merkwürdigen  Perfonen. 

oh.  Abbot  364.  Jof.  Banks  305.  341. 

rr.  *Karl  Achard  314.  Jak.  Barrel»«  134  —  137. 

lr.  Acharius  263.  278  367.  ...  Barbeu- du-Bourg  355. 

flieh.  Adanfori*258  286.  287.  3*4»   P.  Barrete  537. 

id.  Afselius  335.  Biagio  Bartalini  3^9. 

varl  Ad  Agardh  367.  38i.  W  ilh.  P.C.  Barton  336. 

ft'ilh.  Aiton  379.  Job.  Barrrffm  333« 

/V  ilh.  TownC  Aiton  379.  Wr.  Barrram  3^4  38i« 

.  B.  v.'  Alberrini  279.  Ferd   Bafü  359. 

rob.  Aldini  131.  Hiob  Balter  25a. 

Url  Alliooi  359.  377.  ...  BAtard  355. 

Url  Alfton  264.  A.  J.  G  K.  Batten  279.  298, 

oh.Florunond  de  St.  Amana  356.    Joh.  Ant.  Battarra  279. 

Jarthol.  Acnbrofini  129.  Fr.  Bauer  344. 

Jyacinth.  Ambrofini  129.  ,  Joh.  Chrilt.   Gottl.  Baumgarten 

oh   Ammann  198.  351.  370. 

>aul  Ammann  36.  n6.  Guid.  Aug   Barin  31a. 

oh.  Aoderfori  366.  Joh.  Beale  6.  24. 

ienr.  Andrews  275.  380«  Sim.  Beaumont  119. 

rt.  A.  de  TArbre  357»  de  Beauvois  256. 

»et.  Arduino  578.  *  A.  M.  F.  J.  Paiifot- Beauvoia  37a. 

»hü.  Armano  378.  325. 

gn.  d.»  Atto  stii.  G.  Bell  317. 

?uf.  Aublet  338.  Ludw.  BHIardi  377. 

V.  Aubert  du  Petit- Thon  tri  3ao*   Joh.  Bellenden -Gavyler,  f.  Ker. 

3»7«  '  Karl  Aug.  v.  Berken  245.  350. 

Pet.  Jon.  Bergius  274.  325. 

\  Sarrabat  de  la  BaiHe  aag.  Veit  Bering  196. 

oh.  Bapt.  Baibit  359.  377,  Joh.  le  Francq  van  Berkhey  369. 

oh.  Banilier  66.  Anton.  Bivona-Bernardi  360, 

Geich,  d,  Botanik«   a,  B*  *  25 


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386 


Verzeichnis 


Joh.  Jtc  Bernhard!  264. 3°9  575- 

Ant    Bertoloni  559. 

W.  S.  J.  G.  Baffer  568-  _58i- 

Bafil  Beftler  123* 

Fr  M trieb  «II  von  Bieberltein  53a, 

Jak.  Jul.  U  Billardiere  523.  344- 

J.  A.  F.  Biria  276. 

Joh.  Biroli  359.  378« 

Joh  Blatkburne  38c*  ' 

Joh.  Btackftone  217. 

Patr.  Blair  174   aa9«  »3* 

Ger.  BUüus  uti. 

Jak   Bobart  15.  114. 

Paul  Sil?.  Boccone  26.  137—140. 


21t. 


Georg  Rud.  Böhmer  306  35r* 

■  1 

Herrn.  Boerhaave  116.  159« 

C  V.  de  Boüüeu  545. 

Jak.  Baiton  277.  279. 

Leendert  Bomtne  »53» 

Fran»  Bonaroy  355. 

Ant.  Bonato  378. 

Jof.  Boofiglioli  14  r. 

...  Bonnemaifon  35£ 

Karl  ßoooet  312. 

Amat.  Bonpland  340.  37& 

Jak.  Bontiua  67. 

M»>r.  Balth    BorkbauTen  2gt. 

J  b.  G  Bory-     Vincent 326.  527» 

L  A.  G.  Bo^  384, 

Kasp  Bofe  125. 

, . .  Boucber  355. 

Rar.l  Bouvard  9a. 

W  ilb.  Bowlei  36T. 

■ 

Hob.  Boyle  8- 

Mich.  Boym  67. 

Bob.  Bra.onoot  31$. 

Bich  Bradley  165  229. 

Fr.  Ant  von  Braune  347, 

. . .  Breiter  5?4« 

Jac.  Breyn  121. 

Joh  Phil.  Breyn  122. 

Sam,  EL  v.  Bride!  277» 


Joh.  Brlgnoli  358^ 

Cl  fcromelius  152. 

Guid.  de  la  Brolfe  92, 

Joh   Brofterhua  lao. 

Fei.  ATell.  Brotero  5624 

Arth.  Brougbton  365. 

P.  M.  A.  Brouffonet  326.  377. 

Joh.  Browal  238- 

Bob.  Brown  »74.  276.  5©t.  544. 

Patr   Browne  336. 

W.  G.  Brovrne  324. 

Jak  Bruce  324 

Seb  Juft.  Brugmant  Z7&4 

L.  ßrugnatelli  314. 

.  .  .  Bruguiere  383« 

Fr  Buchanan  329» 

Chr.  "Trau*.  Bacher  3£x. 

Pet  Jof.  Buenos  354.  5574 

Ad.  Buddle  45. 

Georg  Bernh.  Bulffioger  223. 

•  .  .  Bultiard  25b.  279  554. 

Joh.  Ant.  Bumaldua  141. 

Joh.  Henr.  Burkhard  itf. 

Joh.  Burmaan  208. 

Nie.  Ler.  Busmanu 

GraF  Joh.  Bute  3Ö3- 

Dav.  Siegm.  Aug   Büttner  255. 

Joh.  Chrili.Bux.baum  193 — 

212. 

ftud.  Ja"k.  Omer  an*  as  35.  175. 

Balrh  Campi  140. 

Mich.  Canapi  140. 

Grat  Jof.  Malabaüa  y.Cmial  575* 

Pet.  Carrera  141. 

Job.  Caieariua  69» 

F.  P  Gaffel  299. 

Henr.  Caffini  276» 

Pet,  Caltelli  132. 

Ludvr  Caftiglioni  334* 

Mich  Car**by  203«  204. 

Füric  della  Gatiolica  4)2. 


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der  Sehr  iftf teil  er  und  merkwürdigen  Perfonen,  387 


Franz  Phil.  CavaFKm  141. 
Ant.  Jof.   Gavanillea  276.  339 

34  V  3^«-  579» 
Phil.  Cavolini  354. 

J.  M.  Cela  377* 

Ol.  GelCua  217. 

Joh   Nie.  ?oa  CerS  32$.  353, 

Adelb.  von  Charmlfo  350, 

Girod-  Chantrans  260. 

P.  F.  X.  CharJevoix  333, 

Job,  Chemnitz  14g. 

Dom.  CiriKo  300. 

D.  Clark  336. 

Joh   Cbyton  351» 

Andr  Cleyer  67. 

Aug.  Clutius  80. 

Andr.  Cnöffel  I2ga 

Barnab  Coba  6a. 

Cadvrallader  Calden  332» 

Jenny  Colaen  333. 

.  .  .  Collorab  258. 

.  .  .  Collet  354. 

Joh.  Comm«lyn  116. 

xaip  Commelyn  nöi 

Phil.  Coramerron  516. 

indr.  Comparetii  308, 

denr,  Compton  1 13. 

iarr  Mar.  de  U  Coodamhio  ao6. 

207. 
dk  Cook  341. 
.*k  Phil  Gornuti  94. 
o(.  Correa  de  Serra  298. 
oh.  Carl  Certbura  374. 
„nuiie  Corthum  374. 
>onav.  Com  25g. 
Ienr  Cotta  319. 
ül   Vitr.  Coulon  317« 
)uraont  Courfet  377« 
)aa.  Co*  g.  35. 
)av.  Crantz  334. 


{eni.  Joh.  flepom.  Cranta  Duboia  557, 


Jalc.  Cunningham  79. 
Franz  Cupani  1^2. 
Wilh  Curtts  363  380# 
P.  Cuifon  276. 

■ 

* 

Sam.  Dale  45. 

Thom  Pr.  Dalibard  355* 

Wilh.  Dampfer  «7. 

Erafm.  Darnin  31g.  , 

.  .  .  Daubenron  354» 

Humphry  Davy  316.  ^ 

Aug.  Pyr.  DecandoHe  273.  276g 

«97.  304.  341.  354.  377t 
.  .  .  Dedu  20. 
Karl  Deering  217. 
A.  Dekin  353.  376*. 
,  .  .  D^lile  323. 
Proc  D^midbf  3Ri.  . 
Aug.  Wilh.  Dennftedt  35a, 
Vty    Denon  313. 
Keoat.  D^arontainea  323.  57G« 
«,  .  .  Deamaaieres  353« 
•  .  .  Desraoueux  354. 
N  A.  Desvaux  276.  355.  357. 
Jak  Dickfon  365. 
Kenelm  Digby  f. 
Joh.  Jak.  Dilleniua  51.  166— 1714 

219—223. 
Joh  Talb.  Diüon  361. 
Lew  Weft  Dillvryn  262.  «78* 
Dion.  Dodart  21.  95. 
J  W  Döbereiner  312. 
Katb.  Helena  Oörrien  349* 
Jof.  Domhey  339»  , 
Vital  Donau  249,  >. 
Jaks  Dono  38°» 
Sana.  Doody  45* 
Wük  Drefky  271. 
£.  W  Drümpelmaon  36^ 
Jon.  Dryander  155.  ag^. 


04,  \,  Crell  315, 


,..  Dula*  35 \* 

1&  f ,  £>u«*l  27$,  577, 


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3iZ 


Verzeichnis 


„  .  ,  Dupary 

J.  P.  Du  Hui  575. 

Jeunrf  Duvai  348* 

Job  Georg  Ouveroot  2134 

Georg  Dioo   Ehret  57 *• 
Fr  Ehi  ah  ago.  574. 
Lor.  Ei'  hl  lad  147. 
Henr  Eiohuf  320. 
Guft  Ekeberg  325, 
Job.  Ellia  25a  253. 
Joh.  Siegm.  Ekholt*  126. 
Chrift  Henr  Erodiel  213. 
Andr.  Ein.  Ellinger  271« 

Matth.  Fabregou  3£4. 

Pbii.  Conr.  Fabriciut  245. 

Guid.  Ciefc  Fagon  95. 

Joh.  Pet.  Falk  331. 

JoK  Bapt.  Ferrarj  132, 

Ludtr  Fcuillee  187—  i£9- 

Henr.  Ficinua  351. 

Ferd.  Fifcher  273.  299  581. 

Steph.T  Flacourt  80. 

Henx.  Guft  Fiörke  2go. 

Jan.  Foldi  569. 

Fcl    Fontana  aGi. 

Thom  Forrelt  343»  • 

Per  Fortkol  32  a'. 

Georg  Forfter  542. 

Joh  Reioh.  Forlter  54a« 

Joh.  Foibergill  330. 

•  . .  Fourmault  354. 

G  F  Frank  ▼  Finkenau  9.  143. 

J.  Frank  144. 

F.  J.  Frenael  318. 

Amad.  Fresier  189. 

W  C.  Friebe  568. 

E  M  Fries  280.  567. 

Joh.  Aloyl.  Frölich  271» 

Georg  Fuiren  151. 

Henr.  Chxift.  Funk  347.  348. 


G.  Gärtner  549- 

Jof.  Gärtner  262—264.  289-291 
AI.  Chrift.  Gakenhof  i$6. 
Jof.  Garidel  215. 
...  Gatereau  356. 
Joh.  Gandin  27r« 
Sam.  Generlich  369. 
Claud.  Jof.  GeoEfroy 
Steph.  Frana  GeoßVoy  164.  250. 
Joh.  Gotti.  Georgi  531. 
Lud vr.  Gerard  556. 
Traug.  Gerber  196. 
Joh.  Gtsner  245. 
Joh.  v.  Geuns  353* 
Job.  Em  an.  Gih  bort  357.  368« 
Jof  Ginannt  251. 
Jof.  Mar.  Giovone  3*  7» 
Chrift.  Girranner  515. 
Joh  Bapt.  Giudtce. 
C.  Giulio  316.  * 
Karl  Ludw.  Gladbach 
Joh.  Gottl.  Gieditfch  259.  34$. 

249.  349. 
Wiih  Fr.  *  Gleichet,  263.  *£f. 
Karl  CänTc.  GmeUn  3^. 
Joh.  Fr.  Grnelm  afta.  ^49. 
Joh.  Georg  Gmelio  196  —  202. 
Sara  Gottl.  GmeJin  253  35°* 
Job.  Wolfg.  v.  Götbe  302* 
Sara-  Goodenough  272. 
Dav.  de  Gort  er  553.  363. 
Joh.  Gottlched  147. 
Aot  Gouan  356.  377« 
Eb  G.  Graff  352. 
Job.  Chrift.  Fr.  Giaurnüller  552. 
Nehera.  Gretr  10  —  15. 
Clelia  Ourazao  Grtmaldi  378. 
Herrn.  Nie.  Grimm  69. 
Dav.  Henr.  Grindel  3°8» 
Gabr.  Grisley  142. 
Job  Fr.  Gronoviui  331* 
Mich.  Grubb  325. 
Joh.  Ant.  Gülden ftä\U  53 1< 


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der  Schriftfteller  und  merkwürdigen  Perfonen.  389 


Job.  Steph.  Güüttard  253.  30$. 

357* 

.  •  .  Guillemeau  355. 
Job.  Ern.  Guonerus  36& 

• 

Karl  Ludw.  Hablizl  531« 

Balth.  Hacquet  347. 

Thadd.  Häoke  352. 

Steph.  Haies  228. 

Alb.  von  Haller  314.  215.  245.1 

346.  349. 
Heor.  .Ludw.  du  Hamei  du  Mon- 

ceau  313. 
Willi.  Hamilton  38 1. 
Chrift.  Fr.  Harles  521. 
Fr.  HafTelquilt  322. 
Adr  Hardy  Haworth  273.  277. 
Job  Ern.  Hebenftreit  175.  205. 
Job.  Hedwig  256.  258.  202.  263. 

307. 

.  .  .  Heinselmann  196. 

Lor.  Heilier  246. 

Fr  Xav.  Heller  348. 

Georg  Andr.  Hellwing  213. 

Joh.  Uapt.  van  Helmont  24« 

Job.  Fr.  Henckel  230. 

Graf  Leo  Henckel  von  Dooners- 

niark  352.  * 
Kath.  Henl  haw  9. 
Paul  Hermann  36  —  4°*  1 
Siegm.  Fr.  Hermbltädt  319» 
Frans  Hernandes  61. 
Job.  Heor.  Heucher  224. 
Beoj.  Heyne  339. 
Job.  Hill  252.  263.  288.  36s. 
...  v.  Hochberg  373« 
.  .  .  Hocquart  353. 
Georg  Fr.  Hofmann  275.  276« 

Job.  Mor.  Hermann  124« 
Mor.  Hofmann  124  i48* 
Gr  Hofniannsfgg  338  361, 
Tbeod.  Holmfkiold  279. 


Gerb.  Aug.  Honckeny  345. 
Rob.  Hook  9. 

Wilh.  Jackl.  Hooker  277.  34 !• 

363.  ^66.  380.  ^ 
Dav.  Henr.  Hoppe  347.  S48  35t. 
Tob.  Conr.  Hoppe  352. 

Job  Wilh.  Hornemann  365.  38«.  • 

Nils  Horrebow  366. 

Dav.  Hofack  38 1. 

Nie.  Tbom.  Holt  271,  547.  375. 

Pet.  Hotton  116. 

Wilh.  Houftoun  204, 

Mart.  Houttuyn  282» 

Wilh.  How  150. 

Fr  Huber  316. 

Wilh.  Hudlon  362* 

Griff.  Hughes  336« 

Alex.  v.  Humboldt  276.  315.  540. 

34'-  35«. 
Alex.  Hunter  517. 

> 

Ed.  Jacob  364. 

Jof.  Frans  v.  Jacquin  375. 

Nie.  Jof.  v.  Jaccjuin  274.  276. 

336.  346.  37». 
Georg  Fr.  Jäger  504« 
Chr.  Fr.  Jarapert  3°5* 
Aug.  Jaume  St  HiUire  298*  354* 
Ludw  Am  and.  Jauftin  361. 
Jak.  Jrnkinloo  362. 
Job,  Ingenhouls  259.  313.  314. 

51b. 

Thom.  Jobnfon  149. 
Mart.  Dan  Johrenius  212. 
Dion.  Joncquet  94. 
Wilh.  Jones  329.* 
P.  E.  llert  324. 
Ant.  üanty  d'  Ifnard  165. 
B  S.  Jundztl  308.  38i» 
Joach  Jung  27  —  29. 
Ludw.  Juogermann  114  i48* 
Phil.  Kasp.  Jungbans  375. 
Ant.  Juüieu  163, 


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399  Vetteichnife 


Int  Lor.  ▼.  Juffien      —  *9<S 
Bern.  Julü'-u  351.  292.393» 
Jol*  JulUeu  20t.  207. 

♦ 

Endeln.  Kampfer  19°— "'9V 
Abr.  Goith.  Kahn  er  265. 
Pet.  Katm  535. 
Georg  Jof  Kamel  78« 
.  .  .  K*nnc  1y  5#o.  y 
Joh.  Bellenden  -  Ker  374.  5flo. 
Job  Sim.  Kern  er  549. 
•  .  .  Rick*  353. 
Dieir.  Georg  Kiefer  311« 
Fr.  Ki<i£eUr  117.  K19. 
P.  Kiiaibtd  5b9» 
M  Klot«  3ib- 
Ciinft.  Kuaut  I53« 
Curiltopb  Koautb  46.  145«. 
Theod  Ant.  Kuight  319. 
'Joh.  Hieroo  Koipbof  22$\ 
G*org  Ludvr.  Köler  271. 
Joh.  Lad Chrilt.  Köüe  271'. 
Alex  örrnh   Koiptn  550 
Joi.  GotiL  Köireuter    256*  263, 

21  ;g 

Jol»   Gerb  König  272. 323. 

Fr  Körte  348* 

Ac^  de  Koker  120. 

H  Koller  359. 

G*orp  Wolf*  Kraft  313. 

Joh.  Georg  Uenr   Kramer  irf». 

Steph  KraUhemanikow  i<#. 

Dav  K«eg  66.  t 

Ant  K»ocker  309. 

Ant  Jol.  K  rock  er  353*  * 

K*ri  Kunih  340.  S5°k 

Gu(t.  Kuaue  2go« 

Pt*  KjUin|  152, 

Joh%  Bapts  La.ba*  205. 

Mar  L*g*foe  a7ö.  3;<j, 

Joh.  Mepora.  ?.  Laicäartiag  545. 


Joh  Bipt  Lamarck  183  296  *9?. 
555. 

Aylmer  Bourke  Lambert  374. 

.  •  .  Lamourenx  357- 
J  V.  F.  Limooroux  2?g. 
W.  A  F.  Lampacriua  516, 
Job.  Max.  Lanciii  230^ 
Job.  Lau  dt  360. 
G.  Langsdorf  35*. 
Phil.  Picot-Lapejrroufe  35^.377. 
Thom.  La«rfon  ^ 
Fr.  Laxmann  331. 
C.  F.  Ledebour  3g  i„ 

Lee  3S0.  • 
Job.  Dan.  Leera  349» 
Ant.  t.  Leeuvrenboek.  ig.  19. 
F  A.  LeFebure  315. 
J  G  C.  Lehmann  275. 
Gotifr.  Wilb  ?.  LeibniU  156« 
A  L.  S  Lejrune  353. 
Joh  Dietr.  Leopold  215, 
Iw  Lepechin  3^1. 
.  .  .  Lefchenau/r  5^3. 
.  . .  Lerufeoudoij  355» 
M  Lewia  336. 
Fr.  Wilb.  f.  Leytter  351. 
Karl  Ludw.  L'Henticr  de  Brutelle. 

377-  38«. 
Ed  Lhwyd  45. 

Ant  Aog.  Henr.  Lichten ftei  11257, 

Henr  jLicbtenftein  32$,, 

F  K  Lieblfin  349. 

Joh.  Light foot  364, 

Sam.  Liijeblad  367. 

Joh   Linder  217. 

Fr  Balth.  Lindern  215. 

Henr.  Fr.  Link  14a.  257. 2go.  3ro. 

Karl  ?.  Linne  251  —  343.  25t. 

254  «84-  301. 
|Car|      L»nne'  de?  Sohn  243. 

Alan.  IMwv  iou  - 


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der  SchriftfteMer  und  merkwürdigen  Perfonen.    39 1 


Pufft  Ant.  4fid.  vom  Lokkowita 

374- 

Conr.  Loddigea  58a, 
P.  Löfling  558.  3fii» 
Tob.  Lölel  147. 

f.  L.  A  -Loiieleur  Deslongcbaanps 

354- 

Fr  Wilh.  Londea  55°» 

Adr.  Loosjea  3^3 

Job.  -de  Loureiro  329*  . 

Chriit  Gotri.  Ludwig  206.  044. 

C.  v.  der  Lut.e  3~3- 

Stepb.  LomoicsVr  369* 

G*org  Stuart  Mackenzie  366. 
G  F.  Maxckiiu 
P.  Mignol  59. 
P.  Malafpina  345. 
M.  Malpigbi  15™"  *fr 
Xav.  Maoerti  378- 
INI.  Mappus  12fr.  r49, 
Job  Fr.  Maratti  263. 
Georg  Marcgraf  64. 
Edme  Marioitp  22. 
Job  Marin  32a. 
Fr  Marlchall  von  Bieberftein  33a. 
Wilb  Mar*den  328 
Humphry  Marl  hall  334. 
Ludw.  Ferd.  Marü^ü  250.  2$it- 
Nie  Martelli  578. 
Fr.  Martens  88* 
Fr  Phil  Martiui  278»  348* 
Thom.  Martyn  364. 
JA,  v.  Marum  316. 
Jol  Marzari  •  Pencati  35$. 
Fr.  Maüon  274. 

P.  Matiei  di  S.  Giufeppe  69.  129. 
Graf  Heofr*  Gotik.  Mammen  ka 

35*.  * 
Ken.  Moreau  de  Maupertirii  sog. 

.Tob.  Frans  Mauroceni  224. 

*Joh.  Chrift.  Andr.  M«yer  3©8« 

Job.  Nepom.  Mayrhofter  $48, 


Job.  Mazzurato 

Fr.  Kaum.  Medicua  256. *go.  305« 

Nie.  Meerburgh  376. 

Dav  Meefe  269.  289.  555. 

Job-  Ludvr.  Georg  Meinecke  504* 

Alb,  Menteel  148* 

Cbrift  Meritzel  i45«  i^fi* 

Arcliib.  Menziea  335* 

X,  V  Me*rat  355. 

Mar.  Sib  Mertarr  #2« 

.  .  .  Merlet  de  la  Boülave  Z55* 

Cbrift.  Merret  150.  * 

Dan.  GoTfl.  Meflerfchmid  192, 

Henr.  Jul.  Merenberg  212. 

B.  Mryer  349. 

Job.  Chrift.  Fr.  Meyer  320. 

Andr.  Michaux  335. 

F.  A.  Michaux  335. 

Pet.  Arn  Micbeii  ^6 — 173.224» 

Job.  Miller  213.  3^3» 

Phil.  Miller  218- 

Thom.  Millington  14. 

C.  F.  Brifleau-Mirbei  309.  3ir. 
Job.  Mitchell  247. 

Ludw.  Mitterpaclrer  369. 
Georg  Fr.  Moiler  264.  , 
Cöor.  Mönch  281.  349. 
M.  H.  Mohr  261.  277. 
N.  Mohr  366. 

Joh.  Henr.  Dav.  Molaenhavrer 

3<>7- 

Job.  Jak.*  iPaul  Moldenhawer  31 1» 

Job  Ipn  Molina  359. 

Ign.  MoJineri  377. 

Karl  Ebrcnb.  v.  Moll  347. 

Ludw.  Wilh.  le  Möbnier  356» 

Ovid.  Montalbanui  '141. 

Jof.  Montt  173.' 

Jof.  Moretti  558. 

Bob  Moriion  29-^35» 

Sara  Morland  164* 

Henr«  AJühlenbe/g  334« 


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392  veree 

Orto  Fr.  Miller  »54.  257-  *$9- 

265.  3*5. 
Otto  v.  Münchbaufen  254.  575. 
Abr.  Mtiming  120. 
Henr.  Muiiting  120» 
Joh.  Andr.  Murray  2R2.  517.  550* 
Graf  Apollo  Muüin  Pulcbkw  352. 
1  .  .  Muftel  3*7« 
Jof.  ColeU.  Mutie  539.  38 

Graf  Morita  von  Nailau- Siegen 

63- 

Cbrirt.  Fr.  Neffe  316. 
Nat.  JoL  v.  Necker  255.263.353. 
H.  Nectoux  523. 
Lud.  Nee  343- 
Turberv.  Needham  259. 
C.  G.  Neea  von  Elenbeck  258. 
280. 

C.  G.  Neltler  276.  377. 
Jak..  Newton  45* 
Carrion  Niebuhr  32a. 
Chrift.  Ludvr.  Niulch  262« 
Dom.  Norra  359.  37g. 
Job.  Ant.  Nollet  316. 
Ferdin.  de  Noronba  343. 

Georg  Chrift.  v.  Oeder  237.  365. 

Nie.  Oelhafen  146. 

L.  Oken  209. 

Eggert  OUlfcn  366. 

OL  Olaffen  366. 

Joh-  Goitfr.  Oleatiua  126. 

Jol.  Olivi  253. 

G.  A.  Olivier  383« 

Ca/im.  Gomez  de  Ortega  361. 378. 

P.  Oibek  318- 

.  .  .  Otto  575. 

.  .  :  Outbier  208. 

P.  Paauw  ix6« 

A.  M.  F.J.  Ptlifot-Beauvoit  272. 
3*5. 

P.  S.  Pallas  353,  277.  330. 


J.  W.  Palmftruch  3Ö7. 

Nie.  Panciaücbi  37g. 

Thom.  Pancoviua  153. 

Georg  Wolfg.  Ptoser  27a. 

Joh.  Parkinfon  97—99. 

Ant.  Au».  Parmentier  376* 

Jac.  Parloni 

Criip.  Paflaus  120« 

A.  F.  Paffy  555- 

W.  Patterfon  525* 

Sim.  Paulli  151. 

JoL  Pavon  539. 

...  Peck  58i. 

Thom.  Percivall  313. 

Don  Peroetty  34t. 

Claud.  Perrauit  20. 

Chrift.  Henr.  Perfoon  2179.  234. 

Vinc.  Petagna  360. 

Jak.  Petiver  nr*— 113. 

Joh.  Andr.  PejiTonel  2£r, 

Joh.  Piccivo|i  578. 

M  Pieri  370. 

Matth.  Piller  569. 

Kasp.  Pilletier  tßu 

Wilh.  Pifo  04. 

Ant-  Wilh.  PUl  22$, 

Aug.  und  Fr.  Ple'e  355. 

Rob.  PJot  1S0. 

Leon.  PJuknet  t  fOj 

Karl  Plumier  »To1— 187« 

Bich.  Pococke  321. 

J.  E  Pohl  55*  374- 

J.  L.  M  Poiret  3*4- 

.  .  .  Poiteau  355-  384- 

P.  Poiw  526. 

Joh  Ad  Poilich  349- 

Cyrua  Pollini  320.  358- 

Jul  Pontedera  173«  216, 

Joh  Fr.  Pott  375. 

•     •   Pourret  356* 
Biarne  PoveKen  .366. 
Jol.  Prieftley  3*4* 
F.  PtirXh  555% 


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der  ScbriftfteJIer  und  merkwürdigen  Per  fönen.  393 


VT.  Ouenfel  367. 

lof.  Quer  y  Marlines  361- 

Fak.  Coro.  Matth.  Radermacner 

5*>8. 

Karl  Gotd.  Rafn  3«5.  3$5. 

.  .  .  Racnond  356. 

Jon.  R am us  217. 

lf.  Rand  aift. 

Ambr.  Rau  348* 

Job.  Ray  7.  a$.  40  — 46,  140. 

Graf   Alexia  Razumofsky  330. 

38i. 
Joh.  Rea  115. 
Ren.  Am.  v.  Rlaumor  164. 
Joh.  Fr.  Rebemifch  35<>-  35»» 
P.  J.  Redouti  273. 
Henr.  Regiut  119. 
Abr.  Rehfeld  aia. 
J.  J.  Reichard  agi.  349. 
Georg  Cbrifc.  Reichel  306. 
Heior.  Goul.  Ludw.  Reichen- 
bach 351. 
Joh.  Alb.  Henr.  Reimarui  253. 
Jof.  Reiner  547. 
Rieh.  Reihen  364. 
.  .  .  Renault  555. 

Jleneaulme  91. 
Andr.  Joh.  Retaiut  »80.  567. 
Gottfr.  Reyger  35»« 
Ludw.  Rcynier  353« 
Henr.  Adr.  v.  Rbeede  69  —  74. 
Claud.  Ludw.  Richard  298-  384« 
Per.  Richter  de  Belleval  88  — 9°« 
Joh.  Wilh.  Ritter  316. 
Aug.  Quir.  Rivinua  47""5<>* 
Joh.  Robin  90.  93. 

Vefpat.  Robin  9  t. 

Tancr.  Robinfon  45. 

Joh.  Chrift.  Rohling  34& 

Joh.  Jak.  Römer  284.  345« 

Jak.  Roggen  141. 

Geich,  d.  Botanik,  a.  B. 


Wern.  Rolfinck  125. 

Wilh  Rofcoe  27a.  300. 

Alb.  Wilh.  Roth  «58-  »63.  a8o. 

34^.  35i. 
F.  Irloth  v.  Schreckenftein  343. 

Chrift.  Fr.  Rottbvll  3a8.  338- 

.  .  .  Roucel  353- 

...  de  Rouffel  355. 

Wilh.  Roxburgli  a73-  3*9«» 

Joh.  Roy  er  126. 

Ol.  Rudbek  50.  127.  15a. 

Ed.  Rudge  358.  543* 

Karl  Afru.  Rudolphi  $io* 

Joh..  Phil.  Rüting  349. 

JJippol.  Ruis  339. 

Geerg  Eberh.  Kurnphiua  74—78- 

Henr.  Bernh  Rupp  aia. 

Alex.  Rulfel  3aa.  ,  , 

.  .  .  Rutherford  3go« 

F.  Ruyfch  116. 

Gabr.  Raacsyoaki  aifr 


Conft.  Sabbati  360.  378* 
Liberat.  Sabbati  3*5°.  378* 
Rieb.  Aot.  Saliabuiy  274«  *75* 

3°o.  343-  380. 
Fürft  G  zu  Salm -Dyk  375.  376. 
Georg  Santi  360. 
P.  Sarrabat  de  la  Bailfe  339. 
Fr.  Boilüer  de  Sauvages  a<$8» 
Hör.  Bened.  de  Sauffure  a6o.  306. 
Tbeod.  de  Sauflure  3« 
Cajet.  Savi  360.  378* 
.  .  .  Savigny  3a3. 
Job.  Hieron.  Sbaraglia  aa6. 
Joh.  Chrift.  Schiffer  379.  . 
Karl  Schiffer  r45- 
Günth.  Chr.  Schellhaminer  47- 

ia6. 

Fr.  Jof.  ScheUer  a68w 
J.  Scherbius  349« 
Joh.  Scheucbaer  171. 

26 


1 


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394 


VerzeicbniCs 


Job.  Jak.  Scheu  ehr  er  aij« 
Joh.  Mir.  Schier*  245« 
Chrift.  Schkubr  272.  277.  2go. 
•  .  .  KaHneique» Scbrnala  560. 
Kafim.  Chrift.  Schmidel  248- 
Fr.  Schmidt  547.  373. 
Fr.  WiliS.  Schmidt  352.  573. 
Joh.  Chr.  Schmidt  i%o. 
Gotil.  Schober  192.  * 
Joh.  Div.  Schöpf  33£i 
Fr.  Ad.  Scholler  35t. 
Rieh,  van  der  Schot  3Jr. 
P.  K.  A.  Schouiboe  324. 
Htnr.  Ad.  Schräder  345*  374« 
Joh.  Chrift.  Karl  Schräder  314» 

3>9- 

Fran*  de  Paula  Schrank  S«£.  347* 
548- 

Joh.  Chrift.  Dan.  Scbreber  270. 
35i. 

Fr.  Roth  v.  Scbreckenfrein  548. 

Jof.  Aug.  Schultet  284.  347*  548* 

Karl  Fr.  Schult*  350, 

Flor.  Schuyl  116. 

Fr.  Schvrdg riehen  277.  278.  374. 

Aug.  Fr.  Schweigger  34$.  375. 

L.  D.  v.  Schweinita  279. 

Man-  Wilh.  Schwencke  3764 

Kasp.  Schwenakleld  144. 

Joh.  Ant.  Scopoli  255^  289.  346. 

Alb.  Seba  211. 

Ant.  Sebafüani  360« 

Jof.  von  Seenu»  358« 

Franz  Seguier  558. 

Joh.  Senebier  314.  31G.  5l8i 

W.  C.  Seringe  275, 

Dom.  SeJtini  370« 

Thom.  Shaw  2064 

Wilh.  Sherard  gl, 

Piob.  Sibbald  150. 

Joh.  Sibthorp  364.  37p« 

Joh,  Georg  Siegeibek  258. 


Job.  Sierers  53** 

Jak.  Sima  3£o« 

Hans  Sloane  83-— 87* 

Jak.  Eii.  Smith   262.  -277.  a& 

3ao.  543.  564.  58°- 
Greg.  Sobolerffki  363« 
P.  Sonnerat  32g.  345. 
Gir.  Soulavie  341. 
Jak.  Sowerby  262.  279.  $65. 
Li».  Spallanaani  256.  259.  267, 
Andr.  Spermien  325. 
Ott.  Sperling  126. 
Joh.  Reinb.  Spielmann  357. 
Adr.  Spigeliui  27. 
Chrifu  Konr.  Sprengel 
K.  Sprengel  26s  *7&  3*».  509, 

36«.  375. 
Joh.  Stack houfe  27g. 
Joh.  Georg  Wilh.  Starcken  216. 
Georg  Wüh.  StelJer  196. 
Fr.  Stephan  56$. 
Fr.  Sterbeek  15 1. 
Graf  Kaip.  v.  Stern berg  Z5S'  374* 
Joh.  Emir  Stieff  245. 
Joh.  Audi.  Stiftet 
Joh.  Chr.  Sto\a  357. 
...  v.  Straufs  279. 
Joh.  Steph.  StrobeJberger  '13^ 
liane  Ström  366. 
Jak.  Sturm  345. 
Georg  Ad.  Suckow  31$. 
Marquia  de  Suffren  35g. 
Joh.  Rud.  Suter  352. 
Jak.  Sutherland  114« 
Ebcrh.  Pet.  Swagerman  307. 
Ol.  Swartz  273.  277.  337.  367. 
Em.  Sweert  120* 
Arn.  Syen  116. 


Joh.  Targioni- 
Octav.  Targioni 

378. 


553. 


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der  Schrififteller  und  mcirkward5gcn,Perfonea,  395 


Mich.  Tenore  360. 

.  .  .  Thonning  325* 

.  .  .  Thore  355. 

Andr.  Thouin  376. 

Kaleb.  Threlkeld  216. 

Ludw.  Pbil.  Tbümmig  227^ 

Karl   Pet.  Thunberg  274.  3*5« 

5*9-  38«« 
Leon.  Tburneyfler  cum  Thum 

-  i53- 

El.  Tillands  127.  153. 

Mich.  Aug.  Tilli  123. 

Joacb.  Chrift.  Timm  350* 

Ant.  Tita  ai6. 

Mich.  Titius  147. 

Henr.  Jid.  Toda  379. 

Eiech.  Tonge  6.  10. 

Jof.  Piiton  deTournefoit  5a— 59. 

D.  F.  Tournon  356. 

Rob.  Townfon 

Job.  Tradefcant  113. 

Leop.  Trattiuick  299.  347* 

Joh.  Fr.  Trentepobt  261. 

Ooitlr.  Reinh.  Treviranus  »57. 

260.  261.  312.  321. 
Lud.  Cbrift.  Treviranus  261.  310. 
#3ii.  312.  321.  375. 
Chrilt.  Jak.  Trewr  371. 
Job.  Bapr.  Triumferti  23.  13t. 
Dawfon  Turner  277.  273.  36$, 
.  .  .  Turpin  355. 
Ant.  Turra  35g. 
Georg  a  Turre  123, 
Tuilac  337. 


J.  v.  Uslar  315* 

Mart.  Vahl  233.  323.  337.  565. 
Seb.  Vaillant  160  —  163, 
Fei.  Valle  360. 
Pet.  Vallet  91. 


Dom.  Vandelli  14*  338*  3^a. 

Ant.  Mar.  Vaflali- Eandi  316*. 

Abr.  Vater  224. 

Joh.  Pet.  Vaucher  260.  * 

Pet.  Dion.  Vellia  128.  '* 

Stepb.  Pet.  Ventenat  297.  376. 

377. 

C.  W.  Venus  367* 
Wiib.  Vernon  45.  66. 
Joh.  Vesling  gl.  12g« 

.  .  .  Viguier  2761. 

.  .  .  Villars  35a*  356. 

Fulgent.  Vitmann  28a.  55<Q» 

D.  Viviani  359.  37g. 
Bened.  Chfift.  Vogel  571. 
Friedr.  Siegm.  Voigt  304. 
Job.  Georg*  Volckamer  1*4* 
Alex.  Volta  516. 

Adr.  Vorft  116. 

Ger.  Vrolick  317.  376. 

- 

Eb.  Jak.  Wacbendorf  247. 

Walt.  Wade  3^4- 

Georg  Wahlenberg  27a.  341.  35a» 

567-  369-  38i. 
Fr.  Waiu  375» 

Graf  Franx  von  Waldftein  569. 

Joh.  Gottlch.  Wallerius  513. 

Fr.  Wallroth  351. 

Thom.  Walter  334« 

Aug.  Friedr.  Walther  aa4.  305, 

F.  L.  Walther  349« 

F.  A.  J.  von  Wangenheim  334« 

Rieh.  Warner  364. ' 

Fr.  Weber  377.  278, 

Georg  Henr.  Weber  35<>* 

Joh.  WoIFg.  WecW  246. 

Chrift.  Ehrenlr.  Weigel^  350- 

Job.  Ad.  Val.  Weigel  55a. 

J.  A.  Weinmann  38 1. 

J.  W.  Weinmann  225. 

Fr.  Wilb.  Weis  255.  35* 


> 


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396   Verzeichnifs  der  Schriftfteller  u.  merkwürcL  FerL 


Kasp.  Fr.  Wolf  265.  30a. 
Chrift.  Wollt  226. 
Job.  Wood  ward  24. 
J.  G.  L.  Wredovr  350. 
Henr.  Aug.  Wrisberg  359. 
Fr.  Xav.  f.  Wulften  546. 


Job,  ChriCt.  Wendlamt  275.  574« 
Jtk.  Wernifcbeck  2*itf. 
J.  P.  Weftriog  567. 
A.  W.  E.  C.  Wibel  348- 
Jeh.  Wigand  146. 
Sani.  Gufi.  Wilcke  350. 
Karl  Lodtr.  Wtlldenow  357.  173. 

»75-  *83-  55°.  37<>. 
PeL  Remig.  Willem«  357.  583.   Jak.  Zanoni  139  — 131. 
Fran*  WUlngbby  7.  phil.  Zefen  144. 

Job.  WitCon  361.  Joh.  GouFr,  Zinn  550, 

Dav.  Wipacher  313.  Job.  Zoega  566. 

Wilh.  Witbemng  363.  AuiL  Zuccagni  378. 

Joh.  Fr.  Wohlleben  351. 


Job.  Hier. 


I  31 6. 


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